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Autor Thema: Unterwuchs von Robinia  (Gelesen 2542 mal)

macrantha

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Unterwuchs von Robinia
« am: 23. August 2005, 21:38:45 »

Wenn man Robinien nicht fällen kann (was ich in diesem Fall gerne täte) - was würde darunter wohl wachsen - abgesehen von Brennesseln, Klettenlabkraut und Holunder? Je mehr ich suche, desto mehr scheint es mir, daß unter Robinien nur Kies wächst ... :-\
Vielleicht hat jemand damit eigene Erfahrungen gemacht und kann mir weiterhelfen?
Liebe Grüße
macrantha
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Hortulanus

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Re:Unterwuchs von Robinia
« Antwort #1 am: 24. August 2005, 08:18:09 »

Mit Unterstützung einiges. Mein Nachbar hat einige Blattstauden und Clematis unter seiner R. schon vor Jahren angepflanzt, die recht gut wachsen. Er muss halt immer auf ausreichende Wassergaben achten.

Ansonsten müssten eigentlich trockenheitsverträgliche Ziergräser gut zurecht kommen. Desweiteren etliche Zwiebelgewächse, die ohnehin eine trockene Sommerpause benötigen.

Je nach Bodenreaktion kämmen bei den Gehölzen/Sträuchern in Betracht:
- Calluna
- Erica
- Genista
- Rosa (einige)
- Cotoneaster

Ohnehin ergäbe vielleicht ein Heide-ähnliches Beet mit ein paar Findlingen, dekorativen Gräsern, Heidekraut sowie mit einer Vogeltränke ein hübsches Bild.
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bernhard

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Re:Unterwuchs von Robinia
« Antwort #2 am: 24. August 2005, 10:48:49 »

scherzhaft würde ich jetzt sagen, dass unter robinia auch robinia gut wächst ;D

spass beiseite. hortu hat ja schon ein schönes bild "gezeichnet". die zu pflanzenden gehölze müssen vor allem auch mit ausreichend stickstoff zu recht kommen. pflanzen die hier mit übermäßigem wachstum reagieren und dann nicht mehr rechtzeitig ausreifen, kommen nicht in betracht. trockenheitsverträglich müssten sie jedenfalls sein.

allerdings ist unter gewissen problematischen bäumen einiges möglich. solange man nur ausreichend wässert. siehe bernhard mit seinen birken oder hortu mit seinem nussbaum. in solchen problemlagen kann man mit "trial an error" viel erreichen und vor allem auch dazulernen .....
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Bernhard

Urs

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Re:Unterwuchs von Robinia
« Antwort #3 am: 25. August 2005, 01:21:40 »

Hallo Macrantha,

könntest Du die Frage noch etwas deutlicher formulieren oder den Hintergrund erläutern? Unter jungen Robinien kann man sehr vieles pflanzen, gegenüber anderen Baumarten gibt es bei jungen Bäumen kaum Einschränkungen bzw. sind diese eher durch den jeweiligen Boden gegeben, wie Hortulanus ja schon schrieb. Ältere Robinien heben ihren Stammfuß meist stark aus dem Boden heraus. Sier ertragen dann ohne weiteres eine Substrataufffüllung bis an den Stammfuß und in den aufgeschütteten Boden kann man sehr gut pflanzen, ohne starke Wurzelkonkurenz der Robinie vor Etablierung der gepflanzen Arten befürchten zu müssen. Da unter Robinien bekanntermaßen nitrophile Unkräuzer gut gedeihen, sollte man m. E. darauf achten, Pflanzen zu verwenden, die selbst konkurrenzstark sind und Unkraut kaum aufkommen lassen. Vor allem sollten es Pflanzen sein, zwischen denen man nicht den Boden regelmäßig freihalten und eventuell bewegen muss, um nicht noch die Bildung von Wurzelausläufern der Robinie zu fördern.
Symphoricarpos x chenaultii z. B. ist recht gut geeignet, an Stauden u. a. Brunnera macrophylla und Geranium macrorhizum.
Unter unserer Robinia "Casque Rouge" gedeihen auf nährstoffreichem, neutralem Boden aus lehmigem Sand auch Tiarella und Heuchera sowie Hosta (die ich persönlich nicht sonderlich mag) gut. Außerdem trotz sehr geringer Niederschläge Lysimachium punctata. In diesem Jahr möchte ich noch Campanula trachelium dazu pflanzen; ich denke, dass sie mit den gegebenen Bedingungen gut zurechtkommt.
Grüße

