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Garten- und Umwelt => Komposthaufen => Thema gestartet von: Conni am 05. Juni 2017, 21:55:52

Titel: Heißrotte
Beitrag von: Conni am 05. Juni 2017, 21:55:52
Weil es bei den Gartenarbeiten Thema war, hier ein Thread zur Heißrotte.

Das Grundprinzip: Viel Material auf einmal, gut zerkleinern, auf einen Haufen geben ...

(http://forum.garten-pur.de/galerie/albums/userpics/15920/tg_170605_2.jpg)


ein bisschen frisch rottenden Kompost drüber, wenn es nicht feucht genug ist, anfeuchten.

(http://forum.garten-pur.de/galerie/albums/userpics/15920/tg_170605_3.jpg)

Nach zwei, drei Tagen setze ich den Haufen komplett um, nach weiteren zwei, drei Tagen noch einmal. Danach - je nachdem. Wenn noch mehr Material in Massen anfällt, teile ich den Haufen, mache mit frischem Material einen neuen, den ich mit dem noch warmen "alten" durchmische. Ansonsten setze ich ihn noch einmal komplett um und lasse ihn dann eine Weile in Ruhe.

Bühne frei für Eure Heißrotten.  :)
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: RosaRot am 05. Juni 2017, 21:58:24
Du kompostierst da alles? Auch 'böse' ;) Unkräuter?
Und einen Häcksler braucht man - ich habe noch keinen, ist aber geplant.
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Conni am 05. Juni 2017, 22:03:08
Für ganz fieses Zeug (Wurzeln von Ackerschachtelhalm, Ackerwinden etc.) trau ich mich noch nicht.  :-[ Die kommen auf einen Extrahaufen in der hintersten, finsteren Ecke.  :-X

Ein Bild noch ...  ;)
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: blommorvan am 05. Juni 2017, 22:04:36
Hast Du schon einmal die Temperatur in dem Haufen gemessen?
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Conni am 05. Juni 2017, 22:07:32
Ja, im letzten Jahr, als ich angefangen habe, mich mit dem Thema zu beschäftigen. Das Thermometer zeigte 67°C.
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: b-hoernchen am 05. Juni 2017, 22:08:58
Geht zur Not auch ohne Häcksler  - dann  brauchen ungehäckselte holzige Teile halt länger. Aber heiß bringe ich auch mit Rasenschnitt (Rasenmäher ersetzt Häcksler für Krautiges, Laub), Unkraut und Gemüseabfall der Tafel zusammen. Nur viel muss es sein in kurzer Zeit, am besten  ein paar 100kg pro Woche - alles  in die Gitterbox geschichtet (mit etwas Sand und Ton) und ab geht die Post!

Edit: Ackerwinden (oder Zaunwinden) kommen bei mir in den Restmüll! Oder zur gemeindlichen Grüngutsammelstelle... aber blos weit weg!
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: RosaRot am 05. Juni 2017, 22:10:17
Für ganz fieses Zeug (Wurzeln von Ackerschachtelhalm, Ackerwinden etc.) trau ich mich noch nicht.  :-[ Die kommen auf einen Extrahaufen in der hintersten, finsteren Ecke.  :-X

 ;D  Das kommt mir doch sehr bekannt vor... und ich hatte gehofft, Du hättest die saubere Lösung...

Aber Quecke rottest Du mit?
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Zausel am 05. Juni 2017, 22:15:11
Wurzel-Wildkräuter sollte man ordentlich trocknen.
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Conni am 05. Juni 2017, 22:15:14

Aber Quecke rottest Du mit?

Ja, und wenn sie beim dritten Umsetzen noch gar zu lebendig aussieht, sortier ich sie aus und schmeiß sie auf den Totholzhaufen daneben zum Austrocknen.

Edit: Zausel war schneller.  ;)
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Conni am 05. Juni 2017, 22:17:45
Geht zur Not auch ohne Häcksler  - dann  brauchen ungehäckselte holzige Teile halt länger.

Und das Umsetzen wird deutlich mühsamer.
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Wühlmaus am 05. Juni 2017, 22:28:04
Gut sieht das aus, Conni :)
Alles was mit Ackerschachtelhalm zu tun hat, wandert hier in die RestmüllTonne :-X

Aber an der Heißrotte versuche ich mich auch. Dafür verwende ich alle Wurzel- und SamenUnkräuter. Gerade Ende letzter Woche habe ich wohl einen knappen m³ Giersch, Schöllkraut, Knoblauchraucke und anderes mit frischem Grasschnitt und ettlichen Kannen Wasser angesetzt. Die Temperaturentwicklung ist faszinierend. Binnen zweier Tage waren es knapp 60°C :o Allerdings nicht über die ganze Länge der Miete. Es schwankte zwischen gut 40 und knapp 60°C.
Vor Jahren schon hatte ich mir so ein langes Kompostthermometer gekauft und kann so  meine Neugierde befriedigen 8)
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Natternkopf am 05. Juni 2017, 23:07:36

Bühne frei für Eure Heißrotten.  :)

Füllung zur Heissrotte 13. Mai 2017


Box 3



Neu eingebrachter Unterlüftungsboden Box 1






Ist bei Box 2 & 3 auch vorhanden


Temperaturen kurz nachdem dem kräftig Nachwässern am 29. Mai 2017
Box 2 + 3 sind sofort ca. 15° gefallen, waren nach ca. 8 Stunden wieder bei 55-60°.

Box 2


Box 3


Box 4


ca. 48 Stunden nach Neufüllung ist das so zwischen 68° bis 72°  ;D bleibt ca. 4-5 Tage so und dann geht jedoch Dampf hoch. Da braucht es zusätzliche kräftige Wassergaben verteilt auf drei Portionen innerhalb 5-10 Min. bei diesem Kompostiervorgehen.
Das ist messbar mit dem Einstichthermomter, ca. 40cm lang. Temperatur beginnt langsam zufallen nach ca. 5 Tagen. Das bedeutet in dem Zeitabschnitt nach einer Neufüllung, Wasser wird knapp.
Ca. zwei bis drei Wochen später geht die Temp. auch runter, nun bedeutet dies, die ganz Heisse Phase ist durch. Siehe Seite 18 von 18
Wassergaben nur noch zaghaft zugeben.

Habe gerade nachgeschaut und gemessen. Befinden sich alle im Bereich von 48° bis 55° seit ca. 9 Tagen.

Nachtrag:
Die vier Grundregeln des Kompostierens vergessen zu erwähnen.
Zerkleinern, Mischen, Feucht halten, Zudecken.
Umsetzen ist in gewissem Sinne eine zusätzliche, rotteföderliche, fünfte Regel.

Grüsse Natternkopf

Nachtrag 2
@hemerocallis
Da ich eine Verlinkung in deinem Thema Gemüsegarten - Reaktivierung hier hin gemacht habe, bedeutet nicht, dass ihr nun Heissrotteführung machen müsst. Es geht auch anders siehe Seite 16 von 18

Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: kudzu am 07. Juni 2017, 14:28:31
uiuiui macht's Ihr das kompliziert
ich hab Kompostschuten aus zerlegten Paletten gebastelt,
AugemalPi 120 hoc, 120 tief 100 breit
und setze meinen Kompost alle 2-3 Tage um,
anfangs hab ich oefter mal gemessen, bis 170F unabhaenig von der Aussentemperatur,
ich giesse meinen Kompost nicht, ich decke meinen Kompost nicht ab und schon gar nicht mit Sperrmuell aka 'alter Teppich'
aber wenn's mal wieder 3 Inch am Stueck gekuebelt hat und mein Kompost anruechig werden will
kriegt er Lagen geschredderten Karon und frisches Material damit er wieder schoen aerob arbeiten kann
ansonsten kommt alles auf meinen Kompost, was kmpostierbar ist, jedwedes Unkraut, aussamendes Unkraut,
Kuechenabfaelle incl Knochen, nur keine kranken Pflanzen wie zB am Jahresende die braunfaeuligen Tomaten
btw vor wieder jemand anfaegt mit "Kuechenabfaelle ziehen Ratten an"
die einzigen Ratten in meinem Kompost sind die, die ich im Treibhaus ausquartiert hab

(http://up.picr.de/29424154vo.jpg)

Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Natternkopf am 07. Juni 2017, 14:51:07
Sieht vermutlich so aus.


uiuiui macht's Ihr das kompliziert

Die Kompostbox steht im Quartier mit Durchgang "Quartieröffentlich" da soll/muss/darf das schon Gattung machen.
Bzw. gepflegt aussehen. Optisch und geschmacklich in der Nase.  ;D
Hatte auch schon Palettenrahmen genutzt auf einem grössern Grundstück wo das Haus als letzter Anlieger gestanden hat.
Da genügte Palettenrahmen oder offene, abgedeckte Miete völlig vom Erscheinungsbild her.  ;)

Grüsse Natternkopf
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Harzgärtnerin am 07. Juni 2017, 20:34:31


Nach zwei, drei Tagen setze ich den Haufen komplett um, nach weiteren zwei, drei Tagen noch einmal. Danach - je nachdem. Wenn noch mehr Material in Massen anfällt, teile ich den Haufen, mache mit frischem Material einen neuen, den ich mit dem noch warmen "alten" durchmische. Ansonsten setze ich ihn noch einmal komplett um und lasse ihn dann eine Weile in Ruhe.

Bühne frei für Eure Heißrotten.  :)

Eine Muckiebude ist ein Kindergeburtstag dagegen  ;D

Hab heute auch bissel in meinen Haufen rumgerührt  :D
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: kudzu am 07. Juni 2017, 21:21:46
Muckibude ist eh nur was fuer Leute, die richtigen Leben nur Buerostuehle waermen

und schon wieder weg,
Mistgabel in der Hand
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Zausel am 08. Juni 2017, 08:51:02
... und setze meinen Kompost alle 2-3 Tage um ...
Also an die hundert Male im Jahr? Wenn das kein Aufwand ist ... (und dann bei drei Haufen?)  ;D
Kann man sich ja gleich daneben in einem Zelt einquartieren.


PS.: drei Haufen betreue ich zur Zeit
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: oile am 08. Juni 2017, 09:06:34
Genau lesen,  Zausel.  ;)
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Wühlmaus am 10. Juni 2017, 15:52:28
Vor zwei Tagen hatte ich den Rasen wieder gemäht und einen Teil des Schnittgutes mit dem jüngeren Ende der Unkrautmiete und frischem Giersch et al. gut vermischt und neu aufgesetzt. Das Thermometer steht wieder bei 60°C :D
Ich denke, dass es dann auch den Gierschwurzel ein wenig zu warm "um die Füße" wird 8)
Als Nächstes kommen die Akeleien dazu. Die noch grünen Samen sollten das (hoffentlich!) auch nicht so gut vertragen...
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Goldfinch am 18. Juli 2017, 10:51:36
Kann Heißrotte eigentlich anfangen zu brennen?  ???

Ich habe neulich, aus Versehen sozusagen, Heißrotte produziert und bin über die Erwärmung so erschrocken, dass ich den Haufen wieder auseinandergenommen habe.

Nun lese ich hier, dass Heißrotte nicht nur nicht ungewöhnlich ist, sondern sogar erwünscht.
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Staudo am 18. Juli 2017, 11:03:21
Nicht völlig trockenes Heu kann eine Scheune in Brand setzen. Im Kompost ist die Wärme von Vorteil, weil Unkrautsamen abgetötet werden.
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Goldfinch am 18. Juli 2017, 11:24:07
Richtig, diese Geschichten von brennenden Scheunen hatte ich im Hinterkopf.

Ganz dumm gefragt, wie halte ich die Heißrotte im Zaum, so dass Unkrautsamen abgetötet werden, ohne Gefahr zu laufen, den Garten abzubrennen?
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Wühlmaus am 18. Juli 2017, 11:43:19
Bei der Heißrotte verbraucht der Kompost recht viel Feuchtigkeit/Wasser und ich kontrolliere auch beim Aufsetzen bereits, dass das Material gut angefeuchtet ist. Ansonsten gebe ich "nach Gefühl" eine/mehrere Kanne/n Wasser zusätzlich.
Meine Erfahrung sagt, dass, wenn man das nicht macht, auch die Gefahr besteht, dass der Kompost innen viel zu trocken wird und  nur noch staubender Schimmel im Inneren zu finden ist. Bei ausreichender Feuchtigkeit geht der erwünschte Verrottungsprozess wunderbar weiter.
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: hymenocallis am 18. Juli 2017, 12:01:16
Weil es bei den Gartenarbeiten Thema war, hier ein Thread zur Heißrotte.

Das Grundprinzip: Viel Material auf einmal, gut zerkleinern, auf einen Haufen geben ...

