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|28|2|“Da es sehr förderlich für die Gesundheit ist, habe ich beschlossen glücklich zu sein!” (Voltaire)

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Autor Thema: Sortenschutz / Patent auf Gemüse  (Gelesen 2416 mal)

Kartoffel

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Sortenschutz / Patent auf Gemüse
« am: 09. September 2005, 16:33:09 »

Hallo an euch alle.

Hab mal ne Frage betreffend dem Sortenschutz / Patent auf Gemüsesorten.

Ich würde ganz gerne erfahren, was für Gemüsesorten im Augenblick geschützt sind durch einen Sortenschutz / Patent,
und wie lange so ein bestehender Sortenschutz / Patent eigentlich gültig ist bezw. dauert?

Möchte ganz gerne "alte" Gemüsesorten selber vermehren. Dabei will ich jedoch keinerlei geschützten Sorten vermehren, um keine Patente zu verletzten.

Villeicht hat ja auch jemand von euch einen passenden Link dazu?

Vielen Dank für eure Antworten im voraus :D

Gruss von der Kartoffel :)
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Zitat Gerhard Bohl

Feder

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Re:Sortenschutz / Patent auf Gemüse
« Antwort #1 am: 10. September 2005, 11:10:35 »

Hallo Kartoffel
Zum Sortenschutz kann man hier lesen:
http://www.bundessortenamt.de/internet20/Beschreibung/Schutz.htm
Das bedeutet meiner Meinung nach, dass Vermehrung für den eigenen Bedarf in Garten kein Problem ist. Erst wenn man Samen von geschützten Sorten nachbaut und verkauft, könnte es kritisch werden.
Alte Sorten sind meist ohnehin nicht mehr von Sortenschutz betroffen. Und Hybriden schützen sich sozusagen selbst vor Nachbau.
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Das Natürliche bleibt immer gleich. Das Normale ändert sich alle 100 km oder alle paar Jahre.
  Pat Parelli

Kartoffel

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Re:Sortenschutz / Patent auf Gemüse
« Antwort #2 am: 12. September 2005, 18:04:01 »

Hallo Feder

Danke für deine Antwort.
Ist schon sehr hilfreich dein Link, aber gibt es nicht irgendwie eine "Liste" mit allen geschützten / patentierten Gemüsesorten, die man einsehen könnte?
Oder hab ich die auf deinem Link übersehen?
Wenn nicht villeicht kennst du ja auch so einen Link?
Freu mich schon auf deine Antwort. :D

Lieben Gruss von der Kartoffel :)
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Kartoffel

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Re:Sortenschutz / Patent auf Gemüse
« Antwort #3 am: 27. September 2005, 17:07:01 »

Hallo

Hab gerade erfahren dass der Sortenschutz generell bei 25 Jahren und bei Kartoffeln sogar 30 Jahre dauert.

Kann man danach die Sorte ohne Erlaubnis des Sorteninhabers nachbauen oder nicht? Kann der den Sortenschutz noch mal verlängern oder nicht?

Villeicht kennt ja jemand ne Liste mit allen aktuell geschützten Gemüsesorten welltweit. Müsste es ja eigentlich geben. Woher sollte man sonst wissen ob was geschützt bist oder nicht?

Fragen über Fragen. ??? ???


Gruss Kartoffel :)
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pocoloco

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Re:Sortenschutz / Patent auf Gemüse
« Antwort #4 am: 27. September 2005, 18:47:19 »

Beim Handel mit Saatgut wird leider erst andersherum ein Schuh draus. Grundsätzlich darfst Du von keiner Sorte Saat in den Handel bringen. Hierfür ist eine Sortenzulassung beim Bundessortenamt notwendig. (Das ist ursprünglich als eine Schutzverordnung vor dem Handel mit schlechten Sorten und Saatgut gedacht gewesen) Somit ist eine Liste aller geschützter Sorten unsinnig, weil Du auch von den ungeschützten kein Saatgut in den Handel bringen darfst. Daher bieten beispielsweise Kartoffelvielfalt auch alle Kartoffeln als Speisekartoffeln an. Sie überlassen es aber Dir, ob Du sie dann doch aus Frust, weil sie Dir vielleicht nicht geschmeckt haben, im Garten verbuddelst ;D ;D ;D. Grundsätzlich kannste auf Deiner Krume nämlich machen, was Du willst, und wenn Du dort noch hundert Jahre Linda anbaust. Aber mit Saatgut handeln ist verboten, und wenn das bei Kartoffeln so ist, wird´s bei allem anderen nicht anders sein.
LG
Uwe

PS.: und wer´s genau wissen will, hier die Saatgutverordnung im Wortlaut: http://217.160.60.235/BGBL/bgbl1f/b199025f.pdf. Aber zugegebenermaßen habe ich heute abend keine sonderliche Lust mehr, diese durchzuackern. ;)
« Letzte Änderung: 27. September 2005, 18:51:52 von pocoloco »
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Wattemaus

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Re:Sortenschutz / Patent auf Gemüse
« Antwort #5 am: 28. September 2005, 07:41:38 »

Warum wird die Kartoffel Linda eigentlich vom Markt genommen?
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max.

