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Garten- und Umwelt => Naturpark => Thema gestartet von: fisalis am 17. Dezember 2003, 16:56:35

Titel: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fisalis am 17. Dezember 2003, 16:56:35
Gentech-Zutaten in chinesischem Nesquik:

http://info.greenpeace.ch/de/newsandinfo/news/index
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Andi H. am 17. Dezember 2003, 18:23:47
Eigenartiger Artikel... es wäre nämlich sehr interessant zu erfahren, wie in China überhaupt die gesetzliche Lage betreffend GVOs ist - was erlaubt, toleriert oder verboten ist.

Denn wenn solche Gesetze nicht oder nur in ungenügendem Ausmaß existieren, wird auch kaum eine Grundlage zu finden sein, anhand derer die Dame Nestlé verklagen kann. Hätte mir von Greenpeace eigentlich dieses Mehr an Info erwartet.

Mal schaun, ob ich da noch was finde.

Liebe Grüße
Andreas
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fisalis am 18. Dezember 2003, 09:56:30
Etwas findest du schon mal im ersten Hintergrunddokument, das am Ende des Artikels verlinkt ist. Demnach hat das Gericht in Shanghaj die Klage zugelassen und eine unabhängige Laboranalyse angeordnet. Ohne über die diesbezügliche Rechtslage in China näheres zu wissen, gehe ich davon aus, dass eine Klagegrundlage besteht.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Hans am 11. Februar 2004, 13:03:52
Hallo zusammen,

das Gen-Food ist anscheinend nicht aufzuhalten. >:(

Zitat
Kontrolle: Gesundheitsamt findet gentechnisch veränderte Papayas

Bei einer Routinekontrolle auf Großmärkten in München und Nürnberg sind erstmals in Europa gentechnisch veränderte Papayas gefunden worden.

München (dpa) - Wie das bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Donnerstag in München mitteilte, sei eine unbekannte Zahl der aus den USA importierten Früchte in den Handel gelangt. Eine Gesundheitsgefährdung bestehe aber nicht.

Die Papayas waren ...
... mehr

Und das meint Transgen zu Gen-Papayas.


Nachdenkliche Grüße
Hans
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fisalis am 01. März 2004, 09:53:39
Das schweizerische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) hat mit Entscheid vom 27. Februar 2003 die Greenpeace-Beschwerde gegen den Versuchsanbau von Gentech-Weizen abgelehnt und so der Eidgenössisch Technischen Hochschule (ETH) grünes Licht für die Aussaat von Gentech-Weizen in Lindau/Zürich (bei der D-CH-Grenze) erteilt. Greenpeace wird zusammen mit der Bevölkerung vor Ort am 6. März gewaltlos Widerstand gegen das überflüssige und gefährliche Gentech-Experiment leisten und einen Weiterzug des Entscheids ans Bundesgericht prüfen.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fisalis am 02. März 2004, 10:26:11
Zitat
Der Genmais Nk603 von Monsanto bekommt nach einem Beschluss der EU keine Einfuhrgenehmigung. Österreich, Dänemark, Italien, Griechenland und Luxemburg haben dagegen gestimmt, Deutschland enthielt sich der Stimme.
(Quelle: Biofach-Newsletter)
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Hans am 03. März 2004, 13:12:23
Und zur Abwechslung mal eine gute Gentech-Meldung!

Zitat
Gentechfreie Zone bald auch in den USA?
Die Bürger von Mendocino County dürfen heute wählen, ob sie die erste gentechfreie Region in den USA werden wollen.
Die Entscheidung hat Signalfunktion. In mehreren US-Bundesstaaten sind ähnliche Initiativen bereits in Vorbereitung ...

... mehr davon gibt es in der taz

Schöne Grüße
Hans
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Hans am 07. April 2004, 08:29:52
Es ist soweit! >:(

Zitat
Bundesweit erster Versuch mit Gen-Weizen - Kritik von Greenpeace

Trotz Protesten von Umweltschützern hat am Dienstag bei Bernburg in Sachsen-Anhalt der bundesweit erste Freilandversuch mit gentechnisch verändertem Weizen begonnen.


