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News: Sommer ist die Zeit, in der es zu heiß ist, um das zu tun, wozu es im Winter zu kalt war. (Mark Twain)
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15. August 2022, 23:04:30
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Autor Thema: Apfel: die beste Renette  (Gelesen 3608 mal)

JörgHSK

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Re: Apfel: die beste Renette
« Antwort #30 am: 06. August 2022, 14:09:38 »

Hallo!
Ich hoffe, es ist in Ordnung, wenn ich in diesem Thema noch etwas schreibe, da meine Fragen gut hier hineinpassen.

Es wurde hier viel über graue Renetten geschrieben. Ich würde auch gerne solch einen Baum pflanzen und hatte zuerst an den Schönen von Boskoop gedacht, doch er scheint etwas anfällig für Wärme und Trockenheit zu sein. Da man den Boskoop überall bekommt, wäre es vielleicht sinnvoller, etwas anderes zu pflanzen. Auf jeden Fall soll es eine eher säuerliche Renette sein, gut geeignet zum Kochen und Backen, süße Äpfel kann ich auf dem Wochenmarkt zu Genüge kaufen.

Damason Renette und (Große) Kasseler Renette scheinen etwas toleranter gegenüber Wärme und Trockenheit zu sein und zu letzterer hatte ich häufig von sehr großer Fruchtbarkeit gelesen. Inwiefern unterscheiden diese sich voneinander im Geschmack und wie sind sie geschmacklich gegenüber dem Boskoop einzuordnen? Sind sie weniger würzig aromatisch?

Oder habt ihr eine andere Empfehlung für mich? Zabergäurenette und Coulons Renette sollen süßer und weniger gut lagerfähig als der Boskoop sein und würden wohl eher ausscheiden. Vielleicht Kanadarenette oder Osnabrücker Renette? Ist die Osnabrücker Renette sehr anspruchsvoll bzw. problematisch bei Wärme und Trockenheit? Diese soll ja einen der besten (grauen) Renetten sein, was ich hier so lese. Ich meine, wir haben hier im Münsterland kein Klima wie in Baden-Württemberg, aber die Sommer werden schon wärmer, trockener und sonniger als früher.

Gruß!
René

Damasonrenette ist recht fruchtbar, sowie Zabergäu und Coulons Renette denke ich, alle drei sind noch relativ verbreitet auf alten Streuobstwiesen im Hochsauerlandkreis. Die Osnabrücker Renette kenne ich auch daher, kann aber zum Geschmack und zur Reife bei wärmerem Klima wenig sagen. Die Kanadarenette ist geschmacklich super, Orleansrenette sollte man auch noch erwähnen.

Grüße aus dem Kreis Soest
Jörg
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cydorian

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Re: Apfel: die beste Renette
« Antwort #31 am: 06. August 2022, 14:55:52 »

Ich will nicht frustrieren, aber die Zeit vieler dieser schönen Sorte ist zu Ende, jedenfalls in immer mehr Gegenden. Orleansrenette kriegt bei mir z.B. massiv Rindenbrand. Buchwissen stimmt auch nicht mehr, es ist alles weit über den Anschlag hinaus unter Stress.
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Bocholter

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Re: Apfel: die beste Renette
« Antwort #32 am: 06. August 2022, 15:10:40 »

Vielen Dank für die Antworten!
Cydorian, würdest du lieber keine Renette mehr pflanzen? Wir im Münsterland haben aber auch kein Badener Klima. Hast du eine andere Sortenempfehlung? Der Gewürzluiken hört sich interessant an, scheint auch etwas wärmeres Klima zu benötigen.
Oder gar keinen Apfel?
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cydorian

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Re: Apfel: die beste Renette
« Antwort #33 am: 06. August 2022, 16:18:03 »

Es ist schwierig, überhaupt Empfehlungen zu geben. Ich habe schon vorher und dann 2018 so richtig erleben müssen, wie selbst mittlere Bäume krepierten, wie das Obst vertrocknet an den Ästen verfaulte bevor sie in einem Herbstwind ausgetrocknet auseinanderbrachen, anschliessend mehr als die halbe übriggebliebene Obstwiese Rindenbrand hatte und ebenso krepierte. Die Mühen der vergangenen Jahre scheinen vollkommen für die Katz gewesen zu sein. Das mit dem kühleren Klima ist trügerisch, das sogenannte kühlere Klima bedeutet oft nur eine Zeitverzögerung. Vorher konnte man solche Berichte vielerorts noch abwinkend als "ist halt so in ein paar warmen Gegenden" lächerlich machen. Aber was 2018 und vorher in unserer Gegend los war, kriegt jetzt 60% des Landes serviert und es sieht nicht danach aus, dass es zu unseren Lebzeiten besser wird.