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Re:Sortenschutz / Patent auf Gemüse
« Antwort #6 am: 28. September 2005, 07:57:42 »

weil der auf 30 jahre begrenzte sortenschutz ausläuft. danach hätte jedermann die sorte lizenzfrei nachbauen dürfen. um das zu verhindern, d.h. ihre anderen, neuentwickelten kartoffelsorten verkaufen zu köpnnen, hat die rechteinhaberin an "linda", die firma europlant, kurz vor ablauf des sortenschutzes die zulassung zurückgezogen.
ich habe letztes jahr versuchsweise linda angebaut und war arg enttäuscht. meinetwegen soll sie verschwinden. es gibt viel bessere sorten.
gruß
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*Ute*

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Re:Sortenschutz / Patent auf Gemüse
« Antwort #7 am: 28. September 2005, 08:34:03 »

Irgendwann im Spätwinter fiel mir im Supermarkt zufällig ein Beutel Linda in die Hände und weil ich die ganze Disskusion mitgelesen hatte, dachte ich , koste ich die mal.Es muß ja was dran sein.
Vom Geschmack der Kartoffel war ich enttäuscht und war der gleichen Meinung , wie Sauzahn. Was für ein Tamtam... es gibt bessere Sorten.
Als ich dann im Frühjahr meinen Kartoffelacker bestellte, hatte ich zufällig noch eine Reihe frei und mir fielen wieder, die noch im Keller liegenden Linda's ein.
Ich steckte sie ohne große Erwartung mehr als "Füllmaterial" in die freie Reihe und war im Herbst beim Ernten begeistert.Viele, große, schöne und auf einmal wohlschmeckende Kartoffeln.
Die Bauern, die sie bis jetzt anbauten ,konnte ich auf einmal verstehen.
Bei mir war es definitiv ein "Linda"-Jahr und ich weiß nicht , woran es gelegen hat.
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Grüne Grüße

max.

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Re:Sortenschutz / Patent auf Gemüse
« Antwort #8 am: 28. September 2005, 08:52:26 »

@ uti,
generell schmecken die im garten gezogenen kartoffeln besser als die aus dem supermarkt. das liegt vielleicht an den normalerweise niedrigeren erträgen im garten, die qualität begünstigen.
gruß

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Kartoffel

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Re:Sortenschutz / Patent auf Gemüse
« Antwort #9 am: 28. September 2005, 16:02:34 »

Beim Handel mit Saatgut wird leider erst andersherum ein Schuh draus. Grundsätzlich darfst Du von keiner Sorte Saat in den Handel bringen. Hierfür ist eine Sortenzulassung beim Bundessortenamt notwendig. (Das ist ursprünglich als eine Schutzverordnung vor dem Handel mit schlechten Sorten und Saatgut gedacht gewesen) Somit ist eine Liste aller geschützter Sorten unsinnig, weil Du auch von den ungeschützten kein Saatgut in den Handel bringen darfst. Daher bieten beispielsweise Kartoffelvielfalt auch alle Kartoffeln als Speisekartoffeln an. Sie überlassen es aber Dir, ob Du sie dann doch aus Frust, weil sie Dir vielleicht nicht geschmeckt haben, im Garten verbuddelst ;D ;D ;D. Grundsätzlich kannste auf Deiner Krume nämlich machen, was Du willst, und wenn Du dort noch hundert Jahre Linda anbaust. Aber mit Saatgut handeln ist verboten, und wenn das bei Kartoffeln so ist, wird´s bei allem anderen nicht anders sein.
LG
Uwe

PS.: und wer´s genau wissen will, hier die Saatgutverordnung im Wortlaut: http://217.160.60.235/BGBL/bgbl1f/b199025f.pdf. Aber zugegebenermaßen habe ich heute abend keine sonderliche Lust mehr, diese durchzuackern. ;)

Hallo pocoloco

Ja ja die Saatgutverordnung is was für lange Winterabende. Satte 64 Seiten zum durchlesen. Hab mir es vorerst gespeichert zum späteren lesen. ;)
Was ich aber nicht verstehen kann ist, wenn prinzipiell kein Saatgut direkt geschützt, sondern nur über den Weg der Saatgutverordnung geschützt ist, wie machen es dann die Organisationen oder Privatleute die sich für den Erhalt der Sortenvielfallt einsetzen? Wie ist es möglich dass die all die Sorten ohne Probleme anbieten können? Mussten die dazu eine Genehmigung anfragen oder wie läuft das bei denen ab?
Bei Saatgutfirmen kann ich es ja verstehen, aber bei Vereinen oder gar Privatpersonen?
Hab zum Beispiel im Sortenbuch von Herrn Gerhard Bohl gelesen, dass es private Erhalter/inen gibt, die verschiedene Sorten anbieten. Wie funktioniert das denn genau bezw. wie läuft das dann ab?
Die bekommen doch wohl nicht extra eine Genehmigung dafür oder wie seh ich das ???

