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Autor Thema: Wie "einheimisch" darf's denn sein?  (Gelesen 6230 mal)

Mediterraneus

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Re: Wie "einheimisch" darf's denn sein?
« Antwort #60 am: 13. Februar 2020, 12:56:52 »

Oder wenn Einheimisches die Nahrung liefert, und Fremdländisches daneben den Unterschlupf. Die perfekte Ergänzung.
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Mediterraneus

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MarkusG

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Re: Wie "einheimisch" darf's denn sein?
« Antwort #61 am: 13. Februar 2020, 13:00:52 »

Wo ist das Problem? Es ist Garten, und Garten hat mit "einheimisch" eigentlich nichts zu tun  ;)

Ein wahres Wort. Leider wird zunehmend was Anderes gefordert, auch bei Parks.

In erster Linie muss sich ein Garten von seiner Umgebung abgrenzen, ansonsten wäre er nur ein Ausschnitt seiner Umgebung. Daher Mauern, Zäune, etc. und daher auch der Hang zu "exotischen" Pflanzen. In Zeiten verschwindender Natur gelingt die Abgrenzung aber auch mit einheimischen Pflanzen!

In einer Zeit, in der -ob nun objektiv oder nur so empfunden- die Natur auf dem Rückzug ist und immer mehr Menschen in Städten leben oder in ausgeräumten Landschaften, wird es möglich, sich mit der Anpflanzung von einheimischen Pflanzen von der Umgebung abzugrenzen. Um so ausgeräumter oder städtischer die Landschaft, um so eher empfinden wir selbst "wilde Brachen" als Garten. Ich habe das selbst mal in Berlin erlebt. In der Nähe des Alexanderplatzes war -zumindest vor 15 Jahren- ein verwildeter Friedhof, der -eingerahmt durch die Großstadt- einfach nur bezaubernd wirkte. Auf dem Land undenkbar! Dort würde der gleiche Friedhof -vorausgesetzt es gäbe noch genug Natur im Außenbereich- einfach nur unaufgeräumt und ungepflegt wirken!

Ein Garten und seine Pflanzen ist deshalb für mich nicht von seiner Umgebung abgekoppelt zu betrachten. Traurigerweise muss man sagen, dass "Natur-in-den-Garten-holen" heutzutage eine Abgrenzungsmöglichkeit zur Umgebung geworden ist.  :'(
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Gartenplaner

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Re: Wie "einheimisch" darf's denn sein?
« Antwort #62 am: 13. Februar 2020, 13:01:51 »

Und noch ein Eigenzitat - mir ist bei "Naturgarten" wichtig, dass es trotzdem noch nach "Garten" aussieht und nicht nach Brachfläche:
...
Klar, unbestritten, je konsequenter man bei einem Naturgarten ist, umso mehr Tiere finden Nahrung, Heimat.

Andererseits finde ich es aber auch wichtig, eine Gradwanderung mit der Akzeptanz des Otto-Normalgärtners hinzukriegen.
Von den ganz hoffnungslosen Fällen, die Zucht, Ordnung und Schottergarten wollen, mal abgesehen, sind heutzutage doch viele Gartenbesitzer zumindest interessiert und willens, etwas für die Natur in ihrem Garten zu tun.
Und ich glaube, dass man diesen Menschen eine Brücke baut, wenn man ihnen Anregungen, Empfehlungen, Pläne an die Hand gibt, die auch einen Naturgarten noch nach Garten und nicht völlig nach Ruderalfläche aussehen lassen.
Meine Meinung ist, dass das am einfachsten mit Struktur geht.
Also Formschnitthecken, egal ob jetzt Buchs (den ich momentan eher nicht neu anpflanzen würde) oder Eibe.
Und solche Schnitthecken bieten wirklich nicht so viel für die Tierwelt wie die von dir angeführten Genista-Arten - aber sie definieren für viele "Garten".

