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Garten- und Umwelt => Naturpark => Thema gestartet von: fisalis am 17. Dezember 2003, 16:56:35

Titel: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fisalis am 17. Dezember 2003, 16:56:35
Gentech-Zutaten in chinesischem Nesquik:

http://info.greenpeace.ch/de/newsandinfo/news/index
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Andi H. am 17. Dezember 2003, 18:23:47
Eigenartiger Artikel... es wäre nämlich sehr interessant zu erfahren, wie in China überhaupt die gesetzliche Lage betreffend GVOs ist - was erlaubt, toleriert oder verboten ist.

Denn wenn solche Gesetze nicht oder nur in ungenügendem Ausmaß existieren, wird auch kaum eine Grundlage zu finden sein, anhand derer die Dame Nestlé verklagen kann. Hätte mir von Greenpeace eigentlich dieses Mehr an Info erwartet.

Mal schaun, ob ich da noch was finde.

Liebe Grüße
Andreas
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fisalis am 18. Dezember 2003, 09:56:30
Etwas findest du schon mal im ersten Hintergrunddokument, das am Ende des Artikels verlinkt ist. Demnach hat das Gericht in Shanghaj die Klage zugelassen und eine unabhängige Laboranalyse angeordnet. Ohne über die diesbezügliche Rechtslage in China näheres zu wissen, gehe ich davon aus, dass eine Klagegrundlage besteht.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Hans am 11. Februar 2004, 13:03:52
Hallo zusammen,

das Gen-Food ist anscheinend nicht aufzuhalten. >:(

Zitat
Kontrolle: Gesundheitsamt findet gentechnisch veränderte Papayas

Bei einer Routinekontrolle auf Großmärkten in München und Nürnberg sind erstmals in Europa gentechnisch veränderte Papayas gefunden worden.

München (dpa) - Wie das bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Donnerstag in München mitteilte, sei eine unbekannte Zahl der aus den USA importierten Früchte in den Handel gelangt. Eine Gesundheitsgefährdung bestehe aber nicht.

Die Papayas waren ...
... mehr

Und das meint Transgen zu Gen-Papayas.


Nachdenkliche Grüße
Hans
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fisalis am 01. März 2004, 09:53:39
Das schweizerische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) hat mit Entscheid vom 27. Februar 2003 die Greenpeace-Beschwerde gegen den Versuchsanbau von Gentech-Weizen abgelehnt und so der Eidgenössisch Technischen Hochschule (ETH) grünes Licht für die Aussaat von Gentech-Weizen in Lindau/Zürich (bei der D-CH-Grenze) erteilt. Greenpeace wird zusammen mit der Bevölkerung vor Ort am 6. März gewaltlos Widerstand gegen das überflüssige und gefährliche Gentech-Experiment leisten und einen Weiterzug des Entscheids ans Bundesgericht prüfen.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fisalis am 02. März 2004, 10:26:11
Zitat
Der Genmais Nk603 von Monsanto bekommt nach einem Beschluss der EU keine Einfuhrgenehmigung. Österreich, Dänemark, Italien, Griechenland und Luxemburg haben dagegen gestimmt, Deutschland enthielt sich der Stimme.
(Quelle: Biofach-Newsletter)
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Hans am 03. März 2004, 13:12:23
Und zur Abwechslung mal eine gute Gentech-Meldung!

Zitat
Gentechfreie Zone bald auch in den USA?
Die Bürger von Mendocino County dürfen heute wählen, ob sie die erste gentechfreie Region in den USA werden wollen.
Die Entscheidung hat Signalfunktion. In mehreren US-Bundesstaaten sind ähnliche Initiativen bereits in Vorbereitung ...

... mehr davon gibt es in der taz

Schöne Grüße
Hans
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Hans am 07. April 2004, 08:29:52
Es ist soweit! >:(

Zitat
Bundesweit erster Versuch mit Gen-Weizen - Kritik von Greenpeace

Trotz Protesten von Umweltschützern hat am Dienstag bei Bernburg in Sachsen-Anhalt der bundesweit erste Freilandversuch mit gentechnisch verändertem Weizen begonnen.


Bernburg (dpa) - Die Firma Syngenta aus Hessen will auf rund 450 Quadratmetern Getreide anbauen, das gegen einen Pilz widerstandsfähig ist. Nach Angaben der Firma werden rund 5000 Pflanzen ausgesetzt...


... mehr bei vistaverde


Schöne Grüße
Hans
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Hans am 12. Mai 2004, 13:24:42
Gentechnik - nicht immer im Sinne der Landwirte

Indische Entwicklungsorganisation beurteilt Gen-Baumwolle negativ!

Zitat
(aid) - Groß waren die Hoffnungen, als die indische Zulassungsbehörde im März 2002 nach einer dreijährigen Testphase erstmals erlaubte, gentechnisch veränderte Baumwolle in sechs Regionen Zentralindiens kommerziell anzubauen.

Die sogenannte Bt-Baumwolle enthält ein Gen für das Gift der Bakterienart Bacillus thuringiensis (Bt), das sie resistent gegen drei Arten des Baumwoll-Kapselbohrers, den bedeutendsten Schädling für Baumwollpflanzen, macht.

Indien besitzt weltweit die größte Baumwoll-Anbaufläche, erzielt aber aufgrund von extremen jahreszeitlichen Klimaschwankungen mit Regen- und Dürreperioden und hohem Schädlingsbefall jährlich stark schwankende Erträge.

Indem sich die genmanipulierten Pflanzen selbst gegen Schädlinge schützen, hoffte man, den Pestizidverbrauch zu senken und somit den Baumwollanbau wirtschaftlicher und umweltfreundlicher gestalten zu können.

Andererseits gab es auch Befürchtungen, dass Schädlings- und Antibiotika-Resistenzen verstärkt auftreten, die Biodiversität verringert und eine ständige Abhängigkeit von Saatgut-produzierenden Firmen entstehen könnte.

Die Misereor Partner-Organisation IDE-India (International Development Enterprise) hat nun in ihrem Bericht "BT-Cotton in India: Two Years of Failure" vier Studien zum Anbau der gentechnisch veränderten Baumwolle ausgewertet.

Demnach war die Ertragssituation bei der Bt-Baumwolle deutlich schlechter.
Die gentechnische Veränderung schützte nur eingeschränkt vor dem Baumwoll-Kapselbohrer und war außerdem unwirksam gegen andere Schädlinge wie Blattläuse.

Ertrag und Qualität der gentechnisch veränderten Baumwolle waren deutlich geringer als bei herkömmlicher Baumwolle, so dass viele Bauern am Ende der Saison große Verluste zu verzeichnen hatten.

Diese Ergebnisse widerlegen Veröffentlichungen des verantwortlichen Saatgutherstellers.
aid, Ruth Blettenberg, Gesa Maschkowski


Schöne Grüße
Hans
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fisalis am 12. Mai 2004, 13:30:47
Wen wunderts? Mich freuts, und weil Monsanto erst gestern den Rückzug eines Genweizens mit mangelnder Marktnachfrage begründet hat, artet meine Freude wenigstens kurzfristig - bis zur nächsten Hiobsbotschaft - gar in Schadenfreude aus.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Hans am 24. Mai 2004, 09:00:38
GENpest

Ein Buch für alle, die sich einerseits mit dem Risiko der Gentechnik beschäftigen und andererseits dieses Thema mal mit belletristischen Augen betrachten wollen. :)

Das Besondere an dem Buch ist, dass die Autoren auf ihr Honorar verzichtet haben und es damit möglich wurde, die Erlöse dieses Buches Gruppen und Organisationen zur Verfügung zu stellen, die den Kampf gegen die "Genpest" aufgenommen haben.

Es enthält keine Protestaufrufe oder Slogans einiger Anti-Gentechnik-Aktivisten, sondern literarische Kurzgeschichten von 17 Nachwuchsautoren.

Darunter sind tolle Science-fiction-Geschichten über "mögliche" und "unmögliche" Gefahren der Gentechnik genauso wie spannende Kurzkrimis um Verschwörungen und Morde rund um die "Genpest".

Aber auch Humorvolles wie etwa die Frage "wie fühlt sich ein Klon wenn er aufwacht" oder "wo bringe ich mein lebendiges Ersatzteillager unter, wenn das illegale Gentechinstitut aufgeflogen ist" kommt nicht zu kurz.

Ein Buch, das nicht nur ein wenig anders ist, sondern auch von der ersten bis zur letzten Seite Spannung pur bietet. :)
 


(https://ssl-images.amazon.com/images/P/3833004363.03.MZZZZZZZ.jpg)
GENpest
von Beate Schütz
Broschiert, 232 Seiten
Edition Ponte Novu, 2003
15,50 Euro


Viel Spaß beim Lesen
Hans

Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fisalis am 09. Juni 2004, 11:20:10
Zitat
Chemiecocktail für Gentech-Pflanzen

Mit gentechnisch veränderten Pflanzen verringert sich der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln - so lautet eines der Verkaufsargumente von Biotech-Konzernen. Doch diese Behauptung ist falsch: Laut einer US-Studie verbrauchen genetisch veränderte Soja- und Maiskulturen sogar mehr Pestizide als herkömmliche Sorten. Nur in den ersten beiden Anbaujahren benötigen die veränderten Pflanzen weniger Spritzmittel, danach steigt der Verbrauch.

Die manipulierten Sorten enthalten ein Gen, das sie gegen Unkrautvertilger resistent macht. Weil der Landwirt beim Spritzen so nur das Unkraut zerstört, entstehen Monokulturen, in denen keine anderen Lebewesen mehr gedeihen. Die Unkräuter sind auf diese Weise einem extremen Anpassungsdruck ausgesetzt und beginnen sich rasch gegen den Chemiecocktail zu wehren. Folge: Es entstehen Superunkräuter, die in den nächsten Anbauperioden kaum mehr zu kontrollieren sind.

sc

Copyright © Saldo 11/04 vom 9. Juni 2004 - Seite 11
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fisalis am 21. Juni 2004, 13:22:33
Hier noch der Link zur oben erwähnten US-Studie betreffend mittelfristig erhöhten Herbizidbedarf von Genkulturen.

Scheine hier mit Hans ein Zwiegespräch in Einigkeit zu führen. Auch andere kritische Hobbygärtner sollten sich aber für die Problematik interessieren, werdens wohl auch, sobald sie in ihrem Garten irgendwie komische Pflanzen finden. Dürfte nicht mehr lange dauern.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Hortulanus am 21. Juni 2004, 13:37:06
Hier noch der Link zur oben erwähnten US-Studie betreffend mittelfristig erhöhten Herbizidbedarf von Genkulturen.

Scheine hier mit Hans ein Zwiegespräch in Einigkeit zu führen. Auch andere kritische Hobbygärtner sollten sich aber für die Problematik interessieren, werdens wohl auch, sobald sie in ihrem Garten irgendwie komische Pflanzen finden. Dürfte nicht mehr lange dauern.

Wie seriös ist den diese Studie? Genauso zutreffend wie die Prognosen des Club of Rome?

Die Gentechnologie dürfte ebenso viel positive wie negative Aspekte haben. Cui bono?

Macht euch die Erde untertan, aber missbraucht sie nicht. Ich bin für ungehemmte und unbegrenzte Forschung, die aber unter starker ethischer Kontrolle steht. Ist illusorisch, ich weiß, aber ebenso illusorisch wie das Verbot bedenklich erscheinender Entwicklungen. Eine Verweigerungshaltung oder Ächtung hat derartige Entwicklungen noch nie be(ver)hindert. Dann lieber weitermachen aber den Forschern intensivern auf die Finger gucken.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fisalis am 21. Juni 2004, 13:48:09
Ja, da liegen wir nicht mal soo weit auseinander, schon weit, aber doch nicht sooo weit ;D.

ich machs kurz, denn es ist simpel: Ich habe Angst (Phobie!), dass gentechnisch veränderte Pollen aus einem benachbarten Feld meine Biosetzlinge manipulieren. Stell dir vor, ein Gentechsteingarten! Das wär für mich dann weit schlimmer als das ungeliebte Werk der Schnecken. Das müsst ihr einfach verstehn, wär so schlimm wie eine atomare Verseuchung meines Gartens. Das ist jetzt frei jeder Ideologie. Muss doch eigentlich jeder nachvollziehen können. Aber ich denke, die meisten Hobbygärtner haben sich das zu Unrecht noch gar nie überlegt. Ist doch besser jetzt als wenns soweit ist.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Hortulanus am 21. Juni 2004, 14:00:09
Du überschätzt die Hobbygärtner, Fisalis. Auf der Jagd nach der "Blauen Rose" nehmen die auch jeden Genmutanten mit, Hauptsache er ist bunt und duftet.

Deine Angst ist ziemlich singulär. Die Mehrheit der Konsumenten treibt "de hollandse kwekerijen" zu Höchstleistungen an. Du wirst dich wundern, was du in wenigen Jahren alles in deinem Umfeld vorfinden kannst. Ananasplantagen an den Hängen der Eiger-Nordwand sind noch das Geringste.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Iris am 21. Juni 2004, 14:24:40
Scheine hier mit Hans ein Zwiegespräch in Einigkeit zu führen. Auch andere kritische Hobbygärtner sollten sich aber für die Problematik interessieren, werdens wohl auch, sobald sie in ihrem Garten irgendwie komische Pflanzen finden.
Lieber Fisalis, nicht immer hat Interesse damit zu tun, dass man auch mitredet. Sei getrost gewiß, dass sicher einige hier mitlesen.
Sobald du z.B. Tipps hast, was man tun kann/soll, haben wir einen konkreten Ansatzpunkt.
Iris
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fisalis am 21. Juni 2004, 14:52:21
Tipps? Naja, im Moment kann man z.B. an Demonstrationen gegen Freisetzungsversuche teilnehmen. Als Konsument nur noch Bionahrung kaufen. In Supermärkten mit pingeligen Anfragen an den Filialleiter und anschliessend an die Verwaltung Aufsehen erregen, (leider offenbar nur) hier in der Schweiz Volksinitiativen gegen Freisetzungen unterschreiben, jedem sagen, dass Gentechnologie im Pflanzenereich bisher keinen nutzen bringt, und wenns dann soweit ist, die Übeltäter kurzerhand einklagen...hab ich was vergessen??
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fisalis am 28. Juni 2004, 10:27:24
Jetzt wurde das Genfutter doch in der Milch gefunden:

Gentechnik aus dem Euter
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fisalis am 16. Juli 2004, 12:01:26
Und trotz eurem scheinbaren Desinteresse gehts weiter hier:

Zitat
Zürich/Lindau. Heute hat die ETH Zürich das aus ökologischen und gesellschaftspolitischen Gründen heftig bekämpfte Gentech-Experiment mit pilzresistentem Weizen beendet. Dies in einem Umfeld, wo weltweit Entwicklungen im Gang sind, die eine fehlende Akzeptanz der Agro-Gentechnik bestätigen. Das Freiland-Experiment erscheint dadurch erst recht als Schnee von gestern. Greenpeace erwartet daher, dass ForscherInnen auf weitere Freilandexperimente mit genmanipuliertem Saatgut verzichten.

Heute haben Angestellte des Instituts für Pflanzenwissenschaften der ETH Zürich in Lindau/ZH ihr umstrittenes Forschungsobjekt geerntet: den am 18. März 2004 ausgesäten Gentech-Weizen.

Anhaltende Proteste von AnwohnerInnen, Bauern-, Umwelt- und Konsumentenschutzverbänden gegen den Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft scheinen bei den Verantwortlichen der ETH Zürich auf taube Ohren gestossen zu sein. Denn auch Freisetzungsversuche und deren Erkenntnisse dienen schlussendlich immer der Entwicklung neuer Produkte.

Ursprünglich war der ETH-Versuch Teil eines mehrjährigen Projektes. Beabsichtigt war, mittelfristig in Indien eine Gentech-Weizen-Sorte auf den Markt zu bringen. Die Arbeit steckt diesbezüglich aber in einer Auswertungsphase. Die ETH legitimierte ihr Weizen-Experiment folglich damit, mit den erwarteten Resultaten Fragen der Risikoforschung beantworten zu wollen. Was nicht anwendungsorientiert durchgeführt werden kann, wird nun als Risikoforschung verkauft.

Spätestens die weltweiten Entwicklungen müssten die Gentech-ForscherInnen der ETH aber hellhörig machen: Der Gentech-Multi Monsanto hat sich in Nordamerika mangels Exportmärkten mittlerweile ganz aus dem Weizen-Geschäft zurückgezogen, Syngenta verlagert ihr britisches Gentech-Labor in die USA und in Deutschland wollen weder Versicherer noch Saatgutfirmen für Schäden aufkommen, die durch den Anbau von Gentech-Pflanzen entstehen können. Das Risiko sei zu gross. Gentech-Landwirtschaft und -Lebensmittel bleiben aus vielen guten Gründen unerwünscht.

Steuergelder in Höhe einer nicht genannten Summe wurden hier von der ETH für die Durchführung eines Experimentes eingesetzt, das die gentechkritische Haltung einer Mehrheit der Bevölkerung und das gesellschaftspolitische (internationale) Umfeld meisterlich ignoriert.

Greenpeace fordert die ETH Zürich und andere Institutionen auf, auf weitere Freilandexperimente mit genmanipuliertem Saatgut zu verzichten.

Weitere Informationen unter www.greenpeace.ch oder bei:
Marianne Künzle, Gentech-Kampagne Greenpeace Schweiz
++41 79 / 410 76 48
Greenpeace-Medienabteilung ++41 1 / 447 41 11
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: elisabeth am 16. Juli 2004, 12:27:32
War am Mittwoch, hab's übersehen und fast verpasst, nur mehr die letzten 10 min gesehen:
http://www.swr.de/das-erste/doku/20040714index.html
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fisalis am 27. August 2004, 16:15:46
Zitat
Am 8. September steht die neue Saatgutrichtlinie auf der Tagesordnung

Die Umweltkommissarin Margot Wallström wird am 8. September der Kommission ihren Vorschlag für eine "Kommissionsentscheidung zum zufälligen und technisch unvermeidbaren Vorhandensein von gentechnisch veränderten Sorten in konventionellem und biologischem Saatgut" vorlegen. Der Vorschlag sieht vor, dass sowohl bei Mais als auch bei Raps bis zu 0,3% GVOs ungekennzeichnet in gentechnikfreiem Saatgut enthalten sein dürfen. Dies meldete die Initiative "Save Our Seeds" (SOS), die zugleich um Unterstützung bat. Denn wenn die EU-Kommission einen solchen Vorschlag einmal beschlossen hat, könnte er nur noch von einer Zweidrittel-Mehrheit der Mitgliedstaaten im Ministerrat gestoppt werden.


mehr...

Pressetext von Save our Seeds, pdf
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: bb am 16. September 2004, 09:33:55
Fundsache

http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,318059,00.html
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fisalis am 24. September 2004, 13:09:08
Also geschrieben wird ja grad im Spiegel-Focus-Profil-Facts-und-wiesiealleheissen-Sumpf immer wieder mal und gerne über Gentechnologie. Jetzt aber mal konkret auf uns Gärtner bezogen: Hab ihr denn nun Angst vor einem Gentechfeld in Pollen- oder Samenflugflugnähe? Was würdet ihr tun, wenn ihr befürchten müsstet, dass Gentechpollen euren Biogarten verseuchen?

Ich habe ganz den Eindruck, dass sich da die meisten Gärtner in einer falschen Sicherheit wiegen oder das Problem verdrängen. Es wird aber leider bald soweit sein. Bedauerlich auch, dass da bisher noch in keiner der bekannten Gartenzeitschriften oder Foren was Brauchbares zum Problem erschienen ist (soweit ersichtlich). Denn mir macht die Aussicht auf Pollenverschmutzung im Biogarten schon Bauchweh! Aussicht auf Schadenersatzzahlungen vermögen mich da ganz und gar nicht zu besänftigen, ich hätt lieber gesunde Pflanzen als Geld. Letzteres kann man ja bekanntlich nicht essen ??? Zeit also, das WIR GAERTNER uns da mal Gedanken machen!
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fisalis am 26. April 2005, 10:27:53
Die Feinde der naturnahen Landwirtschaft legen zu:

Zitat
Syngenta mit mehr Umsatz

Der Basler Agrochemiekonzern Syngenta hat seinen Umsatz im ersten Quartal um 24 Prozent auf 2,85 Milliarden Dollar gesteigert. Vor allem Zukäufe im US-Saatgutgeschäft trugen dazu bei.

Auf Basis konstanter Wechselkurse habe der Umsatzzuwachs 19 Prozent betragen, teilte Syngenta am Dienstag mit. Im Pflanzenschutz legte der Konzern um 4 Prozent zu. Hier habe man von der Nachfrage zu Saisonbeginn im Nafta-Raum und einer guten Geschäftsentwicklung in Asien profitiert. In Europa ging der Umsatz dagegen leicht zurück.
Besonders gut habe sich das Wachstum bei Fungiziden entwickelt, hiess es weiter. Aber auch Insektizide hätten in allen Regionen zugelegt. Im Herbizidgeschäft glichen Umsatzrückgänge in Europa das Wachstum in der Nafta-Region aus.

Die Umsätze im Saatgutgeschäft stiegen um 70 Prozent. Ohne Berücksichtigung der Akquisitionen stieg der Umsatz um 15 Prozent. Für das ganze Geschäftsjahr bleibt Syngenta bei seiner Absicht, den Gewinn pro Aktie um mehr als 15 Prozent zu steigern, wie es weiter hiess.
© Tamedia AG
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Simon am 26. April 2005, 10:32:06
Zitat
Haltet den Dieb?

Der Gentech-Multi Monsanto drangsaliert, bespitzelt oder verklagt US-Bauern und erwirtschaftet damit Millionen Dollar an Zusatzeinnahmen
Artikel: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/19/19923/1.html

Bye, Simon
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fisalis am 20. Mai 2005, 08:51:42
Einen neuen Service bietet der Infodienst Gentechnik zum Thema Standortregister. Landwirte, die genveränderte Pflanzen anbauen wollen, betroffene Nachbarn sowie Landeigentümer finden auf den neuen Internetseiten Informationen zu Rechten und Pflichten beim Umgang mit Gentechnik. Fragen der Haftung und zur Nutzung des behördlichen Standortregisters werden in kurzer und verständlicher Form geboten.

www.standortregister.de
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Simon am 04. August 2005, 11:19:19
Nicht unbedingt nur Gentechnik betreffend sondern eher das "Wundermittel"
Roundup >:(
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/20/20660/1.html

Bye, Simon
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fisalis am 04. August 2005, 11:30:21
Und dabei hatte Roundup bislang den - nur von Umwelt"fanatikern" angezweifelten - Ruf, keinerleit Sekundärschäden zu verursachen, weil es sich im Boden angeblich rasch abbaute... Danke für diesen Hinweis, Simon.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Unkraut am 05. August 2005, 09:55:51
Genau, denn wenn sich diese Pollen erst mal verbreiten , ist es zu spät. Es ist zu bezweifeln, daß das gentechnisch veränderte Erbgut am Gartenzaun Halt macht.
Gruß vom Unkraut
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Unkraut am 05. August 2005, 10:01:40
Genau, denn wenn sich diese Pollen erst mal verbreiten , ist es zu spät. Es ist zu bezweifeln, daß das gentechnisch veränderte Erbgut am Gartenzaun Halt macht.
Gruß vom Unkraut
Uups, da bin ich an die falsche Stelle gerutscht, sollte eine Antwort zu Fisalis Angst vor genmanipuliertem Saatgut sein.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Simon am 12. August 2005, 18:04:29
Und wieder gibts neues von meinem Lieblingsverein M0nsanto >:( :
Zitat
Der Gentech-Multi klagt die Bundesrepublik Deutschland an und will Zulassung von Gentech-Mais per Gerichtsbeschluss erzwingen
Kompletter Artikel: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/20/20709/1.html

Bye, Simon
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Irisfool am 12. August 2005, 18:09:29
Ich fühle mit dir Simon. Hier macht man auch die `Türen`auf... Wird Zeit, dass ich mein eigenes Gemùse anbaue.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fisalis am 15. August 2005, 08:59:19
Wird Zeit, dass ich mein eigenes Gemùse anbaue.

Wird dir nichts bringen, denn die Genpollen fliegen weit, bis unsere Gärten.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fisalis am 24. August 2005, 14:34:12
Wem sein Argumentarium gegen GMO erweitern möchte, sei hiermit gedient:

Zitat
24. August 2005

Lange Haltbarkeit von Rapssamen im Feld

Implikationen für den Anbau von «Gen-Raps»
kus. Eine Hauptsorge beim parallelen Anbau von konventionellen und gentechnisch veränderten (GV-)Feldfrüchten ist es, dass die konventionellen Pflanzen oder Ernten durch die GV-Pflanzen «verunreinigt» werden könnten. Einer solchen Vermischung sollen etwa Sicherheitsabstände zur Verringerung des Risikos von Pollenflug zwischen konventionellen und GV-Feldern dienen, auf denen zur gleichen Zeit die gleichen Arten angebaut werden. Doch nicht nur der parallele Anbau kann ein Problem darstellen, sondern auch der zeitlich verschobene. So ist beispielsweise Raps auch dafür bekannt, bei der Ernte eine hohe Anzahl Samen zu streuen, von denen ein Teil im Boden verbleibt und auf günstige Bedingungen für eine Keimung wartet. Tatsächlich könnten, wie britische Forscher aufgrund einer vierjährigen Untersuchung hochgerechnet haben, selbst neun Jahre nach dem Anbau von Raps auf einem Feld noch genügend keimfähige Samen im Boden verblieben sein, dass pro Quadratmeter mehr als zwei Rapspflanzen aus ihnen entstehen könnten.

Sollte es sich bei diesen sogenannten Durchwuchspflanzen um GV-Raps und bei der neu angebauten Frucht um konventionellen Raps handeln, würden die GV-Pflanzen gewöhnlich weder auffallen noch durch Unkrautvernichtungsmassnahmen bekämpft werden können - aber laut den Forschern ausreichen, um bei der konventionellen Ernte den EU-Grenzwert für «Verunreinigungen» mit GV-Pflanzen zu überschreiten. Zudem wäre in einem solchen Szenario auch eine unerwünschte Kreuzung von konventionellen und GV-Pflanzen möglich.

Darüber hinaus könnte GV-Durchwuchs laut Experten aber auch jenseits von Fragen der Koexistenz schlicht die Kontrolle von Unkraut in Feldern erschweren - wenn er nämlich gegen die Herbizide resistent ist, mit denen eine Folgekultur unkrautfrei gehalten werden soll. Es sei in Bezug auf die Koexistenz von konventionellem und GV- Raps daher wichtig, diese Form der Überschneidung von Kulturen bei der Planung der Fruchtfolge zu beachten sowie die Bearbeitung des Feldes nach der Ernte so anzupassen, dass möglichst wenige Samen dauerhaft im Boden überleben, schliessen die Forscher.

Quelle: Proceedings of the Royal Society P, Online-Publikation vom 9. August 2005 (doi: 10.1098/rspb.2005.3166).
 
Diesen Artikel finden Sie auf NZZ Online unter: http://www.nzz.ch/2005/08/24/ft/articleD2515.html
Copyright © Neue Zürcher Zeitung AG
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fisalis am 08. September 2005, 15:44:21
Und die ETH hat mit ihrem Freisetzungsversuch von GMO-Weizen angeblich umwerfende Ekenntnisse gewonnen: der Weizen sei - gleich wie solcher im Glashaus - resistenter gegen Stinkbrand als der normale Weizen. Das sei nicht selbstverständlich, weil Gene in der freien Natur nicht selten anders reagierten. Nun ja, das Getreide wuchs ja nicht wirklich in der "freien Natur", sondern - wie frühere Berichte in dieser Sache deutlich machten (s. weiter oben) - abgeschirmt vor der protestierenden Öffentlichkeit. Kein Wunder, trauten sich da die Weizengene nix. Näheres dazu hier und in der nächsten Ausgabe des "Plant Biotechnology Journal".
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Ismene am 08. September 2005, 16:45:51
Noch ein Aspekt zum Thema:
Ein niederländischer Reporter reiste letztens nach Argentinien, um zu schauen, wo all das Soja (natürlich genetisch manipuliert) herkommt für die zig Millionen Schweinderl in NL.
Rasendschnell werden dort Wälder abgeholzt, teilweise auch Abfindungen an Indianer gezahlt, weil die den riesigen neuen Anbauflächen im Weg stehen. :(
Der Reporter fragt den Chef des Firmenkonzerns:
"Sie sagen, dass Gen-Soja notwendig ist zur Bekämpfung des Hungers auf der Welt?"
CHef: "Ja."
"Ist das nicht etwas ironisch, dass all das Soja dann an unsere Schweine in den Niederlanden verfüttert wird?"
Chef schaut verwirrt, man sieht wie es in ihm arbeitet.
Schweigen.
Darüber hat er sich ganz klar NIE Gedanken gemacht. ;D
Frage muss wiederholt werden.
STammelt:"Ja, ähem, da muss sich tja auch mal was ändern.."
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Manfred am 13. September 2005, 19:10:42
"Ein niederländischer Reporter reiste letztens nach Argentinien, um zu schauen, wo all das Soja (natürlich genetisch manipuliert) herkommt für die zig Millionen Schweinderl in NL.
Rasendschnell werden dort Wälder abgeholzt, teilweise auch Abfindungen an Indianer gezahlt, weil die den riesigen neuen Anbauflächen im Weg stehen."

