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Autor Thema: Dürrfleckenkrankheit (Alternaria) Kartoffeln  (Gelesen 713 mal)

emil_2810

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Dürrfleckenkrankheit (Alternaria) Kartoffeln
« am: 16. Juni 2020, 20:00:33 »

Hi,

habe dieses Jahr mal einige neue Kartoffelsorten ausprobiert (im Pflanzgarten, Boden ist relativ gut) und leider ist eine derer, die Kerkauer Kipfler, momentan sehr von der Dürrfleckenkrankheit (definitiv!) befallen. Bei den anderen Sorten, direkt daneben, kann ich wenn nur sehr wenig hier und da erkennen, aber die Kipfler haben seit Ende Mai sehr stark damit zu tun. Ich habe schon versucht durch entfernen der befallenen Blätter etwas Kontrolle darüber zu bekommen, aber durch das Wetter momentan wächst Alternaria verdammt gut - leider. Wenn das so weiter geht wie aktuell hätte ich bis zum Juli keine Blätter mehr dran. Die Kipfler sollten aber noch bis August stehen.

So nun zum eigentlichen: Hat irgendwer einen guten Rat, wie ich weiter damit umgehe? Ich hatte es eigentlich nicht vor (!), aber zur Not würde ich auch irgend ein Antipilz Mittel verwenden.

Wer kann mir einen Rat geben oder aus eigener Erfahrung berichten?

Beste Grüße 
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Daniel - reloaded

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Re: Dürrfleckenkrankheit (Alternaria) Kartoffeln
« Antwort #1 am: 16. Juni 2020, 20:07:28 »

Im Profibereich kann man u.a. Difenoconazol und Azoxystrobin und auch Kontaktwirkstoffe gegen Krautfäule haben eine Nebenwirkung (vorbeugend!) gegen Alternaria.
Im Kleingarten wäre Difenoconazol in Duaxo, Azoxystrobin in Ortiva, Gemüse-Pilzfrei Saprol und diversen anderen Präparaten enthalten, als Kontaktwirkstoff bliebe Metiram im Polyram.
Ob davon im Kleingarten etwas in Kartoffeln zugelassen ist (außer Polyram) müsste man nachlesen.
Brauchbare Alternativen zu Fungizide Fällen mir gerade nicht ein.

P.S.: Ich habe nachgeguckt, anwendbar wären im Kleingarten Azoxystrobin im Ortiva oder eben Metiram im Polyram.
Duaxo hat leider keine Zulassung in Kartoffeln im Kleingarten.
« Letzte Änderung: 16. Juni 2020, 20:12:41 von Daniel - reloaded »
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danielv8

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Re: Dürrfleckenkrankheit (Alternaria) Kartoffeln
« Antwort #2 am: 16. Juni 2020, 20:58:50 »

Bei uns ist dieses Jahr noch das Laub der Kartoffeln (ca. 20 Sorten) noch erstaunlich gesund .
Das würde zu den Informationen zu Alternativ passen , das sie im Gegensatz zu Phytophthora infestans verstärkt bei heißen und trockenen Wetterlagen auftritt .
Bisher gab es nur wenig "Sommertage" und kaum bzw. noch keinen (?) Hitzetag .
Ich habe im Mai mehrmals Wasser zwischen die Dämme laufen lassen .
Trockenstress hatten sie noch nicht.

Ich hatte vor ein paar Jahren Mal dazu einen Link zu einem Versuchsanbau mit und ohne PSM-Einsatz .
Der Mehrertrag bzw. Ertrag an vermarktungsfähiger Ware war mit PSM nur 1- 3% höher als ohne PSM- Einsatz.
Also für Kleingarten nicht so relevant.
Aber vielleicht gibt es dazu neue Erkenntnisse.
Vermutlich ist das Zusammentreffen von Trockenstress , Virenlast und Kulturbedingungen entscheidender , wobei die Alternaria als Symptom besser wahrnehmbar ist.
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emil_2810

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Re: Dürrfleckenkrankheit (Alternaria) Kartoffeln
« Antwort #3 am: 16. Juni 2020, 23:43:29 »

@Daniel - reloaded
Danke für den kleinen Fungizid Exkurs. Habe mich da auch mal eingelesen. Ortiva wäre dann ein Versuch wert.
Ich beobachte aber erst nochmal ein paar Tage weiter und behalte es mal in der Hinterhand.

@danielv8
Ich habe dieses Jahr "nur" 6 Sorten. Ende Mai/Anfang Juni waren schon ein paar sehr sonnige Tage und gut warm. Vor allem die Belle de Fontenay hat da schnell schlapp gemacht. Die meisten haben da auch ihre Blüten eingebüßt (ja, ich hätte noch etwa besser bewässern können). Dem Rest hat man es fast gar nicht angemerkt. Aber die Kipfler sind eben seit dem befallen. Und die Feuchtigkeit mit der Wärme ist nun ja optimal. Die restlichen Sorten haben aber nur hier und da mal ein Blatt damit. Die Jahre zuvor ist Alternaria nie groß aufgetreten. Evtl sind die Kipfler da in Kombination mit dem Wetter einfach echt empfindlich.

Wenn die Pflanze aber ohne Behandlung durch den Pilz langsam abstirbt bevor die Kartoffeln soweit sind, was dann? Ich habe mal gelesen man könne das Kraut dann entfernen und die Kartoffeln einfach weiter im Boden lassen bis zum "richtigen" Zeitpunkt. Geht das so? Oder sind die Kartoffeln selbst dann noch durch den Pilz gefährdet?
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thuja thujon

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Re: Dürrfleckenkrankheit (Alternaria) Kartoffeln
« Antwort #4 am: 17. Juni 2020, 13:59:10 »

Wichtigste Regel bei Fungiziden ist, das sie nur wirken können, wenn sie zum richtigen Zeitpunkt angewendet werden.

Ortiva ist zwar prinzipiell wirksam, auch wenn es schon länger Resistenzen gibt. Es sollte aber auf keinen Fall gespritzt werden, wenn schon starker Befall vorhanden ist. Nicht nur wegen des dann nur sehr geringen Nutzens bei zu späten Behandlungen, sondern auch um keine resistenten Pilzstämme zu züchten. Die Meinungen darüber, was starker Befall ist, gehen zwischen Profi (`Pflanzenschutzarzt´) und Hobbygärtner weit auseinander. Wenn bei dir schon Pflanzenteile wie Blüte absterben, ist dem Patient eigentlich nicht mehr geholfen, da kommt sämtliche Hilfe auf Basis von Fungiziden zu spät, das Werkzeug ist hier stumpf.
Ich gehe davon aus das bei deinen Kartoffeln und der derzeitigen Verfügbarkeit wirksamer Mittel im HuK unterm Strich der Drops gelutscht ist. Man könnte höchstens noch mit Pelargonsäure das Kraut totspritzen um Knollenbefall, auch mit Knollenfäule, zu vermeiden. Hätte aber nur den Vorteil das du die Knollen noch 2 Wochen im Boden lassen kannst, damit die Schale fester wird. Evtl muss auch nachbehandelt werden, aber ich würde mir das Geld für die Pelargonsäurebehandlungen sparen und nicht in ein lahmes Pferd investieren.
Nennenswerter Substanzaufbau wird es nicht mehr geben wenn der Blattapparat versagt, auch mit Alternariabehandlung. Wenn die Blüte schon durch ist, wird auch kein neues, evtl gesundes Kraut mehr wachsen.

Hört sich jetzt alles mies an, aber die Fungizidsaison bei Kartoffeln war vor ein paar Wochen.
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