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Braunfäule- Phytophtora (Gelesen 13609 mal)

Pflanzenstärkung, Krankheiten und physiologische Störungen

Moderator: Nina

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brennnessel

Re:Braunfäule- Phytophtora

brennnessel » Antwort #10 am:

Ohne lebendes Pflanzengewebe kann die Krautfäule nur kurze Zeit in und auf dem Boden überleben.
Das erklärt mir nun auch, warum meine Kübeltomaten trotzdem, dass ich sie in Kompost setzte, der auch aus kranken Pflanzen des Vorjahres besteht und die Pflanzen im Gewächshaus, in dem im Vorjahr Fäule auftrat, trotz des anhaltenden pilzfreundlichen Wetters so lange gesund blieben . Wie das mit anderen Krankheiten, die Viren und Bakterien verursachen, aussieht, ist wahrscheinlich etwas anderes..... LG Lisl
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Gülisar
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Re:Braunfäule- Phytophtora

Gülisar » Antwort #11 am:

Dazu fallen mir die Biotonnen unserer Region ein. Hierüber sollen Menschen, die nicht kompostieren (können) ihre organischen Abfälle entsorgen. Der Inhalt der Tonnen kommt ins Kompostwerk, den fertigen K. kann man sich sehr günstig beschaffen.Aaaaaaber, und ich bin wohl nicht die Einzige, was ist mit all den befallenen Pflanzenteilen, die hierüber entsorgt werden? Ich flächenkompostiere alles, was ich in die Finger kriege, aber jegliches befallene Material, braunfaule KArtoffeln. mehlbetaute Rosen, begitterrostete Birnenblätter, botrytische Erdbeeren etc. geht in die Biotonne. Holen sich die Bezieher des fertigen K. nun sämtliche Erregerlein geballt in den GArten?Die Biotonne benutze ich durchaius nicht aus Überzeugung, sondern ich bin verpflichtet, eine zu bezahlen. Dann nutze ich sie auch, Und statt eine größere teure Restmülltonne für zweifelhafte Abfälle anzuschaffen, kommt nun alles, was ich für vertretbar halte, in die "Biotonne": Befallenes halt, der Mist aus dem Katzenklo, auch Wellpappe......Angeblich wurden im Kompostwerk auch schon Häute und EIngeweide geschlachteter Tiere gefunden. Die waren nun aber nicht von Mir. Organisch ist es ja auch, der Rest vom toten Tier, aber seuchenhygienetechnisch???????
pocoloco
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Re:Braunfäule- Phytophtora

pocoloco » Antwort #12 am:

@ Lisl,
... warum meine Kübeltomaten ... trotz des anhaltenden pilzfreundlichen Wetters so lange gesund blieben .
stimmt, meiner Meinug nach kann man krautfäuleinfiziertes Material durchaus kompostieren, aus eben diesem Grunde. :)@ Gülisar,ähnliches gilt für mich bei Birnengitterrost, da für das Überwintern des Pilzes bestimmte Wacholderarten notwendig sind, somit ist es alleine wohl nicht lebensfähig.Aber das würde ich auch in jedem Einzelfalle, d.h. für jede Krankheit explizit prüfen, daher im Zweifel lieber nicht in den Kompost. Was sonst hineingehört? Ich habe gelernt, ohne es exakt zu hinterfragen, daß weder tierische Abfälle (Ausnahmen, z.B. Eierschalen), noch gekochte oder erhitzte Speisen in den Kompost gehören (Ausnahme, z.B. Reste von entsaftetem Obst). Für ersteres sprechen sicherlich Krankheiten, wie Würmer, die sich auch über pflanzliches Material auf den Menschen übertragen könnten, im letzteren Falle sehe ich vorrangig die Gefahr, Ratten anzulocken. Weitere Ausnahme, die ich mache, sind Kaffeefilter, da meines Wissens Kaffee-Satz eine sehr positive Wirkung auf Kompost haben soll, und ich hab noch keine kaffeesatz-lesende Ratte gesehen. ;D ;D ;DZudem gehören Abfälle von Zitrusfrüchten und Bananen nicht in den Kompost, sie sind zumeist sehr stark gespritzt. >:(Das Problem mit zugekauftem Kompst ist halt, das er nur so gut ist, wie das, was die Menschen hineinwerfen, und wie Du auch, schmeißen viele wissentlich oder unwissentlich genau das hinein, was in den Kompost nicht sollte. Bei organischen Abfällen würde hier noch Erhitzen helfen, sofern dieses gemacht würde. Aber wer sagt mir, daß nicht auch echte Sauereien hierhinein ihren Weg finden? Im Blumenbeet muß mich das vielleicht noch nicht interessieren, aber im Gemüsebeet ???. Der industrielle Mensch hat leider die Eigenschaft, nix vernichten zu können, erst wird´s in der Fleischwirtschaft verfüttert, bis die Tiere dann BSE bekommen, dann verwerten wir den Dreck in der Fischwirtschaft, bis ... und wenn das nicht mehr geht, machen wir vielleicht Kompost draus, bis .... . Das erklärt mein recht hohes Maß an Mißtrauen. Ich verwende hier lieber zusätzlich Stallmist aus einer mir bekannten Quelle, ohne Antibiotika und anderen unbekannten Größen. Aber auch hier gibt es durchaus wichtige Vorsichtsmaßnahmen, so sollte der Mist z.B. gut untergegraben werden. ::)
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Gülisar
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Re:Braunfäule- Phytophtora