(http://forum.garten-pur.de/galerie/albums/userpics/15920/tg_170605_2.jpg)


ein bisschen frisch rottenden Kompost drüber, wenn es nicht feucht genug ist, anfeuchten.

(http://forum.garten-pur.de/galerie/albums/userpics/15920/tg_170605_3.jpg)

Nach zwei, drei Tagen setze ich den Haufen komplett um, nach weiteren zwei, drei Tagen noch einmal. Danach - je nachdem. Wenn noch mehr Material in Massen anfällt, teile ich den Haufen, mache mit frischem Material einen neuen, den ich mit dem noch warmen "alten" durchmische. Ansonsten setze ich ihn noch einmal komplett um und lasse ihn dann eine Weile in Ruhe.

Bühne frei für Eure Heißrotten.  :)

Ich bin echt beeindruckt - der Zeit- und Kraftaufwand ist beachtlich. Da ich weder zuviel Zeit noch zuviel Kraft habe, ist diese Art der Komposterzeugung eindeutig keine Option für mich (hätte ich zuviel Zeit und Kraft, würde ich trotzdem beides lieber für andere Dinge verbrauchen, als Misthaufen von hier nach dort zu schaufeln  ;D).
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Wühlmaus am 18. Juli 2017, 12:07:08
Es soll Menschen geben - und zu denen gehöre definitiv auch ich - für die das eine Art meditativer Tätigkeit ist 8)
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: hymenocallis am 18. Juli 2017, 12:16:33
Es soll Menschen geben - und zu denen gehöre definitiv auch ich - für die das eine Art meditativer Tätigkeit ist 8)
Mir bietet das Unkraut ausjäten genug Gelegenheit zur Meditation (kostet auch deutlich weniger Kraft) und verbraucht mehr Zeit als mir lieb ist.

(PS: es soll Menschen geben, die neben dem Garten auch noch Beruf, Familie, andere Hobbies und Interessen haben)
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Wühlmaus am 18. Juli 2017, 12:25:37
Achso, das hätte ich jetzt beinahe vergessen  :P

Aber ich kann beim Jäten nicht meditieren. Dann wäre das kein selektiver Vorgang mehr ;D
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Secret Garden am 18. Juli 2017, 12:42:20
Meditieren ist nicht so mein Ding, aber bei der Gartenarbeit kann ich sehr gut nachdenken. ;)  Kompost umschaufeln und vergleichbare Tätigkeiten sind für (gesunde) Menschen bestimmt mindestens so gut wie ein Besuch im Fitnessstudio oder Sportclub.
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Goldfinch am 18. Juli 2017, 13:06:24
Bei der Heißrotte verbraucht der Kompost recht viel Feuchtigkeit/Wasser und ich kontrolliere auch beim Aufsetzen bereits, dass das Material gut angefeuchtet ist. Ansonsten gebe ich "nach Gefühl" eine/mehrere Kanne/n Wasser zusätzlich.
Meine Erfahrung sagt, dass, wenn man das nicht macht, auch die Gefahr besteht, dass der Kompost innen viel zu trocken wird und  nur noch staubender Schimmel im Inneren zu finden ist. Bei ausreichender Feuchtigkeit geht der erwünschte Verrottungsprozess wunderbar weiter.

Wieder was gelernt, danke dir!  :)

Ob ich mich an die Heißrotte rantraue... irgendwie habe ich da ein bisschen Respekt davor.
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Staudo am 18. Juli 2017, 13:10:52
Übrigens wird bei der Rotte Wasser frei, weil beim Abbau von Kohlehydraten (Zucker, Stärke) Kohlendioxid und Wasser übrig bleibt. Deshalb kann sich leicht feuchtes Heu entzünden. Die Mikroben erzeugen das zum Leben notwendige Wasser selbst.  ;)
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Conni am 18. Juli 2017, 13:12:16

... der Zeit- und Kraftaufwand ist beachtlich. ...

Für einen Haufen dieser Größe ungefähr eine Viertelstunde. Der Zeitaufwand fürs Häckseln kommt natürlich noch dazu. Dennoch würde es mich mehr Zeit kosten, das regelmäßig anfallende Schnittgut zur Kompostwirtschaft zu fahren. Oder fahren zu lassen oder mir ein Auto mit Ladefläche zu borgen, weil es (wie das Schnittgut vom Rosen auslichten vorgestern) nicht in ein "normales" Auto passt. Das wäre für mich vergeudete Energie - in jeder Hinsicht.

Der Rosenrückschnitt ist längst gehäckselt und dürfte inzwischen die richtige Temperatur haben. 

(http://forum.garten-pur.de/galerie/albums/userpics/15920/tg_170716_6~0.jpg)


Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Wühlmaus am 18. Juli 2017, 13:41:41
@Goldfinch
wenn du magst, dann lies mal hier. Ist recht umfangreich und leitet auch zu interessanten Links weiter :)

Staudo, das "wässrige Abfallprodukt" beim Aufschluss der Kohlehydrate ist aber nicht das Wasser, das ich meine - und das weißt du genau 8)
Auch diese gewünschten Mikroorganismen (Bakterien) laufen nur mit gut angefeuchtetem Ausgangsmaterial zur Höchstform auf. Und dieses Wasser wird ebenso benötigt, damit die Abwärme u.a. durch Verdunstung entweichen kann. Sonst kann es wirklich zu der selbst vernichtenden Selbstentzündung kommen :P
Und alle im Rotteprozess den Bakterien im Kompost folgenden (Mikro)Organismen wie Pilze, Asseln, Kompostwürmer, Engerlinge usw. sind auch auf ausreichende Feuchtigkeit angewiesen...
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Natternkopf am 18. Juli 2017, 18:03:46
Salü Goldfinch

Einstich Thermometer gibt Aufschluss über den Heissrotte Verlauf und die Temperatur Info gibt Aufschluss über den ungefähren Zustand. Dazu lässt es den Blutdruck nicht hochschnellen wenn es mal Warm wird.  ;D

Kann Heißrotte eigentlich anfangen zu brennen?  ??? Jein oder anders gesagt, wenn einige Parameter stimmen, könnte es sein.
Doch in den allermeisten Fällen bei unseren Mengeanfall im Garten ist dies kaum möglich.
Ausser man gibt sich Mühe, dann könnte es gelingen für ein Grillanlass.  ;). Siehe unten im Link.

Ich habe neulich, aus Versehen sozusagen, Heißrotte produziert und bin über die Erwärmung so erschrocken, dass ich den Haufen wieder auseinandergenommen habe.
Cool bleiben und beobachten. Auseinander nehmen und mit mit Wasser etwas abbrausen hilft auch. Dann wieder auf setzen.


Bei der Heuselbstentzündung sind schon andere Parameter im "Heuhaufen" vorhanden als beim üblichen Komposthaufen.

Mit der Zeit hat man ein Auge, Gefühl und Nase dafür was so richtig heiss werden kann.
Und ab wann da etwas nicht stimmt, sprich unerwünscht verläuft.

Bei 60 bis 65 Grad bleibe ich noch ganz ruhig.
So um 73 (bis 77) Grad bleibe ich noch relativ ruhig.
Das einzige was meine Aufmerksamkeit bekommt ist genügend Wasser nachgeben, sonst gibt es Trockennester.

80 Grad (und mehr) steigt mein Blutdruck. Das gefällt mir gar nicht.
Da ist nicht klar:
a) Bleibt es so  :-\ und vorallem nur ein paar Stunden.  ::)
b) Geht es bald runter  :)
c) Oder es  steigt weiter über 85 Grad  :o

Bei c) nehme ich auseinander, brause mit Wasser ab und mische Erde oder nochmals Holzhäcksel rein und zurück auf den Haufen bzw in die Box.

Eine einfache Belüftung nützt bei "sehr energiereichen" Mischungen.
Was zum vorstecken beim Aufhäufen und zwei, drei Tage später rausziehen.

Telefonstangen Stücke
zum rausziehen




In den Boxen drin ist die Hitze etwas gefangen. Bei der offenen Oberfläche des Mietenhügel findet mehr Abstrahlung, Wärme- und Gasaustausch statt.
Bei fast allen Boxen hat es noch einen 'Unterlüftungsboden' eingefüllt, für guten Luftnachzug.

Sicht auf die Gitter
für den Lufteintritt





Frisch
Ausgeräumt


Lüftungsschicht
Wird eingefüllt


Höhe ist rund
35cm hoch

Frisch
gewässert

So strukturreiches
grobes Zeugs



Es braucht keine Boxen zum Kompostieren.
Sind jedoch hilfreich.
Mieten, Haufen, Wälme, sind ebenso gut!

Abgesehen davon macht nicht die Box oder der Walm den guten Kompost.
Sondern wir die Kompostieren in dem wir für eine vielseitige gute Ausgangsmischung achten.
Die nach den Regeln des guten Kompostieren aufgesetzen & für eine gute Belüftung sorgen.
Die 4 wichtigsten Grundregeln anwenden.

Umsetzen wie Dietmar unten schreibt, fördert auch die Endqualität.

Also ein Komposthaufen zur Selbstentzündung zu bringen ist in der Regel schwierig.

Grüsse Natternkopf


Wenn ich dann wieder am PC bin, nehme ich die Bilder nebeneinander.
Am Wischdings ist mir das zu unhandlich.


Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Dietmar am 18. Juli 2017, 22:35:19
Bakterien können nur dann arbeiten, wenn das Material feucht ist und je trockener das Material ist, desto weniger können Bakterien arbeiten, d.h. trockenes Material ist sicher viel leichter entzündlich als feuchtes, kann aber kaum durch Bakterien richtig heiß werden. Umkehrschluß: aerobe Bakterien brauchen zum Leben Feuchtigkeit und Luft und dann sind sie sehr "fleißig" und erzeugen Abwärme. Feuchtes Material brennt aber nicht.

Etwas anderes könnte sein, wenn der Komposter schlecht durchlüftet ist. Dann sterben aerobe Bakterien ab und anaerobe Bakterien führen zu Gärprozessen (stinkt oft). Beim Vergären kann u.U. Methan entstehen (nutzt man ja großtechnisch in Biogasanlagen). Dieses Methan kann sich selbst entzünden (siehe Sumpfgas, Irrlicht, Irrwisch). Damit so ein Fall eintreten kann, muss der faulende Teil des Kompostes sehr feucht sein, denn sonst können die anaeroben Bakterien nicht intensiv leben und Methan erzeugen. Im oberen Teil des Komposters muss sich sehr trockenes Material befinden, welches durch das spontan entzündete Methan angezündet werden kann.

Wie kann man so etwas verhindern?
- einmal im Jahr umsetzen - Kompost wird belüftet und anaerobe Bakterien sterben ab.
- Kompostierungsmaterial immer feucht halten, ohne dass die unteren Schichten im Komposter absaufen und damit nicht mehr belüftet werden
- keine dickeren Grasschichten im Komposter. Anderes Material dazwischen (Gras neigt zum Vergären)
- In größeren Abständen mal riechen, ob es nach Gärung riecht
- ich habe einen Kompostlüfter, den ich in größeren Abständen nutze.
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Natternkopf am 18. Juli 2017, 23:31:47

- ich habe einen Kompostlüfter, den ich in größeren Abständen nutze.

So etwas in der Art?

Das Model habe ich und bin froh drum.  :)
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 18. Juli 2017, 23:48:16
So etwas in der Art?

Das Model habe ich und bin froh drum.  :)
ich möchte um eine weitere Erklärung bitten: Was ist der Vorteil im Vergleich zum gleich in den Haufen mit eingearbeiteten Lüftungsrohr?

Danke :)
sagt
Nemi
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Natternkopf am 19. Juli 2017, 01:21:46
@Nemesia Elfensp.
Du willst es jetzt aber genau Wissen.  :)
ich möchte um eine weitere Erklärung bitten: Was ist der Vorteil im Vergleich zum gleich in den Haufen mit eingearbeiteten Lüftungsrohr?
Annahme: Es handelt sich bei der Frage um ein "passives Lüftungsrohr".

Versuche deine Frage soweit verständlich und für dich nützlich zu beantworten.

Nun ja, schwer zu sagen.
Ich habe ja auch ein Lüftungsrohr getestet vom Nachbarn der es nicht mehr wollte.
Für den Komposter meist mit weniger Löchern als dieses hier.

So ein Lüftungsrohr geht auch und lässt etwas Dampf entweichen.
Ist beschränkt Gasaustauschsfähig.

Habe ich jedoch das Lüftungsrohr herausgezogen, dampfte es stärker.
Ist ja auch logisch, da nun über die ganze Lüftungssäule Gasaustausch stattfinden kann.

