Viele Auswanderer die in den ehemaligen Kolonien (USA; Neuseeland, Kanada, Australien, etc) zu Geld gekommen waren fanden es chic nicht nur Kleidung, Schmuck und Möbel im (damals noch als trendgebend und kulturell überlegen geltenden

) Europa einzukaufen sondern z.B. auch die neuesten Rosenzüchtungen.
Andere Sorten (allerdings meist einmalblühende) sind in Form von mit Moos feuchtgehaltenen Ausläufern oder Stecklingen von armen Bauernkindern in der Holzklasse über den Ozean mitgebracht worden. Als Teil der Tradition, ein Stück der heimischen "Hofrose" bei Heirat oder Umzug mit zum neuen Bauernhof zu nehmen um sich dort etwas heimischer zu fühlen.
In Europa gab es dagegen schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts soviele neue Züchtungen daß sich nur die am Markt durchsetzen konnten die schnell zu einiger Bekanntheit gelangten und daduch auf soviele Standorte/Gärten verbreitet wurden daß sie auch in Kriegswirren etc eine Chance hatten nicht komplett verloren zu gehen.
Bei den weißen Rosen gab es leider die meisten Verluste, denn sie galten in großen Teilen Europas bei der ländlichen Bevölkerung (wie auch andere weißblühende Gartenpflanzen) als "Todes-" oder "Friedhofsblumen".
Dazu kommt daß das rauhe Klima Mitteleuropas für viele Züchtungen mit hohem Chinensis-Anteil (wie z.B. Tee Rosen, Noisettes, etc) verwilderten Rosen (z.B. auf Ruinengrundstücken, in verwilderten Gärten, Hecken, Parks, etc) keine guten Überlebenschancen bietet. In wärmeren Gebieten (der südlichen US-Staaten z.B.) hatten solche Rosen bessere Möglichkeiten auf sich selbst gestellt zu überleben. In Europa ist das überwiegend winterharten einmalblühenden Albas, Gallicas, etc gelungen.
Weitere Faktoren sind Zerstörung von Standorten durch Kriegsfolgen (die im dichtbesiedelten Europa viel gravierender waren als z.B. beim amerikanischen Bürgerkrieg in den Weiten der Südstaaten) und durch Zivilisation/Besiedelung/Bautätigkeit. Auch im letzteren Fall blieben in großflächigen, wenig besiedelten Landschaften mehr Rückzugsgebiete und unberührte Standorte übrig als in den meisten Gegenen Europas.
In Deutschland z.B. wurden nach der Wiedervereinigung die meisten alteingewachsenen, von seltenen Pflanzen als letztes Refugium besiedelten Friedhofsanlagen der "deutschen Friedhofsordnung" angepasst und zu großen Teilen komplett gerodet....