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Autor Thema: Frischen Pferdemist bekommen, was nun?  (Gelesen 4775 mal)

Wild Obst

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Re: Frischen Pferdemist bekommen, was nun?
« Antwort #15 am: 07. April 2021, 16:43:08 »

Als Erstes solltest du sicherheitshalber dies klären: Auf keinen Fall darf Pferdemist im Garten- und Gemüsebau eingesetzt werden, wenn auf den Weiden bzw. Koppeln eine Unkrautbehandlung mit Simplex® stattgefunden hatte.
.
Siehe auch hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Simplex_(Herbizid)#Nebenwirkungen

Über Unkrautvernichter habe ich mir ehrlich gesagt bisher keine Gedanken gemacht. Ob ich das rausbekommen kann, ob die das Simplex benutzt haben, ist fraglich.

Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, sind Nachschattengewächse besonders empfindlich gegen Simplex. Ich meine ich hätte es irgendwo gelesen oder gesehen, dass ein Gärtner "seinen" Pferdemist, wenn er etwas abgekühlt ist und nicht mehr in der Heißrotte ist, einfach mit ein paar gesteckten Kartoffeln testet. Wenn sie "normal" wachsen, ist der Mist OK, wenn nicht, ist der Mist "Mist". Das wäre auf jeden Fall eine einfache Möglichkeit. Ich finde die Quelle aber gerade nicht mehr auf die Schnelle.
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Bristlecone

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Nicht schon wieder!

mikie

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Re: Frischen Pferdemist bekommen, was nun?
« Antwort #17 am: 07. April 2021, 17:07:36 »

das mit dem Verbrennen kenne ich von dem ersten Haufen. Dort habe ich umgesetzt, dann war gut.
Wasser, ja, das große Problem in dem Garten - aber hier und da mal eine Gieskanne sollte kein Problem sein.

Werde mich mal durch die beiden anderen Threads lesen bzgl Kartoffeltest /Kressetest.
Soweit ich gesehen habe kann man selbst den "Simplex-Dung" verwenden, sollte ihn aber lange (ca. 2 Jahre) ablagern um ihn dann als Humus zu nutzen.
Vielen Dank für die ganzen Antworten. Hat mir geholfen  :)
« Letzte Änderung: 07. April 2021, 17:09:13 von mikie »
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Wild Obst

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Re: Frischen Pferdemist bekommen, was nun?
« Antwort #18 am: 07. April 2021, 17:15:31 »

Danke für den Link, aber da finde ich es gerade nicht mehr. Ich habe es (so wie ich es in Erinnerung habe) nicht in den Beiträen gefunden.
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Natternkopf

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Re: Frischen Pferdemist bekommen, was nun?
« Antwort #19 am: 07. April 2021, 20:06:25 »

Salü miki

Da wurdest du ja top informiert. 👍

Was mir am besten gefällt davon.  :)

Den Haufen habe ich erstmal abgedeckt.

Lagern - mischen - umsetzen.

Beim Umsetzen Wasser einbringen ... ...
Wenn du kein Wasser da zur Verfügung hast, dann mußt du ihn stark mit anderem schon vergangenem feuchten Material mischen.

Zum kompostieren: ich würde ihn umschichten, wenn er sich wieder abgekühlt hat. Nichts untermischen, macht man besser beim ausbringen und einarbeiten.
-> Wichtig ist das Regensichere abdecken jetzt mit einer Plane. Der Stickstoff soll nicht ins Grundwasser, sondern in die Pflanzen.


Merkblatt Pferdemist, alles wichtige in Kürze zusammengefasst:
https://www.zollernalbkreis.de/site/LRA-ZAK-2017/get/documents_E236666340/lra_zak/LRA-ZAK-2018-Objekte/Amt/Landwirtschaftsamt/SG%20233/Merkblatt%20Pferdemist.pdf

Grüsse von einem der mit kleineren Kompostmengen hantiert.

PS: Eventuell Einstichthermometer kaufen zur Temperaturverlaufs Kontrolle?

PSS: Gib im Suchfeld Pferdemist ein. -> kompostforum schweiz da hat es was für dich bzw. deinen Haufen was drin.

