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Autor Thema: Quittenverkostung  (Gelesen 6411 mal)

Re-Mark

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Quittenverkostung
« am: 24. Oktober 2005, 21:20:30 »

Ich habe mal einige verschiedene Quitten roh verkostet. Sind gar nicht so ungenießbar, wie ich immer annahm. Oder meine diversen Wildobstnaschereien haben die Bandbreite der von mir als genießbar eingestuften Nahrungsmittel erhöht... 8)


Quitten vom Obstladen, laut Verkäufer 'vermutlich aus Spanien'. Birnenförmig. Roh essbar? "Natürlich!": Geruch wie Plastikfrüchte. Geschmack: wie trockene rohe Birnen, etwas adstringierend, durchaus etwas süß.

Quitten vom Obstladen, laut Verkäufer aus der Türkei. Zitronenförmig. Roh essbar? "Na klar!": Eigentlich kein Eigengeruch. Geschmack: wie trockene rohe Birnen, ein wenig angenehmer als die spanischen, auch süß. Teilweise leicht muffiger Unterton, möglicherweise leichter Schimmel im Kerngehäuse.

Quitten vom Baum meiner Tante. Apfelförmig, dieses Jahr sehr ebenmäßig, mit fünf Rippen. Starker, angenehmer Geruch. Geschmack: ähnlich einem noch nicht ganz reifen Apfel, deutlich saurer als die beiden ersten, aber auch deutlich saftiger. Die werde ich sogar freiwillig außerhalb einer Verkostung essen.

Quitten vom Baum meiner Eltern (angeblich Portugieser). Rund-Birnenförmig. Dieses Jahr besonders groß und ebenmäßig (Kunststück - bei nur fünf Früchten...)
Angenehmer Quittengeruch. Geschmack: ähnlich der Apfelquitte. Ebenfalls saurer, aber auch saftiger als die aus Spanien und der Türkei. Ebenfalls dieses Jahr keine störenden Steinzellen. Durchaus essbar, leider nicht genug vorhanden...

Zierquitten von einem Busch meiner Großtante. Form und Größe ähnlich einer Aprikose, mit leichter Geruch nach Zierquitten (recht eigenartig, fast an Seife erinnernd, wenn man ihn nicht gewöhnt ist). Geschmack: sauer wie eine Zitrone, etwas weniger hart als die echten Quitten. Habe die auch schon gegart probiert: weiche, mußige Konsistenz, extrem sauer, aber ich kann sie mir richtig gut als Zutat zu manchen Gerichten vorstellen, z.B. zu Fleischgerichten.


Bisher dachte ich immer, daß die türkischen Quitten irgendwie zarter und vielleicht auch saftiger wären, weil es immer heißt, daß die dort auch roh gegessen werden. Andererseits hat mir der Obsthändler auch Mispeln (Mespilus germanica, nicht die Wollmispel) verkauft und auch bei denen ebenfalls behauptet, daß man die einfach so essen könne. Sie sind aber genauso hart und geschmacklich wenig ansprechend wie die Mispeln hier bevor sie teigig werden. Daher denke ich, daß man in der Türkei vielleicht einfach nur eine andere Vorstellung davon hat, was roh genießbare Früchte sind, und nicht etwa Sorten mit grundsätzlich anderen Qualitäten.

Außerdem sind die Früchte hier zwar saurer, aber aromatischer. (Jedenfalls aromatischer als die Importfrüchte, die vielleicht unreif geerntet wurden.)

Außerdem scheinen die Quitten dieses Jahr hier besonders schön geraten zu sein.

Meine Stichprobe ist natürlich nicht repräsentativ...
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Gülisar

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Re:Quittenverkostung
« Antwort #1 am: 26. Oktober 2005, 13:24:56 »

Die Türkei, das unbekannte Land? Also, dass man dort Quitten roh isst, war mir nicht bekannt bisher. Ein Kochbuch sagt aber, man würde sie in dünne Scheiben schneiden und mit Zitrone beträufeln gegen die Oxidationsfarbe und als Vorspeise reichen. Es ist wahr, man isst dort schon anders - meines Erachtens sehr gut und vor allem bekömmlich. Vielleicht hat die adstringierende herbe saure Quitte als Vorspeise verdauungsfördernde Wirkung? Das ewige Joghurt, welches man in TR zu jeder (!) Mahlzeit löffelt, tut dem Bauch auch wohl und schmeckt klasse, sobald man sich von der Vorstellung löst, Joghurt müsste mild im Plastebecher, zuckersüß mit ominösem Waldbeerengeschmack daherkommen.


Aber, man isst in TR Pflaumen in grünem Zustand, quietschesauer sind die! Und Honig- / Zuckermelonen im Babyzustand, und dann schmecken sie ganz prima, man futtert sie komplett auf. Der Geschmack ist irgendwo zwischen Melone und Gurke, die Frucht von sehr angenehmer Konsistenz.

