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News: ... da ich eh alles bestäube und aussäe, was nicht bei 1,2,3 auf dem Baum ist, hoffe ich auf Blüten und Samen ... (michaelbasso)

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|22|3|die "einen" krähen etwas wohltönender als die "andern". es kann aber auch umgekehrt sein.  (Zitat aus einem Fachthread bei garten-pur)

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Autor Thema: abbauerscheinungen bei kartoffeln  (Gelesen 9877 mal)

max.

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abbauerscheinungen bei kartoffeln
« am: 25. Juli 2005, 16:38:07 »

ich benutze von einigen kartoffelsorten, die nur schwer zu bekommen sind, seit jahren kartoffeln aus eigener ernte
als saatgut.
in den letzten jahren gibt es abbauerscheinungen (schlechtere ernte, höhere anfälligkeit für krautfäule).
deckt sich das auch mit euren erfahrungen?
und - falls das jemand weiß: wie kommt es eigentlich zu diesen abbauerscheinungen? die zertifizierten pflanzkartoffeln werden
doch auch vegetativ vermehrt, wie meine auch.
gruß
« Letzte Änderung: 25. Juli 2005, 16:40:03 von sauzahn »
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Günther

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Re:abbauerscheinungen bei kartoffeln
« Antwort #1 am: 25. Juli 2005, 17:06:27 »

Zur Vermehrung meines Wissens werden die Kartoffeln ganz speziell auf Befall mit diversen Schädlingen, Viren, Bakterien, udgl., untersucht und entsprechend ausgewählt. Solche Schäden sind durchaus nicht immer leicht zu erkennen. Da gibt es übrigens ganz spezielle Vorschriften in den verschiedenen Ländern.
Schau, daß Du aus zuverlässiger Quelle wieder frisches Saatgut kriegst (in Österreich z.B. Arche Noah).
Solche Abbauerscheinungen sind an sich bekannt und haben schon immer zum Verschwinden mancher Sorten geführt.
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pocoloco

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Re:abbauerscheinungen bei kartoffeln
« Antwort #2 am: 25. Juli 2005, 18:14:26 »

Hallo,

mein bescheidener Beitrag zum Thema:

Da Kartoffeln vergetativ vermehrt werden, sind die Kinderchen eingentlich perfekte Klone der Eltern. Zwar könnte ich mir auch hierbei noch spontane Mutationen vorstellen, aber warum sollten die dann zielgerichtet auf weniger Ertrag ablaufen? Außer man betreibt selber eine Negativselektion, indem man ständig die kleinsten Exemplare wählt. (Eine Einschränkung muß ich hier am Ende leider noch machen.)

Warscheinlicher ist es, daß man sich Krankheiten in seinen Bestand holt, da gibt´s eine Reihe von Viruserkrankungen, die sich mit der Kartoffel selber von Jahr zu Jahr weiter übertragen. Da sich diese mit Blattläusen übertragen, soll man Anfang Juli, oder wenn man die ersten fliegenden Läuse ausfindig macht, für die als Saatgut vorgesehenen Kartoffeln das Kraut ziehen, weil wo kein Grün, keine Läuse und damit keine Infektion. Nachteil, die Kartoffeln bleiben klein, es bleibt wenig zum Verzehr.

Und hier könnte dann der Haken liegen: Da man so immer nur einige Kartoffeln für die Vermehrung vorsieht, fällt das Erbgut der Linie der Speisekartoffeln aus dem Genpool raus (vorrausgesetzt, es gibt in einer Sorte eine genetische Vielfalt), die genetische Vielfalt tendiert gegen eins. Dem könnte man nur entgegenwirken, wenn man jede Kartoffel mit einem unterschiedlichen Gensatz wie eine weitere Kartoffelsorte behandelt und vermehrt. Dazu müßte man aber wissen, ob sich verschiedene Lindas auch genetisch unterscheiden.

Bitte mehr zu diesem Thema :)

Uwe
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OlliBillBohne

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Re:abbauerscheinungen bei kartoffeln
« Antwort #3 am: 25. Juli 2005, 18:15:09 »

Moin!

Für meinen Teil kann ich die Abbauerscheinung nicht direkt quantifizieren, da in den letzen vier Jahren kein Sommer dem anderen geglichen hat. Das Klima hat ja auch schon seinen Einfluß auf den Ertrag.