Bernburg (dpa) - Die Firma Syngenta aus Hessen will auf rund 450 Quadratmetern Getreide anbauen, das gegen einen Pilz widerstandsfähig ist. Nach Angaben der Firma werden rund 5000 Pflanzen ausgesetzt...


... mehr bei vistaverde


Schöne Grüße
Hans
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Hans am 12. Mai 2004, 13:24:42
Gentechnik - nicht immer im Sinne der Landwirte

Indische Entwicklungsorganisation beurteilt Gen-Baumwolle negativ!

Zitat
(aid) - Groß waren die Hoffnungen, als die indische Zulassungsbehörde im März 2002 nach einer dreijährigen Testphase erstmals erlaubte, gentechnisch veränderte Baumwolle in sechs Regionen Zentralindiens kommerziell anzubauen.

Die sogenannte Bt-Baumwolle enthält ein Gen für das Gift der Bakterienart Bacillus thuringiensis (Bt), das sie resistent gegen drei Arten des Baumwoll-Kapselbohrers, den bedeutendsten Schädling für Baumwollpflanzen, macht.

Indien besitzt weltweit die größte Baumwoll-Anbaufläche, erzielt aber aufgrund von extremen jahreszeitlichen Klimaschwankungen mit Regen- und Dürreperioden und hohem Schädlingsbefall jährlich stark schwankende Erträge.

Indem sich die genmanipulierten Pflanzen selbst gegen Schädlinge schützen, hoffte man, den Pestizidverbrauch zu senken und somit den Baumwollanbau wirtschaftlicher und umweltfreundlicher gestalten zu können.

Andererseits gab es auch Befürchtungen, dass Schädlings- und Antibiotika-Resistenzen verstärkt auftreten, die Biodiversität verringert und eine ständige Abhängigkeit von Saatgut-produzierenden Firmen entstehen könnte.

Die Misereor Partner-Organisation IDE-India (International Development Enterprise) hat nun in ihrem Bericht "BT-Cotton in India: Two Years of Failure" vier Studien zum Anbau der gentechnisch veränderten Baumwolle ausgewertet.

Demnach war die Ertragssituation bei der Bt-Baumwolle deutlich schlechter.
Die gentechnische Veränderung schützte nur eingeschränkt vor dem Baumwoll-Kapselbohrer und war außerdem unwirksam gegen andere Schädlinge wie Blattläuse.

Ertrag und Qualität der gentechnisch veränderten Baumwolle waren deutlich geringer als bei herkömmlicher Baumwolle, so dass viele Bauern am Ende der Saison große Verluste zu verzeichnen hatten.

Diese Ergebnisse widerlegen Veröffentlichungen des verantwortlichen Saatgutherstellers.
aid, Ruth Blettenberg, Gesa Maschkowski


Schöne Grüße
Hans
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fisalis am 12. Mai 2004, 13:30:47
Wen wunderts? Mich freuts, und weil Monsanto erst gestern den Rückzug eines Genweizens mit mangelnder Marktnachfrage begründet hat, artet meine Freude wenigstens kurzfristig - bis zur nächsten Hiobsbotschaft - gar in Schadenfreude aus.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Hans am 24. Mai 2004, 09:00:38
GENpest

Ein Buch für alle, die sich einerseits mit dem Risiko der Gentechnik beschäftigen und andererseits dieses Thema mal mit belletristischen Augen betrachten wollen. :)

Das Besondere an dem Buch ist, dass die Autoren auf ihr Honorar verzichtet haben und es damit möglich wurde, die Erlöse dieses Buches Gruppen und Organisationen zur Verfügung zu stellen, die den Kampf gegen die "Genpest" aufgenommen haben.