Also das Thema interessiert mich schon sehr, so dass ich villeicht etwas viele Fragen habe. Hoffe du oder jemand anderes kann meinen Durst nach Antworten löschen. ;D ;D

Vorerst schon mal Danke für die Antworten.

Gruss von der "lizenzfreien" Kartoffel :)
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Feder

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Re:Sortenschutz / Patent auf Gemüse
« Antwort #10 am: 28. September 2005, 21:26:33 »

Private Erhalter vermehren ja alles alte Sorten, die gar nicht mehr im Handel sind, ja die zum Teil vom Aussterben bedroht sind. Da gibt es längst keine Patente mehr darauf, sollte es je welche gegeben haben. Das ist Liebhaberarbeit, da geht es nicht um Profit und Rentabilität.
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pocoloco

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Re:Sortenschutz / Patent auf Gemüse
« Antwort #11 am: 29. September 2005, 06:38:21 »

Nach einem Vortrag von Frau Ursula Reinhard verhält es sich folgendermaßen: Für alle im Saatgutverkehrsgesetz (bei Kartoffeln die Pflanzkartoffelverordnung) genannten Kulturpflanzenarten darf Saatgut nur von Sorten gehandelt werden, die beim Bundessortenamt oder in einem anderen europäischen Land eine Sortenzulassung haben. Fairerweise muß man hier einräumen, daß dieses Gesetz zum Schutz vor dem Handel mit minderwertigem Saatgut geschaffen wurde. Nun hat aber "dummerweise" die Bundesregierung ein europäisches Abkommen mitunterzeichnet, in dem man sich verpflichtet, im Bereich der Erhaltung von Kulturpflanzen tätig zu sein. Da hierfür natürlich die Mittel nicht vorhanden sind und die Tätigkeit der Genbanken* nicht hinreichend ist, kommt die Tätigkeit oben genannter Vereine gerade recht und ist gut gelitten, sehr zum Ärger des Pflanzenzüchterverbandes. ;D Tatsächlich befinden sich all diese Vereine aber in einer "geduldeten Illegalität". :-\ Lediglich die im Saatgutverkehrsgesetz nicht genannten Arten, Exoten wie Topinambur, dürfen wirklich ohne Reglementierung gehandelt werden.
* Anmerkung: viele Kulturpflanzen benötigen den stetigen Anpassungsprozess an die sich ändernden Umweltbedingungen im Feld. Da aber in den Genbanken die meisten Sorten für mindestens 20 Jahre auf Eis liegen bevor sie wieder im Feld vermehrt werden, kommt es häufiger dazu, daß diese Sorten in den geänderten Umweltbedingungen schlecht oder garnicht überlebensfähig sind. :'(Hier sind die Vereine von Nutzen, da diese die Erhaltung der Sorten "im Feld" durchführen. ::)
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jackie

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Re:Sortenschutz / Patent auf Gemüse
« Antwort #12 am: 29. September 2005, 06:42:28 »

in Deutschland scheint es mehrere konkurrierende Vereine zu geben, stimmt das? In Australien kenne ich jedenfalls nur die Seedsavers, gibts die in Deutschland auch?
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brennnessel

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Re:Sortenschutz / Patent auf Gemüse
« Antwort #13 am: 29. September 2005, 07:22:16 »

in Deutschland scheint es mehrere konkurrierende Vereine zu geben, stimmt das?
Soviel ich weiß, konkurrieren diese Vereine und Privatpersonen nicht, sondern im Gegenteil - sie arbeiten sehr gut zusammen.
Bei uns in Österreich ist Arche Noah einer der bekanntesten Vereine dieser Art , der ebenso viele internationale Kontakte unterhält.
Nur ein Miteinander und kein Konkurrenzdenken kann díesem Zweck dienen!
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pocoloco

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Re:Sortenschutz / Patent auf Gemüse
« Antwort #14 am: 29. September 2005, 08:28:39 »

Die einzelnen Vereine haben zudem auch unterschiedliche Schwerpunkte und Arbeitsansätze. Während der VEN hauptsächlich Gemüse pflegt, liegt der Schwerpunkt beim VERN auf Getreide. Und wie soll es bei soooo vielen Sorten Konkurrenz geben? Bei so viel Arbeit braucht man jede helfende Hand. Es sind alles eher Zusatz"geschäfte", die sich kaum selber tragen, außer durch Idealismus. Die Seedsavers habe ich in Deutschland nicht finden können.
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