Nicht nur die Schweinchen in den NL, sondern die Mehrzahl aller Schweinchen und Rinder (Soja ist auch Eiweißträger in den meisten Milchleistungsfuttern).
Und mit den Zuckerrüben geht es munter weiter. Brasilien kann natürlich billigeren Zucker liefern, da Genrüben (höherer Zuckeranteil) auf Ex-Urwald einfach deutlich höhre Margen liefern als Normalorüben auf teueren EU-Ackerböden. Juckt aber keinen mehr, ist ja Wahlkampf, und das Sommerloch damit vorbei.

Ich finde es sehr interessant, wie sich die Anti-Gentechnik Bewegung verarschen lässt. Es gibt keine gentechnikfreien Lieferungen von Soja und Maisprodukten mehr aus den USA und Kanada.
Die Presse schreit nur auf, wenn mal wieder eine Überschreitung der Freigrenzen !!! festgestellt wird. Oder wenn mal eben genmanipuliertes statt dem bestellten Normalsaatgut geliefert wird, und es ausnahmsweise einer merkt, da eine Untersuchung aller Lieferungen gar nicht bezahlbar ist.
Dan müssen die Bauern das Zeug halt einpflügen, und Monsanto lacht sich tot, weil sie mit ein paar € Erstattung für den Ertragsverlust der Landwirte davonkommen, statt sich eine anständige Strafe einzufangen.

Unsere Politik hat das Zeug ganz offensichtlich als unbedenklich eingestuft, und halt ein paar Grenzwerte erlassen. Die Ausbreitung von Genpflanzen in der EU wird das allenfalls bremsen.

Die einzige Möglichkeit wäre ein 100% Außenschutz gegenüber Ländern mit Genpflanzenanbau, und der ist weder gewollt noch auf WTO-Niveau (wo Demokratie im Gegensatz zu Gelt nichts zählt) auch nicht durchsetzbar.

Wer wirklich was erreichen wollte, der müsste deutlich lauter rufen.

Meine eigene Meinung? Mehr Sorgen als mögl. Mutationen wie Superunkräuter oder Spätfolgen durch irgendwelche Inhaltsstoffe macht mir die wahnwitzige Marktmacht, die Monsanto und Co. sich erarbeitet haben, und die weltweit rasch weiter wächst. Da Entsteht eine ganz neue Form von globalem Großgrundbesitz mit einer Unzahl abhängiger Landbewirtschafter, die Ihr Saatgut und ihre Spritz- und Düngemittel bei Monsanto kaufen, und ihre Ernten an Monsanto verkaufen müssen. (Sowas nannte man früher Leibeigene). Und wozu das in der Geschichte jedesmal geführt hat, wissen wir ja auch.
VG Manfred
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fisalis am 13. September 2005, 19:19:02
...oder endlich mal nur noch Bionahrungsmittel kaufen. "Kann ich mir nicht leisten" gilt nicht, schliesslich gehts um unser Überleben. Da muss das Essen wieder wichtiger und das Auto, der Urlaub und die Mode unwichtiger werden.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Günther am 13. September 2005, 20:07:12
Und mit den Zuckerrüben geht es munter weiter. Brasilien kann natürlich billigeren Zucker liefern, da Genrüben (höherer Zuckeranteil) auf Ex-Urwald einfach deutlich höhre Margen liefern als Normalorüben auf teueren EU-Ackerböden. Juckt aber keinen mehr, ist ja Wahlkampf, und das Sommerloch damit vorbei.
VG Manfred

Oho.
Brasilien hat kaum Zuckerrüben, dort wächst Zuckerrohr, das liefert mehr Zucker bei billigerer Arbeit.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Manfred am 14. September 2005, 10:38:18
"Oho. Brasilien hat kaum Zuckerrüben, dort wächst Zuckerrohr, das liefert mehr Zucker bei billigerer Arbeit."

Denkt man allgemein, ist aber nur zum Teil so. Die Fachpresse sagt anderes. Da ich daraus keinen Online-Artikel habe, hier ein anderer Link: (vorletzter Absatz)
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/umwelt/416471/

Viele Grüße,
Manfred
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Günther am 14. September 2005, 11:05:41
Mit Verlaub, ich halt diesen Teil des Beitrags für Unsinn. Ich kenn keine Statistik z.B., die auch nur ein bisserl Rübenzucker für Brasilien ausweist. Auch sind die klimatischen Verhältnisse dort kaum rübenfreundlich. In Argentinien beispielsweise könnt ich mir mancherorts Rübenbau vorstellen, aber Brasilien...
Offenbar gibts auch keine andere Quelle für diese Behauptung, hättest Du eine, wär ich dankbar dafür.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Manfred am 15. September 2005, 07:36:19
Hallo Günther,

du hast wohl recht. Ich meinte in der topgarar oder im Agrarmagazin mehrfach von Zuckerrüben in Brasilien gelesen zu haben, unter anderem bei einer angebotenen Studienreise. Leider konnte ich beim schnellen Nachblättern nichts finden. Auch im Net hab ich auf Anhieb nur eine WTO-Notiz über Hygienebestimmungen für den Import von Zuckerrübensamen von Chile nach Brasilien gefunden. Wer Portugiesisch kann, könnte wohl einfach in den Statistiken auf den Ministeriumsseiten nachlesen.

Da ich vermute, diese Leute kennen sich aus http://www.zuckerwirtschaft.de/2_3_2.html ziehe ich meine Behauptung zurück. Zumindest kann der Produktionsanteil nicht wesentlich sein. Evtl. hab ich was mit Bereichten über gv-Rüben in den USA oder über Multis wie Sucden verdreht.

Klimatisch herrschen im Hochland Südbrasiliens durchaus brauchbare Bedingungen. Nicht umsonst werden dort jährlich riesige Mengen an Weizen und Soja geerntet.

Ich bitte um Entschuldigung für die Fehlinfo.

Viele Grüße,
Manfred
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Günther am 15. September 2005, 18:44:03
Nach längerem eMail-Wechsel mit dem Redakteur, das letzte EmaiL:

" ah, bzw. oh - jetzt habe ich den fehler begriffen; in dem beitrag
unseres autors wurde statt zuckerrohr, zuckerrübe geschrieben - was
natürlich falsch ist. ist bislang noch keinem aufgefallen - danke für den
hinweis.
m f g
günter hetzke "

Auch der Literatur war nix zu entnehmen.
Die USA allerdings haben Zuckerrübenbau.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Gryyn am 04. November 2005, 11:30:05
Neue Verbrechen von Monsanto:

Zitat
RUMÄNIEN: GENTECH-SOJA-ANBAU AUßER KONTROLLE
--------------------------------------------------------------------------------
 
Der Anbau von genetisch verändertem Soja in Rumänien scheint völlig außer Kontrolle geraten zu sein. Die Umweltorganisation Greenpeace hat aus zehn verschiedenen Regionen Sojapflanzen beim österreichischen Umweltbundesamt testen lassen. Sämtliche Proben waren positiv. Damit erhärtet sich der Verdacht, dass 90 % der Sojapflanzen im südosteuropäischen Staat ohne Wissen der Behörden gentechnisch verändert sind. Es handelt sich dabei um die Roundup-Ready-Sojasorte vom Agro-Konzern Monsanto. Die Bauern haben nach Angaben von Greenpeace Teile der Ernten einbehalten, um sie im darauf folgenden Jahr erneut als Saatgut einzusetzen. Kontrollen gibt es in Rumänien kaum.
Offiziellen Angaben zufolge wurden 2005 auf einer Fläche von etwa 140.000 Hektar Soja angebaut. Im Jahr 2007 soll Rumänien der EU beitreten. Derzeit fehlt es jedoch an geeigneten Maßnahmen zur Rückverfolgbarkeit und Kennzeichnung von gentechnisch veränderten Organismen.
 

Quelle: biofach.de-Newsletter
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Gryyn am 09. November 2005, 14:29:00
Und zwei Bauernschicksale:

Zitat
"Unsere Lebensgrundlage ist zerstört worden"

Genveränderte Pflanzen bringen Bauern mehr Ertrag und weniger Chemie. Sagen die Hersteller. Doch in der Realität treibt die Gentechnik Landwirte in den Ruin. Zwei Beispiele.

Marc Meschenmoser

Wie ein gebrochener Mann sieht Percy Schmeiser nicht aus: Seine Augen strahlen Optimismus aus, mit Charme beantwortet der 75-jährige Bauer die Fragen von saldo. Schmeiser stellt sich seit sieben Jahren einem der weltweit mächtigsten Gentechkonzerne entgegen: Monsanto, mit 5 Milliarden Franken Jahresumsatz. «Als ich 1997 dem Druck dieser Firma nicht nachgab, hatte ich keine Ahnung, was das für Folgen haben wird.»


Mit dem Wind kam der Gentechraps vom Nachbarn

Damals wuchs auf seinem Feld in Westkanada plötzlich erstmals genveränderter Raps. Die Samen waren vermutlich mit dem Wind auf Schmeisers Acker gelangt. Sein Nachbar hatte, die Versprechungen von mehr Ertrag und weniger
Chemieeinsatz im Kopf, im Jahr zuvor begonnen, Gentechraps anzupflanzen. Schmeisers Familie lebte bis dahin jahrzehntelang von dem, was ihr Land hergab. Sie verwendete stets eigenes Saatgut aus der letzten Ernte. Folge: Die Rapssorte war optimal dem Klima und dem Boden angepasst. Damit war es vorbei, als sich die Gentechpflanzen unkontrolliert auf seinem Feld zu vermehren begannen. Schmeiser: «50 Jahre Arbeit als Bauer waren zerstört. Ich konnte mein Saatgut nicht mehr benutzen, es war gentechnisch verunreinigt.»

Ein Jahr nach der wilden Vermehrung ihrer Pflanzen warf Monsanto Schmeiser vor, er hätte den sogenannten Roundup-Ready-Raps angebaut, ohne für das patentierte Produkt Lizenzgebühren zu bezahlen. 1998 verklagte der Konzern Schmeiser auf eine Million Franken Schadenersatz. Das Unternehmen blieb vor Gericht jeden Beweis schuldig, dass die Bauernfamilie willentlich Gentechraps
angebaut habe. Dennoch urteilte im Mai 2004 das höchste kanadische Gericht - im weltweit ersten solchen Prozess - dass Bauer Schmeiser eine Patentverletzung begangen habe. Der Entscheid fiel knapp, mit 5 zu 4 Stimmen. In der Begründung stand: «Bereits mit der Präsenz einer genpatentierten Pflanze auf seinem Feld hat Schmeiser Monsantos Patentrechte verletzt.» Mit anderen Worten: Bauern sollen Gebühren für genmanipulierte Pflanzen bezahlen, die sie nie auf ihren Äckern haben wollten. Monsanto-Vizechef Carl Casale bejubelte den Entscheid: «Das Gericht hat einen weltweiten Standard zum Schutz von Patenten gesetzt.» Immerhin bestätigte das Gericht, dass Schmeiser mit dem genmanipulierten Raps «keinen wirtschaftlichen Profit» erzielen, und lehnte sämtliche Schadenersatzbegehren von Monsanto ab. Dennoch musste sich der Bauer verschulden, um die Anwalts- und einen Teil der Gerichtskosten von 450 000 Franken zu bezahlen.

Schmeiser ist kein Einzelfall: Monsanto fordert in Zeitungsinseraten Farmer auf, sich zu melden, wenn in der Nachbarschaft Gentechraps angebaut wird, ohne dass Lizenzgebühren bezahlt werden. «Anrufer können uns solche Tipps auch anonym melden, falls gewünscht.» Als Belohnung erhalten die Denunzianten eine Lederjacke. Finden Monsanto-Detektive dann auf Feldern Genpflanzen, fordert der US-Konzern von den Bauern Schadenersatz für die sich wild vermehrenden Gentechpflanzen.


Im Oktober schon wieder Gentechraps auf dem Acker

Solche Drohbriefe von Monsanto liegen saldo vor. In einem Schreiben vom Dezember 2004 heisst es: «Wir sind bereit, mit Ihnen eine finanzielle Lösung zu finden, die es Ihnen erlaubt, weiter als Bauer tätig zu sein.» Oder: «Monsanto ist bereit, für 171 000 US-Dollar auf eine Klage gegen Sie zu verzichten.»

Vielleicht erhält demnächst auch Percy Schmeiser solche Post. Ende Oktober entdeckte er in seinen Senfpflanzen Gentechraps, der sich unkontrolliert vermehrte. Er liess die Pflanzen auf eigene Kosten ausreissen und forderte Monsanto auf, sie zu entsorgen. Erfolglos.

Schmeiser bereist inzwischen die ganze Welt. In die Schweiz geholt haben ihn Gentechgegner anlässlich der Volksabstimmung vom 27. November. Bei dieser geht es um ein Gentechanbauverbot für die nächsten fünf Jahre.

Schmeiser berät auch Bauern und Regierungen. Diesen berichtet er vor allem vom entstandenen wirtschaftlichen Schaden. «Unser Raps ist noch die Hälfte wert. Denn nach Europa kann er nicht exportiert werden, weil hier die Konsumenten Gentech-Food ablehnen.» Zudem ist es in Kanada gar nicht mehr möglich, Raps oder Soja gentechfrei anzubauen - reines Saatgut sei nicht mehr erhältlich.

Willentlich pflanzte der deutsche Landwirt Gottfried Glöckner den vom Basler Agrochemie-Konzern Syngenta hergestellten Genmais Bt 176 an.


Der Stall von Gottfried Glöckner wurde zur Klinik

«Die Syngenta versprach mir mehr Ertrag», sagt er gegenüber saldo. Er verfütterte ihn - wie üblich - an seine Rinder. Mit unerwarteten Folgen: Die Tiere bekamen Durchfall, Adern platzten, Blut fand sich in der Milch, Kälber kamen missgebildet zur Welt. «Mein Stall wurde zur Klinik.» Seine Kühe vergiftete jener Stoff, mit dem sich der genveränderte Mais vor dem Schädling Maiszünsler schützt. Vollmundig warb Syngenta in einem Infoblatt, das Gift werde «in Sekundenschnelle im Kuhmaul abgebaut». Tatsache ist: Labortests wiesen es im Magen und selbst im Kot der Tiere nach. Pikant: Dieselbe Gentechmaissorte ist hierzulande zum Anbau zugelassen. Bisher liessen Schweizer Bauern aber ihre Finger davon.

Glöckner musste Ende 2004 seine ganze Herde - 70 Tiere - notschlachten. Syngenta bezahlte ihm 60 000 Franken Schadenersatz. «Der Schaden ist massiv höher. Die Gentechnologie hat meine Lebensgrundlage zerstört. Jetzt habe ich Klage gegen Syngenta eingereicht.» Zum Abschied erklärt der Bauer aber, nicht grundsätzlich gegen Gentechnologie zu sein. «Doch die Technik muss gründlich erforscht sein, bevor sie in der freien Natur angewendet wird.»



"Ich konnte mein eigenes Saatgut nicht mehr benutzen"
Percy Schmeiser


"Der Gentechmais vergiftete meine ganze Herde"
Gottfried Glöckner

Copyright © Saldo 18/05 vom 9. November 2005 - Seite 4

Traurig, oder? Genau das blüht uns Hobbygärtnern auch.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: marcir am 09. November 2005, 20:34:20
Wir können am 27. November abstimmen gehen. Was aber 2ennet dem Rhy"?
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Simon am 15. November 2005, 19:49:44
"Gen"-Technik mal anders >:(

Zitat
Marken-Gene: Fortpflanzung als Urheberrechtsbruch und Patente auf Leben
US-amerikanische Unternehmen patentieren bislang frei verfügbare Pflanzen und wollen deren traditionellen Anbau verbieten

Seit 1997 erhalten Firmen, insbesondere aus den USA, erstmals Patente auf Leben und schaffen einen in der Geschichte des geistigen Eigentums einmaligen Präzedenzfall. So knackten Großkonzerne den genetischen Code der gelben Bohne aus Mexiko, des südostasiatischen Basmatireises oder auch der peruanischen Maca-Pflanze. Die Pflanzen wurden de facto zum Eigentum der Multis. Diese Praxis zerstört die traditionellen lateinamerikanischen oder asiatischen Märkte und zwingt die Kleinbauern, für den Verkauf ihrer Produkte im Ausland Lizenzgebühren zu entrichten.
...
Quelle+mehr: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/21/21344/1.html

Bye, Simon
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fisalis am 21. November 2005, 08:18:56
"Gentech-Versuch in Australien gestoppt

Nach zehn Jahren haben australische Forscher Versuche mit gentechnisch veränderten Erbsen abgebrochen. Diese hatten bei den Versuchsmäusen Lungenkrankheiten hervorgerufen."

Artikel

Wie wärs, wenn die, welche immer noch behaupten, Gentechnologie bringe im Pflanzenbereich Nutzen, mal ihre Sprachorgane mässigen könnten? So: :-X
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fars am 21. November 2005, 08:34:25
Gut so, dass abgebrochen wurde.
Das spricht aber doch eher für eine verantwortungsvolle Forschung. Ähnlich wie bei Medikamenten. Oder soll man etwa alles einstellen, weil Gefahren auftreten können?
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fisalis am 21. November 2005, 08:38:47
ja, mir wärs Recht.

Begründung: Es ist nicht mal möglich, festzustellen, ab wann Gefahren nur potentiell sind, und wann Schäden eintreten oder schon - ganz unbemerkt - eingetreten sind. Schäden sind im Bereich der Gentechnologie im Pflanzenreich nicht selten irreversibel.

Wer nun denkt, dass das keine nüchterne Argumentation ist, kommt auf ein weiteres Problem: Der unbedarfte 0815-Bürger wird regelmässig vor Tatsachen gestellt. Upps, wieder was schief gelaufen. So geht es einfach nicht.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: sarastro am 21. November 2005, 08:44:09
Genau die wahnwitzige Macht von den Chemiekonzernen beunruhigt ungemein. Und die Politiker sind auf kurz oder lang Marionetten oder Hampelmänner im großen Spiel um Pfründe, mischen eifrig mit.

Wie lautet denn der Text der Abstimmungsfrage in der Schweiz, marcir?

Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fars am 21. November 2005, 08:53:58
Der unbedarfte 0815-Bürger wird regelmässig vor Tatsachen gestellt. Upps, wieder was schief gelaufen. So geht es einfach nicht.

Verstehe deine Bedenken und teile die diese Angst. Aber so ist die Menscheit "groß" geworden. Versuch und Irrtum hat es immer gegeben. Angefangen bei den steinzeitlichen Trepanagen über heute segensreiche Medikamente bis hin zur heutigen Gentechnologie. Verbiete dem Menschen zu denken. Dann hast du auch die Forschung im Griff.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fisalis am 21. November 2005, 08:59:01
Wie lautet denn der Text der Abstimmungsfrage in der Schweiz, marcir?

hier

Zitat
Aber so ist die Menscheit "groß" geworden. Versuch und Irrtum hat es immer gegeben.
Ich verstehe schon, was du sagst. Das Problem bei der Gentechnologie im Pflanzenbereich (beschränke mich bewusst darauf) ist, wie bei der Atomenergie, dass Irrtum irreversible Schäden verursacht. Da müssen wir besonders vorsichtig sein. Die kommerzielle Einbettung dieser Forschung gefährdet das.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: brennnessel am 21. November 2005, 09:01:52
Verbiete dem Menschen zu denken.
.... das wird wohl das einzige sein, was einen noch ruhig schlafen lassen kann...
ich bin sehr froh, dass mich meine kinder bisher nicht zur großmutter gemacht haben... vielleicht spüren sie, weshalb ...
lg lisl
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fars am 21. November 2005, 09:03:07
Es gibt keine "entkommerzialisierte" Forschung mehr. Vermutlich hat es sie nie gegeben. Hinter allem Forscherfleiß stand auch stets die Hoffnung auf das große Geld (oder, gleichwertig: Macht und Eitelkeit).
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fisalis am 21. November 2005, 09:08:33
Ja, Anreiz der Forschung sind schon Geld und Macht. Das läuft i.d.R. ja auch ganz gut. Aber es gibt nun eben ethisch besonders sensible Bereiche, wo der Staat, wenn er denn ein guter ist, den freien Geld- und Machtfluss steuern und einschränken soll. Dass das auch einem Forschungsabbruch bzw. -verbot gleich kommen kann, ist klar und in diesen Bereichen erwünscht.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fars am 21. November 2005, 09:19:39
Diese Ansätze, staatlicherseits die Forschung zu lenken oder gar einzudämmen, sind weltweit gescheitert. Es finden sich immer wieder Staaten, die selbst kriminellen Wissenschaftlern eine Heimstatt und Forschungsmöglichekiten bieten. Dann doch lieber hier bei uns unter einigermaßen oder gar schlecht funktionierender Kontrolle.

Die Büchse der Pandora wurde geöffnet, als der erste Faustkeil angedacht wurde.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fisalis am 21. November 2005, 09:26:15
Tönt resigniert. Eigentlich, was ich befürchtet habe. Aber dazu bin ich nicht bereit: Selbst wenn ein Verbot hier die illegale Forschung andernorts provoziert, ist das für mich kein Grund, hinzunehmen, wie hier unkontrolliert oder schlecht kontrolliert Gentechpollen auf die Reise geschickt wird. Was verhindert werden kann, soll verhindert werden. Druck in diese Richtung gibt zudem Raum für intelligentere Forschung, mit, nicht gegen die "Natur". Einen ansehnlichen Fundus in diese Richtung hält etwa das Forschungsinstitut für biologischen Landbau bereit.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Günther am 21. November 2005, 09:35:13
Das Problem ist, was machbar ist, wird auch gemacht - da helfen keine Gesetze. Da wirkt die pure Gier, eine Folge, u.a., puritanischer bzw. calvinistischer Geisteshaltung.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fars am 21. November 2005, 10:09:14
Da wirkt die pure Gier, eine Folge, u.a., puritanischer bzw. calvinistischer Geisteshaltung.

Eine etwas verbitterte Weltsicht.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fisalis am 25. November 2005, 14:32:41
Nicht nur Monsanto:

Zitat

WOZ vom 24.11.2005 - Ressort Wirtschaft Gentech
Vom Weizen bis zur Banane
Von Heinz Roland
 

Der Basler Agrokonzern Syngenta ist dabei, sich grosse Teile des Erbgutes von Nutzpflanzen unter den Nagel zu reissen.
40 000 Bäume will der Basler Syngenta-Konzern aus Anlass seines fünfjährigen Bestehens rund um den Globus pflanzen - 20 000 allein in Afrika. Mit der weltumspannenden Baumpflanzaktion wolle das Unternehmen, das aus dem Zusammenschluss der beiden Agrochemieabteilungen von Zeneca und Novartis hervorging, sein «Engagement für eine nachhaltige Landwirtschaft» demonstrieren, liess CEO Michael Pragnell letzte Woche verlauten.

Mit einem Jahresumsatz von fast zehn Milliarden Franken (im Jahre 2004) und weltweit mehr als 20 000 MitarbeiterInnen gilt Syngenta als grösster Agrochemiekonzern der Welt. Auf dem Feld der chemischen Pflanzenschutzmittel hat er seine beiden wichtigsten Konkurrenten, die US-Unternehmen Dupont-Pioneer und Monsanto, längst hinter sich gelassen. Und auch beim gentechnisch veränderten Saatgut - dem Megageschäft der Zukunft, wie viele glauben - strebt Syngenta die globale Marktführerschaft an. Dabei geht es dem Unternehmen, wie es betont, um weit Höheres als den schnöden Profit. «Das Unternehmen nimmt nachdrücklich seine soziale Verantwortung wahr», wird CEO Pragnell in der Konzernverlautbarung zum Baumpflanzhappening zitiert. Das gelte «für die Bereiche Bodenerhaltung, Wasserqualität, Unterstützung der Mitarbeitenden und Engagement für das Gemeinwesen».

Humanitäre Mission

Als Beispiel für ihre humanitäre Mission verweist die Syngenta dabei gerne auf den Golden Rice, eine gentechnisch veränderte Reissorte, deren erhöhter Betakarotingehalt die Mangelernährung in den Ländern des Südens bekämpfen soll. Millionen von Kindern, die als Folge eines chronischen Vitamin-A-Mangels zu erblinden drohten, könne auf diese Weise geholfen werden, verspricht Syngenta und bekennt sich deshalb «vorbehaltlos zu den humanitären Zielen des Projekts». Den kleinen LandwirtInnen in den Entwicklungsländern werde der Golden Rice gratis abgegeben; und auch für die weitere Forschung an ihren Genkonstrukten in den Entwick-lungsländern will Syngenta keine Lizenzgebühren erheben.

Wie lange dieses Angebot noch gilt, ist allerdings ungewiss. Denn, ungeachtet aller Beteuerungen, man verfolge mit dem Golden-Rice-Projekt keinerlei kommerzielle Absichten, hat Syngenta ihren gentechnisch angereicherten Vitaminreis inzwischen in über hundert Ländern zur Patentierung angemeldet. Ausser in Europa und den USA auch in Indien, China, den Philippinen, Vietnam sowie in sechzehn Staaten Afrikas.

Dabei fordert Syngenta für ihren Golden Rice nicht nur ein Monopol auf die gesamte Technologie; auch die Pflanze selbst und das entsprechende Saatgut sollen nach den Vorstellungen des Unternehmens unter strikten Patentschutz gestellt werden. Für Syngenta-Pressesprecher Guy Wolff steht dies keineswegs im Widerspruch zur humanitären Zielsetzung des Projektes: «Wir tun das nur, um unsere Erfindungen vor dem unberechtigten Zugriff der Konkurrenz zu schützen», beteuert er. «Wenn es aber um die kleinen Bauern in der Dritten Welt geht, die Subsistenzwirtschaft betreiben, bestehen wir natürlich nicht auf unseren Ansprüchen.» Das ändert freilich nichts daran, dass das Basler Unternehmen im Gefolge des Golden-Rice-Projektes immer weitergehende Monopolansprüche für seine genmanipulierten Pflanzen geltend macht. So hat Syngenta beim Europäischen Patentamt (Epa) und der Weltorganisation für geistiges Eigentum (Wipo) in Genf ein Gesuch eingereicht, das nichts Geringeres als ein «Mega-Gen-Patent» fordert.

Masslose Besitzansprüche

Konkret geht es dabei um rund 30 000 Gensequenzen aus dem Genom der Reispflanze, die von Syngenta entschlüsselt und damit zu ihrem geistigen Eigentum erklärt wurde. Wird das Patent erteilt, geht praktisch der gesamte genetische Bauplan der Reispflanze in den privaten Besitz der Syngenta über.

Darüber hinaus erhebt Syngenta Anspruch auf alle gentechnisch veränderten Pflanzenarten, die dadurch in die Welt gelangt sind, dass ihnen eines oder mehrere der Syngenta-eigenen Gensequenzen eingepflanzt wurden.