Ich würde heute nichts mehr pflanzen ohne ständige Bewässerungsmöglichkeit. Was Obst für Privatleute letztlich auf den Haus- und Kleingarten beschränkt, denn die Rechte und Möglichkeiten von Plantagen verweigert man uns. Ferner würde ich bei Äpfeln nichts mehr pflanzen, was rindenbrandanfällig ist. Und dazu gehören leider auch viele Renetten. Ich habe noch nicht ganz aufgegeben, auch bei Renetten nicht, aber ich kämpfe mit Sorten, Weissanstrichen, Hoffnung, es sieht jedoch nach einem verlorenen Posten aus. Orleans, Zabergäu bekommen bei mir Rindenbrand, Damason ist ein Klon der grauen französischen Renette, ich habe keinen Baum aber sie schmeckt sehr gut. Kanada hatte ich, kam nicht klar mit Hitze, Kasseler gelingt bisher, mal sehen ob sie den Sommer überlebt. Alles individuelle Erfahrungen. Was in Büchern steht, kann man aber schlichtweg vergessen. Der Kontext in dem sie sich bewegen existiert nicht mehr.
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Bocholter

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Re: Apfel: die beste Renette
« Antwort #34 am: 06. August 2022, 20:30:04 »

Oh je, das hört sich ja dramatisch an…  :o :( Das sind wohl düstere Aussichten für den Apfelanbau in Deutschland.
Also es soll ja ein Baum für den Hausgarten werden, also eine Bewässerungsmöglichkeit wäre vorhanden. Vielleicht probiere ich es mit der Damason oder Kasseler Renette mal, wenn letztere es bei dir überlebt. Hat dein Baum schon Früchte produziert? Kannst du den Geschmack der Kasseler Renette evtl. beschreiben, geht das in die Boskoop-Richtung oder ist diese nicht ebenbürtig? Kennst du den Gewürzluiken? Der wird auch überall als säuerlich-gewürzt beschrieben, ist natürlich keine graue Renette, aber er könnte in die Boskoop-Richtung gehen.

Gruß
René
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roburdriver

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Re: Apfel: die beste Renette
« Antwort #35 am: 06. August 2022, 21:22:55 »

So dramatisch würde ich das nicht sehen. Man muss mehr auf seinen eigenen Standort schauen. Auf sehr trockenen Standorte eher Richtung Birne und bei Apfel weg von schwachwüchsigen Unterlagen, die Wurzeln zu flach.
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cydorian

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Re: Apfel: die beste Renette
« Antwort #36 am: 06. August 2022, 21:35:44 »

Gewürzluiken, war hier die letzten 50 Jahre der zweithäufigste Apfel, hat aber auch ziemlich abgebaut, wie fast alle. Trockenheit und Rindenbrand setzen ihm zu, neigt zum Absterben grösserer Astpartien in der Krone, wurde früher alt, heute definitiv nicht mehr. Mit Renetten nicht zu vergleichen, ein ganz anderer Stil. Schöne Optik, etwas grobfleischig, wer ihn kennt erkennt auch das spezifische Aroma sofort, wird früh gärig. War ein Universalapfel mit mittlerer Haltbarkeit, hat man gerne versaftet, gebrannt und getrocknet, Tafelapfel nur bis Januar.
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BernerRosenapfel

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Re: Apfel: die beste Renette
« Antwort #37 am: 09. August 2022, 15:14:23 »


Die Damasonrenette habe ich nicht, wohl aber den Grauen Fenchelapfel (Fenouillet Gris), der nach meiner Erinnerung mit der Damasonrenette verwandt sein könnte. Mein Fenchelapfel kommt mit trockenen Sommern bisher sehr gut zurecht - und vielleicht ist es kein Zufall, dass dies auch für andere Sorten gilt, die seit langem in Zentralfrankreich angebaut werden.

Natürlich sind das alles Einzelbeobachtungen, aber erwähnt werden kann auch die Kapuzinerrenette (Reinette des Capucins), über die eine französische Baumschule einmal geschrieben hat: "Wenn Sie nur einen Apfelbaum pflanzen wollen, greifen Sie zur Kapuzinerrenette." Da ist aus meiner Sicht was dran, weil der Apfel wirklich vielseitig verwendbar ist - und sich bisher auch sehr robust zeigt.

Als widerstandsfähig zeigen sich unter meinen Renetten unter anderem auch die Karmeliterrenette, die Muskatrenette, die Biesterfelder Renette und die Aremorikarenette (bemerkenswert, da sie an der Kanalküste beheimatet ist). Dagegen hat die Französische Goldrenette schon etwas zu kämpfen und die Ananasrenette profitiert wohl von einem unbedeutenden Behang in diesem Jahr.

Tja, und meine Goldparmäne schlägt sich allen Verächtern hier im Forum zum Trotz weiterhin wacker.

Gruß
BR
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cydorian

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Re: Apfel: die beste Renette
« Antwort #38 am: 09. August 2022, 16:24:01 »

Tja, und meine Goldparmäne schlägt sich allen Verächtern hier im Forum zum Trotz weiterhin wacker.

Es gibt keine Verächter, nur Leute mit vielen toten Bäumen der Sorte. Da die nicht nur bei mir (ich hatte drei Bäume davon), sondern bei Allen in der Gegend in den letzten Jahren regelrecht vernichtet worden ist, frage ich bei solchen frohen Nachrichten immer zuerst, von welcher Gegend die glücklichen Goldparmänenanbauer eigentlich reden. Und auch, welchen Klon sie eigentlich haben, Goldparmäne streut nämlich sehr stark, ich hatte die älteren Versionen, kleinfrüchtiger, etwas haltbarer und allgemein als aromatischer eingeschätzt.
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