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Autor Thema: Apfelbaum richtig schneiden  (Gelesen 4817 mal)

cydorian

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Re: Apfelbaum richtig schneiden
« Antwort #60 am: 08. Februar 2020, 22:47:01 »

Eben, nach solche Motivationen sollte erst gefragt werden, bevor man Schnitttips gibt.

Mir wäre das zum Beispiel pipegal, denn meine Äpfel stehen auf Obstwiesen und auch der Aufwand dafür ist ein essentieller Punkt, denn ich muss hinfahren. Da spielt die Ökonomie die grösste Rolle, nicht Schau- oder Schattenbäume an denen man sowieso täglich in aller Geruhsamkeit vorbeiflaniert.
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Re: Apfelbaum richtig schneiden
« Antwort #61 am: 08. Februar 2020, 23:34:07 »

Vielleicht möchte ich im Alter einfach im Schatten meines vertrauten Apfelbaumes sitzen und ein paar Äpfel für Kuchen oder Mus ernten. Dafür lohnt es sich doch einen unperfekten Baum zu erhalten.

Möglicherweise haben wir verschiedene Bilder von Bäumen vor Augen. Ganz sicher aber geht es hier nicht um 'perfekt'. Perfekt ist per definitionem sowieso kaum zu erreichen.

Meine Bäume sind auch nicht richtig geschnitten. Wahrscheinlich könnte man viele meiner Aktionen aus der Sicht von erfahrenen Obstwiesenpflegern auch als Verbrechen bezeichnen. Ich habe garantiert mehr als nur kleine Fehler gemacht und mache sie immernoch.

Aber es war mir nie egal.

Wenn ich an den Bäumen bin, dann wäge ich immer sowohl meine Wünsche ab (Obsternte) als auch einen gewissen Respekt vor dem Baum und auch die Bedürfnisse von anderen Lebewesen im Garten. Wenn ich einfach nur Ertrag wollte, dann hätte ich unser Wochenendgrundstück einfach komplett freimachen müssen, niedrig bleibende Obstgehölze in Reihen pflanzen und damit weitermachen. Aber da standen und stehen Bäume, die meine Großmutter schon als Kind kannte. Äpfel, Birnen, Pflaumen. Einen hundertjährigen Apfelbaum mit acht Meter Kronendurchmesser säge nicht um, nur weil ich auf der gleichen Fläche ein Vielfaches an Obst in besserer Qualität ernten könnte. Und dabei auch noch viel weniger Arbeit hätte.

Doch auf der anderen Seite ist letztes Jahr ein Pflaumenbaum endgültig abgestorben. Der starb schon seit ein paar Jahren. Toter Hauptast, Pilze aus dem Stamm, etc. Dazu ständig die Wurzelausläufer, die mehr Arbeit machen als ein Bambus.
Warum habe ich den nicht schon vor fünf Jahren entfernt? Das war falsche Nostalgie. Oder vor fünfzehn? Das war Unwissen über die Möglichkeiten.
Es war eh klar, dass er nicht mehr lange steht. Und so richtig prächtig oder auch nur halbwegs nett anzusehen ist eine vergreiste Pflaume, der man schon einige Äste amputieren musste auch nicht. Hätte ich ihn gleich entfernt könnte da längst ein neuer Obstbaum wachsen. Das wäre im Sinne meiner Vorfahren gewesen die diesen Garten früher einmal bewirtschaftet haben, und nicht darauf zu warten, bis der Strunk wirklich keine Blätter mehr treibt.

Zu den Bäumen in der Kleingartenkolonie: Bäume, die einfach mal irgendwann auf einer bestimmten Höhe gekappt wurden. Arm- bis beindicke Äste einfach abgeschitten, ohne auch nur den Versuch, das irgendwie nach einer Krone aussehen zu lassen. Einfach in einer gewissen Höhe drüber. Danach wahrscheinlich wieder ein paar Jahre ohne Schnitt, und dann kommt wieder jemand mit der Motorsäge und macht eine gleichmäßige Höhenbegrenzung.
Ich habe leider auch schon Äste abgesägt, die eigentlich zu dick dafür waren. Wahrscheinlich habe ich dem einen oder anderen Baum damit ein paar Jahrzehnte seiner Lebenszeit genommen. Ich hatte keine anderen Möglichkeit gesehen, und ich habe zumindest versucht, die Schnitte irgendwie sinnvoll zu setzen. Auf einen anderen Ast ableiten. die Schnittfläche niemals waagerecht so dass Wasser drauf stehen bleiben würde etc.
Aber das was ich in den Kleingärten z.T. gesehen habe, das sah nicht so aus, als ob sich da jemand irgendwelche Gedanken gemacht hätte. Einfach nur gekappt, als ob es ein Styroporblock wäre, den man auf kleineres Maß zurecht stutzt. Ohne Rücksicht auf Gabelungen oder Astwinkel.