Es enthält keine Protestaufrufe oder Slogans einiger Anti-Gentechnik-Aktivisten, sondern literarische Kurzgeschichten von 17 Nachwuchsautoren.

Darunter sind tolle Science-fiction-Geschichten über "mögliche" und "unmögliche" Gefahren der Gentechnik genauso wie spannende Kurzkrimis um Verschwörungen und Morde rund um die "Genpest".

Aber auch Humorvolles wie etwa die Frage "wie fühlt sich ein Klon wenn er aufwacht" oder "wo bringe ich mein lebendiges Ersatzteillager unter, wenn das illegale Gentechinstitut aufgeflogen ist" kommt nicht zu kurz.

Ein Buch, das nicht nur ein wenig anders ist, sondern auch von der ersten bis zur letzten Seite Spannung pur bietet. :)
 


(https://ssl-images.amazon.com/images/P/3833004363.03.MZZZZZZZ.jpg)
GENpest
von Beate Schütz
Broschiert, 232 Seiten
Edition Ponte Novu, 2003
15,50 Euro


Viel Spaß beim Lesen
Hans

Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fisalis am 09. Juni 2004, 11:20:10
Zitat
Chemiecocktail für Gentech-Pflanzen

Mit gentechnisch veränderten Pflanzen verringert sich der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln - so lautet eines der Verkaufsargumente von Biotech-Konzernen. Doch diese Behauptung ist falsch: Laut einer US-Studie verbrauchen genetisch veränderte Soja- und Maiskulturen sogar mehr Pestizide als herkömmliche Sorten. Nur in den ersten beiden Anbaujahren benötigen die veränderten Pflanzen weniger Spritzmittel, danach steigt der Verbrauch.

Die manipulierten Sorten enthalten ein Gen, das sie gegen Unkrautvertilger resistent macht. Weil der Landwirt beim Spritzen so nur das Unkraut zerstört, entstehen Monokulturen, in denen keine anderen Lebewesen mehr gedeihen. Die Unkräuter sind auf diese Weise einem extremen Anpassungsdruck ausgesetzt und beginnen sich rasch gegen den Chemiecocktail zu wehren. Folge: Es entstehen Superunkräuter, die in den nächsten Anbauperioden kaum mehr zu kontrollieren sind.

sc

Copyright © Saldo 11/04 vom 9. Juni 2004 - Seite 11
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fisalis am 21. Juni 2004, 13:22:33
Hier noch der Link zur oben erwähnten US-Studie betreffend mittelfristig erhöhten Herbizidbedarf von Genkulturen.

Scheine hier mit Hans ein Zwiegespräch in Einigkeit zu führen. Auch andere kritische Hobbygärtner sollten sich aber für die Problematik interessieren, werdens wohl auch, sobald sie in ihrem Garten irgendwie komische Pflanzen finden. Dürfte nicht mehr lange dauern.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Hortulanus am 21. Juni 2004, 13:37:06
Hier noch der Link zur oben erwähnten US-Studie betreffend mittelfristig erhöhten Herbizidbedarf von Genkulturen.

Scheine hier mit Hans ein Zwiegespräch in Einigkeit zu führen. Auch andere kritische Hobbygärtner sollten sich aber für die Problematik interessieren, werdens wohl auch, sobald sie in ihrem Garten irgendwie komische Pflanzen finden. Dürfte nicht mehr lange dauern.

Wie seriös ist den diese Studie? Genauso zutreffend wie die Prognosen des Club of Rome?

Die Gentechnologie dürfte ebenso viel positive wie negative Aspekte haben. Cui bono?

