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News: "Das Leben ist kein Ponyschlecken"  (Zwiebeltom)
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Autor Thema: Moniliaspitzendürre  (Gelesen 2136 mal)

netrag

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Moniliaspitzendürre
« am: 21. Mai 2005, 17:40:07 »

Hallo,
kennt jemand ein Mittel gegen Moniliaspitzendürre an Süßkirschen?
Herzl.Gruß
netrag1
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Herzl.Gruß aus der Schorfheide
netrag

Silvia

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Re:Moniliaspitzendürre
« Antwort #1 am: 25. Mai 2005, 23:18:16 »

Hallo,

am besten ist es bei Monilia-Spitzendürre noch, vorbeugend zu handeln. Die Spitzendürre wird durch einen Pilz, Sclerotinia laxa, verursacht. Pilze mögen es gern feucht. Wichtig ist daher, dass die Krone durch geeignete Schnittmaßnahmen schön luftig gehalten wird, so dass Feuchtigkeit schnell abtrocknen kann. Befallene Triebe sollten beim Winterschnitt oder nach der Blüte bis ins gesunde Holz (ca. 15 cm) zurückgeschnitten werden.

Auch der Polsterschimmel auf Früchten ist ein Monilia-Pilz (Sclerotinia fructigena). Er hält sich vor allem in den Fruchtmumien auf, die das ganze Jahr über hängen. Sie müssen als Infektionsquelle deshalb entfernt werden.

Ich habe auch schon gehört, dass Meerettichtee vorbeugend gespritzt helfen soll, weiß darüber aber sonst nichts.

Von Neudorff gibt es ebenfalls ein Mittel, das vorbeugend eingesetzt wird (Neudo-Vital-Obstpilzschutz). Andere Firmen bieten sicherlich ähnliche Präparate an. Im Fachhandel kann man dich sicherlich beraten.

Und man kann kurz vor oder während der Blüte mit einem bienenungefährlichen Mittel spritzen, z.B. Baycor Spritzpulver.

Spritzen ist allerdings bei einer Süßkirsche nicht ganz einfach, wenn sie eine gewisse Größe erreicht hat. Unsere Süßkirsche hat auch Monilia. Wir haben bisher gar nichts gemacht außer 5 Fichten gefällt, die ihr das Licht und die Luft nahmen. Seitdem ist es besser geworden, bilde ich mir ein.

LG Silvia
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Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst.

Querkopf

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Re:Moniliaspitzendürre
« Antwort #2 am: 26. Mai 2005, 00:16:25 »

Hallo, Netrag,

als Ergänzung zu Silvias Tipps noch ein Hinweis auf ein ungiftiges, dennoch wirksames Pflanzenstärkungsmittel: Mit Saprol S habe ich gegen diverse Rosen-Pilze und auch gegen Kirschen-Monilia sehr gute Erfahrungen gemacht. Liegt länger zurück; danach war das Mittel ein paar Jahre weg vom Markt, ist mittlerweile wieder zu haben (gleiche Zusammensetzung), allerdings steht Monilia nicht mehr in der Indikation - keine Ahnung warum. Könnte trotzdem einen Versuch wert sein.

Wobei, auch das Silvia schon geschrieben, natürliches jegliches Spritzen bei größeren Bäumen schwierig ist.

Und noch etwas zum Thema Vorbeugung: So viel ich weiß, sind Kirschbäume auf schweren und/oder verdichteten Böden Monilia-empfindlicher als auf leichten, sandigen oder humosen Untergründen - könnte also auch helfen, wenn man viel tut für die Durchlässigkeit und Lockerheit des Bodens. Aber das muss man natürlich entweder schon vorm Pflanzen machen oder mit sehr langem Atem.