Zurück zu den Quitten: es gibt ganz aparte türkische Quittenrezepte... z. B. mit Lamm, als Dessert, als Sirup. Ich schätze mal, die türkischen Quitten schmecken, wenn sie in der TR ausreifen durften wesentlich besser als Exportware. Habe neulich beim türkischen Obsthändler meines Vertrauens „Ayva“ Quitten aus Lat.-Amerika gekauft. Sie hatten kaum Aroma. Ich warte auf meine erste Ernte Portugieser, vielleicht nächstes Jahr?

 gülisar
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Re-Mark

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Re:Quittenverkostung
« Antwort #2 am: 26. Oktober 2005, 14:13:24 »

Die Türkei, das unbekannte Land? Also, dass man dort Quitten roh isst, war mir nicht bekannt bisher.

Für mich auf jeden Fall unbekannt. Aber das mit den Quitten habe ich verschiedentlich gehört und dieses Jahr auch zwei türkische Obsthändler befragt. Ich habe gefragt, wie man die normalerweise ißt, ob gekocht oder auch roh. Mir wurde versichert, die könne man auch roh essen. Genauso bei den Mispeln: der Verkäufer deutete an, daß man sie wie ein Ei pellen würde und dann essen. Irgendwie zweifle ich allerdings an seiner Kompetenz, denn diese harten Mispeln kann man nicht mit den Fingern pellen...

Zitat
Ein Kochbuch sagt aber, man würde sie in dünne Scheiben schneiden und mit Zitrone beträufeln gegen die Oxidationsfarbe und als Vorspeise reichen. Es ist wahr, man isst dort schon anders - meines Erachtens sehr gut und vor allem bekömmlich. Vielleicht hat die adstringierende herbe saure Quitte als Vorspeise verdauungsfördernde Wirkung?

Für die Verdauung sollen Quitten ja sowieso gut sein. Sauer waren die vom türkischen Händler nicht, aber trocken.

Zitat
Das ewige Joghurt, welches man in TR zu jeder (!) Mahlzeit löffelt, tut dem Bauch auch wohl und schmeckt klasse, sobald man sich von der Vorstellung löst, Joghurt müsste mild im Plastebecher, zuckersüß mit ominösem Waldbeerengeschmack daherkommen.

Ich habe mir mal einen Becher irgendeines türkischen Joghurts geholt: der war dermaßen salzig, daß ich ihn nicht zuende essen konnte. Dabei esse ich schon salziger, als man es allgemein für gesund hält...

Zitat
Exportware. Habe neulich beim türkischen Obsthändler meines Vertrauens „Ayva“ Quitten aus Lat.-Amerika gekauft. Sie hatten kaum Aroma. Ich warte auf meine erste Ernte Portugieser, vielleicht nächstes Jahr?

'Ayva' ist keine Sortenbezeichnung, sondern einfach das türkische Wort für 'Quitte', oder? Ja, dass man in der Türkei bessere Quitten bekommen kann als die Exportware hier glaube ich gerne. Allerdings frage ich mich, wie dann die vielen türkischen Obst- und Gemüsehändler hier bei mir im Viertel eigentlich ihre Ware loswerden. Die Türken, die bei ihnen hauptsächlich einkaufen müßten doch die schlechte Qualität erkennen?

Ich habe jetzt einen Baum 'Cydora' auf dem Balkon stehen. Hoffe ihn am Wochenende pflanzen zu können. Die Früchte sollen von noch besserer Qualität sein als die Portugieser, die ich schon habe. Bin sehr gespannt!
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Gülisar

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Re:Quittenverkostung
« Antwort #3 am: 26. Oktober 2005, 14:52:00 »

Re-mark, ja Ayva bedeutet Quitte.

Dass die Ware bei türkischen Gemüsehändlern teilweise - sehr oft - eine säuische Qualität hat, ist mir auch bekannt. Es hat einen einfachen Grund: Sie beziehen sie, wie fast alle anderen Kleinanbieter auch, vom Großmarkt, bei uns Hamburg oder Bremen. Dass die Ware bei den Gemüseläden dann oft recht preiswert ist, liegt schlicht am System der innerfamiliären Selbstausbeutung. Alle arbeiten mit, die Transportkosten müssen, außer den LKW-KOsten, nicht auf die Ware umgelegt erden.

Warum die tr. Landsleute dort kaufen? Das tun sie nur noch begrenzt.... . Den gleichen Schrott gibt es bei Aldi oft billiger, also kauft man da. Es gibt allerdings Obst und Gemüse, welches der Supermarkt idR. nicht oder nur sehr teuer und in "falschen Sorten" führt - lange spitze Paprika, kleine glatte Gurken, AUberginen, Dill, großblättrige Petersilie, riesige Kartoffeln, Barbunya - eine Bohnensorte, Yeni Dünya - eine Frucht, deren dt. NAmen ich nicht kenn, vielleicht gibt es keinen, unreife grüne Pflaumen, Alanya-Muz - kleine türkische Bananen, ovale rieige Melonen, unreife Melonen, Gemüse für Tursu - Pickles zu "gut" deutsch und einiges mehr. Dass kauft man dann beim LAndsmann.