Urs
« Letzte Änderung: 25. August 2005, 10:55:44 von Urs »
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macrantha

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Re:Unterwuchs von Robinia
« Antwort #4 am: 25. August 2005, 10:07:41 »

Vielen Dank für Eure Anregungen. :-*
Ich habe die Fläche selbst noch nicht gesehen (muß recht groß sein) und wurde nur gefragt, was machbar wäre.
Dazu muß ich sagen, daß in meiner Region Trockenrasen und Silbergrasfluren häufiger anzutreffen und mir die Robinien deshalb verhasst sind, da sie diese "zerstören".
Ich kann wohl aus allen Vorschlägen etwas ziehen, grundsätzlich soll das Ganze jedoch recht pflegeextensiv sein. Schön wäre z.B. eine Kräuter-Gras-Mischung, die mit ein- bis zweimaliger Mahd sowohl ästhetisch als auch unter ökologischen Gesichtspunkten etwas hermacht. Doch unter den Robinien sehe ich da aufgrund des hohen Stickstoffeintrags - wie schon von Euch angemerkt - schwarz.
Neben Symphoricarpos (oh je - eine meiner "Hasspflanzen") denke ich jetzt an Cotoneaster und evtl. Rosa nitida??? Da diese auch an Autobahnen eingesetzt wird, traue ich ihr einiges zu.
Der Hinweis auf Campanula trachelium und Lysimachia ist auch nicht schlecht. Dabei fiel mir auch meine Aster ein, welche als A. ageratoides identifiziert wurde - diese wuchert jedem erdenklichen Ort (von Vollschatten und trocken bis quietschfeucht).
Liebe Grüße
macrantha
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bernhard

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Re:Unterwuchs von Robinia
« Antwort #5 am: 25. August 2005, 11:06:20 »

mir fiele da noch halimondendron halodendron ein. der salzstrauch. er wird auch an autobahnen und vor allem auch zur meeresufer/dünenbefestigung an nordseeufern verwendet, weil er sehr salzverträglich ist. ich könnte mir vorstellen, dass der es auch unter robinia aushält. bei mir verträgt er jedenfalls auch die trockenheit unter alten birken.

anzumerken wäre dazu, dass er nicht besonders leicht zu beziehen ist. wurzelecht wäre vorzuziehen. wenn man ihn aber doch bekommt dann wohl nur crataegus-unterlage (oder war es caragana?) und die neigt ja auch zum ausläufern. letzteres wäre aber unter robinia und in der dort herrschenden trockenheit vermutlich kein problem. meiner ist ebenfalls veredelt und zeigt keine ausläufertendenzen .....
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Bernhard

Urs

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Re:Unterwuchs von Robinia
« Antwort #6 am: 25. August 2005, 11:21:57 »

Hallo Macrantha,

ich mag Symphoricarpos auch nicht sonderlich, vor allem S. albus ist mir ein Greuel. Die niedrig wachsenden Kultivare sind jedoch für manche Situationen ganz brauchbar und vor allem sehr anspruchslos und einmal etabliert recht konkurrenzstark. Was ist an Cotoneaster besser? Ich nehme an, Du meinst eine niedrige oder halbhohe Art. Die sehen doch genau wie die niedrigen Symphoricarpos meist sehr nach Kaufhallenparkplatzbepflanzung aus.
Wenn viel Platz ist, wären ja vielleicht gegenüber der Wildform schönere Kultivare des Schwarzen Holunders ganz geeignet einbezogen zu werden, z. B. "Black Beauty", "Black Lace", "Aureus", Purpurea" oder "Laciniata". Auf basenreichen Standorten können Weißdorne noch recht gut unter Robinien gedeihen. Einer der für mich schönsten ist "Crimson Cloud", der entweder zu Crategus monogyna oder C. laevigata gestellt wird. Ich empfehle eine Bildersuche bei google; die Sorte sieht wirklich toll aus.
Wenn viel Seitenlicht da ist, wären sicherlich auch Taglilien zur Unterpflanzung geeignet, die machen ja fast alles mit.

LG

Urs
« Letzte Änderung: 25. August 2005, 11:23:14 von Urs »
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macrantha

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Re:Unterwuchs von Robinia -> Sambucus ebulus??
« Antwort #7 am: 18. September 2005, 19:01:31 »

Ich greife dieses Thema nochmal auf -
@ Urs: ja - Du hast recht, mir ging es um niedrigere Arten und dabei finde ich einen Cotoneaster dammeri auch nicht unbedingt hübscher - aber je mehr verschiedene Pflanzen mir einfallen um so besser.

