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News: Hinter den Zäunen schwingt sich das Unkraut zum Schmuck der wüsten Ecken auf. (anonymes Zitat)
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News: Hinter den Zäunen schwingt sich das Unkraut zum Schmuck der wüsten Ecken auf. (anonymes Zitat)

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|20|8|Pessimisten sind Menschen, die sich über den Lärm beklagen, wenn das Glück bei ihnen anklopft. (Unbekannt)

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Autor Thema: making off:Landschaft mit Sternenhimmel  (Gelesen 6345 mal)

lonicera 66

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making off:Landschaft mit Sternenhimmel
« am: 17. Oktober 2012, 03:37:11 »

Gerne erkläre ich die Aufnahmetechniken, die ich für solche Aufnahmen verwende.

Es ist zwar etwas techniklastik, aber es kann ja nicht schaden, auch mal darüber etwas zu erfahren.

Inwieweit die Bildergebnisse der Natur, oder unserer Sichtweise entsprechen, hängt von der Bildbearbeitung und dem persönlichen Geschmack ab.

Sternenhimmel:

Ich bin in einem anderen Forum auf diese Verfahrensweise gestoßen und habe sie sofort ausprobiert.

http://www.photonenfalle.ch/?page_id=161


Um den Sternenhimmel besser sichtbar zu machen, braucht man eine lange Belichtungszeit.
Da ich aber keine Nachführung besitze, mache ich mehrere Aufnahmen hintereinander, die ich dann hiermit
http://www.fitswork.de/software/softw_en.php
zu einem Bild verrechnen lasse.

Es hat sich herausgestellt, dass es eine bessere Bildqualität ergibt, wenn die einzelnen RAWs vor dem Stacken im Konverter entrauscht werden.
Die Kamerainterne Rauschunterdrückung ist meist kontraproduktiv.

Gestackt werden, in der Regel zwischen 20 und 60 Aufnahmen (Lightframes), je nachdem, wieviele Sterne sichtbar werden sollen.

(eigentlich weden die Sterne nicht besser sichtbar, das erscheint so, weil sich das Bildrauschen durch das Addieren mehrerer Bilder minimiert)

Einzelaufnahme:

Himmel einzel.jpg


20 Bilder, gestackt in Fitswork:

Himmel Fits_5.jpg


Bei Aufnhamen der Milchstrasse wird der Unterschied sehr deutlich sichtbar, selbst bei Lichtverschmutzung kommt ein schönes Sternenband heraus.


August Royberg Milch


Die oft genannten "Darkframes" (Dunkelbild>Aufnahme mit Deckel auf der Linse) sind nicht notwendig, man nutzt sie jedoch bei Aufnahmen durch das Teleskop.

Kameraeinstellungen:

M
ISO 800-3200
Belichtungszeit: 18mm-15sek. bei f3,5
  16mm-20sek. bei f2,8
  10mm-30sek. bei f4
(je nach Objektiv muß die Bel.Zeit angepasst werden, da sonst strichförmige Sterne entstehen)
Offenblende, im Idealfall f2 - 2,8 (f4 ist auch noch brauchbar, benötigt dann aber mind. 30 Lightframes)
Interne Rauschunterdrückung:Aus
Messmodus: Mehrfeld
AF:Aus, manuell auf unendlich
WB: bei Pentax: Leuchtstoffröhre>kalt gab die natürlichste Farbwiedergabe, da Lichtverschmutzung von Städten das Bild oft orange aussehen lässt.

Eine Karte für Orte mit wenig Lichtverschmutzung in Europa:http://www.astroshop.de/beratung/astrowissen/tipps-und-tricks/der-optimale-standort--lichtverschmutzung-/c,8749

3 Tage Astrowetter (Wolkendichte) :
http://www.meteoblue.com/de_DE/wetter/vorhersage/tab/hanstedt_de_53247/b/6


Vordergrund Landschaft


Damit auch der Vordergrund ansprechend wird, kann man auch hier mehrere Aufnahmen machen, die sich in FITSWORK stacken lassen. Dadurch wird das Bildrauschen reduziert und Details werden auch hier besser sichtbar.
Einzelaufnahme:

VG-HDR einzel.jpg


HDR:

VG HDR Zeilbild.jpg



Alternativ können auch Belichtungsreihen und ein HDR erstellt werden.
Hier zwei HDR Programme, die ich gerne nutze:


Hat man Sternenhimmel und Vordergrund bis hierhin bearbeitet (und nicht die Geduld verloren) können beide Bilder mittels Masken mit einem beliebigen Programm zusammengefügt werden.

