Okay, okay! Also unter "Bengalhybriden" versteht man die erste Generation von Kreuzungen aus Chinensis-Rosen und einheimischen, einmalblühenden Gartenrosen wie Gallicas, Albas, u.a.
Sie entstanden hauptsächlich zwischen 1820 und 1840, also nach der Verbreitung der Chinensis Rosen in Europa.
Sie sind überwiegend einmalblühend und unterscheiden sich von ihren europäischen Vorfahren durch folgende Eigenschaften:
Meist haben sie glatte Triebe (also ohne die haarigen Borsten vieler Gallica-, Damaszenerrosen oder Centifolien), glänzenderes und glatteres Laub, lange, ausladende Seitentriebe, wenn, dann längere Stacheln, biegsamere Triebe mit langen Seitentrieben, sehr verschiedenartige Fruchtknoten, oft ein besonders rapides und ausladenes Wachstum, Blüten in größeren Büscheln und oft von etwas "flatterigerer" Form.
Viele rote und purpurfarbene (eine in dieser Klasse besonders häufig auftretende Farbe) haben von den China-Rosen auch weiße Zeichnungen undoder Striche, besonders am Grund der inneren Petalen, geerbt.
Ihre Winterhärte ist fast immer vergleichbar mit der der alten europäischen Gartenrosen.
Interessant für Leute, die gerne selbst Rosen vermehren: Bengalhybriden-Steckhölzer sind wegen des Chinensis-Anteils und der überwiegend glatten Triebe fast immer sehr gut zu bewurzeln und wenn sie Hagebutten bilden (manche sind zu stark gefüllt) besteht bei geeigneten Partnern wegen des rezessiven Gens für das Öfterblühen eine gute Chance, öfterblühende Nachzucht zu erhalten.
Typische Beispiele für Bengalhybriden sind z.B. Cardinal de Richelieu,
Fantin Latour oder Duchesse de Montebello.
Im Keller-Verzeichnis sind noch 94 Bengal-Hybriden aufgeführt. Später wurden die nicht verloren gegangenen Sorten dann - warum auch immer - meist den Gallicas, manche auch den Centifolien zugerechnet.
Im Sangerhausen-Verzeichnis ist aber die Klasse noch gesondert aufgeführt (z.B. bei Frédéric II de Prusse, einem weiteren schönen und typischen Vertreter) und auch Dickerson nennt sie noch so.