Schöne Grüße
Querkopf
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brennnessel

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Re:Moniliaspitzendürre
« Antwort #3 am: 26. Mai 2005, 05:06:44 »

Ist Saprol S tatsächlich ein ungiftiges Mittel, Querkopf?
Auf jedenfall nimmt es die Pflanze auf und ist dann auch ind en Früchten, wenn man die Wartefrist nicht einhält.
Meerrettich auf die Baumscheibe zu pflanzen sollte auch helfen - beim Pfirsich gegen die Kräuselkrankheit konnte ich damit aber keinen Erfolg sehen :-\ !
LG Lisl
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Silvia

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Re:Moniliaspitzendürre
« Antwort #4 am: 26. Mai 2005, 08:57:46 »

Saprol ist eine ganze Produktreihe.
So enthält Saprol-S Braunalgen und Phyto-Aminosäuren.. Es soll vorbeugend angewendet werden und wird als nicht bienengefährlich und ohne Wasserschutzgebietauflage angegeben.
Saprol ohne s enthält als Wirkstoff Fenarimol. Das ist auch nicht bienengefährlich. Fischgiftig weiß ich nicht. Unnötiger Kontakt mit dem Mittel sollte vermieden werden.
Saprol Rosenspritzmittel enthält Azoxystrobin, ebenfalls nicht bienengefährlich.

Ich würde mich im Handel beraten lassen. Stärkung einer Pflanze und gute Bedingungen schaffen ist auf jeden Fall wichtig. Sonst bekämpft man nur Symptome, aber keine wirklichen Ursachen.

LG Silvia
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Querkopf

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Re:Moniliaspitzendürre
« Antwort #5 am: 26. Mai 2005, 11:32:49 »

Hallo, Brennnessel,

Silvia hat die Zusammensetzung ja schon reingeschrieben (danke): Saprol S, als reine Pflanzenstärkung, ist tatsächlich ungiftig; es gibt auch keinerlei Wartefrist, die zu beachten wäre. Bei diesem Mittel muss man m. E. auch bei schon fruchtenden Obstbäumen keine Bedenken haben.

Mit den übrigen Mitteln aus der Saprol-Reihe wäre ich erheblich vorsichtiger.

Stärkung einer Pflanze und gute Bedingungen schaffen ist auf jeden Fall wichtig. Sonst bekämpft man nur Symptome, aber keine wirklichen Ursachen.

Das ist eh das Wichtigste :)... Bei uns fing ein Kirschbaum erst an, sich zu bekrabbeln, nachdem ich die verdichtete Wiese zu seinen Füßen weggestochen und das Erdreich darunter intensiv gelockert hatte. Seither kriegt er jährlich Kompost, und ich mulche den Wurzelraum - jetzt gedeiht das frühere Mickerding (fruchtet auch, aber die Vögel ernten meistens schon vor uns ::)), es ist aus der Monilia regelrecht rausgewachsen. Wobei Pflanzenstärkung aus dem Sprüher sicher mitgeholfen hat - als der Baum noch klein genug dafür war, hat er ein paar Sommer lang konsequent Saprol S gekriegt.

Ein bisschen kann ich sogar abschätzen, welchen Anteil an der "Genesung" das Spritzen und welchen das Bodenlockern hat. Es gibt einen Vergleich: Eine Zierkirsche im Vorgarten, vor Jahren ebenfalls scheußlich Monilia-befallen, hat die gleiche Spritz-Behandlung wie die Süßkirsche bekommen; da war aber weniger Bodenlockerung möglich. Beiden Bäumen geht es sichtbar besser. Beide wurden nicht mehr gespritzt in den vergangenen vier, fünf Jahren, weil da das Stärkungsmittel nicht auf dem Markt war. Die Zierkirsche zeigt aber jetzt wieder erste leise Monilia-Zickereien, während die Süßkirsche knackgesund dasteht - offenbar ist Bodenbearbeitung die entschieden "nachhaltigere" Methode.

