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Autor Thema: Kerbschnitt  (Gelesen 1779 mal)

555Nase

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Kerbschnitt
« am: 07. Januar 2020, 06:48:26 »

Der Kerbschnitt, um aus dem jungen Baumstamm einen zusätzlichen Ast zu generieren, war mir in Vergessenheit geraten und jetzt zufällig wieder gelesen und gleich zwei Anwendungsmöglichkeiten an zwei dreijährigen Bäumen gefunden. Hat das schon mal jemand gemacht und kann über Erfahrungen berichten ? Hier im Buch "Obstbäume schneiden und veredeln" von Martin Stangl steht: Im März einen 0,5cm tiefen Schnitt in Halbmondform (wie rum der Halbmond ?) über dem schlafenden Auge angebracht - ergibt einen langen Zweig. Soll es ein kurzer, blühender Fruchtzweig werden, so schneide man nur die Rinde gegen Ende April unterhalb dem Auge im Halbmond.
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Gruß aus Karl-Chemnitz-Murx

Sven92

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Re: Kerbschnitt
« Antwort #1 am: 07. Januar 2020, 07:41:24 »

Ich habe im Kurs gelernt das beim Winterschnitt oberhalb des gewünschten Auge eine Kerbe zu machen ist. Sprich du drückst einmal sachte mit der Klinge der Baumschere rein. Versucht habe ich es aber aich noch nicht.....
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thuja thujon

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Re: Kerbschnitt
« Antwort #2 am: 07. Januar 2020, 07:45:10 »

Über die Trieblänge lässt sich wohl streiten, da spielt noch mehr rein. Je breiter der Schnitt, desto eher schnürt er ab, manchmal auch zuviel. Unter dem Auge habe ich nie probiert, hat sich mir nicht erschlossen. Ich mache also nur Schnitte über dem Auge. Keine 5mm tief, sondern rund 5mm über der Knospe (je nach Knospengröße) bis aufs Holz und die Kerbe oben 2-3mm breit. Vom Zeitpunkt her spätestens wenn der Saft steigt, da kann März in manchen Jahren schon zu spät sein.
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Ayamo

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Re: Kerbschnitt
« Antwort #3 am: 07. Januar 2020, 09:10:53 »

Bei Apfel hab ich das schon häufiger gemacht, um einen Austrieb zu fördern. Bei anderen Obstarten noch nicht. Auch das Kerben zur Blütenbildung noch nicht.
Bei Süßkirsche habe ich es im Februar (ist bei uns noch kalt, also wie Januar in der Pfalz) versucht und war nicht begeistert. Gummifluss hatte sie schon, eine Reaktion auf das Kerben konnte ich nicht feststellen. Bei Reneklode (extrem wüchsig) hat es allerdings gut funktioniert.

Beim 1. Mal am Apfel war der Zeitpunkt mit Ende April zu spät. Ist aber dennoch zugeheilt, würde ich aber als Regel nicht so wiederholen, da der Schnitt an anderen Stellen mit weniger Wüchsigkeit dann möglicherweise nicht mehr gut zuheilt.
Der Ast ist von Apfel und ca. 4-5 cm stark. Ziel war es, einen Austrieb zur Nordseite zu erreichen, bislang bildete der Baum nur Zweige zum Süden ins Kroneninnere.

Ende April:
exercises for shapely calves

Eine Woche später:


Anfang Juni:


Verheilt ist es komplett. Erstaunlich. (Leider kein Foto.)

Statt Hippe kann man auch eine feine Baumsäge nehmen, der Schnitt von 1mm Breite wächst zu.

Hat das schon jemand bei Birnen probiert?

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555Nase

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Re: Kerbschnitt
« Antwort #4 am: 07. Januar 2020, 09:22:49 »

Jetzt wirds mit den Bildern so richtig spannend. Den richtigen Zeitpunkt zu finden, scheint schwierig zu sein !?
Nebenbei, was ist das für dicker Stummel, der dann dünn weiter wächst ?
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Gruß aus Karl-Chemnitz-Murx

Ayamo

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Re: Kerbschnitt
« Antwort #5 am: 07. Januar 2020, 19:34:42 »

Nebenbei, was ist das für dicker Stummel, der dann dünn weiter wächst ?