Lg Natternkopf
« Letzte Änderung: 07. April 2021, 20:08:04 von Natternkopf »
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Re: Frischen Pferdemist bekommen, was nun?
« Antwort #20 am: 07. April 2021, 20:40:37 »

Um Belastung mit Simplex zu testen eignen sich meines Wissens nach Bohnen sehr gut. Wenn ich mich richtig erinnere, haben sie die größte Empfindichkeit. So hatte ich vor 1 Jahr meinen Rindermist getestet.
Nochmal kurz was zur "Dynamik" von Simplex - es wird nach Anwendung in der Pflanze (Gras) in eine inaktive Form überführt und wandert auch inaktiv durch das Pferd durch, erst durch den Abbau des organischen Materials im Rahmen der Kompostierung wird es wieder aktiviert. Leider ist daher die Darmpassage im Pferd nicht von Nutzen :)
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thuja thujon

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Re: Frischen Pferdemist bekommen, was nun?
« Antwort #21 am: 08. April 2021, 09:27:27 »

...
Zum kompostieren: ich würde ihn umschichten, wenn er sich wieder abgekühlt hat. Nichts untermischen, macht man besser beim ausbringen und einarbeiten. Wichtig ist das Regensichere abdecken jetzt mit einer Plane. Der Stickstoff soll nicht ins Grundwasser, sondern in die Pflanzen.
Nach 2-3 Monaten sollte man den Mistkompost ausbringen.
....

Hast du so schon mehr als ein oder 2 Schubkarren Pferdemist kompostiert?
Der ist innerhalb einer Woche furztrocken und es geht gar nix mehr. Da kannst du hinterher Wasser drüberkippen, das perlt ab wie von einer frisch gewachsten Barbourjacke.
Nein, ich habe noch keine größeren mengen Pferdemist kompostiert. Ich benutze ihn frisch, wenn ich ihn benutze. Ich sehe die Vorteile der Kompostierung nicht.
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mikie

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Re: Frischen Pferdemist bekommen, was nun?
« Antwort #22 am: 08. April 2021, 10:49:36 »

Danke für die Links, Natternkopf. Werde ich mich durchlesen. Immerhin beruhigend das ich zumindest mal richtig angefangen habe.

Muss den Kompost doch feuchter halten als gedacht.

Das Simplex erst wieder durch die Kompostierung aktiv wird ist etwas beunruhigend, aber ich gehe davon aus das kein Simplex benutzt wurde. Werde trotzdem einen Kresse & Kartoffeltest machen, und vielleicht auch noch einen mit Bohnen  :D ... und im Notfall wird der Kompost nur zum Humusaufbau genutzt...

Gar nicht so einfach wie ich dachte. An vieles habe ich gar nicht gedacht, wie z.b. die Wurmkur und Simplex....

Danke!
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Witteke

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Re: Frischen Pferdemist bekommen, was nun?
« Antwort #23 am: 13. April 2021, 09:39:49 »

Eine kleine Ergänzung aus Pferdehalter-Sicht zu Simplex: Es ist praktisch unmöglich, als Hobby-Pferdehalter überhaupt eine Genehmigung zur Anwendung zu erhalten. Wenn man also Mist bekommen kann, der einfach von einer Weide abgesammelt wird, auf der die Pferde gerade grasen, kann man annähernd sicher sein, dass kein Simplex verwendet wurde.

Ich besitze halt eine eigene Mist-Quelle  ;D und benutze den im Garten seit Jahren total unbedarft und ohne großartige Kompostierung im Vorfeld. An Rosen. Beerensträucher und sonstige Gehölze kommt der einfach relativ frisch (ich sammel einfach die Haufen von der Weide, die schon etwas älter aussehen), Erdebeeren vertragen das auch, und in im Gemüsebeet verteil ich einfach etwas im Vorfrühling und arbeite den dann später in den Boden ein. Funktioniert bei mir total ohne Probleme. Landwirte schmeißen den ja auch einfach auf den Acker.

Allerdings verwende ich auch wirklich nicht viel. Wenn es ganz hoch kommt vielleicht zwei Schubkarren pro Jahr im 08/15 Einfamilienhaus-Grundstück und kleinem Gemüsegarten, ein paar Rosen und so ca 15 Ostgehölzen/Beerensträuchern.

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Wild Obst

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Re: Frischen Pferdemist bekommen, was nun?
« Antwort #24 am: 13. April 2021, 15:48:53 »

Ich verwende auch gerne Pferdemist, einfach weil ich den umsonst (also für die Mühe und Kosten des Holens) bekomme und habe den auch schon öfter direkt frisch verwendet. Vor allem für oberflächliche Ausbringung unter Beerenobst, Asimina und bei Gemüsestarkzehrern (v.a. Kürbis, Melone, Gurke,...) sehe ich keine Probleme und habe auch keine bemerkt.

