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News: Geist ist die Voraussetzung der Langeweile. (Max Frisch)
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15. Juni 2024, 16:43:58
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Autor Thema: Frage zur Weinrebenpflanzung  (Gelesen 2075 mal)

cydorian

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Re: Frage zur Weinrebenpflanzung
« Antwort #45 am: 17. Mai 2024, 22:12:50 »

Sie brechen ab, wenn man sie wie die alten Kordons erzieht, nicht bindet, keine weitern Drähte oder Rahmen zieht.  Hängen sie von vornherein, bricht auch nichts. Ich hab sowas gerade vor meinem Fenster, seit Jahren.

Unsere Methode ist eher der "Kordon für Faule und für heisse Sommer". Das sieht bei weitem nicht so schön geführt und geordnet aus, zu Kordon-Zeiten wäre es als "schlampig" gewertet worden.
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thuja thujon

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Re: Frage zur Weinrebenpflanzung
« Antwort #46 am: 17. Mai 2024, 22:16:22 »

Ja, da gehts meistens um das nicht zu weit herunterhängen.
Besser ists man lässt die Rebe mit den Jahren so lange auf die Seiten wachsen und schneidet dabei so viele Augen für die gesamte Rebe an, das man die Triebe nicht einkürzen muss, weil sie von selbst aufhören zu wachsen, weil die Rebe im Gleichgewicht ist.

Muss man schon früh einkürzen, weil es zu lang wird, kommen danach wieder Geiztriebe, die wieder zu lang werden. Und wenn man noch früher schneiden muss, werden die Trauben zu dicht und drücken sich bei den dichttraubigen Sorten ab und verschimmeln. Muss man erst spät schneiden, machen die Geiztriebe keine Probleme, dann hat man nur unnötig Arbeit wegen dem schneiden.

Das zu treffen, ist die Kunst der Fassadenreben.
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LissArd

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Re: Frage zur Weinrebenpflanzung
« Antwort #47 am: 17. Mai 2024, 22:34:44 »

Besser ists man lässt die Rebe mit den Jahren so lange auf die Seiten wachsen und schneidet dabei so viele Augen für die gesamte Rebe an, das man die Triebe nicht einkürzen muss, weil sie von selbst aufhören zu wachsen, weil die Rebe im Gleichgewicht ist.
Den Satz oben verstehe ich noch nicht so richtig. Was genau ist damit gemeint, “die Rebe auf die Seiten wachsen lassen” und so viele Augen anschneiden, dass man die Triebe nicht einkürzen muss? Wie muss ich mir das vorstellen?

Danke jedenfalls schon einmal für die vielen Erklärungen! :-)
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»Im übrigen bin ich, nicht ungern, der Sklave meines Gartens. Es macht mich sehr müd und ist etwas zuviel, aber in alledem, was die Menschen heut tun, fühlen, denken und schwatzen, ist es das Klügste und Wohltuendste, was man tun kann.« – H. Hesse

LissArd

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Re: Frage zur Weinrebenpflanzung
« Antwort #48 am: 17. Mai 2024, 22:37:29 »

Sie brechen ab, wenn man sie wie die alten Kordons erzieht, nicht bindet, keine weitern Drähte oder Rahmen zieht.  Hängen sie von vornherein, bricht auch nichts. Ich hab sowas gerade vor meinem Fenster, seit Jahren.

Unsere Methode ist eher der "Kordon für Faule und für heisse Sommer". Das sieht bei weitem nicht so schön geführt und geordnet aus, zu Kordon-Zeiten wäre es als "schlampig" gewertet worden.
wie hoch führst du den Wein? Also wieviel Abstand sollte ich mit meinem Seil zur Oberkante meiner Türen lassen, damit nicht der herunterhängende Wein den Durchgang versperrt?
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Re: Frage zur Weinrebenpflanzung
« Antwort #49 am: 17. Mai 2024, 22:40:12 »

Wenn eine Rebe 200 Triebe bilden muss, weil man 200 Augen stehen gelassen hat, werden diese Triebe nur sehr kurz (zB 15cm). Schneidet man die selbe Rebe auf 2 Augen, werden die beiden Triebe sehr lang (zB 6m).

