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News: Der Neid ist die aufrichtigste Form der Anerkennung.  (Wilhelm Busch)
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19. Juni 2024, 12:36:13
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News: Der Neid ist die aufrichtigste Form der Anerkennung.  (Wilhelm Busch)

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|27|1|Die Biomasse ist nur auch so eine wandelnde Ironie. (Frauenschuh)

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Autor Thema: Pflanzen für Ton- und Lehmböden, für trocken-heiße Sommer und nasse Winter  (Gelesen 5763 mal)

lerchenzorn

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Das Thema kam im "Buchladen" auf und ist hier, glaube ich, besser aufgehoben. Ich habe übernommen, was direkt mit den schweren, in der Bodenfeuchte stark wechselnden Böden zu tun hat.

... Gibt es ... ausgesprochene Lehmbodenpflanzen als EMpfehlung? Mein EIndruck ist bisher, dass viele Sachen, die Trockenheit können, bei unserm tonigen Lehm im Winter aussteigen.

... Das ist so, allenfalls ein paar Pflanzen für Wechselfeucht könnten das aushalten, wie Molinia.

Es fehlt irgendwie noch eine Sammlung von Pflanzen, die auf lehmigen Böden große Trockenheit im Sommer, aber auch große Feuchtigkeit im Winter vertragen  :-\
Dabei gibt es auch solche Böden in mediterranen Klimaten.

... Die Ansprüche von Molinia zeigen, welche Arten noch in Frage kommen. Es sind vor allem die Auen-Pflanzen, die auf tonigen Böden sowohl Überflutung als auch sommerliche Austrocknung aushalten müssen. Blauweiderich (Veronica longifolia), Sumpf-Wolfsmilch (Euphorbia palustris), Färberscharte (Serratula tinctoria), Kanten-Lauch (Allium angulosum) sind Klassiker. Verschiedene Wiesenrauten (Thalictrum), Clematis integrifolia ... usw.

Wegen zunehmemder Hitze müsste man die Auenvegetation der süd- und südosteuropäischen Länder "flöhen" ... und schauen, was davon in den Staudensortimenten vertreten ist. Zum Teil mit Sorten, die eine deutliche Steigerung gegenüber der Wildform sind.

Es ist schon so: ... Man hat sich total auf die extreme Trockenheit im Sommer fokussiert, aber die übermäßig feuchten und fast schneelosen Winter - ebenfalls Folgen des Klimawandels - unberücksichtigt gelassen. Fatal wenn wir - wie hier - im Prinzip auf Lehmboden gärtnern.
Bin gespannt, was sich hier so alles nach diesen Wassermassen verabschiedet hat...  :-[

Ich habe hier ja auch das Problem mit der Sommertrockenheit und der Winterfeuchte, so einiges, was ich schon probiert habe, ist mir entweder im Sommer vertrocknet oder aber im Winter ersoffen. Trotzdem gibt es natürlich eine Menge robuste Stauden, die beides gut aushalten, hier wäre ein passendes Buch tatsächlich eine Offenbarung. :)

Pflanzen, die im Sommer Trockenheit und Hitze, und im Winter Nässe und knackigen Frost überstehen, sind sehr schwer zu finden.
Einige kann ich nennen, aber es wird auf Dauer doch langweilig.
Viele der Pflanzen, die als trockenheitsverträglich beschrieben werden, sind es nicht für wirklich trockene Sommer. Ich sagt nur Thalictrum oder Veronica, auch Echinacea.  :P

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Immer-grün

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Danke für die Eröffnung des Themas.
Es geht v.a. um den vollsonnigen Standort?
( Den ich als schwieriger empfinde als den Schatten.)
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lerchenzorn

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Ich würde das erst einmal gar nicht begrenzen. Vielleicht aber dazu schreiben, wenn ausgesprochen sonnige oder schattigere Stellen gemeint sind.

Unsystematische Sammlung von Vorschlägen, hier tatsächlich vor allem sonnig. Ich habe keine praktische Erfahrung und nie auf solchen Böden gegärtnert. Deshalb sind das eher Vorlagen für Bestätigung und Widerlegung.  ;)

Iris-Arten wie I. sibirica, ob aber auch die vielen Sorten, die mehr "Blut" von Iris sanguinea haben? Iris spuria und die verwandten Arten der Spuriae-Sektion mit zahlreichen Sorten.

Teufels-Abbiss (Succisa pratensis)

Pracht-Nelke (Dianthus superbus)

Echter Haarstrang (Peucedanum officinale)

Schnitt-Lauch! Ich wüsste nicht, was den umbringt.

Stachys (Betonica) officinalis, vermutlich auch die Sorten, die unter S. monnieri laufen.

Einige Disteln, wie Cirsium tuberosum und Cirsium rivulare.