Je klarer sich die Horizontlinie vom Himmel abhebt im Vordergrundbild, desto einfacher ist das ausmaskieren. (Gebirgsketten bieten sich besonders an)
Ich behelfe mir auch gerne damit, dass ich wolkenformationen mit ins Bild nehme, da mittels Weichzeichner das zusammenfügen einfacher sein kann.

Es wird viel getestet und ausprobiert, um an optimale Ergebnisse zu kommen.
Interessant wäre hier noch ein Thread in einem Nachbarforum:
http://www.dslr-forum.de/showthread.php?t=591096

Es ist zwar viel Arbeit, bis man ein fertiges Bild bekommt, jedoch finde ich die Ergebnisse immer wieder beachtenswert.

Viel Spass beim Stacken... :)



Edit: Typo
Thomas
« Letzte Änderung: 05. März 2013, 16:20:21 von lonicera66 »
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liebe Grüße
Loni


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Auch wenn ich bald 60 werde... Du kannst trotzdem auf meine Schuhe aufpassen, während ich auf der Hüpfburg bin!

Thomas

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Re:making of:Landschaft mit Sternenhimmel
« Antwort #1 am: 17. Oktober 2012, 10:06:33 »

Vielen Dank, lonicera!

Das ist ja eine super Anleitung :D .

Da will ich mich mal dranmachen.

Liebe Grüße
Thomas
« Letzte Änderung: 17. Oktober 2012, 10:06:43 von Thomas »
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Re:making off:Landschaft mit Sternenhimmel
« Antwort #2 am: 30. Dezember 2013, 00:51:19 »

Hat lange gedauert, aber heute hatte ich mal Zeit dafür.

Lange Fruststrecke: Fitswork läuft nicht auf Mac. Also alternative Mac-Software gesucht und ausprobiert. Kein auch nur annähernd befriedigendes Ergebnis, was Freeware betrifft (oder zumindest kostenlose, aber intuitive Demoversion).

Alten PC mobilisiert, ins Netz gebracht, Fitswork installiert und damit rumprobiert. - Mir ist vollkommen unklar, wie man damit mehrere Dateien 'zu einem Bild verrechnen' lassen kann. Habe Tiffs und Jpegs auf dem Mac vorbereitet (entrauscht) und damit probiert. Nix geht: Entweder sind die Optionen ausgegraut, oder die Software meckert: 'out of memory'.

Die Hilfe ist unbrauchbar bzw. nicht verfügbar, dafür müsste man sich bei freenet anmelden.

Hilfreiche Tipps?

Späte Grüße
Thomas
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birgit.s

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Re:making off:Landschaft mit Sternenhimmel
« Antwort #3 am: 30. Dezember 2013, 09:38:32 »

Kennst Du die Anleitungen in dem kostenlosen PDF 'Anleitung für die Nachtfotografie' von Antonius Hilgers?

Hier wird erklärt wie Du an das PDF kommst. Nach dieser Anleitung wollte ich es auch mal probieren, wenn ich mal wieder Zeit habe ???

Liebe Grüße

Birgit
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"Erst wenn es zu spät ist, lernen wir, dass das Wertvollste der flüchtige Augenblick ist" (Francois Mitterand)

Traue keinem Bild welches Du nicht selbst bearbeitet hast.

Thomas

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Re:making off:Landschaft mit Sternenhimmel
« Antwort #4 am: 30. Dezember 2013, 10:21:36 »

Vielen Dank, Birgit!