Ok, möglicherweise wird das hier offtopic. Es ging ja eigentlich gerade um die Baumerhaltung und daran anschließen um die Frage, ob die sich in bestimmten Fällen noch lohnt.

Auch Fragen der Ökologie und der Nostalgie kann man ökonomisch betrachten. Man kann also auch der ökologischen Rolle eines Baumes einen Wert zubilligen und dann in der Abwägung sagen "ich ernte zwar jedes Jahr nur eine Schüssel saure Schorfäpfel, aber für Vögel und Insekten ist dieser Baum ein Paradies. Und seine knorrige Form gibt der Landschaft Charakter. Das ist auch etwas wert."
Das ist ja ok.
Nur manche Bäume sehen nicht charaktervoll aus, sondern einfach nur räudig. Sind vielleicht auch gar nicht so dick, als dass es da Spechthöhlen o.ä. drin geben könnte.
Und neue Bäume würden Insekten auch Nahrung bieten. Und wenn besseres Obst dran wäre, nicht bloß für Apfelmus, sondern richtige Tafelfrüchte, vielleicht würden damit sogar ein paar andere Leute beginnen, in den Bäumen mehr zu sehen als einen Sichtschutz.

"Mir reichen ein paar Äpfel für Mus" würde mir, mit Verlaub, ein wenig dekadent erscheinen.


Grüße,
Robert






« Letzte Änderung: 08. Februar 2020, 23:44:40 von Re-Mark »
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Rib-isel

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Re: Apfelbaum richtig schneiden
« Antwort #62 am: 09. Februar 2020, 02:00:49 »

Ich musste ja grinsen, als ich ganz Naiv den Stummelschnitt in die Suchmaschine warf. Hier die ersten Ergebnisse ;D
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thuja thujon

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Re: Apfelbaum richtig schneiden
« Antwort #63 am: 09. Februar 2020, 09:20:20 »

Schnittziel Baumhöhle erhalten und schauen, ob der Baum Radikalbehandlung überlebt.
Dazu wurde ein unten verkahlter Apfel mit Baumhöhlen und Steiltriebdominierter Tellerkrone darüber soweit umgestellt, das weniger Steiltriebe wachsen und fruchtäste ansetzen dürfen. Prinzip Steiltrieb für Vitalität und Fruchtertrag als Wuchsbremse.

Vorherbild nach 1-2 Jahren nach dem raussägen unnützer bzw instabiler Kronenteile.
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thuja thujon

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Re: Apfelbaum richtig schneiden
« Antwort #64 am: 09. Februar 2020, 09:20:41 »

Nachher
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Re: Apfelbaum richtig schneiden
« Antwort #65 am: 09. Februar 2020, 09:21:41 »

Ganzer Baum

Mittlerweile haben die Gartenpächter gewechselt, die neuen schneiden ihre Bäume mit der Motorsäge und die Steiltriebe sind weg. Es sind jetzt überm dicken Holz nur noch 50cm vom ehemaligen Steiltrieb mit 5-6 dünnen Ästen hängendes Fruchtholz.
2020 wirds also wieder ein Besenjahr.

Der Baum und seine faulenden Höhlen leben aber noch.
« Letzte Änderung: 09. Februar 2020, 09:24:23 von thuja thujon »
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Wurmkönig

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Re: Apfelbaum richtig schneiden
« Antwort #66 am: 09. Februar 2020, 09:43:38 »

Schnittziel Baumhöhle erhalten und schauen, ob der Baum Radikalbehandlung überlebt.
Dazu wurde ein unten verkahlter Apfel mit Baumhöhlen und Steiltriebdominierter Tellerkrone darüber soweit umgestellt, das weniger Steiltriebe wachsen und fruchtäste ansetzen dürfen. Prinzip Steiltrieb für Vitalität und Fruchtertrag als Wuchsbremse.

Vorherbild nach 1-2 Jahren nach dem raussägen unnützer bzw instabiler Kronenteile.
Auf den Fotos sieht es so aus als ob die Hochspannungsleitungen direkt darüber verlaufen, da sind natürlich Mindestabstände einzuhalten. In der Nachbarschaft von einem Freund steht auch eine Apfelplantage - sieht von außen extrem ungepflegt aus. Schrägheckenerziehung mit bereits eingewachsener Veredelung, also "Schräg-Hochstämme". Schneiden tut er nur mit der Motorsäge, allerdings hat er Äpfel drauf bis zum abwinken. Zur Versaftung bzw. als Zuckerträger reicht es und mehr will er nicht.
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cydorian

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Re: Apfelbaum richtig schneiden
« Antwort #67 am: 09. Februar 2020, 14:20:26 »

Bei 110kv Hochspannung liegt der Mindestabstand zum Baum bei 3m. Das heisst, bei 8m Baumhöhe (für einen Apfel viel) müssen die Drähte höher als 11m hängen. Da 110kv Masten 50-60m hoch sind, besteht selbst bei viel niedriger hängenden Drähten und halber Höhe keine Gefahr, dass Abstandregelungen einen Apfel nach oben begrenzen.
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ringelnatz

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Re: Apfelbaum richtig schneiden
« Antwort #68 am: 09. Februar 2020, 15:00:42 »

Zitat
Aber das was ich in den Kleingärten z.T. gesehen habe, das sah nicht so aus, als ob sich da jemand irgendwelche Gedanken gemacht hätte. Einfach nur gekappt, als ob es ein Styroporblock wäre, den man auf kleineres Maß zurecht stutzt. Ohne Rücksicht auf Gabelungen oder Astwinkel.