Und schliesslich erstrecken sich die Patentansprüche der Syngenta auch auf Gensequenzen in andern Nahrungspflanzen, sofern diese eine ähnliche Struktur wie die des Reisgenoms aufweisen. Auf diese Weise könnte sich Syngenta auf einen Schlag die genetischen Rechte an mindestens vierzig weiteren Nahrungspflanzen sichern, die - vom Weizen bis zur Banane - von der Natur mit weitgehend identischen Genstrukturen ausgestattet wurden.

Die masslosen Besitzansprüche des Basler Gentech-Konzerns haben längst schon die Proteste zahlreicher Entwicklungsorganisationen und Aktionsgruppen provoziert. In der Schweiz haben Swissaid, Greenpeace, die Erklärung von Bern und die Aktion «Kein Patent auf Leben» die Syngenta wiederholt dazu aufgerufen, ihre ausufernden Patentanträge wieder zurückzuziehen.

Die Patentanmeldungen beruhten nicht auf Erfindungen, sondern «auf der blossen Beschreibung natürlich vorkommender Gene mit altbekannten Methoden», sagt etwa Gentech-Experte und Greenpeace-Aktivist Christoph Then. Für ihn sind die Patentanträge nichts anderes als «ein Trick» von Syngenta, um grosse Teile des Erbgutes von Nutzpflanzen in Besitz zu nehmen und wesentliche Kernbereiche der Nahrungsmittelproduktion weltweit für sich zu monopolisieren.

Immerhin: Nach der ersten Überprüfung der eingereichten Unterlagen hat das Europäische Patentamt (Epa) signalisiert, dass die Patentanträge wenig Chancen hätten, gutgeheissen zu werden. Dem Ratschlag des Epa folgend ist Syngenta deshalb jetzt daran gegangen, ihren «Mega-Gen-Patent»-Antrag (der in seiner kompletten Form mehr als 12 000 Seiten umfasst) zu überarbeiten und in kleinere Teilanträge zu zerlegen.

Ein Rückzug steht trotz aller Kritik nicht zur Debatte, wie Syngenta-Sprecher Guy Wolff betont: «Wir sind nun mal ein kommerzielles Unternehmen», sagt er. «Deshalb werden wir uns auch in Zukunft dagegen wehren, wenn sich ein Konkurrent an unseren Patenten vergreift.»

Wo soll das hinführen? Macht ihr euch da keine Sorgen um eure Gemüsegärten? "Guten Tag, ich bin Privatdetektiv im Auftrag von Monsanto/Syngenta, ich komme wegen dem Mais, der da bei ihnen wächst. Ich nehme an, sie akzeptieren unsere Forderung...". Dabei müssten sie Schadenersatz für die Verunreinigung anbieten, diese Verbrecher!
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fars am 25. November 2005, 14:52:39

Wo soll das hinführen? Macht ihr euch da keine Sorgen um eure Gemüsegärten? "Guten Tag, ich bin Privatdetektiv im Auftrag von Monsanto/Syngenta, ich komme wegen dem Mais, der da bei ihnen wächst. Ich nehme an, sie akzeptieren unsere Forderung..."

Wird vermutlich wie mit den Raubkopien bei Musik-CD's und Filmen werden. Die Hälfte aller Gartenpflanzen sind dann illegal angebaut. Gibt ja heute schon Zierpflanzenzüchtungen mit Copyright. Dürfen nicht vermehrt werden. Ich halte mich daran. ::)
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fisalis am 25. November 2005, 15:00:18
Den Vergleich mit elektronischen Tonträgern finde ich unpassend. Grundlage von noch so raffinierten Pflanzenzüchtungen ist "Natur", bei den DVDs ists Kultur. Gegen eine Patentierung von "Natur" werde ich mich wehren und entsprechende Ansprüche der Profteure bekämpfen. Es gibt Dinge, die gehören uns allen. Wasser, Luft, Pflanzen gehören dazu. Sowas ins immaterielle Privateigentum verschieben zu wollen zeugt von einem beispiellosen Egoismus und einer verbrecherischen Profitgier. Das müssen, sollen und dürfen wir uns nicht bieten lassen.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: marcir am 26. November 2005, 13:08:54
Aus diesen Gründen stimme ich dieses Wochenende mit JA zum 5-jährigen Verbot des Anbaus gentechnisch veränderter Pflanzen. Ich denke, wir werden in den nächsten Jahren den Konzernen noch weitere Beschränkungen auferlegen müssen. Ansonsten wird man einies Tages Zustände wie im alten SciFi-Horrorfilm "Soylent Green" bekommen. Dort werden die Massen mit grünen Keksen gefüttert, die auf menschliches Protein basieren.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fars am 26. November 2005, 13:20:06
Es gibt Dinge, die gehören uns allen. Wasser, Luft, Pflanzen gehören dazu.

Ja und nein. Wenn eine Pflanze durch Züchterfleiß verändert wird, hat das mit "Natur" nur noch wenig zu tun. Das Ergebnis ist einem handwerklichen oder industriellen Produkt fast gleichzusetzen. Angesichts des Aufwands, den Züchtungen mitunter bedeuten können, habe ich schon Verständnis dafür, dass diese patentiert werden oder Sortenschutz genießen. Andernfalls könnte das Interesse an Neuentwicklungen erlahmen.

Nicht alles muss unter der (berechtigten?) Bedenklichkeit zur Genentwicklung gesehen werden.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: sarastro am 26. November 2005, 14:00:37
Dieser Argumentation muss Recht gegeben werden. Es sollte sich allerdings hierbei um echte Neuzüchtungen handeln, die nachvollziehbar sind und sich von anderen, ähnlichen Vorläuferprodukten deutlich unterscheiden. Dazu kommen zumindest neue Stauden- und Zierpflanzensorten in eine längere Sichtung.

Was allerdings schärfstens zu verurteilen ist, sind die Machenschaften vieler Patent-Haie, die sich z.B. in Brasilien geistigen Eigentums der Naturvölker bemächtigen und dann gehörigen Profit heraushauen.

Oder ein anderes Beispiel, wenn alte Staudensorten, welche noch nie angemeldet oder registriert wurden, umgetauft und einfach zu einer neuen Sorte mit oder auch ohne Patent und Lizenzgebühr kreirt werden, vor lauter Weissnichtwasnochallesabermusswasneuessein!!!


 Dies ist leider gängige Praxis, kann euch einige Beispiele aufzeigen!
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fars am 26. November 2005, 14:17:07
100% einverstanden.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: knorbs am 26. November 2005, 14:39:28
zitat von fars
Zitat
Gibt ja heute schon Zierpflanzenzüchtungen mit Copyright. Dürfen nicht vermehrt werden. Ich halte mich daran.

du + ich + wir fast alle dürfen schon solche pflanzen vermehren und auch weitergeben/tauschen. bei sarastro als gewerbl. staudengärtner sieht das allerdings anders aus.

sortenschutzgesetz:

§ 10
Wirkung des Sortenschutzes


(1) Vorbehaltlich der §§ 10a und 10b hat der Sortenschutz die Wirkung, daß allein der Sortenschutzinhaber berechtigt ist,

  1. Vermehrungsmaterial der geschützten Sorte

  a) zu erzeugen, für Vermehrungszwecke aufzubereiten, in den Verkehr zu bringen, ein- oder auszuführen oder

  b) zu einem der unter Buchstabe a genannten Zwecke aufzubewahren,

  2. Handlungen nach Nummer 1 vorzunehmen mit sonstigen Pflanzen oder Pflanzenteilen oder hieraus unmittelbar gewonnenen Erzeugnissen, wenn zu ihrer Erzeugung Vermehrungsmaterial ohne Zustimmung des Sortenschutzinhabers verwendet wurde und der Sortenschutzinhaber keine Gelegenheit hatte, sein Sortenschutzrecht hinsichtlich dieser Verwendung geltend zu machen.

§ 10a
Beschränkung der Wirkung des Sortenschutzes

(1) Die Wirkung des Sortenschutzes erstreckt sich nicht auf Handlungen nach § 10 Absatz 1

  1. im privaten Bereich zu nicht gewerblichen Zwecken,
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fars am 26. November 2005, 15:00:34
Wie gut. Hatte selbstverständlich gelogen. ;D
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: sarastro am 26. November 2005, 15:12:14
Ja klar, sah man ja am Smiley! ;D
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: marcir am 27. November 2005, 20:11:15
Die Schweizer haben heute in einer landesweiten Abstimmung mit 55,7% für ein fünfjähriges Verbot des Anbaus und Einfuhr gentechnisch veränderter Pflanzen und Nutztiere gestimmt. Alle Kantone haben zu diesem Ergebnis beigetragen.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fisalis am 28. November 2005, 08:07:12
Freude herrscht. :D

Zitat
Wenn eine Pflanze durch Züchterfleiß verändert wird, hat das mit "Natur" nur noch wenig zu tun. Das Ergebnis ist einem handwerklichen oder industriellen Produkt fast gleichzusetzen.

Gut, hast du "fast" geschrieben. Trotz der Logik der Argumentation sträubt sich mir gefühlsmässig etwas dagegen, dass die Verwertung des Zuchterfolgs an Pflanzen oder Tieren gleich wie eine elektronische Schaltung durch Patente sozusagen privatisiert werden kann. Auch eine gezüchtete Pflanze lebt und interagiert mit der "Natur", kann neben Nutzen auch Schäden verursachen, Standortpflanzen verdrängen oder Gentechpollen verstäuben. Dafür zahlen dann die, welche den kommerziellen Nutzen für sich beanspruchen, kaum je. Da ist noch ein riesiger Regelungsbedarf im Patent- und Haftpflichtrecht, bis eine einigermassen vertretbare Lösung dasteht.

Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fars am 28. November 2005, 08:13:19
Selbstverständlich muss dann auch die Produkthaftung für Pflanzen gelten. Aber nur insoweit, wie die ihr attestierten Fähigkeiten nicht oder nur fehlerhaft vorhanden sind. Ein Automobilhersteller haftet ja auch nicht für den nicht bestimmungsgemäßen Gebrauch des Kfz.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Günther am 28. November 2005, 09:40:14
Es geht eindeutig NICHT um die attestierten (oder angedichteten) Fähigkeiten.
Es geht um die Einflüsse und Auswirkungen auf die Umwelt.
Das doch wohl bekannte Beispiel der Patentklagen wegen, vorsichtig gesagt, ungewollter Auskreuzung und ähnlicher Erscheinungen muß da aufgeführt werden.
DAS zu verhindern gilt es eher dringend.
Bhopal war auch eine "nicht bestimmungsgemäßer Gebrauch" - also, keine Haftung - oder doch?
(Hinkt ein bisserl, ich weiß)
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: brennnessel am 28. November 2005, 09:45:25
fisalis und marcir, ich freute mich, das heute gleich als erstes in der zeitung zu lesen und hoffe, auch der rest von europa beginnt einmal zu denken!
lg lisl
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fisalis am 28. November 2005, 09:50:30
fisalis und marcir, ich freute mich, das heute gleich als erstes in der zeitung zu lesen und hoffe, auch der rest von europa beginnt einmal zu denken!
lg lisl

Gemäs geltendem EU-Recht ist ein solches generelles Moratorium nicht möglich bzw. verstiesse gegen Wettbewerbsregeln... Die einzelnen Länder sind lediglich befugt, einzelne Sorten in einen Katalog aufzunehmen und vorübergehnd abzulehnen. Bittere Erkenntnis für einen eidgenössischen EU-Beitrittsbefürworter und Gentechgegner :-\
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Günther am 28. November 2005, 09:54:04
"Geltende Regeln" sind prinzipiell nicht für die Ewigkeit festgeschrieben.
Wenn sich mal andere Werte als Profi um jeden Preis und "shareholder value" durchsetzten...
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: brennnessel am 28. November 2005, 09:54:26
ja, ihr nachbarn wart da klüger! bei uns wusste man das eh auch, aber leider zu wenige..... :-\
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fars am 28. November 2005, 10:16:58
(Hinkt ein bisserl, ich weiß)

Warum dann anführen?

Zitat von: Günther link=board=31;threadid=547;start=60#msg212303
Es geht um die Einflüsse und Auswirkungen auf die Umwelt.
[quote

Wenn es um eine derartige "Haftung" geht, hätten Chemiker generell eingesperrt gehört. Zu allen Zeiten.

Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Günther am 01. Dezember 2005, 08:10:57
Wenn ich so überlege, was Menschen beim Leben an die Umwelt abgeben, wie sie diese beeinflussen...

Neben so entsprechenden "Argumenten" ein neuer Beitrag:

Gentech-Multis bringen die Terminator-Technologie, die Saatgut keimungsunfähig macht, wieder ins Spiel

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/21/21436/1.html
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Equisetum am 01. Dezember 2005, 12:57:26
Wenn sogar ich, bevor ich auf den entsprechenden Teil des Artikels stoße, auf die Idee komme, daß sich das Terminator-Gen über Pollen verbreiten und andere Pflanzen dazu veranlassen könnte, unfruchtbares Saatgut zu produzieren, haben wir mit großer Sicherheit ein Problem.
Ich fordere die Verantwortlichen auf, meine Bedenken glaubhaft zu zerstreuen, ansonsten werde ich mich vehement gegen die Einführung von Saatgut mit solch monströsen Eigenschaften wehren. >:(
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fisalis am 02. Dezember 2005, 09:00:33
Ich möchte lieber nicht, dass die Industrie mit viel Geld versucht, meine Bedenken zu entkräften. Im Übrigen müsste sie dann immer noch den Nutzen der Gentechnologie erklären, den Nutzen für uns alle, nicht für Syngenta und Monsanto. Weniger Chemie? Kann man mit Bioanbau auch haben.

Auf die Annahme des Moratoriums hat die Industrie übrigens mit der Absicht reagiert, die Forschung betreffend Unbedenklichkeit zu intensivieren. Ziel klar: Bedenken zerstreuen, koste es, was es wolle. So werden der Forschung Geld und Kapazität für echte Fortschritte entzogen, etwa im Bereich Bioanbau.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Equisetum am 02. Dezember 2005, 09:45:41
fisalis, da stimme ich Dir zu. Die Syngenta- und Monsanto-Leute sollten ihre Kenntnisse lieber für Kreuzungszüchtung nutzen. Da können sie wenigstens nicht soviel Unheil anrichten.

Equisetum
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fars am 02. Dezember 2005, 09:55:19
Jeder Wissenschaftler tut das, wofür er bestens bezahlt wird und er später seine fetten Pensionen bekommt.. Oder kennt hier jemand einen, der sich verweigert hat? J. Robert Oppenheimer erst, nach dem es ihm zuviel wurde.

Damit sind sie etwas schlechter als der Rest der Menschheit, weil sie ihr Tun zumindest teilweise überblicken können.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Günther am 07. Dezember 2005, 07:33:29
Nachweis von Gentech-DNA aus Monsanto-Mais in Tierorganen und -blut wirft viele Fragen auf

aus:

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/21/21517/1.html
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Equisetum am 07. Dezember 2005, 12:47:05
Eigentlich offensichtlich. Die Wirkmoleküle von Medikamenten geraten ja auch über den Magen-Darm-Trakt ins Blut und damit in den ganzen Körper. Und sie wirken und nebenwirken ...
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fisalis am 24. Februar 2006, 16:14:59
Nachricht vom bösen Onkel:

Zitat
Monsanto missachtet internationalen Vertrag – Terminator-Technologie macht Saatgut steril und Bauern abhängig
Zürich 22|02|2006
Der US-Agrochemiekonzern Monsanto will die umstrittene Terminator-Technologie bei der Produktion von Saatgut wieder nutzen. Der weltgrösste Anbieter von Gentech-Saatgut setzt sich damit über eine seit dem Jahre 2000 bestehende Übereinkunft hinweg. Damals wurde durch die Konvention über Biologische Vielfalt (CBD) ein Moratorium eingeführt, wonach eine kommerzielle Nutzung der Technologie nicht genehmigungsfähig sei.

ganzer Artikel
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Solanin am 25. März 2006, 19:43:45
Da muss ich unbedingt einen Link zur Aufklärung beisteuern:
http://www.transgen.de/aktuell/meldungen_europa/200601.doku.html
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: elis am 03. April 2006, 14:24:20
Hallo, an alle Grüne Gentechnik-Gegner !
In Süddeutschland baut sich ein Gentechnikwiderstand auf. Schaut mal unter www.zivilcourage.ro rein, da stehen interessante Hinweise drin. Bei uns hält Josef Feilmeier, aus Hofkirchen bei Vilshofen, ein Bankkaufmann u.Landwirtschaftsmeister u.Michfutterwerksbetreiber Vorträge um die Landwirte und Verbraucher aufzurütteln und gegen die Grüne Gentechnik zu stimmen. Im Raum Rosenheim wurden in kurzer Zeit 10.000 ha für genfrei erklärt. Bei uns in Niederbayern beginnt sich auch massiv Widerstand zu regen, wir sind auf einem guten Weg. Es gibt auch einen guten Film mit dem Titel "Leben ausser Kontrolle", der ist wirklich beängstigend. Wir als Gärtner müssen auch auf genfreies Saatgut achten. Bei uns in Landshut war vor 1 'Woche eine Umweltmesse und da waren 4 Institutionen die Unterschriften gesammelt haben gegen die Grüne Gentechnik.
Liebe Grüße von elis
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fisalis am 07. April 2006, 11:15:20
Nestle hat vom Europäischen Patentamt ein Patent auf Gentech-Kaffee zugesprochen erhalten. Dieser soll besser löslich sein. Das Unternehmen ist bereits im Besitz von Patenten auf genmanipulierten Joghurt-Bakterien und Gentech-Kakao.

Quelle: Greenpeace-Newsletter
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: hans-de am 19. Juni 2006, 08:51:13
Und die Genverschmutzung nimmt ihren Fortgang:

Zitat
HAWAII: BIOBAUERN ENTDECKEN GEN-PAPAYAS
 
Die vor vier Jahren erstmals ausgepflanzten, genetisch veränderten Papaya-Pflanzen in Hawaii sind in der Zwischenzeit auch dort gefunden worden, wo sie unerwünscht sind: Nämlich in Papaya-Plantagen von Bio-Anbauern. Der Honolulu-Advertiser berichtete, dass Freiwillige in Schutzanzügen die Genpflanzen beseitigt hätten. Terri Mulroy, Eignerin der Papaya-Plantage, hat ihre 3,6 ha-Farm erst vor eineinhalb Jahren erworben. Aller Wahrscheinlichkeit nach dürften die genveränderten Papaya-Samen mit Vögeln auf ihren Betrieb eingeschleppt worden sein. Für die Bio-Erzeuger besteht die Gefahr, dass ihre Produktion von der Kontrollstelle aberkannt wird. „Gentechnisch veränderte Papayas machen unseren Markt für die hochpreisigen Biofrüchte komplett kaputt, vor allem dann, wenn sie plötzlich in unseren Plantagen wachsen“, ärgert sich Bio-Bäuerin Melanie Bondera, die auf ihrem Land ebenfalls Gentech-Papayas gefunden hat.

Quelle: www.biofach.de, www.eco-world.de
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Günther am 27. Juli 2006, 23:49:22
Und wieder was:

Genpflanzen verringern nicht den Pestizid-Verbrauch

Nach einer Langzeituntersuchung in China reduziert Bt-Baumwolle nur kurzfristig die Pestizidmengen, weil sich andere Schädlinge als die mit den genveränderten Pflanzen bekämpften Baumwollkapselbohrer vermehren.

Komplett:
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/23/23204/1.html
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: hans. am 12. September 2006, 16:15:37
Nach verschiedenen Pressebereichten von heute fanden Grossverteiler, darunter Aldi Nord, in den letzten Tagen Verunreinigungen im Langkornreis aus den USA durch die gentechnisch veränderte Sorte LL 601. Das essen wir jetzt, ohne dass wir uns dagegen wehren können. Betrug nennt man das.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Günther am 12. September 2006, 16:41:57
Nicht nur aus den USA.

"Greenpeace berichtet, dass bei Langkornreis der Marke Bon-Ri von Aldi Nord ebenfalls LL601 gefunden wurde. "

Komplett mit weiteren links:
http://www.heise.de/newsticker/meldung/78071
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: hans. am 14. September 2006, 08:25:51
Statt die Anstrenungen darauf zu richten, den unbewilligten Gen-Giftreis in Zukunft vom Speisereis fernzuhalten, überlegen sich findige "Verantwortliche" bereits die Einführung eines Grenzwertes...
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fars am 14. September 2006, 08:32:04
den unbewilligten Gen-Giftreis

Ist er tatsächlich giftig oder apostrophierst du ihn nur so?
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: hans. am 14. September 2006, 08:41:23
Ob er allergieauslösend wirkt, ist umstritten. Giftig in dem Sinn, wie Arsen giftig ist, ist er nicht. Er ist aber für gesunden, natürlichen reis ein "Gengift". Insofern finde ich den Ausdruck Gift passend. Der LL 601 soll ja seit 2001 nicht mehr angebaut worden sein. Möglicherweise stammt die (identische) Erbgutveränderung von LL 62, einer in den USA zugelassenen Sorte.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Luna am 14. September 2006, 09:23:11
Zwei Grossverteiler der Schweiz ziiehen den in Europa verbotene Genreis LL601 aus den Läden zurück
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Lehm am 05. Januar 2009, 10:43:11
Gentech-Mais beeinträchtigt die Fruchtbarkeit und führt zu Veränderungen im Immunsystem: Meldung

Wir als Gärtner sollten uns noch vermehrt gegen die heimlich salonfähig werdende Frankensteintechnologie engagieren!
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: bristlecone am 05. Januar 2009, 11:04:33
Gentech-Mais beeinträchtigt die Fruchtbarkeit und führt zu Veränderungen im Immunsystem: Meldung

Wenn's denn so einfach wäre. Hier der Link zur Originalstudie (pdf). Dort heißt es u.a.:
(zur Erläuterung: GM = genetisch modifiziert, das bezeichnet die Gruppe, die Genmais erhielt. ISO bezeichnet eine Kontrollgruppe, die keinen Genmais erhielt. MGS = Multigenerationsstudie, ein anderer Test, der in derselben Untersuchung auch durchgeführt wurde)

"Während des zweiten Wurfes konnte eine geringfügige Veränderung zu kleineren Würfen und niedrigeren durchschnittlichen Wurfgewichten in der GM Gruppe beobachtet werden... Die durchschnittlichen Wurfgewichte waren in der ISO Gruppe in den dritten Würfen bei Geburt und Absetzen abgesichert höher, bei den vierten Würfen bei der Geburt."

Dann aber weiter:
"Im Unterschied zu der MGS war der Verlust an Jungtieren in der ISO Gruppe gegenüber der GM Gruppe höher."

Demnach brachten die Tiere, die keinen Genmais erhielten, zwar mehr und schwerere Jungtiere zur Welt, dafür starben hier aber mehr Jungtiere. Sollte man vielleicht daraus dann entsprechend schlussfolgern, dass Genmais vor Säuglingssterblichkeit schützt?

Die Autoren sind da vorsichtig: "Diese Ergebnisse unterstützen die Annahme, dass Langzeitfütterungsversuche für
die Erfassung von ernährungsbedingten Effekten geeignet sind... Eine geringere Reproduktionsleistung kann als Indikator für diätetische Effekte
angesehen werden. Es ist nicht auszuschließen, dass diese Effekte auf Einflussfaktoren
außerhalb der Nährstoffversorgung beruhen. Ob diese Beobachtung auf
die genetische Modifikation oder auf einen unbeabsichtigten Effekt des geprüften
Produkts zurückzuführen ist, sollte in künftigen Arbeiten untersucht werden."

Es gibt gute (politische und ökonomische) Gründe gegen die Verwendung von "Genpflanzen". Toxikologische Befunde wie diese eignen sich da eher nicht.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Lehm am 05. Januar 2009, 11:11:22
Wenn's denn so einfach wäre.

Wenns also noch komplizierter ist, wird auch der Nachweis eines Nutzens kompliziert sein. Gentechpflanzen verursachen bislang nur viel Lärm, einigen nicht einfach zu verifizierenden Schaden und keinen Nutzen. Anders der Bioanbau: dort sind signifikante Qualitätsverbesserungen erzielt worden. Syngenta und Monsanto profitieren bestenfalls an der Börse, mit irrealer Wertschöpfung.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Natura am 07. Januar 2009, 17:03:15
Wenn's denn so einfach wäre.
Gentechpflanzen verursachen bislang nur viel Lärm
Die Pflanzen nicht, nur die Gegner.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Natura am 09. Januar 2009, 15:35:24
Gentech-Mais beeinträchtigt die Fruchtbarkeit und führt zu Veränderungen im Immunsystem: Meldung
Letzte Woche wurde berichtet, dass der Vatikan meldete, Männer würden durch die Hormone, die pillen-nehmende Frauen ausscheiden, unfruchtbar.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Zazoo am 09. Januar 2009, 18:06:34
na wenn der Vatikan das schreibt, dann muss das ja stimmen :P ;)
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Staudo am 09. Januar 2009, 18:07:53
Der Vatikan instrumentalisiert bloß wissenschaftliche Erkenntnisse für eigene Interessen. Deshalb müssen die Erkenntnisse nicht falsch sein.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: cimicifuga am 09. Januar 2009, 18:11:50

Letzte Woche wurde berichtet, dass der Vatikan meldete, Männer würden durch die Hormone, die pillen-nehmende Frauen ausscheiden, unfruchtbar.
und wie kommen die hormone aus der frau in den mann? 8)
nein, ich wills gar nicht wissen
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: lttp am 09. Januar 2009, 18:11:55
Bei vielen Tieren ist das wohl schon so...unfruchtbar wegen den Hormonen im Abwasser.

Am Ende ist das ja auch Verhütung, wenn die Männer dann endlich unfruchbar sind.


@ cimicifuga: Übers Trinkwasser?! Die bauen sich kaum ab.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Staudo am 09. Januar 2009, 18:12:42
Also da gebe ich Dir uneingeschränkt Recht.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: cimicifuga am 09. Januar 2009, 18:14:24

@ cimicifuga: Übers Trinkwasser?! Die bauen sich kaum ab.
und wie kommen sie ins trinkwasser?
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: freitagsfish am 09. Januar 2009, 18:14:40
tja, über das wasser sind wir eben alle miteinander verbunden. darüber werde ich noch ein bißchen nachdenken.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: lttp am 09. Januar 2009, 18:18:22

@ cimicifuga: Übers Trinkwasser?! Die bauen sich kaum ab.
und wie kommen sie ins trinkwasser?

Wie kommen sie denn aus den Frauen raus? Viele Möglichkeiten gibts nicht... :-X
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: bristlecone am 09. Januar 2009, 18:33:17
Das im Wasser hormonell wirksame Stoffe sind, ist schon länger bekannt. Zuerst entdeckt wurde das an Forellen, wo die Männchen plötzlich anfingen, Eiweiße zu produzieren, die sonst nur von laichbereiten Weibchen gebildet werden.

Eine wesentliche Quelle dieser Hormone ist tatsächlich die Antibabypille: Die darin enthaltenen teilsynthetischen Östrogene werden kaum abgebaut und gelangen über geklärtes Abwasser in die Umwelt. Wo Oberflächenwasser zur Trinkwassergewinnung dient, können nachweisbare Spuren davon im Wasser vorkommen. Ob die einen Effekt haben und wenn ja, ob das bedenklich ist, wird seit vielen Jahren diskutiert und untersucht. Unter anderem wird eine sinkende Spermienkonzentration damit in Zusammenhang gebracht. Tatsache ist wohl, dass die Zahl der Spermien im Ejakulat bei Männern in Industrieländern seit Jahrzehnten abnimmt. Allerdings ist sie wohl nicht so niedrig, als dass die Fortpflanzungsfähigkeit - von Einzelfällen abgesehen - beeinträchtigt wäre.
Insofern stimmt der Vorwurf, der Vatikan instrumentalisiert da wissenschaftliche Erkenntnisse für seine Ideologie.
Man könnte so auch gegen die Verwendung von Kondomen argumentieren: Schließlich verursacht das Gummi bekanntermaßen Latexallergien! ;D
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: lttp am 09. Januar 2009, 18:43:08
Da hilft nur b*msen und beten!

