Hallo,
vorneweg: Long Canes ist eine hochintensive Kultur. Himbeeren in Töpfe setzen und jeden Tag gießen funktioniert nicht. Je kleiner der Topf desto höher sind die Anforderungen. Die Anzucht der Tragruten stellt höhere Anforderungen, da die Bewässerung und Düngung an die Pflanzenentwicklung angepasst werden muss und das Pflanzenvolumen täglich zunimmt. Aber auch das Erntejahr verlangt optimale Versorgung.
Das fängt an beim Substrat, Torf gemischt mit Kokos. Je höher der Kokosanteil desto weniger Phytophtera Probleme und besseres Wachstum aber desto mehr Bewässerungsgaben am Tag sind nötig. Bei viel Kokos können das im Sommer schon mal 10-12 Gaben am Tag sein. Bei reinem Torf (geht nur mit Sodentorf da der Frästorf zu stark vernässt) kann man mit 4 auskommen. Diese Dosierung geht nur über Computer. Natürlich wird kein reines Wasser gegeben, sondern nur mit Nährstoffen vorher Angereichertes.
Die Jungpflanzen werden aus Minipflanzen angezogen. im April ausgepflanzt in 1,8 l Töpfe erreichen diese bis Oktober 1,8m. Im nächsten Jahr werden diese dann in 10 l Töpfe umgepflanzt und bringen bei optimaler Kultur 700-1000gr Ernte. Bei nur kleinen Fehlern (falscher EC-Wert, zu viel zu wenig Wasser etc. auch über kurze Zeit) auch mal nur 200gr.
Dieses 2. Jahr, Fruchtproduktion, mache ich seit einigen Jahren, die Anzucht überlasse ich Spezialbetrieben, obwohl die Ruten richtig Geld kosten.
Im 10 l Topf kann ich mir die Anzucht evtl vorstellen, da hier die Mehr-Substratmenge, hilft, aber nur mit automatischer Bewässerung und evtl. Lanzeitdünger. Solche Ruten mit 700gr Ertrag kann man nur mit voll Power ( dh soviel die Pflanzen umsetzen können, produzieren. Manche sprechen hier von Überdüngung) Und man muss die Ruten auch überwintern, ab -5 Grad wirds im Freiland eng.
Das ist das was mir gerade mal einfällt, bei Bedarf gerne mehr.
Gruß hml