Die Erwerbsfläche (Feld, Verkaufsfläche) für die Rosen lasse ich jetzt mal raus. Ansonsten bewirtschaften wir 900 m² für Gemüse (wird jedes Jahr etwas gesteigert). 3000 m² sind für die Milchschafe (3 reichen da, sie brauchen keine größere Herde) und die Hühner (30). Eier kaufen wir nie. In der Mauser greife ich auf die eingelegten Eier und die durch Wasserglas haltbar gemachten zurück. Da wir Wintergemüse bauen, kommen wir ohne Zukaufen gut durchs Jahr. Die Sommerernte wird milchsauer eingelegt, vieles auch eingekocht, darunter auch Fertigkonserven wie Suppe, Ragouts, gefüllte Gemüse usw. Einfrieren mögen wir nicht. Das Einkochen bewerkstelligen wir auf einem Hocker-Gasbrenner in der Sommerküche, also extrem kostengünstig. Trocknen ist auch wichtig und betrifft nicht nur die Pilze, die ich vom Frühjahr bis in den Spätherbst sammele. Die Hühner essen wir nicht, sie haben alle Namen und sind uns so lieb wie unsere Hunde. Gleiches gilt für die Schafe, auch Schoß- und später Kuschellieblinge. Vielmehr kommt das Fleisch aus der Jagd; ich bin Jagdaufseherin. Da ich mich mit der Haltung von Bienen nicht anfreunden kann, sind wir seit 3 Jahren auf die Zuckerrüben gekommen. Mit ca. 60 Rüben ist unser Familienverbrauch an Zucker gut gedeckt. Zuckerrüben schmecken als Gemüse und es ist leicht, daraus Sirup zu machen und bis zur Kristallisation weiter einzukochen - zum Schluss kann man auch zentrifugieren. Auch dies ist mit Gas (Flaschengas) sehr günstig und führt im Ergebnis zu Zucker, der rieselfähig ist aber nicht den industriellen Reinigungsprozessen unterworfen wurde. Auf dem Nachbarhof füttern wir ein Schwein mit hoch, das mit Auslauf auf der Wiese und Kameraden beinahe 2 Jahre ein gutes Leben führt. Wir machen daraus Schinken, Pökelfleisch und Wurst und freuen uns über das viele Schmalz, was den Fettbedarf neben der Schafbutter und dem Kürbisöl decken hilft. Schmalz ist auch wichtig für unsere Salben aus Heilpflanzen. Da stellen wir nicht nur Hautpflegemittel her, sondern auch Hustensaft, Tinkturen und Auszüge für Krankheiten und Zipperlein aller Art - spart enorm Geld. Meine Großmutter war Ortshebamme und hat mich auf all ihren Garten- und Kräutertouren mitgenommen. Schließlich, fast vergessen, noch unsere Obstbäume und Beerensträucher. Hülsenfrüchte reichen auch über das Jahr und auch der Mais, den wir geschwisterlich mit den Hühnern teilen.
Was kaufen wir an Nahrungsmitteln zu?: Kaffee (für GG und Sohn), Schokolade (für GG), Fische, affinierte Käse aus nicht industrieller Produktion, Wein, Obstbrände, Vollkornmehle aller Art (Brot backen wir selbst mit Hilfe von mittlerweile 11 Sorten Anstellteig), Tee, Südfrüchte (bestimmt was vergessen, aber Butter und Frischkäse machen wir selbst).
Aus der eigenen Wirtschaft stammt auch die Wolle, die ich nach verschiedenen Waschprozessen selbst fein verspinne. Da mische ich zugekaufte Seide, Yak u.v.a.m. ein und verstricke und verhäkele das im Winter. Pullover und Co. kaufen wir von daher auch nur selten.
Bestimmt habe ich vieles vergessen bei der Auflistung. Bei alledem und der Teil-Subsistenz ist selbstverständlich wichtig, dass der durch unser Gesellschaftssystem aufoktroyierte Gelderwerb nur dann mit zumindest erheblicher Selbstversorgung koordinierbar ist, wenn Gelderwerb und Selbstversorgung an einem Ort stattfinden. Da zähle ich uns zu den Glücklichen, die nicht so entfremdet leben müssen, wie ich selbst dereinst in der Stadt.