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News: Einfach klasse dass man mit euch so toll kindisch blödeln kann. (foxy)
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27. Oktober 2021, 02:05:42
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News: Einfach klasse dass man mit euch so toll kindisch blödeln kann. (foxy)

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|4|1|Deshalb gilt der neue Leitspruch: Denkbare Pflanzplätze sind aus,machbare noch lange nicht. 8) ;)  (Nova Liz)

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Autor Thema: Äpfel pimpen  (Gelesen 825 mal)

ju.le

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Äpfel pimpen
« am: 24. September 2021, 13:49:53 »

Ihr Lieben,

seit einigen Monaten bin ich Besitzerin einer kleinen Streuobstwiese mit 7 alten, teils mächtig vergreisten Apfelbäumen. Bis auf Wiese mähen habe ich mit den Bäumen nix geschafft. Die Äpfel sind ziemlich lädiert mit was-weiß-ich für Schädlingen.

Zunächst müssen die Bäume geschnitten werden, darum wollte ich mich jetzt im Herbst/ Winter kümmern. Gibt es irgendwo eine Laien-taugliche Anleitung, als Buch oder im Netz?

Des weiteren hätte ich gern gewusst, welche Maßnahmen eine Verbesserung der Apfelqualität bewirken können. Am besten was, was sich von selbst erledigt. Regelmäßiges Auflesen des Fallobstes ist derzeit schon schwierig, wir schaffen es schlicht nicht.

Lg

Julia.
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Asinella

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Re: Äpfel pimpen
« Antwort #1 am: 24. September 2021, 14:09:45 »

Die Broschüre "Pflanzung und Pflege von Streuobstbäumen" finde ich recht anschaulich.
Lässt sich leider nicht verlinken, gibt es aber als geschütztes pdf im Internet oder als Broschüre beim DVL.
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thuja thujon

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Re: Äpfel pimpen
« Antwort #2 am: 24. September 2021, 14:33:08 »

Diese Broschüre ist verlinkbar.
https://www.ogv-rietenau.de/app/download/12152090024/Brosch%C3%BCre_Ritthaler.pdf?t=1601741749

Gesundes Obst ernten ohne Aufwand ist in der Regel nicht möglich.
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gesundes und krankes Gemüse in Amish-Qualität

cydorian

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Re: Äpfel pimpen
« Antwort #3 am: 24. September 2021, 16:36:29 »

Regelmäßiges Auflesen des Fallobstes ist derzeit schon schwierig, wir schaffen es schlicht nicht.

Das wird dann sehr schwierig, denn auch Obstwiesen benötigen Pflegeaufwand. Ohne Einsatz geht es nicht. Ich nehme an, es geht dir auch darum, etwas zu ernten? Manche Leute kaufen solche Wiesen nicht, um zu ernten sondern als Spielplatz für ihre Kinder oder weil die Baumruinen so bio und malerisch sind oder weil sie einen Holzlagerplatz haben wollen oder einen Grillplatz.

Zunächt ist zu beurteilen, ob und welche alten Bäume weitergepflegt/verjüngt werden können/sollen und was durch Jungbäume ersetzt werden sollte. Erstelle einen Pflanzplan, damit die neuen Bäume gut verteilt im richtigen Abstand stehen, überleg dir welche Arten und Sorten du willst.
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willi2000

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Re: Äpfel pimpen
« Antwort #4 am: 24. September 2021, 23:08:57 »

Schnittmaßnahmen: Altes, vor allem hängendes Fruchtholz entfernen, quererliegende Fruchtäste entfernen,  im inneren steile Triebe einkürzen. Mitteltrieb reinnehmen und schlanker schneiden. nicht über 5 cm Aststärke schneiden.
Todholz ausdünnen, aber nicht bis in lebende Holz zurückschneiden. Eventuell mit Stange und Kralle vorsichtig aus Baum rausziehen.
Nach Fruchtbildung anfang Juni eventuell Fruchtausdünnung.

Schobbe,
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ju.le

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Re: Äpfel pimpen
« Antwort #5 am: 25. September 2021, 09:29:55 »

Die Bäume stehen schon. Mit jugendlichem Leichtsinn habe ich eine Quitte neu gepflanzt, sonst soll erstmal alles so bleiben, außer es stellt sich aus pomologischer Sicht heraus, dass einer der alten Apfelbäume nicht erhaltungswürdig ist.