Schöne Grüße
Querkopf
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brennnessel

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Re:Moniliaspitzendürre
« Antwort #6 am: 26. Mai 2005, 20:48:13 »

Hieß früher das S hinter dem Namen eines Mittels nicht immer Systemisch ? So haben wir es jedenfalls mal im Fachberaterkurs unseres Siedlervereines gelernt....
LG Lisl
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fisalis

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Re:Moniliaspitzendürre
« Antwort #7 am: 27. Mai 2005, 08:20:05 »

Vorbeugend gegen Pilze soll auch Ackerschachtelhalmbrühe nützen, weil die darin enthaltene Kieselsäure die Zellwände stärkt. Wenn der Befall schon da ist, kommt ein grösserer Baum damit oft auch selbst zurecht. Mit Beratenlassen im Handel ist es so eine Sache: Die haben halt ihr Produkte, die sie verkaufen wollen, und immer mehr Angestellte haben echt keine Ahnung. Auch Angaben wie "bienensicher" oder bei schneckenkorn "wird von Igeln gemieden" sind kaum je wissenschaftlich belegt, sondern reine Verkaufsförderung. Zum Glück gibts Internet. Ich halte mich daran, keine synthetischen und vor allem keine schwer abbaubaren Stoffe (auch wenn sie organisch sind) in der Umwelt zu verteilen.
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Daniel - reloaded

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Re:Moniliaspitzendürre
« Antwort #8 am: 01. Juli 2005, 16:47:10 »

Hallo ihr Leutchen
Das mit dem Schachtelhalm könnte klappen,da der Pilz aber über die Blüte infiziert,und schachtelhalm eher die Blattzellen stärkt,ist es eher unwahrscheinlich.Wenn ihr mit SaprolS Erfolge erzielt habt,tste das mal,die Prduktreihe Saprol bürgt eigentlich für Wirksamkeit,Verträglichkeit und bestmöglicher Umweltschonung.
Sollte das nicht greifen,kannst du während der Blüte (je nach Witterung 1-3x) mit "Teldor" oder "Ectivo" behandeln,wobei du bei "Ectivo" erst erfragen solltest,ob du es im Kleingarten gegen Monilia einsetzen darfst,da ich hier nicht über den Zulassungsstand informiert bin.Das Profimittel dazu darf gegen Monillia eingesetzt werden aber das sagt nichts über die Kleingartenanwendung aus."Teldor darf im Kleingarten dagegen eingesetzt werden. Das von Sylvia genannte "Baycor Spritzpulver" ist seit Januar nicht mehr zugelassen(war dem Hersteller zu teuer)und daher nicht mehr im Handel,wenn du noch was hast,darfst du es aufbrauchen.
Noch ein Wort zur Bienengefährlichkeit:Bevor ein Mittel überhaupt in den Handel darf,müssen in Deutschland sehr strenge Untersuchungen durchgeführt werden,natürlich auch zur Bienengefährlichkeit!Daher ist sehrwohl wissenschaftlich belegt und nachgewiesen,daß ein Mittel für Bienen unschädlich ist wenn es auf der Packung steht!!!!Alles andere wird für den Hersteller verdammt teuer.
Gruß Daniel
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Ich habe den Jargon eines Bauarbeiters, die Abgeklärtheit und Resolutheit einer Puffmutter und den Charme einer Drahtbürste...

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Silvia

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Re:Moniliaspitzendürre
« Antwort #9 am: 01. Juli 2005, 18:26:49 »

Lieber Daniel,

wir sind hier ein ökologisch ausgerichtetes Forum und versuchen, weitestgehend auf chemische Mittel zu verzichten. Dass es gegen praktisch alles eine chemische Keule gibt, ist uns wohl klar. Wir suchen deshalb immer nach möglichen Alternativen. Manchmal scheint es einem nicht möglich, dann wird es auch vorsichtig erwähnt. Aber mehr erachten wir als kritisch. :-)

Das von Sylvia genannte "Baycor Spritzpulver" ist seit Januar nicht mehr zugelassen(war dem Hersteller zu teuer)und daher nicht mehr im Handel,wenn du noch was hast,darfst du es aufbrauchen.

Danke für den Hinweis. Man findet es durchaus noch an einigen Orten, so auch merkwürdigerweise noch im Netz.

LG Silvia
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