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Autor Thema: Wie Boden im Gemüsegarten verbessern  (Gelesen 8516 mal)

Gartenoma

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Re: Wie Boden im Gemüsegarten verbessern
« Antwort #15 am: 24. Oktober 2018, 14:14:25 »

Im Handel ist ein Produkt namens "Geohumus Aqua+3" erhältlich, welches angeblich das 40-fache des Eigengewichts an Wasser speichern soll.
Ich kenne das Produkt, habe es in meinen Kübeln ausprobiert. Es verträgt sich nicht mit Phosphat, da verliert es seine Quellfähigkeit. Ich war ziemlich enttäuscht.

Wir hatten vor Jahrzehnten im Schrebergarten Sandboden. Wenn du eine Schreinerei findest, die nur einheimisches Holz und auch keinen Nussbaum verarbeitet, bringen Sägespäne und feine Hobelspäne etwas. Das Holz hält die Feuchtigkeit länger als Humus und zersetzt sich sehr langsam. 

Gruß
Gartenoma
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Cepha

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Re: Wie Boden im Gemüsegarten verbessern
« Antwort #16 am: 24. Oktober 2018, 14:18:28 »

Im Handel ist ein Produkt namens "Geohumus Aqua+3" erhältlich, welches angeblich das 40-fache des Eigengewichts an Wasser speichern soll.
Ich kenne das Produkt, habe es in meinen Kübeln ausprobiert. Es verträgt sich nicht mit Phosphat, da verliert es seine Quellfähigkeit. Ich war ziemlich enttäuscht.

Danke für den Erfahrungsbericht.
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Gartenoma

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Re: Wie Boden im Gemüsegarten verbessern
« Antwort #17 am: 24. Oktober 2018, 15:24:07 »

Nachtrag: Hier steht noch ein ungeöffnetes Eimerchen (Joghurteimer-Größe) herum. Es müsste so an die 10 Jahre alt sein, aber da das Quellen ja ein physikalischer und kein chemische Vorgang ist, müsste es noch funktionieren.

Schicken lohnt sich nicht, da würden die Brocken teurer als die Brüh', aber wer will kann es sich hier (im Taunus) abholen. Es gibt ja bestimmte tropische Pflanzen, die phosphatfrei gehalten werden müssen.  ;)
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Cepha

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Re: Wie Boden im Gemüsegarten verbessern
« Antwort #18 am: 24. Oktober 2018, 15:31:50 »

Hier noch ein Test:

https://www.lwg.bayern.de/analytik/boden_umwelt/113468/index.php

Fazit: Geohumus (1%) erhöht die Wasserspeicherfähigkeit von Sandboden signifikant, allerdings tut das Torf ebenso.

Die ungeklärte Frage ist, wie sich der Effekt jeweils über die Jahre verringert. Torf oder anderer Humus im Sand zersetzt sich oft sehr schnell. Torf würde ich aus ökologischen Gründen als Bodenverbesserer unbedingt ablehnen.

Hier könnte man nachfragen, was bei deren Versuchen zur Langzeitstabilität und Abbauverhalten rausgekommen ist:
http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2011/7999/pdf/Sdf_2010_SdrH_76_81.pdf
« Letzte Änderung: 24. Oktober 2018, 15:37:56 von Cepha »
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thuja thujon

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Re: Wie Boden im Gemüsegarten verbessern
« Antwort #19 am: 24. Oktober 2018, 16:15:19 »

Das Problem beim Geohumus bzw Superabsorbern ist dass es umso weniger Wasser hält, je mehr Salze im Wasser sind.

Da Pflanzen Nährstoffe brauchen und das in Salzform, nimmt der Superabsorber mit der Zeit immer weniger Wasser auf.
Bei mir im Balkonkasten mit Compo Kübelerde hat der wasserspeichernde Effekt anderthalb Jahre gehalten.
Im Balkonkasten weil Plastik im Gartenboden nicht so meins ist.

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Cepha

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Re: Wie Boden im Gemüsegarten verbessern
« Antwort #20 am: 24. Oktober 2018, 16:42:14 »

Das ist richtig, lässt sich aber durch eine entsprechend größere Menge leicht ausgleichen.

Siehe das wohl bekannte Beispiel mit dem Urin in der Windel, da funktioniert es trotzdem sehr gut, auch wenn der Superabsorber dort "nur" das 50fach seiner Masse binden kann statt ca. das 300-fache bei reinem Wasser.

Die beiden links zeigen ja Vergleiche, dass es sehr wohl zu funktionieren scheint.