Die Streuobstwiese hängt an dem Haus dran und ist Teil des wunderschönen Gartens. In welcher Form ich diese bewirtschaften will oder was ich aus gärtnerischer Sicht damit machen werde, ist gerade in der Findungsphase. Es gab also nie den Impuls: ich will eine Streuobstwiese. Sie kam zu mir und nun müssen wir mal gucken :))

@Schobbe: danke, das scheint erstmal realisierbar x)
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cydorian

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Re: Äpfel pimpen
« Antwort #6 am: 25. September 2021, 10:28:04 »

Eben dieses "erhaltungswürdig" hängt ganz stark von deinen Intentionen ab. Als Habitat für Tiere und um einen Liegestuhl drunterzustellen können vergreiste Bäume geschätzt werden, dazu noch ein bisschen Obst, die versucht man dann noch möglichst lange am Leben zu halten. Erhaltungswürdig. Geht es dir um verwertbare Ernten, musst du dich fragen was du damit anfangen willst. So ist zum Beispiel ein alter, hoher Bohnapfel oder ein Bittenfelder ein super Saftapfel, auch wenn schon die ersten Leitäste abgestorben sind. Ist dein Ziel ganz viel Saft pressen, dann lässt man so was stehen. Ist dein Ziel, fast das ganze Jahr über Tafelobst im Keller und am Baum zu haben und der Saft- oder Apfelweinanteil nur für den Eigenbedarf gedacht ist, dann brauchst du Tafelsorten, die pflückbar sind und eine Bandbreite von Frühapfel bis Lagerapfel abdecken. Einen abgängigen Mostapfel wird man dann schneller durch eine passende Sorte ersetzen. Nicht erhaltungswürdig.

Ist es dir egal und gibst du die Äpfel lieber grösstenteils ab, bleibst du auch glücklich, wenn die Hälfte der Bäume beispielsweise nicht lagerfähige Herbstäpfel minderer Qualität sind. Auch dann kann man den Bäumen weiter zusehen, ein bisschen das Totholz rausnehmen. Erhaltungswürdig.

Ich hatte bei der Übernahme einer alter Wiese das Ziel, eine verwertbare Ernte zu bekommen. Wichtig war mir, auch in "Nicht-Apfeljahren" was zu haben, die Selbstversorung stand also im Vordergrund. Im Nachhinein habe ich angesichts dieses Ziels den Fehler gemacht, unpassende Sorten bereits geschädigter Bäume viel zu zögerlich ersetzt zu haben. Man guckt die Bäume an und denkt "das geht noch", rodet dann doch nicht. Ein Fehler. Mindestens die Sorten, die auf diesem Grundstück sowieso nichts brachten hätten sofort raus gehört. Da war z.B. ein vorgeschädigter Ontario der an diesem Standort immer nur wenige Äpfel brachte die klimabedingt auch nicht wirklich lagerfähig waren, da war ein Gloster auf falscher Unterlage, nie richtig standfest und immer verschorft, mehrere Goldparmänen die dann am Rindenbrand eingegangen sind weil sie die Hitze dort nicht ausgehalten haben (die Anfänge hätte ich viel früher sehen müssen) und so weiter. Jahre verschenkt und nur Arbeit gehabt.

Verenge dich auch nicht nur auf Äpfel. Birnen sind mindestens so wertvoll und andere Obstarten. Und: Ohne Arbeit gehts nicht! Nie und nirgends.
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ju.le

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Re: Äpfel pimpen
« Antwort #7 am: 29. September 2021, 08:48:47 »

ohne Arbeit... ja ja... du hast ja recht :))

aber gute Hinweise... das Ziel muss sich noch herausarbeiten. Mit wieviel Aufwand gibt es wieviele verwertbare und leckere Äpfel. Schaffutter und Saft funktioniert erstmal. Am Montag gehts erstmals zu so einer mobilen Mosterei. Bis dahin alles durchkosten

In den Winter rein werde ich dann erstmal mit der Säge für Ordnung sorgen, derzeit sehen die Bäume einfach auch nicht schön aus. Und vllt kommt nächstes oder übernächstes Jahr dann doch noch eine Birne dazu. Finde ich zunehmend lecker und Birnensaft ist auch was feines.