Bin dann aber auf Telefonstangen gewechselt, da sich diese einfacher rausziehen lassen. [Nachgefargte Baustellen Überbleibsel :-) ]
Beim Lüftungsrohr rausziehen verhackt es sich in den Löchern und der Hohlraum fiel meist in sich zusammen.
Glatte Oberfläche ist da geeigneter zum rausziehen. Ab 2-3Tagen Aufwärmzeit bleiben die Löcher bestehen.
Alternativ zu Telefonstangenhölzer können auch PE-HD Kabelschutzrohre genommen werden. Habe auch eines davon. So 150mm im Durchmesser.

Fazit:
Eingearbeites Lüftungsrohr nützt bei der Heissrotte 60-70° ein bisschen, jedoch viel zu wenig.
Herausgezogene Rohre/Hölzer nützen bei der Heissrotte 60-70° definitiv mehr.

Wieviele davon? Ist unterschiedlich.

Flächenmass der Boxe im Bild
100cm x 100cm




Ich hatte auch schon Zwei Holz oder nur Ein Holz drin
Je nach zu erwartendem schnellerem (60-70°) oder langsameren (40-50°) Rotte Verlauf beim frisch aufsetzen.
Sind Erfahrungswerte die hast du mit der Zeit. Hitze, Duft, Dampf, wie sieht es aus beim umsetzen.

Mache inzwischen von Anfang an Vier Hölzer rein.
Denn zu schütten geht einfacher oder ich reduziere mit Töpfen.
Mit den Töpfen geht ein Teil des Wasser wieder rein.
Das es im Topf teilweise kondensiert und runter läuft.

So sieht das aus
mit dem Töpfen




Kompostieren ist auch eine Gefühlsache ähnlich wie Seglen auf dem Wasser.
Es gibt Grundregeln für gutes vorwärtskommen auf dem Wasser bzw Gelingen beim Kompost.
Das Felling/Gefühl dazu, durch beobachten, riechen, anschauen ist eben so hilfreich.
So eine Miete / Haufen / Walm verzeiht vieles.
Wenn die Grundregeln stimmen darf man/frau es gelassen nehmen. (http://www.smiley-paradies.de/smileys/draussen/draussen_0007.gif)

Grüsse Natternkopf





Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Goldfinch am 19. Juli 2017, 15:51:04
Danke euch, das ist alles wahnsinnig informativ!  :)

Bisher habe ich einfach kompostiert, ohne viel Hintergrundwissen und groß drübernachzudenken.  Da wir jetzt einen Kompost neu anlegen wollen, ist das genau der richtige Zeitpunkt, sich näher mit der Thematik auseinanderzusetzen.
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Natternkopf am 19. Juli 2017, 22:56:28
Salü Goldfinch


Da wir jetzt einen Kompost neu anlegen wollen, ist das genau der richtige Zeitpunkt, sich näher mit der Thematik auseinanderzusetzen.

Schön beginnt es dich mehr zu interessieren und kannst dir dafür Zeit nehmen.

Informative, fachlich fundierte Seite mit Witzigen Elementen / kompostberatung.ch
Willkommen beim Kompostweb!
Weil wir vom "Selber Kompostieren" überzeugt sind, widmen wir diese Website der Kompostierung im Garten und Quartier.
Und weil wir der Meinung sind, dass Kompostieren auch Spass machen soll, haben wir auch ein paar Spiele integriert.

Beantwortete Fragen zum Thema Kompostieren mit Stichwort Suche
Kompost Forum Schweiz

Viel Vergnügen und Erfolg im Garten

Grüsse Natternkopf
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Dietmar am 19. Juli 2017, 23:26:02
Zitat
    - ich habe einen Kompostlüfter, den ich in größeren Abständen nutze.


So etwas in der Art?

Das Model habe ich und bin froh drum.

Ich habe so einen ähnlichen wie im Link. Kam damals aus England:


 https://www.amazon.de/Unbekannt-SCMA-Kompost-Bel%C3%BCfter/dp/B0050I2FB4/ref=sr_1_4/261-3925069-9186929?s=garden&ie=UTF8&qid=1500499389&sr=1-4
 

Der funktioniert allerdings nicht mehr, wenn man Monate lang nicht mehr belüftet hat und der Kompost zusammen gesackt und fest verdichtet ist. Man bohrt die Spirale (eigentlich eine Helix) in den Kompost und zieht diese dann heraus. Ist der Kompost schon zu fest, reicht dann meine Kraft für das Herausziehen nicht mehr.
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Wurmkönig am 20. Juli 2017, 21:12:48
Wenn du wenig Zeit und Muse hast dich dem Kompost zu widmen (auch wenn es ein äußerst interessantes Gebiet ist), kannst du es auch mit so einer Version versuchen. Es liegt mir fern für diese Firma Werbung zu machen, du findest auch genügend Anleitungen zum Selbstbau im Internet.

Wenn du es allerdings baust dann achte auf ein genügend großes Übersetzungsgetriebe, um das ganze bei voller Ladung noch drehen zu können. Die Unwucht (speziell in der Endphase) ist oftmals so groß, dass man die notwendigen Drehmomente händisch nicht mehr aufbringen kann (so geschehen bei meinem Nachbarn, so eine Trommel hat dann keinen Wert).

Zu den Vor- und Nachteilen (aus eigener Erfahrung, auf der Homepage des Herstellers wirst du nur ersteres finden).
+ es geht recht schnell (4 - 6 Wochen, lt. Hersteller 2 Wochen)
+ er steht auf der prallen Sonne (deshalb muss ich so 1 x pro Woche 3 - 4 Giesskannen draufschütten und dann drehen), es gibt kaum Trockennester
+ da kommt ALLES rein: Giersch, Wurzeln, zerhäckselte Zweige mit Monilia, Hahnenfuss, Küchenabfälle (nur pflanzliche) inkl. Samen (z.B. Kürbisse, Melonen, ...). Selbst wenn der Kompost fast fertig ist (also lange nach der Heissrottephase) entstehen durch die direkte Sonneneinstrahlung so hohe Temperaturen, dass auch die schlimmsten unerwünschten Samen sterilisiert werden.
+ und wenn ich keine Zeit habe die Trommel zu leeren - der Kompost aber schon wieder keimfähigen Inhalt hat, dann gehen die Samen die ich drauf gebe eben auf. Dann wird das ganze 1 Woche länger drinnen gelassen und täglich um 180 ° gewendet. Das hält keine Pflanze aus.
+ man kriegt sehr einfach auch Komposttee (einfach durchdringend wässern, und links und rechts 2 Eimer drunterstellen). Den kannst du dann recht einfach aufbereiten, da finden sich im Internet verschiedenste Anleitungen
+ man bekommt problemlos 65 ° in der Heissrottephase, viel mehr wird es nicht - dafür ist der Behälter zu klein
+ bücken und schaufeln entfällt
+ es ist eine stark aerobe Kompostiermethode, für Rasenschnitt zwar nicht geeignet aber durch die Lüftungsschlitze und die nicht luftdichten Bleche ist der Inhalt immer gut mit O2 versorgt.

+/- keine Ratten, Mäuse - aber auch keine Würmer. Die stehen aber auf das was rauskommt, da sind sie richtig süchtig danach ...
+/- Feuchtigkeit lässt sich gut einstellen (mit ein wenig Erfahrung), man braucht aber in der Vollsonne mehr Wasser als sonst

- sehr teuer für das bisschen Blech und Plastik
- die Vermischung ist wirklich schlecht. Du kannst zwar den Inhalt auf den Kopf stellen (ich drehe so 1 x alle 4 - 5 Tage), aber du kriegst ihn nicht durchgemischt. Dazu muss man ihn nach der Heissrottephase (dann ist die Trommel in der Regel nur mehr zu 50 % voll) händisch durchwühlen. Man kann aber gut aufrecht dabei stehen und reinschnuppern ob wohl alles passt.
- für reinen Rasenschnitt ungeeignet (das verklebt und stinkt)
- relativ klein
 
In der Industrie erfolgt die Kompostierung oftmals in sogenannten Tunnelrotteanlagen. Da sind die Holländer führend in Europa, ein kleines Völkchen mit einem enormen Biomasseoutput (der auch verarbeitet werden will). Die Prozessparameterführung ist gar nicht so einfach (Feuchtigkeit, Wärme, CO2-Werte) und auch ein versierter Regelungstechniker wird da schnell an seine Grenzen gelangen (und ständig die PID-Parameter nachstellen, weil es ein nichtlineares instabiles Modell ist) - der verwendete Aufbau kommt meines Erachtens aber am stärksten an so eine industrielle Anlage ran.
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 20. Juli 2017, 23:11:56
@Nemesia Elfensp.
Du willst es jetzt aber genau Wissen.  :)
immer :D schon immer war das so :D

Zitat
Annahme: Es handelt sich bei der Frage um ein "passives Lüftungsrohr".
jup, an so eines dachte ich bei meiner Frage.

Zitat
Kompostieren ist auch eine Gefühlsache ähnlich wie Seglen auf dem Wasser.
Es gibt Grundregeln für gutes vorwärtskommen auf dem Wasser bzw Gelingen beim Kompost.
sehr guter Vergleich. Das kann ich nur bestätigen :D

Zitat
Versuche deine Frage soweit verständlich und für dich nützlich zu beantworten
Das ist Dir wieder gelungen - vielen Dank!

LG
sendet
Nemi
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Zausel am 08. April 2018, 02:14:58
Mal sehen, ob es mir etwas bringt:
Bei der Staudenbörse im BoGa Dahlem ist heute um 14.00 Uhr ein Vortrag über die Heißrotte.
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Natternkopf am 08. April 2018, 16:50:27
Zausel wie war es?
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Zausel am 08. April 2018, 18:33:01
Ganz interessant, Natterich.
Sie meinte, sie kompostiert schon sieben Jahre lang.
Bannich viel Zeit. Ein paar sind gleich gegangen, einige später und nach einer halben Stunde war sie durch.
War im Prinzip eine Lesung aus ihrem Büchlein, habe ich mir gekauft und signieren lassen:
"KOMPOSTIEREN! Biologisch, einfach, schnell" von Martina Kolarek (Ulmer)
Viel klüger bin ich eigentlich nicht.    ;)
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Natternkopf am 08. April 2018, 21:33:27
Salü Zausel


... Büchlein, habe ich mir gekauft und signieren lassen. Mache ich manchmal  :) auch.

Viel klüger bin ich eigentlich nicht.    ;)

Dafür weisst nun genauer was du Richtig machst.  8)

Martina Kolarek
Kompostieren!. Biologisch, einfach, schnell. Martina Kolarek. 2018.
144 S., 75 Farbfotos, 21 Zeichnungen, Klappenbroschur.
ISBN 978-3-8186-0078-5.

Grüsse Natternkopf
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Natternkopf am 12. April 2018, 17:17:37
Dienstag 10. April angesetzt.

Do. 12. April / So mut dat sein.  ;D
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Natternkopf am 12. April 2018, 18:30:00
Das Digitale getestet / Analog 1,5° Abweichung
Dies wird gleich korrigiert. Mit Zange Messstab nachdrehen.  ;D
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: fromme-helene am 12. April 2018, 19:13:15
Woher weißt Du denn, dass das digitale korrekt anzeigt? War es beim Eichhörnchen?  ???

Übrigens können Abweichungen über den Messbereich unterschiedlich sein.
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Natternkopf am 12. April 2018, 19:41:38
Gute Frage
A) Woher weißt Du denn, dass das digitale korrekt anzeigt? War es beim Eichhörnchen?  ???

B) Übrigens können Abweichungen über den Messbereich unterschiedlich sein.

A) Hypotethische Annahme
Dies begründet auf der Ausgangslage: Das Grillthermometer für die Kerntemperatur Messung bei erreichen der vor einstellbaren Gartemperatur ein Siganlton abgibt. Somit wohl ziemlich genau sein wird, da sonst die Kochfreaks schon längst reklamiert hätten in Foren. (Davon nichts gefunden, was jedoch noch nicht bedeutet das es stimmt. Die Wahrscheinlichkeit jedoch sehr Gross ist, dass es genau sein könnte.)

B) Richtig.
Da werden noch verschieden Messbereiche 20 / 30 / 40 durch gemessen mit einem Kapillarrohr Thermometer. Dieses ist exakt nachjustiert (verschieben) auf der Skala.
Das weiss ich, weil: Wann immer ein Techniker mal im Hause ist, ich ihn Frage ob er so ein Hightech-Exakt-Thermometer dabei hat ( haben heute fast Alle) und wenn ja, ich Vergleichsmessungen machen darf zum überprüfen meiner Andern. Da hat noch keiner abgelehnt.  :D

Für den Kompost sind 2-3° eh nicht von Belang, jedoch "müssen" sie bei mir im vorhanden Temperatur Bereich, das Gleiche anzeigen.
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Conni am 19. April 2018, 13:35:31
Morgensport Kompost umsetzen - es dampft und duftet und ist heiß und ich bins zufrieden, ganz ohne Thermometer.