Wenn es bei Dir im ersten Jahr funktioniert hat und im zweiten nicht mehr so gut, dann würde ich das nicht auf eine "Versalzung" zurück führen (meinem Verständnis nach kommt es dort zu keinem Anreicherungseffekt), sondern wahrscheinlich an der biologischen Zersetzung. Die Vorschriften sagen wohl, dass 20% pro Jahr biologisch abgebaut werden müssen.
Im Balkonkasten sind die Substrattemperaturen vermutlich weitaus höher als im Gartenboden und damit die Abbauprozesse auch stark beschleunigt. Gut möglich, dass dann noch 1,5 Jahren das meiste schon zersetzt war, das wäre in diesem Fall dann aber kein bug, sondern ein feature.
« Letzte Änderung: 24. Oktober 2018, 16:46:35 von Cepha »
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thuja thujon

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Re: Wie Boden im Gemüsegarten verbessern
« Antwort #21 am: 24. Oktober 2018, 16:50:36 »

Ich hatte ja ne Torferde drin, die ist Biologisch ziemlich tot. Ich hatte nur sehr wenig Lehm mit rein.

In einem lange mit Kompost gedüngtem Sandboden ist deutlich mehr Leben als in Torferde.

Wenn man zuviel rein macht verändert das die Struktur. Also zuwenig Luft, schlechter Gasaustausch.
Für Sandboden ist immernoch Bentonit besser. Der speichert auch gleichzeitig nährstoffe wenn welche da sind oder gedüngt werden.
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Natternkopf

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Re: Wie Boden im Gemüsegarten verbessern
« Antwort #22 am: 24. Oktober 2018, 23:41:41 »


In einem lange mit Kompost gedüngtem Sandboden ist deutlich mehr Leben als in Torferde.
Ist dir, mir und anderen kalr, denn Kompost der "zerfällt" gibt/ist Nahrung für die Bodenlebewesen.
Geohumus ergibt keine Nahrungsquelle für die Bodenlebewesen beim "Zerfall".

Wenn man zuviel rein macht verändert das die Struktur. Also zuwenig Luft, schlechter Gasaustausch.
Für Sandboden ist immernoch Bentonit besser. Der speichert auch gleichzeitig nährstoffe wenn welche da sind oder gedüngt werden.
Da sind wir gleicher Meinung, wobei das bewiesene Fakten sind.
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Nemesia Elfensp.

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Re: Wie Boden im Gemüsegarten verbessern
« Antwort #23 am: 24. Oktober 2018, 23:43:13 »

Wie Boden im Gemüsegarten verbessern - mir fällt dazu ein:

- den Boden mit verrottbarem Material füttern, also mulchen z.b. mit Gründüngung und Mulchmaterial für den Winter ein sehr guter Methode um Nährstoff- und Wasserhaltevermögen zu verbessern.

Das Mulchen mit Grasschnitt im Sommer wurde ja schon erwähnt.

Es gibt viele natürliche Materialien, die nicht nur als Kompostmaterial, sondern auch als Flächenkompostmaterial (also Mulchmaterial) geeignet sind:
  • Grasschnitt
  • Staudenschnitt
  • Heckenschnitt (mit dem Rasenmäher kurz gemäht)
  • Miskanthus, Silphie, Sida
  • Heu
  • Schafwolle
  • Laub
  • Stroh (dies benötigt allerdings eine zusätzlichen Stickstoffquelle, damit die Gemüsepflanzen bei einem Strohmulch nicht hungern, Stichwort: Stickstoffsperre
    Zitat
    Stickstoffsperre vermeiden
    Kohlenstoffhaltige Mulchmaterialien wie Baumlaub, Stroh und Rindenmulch verbrauchen beim Zersetzen Stickstoff, der dem Boden entzogen wird. Dieser sollte zum Beispiel durch Jauchedüngung oder Hornmehl nachgeliefert werden.

- ein weiterer Punkt bezüglich der Verbesserung der Wasserhaltefähigkeit sind alle Substanzen, die Feuchtigkeit binden.
das ist das schon erwähnte:
  • Bentonit, aber auch
  • Urgesteinsmehl
  • Ton/Lehm
  • Pflanzenkohle/Holzkohle

- Förderung der Bodenlebewesen: Regenwurm und all seine Kollegen

- den Boden nur im Notfalle wenden, umgraben, grubbern, oder fräsen.
Warum:
alle unnötigen tiefen Bodenbewegungen zerstören die kostbare Humusschicht - und Sandboden ist da besonders empfindlich.
Einzig das oberflächliche unterschneiden der Beikrautwurzeln (also Unkrauthacken) ist sogar hilfreich, weil es die Kapillarität des Bodens unterbricht und so die Feuchtigkeit im Boden zurückhält.

Unser Gartenboden ist ein lebendiges Wesen - ähnlich wie ein liebenswertes "Haustier", dass gefüttert, beschützt und gehegt werden möchte. Dann fühlt sich der Boden wohl, lebt auf und ist uns zu Diensten.