Auch diese Waren sind, da weit gereist, nicht allzu doll. Aber wer als Türke vertraut kochen will und keinen Schrebergarten hat oder das Wetter zu schlecht ist Almanya, ist halt gezwungen, sich hier zu bescheiden.

Allerdings: Alle paar Wochen fliegt bestimmt jemand aus FAmile oder Bekanntenkreis nach TR. Und man kann sicher sein, er bringt ein paar AUberginen aus Mutters GArten, etwas Schafsbutter (verboten!) von zu Hause oder Tee der elterlichen Felder mit... . Die Leut wissen schon, dass sie kaum gescheites kaufen können. Geht es ihnen wie uns.

gülisar
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Gülisar

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Re:Quittenverkostung
« Antwort #4 am: 27. Oktober 2005, 21:08:28 »

Zufällig habe ich heute in Obst- und Gemüseanbau von POllock gelesen, dass die Quitten bei kaltem Klima eher hart und trocken sind. Vermutlich sind sie also in TR (Konstantinopeler Apfelq. ) oder Portugal (Birnenq.) weich und süss genug, um sie genussvoll roh zu essen. Und wie der Zufall es weiterhin will, schenkte mir heute abend jemand eine "echte" türkische Birnenquitte, die gerade eine gut 2-tägige Autofahrt durch von Kayseri TR, Bulgarien....Österreich, D bis nach Niedersachsen hinter sich hat.

Sollte sich beim Verzehr nennenswerte Unterscheide zu den von Dir, Re-Mark, beobachteten Eindrücken ergeben, werde ich mich dazu äußern.....

gülisar
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Nina

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Re:Quittenverkostung
« Antwort #5 am: 27. Oktober 2005, 22:49:13 »

Jedenfalls an dieser Stelle schon mal vielen Dank an Re-Mark für seinen heldenhaften Einsatz bei der Quittenverköstigung! :D
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Phlox

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Re:Quittenverkostung
« Antwort #6 am: 03. Februar 2006, 18:06:02 »

Finde die Verkostung von Quitten sehr interessant. Hab für Weihnachtsdeko Japanische Zierquitten getrocknet und sie dann probiert. Sie waren angenehm sauer, als saurer Kaugummiersatz sehr zu empfehlen.

Gruß Phlox
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555Nase

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Re: Quittenverkostung
« Antwort #7 am: 02. Juli 2018, 00:05:14 »

Gerade wollte ich noch eine -"Tafelquitte Ayva® - Süßquitte, kann roh verzehrt werden"- kaufen, da dachte ich mir, ich informier mich erst noch bischen und da bin ich hier gelandet. Nach lesen der Beiträge hat sich mein Kaufwille etwas getrübt. Nun steht dort - Zitat aus:
https://www.pflanzenhof-online.de/neuheiten/608/tafelquitte-ayva-suessquitte-kann-roh-verzehrt-werden?number=AP883.1

" Produktinformationen "Tafelquitte Ayva® - Süßquitte, kann roh verzehrt werden

Eine Neuheit aus der Türkei, daher wird diese Quitte auch türkische Süßquitte genannt. Sie kann, im Vegleich zur europäischen Quitte, roh verzehrt werden. Der Geschmack ist aromatisch, süß, mit kräftigem Orangenaroma. Auch die Schale der Frucht ist essbar, somit muss sie nicht geschält werden. Durch eine kurze Lagerung wird die Frucht noch weicher, ist aber auch beim Frischverzehr nicht zu hart zum Essen. Ayva ist auch als sogenannte Shirin-Quitte bekannt, aus welcher in der Türkei häufig köstliche Nachspeisen zubereitet werden. Wie auch die europäischen Quitten kann diese Sorte zu Gelee, Kompott oder Saft weiterverarbeitet werden."

Wenn das eine Neuheit wäre, wieso wurde da hier vor 13 Jahren schon diskutiert ?
Der "Sortenname" Ayva® wurde mit "®" als registrierter Sortenname gekennzeichnet und nicht nur als türkische Bezeichnung für Quitte beschrieben !?
Hat jemand eigene Erfahrungen zu dieser "Ayva®" ?


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Gruß aus Karl-Chemnitz-Murx

kaliz

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Re: Quittenverkostung
« Antwort #8 am: 02. Juli 2018, 09:29:19 »

Zur Türkischen Quitte hab ich keine Erfahrungen, wohl aber mit Europäischen. Da sind die meisten Sorten roh nicht nur essbar, sondern richtig lecker.
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Sandwurm

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Re: Quittenverkostung
« Antwort #9 am: 06. November 2021, 20:38:09 »

Ich hole dieses alte Thema mal wieder hoch. Hat jemand inzwischen die Sorte Ayva aus eigenem Anbau probieren können?

Sandwurm
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