(https://forum.garten-pur.de/galerie/albums/userpics/15920/tg_180419_1.jpg)

Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Natternkopf am 19. April 2018, 13:49:06
 :D 👍

🌹
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 19. April 2018, 14:06:54
Morgensport Kompost umsetzen - es dampft und duftet und ist heiß und ich bins zufrieden,
jaaaaa!!! da freut sich das Gärtnerinnenherz :D
Ein schönes Bild :D so ein eifriger Komposthaufen!
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Natternkopf am 05. Mai 2018, 08:40:31
Da stimmt wohl was nicht mehr.  :-\
Nachtrag: Box Nr.3

Da fehlt wohl inzwischen die Feuchte.
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Natternkopf am 05. Mai 2018, 09:52:22
Inhalt Box Nr. 3 -> Wandert in Nr. 1 / Wenden, umschichten, korrigieren.

Bodenbelüftung hat sich gefühlt gefüllt mit feinen Erdpartikeln.
Vorne im Bild

Neues grobes Material nehmen
Oder Aussieben

Nachtrag: Nun gefüllt :-)
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Wurmkönig am 05. Mai 2018, 18:18:05
So, gestern befüllt - hach ist das schön!
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Natternkopf am 05. Mai 2018, 19:31:36
Ja das ist schön

A) Das es getan ist.
B) Die Temperatur schön hoch ist.

Das Material der unteren dickeren Schicht in Box 3 war schon etwas trocken und hatte schon viel Kompostwürmer drin.
Liegt vermutlich auch daran, dass ein hoher Erdanteil beigefügt ist.
Der obere Grasschnitt war dann wieder zu wenig (ca. 12cm) um heiss zu bleiben.

Das umgeschichtete aus 3 -> 1 hatte wieder etwas Temperatur, von 22° auf 24°, zugelegt.
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Natternkopf am 05. Mai 2018, 19:36:58
Frischbefüllung in Box 3
Aus dem oberen, kalt gewordenen Grasschnitt (22°C) und Material aus der Alltagsbox B)
Gemischt, befeuchtet, eingefüllt und Belüftungsboden erhöht.

Entwickelt auch schon wieder Wärme.
Temperatur nach 3 Stunden 32°C.
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Natternkopf am 05. Mai 2018, 19:42:24
Von Links nach Rechts

- Box 1 / Umgeschichtetes zum nachreifen mit den Kompost Würmern.
- Box 2 / Reift nach, darin ist die Kinderstube der Rosenkäfer Engerlinge.
- Box 3 / Neubefüllt, dürfte Heiss werden, mal schauen.
- Box 4 / Komposterde bereit für den Gebrauch


Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Zausel am 05. Mai 2018, 20:06:22
...
- Box 1 ...
- Box 2 ...
- Box 3 ...
- Box 4 ...
Irgendwie kapier ich dein System nicht, Natternkopf. Kann man die Haufen so befüllen, daß das frische Material (immer) z.B. links ist und das ablagernde ganz rechts?
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Natternkopf am 05. Mai 2018, 21:46:55
Irgendwie kapier ich dein System nicht, Natternkopf. Kann man die Haufen so befüllen, daß das frische Material (immer) z.B. links ist und das ablagernde ganz rechts?

Das ist die Idee und klappt meistens.
Was das System leicht verändert, ist die Rosenkäfer Kinderstube.  :D

- Ganz rechts ist das zu nehmen. Das ist zu 95% so. (Höchstens 1-2 Wochen mal die Drei.)
Nun kommt die Rosenkäfer Kinderstube ins Spiel.  8)
Zu Beginn im Frühling, hat es Engerlinge in 2 / 3 und 4
Wobei in der Vier, ganz rechts, nur vereinzelte drin sind.

Jetzt wird geschaut, wo sind die vielen Kokons drin?
In diese Box werden nun alle Engerlinge, die beim ausräumen zum Vorschein kommen, dort eingebracht.
Ja und das ist mal die Zwei oder die Drei.
Entsprechend wird nun befüllt.
Im Laufe des Hochsommers ist Flugzeit und ab dann kann die Box ausgeräumt werden.
Ebenso ist ab Hochsommer nicht mehr soviel Erdbedarf und da genügt dann diese Lagerbox.




Dann stellt sich nur noch die Frage.
Wo wird mit dem Ansetzen begonnen, damit beim umsetzten (1-2x) es wieder stimmt?
Tönt kompliziert ist es aber nicht, ist ähnlich wie Puzzlespiel.  :D

Ab Frühherbst ist das Frischeste ganz Links.
Oder so gesagt: Je höher die Boxennummer um so ausgereifter der Kompost.

Ganz einfach!  ;)

Habe auf der anderen Seite des Gelände noch eine 2-er Box.

Hier ist es noch einfacher
A) Links / Alltagskompost (inkl. kleine Rasenschnittmengen, Unkraut, etc.)
Ist hier zu Voll, oder bei den Nummerierten ist zu wenig Befüllung für Heissrotte, wird hier genommen. Sowie heute.
B) Rechts / Laubkompostierung.
Die dauert viel länger 18-26 Monate, je nachdem.
Sprich nach Laubsorte und wieviel oder wie wenig ich umsetzte.




Sowie ich dich kenne Zausel ist dir aufgefallen, und vermutlich willst du das auch Wissen.
Es ist deshalb mit Buchstaben wie mit Zahlen angeschrieben, damit für alle klar ist von welchem Ort gesprochen wird wenn was gebracht oder geholt wird.  ;D

Grüsse Natternkopf

Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Natternkopf am 06. Mai 2018, 10:35:25
Box 3

Für ein zweitesmal Heiss werden eine gute Temp.
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Natternkopf am 06. Mai 2018, 10:38:40
Umsetzen bringt es schon, war bei 22°C.
Nun wieder etwas warm geworden, passt auch für die Kompostwürmer.

Passender Nachreifungs Temperatur Bereich 30°C.
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Wurmkönig am 07. Mai 2018, 09:03:19
Du steckst da wirklich viel Zeit und Aufwand rein. Hast du dir mal überlegt eine eigene kleine Tunnelrottanlage zu bauen? Mir wäre die Umsetzerei einfach zu anstrengend.
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 07. Mai 2018, 20:44:37
eigene kleine Tunnelrottanlage
ach, das klingt ja interessant. Dazu hätte ich gerne mehr Infos :D
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Zausel am 08. Mai 2018, 00:03:48
... ich auch ...    ;D
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Wurmkönig am 08. Mai 2018, 07:03:58
Au weia - eine konkrete Bauanleitung kann ich da nicht liefern, wir haben uns seinerzeit nur mit der Regelung einer solchen Anlage beschäftigt - mal sehen ob ich die Diplomarbeit noch irgendwo herkriege. Das ganze funktioniert im Grunde wie ein Drehofen oder meinetwegen wie eine Waschmaschine.
D.h. es wird von einer Seite befüllt und durch die Drehungen kommt es zum Weitertransport und Vermischung des Rottegutes innerhalb dieser Trommel. Dadurch ist die Wahrscheinlichkeit von Trockennestern und von Fäulnisstellen äußerst gering. Die Umlagerungen erfolgten so alle 15 Minuten z.B. eine 1/4 Umdrehung.

Ansonsten gibt es zur Regelung (Prozessparameter: Temperatur, Feuchtigkeit, CO2-Gehalt) noch eine Zu- und eine Abluftklappe und eine Spritzdüse. Die Prozessführung erfolgt in solchen Anlagen natürlich automatisch (Feuchtigkeitssensoren, CO2-Sensoren) - aber letztlich reicht im Privatgebrauch meistens die Nase aus, um die Anlage zu führen.

Diese Zersetzungsprozesse sind mathematisch instabile Modelle - praktisch gesehen tut sich da lange nichts und plötzlich kommt man mit den Klappenstellung nicht mehr hinterher weil alles zu heiß wird. Der Prozess stirbt dann ab (ist auch jedem schon mal privat passiert) - und startet dann neu. Dadurch verlängert sich aber die Rottezeit, d.h. man erreicht die geplanten Durchsätze nicht und auch nicht die Qualität die man haben will. Das hast du ja auch sehr gut dokumentiert wie man durch Einbringung von Feuchtigkeit plötzlich noch eine Nachrottephase starten kann.

Ich bin halt selber am Überlegen wie man den Umlagerungsprozess automatisieren könnte. Die Energie und die persönliche Arbeitskraft werden einfach schwächer mit den Jahren, ich habe aber den Platz nicht dazu. In den Hobby-Geräten wie z.B. von Mantis funktioniert die Durchmischung nicht, Grasschnitt lässt sich damit nicht kompostieren. Ich denke man bräuchte eine elektrische Förderschnecke mit entsprechender Zuführeinrichtung.

Speziell bei Gras habe ich auch schon mit Belüftungsnadeln Versuche gemacht (und einem kleinen Aquarium-Kompressor ), um mir das Umlagern zu ersparen - so richtig funktioniert hat es aber nicht. Die Luft bläst mir die Feuchtigkeit zu schnell raus, als nächstes will ich mal Luft- und Feuchtigkeitsnadeln probieren.

Da hab ich wohl zu viel versprochen, aber ich bin wie ihr auf der Suche nach dem optimalen Kompostierverfahren. Ich kann mir einfach nicht vorstellen dass das Aufschichten von Material in der heutigen Zeit der Weissheit letzter Schluss sein soll.
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 09. Mai 2018, 00:20:39
Moin Wurmkönig,
Danke für Deine Erklärung. Jetzt kann ich mir doch etwas besser vorstellen, was Du gemeint hast.
eine konkrete Bauanleitung kann ich da nicht liefern,.....................Das ganze funktioniert im Grunde wie ein Drehofen oder meinetwegen wie eine Waschmaschine.
genau an diese Dinger von z.b. Mantis dachte ich bei Deiner Erklärung dann auch.

Zitat
In den Hobby-Geräten wie z.B. von Mantis funktioniert die Durchmischung nicht
aber immer schon dachte ich mir, das der natürliche Verottungsprozess, wie ihn uns die Natur vorlebt, doch ganz anders funktioniert. Vor allem sollte doch immer ein Kontakt zum Boden möglich sein, allein schon, um den einzelnen Organismen die an der Rotte teilhaben, die Möglichkeit zu geben, zu dem für sie idealen Zeitpunkt Einzug in das zu verrottende Material halten zu können - so jedenfalls mein Verständnis.
Dazu fand ich hier (auf Seite 14) folgende Erläuterung:
Zitat
Biogene
Helfer
Im Wesentlichen können wir drei Gruppen
Lebewesen als Aktivisten bei der Kompostierung unterscheiden: Bakterien, Pilze, Kleinlebewesen
Bakterien: ..........
Pilze:............
Kleinlebewesen:Insekten und andere Kleinlebewesen
In einer Kompostmiete leben erstaunlich viele Lebewesen.
In funktioneller Arbeitsteilung sind sie in je eigener Art und Weise am Abund Umbau der verrottbaren Abfälle beteiligt, um schließlich den
Aufbau, die Verwandlung zu wertvollen Humus, zu bewerkstelligen. Die Kommostlebensgemeinschaft ist sehr vielfältig.
Wie im Boden existiert auch in der Miete eine Nahrungskette, d.h. es kommen vegetarisch und auch räuberisch lebende Kleinlebewesen vor.
Zu den vegetarisch lebenden zählen:
Asseln, Doppelfüßer, Fruchtfliegen,einige Fliegenlarven, Hornmilben, Schnecken, Springschwänze, Kompost- oder Mistwürmer.
Unter den räuberisch lebenden Kleintieren sind vertreten:
Doppelfüßler, Hundertfüßer, bestimmte Fliegenlarven, Kurzflügler, Pseudoskorpione, Raubmilben, Spinnen, Steinkriecher, Ameisen,
All diese Tiere finden sich m.M. nach nur ein - oder können sich auch bei veränderten Bedingungnen im Kompostmaterial in den Boden zurückziehen - wenn das Kompostieren auch tatsächlich auf lebendigem Boden und nicht in einer Trommel, stattfindet.