« Letzte Änderung: 25. Oktober 2018, 10:03:01 von Nemesia Elfensp. »
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Wir haben nur dieses eine Leben.

thuja thujon

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Re: Wie Boden im Gemüsegarten verbessern
« Antwort #25 am: 25. Oktober 2018, 00:15:06 »

Danke fürs recherschieren, Natternkopf. Alles irgendwie ältere Ergebnisse von der Zeit als die auf den Markt drängten, oder täusche ich mich da?
Sehr schön gesagt, Nemi.  :D
aber
Zitat
- den Boden nur im Notfalle wenden, umgraben, grubbern, oder fräsen.
Notfalle würde ich ersetzen mit soviel wie nötig, so wenig wie möglich. Fräsen ist zB so eine Sache, die geht in der Praxis oft nach hinten los. Zuviel Drehzahl ist der mechanische Supergau für jeden Bodenkrümelagglomerat. Zum lockern gibts bodenschonenderes, weniger eingreifendes Werkzeug.
Zitat
Einzig das oberflächliche unterschneiden der Beikrautwurzeln (also Unkrauthacken) ist sogar hilfreich, weil es die Kapillarität des Bodens unterbricht und so die Feuchtigkeit im Boden zurückhält.
Und selbst hier bin ich mittlerweile sehr penibel geworden, sogar auf meinem sandigem Lehmboden. Eine Pendelhacke mischt und zerstört deutlich weniger als zB ein Gartenwiesel und ich bau mir weil beides nicht passt noch nen Eigenbau zum flach hacken. Gibt ja nix gescheites zu kaufen. Ich bin gebranntes Kind was Starkniederschläge kurz nach der Aussaat angeht. Verkrustete Oberflächen und Saat die keimen will aber durch die Kruste oben nicht kommt, mit soviel hacken und Co ist oft irgendwann wieder doch nichts gewonnen. Manchmal kann Mulch helfen, aber da wollen auch nicht alle Gemüse durch. Radieschen im Februar habe ich zB noch nie gemulcht und wenn anderes gemulcht wird, dann oft erst nachdem es schon kräftige Keimlige sind. Selten dass man es schon direkt zur Saat oder sogar davor machen kann. Ist eher was für triebkräftige Samen wie Buschbohnen, Mais usw.

Den alten Leitsatz, nach jedem Regen hacken, dem möchte ich gerne widersprechen. Hacken erst wenns Unkraut stört oder Wasser fehlt, spätestens bevor es Samen ansetzt. So wenig wie machbar. Wenns Unkraut 5 oder 15cm hat ist das auch mehr Futter fürs Bodenleben als das Unkraut im Fädchenstadium direkt nach dem keimen.
« Letzte Änderung: 25. Oktober 2018, 00:17:42 von thuja thujon »
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Natternkopf

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Re: Wie Boden im Gemüsegarten verbessern
« Antwort #26 am: 25. Oktober 2018, 00:16:27 »

Habe übrigens nicht mal den Ansatz von einer Idee, weshalb Polyacrylat in unsere Töpfe, geschweige den in unseren Böden soll.
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thuja thujon

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Re: Wie Boden im Gemüsegarten verbessern
« Antwort #27 am: 25. Oktober 2018, 00:34:25 »

Naja, die Idee mit dem Wasserspeichern, so ganz weit weg ist sie ja auch nicht. Es gibt Beispiele aus Wüstengegenden, da hat das echt was gebracht.
Für bei uns, auch nach diesem Trockenjahr, es hat mehr was von Gimmick für Giesfaule. Wie Geranien im Balkonkübel, man kanns auch übertreiben.

Ich kauf mir jedenfalls lieber nen neuen Regner weil ich nen Wasseranschluss mit unter 2€/m³ habe.
Für Leute die ihr Wasser an die Wurzel tragen müssen, ist vielleicht ne Überlegung wert.
Man sollte mehr den Unterschied Bentonit und Mulch zu Superabsorbern herausarbeiten.

PS: ich habe mal Petersilie auf zerpflückten Pampers angezogen. Weil Keimfrei und die Watte/Superabsorberschicht der Pampers ja auch ein bissl drainiert. War extrem heikel mit giessen, jeder der rund 20 Minitöpfe anders. Das was anfangs steril war, hat sich später als Staunässefalle erwiesen und hat erst recht gelbe Blätter und Wurzelfäulnis hervorgerufen. Pur ist das also nix.
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Gartenoma

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Re: Wie Boden im Gemüsegarten verbessern
« Antwort #28 am: 25. Oktober 2018, 05:21:07 »

Wie Boden im Gemüsegarten verbessern - mir fällt dazu ein:
. . .

Wie bereits beschrieben, habe ich auch mit Hobel- und Sägespänen von Kiefernholz gute Erfahrungen gemacht.
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echo

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Re: Wie Boden im Gemüsegarten verbessern
« Antwort #29 am: 25. Oktober 2018, 10:50:04 »

Bisher gibt es Ratschläge die Bodenverbesserung eines Sandbodens betreffen. Wie sieht es aber mit einem Lehm oder gar Tonboden aus? Ich habe einen sehr fetten Boden der, je nach Stelle, sehr hohe Lehm- oder Tonanteile enthält.

Was ich bisher gemacht habe war:

- Mulchen einiger Beeten (Erd-, Johannis-, Kamtschatka-, Heidel-, Kiwibeeren mit Fichtenhäcksel
- Einbringen von etwas Sand und (mehr) Lavastreu
- Kompost einarbeiten
- Anbringen und leicht einarbeiten von Pferdemist im Winter
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