Clematis recta und Sorten
...
« Letzte Änderung: 16. März 2023, 21:44:53 von lerchenzorn »
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Mufflon

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Was hier alle Dürresommer überlebt hat auf Lehm in Schatten bis Sonne ohne Probleme:
- Epimedium 'Orangequeen' und 'Frohnleiten'
- Acanthus mollis
- Anemone hupehensis
- Clematis integrifolia
- alle Rosen
- Hemerocallis
- Polygonatum odoratum
- Aruncus dioicus
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“It's a shame we didn't plant this tree a long time ago," said Tiny Dragon. "Imagine how big it would be."
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Alva

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Schnitt-Lauch! Ich wüsste nicht, was den umbringt.
Ich bringe den um. Ganz locker und laufend  :-X  :-[
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My favorite season is the fall of the patriarchy

Immer-grün

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Die zähen Epimedium sind hier auch top, die wässere ich nie.
Hemerocallis ( vollsonnig) hatten letzten Sommer sichtlich gelitten.
.
Standort Sonne bis 14.00/ 15.00 Uhr: Kalimeris incisa ‚Madiva‘, Gillenia trifoliata, beide sehr gut.
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Kakifreund

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Schnittlauch gedeiht hier bei mäßig trockenen Sommern und teilweise sehr nassen Wintern tatsächlich hervorragend  8)
Ich werfe sonst noch Kamelien (leider nicht überall winterhart), Papaver, Nepeta, Flieder in die Runde.
Was schwierig ist oder kaum geht ist hier z.B. Allium und Perovskia, es ist im Winter eben einfach zu nass.
Alles an halbschattigem Standort mit tonigem Lehm.
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Der Garten ist nicht, um ihn zu unterwerfen, nicht, um ihn zuzupflastern, sondern um ihn im Einklang mit der Natur zu gestalten.

Liebe Grüße aus Nordrhein-Westfalen/NRW
Jan

LissArd

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Ich habe hier auch schweren Lehm und im Winter praktisch dauerfeuchten Boden, da die Sonne zwischen November und März viele Stellen im Garten einfach nicht erreicht. Im letzten Sommer hatten wir von Mai bis August absolut keinen Niederschlag und der Boden wurde in der endlosen Sonne zu Beton.

Absolut problemlos stecken das hier am überwiegend sonnigen Standort seit fast 20 Jahren diverse Echinops, Eryngium und Acanthus hungaricus weg. Das gleiche gilt für Miscanthus, Calamagrostis varia, Bistorta amplexicaule und Campanula alliarifolia. Auch Veronicastrum sibiricum sowie Anemone tomentosa robustissima konnten bisher weder trockene Sommer noch nasse Winter den Garaus machen.

Erstaunlicherweise hält sich auch der immer wieder als eher für den Halbschatten angepriesene braunblättrige Wasserdost (Eupatorium rugosum ‚Chocolate‘) einwandfrei. Gerade in der Mittagssonne schlappen die Blätter zwar kurzfristig teils extrem, erholen sich aber im Nullkommanix. Ich habe vier oder fünf große Pflanzen und sie stehen gemeinsam mit den Anemonen seit 2006 an der immer gleichen Stelle ohne je groß gewässert worden zu sein.

Wo es zumindest einige Stunden über Mittag etwas Schatten gibt, halten sich bei mir seit ebenfalls 20 Jahren  Astrantien und Brunnera, Geranium ‚Orion‘ und ‚Johnson’s Blue’, Thalictrum ‚Elin’ und Lysimachia clethroides – auch ohne jegliche künstliche Bewässerung.

Und so anspruchslos und unkaputtbar, dass ich regelmäßig vergesse, sie überhaupt zu erwähnen… Akelei, Hemerocallis fulva und Aster ageratoides.

Das positive am „Betonlehm“ ist ja zumindest, dass man so einiges pflanzen kann, was in leichteren Böden sofort ganz übel wuchern würde, hier aber gut kontrollierbar bleibt.
« Letzte Änderung: 16. März 2023, 23:17:31 von LissArd »
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»Im übrigen bin ich, nicht ungern, der Sklave meines Gartens. Es macht mich sehr müd und ist etwas zuviel, aber in alledem, was die Menschen heut tun, fühlen, denken und schwatzen, ist es das Klügste und Wohltuendste, was man tun kann.« – H. Hesse