Zitat
Ich bin halt selber am Überlegen wie man den Umlagerungsprozess automatisieren könnte. Die Energie und die persönliche Arbeitskraft werden einfach schwächer mit den Jahren,
ich für meinen Teil habe das Problem der leise schwindenen Kräft bezüglich der Aufgabe des Kompostierens für Erste damit abgemildert, dass ich das zu kompostierende Material kurz halte.
Also Laub mit dem Rasenmäher schreddern, Äste häckseln, Grassoden nicht mehr kompostieren, sondern besser gar nicht erst abstechen, sondern das Gras mittels Flächenmulch beseitigen, Pferdemist, Geflügelmist nur noch mit Häckselstroh, weil dann keine dicken Placken entstehen.
Dadurch ist der Inhalt der Kompostmieten viel "williger" und das Umsetzen wesentlich einfacher und nicht mehr so kräftezehrend.

Zitat
ich habe aber den Platz nicht dazu.
das wird wohl vielen Gartenbesitzern so gehen.


Zitat
Speziell bei Gras habe ich auch schon mit Belüftungsnadeln Versuche gemacht (und einem kleinen Aquarium-Kompressor ), um mir das Umlagern zu ersparen - so richtig funktioniert hat es aber nicht. Die Luft bläst mir die Feuchtigkeit zu schnell raus, als nächstes will ich mal Luft- und Feuchtigkeitsnadeln probieren.
Gras alleine lässt sich m.M. nach nicht alleine kompostieren. Wie wählst Du die Zuschlagstoffe um für den Grasschnitt das entsprechende CN- Verhältnis zu bekommen?
Eine Möglichkeit um Gras aufzusetzten, wäre evtl. mit Lüftungsrohren (z.b. gelöcherte Abwasserrohre) zu arbeiten, obwohl ich dann immer noch meine Zweifel hätte, ob das funktionieren kann.

Zitat
ich bin wie ihr auf der Suche nach dem optimalen Kompostierverfahren.
meiner Meinung nach lebt uns die Natur das optimale Kompostierverfahren doch jeden Tag vor. Es hat ja schon funktioniert bevor es uns gab.

Zitat
Ich kann mir einfach nicht vorstellen dass das Aufschichten von Material in der heutigen Zeit der Weissheit letzter Schluss sein soll.
Meine Meinung dazu: in der heutigen Zeit funktioniert die Natur immer noch nach den selben Regeln wie vor unserer Zeit.
Der Rotteprozess war schon vor unserer Zeit derselbe. Und das Aufschichten, der natürliche Rotteprozess ist das Erfolgsgeheimnis der Natur. Was könnten wir daran verbessern?
Wir können uns sicherlich die damit verbundenen Arbeit im Garten erleichtern, aber der natürliche Rotteprozess, der Ablauf der Kompostierung ist m.M nach nicht mehr zu optimieren.

 
hier meine Sicht auf die Dinge:
Das Anlegen von Kompostmieten im Garten ist eine sehr schöne Tätigkeit, sehr meditativ, sie kann uns das Gefühl vermitteln, erdverbunden zu sein.
Grade diese Vorstellung, dass ich durch meine Arbeit der Natur zuarbeite, um aus Pflanzenresten etwas herzustellen, dass mir dann wieder meinen Gemüsegarten belebt, das Gemüse wachsen lässt und mir dann meinen Teller füllt....... - mich macht das immer sehr zufrieden.


LG
von
Nemi




Mir ist heute Morgen noch eine Ergänzung eingefallen, also habe ich Edit bemüht.
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Natternkopf am 09. Mai 2018, 19:29:22
Das funktioniert so nicht.

Eine Möglichkeit um Gras aufzusetzten, wäre evtl. mit Lüftungsrohren (z.b. gelöcherte Abwasserrohre) zu arbeiten, obwohl ich dann immer noch meine Zweifel hätte, ob das funktionieren kann.
Deine Zweifel sind berechtigt.
Habe so eines mal getestet.

Den Grashaufen beeindruckt das gelöcherte Rohr überhaupt nicht, pappt und klebt fröhlich drauf los.  ;D

Das C/N Verhältnis ist das eine.
Stabiles Struckturmaterial das andere. Das ermöglicht viele kleine Lufträume.  :)

Rausziehen = Lüftungskanäle





Grüsse Natternkopf
 
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Natternkopf am 09. Mai 2018, 19:54:46
Betrifft Boxen

Bei grossen Einfüllmengen auf einmal, findet grosser, stärkerer Gasaustausch statt. (64-72°C)
In der üblichen Grösse "einer Garten Miete" ist das gut gegeben. (zBsp. siehe die Mieten bei Conni)
Bei Boxen kann das heikel werden bzw mehr Zuwendung brauchen. Kontrollieren,oft nachlockern.

Etwas Boxenraum hergeben und Bodenlüftung anlegen.









Ist eine von den Möglichkeiten die es gibt.

Grüsse Natternkopf

PS
Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, Selbst angelegten, guten Kompost (Komposterde) zu erhalten.  :D
Jedoch auch einige Varianten, dass sich ein stinkiger Haufen entwickelt.  :-X

Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 09. Mai 2018, 21:09:03

Etwas Boxenraum hergeben und Bodenlüftung anlegen.
  hast Du da tatsächlich eine Bodenroste drunter, oder ermöglicht die Frontlüftungsgitter die "Boden"lüftung?

Zitat
Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, Selbst angelegten, guten Kompost (Komposterde) zu erhalten.  :D
wie ist Deine Meinung dazu: Ist Bodenkontakt für eine wirklich gute Kompostqualität notwendig, oder ginge es auch anders?


Ich hatte letztens "Tomatenerde" eingekauft und fand eine enorme Menge Springschwänze in dem Substrat - meiner Meinung nach ein Zeichen dafür, dass das Material noch nicht fertig verrottet war. So etwas passiert, wenn man dem Kompostiervorgang nicht genug Zeit gibt und keinen ausreichenden Bodenkontakt anbietet - liege ich da richtig?

Grüssli
von
Nemi
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Natternkopf am 09. Mai 2018, 21:45:27
Hallo Nemi

Vermutlich ist es klar, einfach so zur sprachlichen Ausgangslage.
Die Kompostierung ist eine kontrollierte Verwesung.
Zersetzung organischen Materials durch Destruenten (Verwerter von Totmaterial)
unter Zufuhr von Sauerstoff (aerob ablaufender Vorgang).


Ich hatte letztens "Tomatenerde" eingekauft und fand eine enorme Menge Springschwänze in dem Substrat - meiner Meinung nach ein Zeichen dafür, dass das Material noch nicht fertig verrottet war. So etwas passiert, wenn man dem Kompostiervorgang nicht genug Zeit gibt und keinen ausreichenden Bodenkontakt anbietet - liege ich da richtig?
A) Kann sein, dass es noch Anteile von Frühkompost Stadium drin hat.
B) Kann sein, dass es etwas Holzfaserig ist. Etwas zulange liegen blieb, Wasser eingedrungen ist und es Tierchen wie den Springschwänzen wieder gefallen hat.
Für Tomatenpflanzen kaum relevant.

> Ist Bodenkontakt für eine wirklich gute Kompostqualität notwendig, oder ginge es auch anders? <
- Bodenkontakt (gemeint ist wohl Erdreich) ist ein gute, passende Voraussetzung.
  Auf Gartenplatten oder ähnlichem ist auch möglich.
- Es geht auch anderes, wie viele Kompostis in ihrem Garten auch schon bewiesen haben.
Ob nun Trommel, Miete gerade oder im Kreis, in Box oder gehäuft, mit Stahlmattengitter, Holz oder Bambus eingefasst oder mit ... ...,

Für eine wirklich gute Kompostqualität ist folgendes Wichtig!

Und immer wiedermal: Zur eigenen Handlungsüberprüfung nachlesen.

Erdige Grüsse
Natternkopf 

Titel: Re: 🔥 Heißrotte
Beitrag von: Natternkopf am 09. Mai 2018, 22:18:00
Ach so, deine Lüftungsfrage Nemesia Elfensp.
Entschuldigung 🌷🐝

Also:
Kein Bodenrost darunter der eingeschoben wird oder so ähnlich.

- Das sichtbare Gitter dient als Abschluss der Front, damit es nicht heraus bröselt.
- Die untere, erste Befüllung mit grobem Häcksel dient als "Lüftungsrost" bzw. als Luftdurchsatzflächekörper.
- Nur das alleinige Gitter vorne, bringt in der Heissrottephase gar nichts.
- Mit dem Lüftungskörper, strömt die Luft gemächlich hindurch, wenn der Lüftungskörper genug dick ist und noch nicht verklebt.
Test: Räucherstäbchen oder Zigarette hinhalten und ein Teil des Rauches wird eingezogen  ;D oder eben nicht.  >:(
- Zum ausreifen ist das nicht mehr so relevant.

- Lüftungs Füllung auswechseln: Heissrotte -> 1x jährlich / Nachreifen - alle 2 Jahre
Das tönt nach Arbeit die man sich sparen könnte.
Wirklich?
Nur, ist kein Lüftungskörper drin, wird ja auch bis nach unten ausgeschaufelt. Und zwar jedesmal beim ausräumen.
Das kann somit keine Arbeitsersparnis sein, denn weg zulassen.
Es ergibt sich sogar ein kleiner, gewichtiger Vorteil beim Arbeiten:
Beim Komposterde ausschaufeln muss ich mich weniger weit runterbücken bzw. weniger weit hochheben für in die Schubkarre.

Grüsse Natternkopf

Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Natternkopf am 21. Juni 2018, 21:30:39
Die Heissphase 62-70° ist inzwischen vorbei. Boxen 1-3.
Hat sich nun auf der nächsten Temperaturstufe eingependelt.
Einzig Material in der Box 4 hat noch nicht die Heissphase erreicht, warum auch immer.
Läuft halt eben als Lauwarmrotte.  ;)

Im 4-er Block / Allen Kompostboxen Wasser gegeben.
Temp.: 1) 45° / 2) 48° / 3) 56° / 4) 39°

Depotplatz, beim Nachbarn, vorbereitet
für Häcksel Lieferung am Samstag.  :)
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Natternkopf am 31. März 2019, 14:03:15
Die erste Heissrotte Phase 2019 gestartet.  8)

Gestern Kompostbox 1) & 2) in der Box gemischt und nachbefeuchtet.
Da es in der Box 1) noch Platz hatte, das Material und die Tiere darin noch Weile Zeit benötigen, oben drauf mal einen Heissrotte Versuch gestartet.

Für nach ca. 20 Std. eine gute Temperatur.
War ja "nur" ca. 60 Liter Grasschnitt, von der Nachbarin am Vortag bereit gestellt.  :)
Gemischt mit ca. 1/3 Holzigem und befeuchtet.


In der Mitte einen Hügelhaufen gemacht.
Schilfhäcksel drumher versorgt, was
gut isoliert doch Luft durchlässt.



Hält sich von der kleinen Menge her geschätzt 2-4 Tage in dem Temperaturbereich.

49° C


Grüsse Natternkopf

Nachtrag: Temp. hat sich, auf den Abend hin, ein wenig erhöht auf 52° Celsius

Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Natternkopf am 05. April 2019, 18:45:58
Nach den Schneefall Tagen und kalten Nächten
hat sich die Temperatur gut gehalten in Box 1.

1 Woche später

53° C

Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: roburdriver am 08. April 2019, 18:31:42
Hallo allerseits.
Ich hab immer recht viel Schafmist, mit wenig Stroh aber viel Heuanteil. Der Mist ist recht trocken. Eine Heißrotte ist damit denke ich nicht machbar. Dazu kommt noch etwas Grasschnitt. Aber mir vertottet das zu langsam. Nach einem Jahr umsetzen ist noch nichts mit Erde. Ob das in einem geschlossenem Kompostbehälter besser geht? Ich hab nur einen mit Latten rundum, ca 2m x 2m x 1,50m hoch und das ganze 2mal und ständig voll  :-\ nach 1Jahr ist es ca auf 1m zusammen gesunken.
Was sagen die Profis?

Gruß Robin
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Quendula am 08. April 2019, 19:44:18
Den Mist vorm Kompostieren einweichen und mit anderem Material (Laub, Häcksel) mischen. Wäre das sinnvoll?
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: roburdriver am 08. April 2019, 20:05:10
Laub hab ich leider nicht nennenswert, was die Apfelbäume abwerfen ist nicht wirklich viel. Häcksel fällt nicht an, größeres geht durch die Heizung und kleines auf Kompost oder Osterfeuer. Küchenabfälle alles inkl Knochen kommen in den Thermokomposter wegen dem Getier.
Ich werd wohl doch mal den Gartenschlauch drauf halten,  mal sehn ob es hilft.
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Natternkopf am 10. April 2019, 21:06:17
Salü Robin

In Kürze
... Der Mist ist recht trocken. Eine Heißrotte ist damit denke ich nicht machbar. Dazu kommt noch etwas Grasschnitt. Aber mir vertottet das zu langsam. Nach einem Jahr umsetzen ist noch nichts mit Erde. Ob das in einem geschlossenem Kompostbehälter besser geht?
-> Per se, nein. Kann sein oder anders gesagt: Nicht zwigend.
Ich hab nur einen mit Latten rundum, ca 2m x 2m x 1,50m hoch und das ganze 2mal und ständig voll  :-\ nach 1Jahr ist es ca auf 1m zusammen gesunken.
Was sagen die Profis?