Ist die Wirkung von Substanzen, die wie Hormone wirken, nicht gravierender? Das Zeug ist doch immer noch in allerlei Sachen drin.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Natura am 09. Januar 2009, 19:25:38
Nun sind wir von den Genen zu den Hormonen abgedriftet.
Aber zurück: Warum protestiert niemand gegen Gentechnik in der Medizin ??? Ist die nicht "giftig"?
Heute las ich gerade in unserem landwirtschaftlichen Wochenblatt, dass ein Agrarexperte sagte, Biolandbau sei keine Lösung für Hungerprobleme der Welt. Denn dieser sei vielleicht gut für die Umwelt, brauche aber viel mehr Land als der konventionelle Anbau.
Er meint, man solle auch Deutschland erlauben, gentechnisch erzeugte Produkte zu entwickeln, um weltweit mehr Wettbewerb zu den Konzernen, die die meisten gentechnischen Patente besitzen, zu schaffen.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Zazoo am 09. Januar 2009, 19:41:05
OT:
Ob die einen Effekt haben und wenn ja, ob das bedenklich ist, wird seit vielen Jahren diskutiert und untersucht. Unter anderem wird eine sinkende Spermienkonzentration damit in Zusammenhang gebracht.
Bisher war mir wohl bekannt, dass durch die Hormone aus Urin von Anti-Baby-Pillen-Verwenderinnen die Kinder immer frühreifer werden (was ja offensichtlich ist).

Tatsache ist wohl, dass die Zahl der Spermien im Ejakulat bei Männern in Industrieländern seit Jahrzehnten abnimmt.
Dies auseinander zu dividieren vom schlechten Umgang mit dem eigenen Körper, wie Nikotin-Konsum oder auch Streßbedingter niedriger Quote etc. pp. erscheint mir äußerst schwierig ;)
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: bristlecone am 09. Januar 2009, 21:27:51
OT:
Ob die einen Effekt haben und wenn ja, ob das bedenklich ist, wird seit vielen Jahren diskutiert und untersucht. Unter anderem wird eine sinkende Spermienkonzentration damit in Zusammenhang gebracht.
Bisher war mir wohl bekannt, dass durch die Hormone aus Urin von Anti-Baby-Pillen-Verwenderinnen die Kinder immer frühreifer werden (was ja offensichtlich ist).

Dass die Kinder früher in die Pubertät kommen, hat eher mit verbesserten Ernährungsbedingungen zu tun als mit einer eventuellen hormonellen Wirkung von Hormonspuren im Trinkwasser.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Zazoo am 09. Januar 2009, 21:30:49
OT:
Ob die einen Effekt haben und wenn ja, ob das bedenklich ist, wird seit vielen Jahren diskutiert und untersucht. Unter anderem wird eine sinkende Spermienkonzentration damit in Zusammenhang gebracht.
Bisher war mir wohl bekannt, dass durch die Hormone aus Urin von Anti-Baby-Pillen-Verwenderinnen die Kinder immer frühreifer werden (was ja offensichtlich ist).

Dass die Kinder früher in die Pubertät kommen, hat eher mit verbesserten Ernährungsbedingungen zu tun als mit einer eventuellen hormonellen Wirkung von Hormonspuren im Trinkwasser.

auch das heutige Ernährungsverhalten wurde hierfür angeführt... aber im fast selben Atemzug eben auch die durch Klärwerke nicht filterbaren Hormone aus dem ABPs. who knows...
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Feder am 10. Januar 2009, 16:42:17
Zitat
Warum protestiert niemand gegen Gentechnik in der Medizin Ist die nicht "giftig"?
Weil es zwei absolute Totschlagargumente dazu gibt.
1. Willst du den armen Kranken die Heilung vorenthalten?!
2. Wenn du die Krankheit hättest, wärst du auch froh über solche Heilmittel.
Was kann man da noch protestieren? ::)
So kanndie rote Gentechnik machen was sie will.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Lehm am 30. März 2009, 14:53:30
Gentechnik in der Landwirtschaft: kompakt in 3 Min. 48 Sek.

Flashvideo
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: elis am 14. April 2009, 11:53:09
Hallo !

Endlich ist in Deutschland der Genmais Mon 810 verboten worden :D :D. Ilse Aigner hat heute das Verbot bei einer Pressekonferenz ausgesprochen :D :D.

lg elis
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Lehm am 14. April 2009, 12:00:06
schön!

Offenbar waren neueste Studien aus Luxemburg, die Schäden für andere Land- und Wasserorganismen wie Schmetterlinge und Marienkäfer nahelegen, ausschlaggebend.

Ein weiterer Beweis für die Frankensteinmentalität der Gentechlobby. Sollten sich schämen, unsere Natur derart zu verunstalten. PFUI!
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Nina am 14. April 2009, 14:45:57
Endlich ist in Deutschland der Genmais Mon 810 verboten worden

Ja, das finde ich auch super! :D

Hier noch ein Artikel dazu: Aigner verbietet Anbau von Genmais
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Lehm am 14. April 2009, 14:52:00
In dem Artikel kommt auch erneut die Geldgier und ethische Kritikresistenz des bekannten amerikanischen Konzerns zum Ausdruck.
Dessenungeachtet wird hier im Forum von gewissen Mitgliedern immer noch die Anwendung von Round-Up gutgeheissen.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Staudo am 14. April 2009, 14:57:31
Zumindest Profigärtner sollten auf Glyfos von Stähler Agrochemie ausweichen.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Schlafmützchen am 14. April 2009, 21:55:14
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,618985,00.html

Agent Orange, Round-up, Mon810, es ist an der Zeit, dass dieser Konzern nicht mehr unbehelligt treiben kann, was er will.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Lehm am 15. April 2009, 08:42:56
Er ist ja nicht allein, der, welcher mit Syn anfängt und mit Genta aufhört, steht ihm in nichts nach.

Leider schreitet zurzeit die Angewöhnung einst kritischer Verbraucher an die oft illegal geschaffenen Tatsachen voran. Einige Verbraucher wissen schon nicht mehr so genau, was an Genfood eigentlich schlecht sein soll. Aigner hat nun einen Grund mal wieder klar genannt: Schädigung der Fauna.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Staudo am 15. April 2009, 08:44:42
Noch schlimmer: Was machen wir nun mit dem Feindbild CSU?
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Lehm am 15. April 2009, 08:49:52
Das ist sowieso alles durcheinander. In letzter Zeit muss man ja als Linker immer öfter froh sein, dass es Rechte gibt, die links politisieren. Die Linken wissen in ihrem Luxus längst nicht mehr, wie das geht.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Manne am 15. April 2009, 09:14:15
Hallo,

der aktuelle Fall ist aber auch ein schönes Beispiel dafür, wie die Politik mit diesem Thema umgeht.
Frau Aigner ist vor ihrer Zeit als BM eher als große Befürworterin der Gentechnologie in der Landwirtschaft aufgefallen, ohne Rücksicht auf die gegenteilige Meinung der Bevölkerung unseres Landes zu nehmen.

Nun muss sie dieses Ergebnis verkünden, wohl auch auf Weisung ihres Chefs Seehofer. Der schaut dem Volk aufs Maul, weil er die anstehenden Wahlen mit einem anständigem Ergebnis bestehen will, da muss die Meinung seiner Parteifreundin eben hinten anstehen.

Dieses Beispiel zeigt, das öffentlicher Druck in Verbindung mit entsprechenden Studien Erfolg haben kann, die Politik aber wohl eher das Fähnlein der Industrie hochhält (Ein Schelm, der Böses dabei denkt.).
Langfristig wird es so sein wie immer, finanzielle Interessen vor Gemeinwohl - Leider !

 
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Ringelblume am 15. April 2009, 09:23:52
Im Moment ist das Verbot nix anderes als Wahlkampf, wobei mir das Verbot erst mal wichtiger ist als die Gründe - ist nur abzuwarten wie lange es bestehen bleibt.

Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Lehm am 15. April 2009, 15:31:59
Amerikanische Wissenschafter, die Daten des US-Landwirtschaftsministeriums auswerteten, haben festgestellt, dass keine einzige Genpflanzen-Sorte eine wirkliche Ertragssteigerung ermöglichte.

Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Natura am 20. April 2009, 22:14:16
Einige Verbraucher wissen schon nicht mehr so genau, was an Genfood eigentlich schlecht sein soll. Aigner hat nun einen Grund mal wieder klar genannt: Schädigung der Fauna.
Welche Fauna wird denn geschädigt? Angeblich der Zweipunktmarienkäfer. Dann muß dieser wohl von dem Mais fressen, sonst könnte ihm der Wirkstoff nichts anhaben. Wäre es besser gegen den Maiszünsler zu spritzen? Würden dann nicht auch andere Insekten getötet? Oder sollen wir dem Zünsler den Mais überlassen?
Was ist denn das "Gift" in dem Mais? Bazillus thuringiensis!
http://de.wikipedia.org/wiki/Bacillus_thuringiensis
Dieser ist für den ökologischen Landbau zugelassen und wird auch zur Schnakenbekämpfung verwendet. Sterben dort dann keine anderen Lebewesen??
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: bristlecone am 20. April 2009, 22:27:32
Genau diese Fragen habe ich mir auch gestellt.

Wobei mir auch nach wie vor vermeintliche Vorteile nicht so recht einleuchten.

Im Thread bei den "Gartenmenschen" hatten wir vor einiger Zeit mal darüber debattiert, dass es kaum unanhängige Forschung zum Thema "grüne Gentechniken" gibt. Dazu eine Zahl aus einem aktuellen
Spiegel-Bericht über Monsanto:

"Für die Forschung gab das Unternehmen im vergangenen Jahr täglich mehr als zwei Millionen Dollar aus, insgesamt rund 800 Millionen Dollar jährlich.
Zum Vergleich: Als im vergangenen Jahr die Lebensmittelpreise explodierten und weltweit Unruhen ausbrachen, beschloss das Bundeskabinett, die Agrarforschung mit 40 Millionen Euro zu stärken. Ausgezahlt über fünf Jahre."

Dagegen sind die paar Milliarden für die Abwrackprämie für Altautos ja geradezu ein Klacks. :P

Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Lehm am 14. Mai 2009, 15:32:32
Niemand weiss, warum er gegen Gentechnologie ist. Die Gründe sollen deshalb hier endlich aufgelistet werden.

- Die Abhängigkeit der Bauern von den Saatgutkonzernen wurde genannt.
- Dass das Bienensterben damit zusammenhängt, wird vermutet.

Nun aber bin ich auf einen weiteren Grund aufmerksam geworden: In Indien wird auf Bestreben von M-kotz-santo im grossen Stil bt-Baumwolle angebaut. Nicht nur wurden in Genfeldern mehr Baumwollkapselbohrer festgestellt als in Feldern mit Biobaumwolle, obschon ja bt das Insekt töten sollte; nein, das Bodenleben hat auf Genfeldern auch deutlich abgenommen. Anderseits: Gabs in den 60er Jahren erst 6-7 Schädlinge auf den Baumwollfeldern, sinds heute 70-165. Auf Genbaumwollefeldern wächst zudem kaum noch Weizen. Artikel - lesenswert!
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Günther am 14. Mai 2009, 16:04:01
"Vor 13 Jahren wurde in Argentinien Gensoja des US-Konzerns Monsanto zugelassen. Nun wird eine Dengue-Epidemie mit dem Anbau in Verbindung gebracht."

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30310/1.html

Kollateralschäden. Hauptsache, die Kassa stimmt....
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Lehm am 14. Mai 2009, 16:11:12
Derweil schreiben in diesem Forum Gärtner, die scheinbar bedenkenlos Glyphosphat ausbringen.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Günther am 14. Mai 2009, 16:17:52
Wer wird denn nur so kleinlich sein....
Bei uns gibts - noch - kein Dengue-Fieber.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Lehm am 14. Mai 2009, 16:30:33
Aber Amphibien. Ausserdem wird jedesmal M-kotz-santo unterstützt. Will aber nicht in die Köpfe rein, weil mechanisches Jäten eben nicht behagt.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Natura am 15. Mai 2009, 19:21:21
kotz
Pfui Teufel :P
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Natura am 15. Mai 2009, 19:30:41
Niemand weiss, warum er gegen Gentechnologie ist. Die Gründe sollen deshalb hier endlich aufgelistet werden.

- Die Abhängigkeit der Bauern von den Saatgutkonzernen wurde genannt.
- Dass das Bienensterben damit zusammenhängt, wird vermutet.

1. Sind sie bei F1 nicht abhängig? Außerdem laufen auch Patente auf Gentechnik einmal ab.
2. Beim letztjährigen Bienensterben wurde ein Beizmittel als Ursache herausgefunden.
Es wurde auch schon festgestellt, dass Handystrahlen die Bienen verwirren, sie nicht mehr zum Stock zurück finden und sterben. Also Handys verbieten?
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Günther am 15. Mai 2009, 20:21:03
Es wurde auch schon festgestellt, dass Handystrahlen die Bienen verwirren, sie nicht mehr zum Stock zurück finden und sterben. Also Handys verbieten?

Aus welcher obskuren Quelle stammt das?
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Natura am 15. Mai 2009, 21:30:53
Hier ist eine von vielen die man findet wenn man googelt:
http://www.computerwoche.de/knowledge_center/mobile_wireless/1873047/

Ich habe nur ein Handy für Notfälle.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Günther am 15. Mai 2009, 22:18:02
Eine sehr vertrauenerweckende Quelle.... ::)
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Natura am 16. Mai 2009, 11:32:09
Wie gesagt, es gibt noch mehr, habe nur die erste beste genommen.
Erwecken die von Lehm angeführten mehr Vertrauen?
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Lehm am 25. Mai 2009, 09:49:18
Ja. Die WOZ ist eine sehr seriöse Quelle.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Albizia am 03. März 2010, 23:42:33
Gestern hat die EU-Kommision entschieden: die von der BASF entwickelte Gen-Kartoffelsorte Amflora darf in der EU angebaut werden.

Die Stärke der Kartoffel soll für industrielle Zwecke verwendet werden, Reste dürfen zur Viehfütterung verwendet werden. Weiterhin wurden gleichzeitig drei Genmais-Sorten des US-Konzerns Monsanto als Lebens- und Futtermittel zugelassen. :o :o
Gen-Kartoffelsorte Amflora darf angebaut werden

Ich bin entsetzt!! :'( >:(

Auch dass einzelne Stärkehersteller sich gegen die Genkartoffel aussprechen, kann mich nicht beruhigen:
Quelle

Wenn Die es nicht machen, werden sich sicher Andere finden, die den Anbau abkaufen und verwerten.


Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Marion am 04. März 2010, 07:45:14
Das Zulassungsverfahren dieser genmanipulierten Kartoffel währt schon eine kleine Ewigkeit, über satte 12 Jahre hinweg bekam die BASF immerwieder nur die rote Karte gezeigt.

Woher dieser plötzliche Stimmungswandel? Welcher Teufel hat da wen geritten? Weiß da jemand Näheres?
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Mo am 04. März 2010, 09:10:56
Steter Tropfen höhlt jeden Stein. Ausserdem ist bekannt, dass die sog. Beratergremien der politischen Instanzen prominent mit Agrochemiemenschen besetzt sind, die zuvor bei einem der Unternehmen wirkten. Sich wundern ist das Letzte, was man tun sollte. Ab und zu mal ein Feld vernichten helfen ist aber natürlich auch keine (legale) Perspektive. Brav demonstrieren?
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fars am 04. März 2010, 09:11:54
Auf Reis auszuweichen ist wohl auch keine Alternative.

Yamswurzeln?
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Mo am 04. März 2010, 09:17:04
Teilweise werden ja schon Artschranken überschritten. Wer versichert dir, dass die Yamsen nicht von Genkartoffelpollen verunreinigt wurden?
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fars am 04. März 2010, 09:23:11
Ein Argument mehr, warum ich Beilagen zum Fleisch ablehne.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Marion am 04. März 2010, 09:46:02
Steter Tropfen höhlt jeden Stein. Ausserdem ist bekannt, dass die sog. Beratergremien der politischen Instanzen prominent mit Agrochemiemenschen besetzt sind, die zuvor bei einem der Unternehmen wirkten. Sich wundern ist das Letzte, was man tun sollte. Ab und zu mal ein Feld vernichten helfen ist aber natürlich auch keine (legale) Perspektive. Brav demonstrieren?

Dergleichen ist bekannt, und das ist mir zu allgemein.

Meine Frage galt schon konkret der unerwarteten Zulassung konkret der Amflora.

Lehm, du hast doch Zeit, du könntest doch mal ein bisschen danach guggeln und dann hier berichten. :-* :-X
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Günther am 04. März 2010, 09:52:54
Eine Menge links gibts unter:

http://www.heise.de/tp/blogs/8/147181
und
http://www.heise.de/tp/blogs/8/147184

Die simpelste Vermutung wird sein: Geld stinkt nicht.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Natura am 04. März 2010, 12:49:31
Teilweise werden ja schon Artschranken überschritten. Wer versichert dir, dass die Yamsen nicht von Genkartoffelpollen verunreinigt wurden?
Ich wollte ja nichts sagen, aber das ist mir nun doch zuuuuuu weit hergeholt.
Wie und wo werden Artschranken überschritten? Doch nur im Labor wo die anderen Gene eingepflanzt werden.
Seit wann befruchten denn Kartoffeln Yamsen ??? ??? Dann wird es demnächst auch Haferwurzeln mit Maiskörnern geben ::)
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: bristlecone am 04. März 2010, 12:57:47
Was an der gentechnisch veränderten Kartoffel in gesundheitlicher Hinsicht und unter Umweltgesichtspunkten gefährlich sein soll, erschließt sich mir nicht.

Was die politische Seite angeht: Großkonzerne versuchen, wohl meist mit Erfolg, ihre Interessen durchzudrücken, in Brüssel wie in Berlin. Das gilt im Bereich der Gentechnologie wie bei der Energieversorgung oder im Finanzmarkt und in vielen anderen Bereichen.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fars am 04. März 2010, 12:59:52
Wie alle, die Lobby-Arbeit betreiben.
Der normale Bürger würde es ja auch gerne, nur hört niemand sein Stimmchen.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: AndreaeS am 04. März 2010, 13:04:45
Man sollte der Natur einfach nicht ins Handwerk pfuschen. Ich finde es einfach unmöglich das man die Natur manipulieren will, ohne längerfristig konkret zu wissen was das mal für Folgen haben könnte.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: sarastro am 04. März 2010, 13:16:14
Was an der gentechnisch veränderten Kartoffel in gesundheitlicher Hinsicht und unter Umweltgesichtspunkten gefährlich sein soll, erschließt sich mir nicht.

Was die politische Seite angeht: Großkonzerne versuchen, wohl meist mit Erfolg, ihre Interessen durchzudrücken, in Brüssel wie in Berlin. Das gilt im Bereich der Gentechnologie wie bei der Energieversorgung oder im Finanzmarkt und in vielen anderen Bereichen.

Und genau dies lässt alles in eine schiefe Optik geraten. Es ist traurig genug, dass die Politik sich gegenüber einer Lobby nicht mehr durchsetzen kann, gleich welcher Art.
Mon...to lässt grüßen, mit all seinen Begleiterscheinungen.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Mo am 04. März 2010, 14:18:32
Teilweise werden ja schon Artschranken überschritten. Wer versichert dir, dass die Yamsen nicht von Genkartoffelpollen verunreinigt wurden?
Ich wollte ja nichts sagen, aber das ist mir nun doch zuuuuuu weit hergeholt.
Wie und wo werden Artschranken überschritten? Doch nur im Labor wo die anderen Gene eingepflanzt werden.
Seit wann befruchten denn Kartoffeln Yamsen ??? ??? Dann wird es demnächst auch Haferwurzeln mit Maiskörnern geben ::)

Ja, eben, im Labor. Bei nahen Verwandten sind solche Mutationen auch in der Natur möglich. Mir reichts langsam mit all den künstlichen Einflüssen. Wie sieht eine gentechveränderte Kartoffel aus, die neben einem Genmaisfeld wächst, das neben einem AKW wächst und kunstgedüngt und herbizidgespritzt wurde? Ist das dann wieder die Kartoffel, die wir so sehnlichst vermissen seit Jahren? Oder bist du mehr für Industriekartoffeln für Plastiktüten? Isst du Plastiktüten? ???
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Natura am 04. März 2010, 14:45:00
Bis jetzt nicht, aber die aus Kartoffeln könnte ich essen. Außerdem wachsen Kartoffeln nach und Erdöl nicht. Bist du auch gegen Biosprit?
Bei der genveränderten Kartoffel neben dem Maisfeld sind wir ja dann wohl bei Kartoffeln mit Maiskörnern ;D. Wenn nun die Kartoffel sich tatsächlich mit nahen Verwandten kreuzen würde hätte diese auch nur eine Sorte Stärke. Wäre das gesundheitsschädlich? Und wenn nicht gespritzt wird hast du bald weniger zu essen, weil die Kartoffeln dann z.B. von den Kartoffelkäfern verspeist werden usw. Im Biolandbau wird auch gespritzt, zwar nicht "herbizid", aber ob diese Mittel gesünder sind sei dahin gestellt.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Mo am 04. März 2010, 14:56:36
Nein, da ist nichts dahinzustellen 8), das ist erwiesen (mal abgesehen vom übergangsmässig zugelassenen Kupfer vielleicht). Gut, ein weites Feld, ich will da nicht ausufern.

Ich finde Genförderung im Rahmen der konventionellen Züchtung (Auslese, Hybridisierung) vertretbar. Was darüber hinausgeht, stösst mich fast schon auf eine religös motivierte Weise ab, ähnlich wie die Kernspaltung. Beide Technologien programmieren die "Natur" auf exzessive Weise und zeitlich langfristig um. Es handelt sich um in dem Sinne arrogante Methoden, welche Bedenken, Ängste und Sorgen von Zweiflern mit ruckzuck geschaffenen Tatsachen überkleistern.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: bristlecone am 04. März 2010, 15:05:05
Man sollte der Natur einfach nicht ins Handwerk pfuschen. Ich finde es einfach unmöglich das man die Natur manipulieren will, ohne längerfristig konkret zu wissen was das mal für Folgen haben könnte.
"Widernatürlich" ist kein Argument, und "der Natur" "pfuscht" man auch bei der herkömmlichen Pflanzenzüchtung gehörig ins Handwerk.

In anderen Bereichen stehen gentechnische Verfahren lange nicht so in der Kritik, bekanntestes Beispiel: die Produktion von Insulin in gentechnisch entsprechend "zurechtgepfuschten" Mikroorganismen oder die von speziellen Antikörpern in der medizinischen Diagnose oder der Krebstherapie.
Ich weiß, die Produkte werden nicht absichtlich in die Landschaft ausgebracht. Dafür aber direkt in den menschlichen Körper.

Ich finde Genförderung im Rahmen der konventionellen Züchtung (Auslese, Hybridisierung) vertretbar.


Auch da wird mit Stoffen und Strahlung gearbeitet, die das Erbgut verändern.

Was darüber hinausgeht, stösst mich fast schon auf eine religös motivierte Weise ab, ähnlich wie die Kernspaltung.

Das scheint mir der Punkt zu sein: Es gibt keine Diskussion, nur den Austausch von Überzeugungen, die nicht zu hinterfragen sind.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Natura am 04. März 2010, 15:06:40
Nein, da ist nichts dahinzustellen 8), das ist erwiesen (mal abgesehen vom übergangsmässig zugelassenen Kupfer vielleicht). Gut, ein weites Feld, ich will da nicht ausufern..
Was ist erwiesen? Dass z. B. Nikotin gesünder ist als chemisch hergestellte Pflanzenschutzmittel? Diese sind ja oft -oder meistens?- nur den natürlichen nachgemacht. Darüber wurde aber auch schon an anderer Stelle diskutiert. Kürzlich habe ich einen Artikel gelesen, dass jetzt Stoffe in Insekten erforscht werden die zur Medikamentenherstellung verwendet werden können. Da man aber nicht im erforderlichen Maß Insekten fangen und diese Inhaltsstoffe isolieren kann, sollen die Wirkstoffe dann "künstlich" hergestellt werden. Ich hoffe für dich, dass du keine Medikamente brauchst.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Günther am 04. März 2010, 15:11:02
Bis jetzt nicht, aber die aus Kartoffeln könnte ich essen. Außerdem wachsen Kartoffeln nach und Erdöl nicht. Bist du auch gegen Biosprit?

'Environmentally-friendly' biofuels are more harmful to the planet than normal fossil fuel

http://www.dailymail.co.uk/news/article-1254536/Environmentally-friendly-biofuels-harmful-planet-normal-fossil-fuel.html
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Mo am 04. März 2010, 15:13:29

Auch da wird mit Stoffen und Strahlung gearbeitet, die das Erbgut verändern.

Möglich, dass es auf das Ausmass und die Geschwindigkeit ankommt. Je nachdem wär ich dann sogar gegen bestimmte herkömmliche Züchtungsmethoden, allein, mir fehlt das notwendige Wissen.

Das scheint mir der Punkt zu sein: Es gibt keine Diskussion, nur den Austausch von Überzeugungen.

Ja, ideal ist das nicht. Allerdings hat es noch kein Gentechnologe geschafft, Bedenken von uns Laien wirklich mit überzeugenden Argumenten zu zerstreuen. Meist kommt nach einem mehr oder weniger intransparenten Bewilligungsvrfahren einfach etwas auf den Markt. Das kann nicht gut gehen. Da bockt der Bürger halt.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Staudo am 04. März 2010, 15:15:14
Das trifft aber nur für mittlere Mitteleuropäer zu. Am Rande Mitteleuropas bröckelt die Front und außerhalb Europas geht man mit Gentechnik sehr entspannt um. Kurioserweise trifft das auch auf mittlere Mitteleuropäer im Ausland zu.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Mo am 04. März 2010, 15:17:55
Ja, stimmt leider.
Ob wir auf verlorenem Posten kämpfen, wird sich weisen.
Immerhin haben die meisten europäer den vorteil, nicht einfach irgendwelche Nahrung auf dem Teller haben zu müssen. Wir sind reich genug, um zu wählen. Und "The American Way" lässt uns glücklicherweise weiterhin lauwarm, wenn nicht kalt.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Natura am 04. März 2010, 15:32:31
Immerhin haben die meisten europäer den vorteil, nicht einfach irgendwelche Nahrung auf dem Teller haben zu müssen. Wir sind reich genug, um zu wählen.
So ist es. Leute die am verhungern sind, sind dankbar wenn sie überhaupt was zu essen bekommen. Und wenn das mit Gentechnik eher gelingt :-\ .
Zu Günthers link: Biologisches aus Monokulturen für die z.B. der Urwald weichen muß, ist auch nicht das Wahre. Aber was machen wir wenn das Erdöl alle ist ???
Es hat halt alles seine Vor- und Nachteile.

Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Günther am 04. März 2010, 15:40:37
Zu Günthers link: Biologisches aus Monokulturen für die z.B. der Urwald weichen muß, ist auch nicht das Wahre. Aber was machen wir wenn das Erdöl alle ist ???


Ganz gemütlich weiterleben.
Erdöl ist nicht so bald alle, es wird nur weniger, mühsamer zu kriegen, und teurer.
Aber für alles gibts Ersatz.

Und die Gentechnik hat noch niemanden vorm Verhungern gerettet.
Die hilft nur obskuren Gesellschaften.
Fast nur.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fars am 04. März 2010, 15:58:24

Die hilft nur obskuren Gesellschaften.


Was ist an denen obskur?
Wie alle Wirtschaftsunternehmen haben die ausschließlich ihre unternehmerischen Interessen im Auge und sorgen auf diese Weise für Entwicklungen und Arbeitsplätze. Es ist Aufgabe der Gesellschaft und der Politik dafür zu sorgen, dass diese Interessen nicht denen der Allgemeinheit zuwiderlaufen.

Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Günther am 04. März 2010, 16:10:38
.... sorgen .... für .... Arbeitsplätze. ....

Ach ja?
Ach nein.
Shareholder value & Boni sind das Ziel.
Philanthrophische Reden gibts bestenfalls in Presseaussendungen.
Natürlich lebt die gesamte (!!!) Gesellschaft nicht vom Edelmut, aber auch nicht - siehe aktueller Zustand - von der "Wirtschaft", und schon gar nicht vom unsinnigen permanenten "Wirtschaftswachstum".
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Mo am 04. März 2010, 16:15:51
Immerhin haben die meisten europäer den vorteil, nicht einfach irgendwelche Nahrung auf dem Teller haben zu müssen. Wir sind reich genug, um zu wählen.
So ist es. Leute die am verhungern sind, sind dankbar wenn sie überhaupt was zu essen bekommen. Und wenn das mit Gentechnik eher gelingt :-\ .