Klar, Liguster könnte noch Blüten hervorbringen trotz Schnitt, aber ich ziele auf den ästhetischen Aspekt - wenn jemand einen ruhigen, starken Hintergrund für seine Blumenwiesenexplosion braucht, dann ist Eibe das Mittel der Wahl, meiner Meinung nach.
Und diese "ästhetische Beruhigung" (vielleicht auch gegenüber Nachbarn  ;D) sollte man (ängstlichen) Naturgarteninteressierten zugestehen, um sie nicht zu verschrecken.
ich würde hier noch ausweiten, dass alles, was in einem "klassischen" Garten Struktur und Ordnung gibt, auch einem "Naturgarten" gut tut, also nicht nur Formschnitthecken sondern auch Wege, Abgrenzungen usw.
« Letzte Änderung: 13. Februar 2020, 13:10:46 von Gartenplaner »
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Februarmädchen

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Re: Wie "einheimisch" darf's denn sein?
« Antwort #63 am: 13. Februar 2020, 13:04:22 »

Wenn ich mal so darüber nachdenke, was im Garten meiner Kindheit so wuchs, war die riesige Forsythienhecke eigentlich die einzige nennenswerte uneinheimische Pflanze. Die Apfelbäume waren natürlich keine Holzäpfel, aber den Kulturapfel gibt es ja schon seit dem Mittelalter. Die Walderdbeeren auf der Wiese hatten sich möglicherweise mal mit Kulturerdbeeren gekreuzt, aber vielleicht auch nicht, jedenfalls waren sie angemessen winzig.
..

Im Garten deiner Kindheit standen keine Astern, Pfingstrosen, Tulpen, Krokusse, Phlox, Sonnenblumen, Lavendel, Löwenmäulchen, öfterblühende Rosen....?

Versuche meinerseits, öfterblühende Rosen anzusiedeln, fanden kurz vor dem Umzug statt, waren jedoch nicht von durchschlagendem Erfolg gekrönt. Löwenmäulchen gab es nicht, das weiß ich, die habe ich mal woanders gesehen und war ganz begeistert.
Einen Krokus haben wir erfolgreich auf dem frisch planierten Rasen angesiedelt, das stimmt. Hielt ich aber für eine zumindest so irgendwie einheimische Art. (Auch wenn es sich vermutlich um eine Zuchtform handelte)

Sonnenblumen gab es nicht, die wären wohl mit ziemlicher Sicherheit der heimischen Fauna zum Opfer gefallen.  ;D
Lavendel weiß ich tatsächlich nicht, Majoran gab es. Das war für mich jetzt aber nicht das optische Highlight ohne das ich nicht ausgekommen wäre.


Wie gesagt, ich bin da nicht puristisch, aber ich finde schon, dass ein Garten mit nur heimischen Pflanzen (jedenfalls wenn man bei Krokus und Schneeglöckchen kulant ist) auch was hermachen kann.
Jedenfalls in meiner stark verdichteten Kindheitserinnerung, in der blütenlose Herbst- und Wintertage gartentechnisch einfach nicht vorkommen.  ;D



Edit: Thema Brachfläche - da habe ich auf der BUGA in Heilbronn ein interessantes Minigärtchen gesehen, das hauptsächlich aus Schutt bestand, mit ein paar standorttypischen Wildpflanzen. Schutthaldenflora eben. Die Dekoration bestand, meine ich, aus wenigen Tonstatuen und bunten Glasscherben und derlei.

Sowas ist natürlich ein prima Habitat für Eidechsen und Schmetterlinge/Raupen. Und unterscheidet sich eigentlich gar nicht sooo stark von den so beliebten Schottergärten ... ;)

« Letzte Änderung: 13. Februar 2020, 13:07:30 von Februarmädchen »
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lord waldemoor

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Re: Wie "einheimisch" darf's denn sein?
« Antwort #64 am: 13. Februar 2020, 13:17:07 »


Im Garten deiner Kindheit standen keine Astern, Pfingstrosen, Tulpen, Krokusse, Phlox, Sonnenblumen, Lavendel, Löwenmäulchen, öfterblühende Rosen....?
IN OMAS  riesigen garten, wo ich sicher jeden tag war, schon von daher wusste wie geliebt wühlmäuse waren ;D
waren von deinen genannten nur löwenmäulchen, es  gab eine riesige rose, vlt super excelsa, jedenfalls so aussehend
gekauft am markt wurden immer trutzköpferl, portulak
und zinnien wurden gesät, am zaun viele viele duftwicken, das war vmtl nicht einheimisch, ein großer teil vom garten war aber essbares zeugs, für blumen waren nur 2 beete
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Bristlecone

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Re: Wie "einheimisch" darf's denn sein?
« Antwort #65 am: 13. Februar 2020, 13:28:08 »

Wie gesagt, ich bin da nicht puristisch, aber ich finde schon, dass ein Garten mit nur heimischen Pflanzen (jedenfalls wenn man bei Krokus und Schneeglöckchen kulant ist) auch was hermachen kann.