Gruß Robin

Zum Beispiel:
Den Mist vorm Kompostieren einweichen und mit anderem Material (Laub, Häcksel) mischen.
Wäre das sinnvoll? -> Ja, ist es.

Schau mal hier unter s'kompostiere bringt's! Pfad darin:
a) -> Spiele -> Misch Masch
b) -> Praxis -> hegen & pflegen

Grüsse Natternkopf
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: thuja thujon am 11. April 2019, 00:00:36
Wasser. Einfach nur Wasser.
Balkonkästen muss man gießen, Komposthaufen auch.
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Quendula am 11. April 2019, 08:23:00
Laub hab ich leider nicht nennenswert,

Laub (auch Grasschnitt) bekommt hier man bei Nachbarn, kommunalen Parkanlagen, Friedhöfen etc. Es gibt genügend Leute, die ihr Laub in (teure!) Säcke abpacken und entsorgen lassen. Die wären froh, wenn jmd was kostenlos abnehmen würde. Vlt auch in Deiner Umgebung?
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Amur am 11. April 2019, 12:38:25
Wasser. Einfach nur Wasser.
Balkonkästen muss man gießen, Komposthaufen auch.

Genau. Schafmist hatte ich noch nicht, aber Rossmist muß durch und durch quatschnass sein, dann gut festtreten und das Ding geht ab.
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: roburdriver am 11. April 2019, 16:23:44
Ich danke euch. Werde demnächst mal den Haufen mit dem Bagger  8) umsetzen und dann den Mist ordentlich Wässern. Bei 14Schafen fällt da schon was an. Mal schauen was dann wird. Obstbäume hab ich ca 25Stück, aber noch recht klein, daher noch kaum Laub. Ich denke in paar Jahren sieht das anders aus. Da brauche ich dann 3 Kompostfächer  ;D

Gruß Robin
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: 555Nase am 13. April 2019, 03:16:48
Nach einer Woche immer noch mehr als 65°C im Grashaufen. Wobei das ja eigentlich ein kausales Paradoxon sein müßte !? Das Eiweiß der heiß arbeitenden Grashaufenbevölkerung soll doch bei 60°C gerinnen, müßten also den eigenen Hitzetod erliegen ? - Scheint aber sehr unterschiedlich zu sein. >>>

https://de.wikipedia.org/wiki/Denaturierung_(Biochemie)

(https://up.picr.de/35499387bg.jpg)

(https://up.picr.de/35499388kj.jpg)

Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Amur am 13. April 2019, 06:34:04
In der Phase wird das eine rein chemische Reaktion sein. Die Mikroorganismen kommen später.
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: 555Nase am 13. April 2019, 06:45:52
...Das würde mich aber interessieren, welche chemische Reaktion da Temperatur erzeugt ?
Meist entsteht ja bei einer Oxidation Energie, also Sauerstoff verbindet sich mit...was im Gras ? - Kohlenstoff, Wasserstoff - ohne Katalysator, einfach so ?
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: roburdriver am 13. April 2019, 08:29:38
Gärung. Die Bakterien halten bedeutend mehr aus, als 65grad. Nicht alle aber einige.
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Natternkopf am 13. April 2019, 14:43:47
Was macht nun eigentlich alles Heiss in der Rotte?
 :) Einiges: Thermophile Bakterien, Pilze, Actinomyceten, Bazillen ...

Zu Hause in dem (115 Seitigen Ordner) "Ratgeber rund um die Grüngutverwertung" nachgeschaut.
Da ist beschrieben bei "3.4.2 Der Ablauf der Rotte" was da alles mithilft.
Uff, nichts Fotografieren, im Netz gefunden.

3. Biologie der Grüngutverwertung Ratgeber - docplayer
3.4.2 Der Ablauf der Rotte / 1. Abbaufphase - Hygienisierung

Oder als Adobe Datei runterladen
3.4.2 Der Ablauf der Rotte / 1. Abbaufphase - Hygienisierung

Lexikon der Biologie: Rotte / Aus Spektrum.de
...
und schließlich bei 65–75 °C Vertreter der Bazillen. Mit Hilfe extrazellulärer Enzyme setzt der Abbau polymerer Komponenten ein.
Gleichzeitig bewirkt die Erhitzung das Abtöten mesophiler Organismen, darunter auch pflanzliche Samen und potentiell pathogene Keime.
Die Kompostierung ist also mit einer Hygienisierung von Biomüll verbunden.
Sind die rasch metabolisierbaren Substrate verbraucht, geht die hohe Stoffwechselaktivität und entsprechend die Wärmeentwicklung zurück;

Viel Vergnügen beim durchlesen.
Grüsse Natternkopf
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: 555Nase am 13. April 2019, 17:22:52
Danke der umfangreichen Info, Natternkopf.
"Dacht" ich mir, daß das alles nicht so einfach nur mit "Gärung" abgetan ist.  ;D
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Natternkopf am 20. Juni 2019, 20:47:48
Guten Abend

Letzte Woche bei mir und diese Woche bei Nachbars wurden Hecken geschnitten.
Liguster, Kirschlorbeer und etwas Photinia (Glanzmispel).

Vorhin mit dem Einstichthermometer 400mm den frisch gefüllten Boxen nach.

Beim Schnellkomposter, wo so Alltags Auslichtungsschnitt vom
Blumengarten reinkommt, hat sich etwas Wärme entwickelt.








Brauche das Volumen der grossen Box nicht.
Bleibt deshalb am Winterplatz stehen

4-er Block
Da es noch nicht nötig war umzusetzen oder zusammen zulegen, haben wir einfach oben aufgefüllt.
Temperatur mässig sieht es so aus:
Box 1    58°C

Letzte Woche
Einfüllung 65cm

Box2    56°C

Vor 2 Tagen
Einfüllung 55cm

Box 3    54°C

Vor einem Tag
Einfüllung 40cm

Box 4    39°

Vor einem Tag +
Erde zugemischt
Einfüllung 35cm

Gesamtansicht
mit Liguster


Bromberren
am Gestell

Hinter der
Boxenwand

Mal schauen wie sich das entwickelt.

Grüsse Natternkopf
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Waldmeisterin am 25. Juni 2019, 08:49:58
ich bin Kompostblödi, deshalb frag ich hier erstmal, bevor ich mich mit dem Thema Heißrotte näher beschäftige  ;)
Mein Wiese ist gemäht, das Heu weggefahren und das weil Schnittbild doch sehr gerupft aussah, bin ich nochmal mit dem Rasenmäher drüber. Und jetzt habe ich doch wieder mehrere Schubkarren (schon wieder furztrockenen) "Rasen"schnitt, eindeutig zu viel für meine "regulären" Komposthaufen. Schon wieder eine Fuhre wegzufahren habe ich aber auch keine Lust, zumal das Material eigentlich schon sehr fein und homogen ist.
Wäre das was für meine ersten Heißrotteversuche? Wenn ja: alles auf einen Haufen schmeißen anfeuchten? Nass machen? Gründlich wässern? Und wann das erste Mal umsetzen?
Mir ist nicht so recht klar, wie ich da jetzt vorgehen soll  ???
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Effi B. am 25. Juni 2019, 09:18:02
Wir sind auch dabei. Eine Heißrotte aus 15-20 großen Schubkarren voller Unkraut, die letzten Nacharbeiten unserer Großbaustelle, alles war liegen geblieben, das Zeugs wucherte und wucherte vor sich hin.

Vorher mit dem Rasenmäher zerkleinert, haben wir die Heißrotte vor etwa 2-3 Wochen angelegt, wie ferngesteuert sind wir nach Euren Beschreibungen vorgegangen. Ging ab wie hulle, auf 70-80 Grad nach nur einem Tag, dann immer schön gewendet.

Inzwischen befindet sich die Rottenmitte bei knapp 40 Grad. Wie geht das weiter? Haben wir jetzt und heute etwa bereits fertigen Kompost? Sowieso traue ich dem Braten nicht so recht über den Weg: Ausschließlich Unkraut, huiii, was habe ich davon zu halten?

Ein besonders heißer Tipp war der zum Kompostthermometer. Hatte ich sofort bestellt. Hat diebisch Spaß gemacht, das "Feuerchen" zu beobachten.

Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Sternrenette am 25. Juni 2019, 10:10:52
Ich hab jahrelang das Gras von der hinteren Wiese gemäht, antrocknen lassen und unter einem Haselnußstrauch auf einen Haufen geworfen. Das funktioniert auch, dauert aber vielleicht mal 2 Jahre.

Ich wollte keine Heißrotte, damit Nachbars Kälberstall nicht abbrennt.

Das durchaus üppige Volumen reduziert sich recht schnell.
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Natternkopf am 25. Juni 2019, 12:32:01
Salü Waldmeisterin

Zur Orientierung schau mal hier rein. ->3.4.2 Ablauf der Rotte

Ansonsten so wie Effi B. vorgeht oder wie:
Ich hab jahrelang das Gras von der hinteren Wiese gemäht, antrocknen lassen und unter einem Haselnußstrauch auf einen Haufen geworfen.
Das funktioniert auch, dauert aber vielleicht mal 2 Jahre.

Grüsse Natternkopf

Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Waldmeisterin am 25. Juni 2019, 21:33:22
danke für den link, Natternkopf, so wissenschaftlich wollte ich das gar nicht angehen  ;) Wahrscheinlich ändere ich meine Meinung, wenn mein erster Versuch vorn Baum gegangen ist  ;D
Ich hatte den Heu-Restschnitt auch schon unter den Birnbaum geworfen. Wenn ich mich recht erinnere lag das Zeug da unverändert über Jahre  :-\ Mumifiziertes Heu, sozusagen  ::)

Ich habe jetzt jedenfalls meinen Grasschnitt auf einen Haufen geworfen und gründlich gewässert. Morgen such ich mein Bratenthermometer oder Falks Kühlwasserthermometer und gucke mal, ob da was passiert ist...
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Natternkopf am 25. Juni 2019, 23:41:25
Bitte gern geschehen Waldmeisterin

So Wissenschaftlich würde ich das jetztmal nicht betrachten.
Kann man/frau, ist jedoch nicht nötig.

Es ist mehr gedacht als Einblick in den Ablauf auf der Skizze zum Verständniss und Beurteilung/Abschätzung wie weit der Haufen sein könnte.
Wenn dann noch Kraft und Zeit vorhanden ist, welche eingesetzt werden kann, ist Umsetzen hilfreich.
Gibt:
- Luft O2 hinein
- Einblick in unterschiedliche Trocken/Feuchtzonen die korrigiert werden können.
Die den Weg/Verlauf zu einem guten Ergebnis unterstützen.

Vier einfache Grundregeln beim Kompostieren
- Zerkleinern
- Mischen
- Zudecken
- Feucht halten


Grüsse Natternkopf

Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Effi B. am 26. Juni 2019, 08:38:07
Bedanke mich ebenfalls bei dem King of Kompost. :D Aber jetzt sag doch mal, Natternkopf, bitte, bitte:

Inzwischen befindet sich die Rottenmitte bei knapp 40 Grad. Wie geht das weiter? Haben wir jetzt und heute etwa bereits fertigen Kompost? Sowieso traue ich dem Braten nicht so recht über den Weg: Ausschließlich Unkraut, huiii, was habe ich davon zu halten?

Nach nun 2-3 Wochen war die Innentemperatur der Heißrotte bei 30 Grad, hatte also Außentemperatur.
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Natternkopf am 26. Juni 2019, 11:33:52
Salü Effi B.

Das ist zu hoch gegriffen:
Bedanke mich ebenfalls bei dem King of Kompost. :D

Möchte auf diesen Beitrag von Conni hinweisen um mal 1 Beispiel zu nennen.
Da gibt es noch Queen of Kompost.  :)

Weitere Beispiel im diesem Themafaden

Zu deiner Frage:
Inzwischen befindet sich die Rottenmitte bei knapp 40 Grad. Wie geht das weiter? Haben wir jetzt und heute etwa bereits fertigen Kompost? Sowieso traue ich dem Braten nicht so recht über den Weg: Ausschließlich Unkraut, huiii, was habe ich davon zu halten?

