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News: Im Abschied ist die Geburt der Erinnerung. (Salvador Dali)
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24. September 2020, 02:30:39
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|5|1|Zieh doch einfach ins Flachland, da machen einem Berge keine Sorgen. :D (Wühlmaus)

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Autor Thema: Gurkenmehltau  (Gelesen 2346 mal)

Zuccalmaglio

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Gurkenmehltau
« am: 21. Juli 2020, 21:51:07 »

Ich kenne das mit den Gurken ja schon einige Jahre. Aber dieses Jahr ist es besonders schlimm. Sonst habe ich wenigstens bis Anfang/Mitte August noch so gesunde Pflanzen, die bis dahin auch reichlich Früchte lieferten.
Dieses Jahr kann ich Sonja und Aikito schon morgen roden. Bei beiden lediglich bisher eine kleine Minigurke. Dann kam der Mehltau...
Die Aikito ist schon nach auflaufen nicht gut gewachsen- Immer schwächlich.

Einigermaßen gesund ist eine gekauft veedelte Schlangengurke mit bisher 4 Früchten. Aber auch da fängt es langsam an.

Weiß jemand, ob es bald züchterich gegen Mehltau verbesserte Sorten gibt? Wie sind eure Erfahrungen?
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KaVa

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Re: Gurkenmehltau
« Antwort #1 am: 21. Juli 2020, 22:31:56 »

Bei Einlegegurken habe ich gute Erfahrungen mit  der Sorte Restina gemacht. Bei Schlangengurken habe ich bisher leider keine vergleichbare Sorte gefunden.
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Zuccalmaglio

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Re: Gurkenmehltau
« Antwort #2 am: 22. Juli 2020, 11:54:47 »

Das mit guter Resitenz bei den kleinen Einlegegurken habe ich auch schon woanders gelesen. Aber ich würde mir mittelgroße oder von mir aus auch große Salatgurken mit entsprechender Resitenz/Toleranz wünschen.
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thuja thujon

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Re: Gurkenmehltau
« Antwort #3 am: 22. Juli 2020, 13:15:46 »

Gegen echten Mehltau gibts mittlerweile resistente oder robuste Sorten. Gegen falschen Mehltau resistente Sorten gibts leider noch nicht. Manche Sorten sind etwas weniger anfällig als andere. Hier sieht man die Unterschiede derzeit ganz gut. Ich kann mal Fotos machen von rund einem Dutzend verschiedenen Sorten mit den unterschiedlichen Befallsgraden an falschem Mehltau.

Was leider eine wesentliche Rolle spielt ist wie man die Gurken anbaut. Also die Kulturführung, Schnitt, Bewässerung usw. Da scheiden sich oft schon die Geister und Sortenunterschiede bei der Resistenz/Toleranz kommen evtl garnicht zum tragen.

Nach den Regeln des integrierten Pflanzenschutzes sind jedenfalls nicht nur die Sortenwahl, sondern auch Anbausysteme der fundamentale Baustein einer jeden Pflanzenschutzstrategie. Das kann für einen Hobbygärtner bei Gurken auch bedeuten, das er einen kompletten Euro für ein einziges Samenkorn ausgeben muss und evtl alle 2-3 Tage neben der Ernte was an den Gurken zu arbeiten hat. Wem das zu viel ist, der sollte auch nicht zuu viel über resistente Sorten grübeln.
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Zuccalmaglio

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Re: Gurkenmehltau
« Antwort #4 am: 22. Juli 2020, 22:52:31 »

Der einzige Unterschied in der Kulturführung zu den Vorjahren (außer dem natürlich unterschiedlichen Wetter) war die etwas verspätete Auspflanzung der selbst angesäten Jungpflanzen in der letzten Maiwoche . In den Jahren zuvor immer in der ersten Maiwoche. Ich erziehe zweitriebig auf einem Metallgitter welches ca.
20 cm über dem Erdboden liegt. Darüber hinaus aufkommende Triebe werden abgeschnitten. Bei Trockenheit wird alle 2 Tage mit tageswarmem Wasser gegossen . Der Wurzelbereich ist bei den Pflanzen auf ca. 40 x 40 x 5 cm mit Streu verschiedener abgestorbener Pflanzen als Schutz vor Austrocknung abgedeckt.

Das Saatgut der Aikito war im übrigen sehr teuer. Macht aber den schlechtesten Eindruck.
« Letzte Änderung: 22. Juli 2020, 22:54:14 von Zuccalmaglio »
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555Nase

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Re: Gurkenmehltau
« Antwort #5 am: 23. Juli 2020, 03:45:06 »

Wie machen das denn die Gurkenbauern im Spreewald, wo die sauren Gurken hektarweise angebaut werden ?

https://gutes-spreewald.de/spreewaelder-gurken/wie-und-wo-die-gurke-waechst/
« Letzte Änderung: 23. Juli 2020, 03:47:26 von 555Nase »
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Re: Gurkenmehltau
« Antwort #6 am: 23. Juli 2020, 08:02:01 »

Ich habe diese Jahr 2 Sorten angepflanzt. Vorgebirgstraube und Philadelfia. Die Vorgebirgstraube sieht schlimm aus, viel Mehltau und dann noch Hagel. Da stehen nur noch Stengel. Die Philadelfia ist fast ohne Mehltau und sieht noch gut aus. :)
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KaVa

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Re: Gurkenmehltau
« Antwort #7 am: 23. Juli 2020, 08:32:08 »

Wie machen das denn die Gurkenbauern im Spreewald, wo die sauren Gurken hektarweise angebaut werden ?