Ich habe mir aber auch schon darüber Gedanken gemacht und bin zu dem Schluß gekommen, daß ich "alte" Kartoffeln habe, obwohl neu gekauft. In dem Sinne "alt", daß sie degeneriert sind. Wenn eine Sorte immer wieder aus sich heraus vermehrt wird, macht sich eine Alterung bemerkbar. Das führt dann auch zur Sterilität. Deshalb habe ich nie eine Frucht an meinen Kartoffeln gesehen.

Nur durch eine geschlechtliche Vermehrung (Samen) frischt man eine Sorte wieder auf. Diese kann man dann für einige Generationen wieder vegetativ vermehren. Natürlich muß hierbei strikt auf Sortenreinheit geachtet werden, da sich Kartoffeln leicht kreuzbestäuben lassen.

Nur so nebenbei. Bei der Pilzzucht verhält es sich auch so.

Grüße
Oliver

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max.

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Re:abbauerscheinungen bei kartoffeln
« Antwort #4 am: 25. Juli 2005, 18:31:54 »

@pocoloco
Zitat
Und hier könnte dann der Haken liegen: Da man so immer nur einige Kartoffeln für die Vermehrung vorsieht, fällt das Erbgut der Linie der Speisekartoffeln aus dem Genpool raus ...
ist es denn bei gekauften pflanzkartoffeln anders?
nehmen wir mal eine massenhaft verbreitete sorte wie "linda".
die ist doch vor 30 jahren auch aus wenigen samen entsprungen.und dann eben ausgelesen und vegetativ weitervermehrt. d.h. in der sorte kann es doch garkeine große genetische varianz haben - sodaß es eigentlich egal sein sollte, ob man seine saatkartoffeln aus einer ernte von 10 kg oder von 10 tonnen gewinnt - oder habe ich da etwas nicht richtig verstanden?
das wäre allerdings das erste mal.
gruß
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Günther

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Re:abbauerscheinungen bei kartoffeln
« Antwort #5 am: 25. Juli 2005, 18:36:15 »

Irgendwo hab ich im Hinterkopf, daß zumindest manche Sorten immer wieder generativ über Samen neu vermehrt werden.
Rein vegetative Vermehrung kann durchaus durch Akkumulation kleinster Variationen zu Abbau führen. Bei manchen Blumen werden auch Klone durch Meristemkultur ausgesuchter Einzelpflanzen vermehrt, nicht durch Ableger udgl. Das hat seine Begründung nicht nur in der leichteren (?) Massenvermehrung.
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max.

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Re:abbauerscheinungen bei kartoffeln
« Antwort #6 am: 25. Juli 2005, 18:42:23 »

dann wären es doch aber nicht die identischen sorten-oder?
Zitat
Rein vegetative Vermehrung kann durchaus durch Akkumulation kleinster Variationen zu Abbau führen.
wie muß man sich das vorstellen? wie sollen denn diese variationen gespeichert werden?
gruß
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OlliBillBohne

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Re:abbauerscheinungen bei kartoffeln
« Antwort #7 am: 25. Juli 2005, 18:42:33 »

Moin!
Eigentlich ist die Antwort einfach, und ich hatte es auch schon geschrieben. Ein Klon (Knolle) hat die gleichen Zellen wie sein "Vater", ebenso auch den Zeitpunkt des Todes.

Vielleicht erinnert sich hier noch jemand an das große Fargesiensterben (Bambus) in den 80ern.


Grüße
Oliver
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pocoloco

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Re:abbauerscheinungen bei kartoffeln
« Antwort #8 am: 26. Juli 2005, 06:32:30 »

Hallo,

was mich einfach mal interessiert, ob alle "Lindas" perfekte Klone der Ur-Linda sind, oder ob es in einer Kartoffelsorte eine genetische Varianz gibt. Leider hab ich hierzu bislang nix finden können. >:(

Uwe
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pocoloco

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Re:abbauerscheinungen bei kartoffeln
« Antwort #9 am: 26. Juli 2005, 12:13:25 »

So,

nach dieversen Stunden des Suchens hab ich dann die richtigen Suchbegriffe gefunden 8). Hier ein Link zu einem Ratgeber des VEN zur Vermehrung von Kartoffeln:

http://www.nutzpflanzenvielfalt.de/pdf-Sasu-Artikel/sasu12d.pdf

Wem das zuviel ist ;): in der Quintessenz wird gesagt, daß alle Kartoffeln einer Sorte das selbe Genom haben. Aus einem Forschungsberich der Georg-August-Universität Göttingen zum on-farm-Management: "...sind auch die alten Landsorten Ein-Klon-Sorten, gehen also auf eine ursprünglich ausgelesene einzelne Pflanze zurück und sind genetisch völlig homogen."
Abbauerscheinungen rühren von einer Virendurchseuchung im Bestand her, also Läuse vergiften oder rechtzeitig entkrauten.