Das kann ich so nicht beantworten.
Müsste das vorhande Material sehen (Live oder Foto) bzw. müsste gut beschrieben sein.

Doch bevor du zur Knipse oder in die Tasten greifst.

Schau mal hier unter -> Praxis.
Damit sollten sich die meisten Fragen beantworten lassen und du hast gute Tipps zum abzuschätzen wie weit dieser Komposthaufen schon ist.
Mit den Unkrautsamen ist schon so , dass es ca. 60° Celsius braucht.
50° über zwei Wochen ginge auch noch.

Weitermachen mit: Mischen, Feucht halten, Zudecken.

Grüsse Natternkopf
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Natternkopf am 06. Juli 2019, 14:05:15
Die Boxen können etwas Wasser brauchen.

Mal schauen was es gibt.  :)
Titel: Re: Heißrotte im Verlauf 2019 + 2020
Beitrag von: Natternkopf am 06. Juli 2019, 17:22:16
Aktuelles aus den Heissrotte Boxen

Die Temperatur hat sich in den Boxen während den letzten 16 Tagen im Bereich von 60°-65°Celsius gehalten.
Begannen sich langsam in der Temperatur abzusenken im Bereich von 3-6° Grad.

Erhielten am Sa. 28. Juni und  am Mo. 1.Juli kräftig Wasser, was meist ein unmittelbarer Temperaturverlust von ca. 4°C bewirkt in einer Tiefe von ca. 35 cm.
Danach stiegen die Temperatur wieder auf 60°C.

Waren Gestern alle auf ca. 58°, dass bedeutet:
a) Die "Ganz Heiss Phase" ist langsam vorbei
und
b) Sie haben wieder Durst die Gesellen und Gesellinnen die darin arbeiten.  :)

Es war etwas Regen angesagt:






Geöffnet

Regenmesser rein

6mm gab es



Box 1  56°


Box 2  55°


Box 3  49°


Box 4  47°


Die Frischmaterial Füllung vom 20. Juni ist
in Box 3 & 4 weniger hoch, was ich spiegelt im Temperaturverlauf.
Die werden ab jetzt weniger Durst haben.
In ca. 8-14 Tagen wird umsetzen angebracht sein.

Mal schauen wie sich die verschiedenen Rotteverläufe weiter entwickeln.

Grüsse Natternkopf

Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Waldmeisterin am 06. Juli 2019, 18:09:09
also meine "Heißrotte" war am Ende eine "Kaltschimmlung"  :-\ Naja, ich war auch nicht richtig bei der Sache, habe ja alle Hände zu tun, meinen Garten vor dem Verdursten zu retten. Da konnte ich mich nicht auch noch um den Kompost kümmern....
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Nox am 06. Juli 2019, 18:16:27
Die Boxen können etwas Wasser brauchen.

Mal schauen was es gibt.  :)

Danke für das Photo ! .... äh, das aus dem Beitrag weiter oben....
Ich will auch gerade solche Kästen bauen und grübelte, wie ich das Holz vorm Faulen schützen kann. Die Noppenfolie ist die geniale Idee !
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Effi B. am 06. Juli 2019, 18:32:03
also meine "Heißrotte" war am Ende eine "Kaltschimmlung"  :-\

Och, wie schade, Waldmeisterin, erstmal sowieso wegen den Nacharbeiten, die jetzt anfallen und weil dir da echt was entgangen ist. Heißrotten machen richtig Fetz, also - Spaß.

@ Natternkopf, eine Frage: Wieviel Ausgangsmaterial hattest du? Ich meine bereits fertig zerkleinert. Da bin ich etwas unsicher, wieviel Masse es braucht, um eine Heißrotte anzuzetteln. Connis Eingangsbeitrag und dem Foto nach sind das wahre Berge.

Wie in #92 bereits gesagt, hatten wir 15-20 Schubkarren voller Unkraut. Einmal mit dem Rasenmäher zerkleinert, blieb davon nämlich nur die triste Masse von schlappen 30-40 cm Höhe in einer dieser Gitterboxen, war das eine Enttäuschung. (Die Gitterboxen hatten wir uns eigens dafür besorgt, womit wir stolze Besitzer von 5 chaotisch angelegten Kompostern sind. :-X)

Mit der Heißrotte lief eigentlich alles rund, so wie es sein soll. Suspekt bleibt mir das dennoch, nur Unkraut mit Samen und Wurzelunkräutern. Ich denke, den Haufen lassen wir erstmal "in der Ecke" vor sich hinschmurgeln.
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Staudo am 06. Juli 2019, 19:28:29
Mein, allerdings etwas größerer und  unordentlicher Komposthaufen wurde so heiß, dass die darauf gepflanzten Kürbisse gedämpft wurden. Ich frage mich übrigens, wieso Komposte über 56°C bekommen können. Eigentlich müssten die Mikroorganismen doch bei dieser Temperatur absterben.
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Natternkopf am 06. Juli 2019, 20:57:30

Ich frage mich übrigens, wieso Komposte über 56°C bekommen können. Eigentlich müssten die Mikroorganismen doch bei dieser Temperatur absterben.
Da bist du noch nicht zum Lesen gekommen.  ;D

Fragen kann man immer wieder mal.
Was macht nun eigentlich alles Heiss in der Rotte?
 :) Einiges: Thermophile Bakterien, Pilze, Actinomyceten, Bazillen ...

Zu Hause in dem (115 Seitigen Ordner) "Ratgeber rund um die Grüngutverwertung" nachgeschaut.
Da ist beschrieben bei "3.4.2 Der Ablauf der Rotte" was da alles mithilft.
Uff, nichts Fotografieren, im Netz gefunden.

3. Biologie der Grüngutverwertung Ratgeber - docplayer
3.4.2 Der Ablauf der Rotte / 1. Abbaufphase - Hygienisierung

Oder als Adobe Datei runterladen
3.4.2 Der Ablauf der Rotte / 1. Abbaufphase - Hygienisierung

Lexikon der Biologie: Rotte / Aus Spektrum.de
...
und schließlich bei 65–75 °C Vertreter der Bazillen. Mit Hilfe extrazellulärer Enzyme setzt der Abbau polymerer Komponenten ein.
Gleichzeitig bewirkt die Erhitzung das Abtöten mesophiler Organismen, darunter auch pflanzliche Samen und potentiell pathogene Keime.
Die Kompostierung ist also mit einer Hygienisierung von Biomüll verbunden.
Sind die rasch metabolisierbaren Substrate verbraucht, geht die hohe Stoffwechselaktivität und entsprechend die Wärmeentwicklung zurück;

Viel Vergnügen beim durchlesen.
Grüsse Natternkopf

🇨🇭 Grüsse nach Uebigau
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Staudo am 06. Juli 2019, 21:38:21
Danke. Wenn ich Mitte April Zeit für so etwas habe, habe ich ein Problem.  ;)
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Effi B. am 07. Juli 2019, 09:17:19
Warum, Staudo, wieso hast du ein Problem? Ich verstehe nur noch Bahnhof.

@ Natternkopf, danke für deine Links, sehr hilfsbereit und gut gemeint; aber tut mir echt leid, die sind mir "zu hoch", zu naturwissenschaftlich, auf dem Gebiet bin ich Laie, da muss ich passen.

@ Waldmeisterin, liest du hier mit? Hast du das verstanden? Oder bin ich etwa alleine damit?

Ich fragte nach der erforderlichen Menge für eine Heißrotte und warum das so ist, ganz praktisch und praxisortiert, die banalen Basics.

Schaut Euch aus Connis Eingangsbeitrag diesen Berg an Rohmasse mal an.


Das Grundprinzip: Viel Material auf einmal, gut zerkleinern, auf einen Haufen geben ...

(http://forum.garten-pur.de/galerie/albums/userpics/15920/tg_170605_2.jpg)


ein bisschen frisch rottenden Kompost drüber, wenn es nicht feucht genug ist, anfeuchten.

(http://forum.garten-pur.de/galerie/albums/userpics/15920/tg_170605_3.jpg)


Die Hervorhebung ist von Conni selbst: Viel! Der Haufen an Rohmasse ist bereits zerkleinert. Nicht zerkleinert müssten das eine 1 bis mehrere LKW-Ladungen gewesen sein.

Ich versuch's mal mit meinen Worten:

Die hohe Quantität an Biomasse selbst ist entscheidend. Durch die Zerkleinerung vergrößert sich die Oberfläche dieser Biomasse und damit die Angriffsfläche für Pilze und Bakterien, Mikroorganismen, die an dieser Biomasse fressen, nagen, sie verdauen, das Kerngeschehen der Rotte an und für sich. Ein Kerngeschehen bei dem die Temperatur steigt. "Feucht halten!", heißt es, durch evtl. Zugabe von Feuchtigkeit zu dieser riesigen Masse und Oberfläche steigt die Temperatur um ein weiteres an und schnellt in die Höhe, Pilze und Bakterien widerum drehen dabei förmlich ab vor Vergnügen und arbeiten im Hochleistungsmodus: Zwei Prozesse also, die sich gegenseitig beschleunigen.

Das heißt: Mit einem 5-l-Eimerschen an Biomasse brauche ich mit einer Heißrotte erst gar nicht anfangen. Viel zu wenig Masse, der typische Beschleunigungsprozess einer Heißrotte kommt nicht in die Gänge.

Habe ich das richtig verstanden? :-\ ;D

Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Staudo am 07. Juli 2019, 09:31:41
Warum, Staudo, wieso hast du ein Problem? Ich verstehe nur noch Bahnhof.

Im April muss ich verkaufen.  ;)

Ansonsten staune ich ein wenig, dass es im Kompost Mikroorganismen gibt, deren Eiweiß bei 70°C nicht gerinnt.
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Effi B. am 07. Juli 2019, 09:38:12
Warum, Staudo, wieso hast du ein Problem? Ich verstehe nur noch Bahnhof.

Im April muss ich verkaufen.  ;)


Ok.

Hartnäckig nachgefragt, ich möchte es verstehen. Was müsstest du anstelle zu verkaufen an einer Heißrotte erledigen?
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Staudo am 07. Juli 2019, 09:40:11
Natternkopfs Links folgen und lesen.  ;)
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Effi B. am 07. Juli 2019, 10:02:39
Puuuh, eine Monatslektüre und zudem "zu hoch", ich bin auf dem Gebiet fachfremd. Ok, ich geb's auf (und frage GG, vielleicht krieg' ich das aus dem heraus.)
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: AndreasR am 07. Juli 2019, 10:21:00
Naja, es ist halt einfach eine Menge Arbeit, die man für so eine "professionelle" Heißrotte investieren muss, und wenn man in der Zeit gerade viel zu tun hat in Garten und Gärtnerei, muss man sich eben für das eine oder das andere entscheiden. Wohl dem, der das zeitlich alles unter einen Hut kriegt. :)
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Rieke am 07. Juli 2019, 10:55:31
Ansonsten staune ich ein wenig, dass es im Kompost Mikroorganismen gibt, deren Eiweiß bei 70°C nicht gerinnt.

Das sind thermophile Bakterien, die können das.
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: thuja thujon am 07. Juli 2019, 10:58:54
Hitzeschockproteine bei Wiki
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Rieke am 07. Juli 2019, 11:04:25
Die Hitzeschockproteine spielen bei Eukaryonten, also bei uns z.B., eine Rolle bei Fieber, Hitzestress, aber auch der richtigen Faltung von Proteinen. Thermophile Bakterien haben generell hitzestabile Enzyme.
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Natternkopf am 07. Juli 2019, 11:51:30
@thuja thujon
@Rieke
Danke euch beiden für die informativen, interessanten Links.

Nein, ich verstehe nicht alles was darin steht.
Kann es jedoch im "groben Rahmen" nachvollziehen. Weiss das es das gibt und solche Abläufe stattfinden. Entsprechend kann ich in der Praxis die Bedingungen berücksichtigen und versuchen
das so zu gestalten damit sie diese unterschiedlichen Lebensformen "Wohlfühlen" in dem Kompost.
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Natternkopf am 07. Juli 2019, 12:05:54
Salü Effi B.

Es geht nicht darum die Prozesse mit den beteiligten Organismen nennen zu können. Diese Tätigkeiten zu verstehen etc.
Puuuh, eine Monatslektüre und zudem "zu hoch", ich bin auf dem Gebiet fachfremd. Ok, ich geb's auf (und frage GG, vielleicht krieg' ich das aus dem heraus.)

