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13. Juni 2024, 00:49:17
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|21|11|da mir davon nur postelein etwas sagt, deucht mich, dass ich selber offenbar sehr gewöhnlich bin (rorobonn)

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Autor Thema: Schweizer Verbot von invasiven Neophyten: keine Kirschlorbeerhecken mehr  (Gelesen 5027 mal)

Querkopf

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Der Schweizer Bundesrat hat vor wenigen Tagen die Liste der "invasiven gebietsfremden" Pflanzen kräftig erweitert, die nicht mehr verkauft, verschenkt oder neu gepflanzt werden dürfen. Das neue, strenge Verbot gilt ab September - damit den Gartenbaubetrieben Zeit bleibt, ihre Sortimente umzustellen - und schließt u.a. Kirschlorbeer, Buddleia und Paulownia ein.

Die Liste des Verbotenen ist ganz schön lang.
Den originalen juristischen Text der "Freisetzungsverordnung" gibt es hier.

Schon bisher hatten die Schweizer sehr genau hingeguckt bei Neophyten. Nicht nur bei den bekannten Verdächtigen wie Springkraut, Fallopia oder Traubenkirsche, sondern auch bei durchaus gebräuchlichen Gartenpflanzen, die ins Umfeld ausbüxen könnten, etwa bestimmten Geißblättern. Jetzt haben sie die Regeln nochmal verschärft (wobei Pflanzen, die bereits in Gärten wachsen, Bestandsschutz haben).

Ich bin weder Gartenbau- noch Naturschutzprofi; aus dieser Laienperspektive erscheint mir das grundsätzlich sinnvoll. Sinnvoller jedenfalls als die arg duldsame deutsche Art, die weder Verbote noch Sanktionen kennt für problematische Anpflanzungen, noch nicht mal systematische Aufklärung ("waaaas, keinen Sachalinknöterich pflanzen? keinen Essigbaum? die sind doch hübsch! waaas, die sind invasiv? echt jetzt?" :-X). Im einzelnen kann man vermutlich diskutieren, ob ein Verbot evtl. überzogen ist oder ob, andersherum, nicht was Wichtiges in der Liste fehlt. Aber mit einer offiziellen Verordnung haben Naturschutz-Leute wenigstens was in der Hand, um Problempflanzen aus dem Verkehr zu ziehen (im Wortsinn).

Wär's nicht sinnvoll, in D eine ähnliche Initiative - nach Schweizer Vorbild - zu starten (Aufklärung inklusive)?
Wie seht ihr das?
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"Eine Gruppe von ökologischen Hühnern beschloss, jenes Huhn zu verbannen, das goldene Eier legte, weil Gold nicht biologisch abbaubar sei." Aus: Luigi Malerba, "Die nachdenklichen Hühner", Nr. 137

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sempervirens

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Dachte immer die deutschen wären Bürokraten
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Trapa

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Ja, sinnvoll wäre das schon. Aber die Regierung hat sich aktuell derart verfangen in Themen, die tatsächlich wichtiger sind, die werden keine neue Baustelle aufmachen wollen. Denn die, die immer gegen alles sind, würden sich in jedem Fall drüber aufregen.

Wobei ich staune, dass Paulownia in der Schweiz als invasiv gilt. In Berlin friert sie in den früher als normal betrachteten Wintern so stark zurück, dass sie kaum zum Blühen kommt. Aber da machen ein paar Grad schon vielleicht einen großen Unterschied.
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Das Unkraut ist die Opposition der Natur gegen die Regierung der Gärtner (Oskar Kokoschka)

Gartenplaner

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Felcofan

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Paulowniensämlinge konnt ich schon ein paar  in Basel beobachten, Catalpa versamt sich hier auch. Die Paulownienzuwachsraten sind exorbitant, faule Gärtner, die nur mal abschneiden, werden in der Saison mit durchaus 3-4 m beglückt…
Bei den Schwiegereltern im Weinbaugebiet um Bingen übrigens auch, da siedeln Paulownien gerne  in Stützmauern

Davin abgesehen, ist die hiesige Einheimischen-Lobby sehr stark. Beruflich krieg ich das ab und zu mit, geht so weit, das Einheimisch über standortgerecht gestellt wird oder an einem Mehrfamilienhaus nur Wiese geplant wird, kein bischen Spielrasen, für die Ökobilanz.