Gülisar » Antwort #13 am:

Pocoloco, dein letzter Absatz ist nett geschrieben. Irritieren tut mich dein Hinweis, Stallmist gut unterzugraben.....?Bin bisher immer dem Glauben aufgesessen, aerobe Verhältnisse seien jeglicher Stoffumsetzung im Mulch (und so verwende ich den (abgelagerten) Mist) zuträglich. Kannst du für Aufklärung sorgen???danke, gülisar
Equisetum
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Re:Braunfäule- Phytophtora

Equisetum » Antwort #14 am:

Ja, das interessiert mich auch. Ich weiß, früher haben wir den Mist beim Umgraben immer in die Furche geworfen und den Spatenstich der nächsten Reihe draufgeschmissen. Das entspricht auf den ersten Blick nicht der Auffassung, daß organisches Material an der Oberfläche bleiben und nur ganz leicht "eingeharkt" werden soll. Equisetum
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pocoloco
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Re:Braunfäule- Phytophtora

pocoloco » Antwort #15 am:

Der erste und einleuchtenste Grund ist einfach der, daß wenn der Mist zu oberföächlich liegt, daß er austrocknet und nicht mehr rottet. Den zweiten muß ich an dieser Stelle zunächst mutmaßen, werde ihn aber, sofern keiner in die Bresche springt rescherschieren: Der aerobe Kontakt von Exkrementen und Pflanzen ist der normale Übertragungsweg für Krankheiten (siehe Fuchsbandwurm). Von daher sollte dieser Kontakt vermieden werden. Aber wie gesagt, ich hab mal was dazu gelesen, aber es kann etwas dauern, bis ich das wiedergefunden habe. LGUwe
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carlina
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Re:Braunfäule- Phytophtora

carlina » Antwort #16 am:

@ pocoloco: Vielen Dank für die ausgezeichneten Links, genau das suchte ich. Jetzt weiß ich immerhin, dass nicht unbedingt meine auf den Kompost geworfenen infizierten Tomatenpflanzen die Ursache für Nachfolgeinfektionen in den weiteren Jahren waren. Obwohl es nach den Infos es ja auch durchaus sein könnte, dass Sporangien in den infizierten Tomatenfrüchten überleben konnten. Andererseits zersetzen die sich ja schneller im Kompost als Kartoffeln....und das Mycel soll ja nicht länger als drei Wochen überleben können....Es kommen also nur als Ursache für den Ausbruch der Infektion krankes Saatgut ( ich habe den Samen von Vern bezogen ???!!), durch Wind übertragene Zoosporangien und ungünstige Witterungsverhältnisse in Frage.Meine einzige Kübeltomate, von der ich schon ein paar Tomaten ernten konnte, hatte es inzwischen auch erwischt. Und das obwohl sie im Kübel, überdacht an der Südseite der Hauswand stehen. :'( Es ist ein Trauerspiel!LGcarlina
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Silvia
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Re:Braunfäule- Phytophtora