Womit wir wieder bei der Ausgangsfrage wären: Wann bzw. was wäre denn genügend "einheimisch"?

Wenn man bei Krokus und Schneeglöckchen kulant sein kann (weiter oben nennst du noch Löwenmäulchen, Lavendel und Majoran), erstreckt sich die Kulanz auch noch auf Narzissen, und wenn ja, auf welche?
Was ist mit in der Natur gefundenen und dann gärtnerisch verbreiteten Formen wie z. B. bei den zahlreichen Sorten des Farns Polystichum setiferum? Der Farn selbst ist in Teilen Deutschlands heimisch, die zahlreichen Formen stammen aber fast alle aus aus anderen Gegenden.
Oder den beliebten Sorten von Schneeglöckchen?
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Nox

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Re: Wie "einheimisch" darf's denn sein?
« Antwort #66 am: 13. Februar 2020, 13:34:03 »


Edit: Thema Brachfläche - da habe ich auf der BUGA in Heilbronn ein interessantes Minigärtchen gesehen, das hauptsächlich aus Schutt bestand, mit ein paar standorttypischen Wildpflanzen. Schutthaldenflora eben. Die Dekoration bestand, meine ich, aus wenigen Tonstatuen und bunten Glasscherben und derlei.

Sowas ist natürlich ein prima Habitat für Eidechsen und Schmetterlinge/Raupen. Und unterscheidet sich eigentlich gar nicht sooo stark von den so beliebten Schottergärten ... ;)

Die Eidechesen wollen aber auch etwas zu fressen, nicht nur in der Sonne liegen. So ein typischer Schottergarten soll ja gerade frei von standorttypischen Wildpflanzen bleiben .....
Bei mir gibt's Trockenmauern und Sandhaufen und drumherum ganz viel Wiese und Stauden. Eidechsen und Blindschleichen sehe ich regelmässig.
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Katrin

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Re: Wie "einheimisch" darf's denn sein?
« Antwort #67 am: 13. Februar 2020, 13:39:40 »

Es kommt nach meinem Empfinden darauf an, wo man wohnt. Aus den Pflanzen aus dem weiteren Umfeld meines Gartens (ca. 20km) ließen sich durchaus ganzjährig attraktive, auch als Prachtstaudenbeet gestaltete Anlagen zusammenstellen.

Ohne Sortierung, nur schnell nachgedacht: Lunaria rediviva, Hepatica nobilis, diverse Farne, Angelica sylvestris, Salvia officinalis, Geranium sylvaticum, Geranium pratense, Geranium sanguineum, Anthericum ramosum, Linum austriacum, diverse Verbascum, Betonica officinalis, Veronica austriaca, Eupatorium cannabinum, Lythrum salicaria, Aruncus dioicus, Filipendula ulmaria, Aconitum napellus, Senecio fuchsii, Euphorbia austriaca, Gentiana asclepiadea, Melittis melissophyllum, Centaurea montana, Achillea millefolium, Silene dioica, Iris sibirica, Iris pseudacorus, Lathyrus vernus, Helleborus niger, Astrantia major, Trollius europaeus, Narcissus poeticus, Leucojum vernum, Scilla bifolia, Anemone nemorosa, Ranunculus aconitifolius, Lysimachia vulgaris, diverse Campanula, Cichorium intybus, Origanum vulgare, Galium verum, Laserpitium siler, Digitalis lutea, Tanacetum officinale, Knautia arvensis, Valeriana officinalis, Thalictrum aquilegifolium, Polygonatum odoratum, Aquilegia atrata, Salvia verticillata, Dipsacus fullonum,...

Aber warum sollte man sich nur auf die beschränken? Lebensräume gibt es auf der Erde mehrfach; wenn man nicht grad invasive Arten fördert, wird der Garten nur erweitert!


Ein Garten ausschließlich mit einheimischen Pflanzen wird für uns halt aussehen wie ein Stück Wildnis.

Kann ich, so einfach pauschal hingeworfen, nicht unterstreichen und halte ich sogar für sehr kontrapoduktiv, da damit Unwissenden vermittelt wird, heimisches Gepflänz wär hässlicher Wildwuchs, mit winzigen Blüten und allenfalls ökologischem Wert.
« Letzte Änderung: 13. Februar 2020, 13:45:33 von Katrin »
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"Ich glaube, viele von uns haben ihre Heimat längst verloren, denn sie haben sie in der Kindheit gelassen, in den staubigen Straßen und an den sonnigen Tagen, als die Welt noch gut war, weil wir nur die Fassade sahen und zu klein waren, die Türen zu öffnen."

ich

Februarmädchen

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Re: Wie "einheimisch" darf's denn sein?
« Antwort #68 am: 13. Februar 2020, 13:53:42 »

Wie gesagt, ich bin da nicht puristisch, aber ich finde schon, dass ein Garten mit nur heimischen Pflanzen (jedenfalls wenn man bei Krokus und Schneeglöckchen kulant ist) auch was hermachen kann.

