Von Düngung würde ich dringend abraten. Solanum nigrum ist ein typischer Stickstoffzeiger, der Standort ist offenbar nährstoffreich wie ein typischer Ruderalstandort. Sedum und Sempervivum-Arten sind sicherlich gut geeignet, auch wenn sie deutlich weniger Nährstoffe benötigen, als am Standort vorhanden sind. Zahlreihe Artemisia-Arten wären ebenfalls geeignet, z. B. Artemisia abrotanum und absinthium. Wenn es etwas üppiger werden soll, kommen z. B. zahlreiche Königskerzen infrage, die meisten sterben allerdings nach der Blüte ab, d. h. üblicherweise im zweiten Jahr. Die abgeblühten Pflanzen lassen sich vergleichweise leicht entfernen, sie samen sich auch gut wieder aus.
Auf einem ehemaligen Ruderalstandort wachsen bei uns auch Asphodeline lutea und Kniphofia-Hybriden. Sie entwickeln sich sehr gut, die von ihnen eingenommene Fläche wird in jedem Jahr Größer. Sie decken den Boden so gut ab, dass keinerlei Unkraut hindurch kommt.
Auf einer Trockenmauer, die mit Lehm und Mörtelschutt hinterfüttert ist wachsen bei uns u. a. Scabiosa ochroleuca und S. columbaria, Centaurea scabiosa, C. pratensis, Salvia pratensis, Salvia nemorosa, Linaria vulgaris, Linaria purpurea, verschiedene Stipa- und Festuca-Arten, Caryopteris, Geranium sanguineum, Stachys recta, Nepetha catharia, Silene vulgaris, Silene nutans, Dianthus carthusianorum, Verbascum phoeniceum, Verbascum phlomoides, Verbascum chaixii, Potentilla verna, Potentilla heptaphylla und noch zahlreiche andere. Alle genannten Arten versamen sich gut, schließen die Fläche und behindern die Unkräuter sehr stark am Aufkommen. Da mit gejäteten Unkräutern jedes mal Nährstoffe entfernt werden, reicht die Versorgung für die überaus lästigen hochwachsenden stickstoffliebenden Unkräuter nicht mehr aus. Die genannten Arten sind aufgrund raumgreifender oder tiefgehender Wurzelsysteme und Anspruchslosigkeit in der Stickstoffversorgung trotzdem in der Lage, gut zu gedeihen.
Schon im zweiten Jahr der Pflanzung beschränkte sich die Pflege weitgehend auf das Abschneiden zu üppig gewachsener Pflanzen. Die Notwendigkeit Unkraut zu jäten hält sich sehr in Grenzen, eine Ausnahme bildet lediglich ein Abschnitt, der gedüngt wurde, um dort gepflanzten Gehölzen einen guten Start zu geben.