https://gutes-spreewald.de/spreewaelder-gurken/wie-und-wo-die-gurke-waechst/

Die Gurken werden gespritzt. Und das wollten wir doch nicht im privaten Gemüsegarten.  ;)
Auf den Feldern wachsen auch nur Einlegegurken. Salatgurken für den Handel kommen wohl ausschließlich aus Gewächshäusern.
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Zuccalmaglio

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Re: Gurkenmehltau
« Antwort #8 am: 23. Juli 2020, 09:03:44 »

Wie machen die das denn mit Salatgurken und falschem Mehltau im Bioprofianbau? Mit was behandeln die ggfls.? Kann jemand über Erfahrungen mit falschem Mehltau bei Salatgurken unter Glas oder Folie berichten? 
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thuja thujon

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Re: Gurkenmehltau
« Antwort #9 am: 23. Juli 2020, 12:53:40 »

Der Hauptanteil der Strategie gegen den falschen Mehltau ist die Klimasteuerung im Gewächshaus. Wenn Taubildung nicht zu verhindern ist, wird bei den Bios zB. Kupfer gespritzt. Regelmäßig zur Vorbeugung kommen auch Biostimulanzien zum Einsatz.

20 cm über dem Erdboden liegt. Darüber hinaus aufkommende Triebe werden abgeschnitten.
...
Das Saatgut der Aikito war im übrigen sehr teuer. Macht aber den schlechtesten Eindruck.
Ich weiß nicht für welches Anbausystem die Akito gezüchtet wurde, aber viele Gurkensorten haben Probleme damit, wenn sich im Laufe der Kultur die Gurkenproduktion vom Haupttrieb auf die Seitentriebe verlagert. Deshalb ziehe ich nur Eintriebig und pinziere je nach Wetter die Seitentriebe auf 1 oder 2 Blatt. Wenn der Wetterbericht sagt die nächsten 2-3 Tage bewölkt bleibt 1 Blatt, bei sonnigem Wetter auch mal 2. So werden die Pflanzen nicht überlastet und bleiben eher vital.
Im Freiland ist trotzdem Schutz vor falschem Mehltau nötig, da helfen Kaliumphosphonat haltige Blattdünger. Den dürfen die Bios seit ein paar Jahren aber nicht mehr nutzen.

Zu Gurkenanbau im Folientunnel oder nicht professionellen Gewächshäusern kann ich nichts sagen. Sowas mache ich nicht, UV-Licht bzw direkte Sonne muss sein, sonst kann ichs auch im Laden  kaufen.
« Letzte Änderung: 23. Juli 2020, 12:55:51 von thuja thujon »
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Re: Gurkenmehltau
« Antwort #10 am: 23. Juli 2020, 13:05:08 »

Hat jemand Erfahrung mit der Milch gegen Mehltau Methode?

Mein Ei des Drachen schwächelt arg, hat bisher immerhin drei Gurken produziert, aber ich hätte schon auf mehr gehofft.  :-\

Werde wohl mal die Milchmethode ausprobieren, obwohl ich bei solchen Hausmitteln meist wenig Hoffnung habe.
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thuja thujon

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Re: Gurkenmehltau
« Antwort #11 am: 23. Juli 2020, 13:10:02 »

Milch hilft gegen echten Mehltau, zumindest bei Anfangsbefall wenn er noch nicht so heftig ist. Besser wirksam ist Bullrich Salz (Drogeriemarkt) oder Kalium(hydrogen)carbonat (Internet) mit einem Netzmittel zum spreiten.
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cydorian

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Re: Gurkenmehltau
« Antwort #12 am: 23. Juli 2020, 14:31:23 »

Falscher Mehltau ist ein Dauerthema, siehe auch hier: https://forum.garten-pur.de/index.php/topic,59194.0.html
Mittlerweile gibts bei Einlegegurken immer bessere Peronospora-tolerante Sorten bei Einlegegurken. Auch bei Salatgurken kommt was in Gang. "Loustik" ist z.B. ein bisschen besser, da sind aber noch bessere Sachen in der Pipeline.

Klimakontrolle im Gewächshaus ist nur was für Grossbetriebe. Bereits die uns möglichen einfachen Massnahmen bezüglich Luftfeuchte haben andere üble Nebenffekte, zum Beipiel Spinnmilbenbefall. Schön trocken und noch schöner für die Spinnmilben...
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thuja thujon

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Re: Gurkenmehltau
« Antwort #13 am: 23. Juli 2020, 15:59:41 »

Habe gerade mal nach der Loustik geschaut, weil wäre ja eine schöne Nachricht.

De Ruiter schreibt sie hat eine Px, das wäre echter Mehltau, und leider nur als IR und nicht als HR, also weiterhin Schäden möglich.
https://www.deruiterseeds.com/de-de/products.html/gurke/loustik

Abkürzungsleitfaden:
https://www.seminis.de/abkurzungsleitfaden-fur-krankheitsresistenzen/?whg_rsrc=seminis.de

Die Einlegegurke Diamant, hochtolerant gegen falschen Mehltau, ich konnte da keinen relevanten Unterschied zur direkt benachbarten Vorgebirgstrauben ohne die Toleranz ausmachen. Beide waren innerhalb von 5 Tagen nach ersten Flecken rodereif. Vielleicht sind hier die Resistenzen, falls vorhanden, schon längst wieder durchbrochen.
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cydorian

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Re: Gurkenmehltau
« Antwort #14 am: 23. Juli 2020, 17:32:21 »

Diamant war eine der frühen Einlegegurken-Sorten, da gibts mittlerweile Besseres. Zircon etwa. Loustik ist nicht resistent (es gibt wie gesagt noch keine falscher Mehltau resistenten Salatgurken), aber bereits etwas weniger anfällig.
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