Das klingt gut. Ich habe um einen Downloadlink gebeten.

Ich werde berichten.

Liebe Grüße
Thomas
« Letzte Änderung: 30. Dezember 2013, 10:21:48 von Thomas »
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Re:making off:Landschaft mit Sternenhimmel
« Antwort #5 am: 30. Dezember 2013, 18:05:37 »

Update:

Habe jetzt eine Bedienungsanleitung zu Fitswork aufgetrieben, in der der Verfasser / Programmierer voll des Lobes über sich selbst ist, die aber in der Sache für mich nicht besonders erhellend ist.

Damit ist es mir immerhin gelungen, zwei (und mit Wiederholung auch mehrere) Fotos zu addieren. Die resultierenden Summenbilder sind leider erheblich unschärfer als die Ausgangsbilder (trotz Markierens von zwei deutlich auseinanderliegenden Sternen in beiden Bildern).

Hoffentlich schickt Hilgers bald seine Anleitung, und hoffentlich ist die brauchbarer.

 :P

Liebe Grüße
Thomas


Edit - Nachtrag:
Habe gerade gesehen, dass auf der Site photonenfalle recht detailliert eine andere Vorgehensweise mit Fitswork beschrieben wird. Das wird dann mein nächster Versuch ...
« Letzte Änderung: 30. Dezember 2013, 18:19:29 von Thomas »
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Re:making off:Landschaft mit Sternenhimmel
« Antwort #6 am: 31. Dezember 2013, 14:06:46 »

Die Anleitung von Hilgers habe ich jetzt auch, allerdings noch nicht gelesen.

Aber eine wesentliche Erkenntnis habe ich beim Herumlesen verschiedener Beiträge im Internet zu Fitswork gewonnen: Es reicht absolut nicht, nur zwei Sterne auf den zu stackenden Fotos zu markieren. Wenn man nicht exakt nach Norden oder Süden fotografiert, kommen sehr komplexe Relativbewegungen der Sterne zustande, die sich zudem noch in den verschiedenen Bildpartien unterschiedlich darstellen. D.h. man soll deutlich mehr Sterne markieren.

Ich habe es hier in einer kleinen Serie von 8 Fotos (je 20 Sek. Belichtungszeit) mal mit 7 markierten Sternen versucht. Das Ergebnis erweckt den Eindruck, dass ich anscheinend auf dem richtigen Weg bin, aber die Sterne haben immer noch zu viel vom Wharp-Effekt ;)

Möglicherweise sind auch die Ausgangsfotos subotimal.



*klick*


 :P
Thomas
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Re:making off:Landschaft mit Sternenhimmel
« Antwort #7 am: 02. Januar 2014, 17:43:28 »

Hilgers Anleitung hat einen z.T. etwas saloppen Sprachstil, scheint mir insgesamt aber ziemlich gut.

Hilgers bestätigt jedenfalls, dass man in Fitsworks sehr viele Sterne markieren muss, er spricht von 15 bis 20, oder aber alternativ die zu stackenden Bilder erstmal mit der Software Hugin in der Lage zueinander anpassen sollte.

Alles in allem stellt sich das Thema als deutlich komplexer heraus, als Loni's erste Anleitung mich vermuten ließ ;)

Liebe Grüße
Thomas

... der jetzt auf eine sternenklare Nacht wartet.
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lonicera 66

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Re: making off:Landschaft mit Sternenhimmel
« Antwort #8 am: 27. September 2020, 15:51:40 »

Wenn auch schon lange nichts geschrieben wurde, möchte ich noch etwas hinzufügen:



Warp Effekt:

Kann auch vom Objektiv kommen, je weitwinkliger, desto mehr Verzerrung zu den Bildecken hin.

Bekommt man in den Griff, wenn man die Bilder vor dem Stacken (als Serie) leicht entzerrt (Lightroom ist da sehr gut)

Auch ein gutes Stativ hilft da sehr, minimale Verwacklungen zwischen den Aufnahmen können auch Verzerrungen produzieren.



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liebe Grüße
Loni


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