Im 3. Bild? ein abgeschnittener Zweig ins Kroneninnere, aus dem wieder ein Neutrieb kommt.
Im 1. Bild? schlecht erzogen. War vor 6 Jahren, inzwischen ist meine Schnitttechnik etwas besser geworden, hoffe ich...  8)
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thuja thujon

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Re: Kerbschnitt
« Antwort #6 am: 07. Januar 2020, 20:59:59 »

Jetzt wirds mit den Bildern so richtig spannend. Den richtigen Zeitpunkt zu finden, scheint schwierig zu sein !?
Ich glaube das hängt auch damit zusammen wie begünstigt die Knospe vorher schon ist. Fast abgeschriebene Knospen wie auf dem Foto von Ayamo würde ich eher früher kerben, bei einjährigen Okulationen oder anderen Veredlungen um den Austrieb gleichmäßiger zu verteilen geht auch später noch (zur Blüte etwa, das wäre hier meist Anfang April).

Oder anders gefragt: hat jemand schonmal kurz vorm Johannistrieb gekerbt?
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ringelnatz

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Re: Kerbschnitt
« Antwort #7 am: 07. Januar 2020, 21:10:11 »


Hat das schon jemand bei Birnen probiert?

Ja, an einem Birnenspalier, einjährige Veredelungen auf Quitte. Hab die untersten schlafenden Augen gekerbt weil die Veredelungsstelle so hoch war. Mit Messer Mitte Februar einen halbmondförmigen Schnitt bis aufs Holz (Widerstand).

Effekt war null. Mal sehen, ob ich es dieses Jahr nochmal versuche. Habs mir noch nicht genau angeguckt.
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thuja thujon

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Re: Kerbschnitt
« Antwort #8 am: 07. Januar 2020, 21:32:04 »

Ich nehme schon ein Halbmondförmiges Stückchen Rinde raus. Nur ein Schnitt ist zuwenig um den Druck auf die Knospe austreiben zu sollen über längere Zeit aufrecht zu erhalten. 
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JörgHSK

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Re: Kerbschnitt
« Antwort #9 am: 07. Januar 2020, 21:32:59 »

ich habe das bei einem Apfelspalier schon gesehen und nachgemacht. Bei jeder Knospe am einjährigen Holz einen halbmondförmigen Schnitt gemacht, fast jede Knospe treibt danach aus. Hauptsächlich wird das gemacht, so habe ich gelernt, um das gleichmäßige austreiben der Knospen zu fördern, zum Aufbau von gleichmäßig garniertem Fruchtholz. Allerdings unterentwickelte Knospen an der Astbasis treiben meist trotzdem nicht.
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ringelnatz

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Re: Kerbschnitt
« Antwort #10 am: 09. Februar 2020, 15:10:14 »

So, aufgrund der nachhaltig frühlingshaften Temperaturen beginnen die Knospen an meinem Birnenspalier stark zu schwellen. Habe heute gekerbt, allerdings nur geschnitten, nichts "raus"geschnitten. Wenn ich dran denke, werde ich vielleicht die ein oder andere Knospe etwas stärker kerben.

Bei der Gelegenheit habe ich mir die Stellen von letztem Jahr nochmal genauer angeguckt, an einer Knospe hatte es tatsächlich geklappt.
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thuja thujon

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Re: Kerbschnitt
« Antwort #11 am: 09. Februar 2020, 20:44:39 »

Und bei wievielen hat es nicht geklappt?

Die Zeit, die die Kerbe braucht um zuzuwachsen, also ihre Wirkung zu verlieren, ist abhängig von der Größe des `Halbmondes´.
Soll heißen, einfach nur die Rinde mit einem einzelnen Schnitt durchtrennt reicht nicht aus, das ein schlafendes Auge bzw ein daraus resultierender Seitentrieb nachhaltig ernährt wird. Die werden bei zuwenig kerben nicht recht vom Fleck kommen, sondern nach anfänglichem Austrieb kläglich verhungern. Der Schnitt muss also wenigstens ein paar Wochen lang für Saftstau sorgen.
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ringelnatz

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Re: Kerbschnitt
« Antwort #12 am: 09. Februar 2020, 21:39:32 »

Zitat
Und bei wievielen hat es nicht geklappt?

bei allen anderen :D

hast recht, ich schneid nochmal nach ;)
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Starking007

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Re: Kerbschnitt
« Antwort #13 am: 09. Februar 2020, 23:48:25 »

Ich hab das ähnlich gelernt,
aber im Umgang rauer:
Mit laufender Motorsäge am kahlen Bereich entlangraspeln.
Alternativ mit der Hippe einfach ein bißchen reinhauen,
so 5-15 mal.
Bei mir muss das alles schneller gehen.
Und der richtige Zeitpunkt ist bei MIR wenn es MIR passt.
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Gruß Arthur

thuja thujon

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Re: Kerbschnitt
« Antwort #14 am: 10. Februar 2020, 07:54:23 »

Beim Winterschnitt mit der Handsäge kurz ritzen, nicht bis ins Holz rein.
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