Was dann alle vergessen: kein Neophytenverbot wird die magerkeits- und wärmeliebenden Arten zurückbringen, die mit den frühen Bauern aus der Steppe gekommen sind.
Weil da nämlich viel mehr Stickstoff ist als vorher

Die ursprünglichen Standorte sind weg, unwiederbringlich aufgedüngt





« Letzte Änderung: 05. März 2024, 17:10:36 von Felcofan »
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Starking007

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Und solche Verbote retten die Welt???

Autofabrikate aus der ganzen Welt dürfen auf saudischem Asphalt überall fahren,
von Menschen unterschiedlichster Herkunft,
ursprünglich alle aus Afrikanischen Grabenbruch..............
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Gruß Arthur

Staudo

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Auch die EU kennt eine Liste invasiver Neophyten, die nicht gehandelt werden dürfen. Die Schweizer Liste ist strenger.
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„Am Ende entscheidet die Wirklichkeit.“ Robert Habeck

planwerk

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Und solche Verbote retten die Welt???

Aber sicher!  ;D ;D ;D

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Staudige Grüße vom Chiemsee!

hobab

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Die Idee invasive Neophyten wie die Schweizer zu bekämpfen finde ich sehr sinnvoll. Kollegen aus der Schweiz berichten von Prämien für die manuelle Bekämpfung von beispielsweise Erigeron canadensis. Ich hielt das für absurd, bis ich Fotos gesehen habe von ehemaligen Almwiesen, die nur noch aus diesem Erigeron bestanden, innerhalb von wenigen Jahren war die ursprüngliche Wiese verschwunden. Ein anderer Kollege schickt mir Fotos von den letzten Exemplaren von Iris sibirica, die gerade dabei waren auch noch von der Goldrute überwachsen zu werden. Fast die gesamten Bestände in der Region waren schon verschwunden.
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thuja thujon

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Götterbaum ist hier tatsächlich eine Pest, man kapituliert. Sie überrennen Standorte und der Ausbreitungsdrang ist enorm.
Und so ists auch bei zB Ambrosia entlang der Bundesstraßen.

Kirschlorbeer weg, es trifft doch keinen Liebhaber. Die Laurophyllisierung der Wälder wird man damit trotzdem nicht aufhalten.
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hobab

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Die Schweizer sind da ziemlich radikal, Buddleja, ist meine Meinung nach noch heftiger als der Kirschlorbeer, sie sind aber feste dabei das Zeug zu bekämpfen. Beim Götterbaum wird uns wohl kaum was anderes übrig bleiben, die Folgekosten wenn man es nicht macht, sind vermutlich gigantisch. Das Zeug ist ne echte Pest! Aber sie roden ja nicht mal die stehenden Samenschleudern.
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Nox

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Und hier werden Paulownien in den höchsten Tönen gelobt, als DER Klimabaum. Rekordverdächtige Holzzuwächste, traumhafte CO2-Speicherung etc. Es sollen nun Wälder/Plantagen damit angelegt werden.
.
Ihr lieben Leute vom Naturschutz, könnt Ihr Euch mal auf etwas einigen ?
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hobab

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Verstehe ich auch nicht so ganz, Douglasien nein, aber Paulownia ja? Nur weil sie lila blühen?
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Staudo

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Weil sie sich stark ausbreiten.  ;) Aber das macht Spitzahorn auch.
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Kürbisprinzessin

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Und hier werden Paulownien in den höchsten Tönen gelobt, als DER Klimabaum. Rekordverdächtige Holzzuwächste, traumhafte CO2-Speicherung etc. Es sollen nun Wälder/Plantagen damit angelegt werden.

Es gibt auch Sorten, die einen moderaten Ausbreitungsdrang angezüchtet bekommen haben.
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