Womit wir wieder bei der Ausgangsfrage wären: Wann bzw. was wäre denn genügend "einheimisch"?

Wenn man bei Krokus und Schneeglöckchen kulant sein kann (weiter oben nennst du nocn Löwenmäulchen, Lavendel und Majoran), erstreckt sich die Kulanz auch noch auf Narzissen, und wenn ja, auf welche?
Was ist mit in der Natur gefundenen und dann gärtnerisch verbreiteten Formen wie z. B. bei den zahlreichen Sorten des Farns Polystichum setiferum? Der Farn selbst ist in Teilen Deutschlands heimisch, die zahlreichen Formen stammen aber fast alle aus aus anderen Gegenden.

Löwenmäulchen habe ich als in diesem Garten nicht existent erwähnt. (Heimisch ist das echte Leinkraut: https://de.wikipedia.org/wiki/Echtes_Leinkraut. Finde ich genauso hübsch.)
Und Lavendel und Majoran sind Kräuter, die ich für eine aparte Frühblüherwiese oder ähnliche Gartenidee für verzichtbar halte. Sie kamen in dem alten Garten damals halt vor, weil sie irgendwer für den Küchengarten gepflanzt hatte.

Der Hirschzungenfarn, den ich sehr apart finde, ist meines Wissens einheimisch. Und bei der weißen Türkenbundlilie, die mir leider die Wühlmaus weggefressen hat, handelt es sich zwar um eine züchterische Vermehrung eines in der Natur wohl eher seltenen genetischen Zufalls, aber das ist mir nun wirklich noch einheimisch genug.

Also "ohne importierte Pflanzen alles hässlich" halte ich für einen Trugschluss, bzw., das mag zutreffen, wenn man sehr auf großblütige Dauerblüher steht. Ich liebe aber die Frühblüher mit ihren kleinen Blütchen. Da gibt es auch bei den heimischen Pflanzen ein paar ganz hübsche. Für ein paar Wochen im Frühling kann man es da schon schön haben.

Auch Butterblumen und Wiesenschaumkraut hatte ich immer gern.

Da bin ich vielleicht einfach etwas anspruchsloser als andere. Und wie schon erwähnt, mein Idealgarten sieht vielleicht für andere aus wie Wildnis. Aber eine gezielt so angelegte Wildnis ist ja auch irgendwie wieder ein Garten.  ;D

Aber wie gesagt: Im Privatgarten sehe ich das gar nicht so kritisch. Mich stört bloß die Implikation, es gäbe keine hübschen heimischen Gewächse, bzw. nicht genug um damit einen Garten zu füllen.


Wenn eine Stadt irgendwo eine Ausgleichsfläche für die Zerstörung von Natur an anderer Stelle anlegen will, sollten es halt schon die Wildformen sein, da wären mir dann auch züchterisch vergrößerte (oder ganz schlimm, gefüllte) Blüten zu viel "Kultur".


@Nox: Das war auch mehr gewitzelt ... leider scheint dem Schottergärtner seine bewuchsfreie Schotterfläche das zu sein, was dem Rasenfreund sein beikrautfreier Grasrasen ist ... schön akkurat gepflegt und ordentlich. Aber der Rasen macht wenigstens noch Photosynthese, der Schotter macht nur Heizung. (Mit Staudenbeeten daneben könnten das Eidechsen immer noch toll finden, aber meist ist ja der Vorgarten ausschließlich Schotter.)
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Bristlecone

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Re: Wie "einheimisch" darf's denn sein?
« Antwort #69 am: 13. Februar 2020, 14:17:16 »

Wenn eine Stadt irgendwo eine Ausgleichsfläche für die Zerstörung von Natur an anderer Stelle anlegen will, sollten es halt schon die Wildformen sein, da wären mir dann auch züchterisch vergrößerte (oder ganz schlimm, gefüllte) Blüten zu viel "Kultur".