Selbstversorgung/ Lagerhaltung - das ist derzeit definitiv nicht mein Ziel. Es fehlt allein an den Lagermöglichkeiten.
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Lady Gaga

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Re: Äpfel pimpen
« Antwort #8 am: 29. September 2021, 10:03:44 »

Cydorian, schön wie du das geschrieben hast. Finde ich sehr nachvollziehbar.
Ich habe ja selbst einen Garten mit alten Bäumen übernommen und manches Problem erlebt, bin aber leider kein Experte.

Jule, ich würde nicht in den Winter rein sondern aus dem Winter raus schneiden, oder erst im Sommer. Sonst kann es lange nicht verheilen und Pilze etc. kommen schneller rein. Wann genau du schneidest, hängt auch vom Ziel ab - starker Neuaustrieb oder starker Fruchtansatz.
Wenn du einen Apfelbaum fällen mußt, kannst ohnehin keinen neuen an die gleiche Stelle pflanzen, aber Steinobst geht. Fehlen dir nicht ohnehin Kirschen?  ;)

Stelle doch Fotos der einzelnen Bäume hier rein, dann geben dir die Experten konkretere Schnitt-Tipps.
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cydorian

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Re: Äpfel pimpen
« Antwort #9 am: 29. September 2021, 11:22:15 »

Mit wieviel Aufwand gibt es wieviele verwertbare und leckere Äpfel.

Der Minimalaufwand ist nicht die Baum- sondern die Wiesenpflege, du musst 2x im Jahr mähen und solltest das Mähgut auf die Baumscheibe legen. Die Wiese wird sonst verholzen, verstrüppen und weiter ausmagern. Ich mach das mit der Sense und an üblen Stellen mit der Motorsense. Die Vorbereitung dieser Aktionen dauert so lange wie das Mähen selbst.

Die Baumpflege einer gut aufgebauten Obstwiese liegt bei ein paar Schnittnachmittagen im Winter und Behandlung gelegentlicher Schäden (z.B. Sturm) in der übrigen Jahreszeit, (hoffentlich) mherere Ernten bei reifem Obst. Willst du an alten, lange ungepflegten Bäumen etwas machen wird es natürlich aufwendiger. Du musst Leitern hinschaffen, mit Sägen arbeiten, dich schützen lernen, vielleicht auch Bäume fällen oder sogar ausgraben.

Ein ganz wesentlicher Faktor sind die Wegezeiten. Heute hat man ja keine Bäume mehr hinterm Haus, da stehen heute enge Reihenhauszeilen, dicke Doppelgaragen, Campingmobile, der Pool, alles zugebaut, getötet, gequetscht und es wird ständig schlimmer. Man muss also oft alles ins Auto packen und zur Obstwiese fahren. Und stellt dann fest, dass man den Wetzstein vergessen hat oder dass etwas passiert ist, das anderes Werkzeug benötigt. Das kostet Organisations und Zeitaufwand, je weiter die Wiese weg ist desto schlimmer. Man kann dann auch nicht schnell mal was machen, wann man gerade eine Zeitlücke hat. Du wirst das selbst alles lernen dürfen, macht aber auch Spass :-)
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Kasbek

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Re: Äpfel pimpen
« Antwort #10 am: 29. September 2021, 12:18:54 »

Diverse Organisationen bieten Obstbaumschnittkurse an. Das eröffnet Dir zwei Optionen:
– Option 1: Du nimmst an so einem Kurs teil.
– Option 2: Du nimmst Kontakt mit dem Dozenten auf und offerierst ihm Deine Bäume als Objekt für den Praxisteil des Kurses. (Was dann eine Vorabbesichtigung der Bäume mit dem Dozenten voraussetzt, damit er weiß, was da Sache ist. Möglicherweise kann er den Kurs sogar mit dem Schwerpunktthema „Revitalisierung vergreisender Obstbäume“ o.ä. ausschreiben.)
Am nutzbringendsten ist vielleicht sogar, beide Optionen zu wählen, also erstmal an so einem Kurs teilzunehmen und dann, falls der Dozent fähig und potentiell offen erscheint, in Richtung der Option 2 für den nächsten Kurs vorzufühlen. Selbst wenn Option 2 nicht zustandekommt, hättest Du mit Option 1 dann erstmal Theoriewissen und praktische Übung.