LG

Uwe
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netrag

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Re:abbauerscheinungen bei kartoffeln
« Antwort #10 am: 27. Juli 2005, 13:02:22 »

Hallo zusammen,
hier scheint einiges schief zu laufen.
@ Oliver,Sauzahn; Jede Kartoffelsorte ist auf ein einziges Samenkorn zurückzuführen. Statistisch gesehen entsteht aus 100 000 Sämlingen eine neue Sorte. Es werden also innerhalb der Auslese 99 999 weggeworfen. Das verschiedenen Kartoffelsorten keine Samen ansetzen hat andere Ursachen, z. B. kann ein triploider Chromosomensatz daran schuld sein, daß die Kartoffelblüten steril sind.
Der genetische Tod von Bambus ist mit den Abbauerscheinungen der Kartoffel nicht zu vergleichen.
@ Günther; aus vorher gesagtem ergibt sich, daß eine Kartoffelsorte durch Samen nicht erneuert werden kann. Die einzige mir bekannte Möglichkeit eine durchseuchte Sorte wieder gesund zu bekommen ist die Invitriovermehrung im Reagenzglas auf einem Nährboden.

Um Abbauerscheinungen vorzubeugen gibt es nur die Möglichkeit die Bestände konsequent zu selektieren. Dabei sollte auf Viruserkrankungen geachtet werden,die mit blosem Auge zu erkennen sind. Das wäre Blattrollvirus,Mosaikvirus und Strichelvirus.Die Selektion sollte 2-3 mal in jedem Bestand durchgeführt werden.Alle krankheitsverdächtigen Stauden sind zu entfernen und am besten zu vernichten (Hausmüll). Gleichzeitig sollte man darauf achten,daß Sortenreinheit vorhanden ist. Also alle Stauden mit einer anderen Blütenfarbe oder anderem Laub müssen raus.
Viel Spaß mit den Knollen wünscht
netrag1
« Letzte Änderung: 27. Juli 2005, 16:47:03 von netrag1 »
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Re:abbauerscheinungen bei kartoffeln
« Antwort #11 am: 27. Juli 2005, 13:35:32 »

Manche - nicht alle! - Sorten, die durch Kreuzung erzielt wurden, können u.U. wieder neu aus den Eltern, so noch existent, gezogen werden. Nicht alle Sorten sind steril, manche liefern sehr wohl Samen, allerdings oft nicht sortenrein (Mendel...).
Meristemkulturen setzen auch virenfreies Ausgangsmaterial voraus, das nicht immer leicht zu erkennen und erhalten ist.
Grad bei der Erhaltungszucht erweisen sich oft sehr alte Sorten als stabiler.
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netrag

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Re:abbauerscheinungen bei kartoffeln
« Antwort #12 am: 27. Juli 2005, 17:03:10 »

Hallo,
noch eine Ergänzung: Bei der Selektion der Kartoffeln auch die Knollen aus dem Boden holen, denn sonst sind sie im Erntegut und werden unter Umständen wieder gepflanzt.
Unter www.genres.de\eva\kartoffel.htm ist auch zu erfahren,ob eine Kartoffelsorte Beeren ansetzt oder nicht.
@Günther: Erkäre mir doch bitte wie Du eine Kartoffelsorte durch Samen vermehren willst? Selbst eine Befruchtung der Sorte A mit sich selbst ergibt auf Grund der Genvielfalt der Kartoffel nicht wieder Sorte A.
Herzl.Gruß
netrag1
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netrag

Günther

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Re:abbauerscheinungen bei kartoffeln
« Antwort #13 am: 27. Juli 2005, 18:21:02 »

"Die Kartoffeln" sind genetisch vielfältig, eine einzelne Kartoffel ist trivialerweise nicht vielfältig, sie kann allerdings, wie schon gesagt, aufspalten.
Die bekannten F1-Hybriden werden auch laufend generativ aus geeigneten Eltern neu gezogen.
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OlliBillBohne

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Re:abbauerscheinungen bei kartoffeln
« Antwort #14 am: 28. Juli 2005, 08:12:04 »

Hallo!

@netrag1: Aber wie könnte die Sterilität erklärt werden, wenn nicht durch genetische Alterung?

Ich habe jetzt 5 Sorten gehabt. Hansa, Highland Red Burgundy, Pink Fir Apple, Bamberger Hörnchen und La Ratte. Nicht eine Sorte hat Fürchte angesetzt.


Grüße
Oliver
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