Gestern fuhr ich nun aber an einem Waldstück vorbei und da kam mir vielleicht die Idee - es gibt doch einen staudig wachsenden Holunder (Sambucus ebulus) - wäre dieser nicht auch geeignet? Holunder wird doch immer als "natürlicher" Unterwuchs von Robinia beschrieben. Leider fand ich bezüglich des Zwerg-Holunders darüber nichts näheres ...
Ach - und wie giftig ist dieser denn wirklich - vergleichbar mit dem schwarzen Holunder?
LG
macrantha
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Re:Unterwuchs von Robinia
« Antwort #8 am: 18. September 2005, 22:50:09 »

Hallo Macrantha,

Sambucus ebulus ist eine Hochstaude, kein Strauch und häßlich wie ...
Im Winter friert er zurück und dann stehen die strunkigen Stängel herum.
Er ist auch nicht wirklich zwergig. Trotzdem er in der Literatur als nur bis 1,5 m hoch werdend beschrieben wird, kann er kann durchaus 1,8 bis 2 Meter erreichen.
Ansonsten habe ich ihn ausgewildert eher an frischen bis feuchteren Standorten angetroffen. Zwar würde er sicherlich den Stickstoffreichtum unter Robinien mögen, sicherlich jedoch nicht die unter diesen Bäumen meist vorhandene Trockenheit.
Sambucus ebulus ist nach Literaturangaben deutlich giftiger als Sambucus nigra. In / Liebenow, H. & Liebenow, K . (1988): Giftpflanzen. 3. Aufl. / wird die Giftigkeit von S. nigra in einer dreistufigen Skala ganz unten, diejenige von S. ebulus im mittleren Bereich eingeordnet. Nach / Roth, L.; Daunderer, M.; Kormann, K. & Grünsfelder M (1994): Giftpflanzen - Pflanzengifte. 4. Aufl. / treten nach Genuss roher Beeren von S. nigra lediglich Brechdurchfall und Diarrhoe auf während für S. ebulus auch tödliche Vergiftungen bekannt sind.
Da sich S. ebulus gebietsweise neophytisch ausbreitet, wäre auch das zumindest für mich ein zusätzlicher Grund , die Art nicht zu pflanzen.
LG

Urs
« Letzte Änderung: 18. September 2005, 22:50:59 von Urs »
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macrantha

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Re:Unterwuchs von Robinia
« Antwort #9 am: 19. September 2005, 09:58:07 »

Morgen Urs,

nagut - besonders das Argument "neophytisch" zieht bei mir ...
Ansonsten muß ich sagen, daß er mir recht gut gefällt und an den zwei Standorten wo ich ihn bisher sah auch relativ niedrig blieb (so ca. 1m). Ich finde die tiefdunklen Beeren und das gefiederte Laub sehr reizvoll und auch die Blüte ist ganz ansehnlich für meinen Geschmack. In größerer Anzahl sah ich ihn auch auf eher frischem Boden - ich füge mich.
Einzelne Expemplare liefen mir aber auch schon am sonnigen Gehölzrand über den Weg - damals dachte ich, die heimischen Gehölze/Hochstauden zu kennen und war völlig verwirrt. Auch, weil von mir als "kundig" angesehene Menschen damals auch nicht helfen konnten. Woher kommt diese Stauden denn? Gesehen habe ich sie schon in der Münchner Gegend, hier im fränkischen hingegen ist sie mir noch nie aufgefallen ...
LG
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Re:Unterwuchs von Robinia
« Antwort #10 am: 21. September 2005, 12:08:15 »

Hallo Macrantha,

ich muss mich korrigieren: in den südlichen Bundesländern ist Sambucus ebulus heimisch. Lediglich in den nördlichen der deutschen Bundesländer wird sein Vorkommen als entweder archäo- oder neophytisch gewertet.
Falls Du ihn unter Robinien pflanzt, wäre ich interessiert zu erfahren, wie erfolgreich er sich durchsetzt, vor allem, ob er in der Lage ist, andere Arten wie Kletten-Labkraut, Taube Trespe und Große Brennessel fernzuhalten.
LG

Urs
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Re:Unterwuchs von Robinia
« Antwort #11 am: 21. September 2005, 17:10:55 »

also ich habe ihn heuer das zweite jahr an einem staubtrockenen südwesthang. er etabliert nur langsam und schaffte bisher noch nicht mehr als einen stengel. es ist aber gut zu wissen, dass er invasionstendenzen an den tag legen kann ..... er steht jedenfalls unter beobachtung!
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Bernhard
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