Die nächste Art gehört zu meinen besonderen Lieblingen -
Cyclamen cyprium, diese Art kommt endemisch auf der Insel Zypern vor.
Angeblich soll es auch Vorkommen auf dem türkischen Festland geben, dies konnte aber meines Wissens bisher nicht belegt werden.
Es handelt sich um eine typische Waldart, die zur Vegetationszeit immer feucht stehen möchte und gut schattiert werden sollte. Bei ihr würde ich generell empfehlen, von unten zu gießen, da sie leicht Botytis bekommen kann. Nach dem Blattfall im April muß eine strickte Trockenphase eingehalten werden. Ab Ende August/ Anfang September langsam wieder von unten bewässern und erst nach dem Austrieb einmal tauchen oder von oben bewässern, damit sich das Substrat wieder vollsaugen kann.
Eine Besonderheit stellt auch die Wurzelbildung dieser Art dar, die Wurzeln erscheinen nur an einem Punkt seitlich an der Knolle. Weswegen sie gerne falsch herum eingetopft wird!
Insgesammt ist es eine Art mit wenigen Variationen, die Blütenfarbe ist immer weiß, leicht rosa gefärbte Typen sollen in der Natur vorkommen, ich habe jedoch nie welche gesehen.
Es gibt einen Samenstrain, den vor etlichen Jahren Elizabeth Strangmann von der Washfield Nursery (Die es leider nich mehr gibt!

) ausgelesen wurde. Bei dieser Form sind die Blätter stark weißlich-silbern gefleckt, sie wird als 'E.S.'-Form bezeichnet.

Cyclamen cyprium 'E.S.'Die Art gehört zu den stark duftenden Alpenveilchen und hat schon alleine aus diesem Grund einen Platz in den Samlungen verdient.
Sie gehört zu einer interessanten Gruppe, die nur im östlichen Mittelmeergebiet verbreitet ist und alle nur in einem kleinem Gebiet endemisch vorkommen. Dazu gehören:
* C. libanoticum, einer der Stars unter den im Frühling blühenden Alpenveilchen - beheimatet in einem Gebirgszug in der Nähe von Beirut
* und das besonders farbkräftige C. pseudoibericum, ebenfalls im Frühling blühend, heimisch in einem kleinem Gebiet in der Süd-Türkei.
Diese drei Arten können untereinander fertile Hybriden bilden, was eine seltenheit bei der Gattung Cyclamen darstellt. Benannt wurden bisher:
* C. x wellensikii - libanoticum x cyprium
* und C. schwartzii - libanoticum x pseudoibericum
die Kreuzung aus C. cyprium x C. pseudoibericum wurde noch nicht registrier, möglich sein sollte sie, allerdings gibt es keine Überschneidung in der Blütezeit. C. cyprium öffnet die letzten Blüten zu Weihnachten und ist spätestends Anfan Januar verblüht, C. pseudoibericum fängt erst Anfang März zu blühen an. C. libanoticum liegt genau in der Mitte, die ersten Blüten öffnen sich im Januar und die letzen im April. Doch dazu im Januar mehr!
LG.,
Oliver.