Es ist wirklich ein Jammer.. haben gestern einen Ausflug mit dem Fahrrad gemacht, an einigen Kleingärten, aber auch Vorgärten am Stadtrand entlang, die Zahl der komplett verhunzten Obstbäume ist deutlich größer, als die der halbwegs gepflegten. Am besten sehen eigentlich die Bäume aus, an denen seit einigen Jahren gar nicht mehr geschnitten wurde.

Gestern früh noch bei einem Freund im (neu erworbenen) Kleingarten gewesen. Er hat einen alten Apfelbaum (wohl Anananasreinette?) mit bestimmt 80cm Stammdurchmesser im Garten stehen. Steht auch unter einer alten Stromleitung (die seit einigen Jahren stillgelegt ist). Der Baum sieht in etwa aus wie ein Rasierpinsel. Jedes Jahr wurde der Baum etwas runtergechnitten und jedes Jahr etwas dichter. Wir planen jetzt, ihm im März mal etwas kräftiger zu Leibe zu rücken, und dabei Teile als Leitäste stehen zu lassen. Vl. stelle ich noch ein Foto rein, mal sehen.

PS: Zum Theme Bäume mit Motorsäge schneiden: Wir fahren mit den Kindern am Gehweg entlang, da turnt in 4m Höhe einer in seinem Vorgarten mit der Kettensäge auf der Leiter rum und sägt oberschenkeldicke Äste aus seinem Walnussbaum.. Gott sei dank rechtzeitig bemerkt und stehen geblieben. Das Ding krachte voll runter, blieb dann an einem Aststummel hängen und schaukelte dort fröhlich im Wind. >:( Ich mein, was er mit sich auf seinem Grundstück macht ist mir egal, aber den wenigstens den Gehweg hätte er absperren können...
« Letzte Änderung: 09. Februar 2020, 15:03:37 von ringelnatz »
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Azubi

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Re: Apfelbaum richtig schneiden
« Antwort #69 am: 09. Februar 2020, 15:54:06 »

Vielleicht möchte ich im Alter einfach im Schatten meines vertrauten Apfelbaumes sitzen und ein paar Äpfel für Kuchen oder Mus ernten. Dafür lohnt es sich doch einen unperfekten Baum zu erhalten.
Genau darum geht es. Danke, Secret Garden.

So bin ich etwas irritiert, dass hier Vorschläge gemacht werden (obwohl ich das bereits in meiner Frage ausgeschlossen hatte), alten Menschen ihren Apfelbaum zu nehmen und einen neuen zu pflanzen, dessen Ernte sie ohnehin nicht erleben werden. Sollen sie sich in ihrer Restlebenszeit Äpfel im Supermarkt kaufen? Tatsächlich ist er auch ein schöner Schattenspender, unter dem sie gerne sitzen.

Für Vorschläge, wie er noch einige Jahre überlebt, so schön blüht und Äpfel daran wachsen, bin ich wirklich dankbar. Der Tag an dem der Besitzer wechselt wird jedenfalls ein sehr trautiger Tag für mich. In welchem Zustand der Baum danach ist, spielt dann keine Rolle mehr.
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cydorian

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Re: Apfelbaum richtig schneiden
« Antwort #70 am: 09. Februar 2020, 18:36:26 »

Für Vorschläge, wie er noch einige Jahre überlebt, so schön blüht und Äpfel daran wachsen, bin ich wirklich dankbar.

Bitte lies den Thread. Viele Leute haben sich wirklich Mühe gegeben, dir genau dazu etwas zu schreiben. Du findest dazu Antworten in #21, #23, #26, #33, #36, #44, #49, #51, #54 und satzweise auch in anderen Beiträgen. Das hilft auch gegen die Irritation.
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thuja thujon

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Re: Apfelbaum richtig schneiden
« Antwort #71 am: 09. Februar 2020, 20:39:42 »

Ich möchte nur noch kurz erwähnen, das auch im hohen Alter nichts dagegen spricht, zu dem bereits gut tragendem Apfelbaum noch einen neuen, jungen Apfelbaum zu pflanzen.
Wenn man selbst den Platz dafür nicht hat, viele Gemeinden bieten dafür ausreichend Fläche an. Manchmal sogar mit einem großen Stein, in dem die Namen der Spender verweigt werden.
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