... ist es dennoch eine Schweinerei. Bevor unklar ist, wie sich diese Frankensteins auf den menschlichen Organismus und die "Natur" auswirken, ist es zynisch, sie den Armen zu verfüttern. Sie werden durch die Konzerne ja überdies noch um ihr Einkommen gebracht. Aber das hatten wir alles schon. Bitte erst nachlesen, dann posten.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: AndreaeS am 04. März 2010, 16:44:29
... ist es dennoch eine Schweinerei. Bevor unklar ist, wie sich diese Frankensteins auf den menschlichen Organismus und die "Natur" auswirken

Genau, bin auch der Meinung es gibt noch gar keine Langzeitstudien, die belegen, welche Auswirkungen die Gentechnik hat. Vielleicht eine tickende Zeitbombe für die Natur.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: sarastro am 04. März 2010, 18:33:19
Dank gentechnisch verändertem Mais ist die Vielfalt und das genetische Gefüge der lokalen Maissorten in Mexico teilweise durcheinandergeraten. Man benötigt also keine Langzeitstudien, sondern sollte schneller handeln, wenn es die Politik nur wollte oder könnte.

Was hat man für eine Hysterie beim Auftreten von BSE und ein paar Kreuzfeld-J.- Toten in England veranstaltet. Da hat man sofort massenweise die Viecher gekeult - war es nun eine Vorsichtsmaßnahme oder lediglich eine Marktbereinigung?
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Natura am 04. März 2010, 20:15:42

Genau, bin auch der Meinung es gibt noch gar keine Langzeitstudien, die belegen, welche Auswirkungen die Gentechnik hat.
Man wird auch in Zukunft keine haben wenn die Felder zerstört werden.
Aber man braucht ja keine :-\.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Natura am 04. März 2010, 20:53:25
Mo ist weg. Und nun? Vielleicht kommt er wieder als Anti-Mo(nsanto)?
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Albizia am 04. März 2010, 22:07:58
Was nutzen Langzeitstudien, wenn dann als Ergebnis hinterher rauskommt, dass Schädigungen von Mensch/Tier/ Pflanze/Umwelt nicht reversibel sind?
Dann ist das Geschrei groß.

Der Anbau von Amflora für dieses Jahr beläuft sich über Vertragslandwirte auf 150 Hektar in Tschechien, 80 Hektar in Schweden und 20 Hektar in Deutschland in Bütow/Mecklenburg-Vorpommern. Die BASF werde versuchen, die Bevölkerung zu überzeugen. Beim diesjährigen Anbau ginge es zunächst um Saatgutproduktion. (Quelle 2. Abs: FAZ v. 02.03.10, Printausgabe)

Pah. Wie wollen die denn die Bestäuberinsekten davon abhalten, die Kartoffelblüten von Amflor anzufliegen? Mit nem aufgestellten Schild am Acker: "Anfliegen der Blüten bei Strafe verboten!" ? Hoffentlich können die auch lesen. ::)

Auch wenn die Vermehrung von Kartoffeln ja in erster Linie über die Knollen erfolgt und kaum über Samenbeeren, ist doch nicht auszuschließen, daß so ein Bienchen zunächst mal die Amflor anfliegt und sich dann auf einer anderen Blüte z.B. beim Biobauer um die Ecke niederläßt. Und sich das Ganze dann weiterentwickelt. Aus so manch einer Beere wurde schon eine Kartoffel...

Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Raphaela am 19. März 2010, 07:42:13
http://www.avaaz.org/de/eu_health_and_biodiversity/?cl=514010481&v=5661

Online-Petition bezüglich des Anbaus gentechnisch veränderter Lebensmittel
(wenn doppelt, sorry, bin in Eile)
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Natura am 19. März 2010, 15:59:54
Darin ist die Rede davon dass mehr Forschung betrieben werden soll. Damit sind wir wieder bei # 175.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Raphaela am 20. März 2010, 00:51:49
Da hast du natürlich recht ::)

Ich hab´s allerdings so verstanden, als ob es dazu dienen soll, das Ganze erstmal zu stoppen: Das einzige Argument, daß dazu beitragen könnte, die flächendeckende Einführung von Gen-Lebensmitteln zumindest zu verzögern, ist m. E. die Sorge vor späteren Schadensersatz-/Schmerzensgeldforderungen.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Marion am 12. April 2010, 12:32:48
Ha! ;D

In meiner Mailbox, aus dem Verteiler von AgrarBündnis:

"Neues Gutachten: Zulassung für Gen-Kartoffel rechtswidrig
Greenpeace: Bundesregierung muss Anbau in Deutschland verbieten", so der Titel.

Habe auch noch den Antrag der Grünen an den Bundestag. Wer möchte > PM, ich schicke die Mails dann zu. (Hab's eilig.)
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Natura am 13. April 2010, 22:30:44
Ich habe gerade das entdeckt:
http://www.proplanta.de/Agrar-Nachrichten/agrar_news_themen.php?SITEID=1140008702&Fu1=1270709020
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Lehm am 16. April 2010, 10:20:18
Dass herkömmliche Züchtung Pflanzen stärker verändert als Gentechnik ändert nichts an der Verwerflichkeit der Letzteren. Es geht v.a. um die Art der Veränderung, deren Geschwindigkeit und um die Stabilität. GMO sind oft systemwidrig, Züchtungen nutzen das System. GMO sind zudem unstabiler als Züchtungen, die Ergebnis jahrelanger kleiner Veränderungen sind. Gentechnik ist der Holzhammer, Züchtung die kitzelnde Flaumfeder.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Treasure-Jo am 16. April 2010, 10:36:32
Dass herkömmliche Züchtung Pflanzen stärker verändert als Gentechnik ändert nichts an der Verwerflichkeit der Letzteren. Es geht v.a. um die Art der Veränderung, deren Geschwindigkeit und um die Stabilität. GMO sind oft systemwidrig, Züchtungen nutzen das System. GMO sind zudem unstabiler als Züchtungen, die Ergebnis jahrelanger kleiner Veränderungen sind. Gentechnik ist der Holzhammer, Züchtung die kitzelnde Flaumfeder.

...da bin ich anderer Meinung: Mit Gentechnik kann man sicherlich sehr schnell drastische, auch in meinen Augen ethisch und ökologisch nicht vertretbare Änderungen des Erbguts vornehmen, prinzipiell unterscheidet sich aber Gentechnik nicht von dem, was die Natur macht. Es hängt wie so oft davon ab, welche ethischen Grenzen sich Gentechniker, deren Auftraggeber oder auch der Gesetzgeber setzen. Grundsätzlich sehe ich aber in Gentechnik kein unerlaubtes "Teufelswerk" (mal etwas plakativ ausgedrückt, sorry).
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Lehm am 16. April 2010, 10:43:55
Das sehe ich schon ein. Aber Veränderungen, die durch herkömmliche Züchtung erreicht werden, laufen langsamer ab. Da verträgt nicht zack! eine Maissorte plötzlich Glyphosphat. Ob ein solcher Effekt züchtbar wäre, weiss ich nicht, aber wenn, ginge das Jahre, während denen sich das System Natur daran anpassen könnte. Dieses System begrenzt die herkömmliche Züchtung, es sind längst nicht alle Veränderungen möglich, welche mit der Gentechnologie möglich sind, und wenn, dann nie so schnell. Sonst hätte man die Gentechnik ja nicht erfinden müssen.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Treasure-Jo am 16. April 2010, 10:45:43
...da stimme ich Dir 100% zu !
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Günther am 16. April 2010, 23:40:44
Bei der sogenannten Gentechnologie werden meist gezielt total fremde Gene bzw. Genbestandteile eingebracht, beispielsweise tierische Gene in Pflanzen.
Bei "normaler" Züchtung werden die vorhandenen Gene in ihrer Variabilität genutzt, bisweilen auch geschädigt, um die gewünschten Ergebnisse zu erzielen. Selektion ist eine Vorgangsweise, verkreuzung verwandter (!) Arten eine andere.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Günther am 17. Oktober 2010, 14:45:11
Und ganz aktuell:

US-Bauern proben den Aufstand

http://orf.at/stories/2018389/2018366/

Spät kommen's drauf.....
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Marion am 18. Oktober 2010, 10:06:21
Zitat
US-Bauern proben den Aufstand

Das ist doch nur begrüßenswert.

Es kommt noch besser, sehr erfreulich und den Unkenrufen zum Trotze: Monsanto in den Miesen (Financial Times Deutschland)

Die Schwarzen Zahlen kurz und knapp.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Günther am 23. Dezember 2010, 11:46:35
Grad gefunden:

Die USA übten massiven Druck für Monsanto und Co. aus
http://www.heise.de/tp/blogs/8/148979

No na....
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Cara am 08. April 2011, 19:01:16
eine Aktion gegen Genmais zum Mitmachen :D

www.bantam-mais.de

ich bin dabei
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Eva am 17. April 2013, 16:17:05
Tesco gibt's auf
Klick
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Staudo am 17. April 2013, 16:18:16
Auch das Kleintierfutter, was im ganz normalen Landhandel angeboten wird, enthält gentechnisch veränderte Soja.
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: bristlecone am 18. Juli 2017, 08:44:43
ZEIT Online: Sind Sie auch … gegen Genfood?
Und wissen Sie eigentlich noch genau, warum? Folgen Sie unserem Autor Max Rauner auf der Suche nach ein paar Körnchen Wahrheit im absurden Kampf um den Goldenen Reis.

Mindestens so interessant zu lesen wie der Artikel selbst sind die Kommentare. Da spricht die besorgte grüne Seele.
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Staudo am 18. Juli 2017, 09:32:29
Auch wenn eine gewisse Unsicherheit bleibt, gehe ich davon aus, dass Monsanto hinter dem Artikel steckt. Wer sonst?
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: bristlecone am 18. Juli 2017, 09:35:01
Die Illuminati
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Staudo am 18. Juli 2017, 09:40:23
Vielen Dank für den Link.  ;)

Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Wild Obst am 18. Juli 2017, 09:50:14
ZEIT Online: Sind Sie auch … gegen Genfood?

Sehr schöner Artikel zu den Widersprüchen in der "grundsätzlichen" Gentechnikfurcht. Am besten gefällt mir ja das Zitat:
Zitat
Man dürfte keine einzige konventionell gezüchtete Pflanze zulassen, wenn man dieselben Vorsorgestandards an die konventionelle Züchtung anlegt, die für die grüne Gentechnik gefordert werden.
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Natternkopf am 18. Juli 2017, 16:47:24
@bristlecone
Merci für den Link. 🌺
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: bristlecone am 08. September 2017, 13:41:32
Vorsicht vor orange Petunien!

Das hat jetzt in Biospektrum ein Biologe zum Anlass für dieses Editorial genommen:

Gleiches Recht für Kleingärtner und Molekularbiologen! (pdf)

Zitat:

"Die Behörden stellen fest: Es besteht keine Gefahr für Mensch und Umwelt (das gilt für alle S1-Organismen!). Die Pflanzen dürfen deshalb unkontrolliert im Kompost oder Restmüll entsorgt werden."

Routineversuche, die auch an Schulen gefahrlos durchgeführt werden könnten, werden hingegen wegen Sicherheitsbedenken nicht genehmigt, und in Labors werden für S1-Organismen strenge Auflagen gemacht und überwacht.

Schlussfolgerung des Autors:

"Entweder müssen S1-Experimente an Schulen und Universitäten erleichtert werden, oder die Kleingärtner und Balkonkastenliebhaber müssen Autoklaven anschaffen. Noch besser ist dieser Vorschlag einer Behördenperson: „Wenn eine großflächige Kontamination mit S1-Mikroorganismen nicht zu 100 % ausgeschlossen werden kann, ist die ganze Fläche mit Formaldehyd zu dekontaminieren.“ Das wäre mal was für Kleingärten!"
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Walt am 08. September 2017, 14:33:41
"Die Pflanzen dürfen deshalb unkontrolliert im Kompost oder Restmüll entsorgt werden."

Nix is! Transport und Vernichtung von gentechnisch veränderten Organismen (GVOs) sind per Gesetz gentechnische Arbeiten und damit genehmigungspflichtig.
Als erstes muß der Gärtner eine mindestens 3-jährige Erfahrung im Umgang mit solchen Petunien (oder anderen GVOs) nachweisen. Außerdem braucht er noch einen Beauftragten für biologische Sicherheit und nicht zuletzt einen bruchsicheren verschließbaren Behälter um die Petunie vom Beet zum Kompost zu befördern.

Die beim Entfernen der Petunie aus dem Beet zu tragenden Handschuhe müssen anschließend übrigends auch sachgerecht entsorgt werden. Falls es zu einem unabsichtlichen Kontakt zwischen Petunie und Kleidung kommen sollte, ist auch diese - genau - sachgerecht zu entsorgen.

Und wenn sie dann dort ist, die Petunie wirds erst richtig nett. Der Wurm hat an der verrottenden Petunie gefressen und verläßt die gentechnische Anlage. Das ist dann der Zeitpunkt an dem die Gesamtkleingartenkolonieformaldehyddekontamination durchgeführt wird.

Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: bristlecone am 08. September 2017, 15:42:39
Es gibt doch hoffentlich einen Gesamtkleingartenkolonieformaldehyddekontaminationsverordnungsausführungsbestimmungsbeauftragten, der das überwacht, oder?

Was die Petunie angeht: Da hat wohl die normative Kraft des Faktischen eine Ausnahme erzwungen.

Sollten hier auch solche Petunien in Gärten gelangt sein, wäre auch das Schild "Gentechnik freie Region Oberrhein" (wörtliches Zitat) zu überdenken.
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Rib-Huftier am 08. September 2017, 17:01:43
Gesamtkleingartenkolonieformaldehyddekontaminationsverordnungsausführungsbestimmungsbeauftragten

Der Scrabble-killer.  ;D ;D
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Bristlecone am 25. Juli 2018, 12:39:13
Gute Nacht, Europa: EuGH: Neue biologische Werkzeuge sind Gentechnik.

Im Klartext: Man darf auch weiterhin in der Pflanzenzucht Pflanzen mit ionisierender Strahlung und erbgutschädigenden krebserzeugenden Chemikalien behandeln und aus den Ergebnissen dieser Schrotschusstechniken das passende raussuchen. Das ist konventionelle Pflanzenzucht und damit "natürlich".
Was man nicht darf: Gezielt ins Erbgut eingreifen und einen DNA-Abschnitt durch einen anderen, zuvor identifizierten, ersetzen, selbst wenn er aus derselben Pflanzenart stammt. Das ist Gentechnik und das Erzeugnis muss damit den Genehmigungsprozess für diese Erzeugnisse durchlaufen.

Bleibt nur die Hoffnung, dass damit langfristig der Druck wächst, die Gesetzeslage der Realität anzupassen und die unsinnige Unterscheidung zwischen natürlich und gentechnisch aufzuheben.
Dafür allerdings sehe ich derzeit wenig Hoffnung.

Folge: Europa wird sich aus der Spitzenforschung und deren Umsetzung weiter zurückziehen, den Platz werden andere einnehmen.
Multinationale Konzerne, die sich die Forschung in anderen Ländrrn leisten können, werden eine noch dominantere Stellung einnehmen - dabei wären die neueren Methoden auch und gerade für mittelgroße Saat- und Züchtungsbetriebe attraktiv gewesen.
Dafür können wir aber dann zukünftig noch mehr kritisieren, wie schlimm diese alles beherrschenden Multis sind.

Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Bristlecone am 25. Juli 2018, 13:46:05
"Das europäische Grundsatzurteil zu neuen Gentechnikverfahren stößt bei der Bundesregierung auf ein grundsätzlich positives Echo. Ein Sprecher von Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) sprach am Mittwoch in Berlin von einer guten Nachricht für die Umwelt und für die Verbraucher. Es dürfe keine Gentechnik durch die Hintertür geben. Eine Sprecherin von Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) begrüßte die rechtliche Klarstellung in einem bedeutenden Forschungsfeld. Trotz großen Innovationspotenzials müsse der gesundheitliche Verbraucherschutz immer an erster Stelle stehen.

Zuvor hatte der Europäische Gerichtshof entschieden, dass neuere Gentechnikverfahren unter geltende EU-Regeln fallen. Damit müssen Lebensmittel, die mit der sogenannten gezielten Mutagenese verändert wurden, im Supermarkt gekennzeichnet sein. Zudem müssen Pflanzen, die mit den neuen Verfahren erzeugt wurden, vor der Zulassung auf ihre Sicherheit geprüft werden."

(Quelle)


Wer schützt uns Verbrauchende eigentlich vor den Folgen der konventionelle Pflanzenzüchtung? Niemand weiß, welche schädlichen Auswirkungen diese ganzen neuen "konventionellen" Züchtungen haben, das wurde ja nie untersucht.
Bzw. - schlimmer: Da müssen die Verbrauchenden, die das essen müssen, Versuchskaninchen spielen.
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: RosaRot am 25. Juli 2018, 13:55:21
Gute Nacht, Europa: EuGH: Neue biologische Werkzeuge sind Gentechnik.

Im Klartext: Man darf auch weiterhin in der Pflanzenzucht Pflanzen mit ionisierender Strahlung und erbgutschädigenden krebserzeugenden Chemikalien behandeln und aus den Ergebnissen dieser Schrotschusstechniken das passende raussuchen. Das ist konventionelle Pflanzenzucht und damit "natürlich".
Was man nicht darf: Gezielt ins Erbgut eingreifen und einen DNA-Abschnitt durch einen anderen, zuvor identifizierten, ersetzen, selbst wenn er aus derselben Pflanzenart stammt. Das ist Gentechnik und das Erzeugnis muss damit den Genehmigungsprozess für diese Erzeugnisse durchlaufen.

Bleibt nur die Hoffnung, dass damit langfristig der Druck wächst, die Gesetzeslage der Realität anzupassen und die unsinnige Unterscheidung zwischen natürlich und gentechnisch aufzuheben.
Dafür allerdings sehe ich derzeit wenig Hoffnung.

Folge: Europa wird sich aus der Spitzenforschung und deren Umsetzung weiter zurückziehen, den Platz werden andere einnehmen.
Multinationale Konzerne, die sich die Forschung in anderen Ländrrn leisten können, werden eine noch dominantere Stellung einnehmen - dabei wären die neueren Methoden auch und gerade für mittelgroße Saat- und Züchtungsbetriebe attraktiv gewesen.
Dafür können wir aber dann zukünftig noch mehr kritisieren, wie schlimm diese alles beherrschenden Multis sind.

Bodenlose Dummheit.
Das passiert immer, wenn Ideologien beginnen in den Vordergrund zu treten und das Handeln bestimmen.

Dann gibt's von den entsprechenden sehr potenten Förderern auch keine Mittel mehr für z.B. solche Projekte  :D. Die daran beteiligten deutschen Forscher werden grundsätzlich ganz ungemein erleichtert sein. :D (Dann müssen sie nämlich nicht mehr an Konferenzen in z.B. Nigeria oder anderswo teilnehmen... :-X)
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: thuja thujon am 25. Juli 2018, 14:42:16
Ich habs eigentlich nicht für möglich gehalten dass das Urteil so ausfällt.
Selbst Bioverbände waren ja letztens dafür.

Ok, dann werden die kleinen Saatgutfirmen noch weniger, das Saatgut in Hand lediglich der wenigen Großen.
Die bäuerliche Landwirtschaft wird davon nicht betroffen sein, die kauften auch vorher schon bei Monsanto. Die ahben schließlich auch eine Biosaatgutlinie.

Das Höfesterben geht trotzdem weiter, die Nische in der wenige noch bestehen immer kleiner, die Ausrichtung zum Weltmarkt kostet hier weiter.
Größere Betriebe, mehr Mais, mehr Weizen, Raps, Zuckerrüben bleibt zu klären. Der Rest, uninteressant.
So kann man einen Karren auch an die Wand fahren.

Zitat
Gute Nacht, Europa
Treffender kann mans nicht formulieren.
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: thuja thujon am 25. Juli 2018, 14:43:50
Was mich nun interessiert ist wie sie die Pflanzen auseinanderhalten wollen, wenns keinen Unterschied gibt. Muss ja möglich sein, Zwecks Rückruf nicht verkehrsfähiger Ware.
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Walt am 25. Juli 2018, 14:51:46
Gar nicht,

habe mit einem Kollegen bei Bayer gesprochen. Der meinte in den USA gibt es Start-Ups da wachsen die Pflänzchen aus CRISPR Cas Experimenten fröhlich im selben GW wie die normalen Züchtungen. Und wenn dann mal aus Versehen eins davon im falschen Beet landet, gibts nicht nur keine Probleme mit der Gentechnikkennzeichung sondern man spart sich auch noch die Lizenzgebühren für das patentgeschützte CRISPR-Verfahren.

Da keine Fremdgene - nicht mal Bruchstücke davon eingeschleußt werden, ist eine Unterscheidung von "normal" gezüchteten Varianten NICHT möglich.

Die Entscheidung des EUGH ist leider voll an der Realität vorbei.
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Bristlecone am 25. Juli 2018, 14:53:42
Ob man die tatsächlich gar nicht auseinander halten kann, dazu müssten sich mal Molekularbiologen und Genetiker äußern.

(Danke Walt, du warst schneller)

Wobei das letztlich zwar juristisch interessant sein mag, aber sonst eher nicht: Der bloße Nachweis einer Veränderung sagt nichts darüber aus, ob die irgend etwas zu bedeuten hat.
Das Ergebnis einer konventionellen Pflanzenzüchtung unter Zuhilfenahme vom ionisierender Strahlung oder erbgutschädigenden Chemikalien lässt sich von der Ausgangspflanze auch unterscheiden, da das Ergebnis sehr viele Mutationen im Erbgut aufweist, die die Ausgangspflanze nicht hat.

Die Entscheidung des EUGH ist leider voll an der Realität vorbei.

Ich fürchte, es ist schlimmer: Die Gesetzeslage hat diese Entscheidung nicht nur möglich gemacht, evtl. führte an der Entscheidung kein Weg vorbei.

In jedem Fall sehe ich da nicht den EUGh in der Schusslinie, sondern den Gesetzgeber, der eine Grenzlinie Gentechnik/Natur versucht hat zu ziehen, die sich mehr und mehr als unsinnig erweist.
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: thuja thujon am 25. Juli 2018, 15:02:13
Aus den echten Gentechnikpflanzen haben sie doch auch nix benachbartes frei abblühen lassen und das als natürliche Sorte verkauft. Ich traue dem Braten mit dem umgehen durch Folgezucht nicht.
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Bristlecone am 25. Juli 2018, 15:07:04
Neue Gentechnik-Verfahren unterliegen Auflagen nach EU-Recht
und
Neue Gentechnik-Verfahren - Umweltministerium prüft Entscheidung - ein Überblick der Reaktionen in Österreich.

Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Walt am 25. Juli 2018, 15:13:28
Ein Hauptproblem ist die unterschiedliche Herangehensweise und die damit verbundenen Interessenlagen.

Das bisherige System in dem gentechnisch veränderte Pflanzen auch in den USA als solche registriert werden mußten, führte zu einer relativ leichten Identifizierbarkeit. Diese Produkte dürfen hier nicht an Endkunden vertrieben werden.
Aber Gensoja kann als Futtermittel in die EU eingeführt werden und hier z.B. an Geflügel oder Rinder verfüttert werden. Die Lebensmittelketten haben daher zu einem Label "Gentechnikfrei" gegriffen, der den Bauern verbietet entsprechende Futtermittel zu verwenden. So weit, so gut.

Nun ist es aber so, dass die über CRIPR Cas in den USA neu geschaffenen Pflanzenvarianten zwar noch eine Anmeldung brauchen (Eingabe an APHIS im US-Landwirtschaftsministerium) und diese entscheidet ob eine Zulassung nötig ist. Bei fast allen der bisherigen neuen CRISPR Cas Varianten hat das APHIS aber eine Zulassung für nicht nötig befunden. D.h. in Deutschland hat der Bauer der Futtermittel kauft, keine Möglichkeit mehr festzustellen, ob er z.B. Soja einer CRISPR Cas Variante kauft.

Das wird wiederum dazu führen, dass Ökobauern und Biobetriebe ihre Futtermittel nur noch von zertifizierten Europäischen Herstellern kaufen dürfen.

Der bisherige Nachweis der gentechnikfreiheit z.B. bei Gensoja konnte mittels PCR-Analytik durchgeführt werden, in dem die artfremden DNA-Anteile identifiziert wurden. Das ist in nicht mehr  möglich. Keine Ahnung wie das in Zukunft laufen soll.

Ein einziges Kuddelmuddel.
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Bristlecone am 25. Juli 2018, 15:29:06
Ein Kommentar der Zeit-Redaktion: Dagegen aus den falschen Gründen

"Es ist ein Urteil, das Gentechnikgegner begrüßen werden. Es reiht sich ein in eine europäische Tradition von richterlichen Entscheidungen, die eher von einem Misstrauen in die Wissenschaft und einer gewissen Fortschrittsangst geprägt sind als von dem Vertrauen in die Chancen neuer Technologien. Mit Verfahren wie Crispr/Cas9 wird Nutzpflanzenerbgut heute derart präzise verändert, dass man das Ergebnis als naturidentisch ansehen könnte, und es wird auch kein Erbgut anderer Arten eingepflanzt. Natürlich bedeutet diese hohe Präzision nicht automatisch, dass alles daran sicher ist – das stimmt. Doch die neuen Verfahren sind auch nicht unberechenbar, wie es die Richterinnen und Richter mit ihrem Urteil suggerieren. Mit der Entscheidung riskiert der EuGH eine erfolgreiche Zukunft für diese neuen Methoden. Und er verweigert der Landwirtschaft die Chance, sich binnen weniger Jahre zu verbessern, vielfältiger und sauberer zu werden. Dabei wäre dies dringend notwendig."

Man könnte auch sagen: Mit der Denkweise, die all diese Ängste und darauf aufbauend Hindernisse geschaffen hat, hätten wir heute weder Feuer noch Rad noch Faustkeil.
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Walt am 25. Juli 2018, 15:40:52
Kann Dir leider nicht zustimmen. Das Feuer hätten wir längst um die Erfinder von Rad, Faustkeil und anderen Blasphemien dahin zu bringen wohin sie gehören - auf den Scheiterhaufen. /Sarkasmus off/
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Bristlecone am 25. Juli 2018, 15:49:46
Kann Dir leider nicht zustimmen. Die hätten sich mit dem Rad davon gemacht und wären mit dem Faustkeil zurückgekommen.

Wie der Zufall so will: Heute vor 40 Jahren wurde Louise Brown geboren.
Was gab das damals für moralschwangere Diskussionen über die "künstliche Befruchtung".

Und heute: eine gesellschaftlich weitestgehend akzeptierte Methode, mal abgesehen von ein paar Randgruppen.
In 540 Jahren wird man rückblickend auf Europas Gentechnikgesetzgebung blicken und sich fragen, was damals die Gesellschaft geritten hat.

P.S. um die Rechte an CRISPR/Cas tobt seit Längerem ein erbitterter Streit vor US-Gerichten.
Unabhängig davon, ob Emmanuelle Charpentier und Jennifer Doudna, deren Arbeit 2012 die erste wissenschaftliche Dokumentation zur Entwicklung und zum Einsatz der Methode darstellt, die Rechte erhalten oder nicht, um die da gestritten wird, wäre zu wünschen, dass sie endlich den Nobelpreis für ihre Arbeiten bekommen.
Emmanuelle Charpentier ist Direktorin am Berliner Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie und seit 2018 Leiterin der „Max-Planck-Forschungsstelle für die Wissenschaft der Pathogene“.
Man ist geneigt zu sagen: Hoffentlich bleibt das so.
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Bristlecone am 25. Juli 2018, 18:27:09
ZEIT Online: Sind Sie auch … gegen Genfood?
Und wissen Sie eigentlich noch genau, warum? Folgen Sie unserem Autor Max Rauner auf der Suche nach ein paar Körnchen Wahrheit im absurden Kampf um den Goldenen Reis.

Mindestens so interessant zu lesen wie der Artikel selbst sind die Kommentare. Da spricht die besorgte grüne Seele.