Allerdings habe ich letzten Sommer und Herbst mal jeweils auch Kompostierungsexperimente von Grasschnitt (kein Rasen, langes "Wiesengras") und Laub in Mischung mit Pferdemist gemacht, einfach weil ich konnte. Soweit is es jetzt beurteilen kann, verbessert/beschleunigt eine 20-50% Bemischung von Pferdemist (recht pure Pferdeäpfel, wenig Stroh) die Kompostierung von Laub erheblich. Das Eichenlaub ist über den Winter mit Pferdemist schon ziemlich gut angerottet, ohne Mist wäre es wahrscheinlich noch kaum verändert.  Den Gras/Pferdemisthaufen habe ich noch nicht umgesetzt, weil er noch nicht im Weg war, deswegen kann ich dazu noch weniger sagen, aber auch da würde ich äußerlich gesehen vom "Volumenschwundverlauf" her sagen, dass die Kompostierung durch Pferdemist stark beschleunigt wird.
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polluxverde

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Re: Frischen Pferdemist bekommen, was nun?
« Antwort #25 am: 27. April 2021, 09:41:49 »

Kurze aktuelle Zwischenmeldung zu diesem Thema : vor ca 14 Tagen 2 gesunde und kraeftige Tomatenpflanzen vom Freund geschenkt bekommen, diese
in mit  wenig abgelagerten, trockenen Pferdemist angereicherter Gartenerde gepflanzt : Der Verlauf reichte von Kümmerwuchs über Garkeinwuchs bis hin
zum kompletten Absterben.....
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Re: Frischen Pferdemist bekommen, was nun?
« Antwort #26 am: 27. April 2021, 11:07:36 »

Die Symptomatik von Aminopyralid (in Simplex enthaltener Wirkstoff) ist relativ klar und deutlich. Gesteigerter Wuchs, verdrehte bzw besser deformierte und aufgehellte Bereiche.

Bilder: http://herbicidesymptoms.ipm.ucanr.edu/?selectedAI=1284

Beobachtungszeitraum mindestens 7 Tage, besser nach 4 und nach 14 Tagen noch einmal.

Hast du Fotos von den Tomaten?
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polluxverde

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Re: Frischen Pferdemist bekommen, was nun?
« Antwort #27 am: 27. April 2021, 21:48:25 »

Dank für den link zu den herbicidesymptoms, thuja thujon ( wieder was gelernt : epinastie ).

Fotos der abgestorbenen Pflanzen habe ich leider nicht, aber  Hauptsymptome waren tatsächlich  zunächst nach unten hängende Blätter ( bei
ausreichender Bewässerung), und sehr auffällig ein Verkümmern bis zu Bindfadenstärke des Stammes ( stem malformation )
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thuja thujon

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Re: Frischen Pferdemist bekommen, was nun?
« Antwort #28 am: 30. April 2021, 23:48:26 »

Wobei stem malformation nicht die Einschnürung meint, sondern eher deformation; verdrehen, Blasenbildung, verbändern usw.

Und ja, Epinastie begegnet uns in manchen feuchten Jahren öfters als wir denken.

Unterm Strich: nur 2 Pflanzen, alle mit unterschiedlichen Symptomen, da lässt sichs ohne Foto nicht mal raten.

Ich sehe Aufgrund deiner Beschreibug jedenfalls noch keine Anhaltspunkte für ein Vorkommen von Aminopyralid. Auch naturbelassener Pferdemist hat Phytotox, gerade im Topf. Da spielen ja nicht nur Salze und Physik mit, sondern auch Mikrobiologie, und die ist wieder organische Chemie mit teils komplexer Symptomatik. Je nach dem was sich im Topf nach dem warm stellen Mikrobiologisch etabliert.
« Letzte Änderung: 30. April 2021, 23:52:12 von thuja thujon »
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mikie

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Re: Frischen Pferdemist bekommen, was nun?
« Antwort #29 am: 22. Mai 2021, 21:04:52 »

wollte nochmal Bericht erstatten....
Das mit dem Mischen war super - habe alles in drei große Haufen aufgeteilt, beim Aufteilen habe ich ordentlich Gartenerde zum Pferdemist gemischt. Und immer mal wieder ein wenig Pflanzkohle und Hornspähne beim umsetzen eingestreut. Dann mit Brennnessel-Jauche von letztem Jahr gegossen, Kompost feucht gehalten, und immer schön abgedeckt.

Thermometer habe ich nicht verwendet, aber man fühlt die Wärme ganz gut auf der Folie.

Die letzten 2-3 Wochen sind ganz viele verschiedene Pilze aufgetaucht, Becherlinge - kleine graue und kleine Braune..... sieht ganz gut aus, so richtig wie Erde :D 
Und riecht nicht mehr nach Pferdemist, zum Teil schon richtig "Waldig-Pilzig"

Letztens auch die ersten Würmer entdeckt und heute einen kleinen Teil (ca. 8-10 Schubkarren) vom ersten Haufen eingearbeitet. Das war so ca. der halbe, erste, Haufen - 2 1/2 to go...
Den Kressetest habe ich auch gemacht, ich denke die Kresse sieht aus wie sie aussehen soll. Kartoffeln habe ich nicht getestet, nächstes mal vielleicht.

Merke jetzt auch das es ganz schön viel Mist ist, aber erstmal alles Prima. Nächstes mal bestelle ich die Hälfte  ;D

Kurzfassung: im groß und ganzen hat es super geklappt, danke an alle für die Tipps....
« Letzte Änderung: 22. Mai 2021, 21:07:35 von mikie »
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