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Autor Thema: Qualität Pflanzerde  (Gelesen 1751 mal)

mycorrhiza

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Qualität Pflanzerde
« am: 29. November 2019, 00:53:32 »

Guten Tag,

ich habe hier einen sehr spannenden Fall von mangelhafter Pflanzerde vorliegen. Die Maispflanzen darin sind ca. 5 cm gewachsen und haben dann die Bläter gelb und rötlich verfärbt. Eine kräftige N-Düngung hat Abhilfe geschaffen.

Interessant ist vor allem ein Topf den ich mit Erde befüllt und gewässert habe, dann aber nicht benutzt habe und unbeachtet stehen gelassen hab. Und was musste ich sehen? Ich habe ca. 5 cm an Erde verloren  ;D ;D ;D ;D
Siehe dazu das angehängte Bild. Befüllt wurde der Topf bis zur oberen Linie, also 2,5 Liter insgesamt. Der Topf wurde auch nur einmal bewässert und dann stehen gelassen, es kann sich also nicht um Bodenkompression handeln. Die Erde unter der oberen Schicht ist auch immer noch feuch, also auch kein "Auf- und Abquellen". Ich denke das meiste wurde einfach als CO2 ausgegast.

Die Stickstoff-Fixierung wurde in der Erde dann gemessen und das Resultat war 0,01. Zum Vergleich: Torf hat einen Wert von 1 und Sägespäne hat einen Wert von 0.

Hat jemand schon einmal ähnliche Erfahrungen sammeln dürfen?
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Staudo

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Re: Qualität Pflanzerde
« Antwort #1 am: 29. November 2019, 07:31:03 »

Beeindruckend.  ;D Wurden da Holzhäcksel kompostiert? Wieso passiert da doch recht viel, wenn kein Stickstoff drinnen ist? Ist der doch da, aber nicht pflanzenverfügbar?
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Es könnte mal wieder regnen.

mycorrhiza

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Re: Qualität Pflanzerde
« Antwort #2 am: 29. November 2019, 08:34:58 »

Beeindruckend.  ;D Wurden da Holzhäcksel kompostiert? Wieso passiert da doch recht viel, wenn kein Stickstoff drinnen ist? Ist der doch da, aber nicht pflanzenverfügbar?

Ich nehme an, dass durch die Kompostierung Ammonium und Nitrat freigesetzt wird und das dann sofort wieder von Mikroorganismen für die weitere Kompostierung verarbeitet wird. Für die Pflanze bleibt dann nicht mehr viel übrig.
Die Erden wurden mit einer bestimmten Menge an Kaliumnitrat gesättigt und dann wurde Nitrat sofort danach und nach 3 Tagen gemessen. Und der Quotient daraus hat dann zum Beispiel 0,01 ergeben. Für Ammonium gab es teilweise Werte bis 2,5. Also mehr Ammonium nach 3 Tagen.

Und ja, ich nehme an da sind Hackschnitzel mit drin. Erstaunlich auch, dass die Produkte alle nach mehreren Gütesiegeln und Richtlinien zertifiziert sind. Ich stell mir gerade vor wie einmal im Jahr eine Person kommt zum Proben nehmen und diese Person dann ganz ausdrücklich nur zu einem bestimmten Bereich in der Fabrik geführt wird wo die bessere Ware hergestellt wird.
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lerchenzorn

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Re: Qualität Pflanzerde
« Antwort #3 am: 29. November 2019, 09:18:31 »

Was sagt denn die Verpackung aus? Holzfaser ist ja ein inzwischen üblicher Zusatz in den abgepackten Erden. Ich weiß nicht, ob die regelmäßig frisch zugesetzt wird oder vor dem Abpacken noch eine gemeinsame Kompostierung mit stickstoffreichen Massen durchläuft. Da ich in torffreien Blumenerden schon reichen Pilzwuchs (ansehnliche Fruchtkörper) erlebt habe, befürchte ich, dass mitunter sehr frische, unzersetzte Fasern als vermeintliche Strukturgeber zugesetzt werden.
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Nemesia Elfensp.

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Re: Qualität Pflanzerde
« Antwort #4 am: 29. November 2019, 11:06:08 »

Da ich in torffreien Blumenerden schon reichen Pilzwuchs (ansehnliche Fruchtkörper) erlebt habe, befürchte ich, dass mitunter sehr frische, unzersetzte Fasern als vermeintliche Strukturgeber zugesetzt werden.
....ist das dann die Art Blumenerde, in der es wegen des frischen Materials, so viele Springschwänze (Collembola) geben kann? (ich hatte so einen Fall von Springschwanzinvasion mal in einem Beutel frischer Blumenerde. Die anderen Beutel der selben Charge kamen dann direkt auf den Kompost.)
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Staudo

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Re: Qualität Pflanzerde
« Antwort #5 am: 29. November 2019, 11:59:31 »

Kompost lebt.  ;)
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mycorrhiza

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Re: Qualität Pflanzerde
« Antwort #6 am: 29. November 2019, 12:09:51 »

Kompost lebt.  ;)

Aber ist doch blöd wenn die Pflanzen nicht darin wachsen. Ich hab ja auch nichts gegen etwas Schimmel oder Insekten im Kompost, aber es scheint mir so, als ob die meisten Pflanzerden nur funktionieren, weil Langzeitdünger hinzugefügt wird.
Macht ja irgendwie auch Sinn wenn im Resteposten die 30 Liter-Säcke für 2,99€ verkauft werden. Nach der eigentlichen Heißrotte wird ja oft empfohlen, den Kompost noch ein paar Monate reifen zu lassen. Das kostet halt auch Geld. Klar wird das gerne übersprungen.

Zitat
Was sagt denn die Verpackung aus?
Ja die Verpackung ist auf Englisch und gibt nicht so viel her. "Organic potting soil" und das andere ist ein "Veggie Blend" etc. Und natürlich alles super gut für diese und jene Zwecke und zertifiziert nach XY. Aber was jetzt eigentlich drin ist....keine Ahnung.
Vom kommerziellen Kompost weiß ich, dass dieser nur aus Grünschnitt besteht. Aber der hat dieselbe Stickstofffixierung und ermöglicht auch nicht unbedingt das beste Pflanzenwachstum. Und der Geruch erst. Beim ersten Öffnen des Sackes habe ich gedacht, mich haut es vom Hocker. Absoluter Gestank nach Ammonium und anaerober Gärung....puh, wenn ich da nur wieder dran denke kommt es mir hoch.
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lerchenzorn

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Re: Qualität Pflanzerde
« Antwort #7 am: 29. November 2019, 13:26:54 »

Das letzte, den Geruch von anaerober Rotte, kenne ich allerdings auch von lose geliefertem, städtischen Kompost. Beim ersten Mal, als ich das in städtischen Grünflächen gerochen hatte, war ich empört, weil ich eine Beimengung von Klärschlamm vermutete. Später, bei selbst bestellter Lieferung im Container, hat es genauso gerochen, hatte sich aber nach Ausbreiten in den Beeten schnell verflüchtigt.

Ich vermute, dass die sehr großen Lagervolumen eine hohe Lagerdichte und geringe Sauerstoffversorgung bewirken. Dass der "Kommunalkompost" dennoch, nach meinem Eindruck, gar nicht so schlecht ist, liegt vielleicht an der häufigen Umlagerung und damit aktiven Belüftung. Im Container, in dem die Masse dann wieder ein, zwei Tage dicht gepackt gelegen hatte, setzte wohl wieder anaerobe Rotte ein.

Bei hiesiger Gartenmarkt-Sackware ist mir so etwas noch nicht aufgefallen.
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