Zitat aus dem Artikel:

"Die beiden Wissenschaftler empfinden eine gewisse Genugtuung darüber, dass sich aufgeklärte Europäer über Donald Trump aufregen. Der bezweifelt, dass der Mensch die globale Erwärmung beschleunigt, und stellt sich damit gegen die große Mehrheit der Wissenschaft. Dabei machen die Deutschen im Hinblick auf die grüne Gentechnik nichts anderes. Die große Mehrheit der Wissenschaft hält den Verzehr gentechnisch veränderter Lebensmittel für gesundheitlich unbedenklich, wenn sie die Hürden der Zulassung genommen haben. Auch die WHO ist dieser Ansicht. Aber nicht die Öffentlichkeit. Die Europäer betrachten die grüne Gentechnik so postfaktisch wie Donald Trump den Klimawandel."

"A lie is as good as the truth as long as the right people believe it." (Die Washington Post über Donald Trump)
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Bristlecone am 25. Juli 2018, 21:32:12
Noch ein - resignierter - Kommentar: Abschied von den Fakten

"Geklagt hatte eine Gruppe gentechnikkritischer Organisationen in Frankreich unter Berufung auf das Vorsorgeprinzip, nach dem Schäden für den Menschen und die Umwelt im Voraus vermieden werden sollen. Auch zahlreiche deutsche Interessensgruppen hatten daraufhin Ängste gegenüber der Technik geschürt.

Demnach dürfte das Urteil nun viele Menschen freuen. Tatsächlich ist es aber ein trauriger Tag für Europa. Es ist das Ende faktenbasierter Entscheidungen durch das oberste europäische Gericht. Die Entscheidung öffnet Faktenleugnern in allen Bereichen Tür und Tor.

Wenn wissenschaftliche Ergebnisse im Hinblick auf Gentechnik nichts wert sind, warum sollte man sich dann etwa beim Klimawandel danach richten? Oder in der Medizin? Oder beim Brückenbau?"

Schlusssatz:

"Statt das Potenzial der Technik endlich zu nutzen, wird das neue Urteil nun weiter Ängste schüren, denn was streng reguliert ist, muss gefährlich sein. Und es lässt einen Schluss zu: Wer am lautesten schreit, bekommt recht. So ist das politische Klima heute. Inzwischen lassen sich selbst Gerichte davon beeindrucken."

Nur: Das Gericht ist die falsche Adresse fürs Bashing. Wie es auch ein Leserkommentar schreibt:

"Die Gesetzeslage unterscheidet nur zwischen Pflanzen, die mittels Gentechnik hergestellt wurden und solchen, die auf mehr oder weniger natürliche Weise gezüchtet wurden. Auf die Frage, ob sich die gentechnische Herkunft am Produkt oder anders nachweisen lässt wird dabei nicht eingegangen. Insofern ist das Urteil keineswegs überraschend, die Richter sind an die Gesetzeslage gebunden. Es wäre die Aufgabe der Politik, andere Gesetze zu machen, wenn die Anwendung der bestehenden nicht mehr sinnvoll erscheint."
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Natternkopf am 25. Juli 2018, 22:10:07
Dann hätte ich das wohl hier falsch platziert.

Die Grünen flirten mit der Gentechnik / ... ... Erkenntnisse über neue gentechnische Methoden sorgen für erste Risse in dieser betonartigen Ablehnung.

Info zu Crisp/CAS :

Grüsse Natternkopf
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: thuja thujon am 25. Juli 2018, 22:20:12
Naja, was soll das Gerede...
Wenn mir das nächste mal jemand 3 Salatjungpflanzen im Erdpresstopf verkauft, werde ich ihn mal fragen, wie der mir garantieren will, dass die keinen schädlichen Einfluss auf die Natur oder Gesundheit haben.

Für mich erledigt sich das Rechtssystem immer mehr. Ich kanns keinem verübeln, wenn es jemand ignoriert.
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Staudo am 25. Juli 2018, 22:32:19
Die Rechtsprechung orientiert sich immer nicht nur an den Gesetzen sondern auch am Zeitgeist.
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: thuja thujon am 25. Juli 2018, 23:08:05
Denke die Gesetzgebung orientiert sich eher am Zeitgeist als die Rechtsprechung.
Nur dass die Gesetzgebung hinterherhinkt. Den Gerichten bleibt dann nix anderes übrig.
Gentechnikgesetz ist das beste Beispiel dafür.

Demokratie und Gesetzgebung, zu lahm um handlungsfähig zu sein. Für mich die falsche Form. Ich bin konstitunioneller Anarchist, aus Überzeugung. Ich habs gerne wenns läuft.
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: thuja thujon am 25. Juli 2018, 23:11:09
Zeitgeist
Der Zeitgeist wollte das Gegenteil vom Urteil, er weiß es nur noch nicht.
Wofür dann die lange Zeit, weswegen mussten wir so lange warten? Ein Urteil vor 5 Jahren wäre Zeitgeist gewesen.

Bei PSM, Zulassungsstau, die Behörden machen ihre Arbeit nicht. Parallelen?
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Bristlecone am 25. Juli 2018, 23:15:33
Demokratie und Gesetzgebung, zu lahm um handlungsfähig zu sein. Für mich die falsche Form.

Genau diese Schlussfolgerung ist die große Gefahr.
Es wird nichts Anderes übrig bleiben, als den mühsamen und nicht mit Erfolgsgarantie versehenen Weg der Überzeugung zu gehen.

Ansonsten geht man den gefährlichen Weg der Populisten mit, bei dem am Ende der gesunde Menschenverstand und das gesunde Volksempfinden zum Rechtsmaßstab werden.
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: thuja thujon am 25. Juli 2018, 23:36:53
Gucken was übrig bleibt. Ich habs nicht angefangen und niemals befördert.
Dagegen angehen ist gescheitert. Hab nicht mehr viel Lust die Energie dafür zu verheizen.
Wenn Erbsen in der Dose wachsen, dann ist das so.
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Staudo am 26. Juli 2018, 07:28:57
Zeitgeist
Der Zeitgeist wollte das Gegenteil vom Urteil, er weiß es nur noch nicht.
Wofür dann die lange Zeit, weswegen mussten wir so lange warten?

Zeitgeist ist ein tiefes Misstrauen gegenüber der Wissenschaft (sind eh alle gekauft!) von einer kleinen, aber sehr präsenten und lautstarken Minderheit.
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Bristlecone am 26. Juli 2018, 10:21:23
"Das Ziel aller Extremisten ist die Schwarzweißifikation der Welt, also die Illusion herzustellen, man müsse sich stets zwischen zwei Positionen entscheiden. Nur dann nämlich kann eine extreme Minderheit eine gemäßigte Mehrheit auf die eigene Seite ziehen und vereinnahmen. Das ist der Grund für ..." (Hier geht's weiter)

(Die Parallelen sind unübersehbar, auch wenn die Dimensionen und die Folgen ganz andere sind)
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Bristlecone am 26. Juli 2018, 11:20:09
Und noch ein lesenswerter Beitrag von Schillipaeppa.net, schon vom März 2018, aber aktuell:
Antwort auf die – unveröffentlichte – Antwort
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Staudo am 26. Juli 2018, 11:32:56
Ein kluger Brief.
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: RosaRot am 26. Juli 2018, 11:40:51
Leider leiden wir unter einer zunehmenden NGOisierung der gesamten Gesellschaft. Das wirkt sich irgendwann deutlich aus.
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: MarkusG am 26. Juli 2018, 12:56:42
Und noch ein lesenswerter Beitrag von Schillipaeppa.net, schon vom März 2018, aber aktuell:
Antwort auf die – unveröffentlichte – Antwort

Sehr interessant!
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Malvegil am 26. Juli 2018, 13:46:20
Naja, der Satz dieses Herrn Szibor: "Die Produkte, wie z.B. Spaghetti aus bestrahltem Hartweizen kommen dann ohne jegliche Prüfung auf die Teller unserer Kleinkinder." (gemeint ist die Mutationszüchtung) kommt auch aus der untersten Schublade. In Wirklichkeit geben sich die beiden Seiten doch nichts in punkto Redlichkeit der Argumentation.
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Bristlecone am 26. Juli 2018, 13:54:08
Na ja, auch wenn der Satz bewusst satirisch überspitzt ist: Inhaltlich trifft er zu - ein erheblicher Teil unserer pflanzlichen Lebensmittel entstammt Pflanzen, die durch unkontrollierte Mutagenese entstanden.
Das Argument, das auch der EUGh bringt - das sei sicher, weil es schon immer so gemacht wurde, ist allerdings in der Tat unterste Schublade.

"Das haben wir schon immer so gemacht!
Das haben wir noch nie anders gemacht!
Und überhaupt: Wo kommen wir denn da hin?"
 
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Bristlecone am 26. Juli 2018, 14:11:29
Nehmen wir mal Folgendes an:
Genetiker würden heute auf die Idee kommen und sagen: "Ey, wir haben da ein tolles neues Verfahren, das gabs noch nie, wie man tolle neue Pflanzen züchtet. Man muss bloß die Mutterpflanzen mit radioaktiver Strahlung beschießen oder mit krebserzeugenden Chemikalien besprühen, dann produzieren die Nachkommen, aus denen kann man ganz tolle Sorten machen!"

Was würden NGO und Grüne dazu sagen? "Oh toll, dass du darauf gekommen bist! Das mit der radioaktiven Strahlung ist ja super, das macht die Natur ja auch, und krebserzeugende Chemikalien gibts auf jeder verkokelten Tofuwurst - das wir da nicht selbst drauf gekommen sind!"
Oder würden sie sagen: "Du spinnst wohl! Solange die Ungefährlichkeit für Mensch und Umwelt nicht zu 100 % bewiesen ist, gehört das verboten!"

Tatsächlich sagen sie: "Das darf man, weil das schon lange so gemacht wird. Nur gezielt dran rumschnippeln am Erbgut, das darfst du nicht, das ist ein unkalkulierbares Risiko!"
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Bristlecone am 26. Juli 2018, 16:34:58
Ein Interview mit Emmanuelle Charpentier
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: thuja thujon am 27. Juli 2018, 01:19:35
Ja, soviel dazu.
Was soll man noch dazu sagen.
Ich schließe mich der wesentlichen Forderung im schillipaeppa-blog an.
Politiker, macht eure Arbeit, habt auch mal nen Hintern in der Hose.
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Bristlecone am 30. Juli 2018, 15:29:27
Gentechnik-Urteil - "Im Einklang mit der Natur" ist eine Täuschung

Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Bristlecone am 19. August 2018, 16:08:46

Was wäre, wenn Gentechnik-Gegner gar nicht überzeugt werden können?

Und auch hier sind, wie so oft, die Kommentare mindestens so erhellend wie der Artikel selbst.
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Natternkopf am 19. August 2018, 16:58:36
Salü Bristlecone

👍 Artikel

Grüsse Natternkopf
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Bristlecone am 19. August 2018, 17:59:37
Dieser Satz bringt - abgesehen von der Überschrift des Artikels - die Sache auf den Punkt:

"Es ist verstörend. Dieselben Leute, die beim Klimawandel (zu Recht) darauf pochen, sich doch bitte an wissenschaftlichen Fakten zu orientieren, ignorieren diese Herangehensweise komplett, wenn es um das Thema Gentechnik geht."
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Natternkopf am 19. August 2018, 23:05:34
Der letzte Absatz bringt sowohl unsere menschliche Eigenart und die eigenen 'blinden Flecken' auf den Punkt.

 ››Wissenschaft bedeutet, Erkenntnisse zu akzeptieren, selbst wenn sie dem eigenen Weltbild widersprechen. Der schwedische Mediziner Hans Rosling hat es einmal treffend so ausgedrückt: »Wenn Sie eine Meinung zu einem bestimmten Thema haben, fragen Sie sich stets: ›Welche Art von Beweis könnte mich davon überzeugen, meine Meinung zu ändern?‹ Falls Ihre Antwort lautet: ›Es ist kein Beweis denkbar, der mich vom Gegenteil überzeugen kann‹ – dann bedeutet das, dass Sie faktengestützte Erkenntnisse ablehnen. Das ist völlig okay. Aber dann sollten Sie auch fairerweise bei einer bevorstehenden Operation dem Chirurgen sagen, dass er sich das Händewaschen ruhig sparen kann«.


Anders gesagt von: Wissenschaftlerin / Mai Thi Nguyen-Kim

Was macht Mai Thi Nguyen-Kim und: Wie wurden ihre Arbeiten bisher bewertet.

Grüsse Natternkopf
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: thuja thujon am 19. August 2018, 23:39:54
Ich frage mich manchmal ob das Gro überhaupt so richtig weiss was Wissenschaft ist.

Durch die Medien geistert zunehmend irgendein Gespenst mit `Wissenschaft´. Meist geht es dort um Wissenssendungen usw oder sie muss bei irgendwelchen politischen Meinungsbildungsdiskussionen herhalten.

Ich finde es gibt keine `die Wissenschaft´, zumindest keine, die feststellen kann, das Marmelade Fett enthält.
Es gibt Diskussionen, da kann man argumentieren, mit begründeten Argumenten oder unbegründeten.

Wissenschaft ist für mich eher eine Methode, wie ich an Fragen rangehe.
Man kann allerdings auch mit Vorurteilen an Fragen gehen um diese zu lösen.

Zeitschriften, wie Spektrum etwa, wo auch dieses `wissenschaftlich´ wieder auftaucht, das mag tolle Unterhaltungslektüre für die Toilette oder Wartezimmer sein. Wissenschaftliche Fachliteratur ist es nicht. Und wissenschaftliche Fachliteratur ist keine Wissenschaft.
Ich mag ehrlich gesgat das Wort Wissenschaft nicht mehr hören. In den großen Diskussionen das wohl am meisten vergewaltigte Wort...
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Bristlecone am 20. August 2018, 13:06:32
Wie funktioniert Gentechnik, wie gefährlich ist sie? Eine neue Fachstelle soll darüber informieren, eigentlich unabhängig.

Gentechnikgegner werden das begrüßen. Endlich eine vom Staat geförderte Beratungsstelle, die frei von wissenschaftlichen Einflüssen die Risiken der Gentechnik kommuniziert.

Dazu auch dies aus dem verlinkten Artikel:

"Organisiert wird das Projekt vom gentechnik-kritischen Lobbyverein Testbiotech. Er hat es dem Bundesamt für Naturschutz vorgeschlagen. Geleitet wird Testbiotech von einem ehemaligen Greenpeace-Aktivisten und studierten Tierarzt. Erst kürzlich hat der Verein ein Faktenblatt zu neuen Gentechnikmethoden veröffentlicht, das von einem anerkannten Forscher der Max-Planck-Gesellschaft wegen falscher und irreführender Behauptungen auseinander genommen wurde."

Auch die Süddeutsche und schillipaepanet beschäftigen sich damit:
https://schillipaeppa.net/tag/christoph-then/

Lesenswert der Kommentar von Ludger Wess: Pflanzenforscher, haut ab!

Christopher Then, der Leiter und Hauptakteur von Testbiotech, ist promovierter Tierarzt.
Er promovierte über das Thema "In-vitro-Untersuchung der Effekte kleinster Entitäten von Arsenicum album, Cuprum sulfuricum, Mercurius sublimatus corrosivus und Thuja occidentalis an Zellkulturen mit Hilfe des MTT-Testes", also über den Einfluss homöopathischer Irgendwas.
Die Zusammenfassung der Dissertation gibt es hier: http://elib.tiho-hannover.de/dissertations/95then-c.pdf


P.S.

Ach ja, noch was: Vor Jahren gab es mal in Niedersachsen eine auch von der Industrie geförderte Initiative, dank der ein "Genmobil" Schulen Mittel und Kurse anbot, in denen Grundlagen von Molekulargenetik und Gentechnik geboten wurden.
Das wurde auf Betreiben der Grünen sofort eingestellt, als die in Niedersachsen wieder in der Regierung saßen.

Man findet aber selbstversändlich im Netz solche scheinheiligen Angebote:

Schule und Gentechnik - "Ein Projekt von Informationsdienst Gentechnik".

Adresse: keine-gentechnik.de
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Staudo am 20. August 2018, 14:10:51
Ich finde, man sollte ein üppig steuerfinanziertes Projekt starten, was über Chancen und Gefahren der Migration aufklärt und damit Pegida beauftragen.
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Bristlecone am 20. August 2018, 14:38:04
Schule und Gentechnik - "Ein Projekt von Informationsdienst Gentechnik".

Adresse: keine-gentechnik.de

Daraus "https://www.schule-und-gentechnik.de/schueler/agro-gentechnik-quiz/#gsc.tab=0"

Frage eins: Was bedeutet die Abkürzung GVO?
richtige Antwort: gentechnisch veränderter Organismus ("Erklärung: GVO bedeutet gentechnisch veränderter Organismus.")

Das ist falsch.

Die Richtlinie des Rates reguliert nicht "gentechnisch veränderte Organismen", sondern "genetisch veränderte Organismen".
Quelle: Richtlinie 2001/18/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 12. März 2001 über die absichtliche Freisetzung genetisch veränderter Organismen in die Umwelt

Darunter fällt eigentlich jede Züchtung, die sich von der Ausgangsform irgendwie unterscheidet.

Der EUGH musste dann auch in seiner Entscheidung, dass CRISPR/cas Gentechnik ist, die das volle Genehmigungsverfahren erfordert, herkömmliche Züchtung aber nicht, ziemliche Klimmzüge veranstalten und erklären, die herkömmlichen Verfahren wären sicher, weil es sie schon so lange gäbe, die neuen hingegen nicht.

Gut, dass es nicht um Aderlass vs. Bypass-Operation oder Klistier vs. Blinddarm-OP ging.  :-X
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Bristlecone am 20. August 2018, 15:10:56
Und nochmal:

"Testbiotech veröffentlicht heute ein Rechtsgutachten, das sich mit den rechtlichen
und finanziellen Rahmenbedingungen einer Förderung der unabhängigen Risikoforschung im Bereich
der Gentechnologie befasst. Wichtige Eckpunkte des Rechtsgutachtens sind:

(1) Der Staat ist dazu verpflichtet, eine systematische und vorsorgeorientierte Forschung zu etablieren.
(2) Zur Erfüllung dieser Aufgabe wäre die Erhebung einer sogenannten nicht-steuerlichen Sonderabgabe gerechtfertigt, die die Industrie in die Pflicht nimmt.
(3) Bei der Vergabe der Mittel eines entsprechenden Fonds kann ein Beirat, dem beispielsweise Verbraucher- und Umweltschutzverbände
angehören, beteiligt werden." (Quelle)

Genial. Im Beirat der "Fachstelle Gentechnik und Umwelt" von Testbiotech, die sich da aus deren Sicht anbietet, sind vertreten:

Gen-ethisches Netzwerk
BUND Naturschutz in Bayern
BUND
Interessengemeinschaft gentechnikfreie Saatgut-Arbeit
Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft
Save our Seeds
Testbiotech


Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Gänselieschen am 20. August 2018, 15:39:31
Das ist ja ne Fachstelle - alle Gegner versammelt :D
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Malvegil am 20. August 2018, 17:00:08
Ich verstehe einen Widerspruch nicht. Einerseits heißt es, die Wissenschaft sei sich einig, daß es keine prinzipiellen Gefahren von 'Gentechnik' gebe (die also über die Gefahren konventioneller zufallsgesteuerter Züchtung hinausgehen),* andererseits sieht man als eine der Verheißungen von Präzisions-Gentechnik die Entwicklung von gene drive-Modellen, mit denen man ganze (Schädlings-)Populationen unterwandern und auslöschen kann. Dort soll also die 'natürliche' Population in freier Wildbahn von den Individuen mit dem zielgerichtet veränderten Genom verdrängt werden. Das ist doch ein ziemlich mächtiger und folgenreicher Mechanismus. Inwiefern ist es ausgeschlossen, daß er (als abstrakter Mechanismus) für Bioterrorismus benutzt werden kann? Oder eine Nummer kleiner und an Universitäten, Biotech-Firmen und Agrarkonzerne gedacht: Inwiefern ist es ausgeschlossen, daß dabei irgendeine folgenreiche Fehleinschätzung auftritt? Nicht immer bedenken die technologischen Wissenschaften korrekt alle Folgen ihrer Technologien. Muß man nicht sagen, daß diese Methode eben doch so potent ist, daß hier eine neuartige Art von Gefahr und ein Potential zur Unbeherrschbarkeit vorliegt? (Ich meine das in keiner Weise polemisch, sondern ich sehe hier einen Widerspruch, den ich gern erklärt bekäme.)

*Hierfür wäre ich übrigens an einer wirklich substanziellen akademischen Quelle sehr interessiert.
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: michaelbasso am 20. August 2018, 17:20:36
Inwiefern ist es ausgeschlossen, daß er (als abstrakter Mechanismus) für Bioterrorismus benutzt werden kann? Oder eine Nummer kleiner und an Universitäten, Biotech-Firmen und Agrarkonzerne gedacht: Inwiefern ist es ausgeschlossen, daß dabei irgendeine folgenreiche Fehleinschätzung auftritt?

Es ist schlicht gar nicht ausgeschlossen.
Letztlich hängt alles an der Intention des Anwenders.
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Bristlecone am 20. August 2018, 17:44:23
Aktuell geht es ja in allererster Linie mal um Pflanzenzüchtung und die schwer zu begründende Unterscheidung zwischen "klassische Mutagenese-Züchtung mit ionisierender Strahlung und mutagenen Chemikalien = sicher, weil schon seit Jahrzehnten so gemacht" und "neue Technologien mit gezieltem Eingriff = unsicher".
Ziel dieser Züchtungen ist die Züchtung von Pflanzensorten, die als Nahrungs- oder Futtermittel dienen.

Was die Freisetzung von Organismen angeht, um Schädlingsbekämpfung zu betreiben: Richtig, daran wird auch geforscht.
Und eine unkontrollierte Freisetzung solcher Organismen ist aus gutem Grund auch nicht erlaubt.

Mit "klassischen" Methoden, also mithilfe von Gammastrahlen oder mutagenen Chemikalien unfruchtbar gemachte Tiere hat man übrigens bereits mehrfach und dann jeweils massenhaft in der Umwelt ausgesetzt, z. B. bei der Bekämpfung der Schraubenwurmfliege in Nordafrika. Mit Erfolg.

Da könnte man natürlich auch argumentieren: Ist es denn mit absoluter Sicherheit definitiv auszuschließen, dass nicht vielleicht doch einer dieser Mutanten in der Umwelt plötzlich in der Lage ist sich doch fortzupflanzen und dadurch nun ein noch schädlicherer, aggressiverer Parasit entsteht?
Nein, eine 100%-ige Sicherheit gibt es nicht.
Auch nicht - oder schon gar nicht - bei konventioneller Pflanzenzüchtung durch Mutagenese.

Und wie man traurigerweise gesehen hat: Auch Flugzeuge und Lkw lassen sich als Terrorwaffen einsetzen. Die Antwort kann aber nicht sein, die Technik zu verbieten, weil sie für solche Zwecke eingesetzt werden kann.

Zitat
Nicht immer bedenken die technologischen Wissenschaften korrekt alle Folgen ihrer Technologien.

Es geht ja auch nicht darum, dass es gar keine Kontrolle geben sollte und jeder "Bastler" seine Produkte in die Umwelt entlassen darf.

Aber die derzeitige Empfindungslage führt das aktiv herbei, was sie doch angeblich gerade verhindern will: Sie etabliert die Macht großer Konzerne. Nur die können es sich überhaupt noch leisten, derart aufwendige Sicherheitsprozeduren durchführen und bezahlen zu können. Und natürlich haben diese Konzerne ihre Profitinteressen im Auge.
Also werden sie lieber glyphosatresistente Soja entwickeln als, sagen wir mal, Tomatensorten für Selbstanbauer mit höherer Widerstandsfähigkeit gegen Braunfäule, die aber nicht für den Massenmarkt taugen, weil sie wegen zu dünner Haut nicht transportfähig sind.

Kleinere Saatgutbetriebe könnten prinzipiell solche Züchtungen mit modernen Methoden entwickeln, haben aber kaum mehr die finanziellen Mittel für die Zulassungsverfahren.

Von Reis mit höherem Vitamin-A-Gehalt, der Millionen von Menschen eine bessere Vitaminversorgung ermöglichen könnten, reden wir schon gar nicht mehr.


Und: Eine "Fachstelle für Gentechnik und Umwelt", die sich nur aus Gegnern zusammensetzt, Fachgruppen aber mit Vorsatz von vornherein ausspart, ist etwa so kompetent und glaubwürdig wie eine Modellflugzeugverein, der über die Zulassung von Großraumjets zusammentritt. Nur dass die sich vermutlich ihrer eigenen Fähigkeiten bewusst wären.

 

Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Malvegil am 20. August 2018, 18:30:56
Ja, alles akzeptiert, insbesondere, daß man eine Aufsicht und Kontrolle ja auf beliebigem Wege installieren kann. Man kann auch den Zugang zu Crispr-Techniken radikal beschränken, man kann das z. B. wie bei Tierversuchen regeln. Wobei dann aber eben doch ein Sonderrecht für nichtkonventionelle GVOs gebraucht würde. Wenn kleinere Saatgutfirmen ohne bürokratischen Overkill 'basteln' dürfen sollen, wie soll dann zugleich die kriminelle Bastelei in der Garage verhindert werden?

Aber das hier kritisierte Urteil setzt auf einem sehr abstrakten Level an (letztlich dem Vorsorgeprinzip). Dagegen wird gern das ebenfalls sehr abstrakte Argument gebracht, Gentechnologie sei nicht prinzipiell neuartig gefährlich. „Das Konzept eines Basisrisikos der Gentechnik ist nicht mit dem Stand der Wissenschaft in Einklang zu bringen.“ (sagt ein Jurist, Dederer). Daher bezog sich meine Frage eben auf genau dieses Behauptung eines nicht vorhandenen Basisrisikos. Wo kann man dazu (mit Stand nach Crispr/CAS und gene drive) was nachlesen?
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Malvegil am 20. August 2018, 18:36:19
Und wie man traurigerweise gesehen hat: Auch Flugzeuge und Lkw lassen sich als Terrorwaffen einsetzen. Die Antwort kann aber nicht sein, die Technik zu verbieten, weil sie für solche Zwecke eingesetzt werden kann.

Das (verbieten) ist ja auch nicht der Fall. Es geht um Freisetzung von Organismen und um Kennzeichnungspflicht. (Vermutlich dürfen auch Flugzeuge nicht unkontrolliert freigesetzt werden und ohne Kennzeichnung herumgurken. ;D)

Daß eine Kennzeichnung effektiv als Warnschild fungiert, ist keine Frage des Rechts, sondern des Marktes und des gesellschaftlichen Bewußtseins. Es ist ein bißchen viel verlangt, diese beiden zur Grundlage der Rechtsprechung zu machen.
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Bristlecone am 20. August 2018, 18:45:42
Wenn kleinere Saatgutfirmen ohne bürokratischen Overkill 'basteln' dürfen sollen, wie soll dann zugleich die kriminelle Bastelei in der Garage verhindert werden?

Man verbietet doch auch nicht Chemielabore, weil Waschküchenchemiker dort Crystal Meth zusammenkochen.
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Bristlecone am 20. August 2018, 18:50:52
Wie CRISPR/cas funktioniert: https://www.scienceinschool.org/de/content/schneller-billiger-crispr-die-neue-gentechnik-revolution

Wenn jemand andere anschauliche Beschreibungen hat, immer her damit.
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: michaelbasso am 20. August 2018, 21:04:43

Aber die derzeitige Empfindungslage führt das aktiv herbei, was sie doch angeblich gerade verhindern will: Sie etabliert die Macht großer Konzerne. Nur die können es sich überhaupt noch leisten, derart aufwendige Sicherheitsprozeduren durchführen und bezahlen zu können. Und natürlich haben diese Konzerne ihre Profitinteressen im Auge.

Gentechnik ist per se keine Technik für kleine Saatgutbetriebe. Sie wird genauso und hauptsächlich von großen Konzernen benutzt, auch wenn die Sicherheitsbestimmungen lockerer wären.
Also werden sie lieber glyphosatresistente Soja entwickeln als, sagen wir mal, Tomatensorten für Selbstanbauer mit höherer Widerstandsfähigkeit gegen Braunfäule, die aber nicht für den Massenmarkt taugen, weil sie wegen zu dünner Haut nicht transportfähig sind.