LissArd

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Bei den zum Verwildern geeigneten Zwiebelblumen haben sich hier im wechselfeuchten Lehm seit 2003 Ipheion uniflorum, Chionodoxa, Hyacinthoides non-scripta, Galanthus und Tulipa sylvestris als mit Abstand am zuverlässigsten erwiesen. Ebenso Camassien, Fritillaria meleagris und Allium nutans, die aber alle „erst“ seit knapp 10 Jahren. Und Muscari, aber die wachsen wohl überall wie Unkraut. Mit allem anderen, z.B weitere Wildtulpen, Krokusse, Erythronium und Narzissen „experimentiere“ ich noch und bin gespannt, was wiederkommt. Allerdings sind hier auch immer Wühlmäuse zusätzlich zu Nässe und Trockenheit ein Problem.
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»Im übrigen bin ich, nicht ungern, der Sklave meines Gartens. Es macht mich sehr müd und ist etwas zuviel, aber in alledem, was die Menschen heut tun, fühlen, denken und schwatzen, ist es das Klügste und Wohltuendste, was man tun kann.« – H. Hesse

Gersemi

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Ich gärtnere auf schwerem, teils tonigem Lehm, der in Dürresommern bockelhart wird und im Winter naß und kalt ist. 

sonnige Plätze :
 Sedum telephium "Herbstfreude" - andere Sedum sind nicht langlebig
Salvia pratensis
Salvia greggii
Veronicastrum
Veronica longifolia
Nepeta fassenii
Dianthus superbus
Iris barbata
Hemerocallis mit Zusatzwasser
Anemone japonica mit Zusatzwasser
Helianthus mit Zusatzwasser
Heliopsis mit Zusatzwasser
Bronzefenchel
Phlomis russeliana
Phlox amplifolia
Kalimeris incisa
Centaurea
Cephalaria gigantea
Artemisia abrotanum
Stipa tenuissima
Geranium, einige Sorten
Lavendel
Cistus
Linus
Papaver rhoeas
Malven
Rosen

halbschattige Plätze :
Persicaria
Helleboren
Phlox paniculata
Dost
Epimedium
Hosta
Thalictrum
Heuchera

Verluste im Winter :
Verbena bonariensis
Agastachen
Thymian in Sorten
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Gersemi

LissArd

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Oh, und noch drei hier völlig unkaputtbare habe ich vergessen: Boltonia, Knautia und Sanguisorba.

Und bei den Gräsern: Chasmanthium – das ist hier ein absoluter Traum, steht aber auch ganz leicht beschattet.
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»Im übrigen bin ich, nicht ungern, der Sklave meines Gartens. Es macht mich sehr müd und ist etwas zuviel, aber in alledem, was die Menschen heut tun, fühlen, denken und schwatzen, ist es das Klügste und Wohltuendste, was man tun kann.« – H. Hesse

lerchenzorn

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Schnitt-Lauch! Ich wüsste nicht, was den umbringt.
Ich bringe den um. Ganz locker und laufend  :-X  :-[

 ;) Auch das macht Dich einzigartig.
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Felcofan

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vielen Dank, dass du den tollen Faden aufgemacht hast, gestern hab ich schon gedacht, dass es etwas abschweift...

und ja, definitiv eine Nische. Ich lese gerade begeistert durch die Beiträge und wollte sogar Notizen machen,

bisher habe ich nur eine lange Liste von winters ertrunkenen...

was auch gut geht hier ist Bronze-Fenchel, der hält sich ganz gut und samt ein bischen aus,

was immer verschwindet (in voller Sonne) ist Papaver orientale

und die Boltonia ist hier so munter, dass sie alle Nachbarn erdrückt


« Letzte Änderung: 17. März 2023, 07:45:34 von Felcofan »
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Nox

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Sehr interessantes Thema, und es gibt doch so allerhand für solche Bedingungen.
Ich habe auch eine winternasse sommertrockene Stelle und experimentiere schon seit Jahren daran herum.
Bei mir halten sich (Halbschattig, unter Bäumen):
Fritillaria meleagris
Begonien
Iris pseudacoris Roy Davidson
Saxifraga stolonifera
Dicentra (vermutlich formosa Langtrees, von einer Gartenfreundin)
Epimedium (dito, vermutlich x versicolor Sulphureum)
Inula magnifica, einmal eingewachsen und mit Hilfe von Schneckenkorn gross bekommen
Hemerocallis - auch wenn sie nach der Blüte nicht mehr schön sind.
P.S.: und Lungenkräuter
« Letzte Änderung: 17. März 2023, 09:21:34 von Nox »
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kaunis

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Endlich ein Thema, das den Klimawandel ernst nimmt und nicht nur die Trockenheitsverträglichkeit isoliert sieht.

Ich würde hier noch den Phlox ergänzen, der bei der reinen Trockenheits- und Hitzebetrachtung zu den Verlierern gehört. Und Eisenhüte.

Wenn man die Bodenverbesserungen mit Sand, Kies etc. aus ökologischen Gründen ablehnt, muss man mit den gegebenen örtlichen Bedingungen gestalten. Und da erwarte ich in diesem Faden viele Anregungen. Toll!
« Letzte Änderung: 17. März 2023, 09:02:40 von kaunis »
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