Der größte Teil meines Gartens ist sehr "naturnah", will heißen: unaufgeräumt, vielfältig, Wildkräuter, Altholz, dicht bewachsen ("Natura abhorret vaccum"), schattig, feucht etc.
Ich kann nicht behaupten, dass dadurch der Befallsdruck durch Schnecken gemäßigter wäre. Wichtiger erscheinen mir Witterungsverlauf des vergangenen Jahres, gewesene Nicht-Winter und die Entwicklung des momentanen Frühjahrs.
Wie auch immer: Es gibt Pflanzen, die ziehen Schnecken magisch an (alter Hut) und die schütze ich durch Schneckenkorn. Nun macht es unter Schutzaspekten wenig Sinn, ein paar Krümelchen Schneckenkorn um - beispielsweise - eine Ritterspornstaude zu streuen. Die raspelnden Horden lauern ja nur auf eine Durchbruchsmöglichkeit, die sie über kurz oder lang auch finden. Ich streue deshalb einmal präventiv im sehr zeitigen Frühjahr, um Altschnecken aber auch die junge Brut zu erwischen. Meist habe ich dann für den Rest des Jahres relative Ruhe. Besonders gefährdete Pflanzen werden danach durch zusätzliche Schneckenkorngaben geschützt.
Da ich auf dem Lande wohne ist für ungebremsten Schneckennachschub gesorgt. Ich habe deshalb für meinen überwiegend mit Zierpflanzen bestückten Garten keine ökologischen oder ethischen Bedenken, gegen Schnecken vorzugehen. Aus Bequemlichkeitsgründen nehme ich Schneckenkorn. Bierfallen habe ich auch schon mal eingesetzt, fand das aber zu unappetitlich. Zerschneiden oder einsammeln war auch keine sinnvolle Methode, da ich hierzu permanent in den Beeten herumstapfen musste. Das haben die Stauden bekanntlich nicht so gerne.
Warum unter ethischen Aspekten ein Unterschied gemacht wird zwischen schutzbedürftigen Zierpflanzen und Nutzpflanzen, erschließt sich mir nicht. Von wenigen Ausnahmen einmal abgesehen ist niemand so sehr auf Nutzpflanzen angewiesen, dass damit grundsätzliche ethische Vorbehalte aufgehoben wären.
Wer also konsequent gegen das Töten von Schädlingen ist (dazu würden dann auch Mäuse, Wühlmäuse, Kohlraupen, Blattläuse, Schildläuse & Co. zählen), kann wohl kaum zwischen Kopfsalat und Rittersporn unterscheiden.
Aber in punkto Gartenethik muss jeder für sich entscheiden, wie weit er zu gehen gedenkt.
Inwieweit Schnecken eine ökologische Funktion erfüllen bliebe auch noch zu hinterfragen. Auch ohne Schnecken werden Naturabfälle durch Mikroorganismen, Regenwürmer, Asseln und was weiß ich in kürzester Zeit abgebaut. Fehlende Schnecken bringen keinen Garten aus dem Gleichgewicht.