Das ist wieder so ein Verkaufsargument, das immer dann gezogen wird wenn etwas "verkauft" werden soll. Egal wie die streng oder lax die gesetzlichen Bestimmungen sind, gemacht wird was sich lohnt (man kann auch sagen was den Gewinn steigert) und das sind nun mal nicht die Hobbytomaten für den Amateurgärtner.
Es geht auch nicht unbedingt um die bösen Konzerne die uns böse Sachen verkaufen wollen, nein Firmen machen das, was ihnen nützt, ganz simpel und das sind eben momentan z.B. herbizidresistente Sorten in Zukunft eben andere Dinge. Das Firmen sich aber nun der Weltrettung verschreiben, halte ich für naiv.
Braunfäulezüchtung für den Amateurbereich gibt es auch schon, z.B. von der North Carolina State University.
Dort werden Ausgangssorten für die Züchtung neuer Sorten angeboten, ganz auf der Basis klassischer Züchtung
und jeder darf weiterzüchten. Und aus eigener Praxis weiß ich, das es funktioniert.
Saatgutfirmen wollen genau dies nicht, sie wollen nicht eine Erfindung der Welt schenken, sie wollen ihr Saatgut verkaufen. Das ist so in dieser Welt, aber zeigt eben auch, das es nicht um die hehren Ziele geht, mit denen Gentechnik verkauft wird.
Kleinere Saatgutbetriebe könnten prinzipiell solche Züchtungen mit modernen Methoden entwickeln, haben aber kaum mehr die finanziellen Mittel für die Zulassungsverfahren.

und sie hatten auch vorher nicht die Reichweite und Marktmacht ihre Sorten am Markt unterzubringen.
vor kurzem wurde zum 2ten Mal stickstoffixierender Mais entdeckt. Das erste Mal 1977 in Argentinien, diesmal in Mexiko. 1977 fehlte das wirtschaftliche Interesse und die "Marktmacht" diese Entdeckung zu verbreiten, es wäre schon wenn es diesmal anders laufen sollte. Soviel zu früher war es einfacher...

Von Reis mit höherem Vitamin-A-Gehalt, der Millionen von Menschen eine bessere Vitaminversorgung ermöglichen könnten, reden wir schon gar nicht mehr.

das ist das Beispiel, das immer gebracht wird um die gute Seite der Gentechnik zu zeigen. Sicher es geht und es ließen sich eine Menge vernünftiger Sachen machen, aber man kann mittels Gentechnik auch wunderbar wirtschaftliche Abhängigkeiten schaffen. F1 Sorten sind verschrien, weil sie sich nicht nachbauen lassen, das ist aber nichts gegen die Möglichkeiten die die Gentechnik dahingehend bietet.
Wie gesagt Gentechnik ist nicht per se schlecht, aber leider gibt sie eine Menge Macht die sich auch wunderbar ins negative verkehren lässt. 
Das Argument das die hohen gesetzlichen Anforderungen Schuld an der Monopolisierung sind, ist schlicht falsch. Andernfalls müssten in Entwicklungs und Schwellenländern geradezu paradisische Bedingungen herrschen.
Aber genau dort, wo große Konzerne kaum reguliert werden zeigt sich, wie geschickt Techniken ausgenutzt werden zum Wohle der Firmen und eben nicht zum Wohle der Menschen. (Beispiel z.B. herbizidresistente Sorten, die die Bauern an die Konzerne binden, die genau diese Herbizide verkaufen)
Eher ist es so, das fehlende Regulierung Monopolisierung massiv fördert.

Wir hier im Westen führen, was Gentechnik angeht wahrscheinlich wirklich nur eine Wohlstandsdiskussion, die Kehrseite der falschen Anwendung von Gentechnik zeigt sich aber ganz wo anders.

Den Hunger in der Welt (oder was auch immer als neues Totschalgargument gebracht wird) wird auch die "neue" Gentechnik a la Crispr nicht beenden.



Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Bristlecone am 20. August 2018, 21:07:18
Den Hunger in der Welt ...  wird auch die "neue" Gentechnik a la Crispr nicht beenden.

Vermutlich nicht, so wenig wie die bisherige Pflanzenzucht.
Aber sie könnte einen Beitrag dazu leisten.

Von Reis mit höherem Vitamin-A-Gehalt, der Millionen von Menschen eine bessere Vitaminversorgung ermöglichen könnten, reden wir schon gar nicht mehr.

das ist das Beispiel, das immer gebracht wird um die gute Seite der Gentechnik zu zeigen. Sicher es geht und es ließen sich eine Menge vernünftiger Sachen machen,

Richtig, man könnte. Warum lässt man dann nicht? Der besagte Reis wäre gerade nicht ein Beispiel wirtschaftlicher Abhängigkeit gewesen, weil er eben keine Patent- und Lizenzgebühren gekostet hätte.
Mit Sicherheit ließe sich durch unabhängige anwendungsorientierte Forschung da sehr viel mehr machen.
Nur wird diese Forschung durch öffentliche Mittel nicht gefördert - in den USA nicht, weil sie nicht profitorientiert ist, und in Europa nicht, weil sie außerdem noch des Teufels ist.

Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Amur am 20. August 2018, 21:33:14
Vergiss es. Vermutlich wird die EU und unsbesondere D schon so weit hinten dran sein in der Forschung in dem Bereich, dass die Musik eh schon lange in Asien und USA spielt. Wer heute in dem Bereich was machen will, der muss wo anders hin gehen, so kenne ich das von ein paar die in dem Bereich tätig waren.
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: b-hoernchen am 20. August 2018, 21:48:50
Aktuell geht es ja in allererster Linie mal um Pflanzenzüchtung und die schwer zu begründende Unterscheidung zwischen "klassische Mutagenese-Züchtung mit ionisierender Strahlung und mutagenen Chemikalien = sicher, weil schon seit Jahrzehnten so gemacht" und "neue Technologien mit gezieltem Eingriff = unsicher".
Und wie man traurigerweise gesehen hat: Auch Flugzeuge und Lkw lassen sich als Terrorwaffen einsetzen. Die Antwort kann aber nicht sein, die Technik zu verbieten, weil sie für solche Zwecke eingesetzt werden kann.

Zitat
Nicht immer bedenken die technologischen Wissenschaften korrekt alle Folgen ihrer Technologien.

Es geht ja auch nicht darum, dass es gar keine Kontrolle geben sollte und jeder "Bastler" seine Produkte in die Umwelt entlassen darf.
Und wie man sieht,

https://deutsch.rt.com/nordamerika/40486-renommiertes-physik-fachmagazin-911-war/

verdienen die Kontrolleure unser vollstes Vertrauen, egal ob es um Terroranschlägen mittels Flugzeugen oder mittels Gentechnik geht.
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: michaelbasso am 20. August 2018, 21:53:53
Den Hunger in der Welt ...  wird auch die "neue" Gentechnik a la Crispr nicht beenden.

Vermutlich nicht, so wenig wie die bisherige Pflanzenzucht.
Aber sie könnte einen Beitrag dazu leisten.

Hunger, hat auch ganz andere Dimensionen. Hunger ist nicht monokausal. Er ist politisch, gesellschaftlich und wirtschaftlich beeinflußt. Hunger entsteht nicht nur aus rein materiellem Mangel an Nahrung, vielmehr ist es oft, die Verhinderung der Nahrungsproduktion, die wesentlich größeren Einfluss hat und das lässt sich auch nicht durch neue Sorten ändern.

Von Reis mit höherem Vitamin-A-Gehalt, der Millionen von Menschen eine bessere Vitaminversorgung ermöglichen könnten, reden wir schon gar nicht mehr.

das ist das Beispiel, das immer gebracht wird um die gute Seite der Gentechnik zu zeigen. Sicher es geht und es ließen sich eine Menge vernünftiger Sachen machen,
Richtig, man könnte. Warum lässt man dann nicht? Der besagte Reis wäre gerade nicht ein Beispiel wirtschaftlicher Abhängigkeit gewesen, weil er eben keine Patent- und Lizenzgebühren gekostet hätte.
Mit Sicherheit ließe sich durch unabhängige anwendungsorientierte Forschung da sehr viel mehr machen.
Nur wird diese Forschung durch öffentliche Mittel nicht gefördert - in den USA nicht, weil sie nicht profitorientiert ist, und in Europa nicht, weil sie außerdem noch des Teufels ist.

Eine weitere Dimension an Gentechnik ist ja auch die Genverarmung durch die Züchtung und genau das fällt mir als Gegenargument zu dem besagten Reis ein. Sicher ist es eine gute Sache eine bessere Vitamin-A-versorgung so zu ermöglichen, aber Gentechnik ist eine Technik und Technik ist teuer, ganz praktisch sie wird nur einmal angewandt an einer Sorte und das ist dann möglicherweise die genetische Basis für die weitere Züchtung.
Das Problem der schwindenden Genvielfalt bei Kulturpflanzen ist ein reales Problem für die Zukunftfähigkeit der Landwirtschaft, Auch solche Züchtungen verdrängen die genetische Vielfalt, die in einer Subsitenzwirtschaft (wofür dieser Reis für gedacht war) essentiell ist. Einerseits verhindert die mangelnde "Durchzüchtung"  der Landsorten optimale Erträge, aber gleichzeitig beugt sie Komplettausfällen vor. Ein breiter Genpool bietet auch immer Potential für eine Resistenz, bessere Dürrebeständigkeit was auch immer. Ein Vitamin-A-reis ist da erstmal toll, aber sollte er sich dann durchsetzen und andere Sorten verdrängen, entstehen möglicherweise wieder andere Probleme.

Wer selbst züchtet weiß, wie essentiell genetische Vielfalt ist und wie schnell man Ergebnisse erzielen kann allein durch reine Kreuzungszüchtung und Selektion, wenn denn das genetische Spektrum nur genug Möglichkeiten bietet. Es gibt dürreresistenten Mais, stickstofffixierenden Mais, braunfäuleresistente Tomaten und auch Kartoffeln ( das tauchte hier auch schon als Argument auf) trockenheitresistente Tomaten etc. Da braucht es nicht unbedingt Gentechnik für um diese Eigenschaften einzukreuzen.

Ich denke wir haben längst nicht alle Potentiale der klassischen Züchtung ausgeschöpft. Was es braucht ist eine Diversifizierung der Züchtung, das ganze Gegenteil, der monopolisierten Züchtung mittels Gentechnik.

Die banale Wahrheit ist wohl, das man sich in der wissenschaftlichen Welt mit solch alten Hüten einfach keine Lorbeeren verdienen kann, da ist Gentechnik schon aufregender und spektakulärer.

Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Staudo am 20. August 2018, 21:56:13
Und wie man sieht,

https://deutsch.rt.com/nordamerika/40486-renommiertes-physik-fachmagazin-911-war/

verdienen die Kontrolleure unser vollstes Vertrauen, egal ob es um Terroranschlägen mittels Flugzeugen oder mittels Gentechnik geht.


Jetzt wird's wunderlich.
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: michaelbasso am 20. August 2018, 22:06:58

Und wie man sieht,

https://deutsch.rt.com/nordamerika/40486-renommiertes-physik-fachmagazin-911-war/

verdienen die Kontrolleure unser vollstes Vertrauen, egal ob es um Terroranschlägen mittels Flugzeugen oder mittels Gentechnik geht.



hach RT, der Hort der wertneutralen und aufklärenden Berichterstattung,

ich musste furios lachen: "Die Autoren verweisen darauf, dass weder vor noch nach dem 11. September 2001 jemals ein Hochhaus nur aufgrund eines Feuers eingestürzt sei, "

Die Flugzeuge haben die Wissenschaftler offensichtlich übersehen oder die sind einfach durchgeflogen und haben das Kerosin zur Brandbeschleunigung abgelassen.... :) Youmademyday :)
Sherlock Holmes hätte es nicht scharfsinniger kombinieren können.
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: dmks am 20. August 2018, 22:10:33

Hunger, hat auch ganz andere Dimensionen. Hunger ist nicht monokausal. Er ist politisch, gesellschaftlich und wirtschaftlich beeinflußt. Hunger entsteht nicht nur aus rein materiellem Mangel an Nahrung, vielmehr ist es oft, die Verhinderung der Nahrungsproduktion, die wesentlich größeren Einfluss hat und das lässt sich auch nicht durch neue Sorten ändern.


Genau! 8) Warum schon an einer Schraube drehen; wenn doch so viele da sind? ;)
Laßt mal erst die Anderen machen...
 :-X
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: michaelbasso am 20. August 2018, 22:18:59
Da hast Du jetzt etwas anderes rausgelesen, als ich gemeint habe. Ich beziehe mich nur auf das Heilsversprechen, bessere Sorten = kein Hunger. Und ja man soll an den Schrauben drehen, die man drehen kann und nicht nur auf die schauen, die man nicht erreichen kann...
Nur wird es eben leider auch in einem Bürgerkriegsland nicht helfen andere Sorten anzubauen. Das meine ich mit monokausal.
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Bristlecone am 20. August 2018, 22:25:40

Wie gesagt Gentechnik ist nicht per se schlecht, aber leider gibt sie eine Menge Macht die sich auch wunderbar ins negative verkehren lässt. 
Das Argument das die hohen gesetzlichen Anforderungen Schuld an der Monopolisierung sind, ist schlicht falsch. Andernfalls müssten in Entwicklungs und Schwellenländern geradezu paradisische Bedingungen herrschen.
Aber genau dort, wo große Konzerne kaum reguliert werden zeigt sich, wie geschickt Techniken ausgenutzt werden zum Wohle der Firmen und eben nicht zum Wohle der Menschen. (Beispiel z.B. herbizidresistente Sorten, die die Bauern an die Konzerne binden, die genau diese Herbizide verkaufen)
Eher ist es so, das fehlende Regulierung Monopolisierung massiv fördert.

Ein Beispiel für Gentechnik in einem Entwicklungsland:
https://www.keine-gentechnik.de/nachricht/32878/#gsc.tab=0

Aber auch da kann man nicht in Ruhe abwarten, was draus wird.

Im Übrigen:
Wenn wir in den Industrieländern meinen, in den Entwicklungsländern würde Subsistenzwirtschaft die Vielfalt der Kultursorten sichern und den dortigen Ackerbau gsr als ökologisch vorbildlich hinstellen, so ist das im besten Fall Schwärmerei, im schlimmsten Neokolonialismus.

Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: dmks am 20. August 2018, 22:28:51
Da hast Du jetzt etwas anderes rausgelesen, als ich gemeint habe. Ich beziehe mich nur auf das Heilsversprechen, bessere Sorten = kein Hunger. Und ja man soll an den Schrauben drehen, die man drehen kann und nicht nur auf die schauen, die man nicht erreichen kann...
Nur wird es eben leider auch in einem Bürgerkriegsland nicht helfen andere Sorten anzubauen. Das meine ich mit monokausal.
Aber mit irgendeinem Urgetreide allein kriegste auch nicht alle satt!
Effektivere Sorten sind ein ganz wichtiger Baustein in der ganzen Geschichte. Nicht die alleinige Lösung, ganz sicher nicht! - aber warum eine Möglichkeit der Pflanzenzüchtung verteufeln?
Das verstehe ich nicht. Es ist eine Möglichkeit das Wenige das diesen Menschen zukommt zu verbessern, aber weil es unseren satten Ökovorstellungen nicht entspricht mehr zu erwirtschaften muß alles was neu ist schlecht sein?
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: b-hoernchen am 20. August 2018, 22:33:05
Die Flugzeuge haben die Wissenschaftler offensichtlich übersehen
Welches Flugzeug flog in WTC7?
(Die Berichte in der CNN-Berichterstattung über Explosionen habe ich wohl nur halluziniert. Übrigens darf man durchaus den zitierten Artikel in Europhysics lesen...)

Aber um auf Gentechnologie und Pflanzenzucht zurückzukommen, Bristlecone widerspricht sich damit
... die schwer zu begründende Unterscheidung zwischen "klassische Mutagenese-Züchtung mit ionisierender Strahlung und mutagenen Chemikalien...
selbst - denn, wenn es keine begründbaren Unterschied gibt, dann könnte man dieselben Resultate mit der der gleichen Wahrscheinlichkeit (dem gleichen Risiko) mit klassischer Mutagenese-Züchtung erzielen und auf Gentechnologie doch verzichten-?
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: michaelbasso am 20. August 2018, 22:33:18

Im Übrigen:
Wenn wir in den Industrieländern meinen, in den Entwicklungsländern würde Subsistenzwirtschaft die Vielfalt der Kultursorten sichern und den dortigen Ackerbau gsr als ökologisch vorbildlich hinstellen, so ist das im besten Fall Schwärmerei, im schlimmsten Neokolonialismus.

nein, Subsistenz ist aber in vielen Fällen schlicht Realität. Das das vorbildlich etc. ist, Deine Interpretation.
Das eine solche Versorgungssituationdas verbesserungswürdig ist, keine Frage. Aber ich bleibe bei dem Vitamin-A-reis, der wurde ja auch unter anderem für die Selbstversorgung gedacht und wenn man Subsistenz betreibt, dann hat es eben nicht nur Vorteile solch einen Reis anzubauen.
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Bristlecone am 20. August 2018, 22:40:59
Die Flugzeuge haben die Wissenschaftler offensichtlich übersehen
Welches Flugzeug flog in WTC7?
(Die Berichte in der CNN-Berichterstattung über Explosionen habe ich wohl nur halluziniert. Übrigens darf man durchaus den zitierten Artikel in Europhysics lesen...)

Aber um auf Gentechnologie und Pflanzenzucht zurückzukommen, Bristlecone widerspricht sich damit
... die schwer zu begründende Unterscheidung zwischen "klassische Mutagenese-Züchtung mit ionisierender Strahlung und mutagenen Chemikalien...
selbst - denn, wenn es keine begründbaren Unterschied gibt, dann könnte man dieselben Resultate mit der der gleichen Wahrscheinlichkeit (dem gleichen Risiko) mit klassischer Mutagenese-Züchtung erzielen und auf Gentechnologie doch verzichten-?

 ::)

Mit der gleichen Wahrscheinlichkeit?

Klar: Man könnte z. B. einen Analphabeten lange genug auf der Tastatur herumtippen lassen, bis er zum Schluss "Romeo und Julia" geschrieben hat, und dann erklären, dass man keinen Shakespeare braucht.
Oder so lange mit einer Schrotflinte auf ein Blech schießen, bis ein Nudelsieb mit perfektem Muster draus geworden ist, und dann fragen, wozu man eine Maschine bräuchte, die das auch könne.
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: b-hoernchen am 20. August 2018, 22:41:48
Im Übrigen:
Wenn wir in den Industrieländern meinen, in den Entwicklungsländern würde Subsistenzwirtschaft die Vielfalt der Kultursorten sichern und den dortigen Ackerbau gsr als ökologisch vorbildlich hinstellen, so ist das im besten Fall Schwärmerei, im schlimmsten Neokolonialismus.
Und wenn man darauf verweist, dass gentechnisch erzeugte "Überflieger-Sorten" der Vielzahl der Kultursorten den Garaus machen werden, dann ist das-?

Aber wohlan, ich werfe allle meine Apfelbaumsorten raus, egal ob alte oder von Lubera, für neue, schmackhafte, multiresistente neue Gentechnik-Sorten... .

Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: b-hoernchen am 20. August 2018, 22:44:05
Mit der gleichen Wahrscheinlichkeit?
Merkst du nun, in wiefern du dir selbst widersprichst?
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Bristlecone am 20. August 2018, 22:47:42
Nö.
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: b-hoernchen am 20. August 2018, 22:50:38

Klar: Man könnte z. B. einen Analphabeten lange genug auf der Tastatur herumtippen lassen, bis er zum Schluss "Romeo und Julia" geschrieben hat, und dann erklären, dass man keinen Shakespeare braucht.
...
Gibt es vielleicht doch einen klitzekleinen begründbaren Unterschied zwischen dem Analphabeten (klassischer Züchtung) und dem genialen Herrn Shakespeare (Gentechnologie)?
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Bristlecone am 20. August 2018, 22:55:27
Nun, wenn das fertige Ergebnis vorliegt, also der komplette Text von "Romea und Julia", kann keiner ohne die Quellenangabe mehr feststellen, von wem das Werk stammt.

Allerdings, um im Beispiel zu bleiben: Shakespeare hätte es nicht schreiben dürfen, da seine gezielte Methode mit unüberschaubaren Risiken behaftet ist.
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: michaelbasso am 20. August 2018, 22:59:28
Aber mit irgendeinem Urgetreide allein kriegste auch nicht alle satt!
Effektivere Sorten sind ein ganz wichtiger Baustein in der ganzen Geschichte. Nicht die alleinige Lösung, ganz sicher nicht! - aber warum eine Möglichkeit der Pflanzenzüchtung verteufeln?
Das verstehe ich nicht. Es ist eine Möglichkeit das Wenige das diesen Menschen zukommt zu verbessern, aber weil es unseren satten Ökovorstellungen nicht entspricht mehr zu erwirtschaften muß alles was neu ist schlecht sein?

Ich habe Gentechnik nicht verteufelt, ganz im Ggegnteil finde ich Crispr sehr interessant. Nur wird es nicht die Lösung sein, aber das ist es, als was es verkauft wird.
Betrachtet man die Heilsversprechen nüchtern, gibt es eben auch negative Seiten einer Züchtung per Genediting.
Eine ist eben, die Züchtung mit einer sehr engen genetischen Basis. (und jetzt bitte nicht wieder damit kommen, ich hätte gesagt, die da unten sollen alle mal schön in Subsistenz verharren)
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Natternkopf am 20. August 2018, 23:02:02
Wie CRISPR/cas funktioniert: https://www.scienceinschool.org/de/content/schneller-billiger-crispr-die-neue-gentechnik-revolution

Wenn jemand andere anschauliche Beschreibungen hat, immer her damit.


Gott spielen dank CRISPR? (1/2)

Gott spielen dank CRISPR? (2/2)
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Bristlecone am 20. August 2018, 23:03:32
Die Enge oder Weite der genetischen Basis höngt doch nicht davon ab, ob ich klassisch oder mit gezielterer Herangehensweise züchte.
Sondern davon, was an Sorten vorhanden ist.

Wenn sich eine Sorte durchsetzt, besteht immer die Gefahr einer genetischen Verarmung. Das sehen wir derzeit z. B. bei Bananen, wo weltweilt eine einzige Sorte weitestgehend dominiert. Ganz ohne Gentechnik.
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: b-hoernchen am 20. August 2018, 23:04:11
Also gibt es einen begründbaren Unterschied? Oder machst du den nur an einem Ergebnis fest, das im Falle der klasssichen Züchtungsmethoden so unwahrscheinlich ist, dass man sein Eintreten nie erhoffen (befürchten) muss?
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: b-hoernchen am 20. August 2018, 23:10:55
Wenn sich eine Sorte durchsetzt, besteht immer die Gefahr einer genetischen Verarmung. Das sehen wir derzeit z. B. bei Bananen, wo weltweilt eine einzige Sorte weitestgehend dominiert. Ganz ohne Gentechnik.
Da wir auch mit klassischen Methiden schon einiges an genetischer Verarmung erreicht haben, lasst uns doch nun methodisch daran gehen, dem Rest der Diversität den Garaus zu machen-?

Oder sollten wir uns fragen, inwiefern unsere klassichen Methoden den Planeten bereits jetzt an den Rand des Kollaps gebracht haben und uns hüten, noch effektiver vorzugehen?
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Natternkopf am 20. August 2018, 23:19:05
Guten Abend
Noch etwas zum gestrigen Beitrag von thuja thujon.

Kann so formuliert werden, geht mir in etwa auch so.
Wissenschaft ist für mich eher eine Methode, wie ich an Fragen rangehe.
Man kann allerdings auch mit Vorurteilen an Fragen gehen um diese zu lösen. 

- Was ist Wissenschaft kurz und knackig dargelegt. 4:04 bis 4:56


Es ist ja auch nicht einfach oder liegt so auf der Hand rum, dass einzuordnen. Aber es wäre möglich.

Verstehe das auch nicht immer gleich, jedoch es "lohnt" sich das Allgemein betrachtet und nicht nur individuell für den Einzelnen.
Versuch einer Metapher als Erklärungshilfe was damit gemeint ist.
Es ist ein wenig wie mit der Bodenpflege im Garten und Beispielsweise den Regenwürmern darin.
Man sieht es nicht gleich, doch es "lohnt" sich damit auseinanderzusetzen.


Wünsche eine gute Woche

Grüsse Natternkopf
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: michaelbasso am 20. August 2018, 23:19:24

Klar: Man könnte z. B. einen Analphabeten lange genug auf der Tastatur herumtippen lassen, bis er zum Schluss "Romeo und Julia" geschrieben hat, und dann erklären, dass man keinen Shakespeare braucht.
...
Gibt es vielleicht doch einen klitzekleinen begründbaren Unterschied zwischen dem Analphaten (klassischer Züchtung) und dem genialen Herrn Shakespeare (Gentechnologie)?
um da auch mal mitzureden... um von A nach B zu kommen brauch ich keinen Porsche, aber gehen tut es auch. Das Problem an dem Porsche ist nur, ich brauche viel mehr (finanzielle) Resourcen, als mit einem billigen Auto. Porsche fahren kann halt nicht jeder ohne den entsprechenden Background oder es ist eben nur eine einmalige Sache.
Will sagen, man kann das Ziel auch billiger erreichen und viel wichtiger, das Ziel kann auch durch Menschen ohne große Ressourcen in der Hinterhand erreicht werden. Nicht nur einmal sondern viele Male.

Noch ein Beispiel für klassische Züchtung, Gnarlyglo eine Zitrussorte die gegen "die" Zitrusseuche  schlechthin, Citrus Greening resistent ist. Ganz banal per Kreuzungszucht und Auslese, aber, das ist der Punkt durch eine breite genetische Basis aus der man erst auslesen konnte. Es geht auch mit der Schrotflinte, wenn man genügend Munitoin hat.
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Bristlecone am 20. August 2018, 23:21:27
Schön.
Spräche aber nichts dagegen, lieber die Pinzette zu nehmen, wenn die es auch täte.
Wäre weniger zeit- und materialaufwendig.
Und wer sagt dir, dass bei der klassischen Methode nicht unerwünschte Veränderungen aufgetreten sind, die man nur noch nicht gefunden hat? Kannst du das 100%ig ausschließen? Wenn nicht, müsste man da nicht rein aus Vorsorgegründen sicherheitshalber von der neuen Züchtung absehen? Schließlich könnte die unabsehbare Folgen haben!
Schließlich wird da das Ergebnis eines genetischen Veränderung auf Mensch und Umwelt losgelassen. Einfach so, ohne zu prüfen, was diese Mutante alles anrichten könnte.
Weiß man's?

Wenn sich eine Sorte durchsetzt, besteht immer die Gefahr einer genetischen Verarmung. Das sehen wir derzeit z. B. bei Bananen, wo weltweilt eine einzige Sorte weitestgehend dominiert. Ganz ohne Gentechnik.
Da wir auch mit klassischen Methiden schon einiges an genetischer Verarmung erreicht haben, lasst uns doch nun methodisch daran gehen, dem Rest der Diversität den Garaus zu machen-?

Oder sollten wir uns fragen, inwiefern unsere klassichen Methoden den Planeten bereits jetzt an den Rand des Kollaps gebracht haben und uns hüten, noch effektiver vorzugehen?
Es geht darum, Wissen einzusetzen, um Resourcen besser zu nutzen.

Alles in einen Topf zu werfen und eine Suppe anzurühren, die "Zivilisation führt in den Abgrund" heißt, mag zwar ein Gefühl der moralischen Überlegenheit geben, hilft aber nicht weiter.
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: b-hoernchen am 20. August 2018, 23:30:47
Es geht auch mit der Schrotflinte, wenn man genügend Munitoin hat.
Es geht nicht immer mit der Schrotflinte und in vielen Fällen könnte man auf das Ergebnis genauso lange warten, wie auf den Analphabeten, bis er Romeo und Julia getippt hat. Was auch sehr gut ist... .