Macht euch die Erde untertan, aber missbraucht sie nicht. Ich bin für ungehemmte und unbegrenzte Forschung, die aber unter starker ethischer Kontrolle steht. Ist illusorisch, ich weiß, aber ebenso illusorisch wie das Verbot bedenklich erscheinender Entwicklungen. Eine Verweigerungshaltung oder Ächtung hat derartige Entwicklungen noch nie be(ver)hindert. Dann lieber weitermachen aber den Forschern intensivern auf die Finger gucken.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fisalis am 21. Juni 2004, 13:48:09
Ja, da liegen wir nicht mal soo weit auseinander, schon weit, aber doch nicht sooo weit ;D.

ich machs kurz, denn es ist simpel: Ich habe Angst (Phobie!), dass gentechnisch veränderte Pollen aus einem benachbarten Feld meine Biosetzlinge manipulieren. Stell dir vor, ein Gentechsteingarten! Das wär für mich dann weit schlimmer als das ungeliebte Werk der Schnecken. Das müsst ihr einfach verstehn, wär so schlimm wie eine atomare Verseuchung meines Gartens. Das ist jetzt frei jeder Ideologie. Muss doch eigentlich jeder nachvollziehen können. Aber ich denke, die meisten Hobbygärtner haben sich das zu Unrecht noch gar nie überlegt. Ist doch besser jetzt als wenns soweit ist.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Hortulanus am 21. Juni 2004, 14:00:09
Du überschätzt die Hobbygärtner, Fisalis. Auf der Jagd nach der "Blauen Rose" nehmen die auch jeden Genmutanten mit, Hauptsache er ist bunt und duftet.

Deine Angst ist ziemlich singulär. Die Mehrheit der Konsumenten treibt "de hollandse kwekerijen" zu Höchstleistungen an. Du wirst dich wundern, was du in wenigen Jahren alles in deinem Umfeld vorfinden kannst. Ananasplantagen an den Hängen der Eiger-Nordwand sind noch das Geringste.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Iris am 21. Juni 2004, 14:24:40
Scheine hier mit Hans ein Zwiegespräch in Einigkeit zu führen. Auch andere kritische Hobbygärtner sollten sich aber für die Problematik interessieren, werdens wohl auch, sobald sie in ihrem Garten irgendwie komische Pflanzen finden.
Lieber Fisalis, nicht immer hat Interesse damit zu tun, dass man auch mitredet. Sei getrost gewiß, dass sicher einige hier mitlesen.
Sobald du z.B. Tipps hast, was man tun kann/soll, haben wir einen konkreten Ansatzpunkt.
Iris
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fisalis am 21. Juni 2004, 14:52:21
Tipps? Naja, im Moment kann man z.B. an Demonstrationen gegen Freisetzungsversuche teilnehmen. Als Konsument nur noch Bionahrung kaufen. In Supermärkten mit pingeligen Anfragen an den Filialleiter und anschliessend an die Verwaltung Aufsehen erregen, (leider offenbar nur) hier in der Schweiz Volksinitiativen gegen Freisetzungen unterschreiben, jedem sagen, dass Gentechnologie im Pflanzenereich bisher keinen nutzen bringt, und wenns dann soweit ist, die Übeltäter kurzerhand einklagen...hab ich was vergessen??
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fisalis am 28. Juni 2004, 10:27:24
Jetzt wurde das Genfutter doch in der Milch gefunden:

Gentechnik aus dem Euter
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fisalis am 16. Juli 2004, 12:01:26
Und trotz eurem scheinbaren Desinteresse gehts weiter hier:

Zitat
Zürich/Lindau. Heute hat die ETH Zürich das aus ökologischen und gesellschaftspolitischen Gründen heftig bekämpfte Gentech-Experiment mit pilzresistentem Weizen beendet. Dies in einem Umfeld, wo weltweit Entwicklungen im Gang sind, die eine fehlende Akzeptanz der Agro-Gentechnik bestätigen. Das Freiland-Experiment erscheint dadurch erst recht als Schnee von gestern. Greenpeace erwartet daher, dass ForscherInnen auf weitere Freilandexperimente mit genmanipuliertem Saatgut verzichten.