Kann man "Natur anlegen", wie man einen Garten anlegt?  :-\
Sollte man das überhaupt tun? Und was ist das Ergebnis: Natur oder eher eine Art Freilichtmuseum?
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Nox

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Re: Wie "einheimisch" darf's denn sein?
« Antwort #70 am: 13. Februar 2020, 14:31:36 »

Nix für ungut, Februarmädchen !
Ja, bei Ausgleichsflächen sollten die Einheimischen schon den Vorzug haben ! Wenn's denn ohne Bodenaustausch geht. (LkW-Ladungen - hilfe, die Öko-Bilanz). Katrin's Liste ist beeindruckend und bietet für jeden Standort etwas.

Trockenrasen an Stellen, wo sie von Natur aus nicht vorkommen, gehören besser in die Hand von botanischen Gärten (in Frankfurt gibt's da schöne Beispiele), die wissen sie dann auch zu pflegen. Sind sie gut gemacht, dann geht einem das Herz auf.

Es geht doch um das Ziel der Anlage. Schöne Spaziergänge und Anregung sind für den natursuchenden Stadtmenschen sehr wichtig, warum soll da nicht auf fremde Arten zurückgegriffen werden, um die ganze Saison über etwas zu bieten. Genau das gleiche gilt für den fortgeschrittenen Gärtner. Warum soll er sich nicht den Garten seiner Träume schaffen ?

Per Vorschriften zu versuchen, den Gärten und Naherholungs-Parks aufzubürden, die überall zurückgedrängte Natur zu retten ist doch eine scheinheilige Alibiübung. Energiepflanzen für die CO2-Bilanz auf dem Acker, und die Gärten der Städte sollen dann der Natur Asyl bieten ?

Eine milde Form von Enteignung scheint mir das. Und demnächst werden wir wohl in den Gärten Nahrungspflanzen anbauen müssen um die Weltbevölkerung zu ernähren.




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Februarmädchen

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Re: Wie "einheimisch" darf's denn sein?
« Antwort #71 am: 13. Februar 2020, 14:41:18 »


Kann man "Natur anlegen", wie man einen Garten anlegt?  :-\
Sollte man das überhaupt tun? Und was ist das Ergebnis: Natur oder eher eine Art Freilichtmuseum?

Nachdem wir die ursprüngliche Natur in Deutschland eigentlich überall kaputt gemacht haben ... was denn sonst? Brachliegen lassen und hoffen, dass sich Springkraut und Co nicht gegen die heimische Flora durchsetzen? (Inwieweit die Bevölkerung eine natürliche Sukzession akzeptiert wäre die andere Frage ... ich finde sowas ja ganz dekorativ, man hört aber, andere Leute sähen das nicht so.)

Oder einfach die selteneren heimischen Arten aussterben lassen, weil sie ja eh nicht mehr authentisch wären, wenn man sie künstlich ansiedelt?


Ich mag übrigens auch Freilichtmuseen. Die Gebäude da sind meistens auch hübscher als die moderne Betonwürfel-Architektur. Auch wenn die Betonklotze total viel authentischer sind.
« Letzte Änderung: 13. Februar 2020, 14:43:27 von Februarmädchen »
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lord waldemoor

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Re: Wie "einheimisch" darf's denn sein?
« Antwort #72 am: 13. Februar 2020, 14:42:14 »

also ich mag schottergarten, ich habe ihn 1o minuten entfernt, sonst würde ich mir im garten einen machen









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Ulla LiestGern

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Re: Wie "einheimisch" darf's denn sein?
« Antwort #73 am: 13. Februar 2020, 14:44:11 »

 ;D Sooo mag ich Schottergarten auch.
Und die Pflanzen scheinen sogar einheimisch zu sein.  ;)
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Ulla LiestGern

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Re: Wie "einheimisch" darf's denn sein?
« Antwort #74 am: 13. Februar 2020, 14:47:02 »

Es geht doch um das Ziel der Anlage. Schöne Spaziergänge und Anregung sind für den natursuchenden Stadtmenschen sehr wichtig, warum soll da nicht auf fremde Arten zurückgegriffen werden, um die ganze Saison über etwas zu bieten. Genau das gleiche gilt für den fortgeschrittenen Gärtner. Warum soll er sich nicht den Garten seiner Träume schaffen ?

Mein Reden! Der eine hat Spaß in seinem Garten Spaß an einer Sammlung möglichst exotischer Pflanzen, der andere freut sich, wenn er eine seltene Wildbiene anlocken konnte.
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