Wenn deine Rebe in 5 Jahren mit 60 Augen die optimale Trieblänge haben sollte, müssen die 60 Augen irgendwo untergebracht sein. Deshalb nach links und rechts ziehen. Man gibt der Rebe so viel Platz, wie sie braucht. Das ist Gärtnern mit der Natur, nicht gegen sie (schneiden im Sommer, weils zu lang geworden ist).
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Mediterraneus

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Re: Frage zur Weinrebenpflanzung
« Antwort #50 am: 17. Mai 2024, 22:55:53 »

Ich schneide im Sommer nur die 'zu langen' über dem Garagentor, der Rest darf runterhängen.
Dabei nehme ich auch zu dichte Triebe mit Fruchtständen, bzw. zuviele Früchte raus, sonst Ernte ich zuviel und schlechtere Qualität, es kommt mehr Sonne an die verbliebenen.
Das mach ich, wenn Früchte etwa erbsengross. Etwa die Hälfte der Früchte kommt somit weg.
Ausserdem bremst es das Wachstum, bilde ich mir ein.
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cydorian

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Re: Frage zur Weinrebenpflanzung
« Antwort #51 am: 17. Mai 2024, 23:20:25 »

wie hoch führst du den Wein? Also wieviel Abstand sollte ich mit meinem Seil zur Oberkante meiner Türen lassen, damit nicht der herunterhängende Wein den Durchgang versperrt?

Je höher, desto weniger Arbeit. Das Altholz läuft bei mir ca. 50cm über der Fensteroberkante.
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LissArd

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Re: Frage zur Weinrebenpflanzung
« Antwort #52 am: 17. Mai 2024, 23:47:15 »

Danke Euch allen, ihr seid super! :-) So langsam bekomme ich etwas mehr theoretisches Verständnis… und mit der Zeit dann hoffentlich auch die entsprechende Praxis.

Eine (für’s erste…) letzte Frage: Wenn sich an meinen Reben jetzt im ersten Jahr schon Trauben bilden wollen - die entferne ich dann aber erstmal komplett?
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Re: Frage zur Weinrebenpflanzung
« Antwort #53 am: 18. Mai 2024, 00:06:54 »

Die Triebe sehen kräftig aus, eine wirklich nur kleine Kostprobe kannst du stehen lassen.
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flammeri

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Re: Frage zur Weinrebenpflanzung
« Antwort #54 am: 18. Mai 2024, 05:50:10 »

Kleiner Tip Von mir: beobachte welche Augen am Trieb die fruchttragenden sind, dann kannst Du den Schnitt entsprechend später anpassen. LG
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Re: Frage zur Weinrebenpflanzung
« Antwort #55 am: 18. Mai 2024, 09:37:04 »

Problem ab dem übernächsten Jahr: wo ziehst du die Triebe am waagrechten Seil lang? Sollen die runterhängen?

....  er sagte er würde die vom Haupttrieb abgehenden Triebe im Winter “auf Zapfen” schneiden und im Sommer die Fruchttriebe auf wenige Blätter hinter der zweiten Traube kappen. Man müsse schauen, welche Art Trauben man habe und entsprechend schneiden, ....

Das ist meiner Meinung nach die einfachste Methode. Quasi "Hauptleitung" und davon abstehend die "Stummel" (=Zapfen). An den Zapfen kommen die grünen Langtriebe raus, die runterhängen. Je länger man die Zapfen hinkriegt, desto weiter weg von der Mauer hängen die Trauben und der Laubvorhang.
(das ist das, was Thuja nicht gefällt, das "vergreisen", das ist auch gegen die "Lehrmeinung" in den Büchern ;) )
Die Zapfen wachsen freilich nur langsam nach außen, da man im Frühjahr die vorjährig gewachsenen Langruten (den Vorhang) auf 2-3 Augen zurückschneidet. So wird der Zapfen jedes Jahr etwa 2 Augen länger.
Irgendwann ist auch Schluss, es wird zu schwer und der Baldachin neigt sich nach unten. Dann muss man die Zapfen auch ins alte Holz wieder kürzen.