Heute haben Angestellte des Instituts für Pflanzenwissenschaften der ETH Zürich in Lindau/ZH ihr umstrittenes Forschungsobjekt geerntet: den am 18. März 2004 ausgesäten Gentech-Weizen.

Anhaltende Proteste von AnwohnerInnen, Bauern-, Umwelt- und Konsumentenschutzverbänden gegen den Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft scheinen bei den Verantwortlichen der ETH Zürich auf taube Ohren gestossen zu sein. Denn auch Freisetzungsversuche und deren Erkenntnisse dienen schlussendlich immer der Entwicklung neuer Produkte.

Ursprünglich war der ETH-Versuch Teil eines mehrjährigen Projektes. Beabsichtigt war, mittelfristig in Indien eine Gentech-Weizen-Sorte auf den Markt zu bringen. Die Arbeit steckt diesbezüglich aber in einer Auswertungsphase. Die ETH legitimierte ihr Weizen-Experiment folglich damit, mit den erwarteten Resultaten Fragen der Risikoforschung beantworten zu wollen. Was nicht anwendungsorientiert durchgeführt werden kann, wird nun als Risikoforschung verkauft.

Spätestens die weltweiten Entwicklungen müssten die Gentech-ForscherInnen der ETH aber hellhörig machen: Der Gentech-Multi Monsanto hat sich in Nordamerika mangels Exportmärkten mittlerweile ganz aus dem Weizen-Geschäft zurückgezogen, Syngenta verlagert ihr britisches Gentech-Labor in die USA und in Deutschland wollen weder Versicherer noch Saatgutfirmen für Schäden aufkommen, die durch den Anbau von Gentech-Pflanzen entstehen können. Das Risiko sei zu gross. Gentech-Landwirtschaft und -Lebensmittel bleiben aus vielen guten Gründen unerwünscht.

Steuergelder in Höhe einer nicht genannten Summe wurden hier von der ETH für die Durchführung eines Experimentes eingesetzt, das die gentechkritische Haltung einer Mehrheit der Bevölkerung und das gesellschaftspolitische (internationale) Umfeld meisterlich ignoriert.

Greenpeace fordert die ETH Zürich und andere Institutionen auf, auf weitere Freilandexperimente mit genmanipuliertem Saatgut zu verzichten.

Weitere Informationen unter www.greenpeace.ch oder bei:
Marianne Künzle, Gentech-Kampagne Greenpeace Schweiz
++41 79 / 410 76 48
Greenpeace-Medienabteilung ++41 1 / 447 41 11
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: elisabeth am 16. Juli 2004, 12:27:32
War am Mittwoch, hab's übersehen und fast verpasst, nur mehr die letzten 10 min gesehen:
http://www.swr.de/das-erste/doku/20040714index.html
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fisalis am 27. August 2004, 16:15:46
Zitat
Am 8. September steht die neue Saatgutrichtlinie auf der Tagesordnung

Die Umweltkommissarin Margot Wallström wird am 8. September der Kommission ihren Vorschlag für eine "Kommissionsentscheidung zum zufälligen und technisch unvermeidbaren Vorhandensein von gentechnisch veränderten Sorten in konventionellem und biologischem Saatgut" vorlegen. Der Vorschlag sieht vor, dass sowohl bei Mais als auch bei Raps bis zu 0,3% GVOs ungekennzeichnet in gentechnikfreiem Saatgut enthalten sein dürfen. Dies meldete die Initiative "Save Our Seeds" (SOS), die zugleich um Unterstützung bat. Denn wenn die EU-Kommission einen solchen Vorschlag einmal beschlossen hat, könnte er nur noch von einer Zweidrittel-Mehrheit der Mitgliedstaaten im Ministerrat gestoppt werden.


mehr...