In Deiner räumlichen Nähe bieten u.a. die Volkshochschule Burgenlandkreis oder das Evangelische Bildungs- und Gästehaus Heimvolkshochschule Kohren-Sahlis solche Kurse an (das sind zumindest die, die mir spontan einfallen; sicher gibt es noch mehr.)
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Wer Saaten sät, wird Ernten ernten. (Sander Bittner)

Februarmädchen

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Re: Äpfel pimpen
« Antwort #11 am: 02. Oktober 2021, 16:14:17 »


Des weiteren hätte ich gern gewusst, welche Maßnahmen eine Verbesserung der Apfelqualität bewirken können. Am besten was, was sich von selbst erledigt. Regelmäßiges Auflesen des Fallobstes ist derzeit schon schwierig, wir schaffen es schlicht nicht.

Gegen Schädlinge gibt es allerhand arbeitsintensive Maßnahmen, aber wenn es sich von selbst erledigen soll, versuch es doch mal mit Vogelhäuschen/Nisthilfen und anderen Maßnahmen zur Förderung von Tieren die gern Schädlinge vertilgen.

Ich entsinne mich da eines sehr eindrücklichen Berichtes über einen japanischen Obstbauern, dessen Obstbäume ein Jahr nachdem er aufhörte mit Pestiziden zu spritzen (seine Ehefrau war allergisch gegen das Zeug) nicht mal mehr blühten, und über die nächsten zehn Jahre langsam eingingen obwohl er permanent die Schädlinge absammelte.

In dieser Obstbaugegend gab es nämlich überhaupt keine Singvögel, Marienkäfer, etc. mehr, weil in der Umgebung alle Obstbauern zehnmal im Jahr Pestizide gespritzt haben. Die eine nicht gespritzte Plantage war natürlich ein Paradies für Schädlinge.

Im Umkehrschluss sollte eine sehr naturnahme Streuobstwiese sich mehr oder weniger von selbst regulieren. Ob das wirklich toll funktioniert, weiß ich nicht, da ich selber keine habe, aber ich, äh, rette gelegentlich die Klaräpfel die auf Streuobstwiesen in der Umgebung hängen gelassen werden weil die Besitzer nicht wissen, dass es Frühäpfel sind.
 Da wird offenkundig auch nicht viel gemacht, aber die Äpfel sind essbar. Nicht alle, aber viele.

Mit Nützlingen kommt man sicher nicht auf 100% lagerbare Äpfel, in einem natürlichen Gleichgewicht sind immer noch ein paar Schädlinge drin, aber wenn ich es richtig verstehe, muss die Streuobstwiese ja keinen Maximalertrag bringen. 

Gerüchten zufolge soll eine Unterpflanzung mit Fingerhut Äpfel lagerbarer machen. Ein Feldversuch zu dem Thema würde mich sehr interessieren, und wenn's nix bringt, sieht es hübsch aus.  ;)

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ju.le

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Re: Äpfel pimpen
« Antwort #12 am: 14. Oktober 2021, 11:56:15 »

Danke nochmal an alle für die guten Ratschläge.

Wir haben vor 14 Tagen eine Apfelpflück- und Quetschaktion gemacht und besitzen jetzt 175l schönen, herben Apfelsaft. Sehr lecker! Das macht Spass und Lust auf mehr :)) Die Pläne sprießen. An der Apfelquetsche waren hinter uns zwei Menschen, die Birnen, Quitten und Äpfel gemischt zum mosten brachten. Auch sehr fein. Also ist ein aktueller Wunsch, 1 Birnbaum (hab schon gelernt, einer reicht nicht --> 2 Birnbäume) und noch eine zweite Quitte zu pflanzen.

Gleichzeitig ringt die Rosengärtnerin in mir mit den Streuobstwiesenbedürfnissen. Man muss doch da irgendwas pflanzen können, was sich mit der Apfelernte verträgt. Naja, kommt Zeit, kommt Rat!

Also herzlichen Dank nochmal an alle!

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cydorian

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Re: Äpfel pimpen
« Antwort #13 am: 14. Oktober 2021, 12:42:18 »

Keine Sorge, Äpfel und Birnen sind auch Rosengewächse :-)
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