Rahmenbedingungen:
- es ist ein aerober Prozess, d.h. welcher Sauerstoff benötigt
- C/N Verhältnis beachten.
Das meint nicht nur Rasenschnitt (N) aufsetzen. Ebenso wenig nur Holzstücken aufsetzen -> Mischung beachten. Bei dem Beisiel käme beim Holz wenigsten noch Luft dazu.
Wir essen ja auch nicht nur Pommes oder nur Spinat.

Grundregeln:
Zerkleinern
Mischen
Feucht halten
Zudecken

Schau mal hier nicht zu Hoch und sehr praktisch

Grüsse Natternkopf
Titel: Re: Heißrotte - Fragen / Antwort Seite
Beitrag von: Natternkopf am 07. Juli 2019, 13:06:49
@ Effi B.

Keine Montaslektüre und nicht zu Hoch.
Auf dieser Homepage wurden Antworten gegeben zu Fragen aus dem Kompostalltag.

Kann nicht direkt zu den einzelen Fragen verlinken.
Deshalb gebe ich 5 Titel an die du per Copy & Paste in das Suchfeld eingeben kannst.
Es ist nicht die Idee, dass du alles durchlesen musst oder sollst.
Eher eine Vorauswahl wo das Eine oder andere für deine aktuellen Fragen wird hilfreich sein können.

Thementitel zum kopieren und beim Suchfeld eingeben
Nachtrag: Thementitel
Kompostforum Schweiz / Fragen und Antworten

Grüsse Natternkopf

Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Effi B. am 07. Juli 2019, 13:13:57
Ah, super, Natternkopf, King of Kompost, ich bleibe dabei. Den Link will ich mir gerne anschauen, wir nähern uns. Im vorangegangenen Link stand konkret zur Heißrotte nämlich nichts, und mit meiner Frage oben ging es konkret um den Unterschied zwischen einem herkömmlichen Kompost und der "hohen Kunst" einer Heißrotte, (die so diebisch Spaß macht.) Danke nochmal!
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: b-hoernchen am 28. Juli 2019, 20:12:10
Du kannst auch anstatt zu lesen die Zeit dazu nutzen, Grüngut zu sammeln z. B. bei der örtlichen Tafel  (die erhalten jede Menge vergammeltes Obst und Gemüse), bei Hotels und Restaurants, das Zeugs häckseln (geht auch mit dem Rasenmäher), aufsetzen und einfach eine Heißrotte  m a c h e n.

Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Natternkopf am 30. März 2020, 17:23:32
Ein warmes Hallo an die "Kompostis"

Am Samstag 28. März stand auf dem Plan: Häckseln des Bambuszeugs, GG hatte ausgelichtet.

Das war nicht viel und realtiv trocken.
 :o Hörte eine Heckenschere im Quartier. Begab mich dort hin und ....  ;D

... kam mit frischem
🌿 🌿 🌿  Grünzeug zurück.



Los gelegt, einiges schon zerkleinert.
Da gab es noch mehr  :D




- Endlich genügend zerkleinerte Menge.
- Das ganze Trockene und Frische gut gemischt.
- An Strukturmaterial und Abdeckung konnte ich mich ja bedienen.
- Steinmehl Siliziumreich dazu. Stand noch was rum. :-)
- Zusätzlich mit ca. 16 Liter Wasser Schichtweise nachbefeuchtet.

In der Box 1 angesetzt. Einfülltemperatur 12°

Schichtweise
ca. 16/18cm

Steinmehl dazu

Vorne eine zus.
Lüftungsschicht

* Unterlüftung
frisch eingefüllt

Geruchs Filter
vorgerottet


Filter
kompett

Einstich
Thermometer

Zudecken mit
einer Mütze

<- Beides je ^
ca. 12cm hoch

* Unterlüftung in etwas so, jedoch inzwischen etwas höher, sowie in Box 4 ersichtlich. (2. Bild im Link)

Aussentemperaturen runter gekommen im Bereich um -2° bis 4°
29.3 / 32°

Sonntagabend

30.3 / 42°

Montag Mittag

Es duftet inzwischen charakteristisch nach warmen Kirschlorbeer.

Erwarte auf Ende der Woche einen Temperaturbereich von ca. 64-70° Celsius.
Mal schauen wie sich das weiter entwickelt.

Grüsse Natternkopf

Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Natternkopf am 03. April 2020, 20:58:07
Wird wohl nichts mit ca. 64-70° Celsius auf dieses Wochenende
Wenn überhaupt mit Ligusterschnitt ohne Blätter und Kirschlorbeer, Rasenschnitt hat es ja noch nicht.

Am 2. April Morgenfrüh war noch 38°
Zirka 16 Liter Wasser mit Brause oben drauf, kurz darauf 32°, war zu erwarten.
Temp. stieg an 3. April hoch auf 52°

Heute den ganzen Tag über 48°



Mal schauen ob ich das so bleiben lasse oder umsetzte.

Zur Zeit ist anderes dran bei den 4-er Boxen.
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: thuja thujon am 04. April 2020, 09:40:45
Die kalten Nachttemperaturen haben eben doch einen enormen Einfluss auf die max-Temperatur.

Ich würde evtl. mal dieses warme Wochenende in der `Mittagshitze´ das Material nochmal neu durchmischen und dabei in der Sonne gut anwärmen lassen. Auch wenns dort erstmal abkühlt sind hinterher die Karten für die Mikroorganismen neu gemischt.
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Natternkopf am 04. April 2020, 10:16:41
Isso
Die kalten Nachttemperaturen haben eben doch einen enormen Einfluss auf die max-Temperatur.

Grüsse aus Kompostien 🌿
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Natternkopf am 29. Mai 2021, 22:58:16
Endlich gestern wieder Häcksel erhalten.  ;D

Heute Nachmittag ca. 200 Liter Rasenschnitt mit dem frischen Häcksel gemischt, mit Wasser gut durch befeuchtet und angesetzt.
Vorhin Temperatur kontroliert. Hat schon 40°, das kommt gut.
Schätze Morgen früh mit ca. 50° und wird vermutlich auf ca 70° hoch gehen.  :D

Grüsse Natternkopf
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Natternkopf am 30. Mai 2021, 11:47:41
Manchmal geht es schnell, vorsorglich schon mal nachgewässert.

Mal schauen ob die Temperatur noch weiter steigt.  :)
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Natternkopf am 30. Mai 2021, 20:50:49
🎯 Gratuliere Erdkröte
... Blümchen und Bienchen beobachtet und der Kompost beaufsichtigt.
Letzterer war mir zwischenzeitlich mit fast 80 Grad ein wenig zu heiß und musste nochmal umgerührt und gegossen werden. Jetzt sinds 60 und das darf so bleiben.
Yes, meine erste Heißrotte  ;D.
Stirb, Vogelmiere, stirb!

Ist schon so: 80° 🚀 ist zu heiss. Korrekt gemacht mit umrühren, nachwässern.
Ansonsten Häcksel oder etwas Gartenerde beimischen, nimmt/hält Temp. auch tiefer. 💡

Grüsse Natternkopf 🌷
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Erdkröte am 30. Mai 2021, 21:14:24
Leider sind hier Häckselgut und Gartenerde,  die man mal so auf die Schnelle untermischen kann, Mangelware. Das Einzige was zur Verfügung stand, war halb verrotteter Laubkompost, den ich fix hinterm Schuppen vorgeholt habe. Schauen wir mal was das gibt.
Ich muss mir nur unbedingt noch so ein Einstechthermometer besorgen. Ich habe nur ein Thermometer, was man in den Backofen stellt. Das heißt, ich muss das Teil in den Tiefen des Komposthaufens vergraben und jedesmal wieder ausbuddeln, wenn ich draufschauen will.  :-X
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Natternkopf am 30. Mai 2021, 22:17:04
So habe ich auch begonnen. :)
Ich habe nur ein Thermometer, was man in den Backofen stellt. Das heißt, ich muss das Teil in den Tiefen des Komposthaufens vergraben und jedesmal wieder ausbuddeln, wenn ich draufschauen will.  :-X
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Natternkopf am 03. Juli 2021, 22:22:22
Nach den Häckseltagen wieder voll
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Natternkopf am 03. Juli 2021, 22:23:47
Box 2 / Temperatur nach der Ersten Umsetzung vor ca. 8 Tagen
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Conni am 06. Juli 2021, 20:41:12
Gefühlt bin ich seit Wochen ständig am zurückschneiden, häckseln, Kompost neu aufsetzen. Die Sache ist inzwischen gut in Schwung ...  :D
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Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Conni am 06. Juli 2021, 20:41:34
... Nachschub kommt ...
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Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Natternkopf am 06. Juli 2021, 20:42:36
 :D Jo und schön zugedeckt #132
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Conni am 06. Juli 2021, 20:43:06
... und eine Viertelstunde später ist der vorhandene Haufen mit dem frischen Material neu aufgesetzt.
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Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Wühlmaus am 06. Juli 2021, 20:50:22
Gefühlt bin ich seit Wochen ständig am zurückschneiden, häckseln, Kompost neu aufsetzen. Die Sache ist inzwischen gut in Schwung ...  :D
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Conni, da könntest du ja Onsen-Eier garen :D
Die hätten u.U. ein ganz spezielles Aroma 8)
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Conni am 06. Juli 2021, 20:55:24
Hm, die Onsen-Eier klingen spannend. Aber mit Onsen wärs mir lieber als mit Kompost. Obwohl: Im Moment ist es vor allem Rosenrückschnitt mit ganz vielen verblühten Blüten. Das duftet.  :)
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Wühlmaus am 06. Juli 2021, 21:05:48
Ausprobieren  8)
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Natternkopf am 12. November 2021, 18:53:12
Heute umgesetzt, die Heissphase ist schon durchgelaufen.

Kompost Box 3) mit 47° C die "Mütze" abgetragen, gemischt mit Wasserbeigabe.
Dazu von Box 4) [Erdlagerkammer für Frühling 2022] die vor ca. 2 Wochen draufgelegte Schicht frische Häckslemasse rausgenommen.
Diese Schicht welche inzwischen kalt geworden war, in die Box 3) oben drauf gelegt. Gemischt, bewässert und wird nun von unten nachgewärmt.  :)
Ein Laubsack in die Box 4) eingebracht, da hier nun keine "Mütze" mehr war.

Werden dann sehen was da über den Winter noch passiert und die Temperatur sich entwickelt in den nächsten Wochen.

Grüsse Natternkopf
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: o0Julia0o am 14. November 2021, 11:03:44
Für ganz fieses Zeug (Wurzeln von Ackerschachtelhalm, Ackerwinden etc.) trau ich mich noch nicht.
Was ist mit Pilzmaterial? Blätter mit falschem oder echtem Mehltau? Stirbt der Pilz oder holt man ihn sich dann in seinen Wein, Erdbeeren & Co?
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Natternkopf am 14. November 2021, 12:57:41
Salü Julia

Ja kannst du auf den Kompost tun, vorausgesetzt euer Kompost ist nicht bloss eine Entsorgungsstelle für
organische "Abfälle", sondern wird nach den Regeln "zerkleinern, mischen, feucht halten und immer zudecken" gepflegt.

Siehe hier -> Kompost Forum Schweiz ins Suchfeld A) Mehltau  und B) Pilz eingeben.

Zum vertiefen der Hygenisierungs im Kompost
3.4.2 Der Ablauf der Rotte / 1. Abbaufphase - Hygienisierung
Oder als Adobe Datei runterladen
3.4.2 Der Ablauf der Rotte / 1. Abbaufphase - Hygienisierung

Ansonsten entsorgen via Biotonne oder Abfallsack für in die KVA

Grüsse Natternkopf
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: o0Julia0o am 14. November 2021, 15:49:14
Dankeschön Natternkopf! Zerkleinern tue ich da nichts. Aber dort steht ja, dass das nur zur Beschleunigug des Vorgangs dient. Abdecken tue ich auch nicht. Aber feucht halten bei Bedarf schon. Allerdings auch nicht vor zu viel Feuchtigkeit schützen. Wird dadurch der Vorgang dann nur verlangsamt? Also kann ich einen Kommpost anlegen, den ich dann erst nach 5 Jahren nutze, weil ich ihn nicht abdecke und dann ist auch der Pilz weg?

Oder ist dann nach 5 Jahren auch jeglicher positiver Inhalt aus dem Kompost ausgewaschen? Darauf wird ja auch in dem Dokument hingewiesen. Warm war mein Kopost noch nie.
Titel: Re: Heißrotte
Beitrag von: Natternkopf am 14. November 2021, 15:52:34
Sali Julia

Das kann thuja thujon besser erklären.
Oder ist dann nach 5 Jahren auch jeglicher positiver Inhalt aus dem Kompost ausgewaschen?

Vielleicht meldet er sich noch dazu.
Grüsse Natternkopf