Am einfachsten dafür sind Reben, die ihren Blütenstand direkt am Anfang des frischen Triebes bilden, hier z.B. meine 'Kischmisch'. 'New York Muscat' und 'Muscat Bleu' machen das auch so.
Wie flammeri schreibt, du musst deine Rebe verstehen, wo sie die Früchte macht.

Wie man (unscharf 8) ) sehen kann, kommt bei NYM der frische grüne Trieb erst mit einem Blatt, dann eine Blüte, eine Blüte und Blätterblätterblätter.
Die Blüten sind am Beginn des Triebes, man könnte den ersten Fruchtstand lassen, den zweiten wegmachen und den Trieb dann entweder von der Wand weghängen lassen oder nach ein paar Blättern kappen.

« Letzte Änderung: 18. Mai 2024, 09:48:42 von Mediterraneus »
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Re: Frage zur Weinrebenpflanzung
« Antwort #56 am: 18. Mai 2024, 09:45:38 »

Vielleicht besser bei Kischmisch
Grad eben Foto gemacht, gegen den Himmel ist schwierig.

Man sieht auch hier, dass der frische Trieb mehr oder weniger gleich mit einer Blüte beginnt, dann kommt die zweite und dann Blätterblätterblätter

« Letzte Änderung: 18. Mai 2024, 09:50:45 von Mediterraneus »
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Re: Frage zur Weinrebenpflanzung
« Antwort #57 am: 18. Mai 2024, 09:48:45 »

Flammeri meint nicht ob sie die Trauben am Anfang oder etwas später des diesjährigen Triebes machen, sondern ob sie überhaupt Trauben machen, wenn man auf 2 Augen zurückschneidet. Manche Sorten sind da faul und liefern erst an den Trieben ab dem 3,4,5ten Auge vernünftige Trauben.
Das wurde weiter vorne erwähnt und ist in der Diskussion untergegangen.
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Re: Frage zur Weinrebenpflanzung
« Antwort #58 am: 18. Mai 2024, 09:53:44 »

Thuja ist reingegrätscht ;D

Genau. Schwieriger finde ich z.B. die 'Romulus', da geht das mit den Zapfen nicht, da die unendlich lange Triebe macht, die Trauben hängen viel weiter außen am Trieb.
Das ginge an einer Hausmauer mit den runterhängenden Trieben eher nicht, da die Trauben weiter außen hängen, quasi dann im Vorhang sind und den "runterziehen".
Die geht also schlecht für den "Faule-Leute-Kordon" ;)


« Letzte Änderung: 18. Mai 2024, 09:57:41 von Mediterraneus »
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Re: Frage zur Weinrebenpflanzung
« Antwort #59 am: 18. Mai 2024, 10:13:23 »

Flammeri meint nicht ob sie die Trauben am Anfang oder etwas später des diesjährigen Triebes machen, sondern ob sie überhaupt Trauben machen, wenn man auf 2 Augen zurückschneidet. Manche Sorten sind da faul und liefern erst an den Trieben ab dem 3,4,5ten Auge vernünftige Trauben.
Das wurde weiter vorne erwähnt und ist in der Diskussion untergegangen.

Sind das nicht die gleichen, die auch am einjährigen grünen Trieb sehr langtriebig wachsen und dort erst spät die Traube bilden? Viel Americanoblut?
Romulus ist jedenfalls eine Rebe, mit der ich nicht so gut zurechtkomme. Ernten tut man trotzdem mehr als genug.
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