Pressetext von Save our Seeds, pdf
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: bb am 16. September 2004, 09:33:55
Fundsache

http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,318059,00.html
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fisalis am 24. September 2004, 13:09:08
Also geschrieben wird ja grad im Spiegel-Focus-Profil-Facts-und-wiesiealleheissen-Sumpf immer wieder mal und gerne über Gentechnologie. Jetzt aber mal konkret auf uns Gärtner bezogen: Hab ihr denn nun Angst vor einem Gentechfeld in Pollen- oder Samenflugflugnähe? Was würdet ihr tun, wenn ihr befürchten müsstet, dass Gentechpollen euren Biogarten verseuchen?

Ich habe ganz den Eindruck, dass sich da die meisten Gärtner in einer falschen Sicherheit wiegen oder das Problem verdrängen. Es wird aber leider bald soweit sein. Bedauerlich auch, dass da bisher noch in keiner der bekannten Gartenzeitschriften oder Foren was Brauchbares zum Problem erschienen ist (soweit ersichtlich). Denn mir macht die Aussicht auf Pollenverschmutzung im Biogarten schon Bauchweh! Aussicht auf Schadenersatzzahlungen vermögen mich da ganz und gar nicht zu besänftigen, ich hätt lieber gesunde Pflanzen als Geld. Letzteres kann man ja bekanntlich nicht essen ??? Zeit also, das WIR GAERTNER uns da mal Gedanken machen!
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fisalis am 26. April 2005, 10:27:53
Die Feinde der naturnahen Landwirtschaft legen zu:

Zitat
Syngenta mit mehr Umsatz

Der Basler Agrochemiekonzern Syngenta hat seinen Umsatz im ersten Quartal um 24 Prozent auf 2,85 Milliarden Dollar gesteigert. Vor allem Zukäufe im US-Saatgutgeschäft trugen dazu bei.

Auf Basis konstanter Wechselkurse habe der Umsatzzuwachs 19 Prozent betragen, teilte Syngenta am Dienstag mit. Im Pflanzenschutz legte der Konzern um 4 Prozent zu. Hier habe man von der Nachfrage zu Saisonbeginn im Nafta-Raum und einer guten Geschäftsentwicklung in Asien profitiert. In Europa ging der Umsatz dagegen leicht zurück.
Besonders gut habe sich das Wachstum bei Fungiziden entwickelt, hiess es weiter. Aber auch Insektizide hätten in allen Regionen zugelegt. Im Herbizidgeschäft glichen Umsatzrückgänge in Europa das Wachstum in der Nafta-Region aus.

Die Umsätze im Saatgutgeschäft stiegen um 70 Prozent. Ohne Berücksichtigung der Akquisitionen stieg der Umsatz um 15 Prozent. Für das ganze Geschäftsjahr bleibt Syngenta bei seiner Absicht, den Gewinn pro Aktie um mehr als 15 Prozent zu steigern, wie es weiter hiess.
© Tamedia AG
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Simon am 26. April 2005, 10:32:06
Zitat
Haltet den Dieb?

Der Gentech-Multi Monsanto drangsaliert, bespitzelt oder verklagt US-Bauern und erwirtschaftet damit Millionen Dollar an Zusatzeinnahmen
Artikel: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/19/19923/1.html

Bye, Simon
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fisalis am 20. Mai 2005, 08:51:42
Einen neuen Service bietet der Infodienst Gentechnik zum Thema Standortregister. Landwirte, die genveränderte Pflanzen anbauen wollen, betroffene Nachbarn sowie Landeigentümer finden auf den neuen Internetseiten Informationen zu Rechten und Pflichten beim Umgang mit Gentechnik. Fragen der Haftung und zur Nutzung des behördlichen Standortregisters werden in kurzer und verständlicher Form geboten.

www.standortregister.de
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Simon am 04. August 2005, 11:19:19
Nicht unbedingt nur Gentechnik betreffend sondern eher das "Wundermittel"
Roundup >:(
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/20/20660/1.html