Silvia » Antwort #17 am:

Phytophtora tritt als Welkepilz besonders bei Bodenverdichtung und Vernässung auf. Das kann ich aus Erfahrung bestätigen. Bei mir werden viele Pflanzen davon befallen, weil unser Boden sehr verdichtet ist. Besonders in einem Beet leiden die Pflanzen darunter und eine Pfingstrose bekommt regelmäßige Welkeerscheinungen. Ich tippe stark auf Phythophtora. Sie erholen sich dann zwar immer wieder, weil der Boden auch austrocknet, aber so richtig in die Gänge kommen die Pflanzen dann nicht.Am wirkungsvollsten ist immer noch guter Wasserabzug. Irgendwo hatte ich dazu schon mal was geschrieben, glaube ich.LG Silvia
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carlina
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Re:Braunfäule- Phytophtora

carlina » Antwort #18 am:

Silvía, Ich trau mich jetzt eigentlich fast gar nicht mehr, dir zu sagen, dass Phytophtora kein Virus ist, sondern ein Pilz.... :-[LGcarlina
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Silvia
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Re:Braunfäule- Phytophtora

Silvia » Antwort #19 am:

Stimmt, das war natürlich Quatsch. Das ist ein Welke-Pilz. Ich ändere es oben mal und schreibe es anders. Ich war aus mir nicht erfindlichen Gründen bei Phytoplasmen gelandet, aber bei den Viren ging es ja gar nicht um Pflanzenviren ...Danke!LG Silvia
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Re:Braunfäule- Phytophtora

pocoloco » Antwort #20 am:

Die Frage nach der Übertragung über Tomatensamen würde mich überaus interessieren, leider hab´ ich hierzu noch nix exaktes gefunden. Weiß da jemand was genaueres?thxUwe
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Silvia
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Re:Braunfäule- Phytophtora

Silvia » Antwort #21 am:

Dann müssten die Pilzsporen am Samen haften, der Samen also nicht steril sein. Anders kann es nicht gehen. Möglich ist sowas natürlich, gerade auch, wenn man keinen gekauften Samen nimmt.LG Silvia
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Fritz73

Re:Braunfäule- Phytophtora

Fritz73 » Antwort #22 am:

Dieser Pilz an Tomaten und Kartoffeln kann nur mit lebender Substanz von Jahr zu Jahr übertragen werden.Die Pilzsporen überwintern an infizierten Knollen. Man sollte nur kontrolliertes Saatgut verwenden.Am meisten wird die Krankheit in Klein-und Hausgärten mit den sog. "Durchwuchs-Kartoffeln" übertragen. Das sind die Kartoffeln, die bei der Ernte im Boden verloren gehen.Beim Auswuchs im Frühjahr sollten diese mit Kraut unbedingt entsorgt werden. Die Sporen werden mit dem Regenwasser übertragen. Spritzwasser also nie auf die Blätter geben. Boden mit Stroh (20 cm) mulchen, anfangs Juni 2-3 Blätter über Boden entfernen.In unserer Region haben Freilandtomaten, ohne chemischen Einsatz, keine gosse Ueberlebenschance.Regendach auf 2m Höhe, sowie gegen Wetterseiten eine Folienabdeckung genügt.Infiszierte Blätter täglich ganz entfernen.GrussFritz
Wirle Wupp
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Re:Braunfäule- Phytophtora

Wirle Wupp » Antwort #23 am:

Blöde Frage: Hat es mich jetzt auch erwischt?In meinem letzten Garten und bei wesentlich besserem Wetter hatte ich ja auch schon Tomaten, aber nie Braunfäule. Daher habe ich die Symptome wohl bislang übersehen, habe auch immer auf den grauen Pilzbelag gewartet. Aber das sieht mir jetzt wirklich danach aus, ich glaube da kann ich die Augen nicht mehr vor verschließen. Kann bitte jemand bestätigen, ob das Braunfäule ist?
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Wirle Wupp
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Re:Braunfäule- Phytophtora

Wirle Wupp » Antwort #24 am:

Und hier ist noch das Bild der Tomaten dieser Pflanze: Die hat mich so wie so geärgert, hatte schon Blütenendfäule, jetzt sowas. Wehe die steckt mir den Rest an >:(
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