Wir sollten uns endlich fragen, ob die Unterordnung der evolutionären Vielfalt unter die (wirtschaftlichen, politischen...) Interessen einer einzigen Art (und oft auch nur einzelner Individuen dieser Art) vielleicht ein grundlegendes Problem auf dem Planeten Erde geworden ist -  für alle darauf lebenden Arten und damit letztendlich auch für uns?
Gilt der Satz "macht euch die Erde untertan" wirklich noch?
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: b-hoernchen am 20. August 2018, 23:37:12

Spräche aber nichts dagegen, lieber die Pinzette zu nehmen, wenn die es auch täte.
Wenn die Pinzette aber erst einmal in Gebrauch ist, wird man sie nicht nur zur Züchtung resistenter Citrusarten einsetzen.
Es geht darum, Wissen einzusetzen, um Resourcen besser zu nutzen.

Alles in einen Topf zu werfen und eine Suppe anzurühren, die "Zivilisation führt in den Abgrund" heißt, mag zwar ein Gefühl der moralischen Überlegenheit geben, hilft aber nicht weiter.
Das Kompliment mit der "moralischen Überlegenheit" darf ich als unwissender Resourcenverschwender an dich zurückgeben... .
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: michaelbasso am 20. August 2018, 23:42:21
Die Enge oder Weite der genetischen Basis höngt doch nicht davon ab, ob ich klassisch oder mit gezielterer Herangehensweise züchte.
Sondern davon, was an Sorten vorhanden ist.
Genau und zwar in der Gentechnik, wie in der klassischen Züchtung. Nur verleitet, aus meiner Sicht, die Fortschrittseuphorie, die mit der Gentechnik verbunden ist, genau das zu vernachlässigen.
Wenn sich eine Sorte durchsetzt, besteht immer die Gefahr einer genetischen Verarmung. Das sehen wir derzeit z. B. bei Bananen, wo weltweilt eine einzige Sorte weitestgehend dominiert. Ganz ohne Gentechnik.

Bananen sind aber speziell, sie sind triploid und steril und zwar nicht nur die gelben aus dem Supermarkt, sondern fast alle Kultursorten, da lässt sich nicht viel hobbymäßig züchten. Kulturbananen sind genetische Sackgassen. Sozusagen perfekte F1 aus Sicht der Vermarkter. Bananen werden sind schon sehr lange nur als Klone vermehrt, nicht erst seit der Moderne.
Am Beispiel der Bananen zeigt sich eben auch, wie wichtig genetische Ressourcen sind,  für neue Kultursorten braucht es ansonsten nutzlose Sorten, die aber irgendwo weiter existieren müssen. Züchtung geht immer nur wenn es Vielfalt gibt. Wenn die gelben Supermarktsbananen wirklich von dem Pilz dahingerafft werden sollten, kann man froh sein das es doch jemanden gab, der die nutzlosen kernigen alten Dinger noch im Garten hat oder das moderne Equivalent eine Genbank, die sie über die Zeit gerettet hat.
Macht man das auch, wenn man meint die perfekte Technik zur Lösung aller Problem zu besitzen, kümmert man sich dann auch noch um die Grundlagen? Genau die Gefahr besteht jetzt schon, aber sie wird doch eher noch größer.
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Bristlecone am 21. August 2018, 00:02:59
Warum sollte man das Interesse an Genbanken verlieren, wenn man zukünftig die Gene solcher Pflanzen nutzen könnte?

Und was die Bananen angeht: Wie gesagt, die Verarmung erfolgte ganz ohne Gentechnik. Da erscheint es seltsam, die nun vorauseilend als mögliche Ursache zukünftiger Verarmung zu sehen.
Wieso nicht als ein mögliches Werkzeug, dass bei der drohenden globalen Erkrankung der Kulturbanane mithelfen könnte, resistente Pflanzen zu züchten?

Siehe hier: https://www.transgen.de/aktuell/2685.banane-panama-krankheit-gentechnik.html

Mal sehen, ob man zum Bananen Essen irgendwann die EU verlassen muss, weil genetisch veränderte Bananen hierzulande nicht in den Handel kommen.  :-\
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: michaelbasso am 21. August 2018, 00:11:25
Schön.
Spräche aber nichts dagegen, lieber die Pinzette zu nehmen, wenn die es auch täte.
Wäre weniger zeit- und materialaufwendig.
Das sehe ich nicht so, um die Resistenz zu übertragen, brauch ich vorher eine Gensequenzierung, muß herausfinden welches Gen was steuert, Genabhängigkeiten herausfinden,  Grundlagenforschung halt, alles machbar aber trotzdem aufwendig und teuer, das macht niemand ohne Geld und Interesse, erst danach kann ich das Gen übertragen. Bei Zitrus, mit dem riesigen kommerziellen Background ist das noch leicht vorstellbar, bei vielen anderen Arten eher nicht. Es muß sich finanziell lohnen. Und genau das lässt das Argument, "mit Gentechnik können wir den Hunger (oder jedes andere x-beliebige Tränendrüsenwort ersetzbar) beseitigen" etwas blasser werden.
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Bristlecone am 21. August 2018, 00:17:37
Nun, zur Kulturbanane hatte ivh oben mehr geschrieben.

Und im Falle der weiter oben beschriebenen Kochbananen in Uganda hat die Melinda-und-Bill-Gates-Stiftung gezahlt.

Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: michaelbasso am 21. August 2018, 00:36:13

Warum sollte man das Interesse an Genbanken verlieren, wenn man zukünftig die Gene solcher Pflanzen nutzen könnte?

Und was die Bananen angeht: Wie gesagt, die Verarmung erfolgte ganz ohne Gentechnik. Da erscheint es seltsam, die nun vorauseilend als mögliche Ursache zukünftiger Verarmung zu sehen.
Wieso nicht als ein mögliches Werkzeug, dass bei der drohenden globalen Erkrankung der Kulturbanane mithelfen könnte, resistente Pflanzen zu züchten?

Zitat aus einem Link, von vorhin:
"Denn in der ugandischen Landwirtschaft ist es üblich, dass die Bauern Saatgut aus der Ernte zurückbehalten und neu aussäen. Bei patentiertem gv-Saatgut wäre dies nicht mehr möglich. Zudem wäre das gv-Saatgut deutlich teurer als herkömmliches. "
Das was man als sich selbst versorgender Bauer halt so macht, man kauft kein Saatgut, man macht selbst Saatgut. Nebeneffekt, jeder Bauer hat eigene Saatgutlinien sprich es gibt, insgesamt gesehen eine breite genetische Basis. Eigenes Saatgut ernten geht nun aber nicht mehr. Zu was soll das sonst führen, als zu einer Verarmung der genetischen Basis?
Ich sage nicht Gentechnik ist Schuld daran und vorher gab es so etwas nicht, aber Gentechnik verstärkt diesen Trend und kann einen Katalysator darstellen, da Saatgutfirmen nun nicht nur rechtlich agieren können, sondern ganz praktisch mit modifizierten Saatgut, das sich gar nicht vermehren lässt oder oder...
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: thuja thujon am 21. August 2018, 05:51:17
Das sehe ich nicht so, um die Resistenz zu übertragen, brauch ich vorher eine Gensequenzierung, muß herausfinden welches Gen was steuert, Genabhängigkeiten herausfinden,  Grundlagenforschung halt, alles machbar aber trotzdem aufwendig und teuer, das macht niemand ohne Geld und Interesse, erst danach kann ich das Gen übertragen.
Zigtausende Sämlinge produzieren, diese einem Gentest unterziehen, alles was das gewünschte Gen nicht enthält weglassen, mit den anderen Kandidaten weiterzüchten bis was rauskommt, das halbwegs am Markt bestehen könnte. Das ist nicht viel weniger aufwendiger oder billiger als die alte Gentechnik oder die neue Gentechnik. Nennt sich markergestützte Selektionszüchtung. Erschwinglich und praktiziert auch von kleinen Firmen, auch von Ökosaatgutproduzenten.
Teuer und zeitlich verzögert wirds erst durch Zulassungsverfahren. Der Rest inklusive Grundlagenforschung geht aus der Portokasse. Samenhersteller verdienen in der Regel gut.

Wer von Nachbau als status quo ausgeht lässt außer acht, dass damit das Anbaurisiko enorm steigt. Heutzutage kaufen die meisten Landwirte in Europa ihr Saatgut. Mal von großen Firmen, mal von kleinen. So gut wie kein Landwirt züchtet seinen Mais selbst.
Die Samenfeste Paprika im Bioglashaus gibts nicht. Da hat die klassische Züchtung dafür gesorgt, dass die Biobauern von ihren F1-Sorten keine Samen ernten können. Sie bauen sie trotzdem an, weil es nur selten geeignete samenfeste Sorten gibt oder die Produktion des Saatguts im eigenen Betrieb nicht wirtschaftlich ist.
Die Sortenverarmung der alten Gentechnik vorzuwerfen, ist dreist. Das ist eine Entwicklung, die ihre Ursachen wo ganz anders hat und schon Jahrzehnte vor der Entdeckung des Agrobacteriums angefangen hat.

Bleibt doch bitte mal bei der Realität und lasst das Pseudowissen aus den TV-Dokumentationen wo es hingehört.
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: michaelbasso am 21. August 2018, 08:54:29
Das sehe ich nicht so, um die Resistenz zu übertragen, brauch ich vorher eine Gensequenzierung, muß herausfinden welches Gen was steuert, Genabhängigkeiten herausfinden,  Grundlagenforschung halt, alles machbar aber trotzdem aufwendig und teuer, das macht niemand ohne Geld und Interesse, erst danach kann ich das Gen übertragen.
Zigtausende Sämlinge produzieren, diese einem Gentest unterziehen, alles was das gewünschte Gen nicht enthält weglassen, mit den anderen Kandidaten weiterzüchten bis was rauskommt, das halbwegs am Markt bestehen könnte. Das ist nicht viel weniger aufwendiger oder billiger als die alte Gentechnik oder die neue Gentechnik.

Genau das habe ich ja auch gemeint. Es ist beides Forschung, Arbeit etc. Es war eine Erwiderung auf das Argument " Gentechnik ist die Pinzette, die man mal schnell rausholt, das Problem erledigt und fertig ists" 

Teuer und zeitlich verzögert wirds erst durch Zulassungsverfahren. Der Rest inklusive Grundlagenforschung geht aus der Portokasse. Samenhersteller verdienen in der Regel gut.

hat auch niemand bestritten. Hürden gibts überall, so ist das Leben. Und verdienen tun die meisten Firmen trotzdem.Da muß man mal sehen, aus welcher Richtung das Gejammer über Regulierung kommt, verdienen könnte man nämlich immer noch besser....

Wer von Nachbau als status quo ausgeht lässt außer acht, dass damit das Anbaurisiko enorm steigt.
Hatte ich auch schon so geschrieben.
Heutzutage kaufen die meisten Landwirte in Europa ihr Saatgut. Mal von großen Firmen, mal von kleinen. So gut wie kein Landwirt züchtet seinen Mais selbst.
Auch richtig. Aber eben nicht überall auf der Welt und genau mit diesen Beispielen wird dann die Gentechnik beworben. Das Totschlagargument für Gentechnik ist immer die Unterernährung, der Hunger in der Welt.
Genau die Gegenden, wo eben zumeist noch solche Landwirtschaft praktiziert wird. Siehe Link von Bristlecone zu Gentechnik in Uganda.
Die Samenfeste Paprika im Bioglashaus gibts nicht. Da hat die klassische Züchtung dafür gesorgt, dass die Biobauern von ihren F1-Sorten keine Samen ernten können. Sie bauen sie trotzdem an, weil es nur selten geeignete samenfeste Sorten gibt oder die Produktion des Saatguts im eigenen Betrieb nicht wirtschaftlich ist.
Die Sortenverarmung der alten Gentechnik vorzuwerfen, ist dreist.
Da mußt Du noch einmal nachlesen, das habe ich nicht geschrieben und auch nicht gemeint. Die Entwicklung ist nicht neu und nicht durch Gentechnik verursacht. Aber es beschleunigt eben genau diese Entwicklung.
Gentechnik ist ein mächtiges Werkzeug und das unreguliert in privatwirtschaftliche Hände zu geben, birgt die Risiken. Die allgemein beschworenen Gefahren der Gentechnik, sehe ich auch nicht immer so. Aber Gentechnik eignet sich wunderbar um Monopolisierung und Abhängigkeiten in der Landwirtschaft weiter auszubauen zu fixieren. Und genau diese Beschwichtigung stört mich am meisten, es ist neu, es ist toll, es bietet viele neue Möglichkeiten, ja, genau, aber es hat eben auch Kehrseiten.
Dieses negative Potential damit abzutun, man könne ja schließlich so viel Gutes erreichen ist einfach platt.
Als gäbe es immer nur Ja oder Nein, absolute Zulassung oder striktes Verbot der Gentechnik.
Der Unterschied zwischen konventioneller und "industrieller" (ist jetzt nicht negativ gemeint) Züchtung ist, das Werkzeug, das man dafür benötigt. Konventionell ist theoretisch immer von jedem (und ja auch da gibt es Differenzierungen), der sich das Wissen aneignet umsetzbar. Laborzüchtung aber nicht, Labore sind leider kein Allgemeingut, auf das jeder zugreifen kann.
Gentechnik wird nicht wieder verschwinden, aber man muß sich auch mit den Konsequenzen auseinandersetzen und Regulieren, auch wenn das ganz ganz schlimm klingt in manchen Ohren.
Über genau das wieviel und wie zu regulieren ist, gilt es zu streiten.
Und immer zu behaupten durch konventionelle Züchtung ließen sich keine Probleme lösen, ist einfach falsch.
Den Bauern in Uganda (um im Beispiel zu bleiben) wäre vielmehr geholfen, wenn sie lernen können wie Züchtung verbessert werden könnte, wenn ihnen Ressourcen zur Verfügung gestellt werden würden, um besseres Saatgut gewinnen zu können. Genau, das was vor gut rund 100 Jahren hier in D bei Haustieren gemacht wurde, Zuchtzentren mit verbesserten Zuchttieren, die dann in die Landrassen eingekreuzt wurden. Das hat Effekt gezeigt. Die Variante, ihr kriegt jetzt alle diese Bananensorte und dann ist das Problem gelöst, ist einfach zu kurz gedacht.

Das ist eine Entwicklung, die ihre Ursachen wo ganz anders hat und schon Jahrzehnte vor der Entdeckung des Agrobacteriums angefangen hat. 

Absolut richtig.

Bleibt doch bitte mal bei der Realität und lasst das Pseudowissen aus den TV-Dokumentationen wo es hingehört.

Am Ende noch schnell einen nachtreten, kann ja sein, das die Argumente allein nicht wirken... :-X
Und woher beziehst Du Dein Wissen so? Wo wir hier schon in einer Diskussion unter Grundlagenforschern sind...
Das Argument, ihr habt doch alle keine Ahnung ist ganz, ganz billig. Kenn ich noch aus Kindertagen und hör es aktuell sehr oft bei meinen Kindern.
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Bristlecone am 21. August 2018, 09:13:37
Lass doch den einen mit der Schrotflinte arbeiten und den anderen mit der Pinzette.

Irrational bei den Gentechnikkritikern ist doch diese Versteifung darauf, dass die Pinzette Gefahren bergen soll, die die Schrotflinte nicht hat. Obwohl es keinen Grund zu der Annahme gibt.

Da müssen dann schon so abstruse Konstruktionen her wie testbiotechs Behauptung, die Pflanzenzelle würde für sie wichtige DNA-Bereiche bei konventioneller Züchtung vor Strahlenschäden schützen können. Nachzulesen bei Testbiotechs Erläuterungen über Gentechnikgefahren.

Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: thuja thujon am 21. August 2018, 09:37:26
Diese Schwarzweisseherei geht mir auf den Sender.
Alles kann missbraucht werden. Die konventionelle Zucht in privater Hand zu lassen hat F1-Hybriden hervorgebracht. Was sind das für krude Anschauungen?

Mal ein Beispiel wie ein mittelständisches Zuchtunternehmen arbeitet, hat seit 25 Jahren ein DH-Labor:
https://www.npz.de/de/zuechtung/biotechnologie/

Aktuelle Info: Neue Winterackerbohne zugelassen: Augusta, standfester als Hiverna.
Da haben wir zig Jahre drauf warten müssen. Wäre mit Crispr schneller gegangen. Ein Beitrag für die regionale Eiweißversorgung, die Politik hats leider irgendwie geschafft den Karren an die Wand zu fahren. Wäre politisch vielleicht anders ausgegangen wenn die Leguminosen  früher so weit gewesen wären, dass sie vor 5 Jahren schon deutlichere Anteile in der Fruchtfolge gehabt hätten.
Ein weiteres Produkt: Kohlhernieresistenter Raps: ein Beitrag für weniger Chemie auf dem Acker.
Wollen wir ihnen nun vorwerfen die konventionelle Pflanzenzüchtung mit Biotechnologiemethoden würde immernoch den Einsatz von Chemie auf dem Acker nötig machen und man müsse sie deswegen verbieten, weil sie es nicht auf Anhieb geschafft hat diese zu verdrängen?

Es gibt Dinge, die ändern sich nur wenn man Wege geht. Es ist naiv zu glauben, eines Tages wird man wach und die Welt ist gut.
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Wild Obst am 21. August 2018, 14:05:17
Dieses negative Potential damit abzutun, man könne ja schließlich so viel Gutes erreichen ist einfach platt.
Als gäbe es immer nur Ja oder Nein, absolute Zulassung oder striktes Verbot der Gentechnik.
Der Unterschied zwischen konventioneller und "industrieller" (ist jetzt nicht negativ gemeint) Züchtung ist, das Werkzeug, das man dafür benötigt. Konventionell ist theoretisch immer von jedem (und ja auch da gibt es Differenzierungen), der sich das Wissen aneignet umsetzbar. Laborzüchtung aber nicht, Labore sind leider kein Allgemeingut, auf das jeder zugreifen kann.
Gentechnik wird nicht wieder verschwinden, aber man muß sich auch mit den Konsequenzen auseinandersetzen und Regulieren, auch wenn das ganz ganz schlimm klingt in manchen Ohren.

Aber das positive Potential damit abzutun, das man auch viel Schlechtes damit erreichen kann, ist genauso platt. So lesen sich leider einige Teile deiner Antworten, auf die Bristlecone und Thuja thujon so stark reagieren.

Nüchtern gesehen, seid ihr euch alle in wichtigen Punkten einig, zB:

Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: RosaRot am 21. August 2018, 14:16:04
....
Ich sage nicht Gentechnik ist Schuld daran und vorher gab es so etwas nicht, aber Gentechnik verstärkt diesen Trend und kann einen Katalysator darstellen, da Saatgutfirmen nun nicht nur rechtlich agieren können, sondern ganz praktisch mit modifizierten Saatgut, das sich gar nicht vermehren lässt oder oder...

Frage: Ist das Saatgut von mit Crispr/Cas9 modifizierten Pflanzen steril /spaltet auf oder wird das veränderte Gen/die veränderten Gene weitervererbt? Ließen sich theoretisch oder praktisch mit Crispr veränderte Pflanzen aus Samen nachziehen und behielten die veränderte Eigenschaft?
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Wild Obst am 21. August 2018, 14:16:58
Zudem, für die wichtigsten Nutzpflanzen sind die Genome mittlerweile sequenziert, das musste und muss man als Unternehmen nicht selbst machen und finanzieren. Und alle "genetischen" Test bzw. Untersuchungen sind in den letzten Jahren viel schneller, besser und vor allem billiger geworden. Zu überprüfen, ob ein Genom ein spezielles gen enthält ist immer mehr eine relativ billige, "outgesourcete" Dienstleistung, und damit sicherlich auch für kleine Züchter bezahlbar und vielleicht auch billiger, auf jeden Fall aber schneller, als "neue" Saatlinien jahrelang anzubauen, zu beobachten, zu bonitieren und auszulesen.

Klassische Züchtung kann auch nicht unbedingt von Laien betrieben werden, sie erfordert durchaus einiges an Planung und Vorwissen und Kapital. Zumindest richtige Züchtung und nicht nur der Nachbau aus eigenen Saatgut oder die Auslese von Zufallssämlingen.
Wenn sich etwas wie CISPR etablieren sollte, dann bin ich überzeugt, dass es in 10-20 Jahren Jahren in der Züchtung "Baukastenmethoden" mit CISPR gibt, für die nicht mehr Wissen als zB ein Biologiestudium nötig sein wird, oder selbst für engagierte Laien verwendbar sein wird.

Egal, alles was ich sagen will ist das niemand, der hier ernsthaft mitdiskutiert glaubt, es geht um entweder "JA, wir machen alles was geht, weil es geht, egal was passiert und alle Probleme werden sich lösen" oder "neue Technik ist generell böse und Fortschritt hat schon immer nur negative Folgen gehabt und wird die Welt nur schneller in Chaos stürzen".

Jede Technologie hat VOR- und NACH-teile, Stärken und Schwächen. Aber es ist irrational, deswegen manche (wie Gentechnik) sofort und grundsätzlich auszuschließen, obwohl sie unbestreitbar großes Potential haben. Niemand hat geschrieben, das CISPR &Co DIE LÖSUNG FÜR ALLES (und den Hunger der Welt im besonderen) ist, aber es kann sinnvoller Teil EINER Gesamtlösung sein, die auch umweltschonender und je nach Kriterien besser sein kann als andere Alternativen OHNE CISPR &Co.

Bei Gentechnik in Medikamenten oder deren Herstellung, zB Insulin, stört sich niemand daran. Ich kenne keinen Diabetiker, der das ablehnt und lieber das frühere, aus Schlachttieren gewonnene Insulin hätte.

Statt neue Methoden zu verteufeln und rundweg und grundsätztlich abzulehnen, weil sie auch für Saatgutmultis nützlich sind, die damit eventuell mehr Gewinne erwirtschaften könnten, sollten lieber sinnvolle Regulierungen für den Umgang mit den Methoden und deren eventuellen Risiken diskutiert und entwickelt werden. So wie Autos generell nicht auf Gehwegen fahren sollten und Fußgänger nicht auf der Fahrbahn gehen, damit sich beide die Straße sicher teilen können. Man könnte auch Autos verbieten oder Fußgänger, aber das wäre wohl nicht sinnvoll.

CISPR wird auch sicherlich nicht die klassische Züchtung ersatzlos ersetzen, genausowenig wie Fernsehen das Radio und das Radio Printmedien.
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Wild Obst am 21. August 2018, 14:19:59
Frage: Ist das Saatgut von mit Crispr/Cas9 modifizierten Pflanzen steril /spaltet auf oder wird das veränderte Gen/die veränderten Gene weitervererbt? Ließen sich theoretisch oder praktisch mit Crispr veränderte Pflanzen aus Samen nachziehen und behielten die veränderte Eigenschaft?

Kann man vielleicht so hinbekommen, so wie es auch sonst sterile Hybride gibt. Aber das muss nicht unbedingt so sein. Eigentlich sollte eher der umgekehrte Fall die Regel sein, es sollten ganz "normale" Pflanzen entstehen, also durchaus fertile.

Aber vielleicht wäre die Sterilität ja auch gewünscht, damit sich die "Gen"sorten nicht auskreuzen können.
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Natternkopf am 21. August 2018, 14:24:03
Hallo Wild Obst

Das #295 hätte ich ungefähr auch so geschrieben.
Bin der Deutschen Sprache, vorallem wenn es um exakte Ausagen/Beschreibungen,
geht nicht so gut. Da ist "Können in der Sprache" von Vorteil.


Grüsse Natternkopf
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Wild Obst am 21. August 2018, 14:24:12
Man könnte auch argumentieren, dass wenn gezielte Züchtung leichter wird, es wieder mehr auf lokale Verhältnisse zugeschnittene Sorten geben kann, wodurch die Sortenvielfalt wieder steigen könnte. Mal ganz optimistisch gesehen.
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Bristlecone am 21. August 2018, 14:30:45
....
Ich sage nicht Gentechnik ist Schuld daran und vorher gab es so etwas nicht, aber Gentechnik verstärkt diesen Trend und kann einen Katalysator darstellen, da Saatgutfirmen nun nicht nur rechtlich agieren können, sondern ganz praktisch mit modifizierten Saatgut, das sich gar nicht vermehren lässt oder oder...

Frage: Ist das Saatgut von mit Crispr/Cas9 modifizierten Pflanzen steril /spaltet auf oder wird das veränderte Gen/die veränderten Gene weitervererbt? Ließen sich theoretisch oder praktisch mit Crispr veränderte Pflanzen aus Samen nachziehen und behielten die veränderte Eigenschaft?

Das hängt ganz davon ab, was man an der Pflanze verändert. Es kommt also auf die Veränderung im Genom an, nicht auf die Methode.

Wenn man, sagen wir mal, eine echt aus Samen fallende Möhre per CRISPR/cas so verändert, dass sie violett statt rot ist, und dazu nur ein Gen für die Synthese des Farbstoffs verändert (oder dessen Aktivität), so wird das ebenso weitervererbt wie bei der Ausgangssorte vorher die Farbe auch.

Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: RosaRot am 21. August 2018, 14:44:28
Gut, dann ist das doch ein prima Instrument um z.B. lokale Sorten weiter zu optimieren, beispielsweise...wäre also eigentlich eine Methode, mit der Vielfalt nicht eingeschränkt sein muss, sondern eher zunehmen könnte, wenn entsprechend verwendet.
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Bristlecone am 21. August 2018, 14:49:02
Jedenfalls könnte das eine Folge sein.
Allerdings ist die Vererbung von komplexen Eigenschaften ja nicht an ein einzelnes Gen gekoppelt und damit eine veränderte Eigenschaft auch nicht so ohne Weiteres zu erzielen.

Man könnte aber z. B. - um nochmal bei den Bananenzüchtungen zu bleiben - hergehen und ein isoliertes Resistenzgen in mehrere unterschiedliche Sorten einbauen, die in unterschiedlichen Gegenden angebaut werden.
Oder in unterschiedlichen lokalen Sorten das offenbar noch vorhandene, aber nicht mehr sehr aktive Resistenzgen zu aktivieren versuchen.
Das wäre ein Ansatz, den regionalen Sortenbestand zu wahren.

(ich weiß, was jetzt als Einwand kommt.)
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Natternkopf am 21. August 2018, 17:39:54
(ich weiß, was jetzt als Einwand kommt.)

Ich nicht  :-[

Mal abwarten, vielleicht entwickelt sich da was.  ;)
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: thuja thujon am 21. August 2018, 17:41:11
Man könnte auch argumentieren, dass wenn gezielte Züchtung leichter wird, es wieder mehr auf lokale Verhältnisse zugeschnittene Sorten geben kann, wodurch die Sortenvielfalt wieder steigen könnte. Mal ganz optimistisch gesehen.
Man könnte auch argumentieren Sortenvielfalt ist nicht immer gewollt. Die Kulturpflanze mit dem meisten Sortenwachstum in den letzten Jahren ist mit Abstand Mais durch den Entscheid mit Biogas durch Frau Ministerin Künast damals. Ich bezweifle, dass die Umweltverbände die jetzt laut Klima retten schreien das als positiv betrachten.
`Sortenvielfalt´ scheint also etwas näher differenziert werden zu müssen wenn hinterher jemand längerfristig glücklich sein will.
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Wild Obst am 21. August 2018, 19:15:46
Also ich finde grundsätzlich auch bei Energiemais die Sortenvielfalt positiv. Wenn schon Fläche für Biogasenergiemais verwendet wird, sollte auch das Optimum and Mais/Trockenmasse/Gas/Energie aus dieser Fläche herausgeholt werden.
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: dmks am 21. August 2018, 21:58:01
Hier bestimmt der aktuelle Maisertrag die Anzahl der zu "reduzierenden" Rinder. 8)
Biogasanlagen lassen sich runterfahren oder zwischenzeitlich stillegen, Kühe nicht.
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: b-hoernchen am 22. August 2018, 21:29:30
Man könnte aber z. B. - um nochmal bei den Bananenzüchtungen zu bleiben - hergehen und ein isoliertes Resistenzgen in mehrere unterschiedliche Sorten einbauen, die in unterschiedlichen Gegenden angebaut werden.
Man könnte aber auch  - um von der Bananenzüchtung wegzugehen - isolierte Gene, die erwünschte Eigenschaften bedingen, in das menschliche Erbgut einbauen... - war das der Einwand, den du vorhergesehen hast?