Bye, Simon
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fisalis am 04. August 2005, 11:30:21
Und dabei hatte Roundup bislang den - nur von Umwelt"fanatikern" angezweifelten - Ruf, keinerleit Sekundärschäden zu verursachen, weil es sich im Boden angeblich rasch abbaute... Danke für diesen Hinweis, Simon.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Unkraut am 05. August 2005, 09:55:51
Genau, denn wenn sich diese Pollen erst mal verbreiten , ist es zu spät. Es ist zu bezweifeln, daß das gentechnisch veränderte Erbgut am Gartenzaun Halt macht.
Gruß vom Unkraut
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Unkraut am 05. August 2005, 10:01:40
Genau, denn wenn sich diese Pollen erst mal verbreiten , ist es zu spät. Es ist zu bezweifeln, daß das gentechnisch veränderte Erbgut am Gartenzaun Halt macht.
Gruß vom Unkraut
Uups, da bin ich an die falsche Stelle gerutscht, sollte eine Antwort zu Fisalis Angst vor genmanipuliertem Saatgut sein.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Simon am 12. August 2005, 18:04:29
Und wieder gibts neues von meinem Lieblingsverein M0nsanto >:( :
Zitat
Der Gentech-Multi klagt die Bundesrepublik Deutschland an und will Zulassung von Gentech-Mais per Gerichtsbeschluss erzwingen
Kompletter Artikel: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/20/20709/1.html

Bye, Simon
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Irisfool am 12. August 2005, 18:09:29
Ich fühle mit dir Simon. Hier macht man auch die `Türen`auf... Wird Zeit, dass ich mein eigenes Gemùse anbaue.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fisalis am 15. August 2005, 08:59:19
Wird Zeit, dass ich mein eigenes Gemùse anbaue.

Wird dir nichts bringen, denn die Genpollen fliegen weit, bis unsere Gärten.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fisalis am 24. August 2005, 14:34:12
Wem sein Argumentarium gegen GMO erweitern möchte, sei hiermit gedient:

Zitat
24. August 2005

Lange Haltbarkeit von Rapssamen im Feld

Implikationen für den Anbau von «Gen-Raps»
kus. Eine Hauptsorge beim parallelen Anbau von konventionellen und gentechnisch veränderten (GV-)Feldfrüchten ist es, dass die konventionellen Pflanzen oder Ernten durch die GV-Pflanzen «verunreinigt» werden könnten. Einer solchen Vermischung sollen etwa Sicherheitsabstände zur Verringerung des Risikos von Pollenflug zwischen konventionellen und GV-Feldern dienen, auf denen zur gleichen Zeit die gleichen Arten angebaut werden. Doch nicht nur der parallele Anbau kann ein Problem darstellen, sondern auch der zeitlich verschobene. So ist beispielsweise Raps auch dafür bekannt, bei der Ernte eine hohe Anzahl Samen zu streuen, von denen ein Teil im Boden verbleibt und auf günstige Bedingungen für eine Keimung wartet. Tatsächlich könnten, wie britische Forscher aufgrund einer vierjährigen Untersuchung hochgerechnet haben, selbst neun Jahre nach dem Anbau von Raps auf einem Feld noch genügend keimfähige Samen im Boden verblieben sein, dass pro Quadratmeter mehr als zwei Rapspflanzen aus ihnen entstehen könnten.

Sollte es sich bei diesen sogenannten Durchwuchspflanzen um GV-Raps und bei der neu angebauten Frucht um konventionellen Raps handeln, würden die GV-Pflanzen gewöhnlich weder auffallen noch durch Unkrautvernichtungsmassnahmen bekämpft werden können - aber laut den Forschern ausreichen, um bei der konventionellen Ernte den EU-Grenzwert für «Verunreinigungen» mit GV-Pflanzen zu überschreiten. Zudem wäre in einem solchen Szenario auch eine unerwünschte Kreuzung von konventionellen und GV-Pflanzen möglich.

Darüber hinaus könnte GV-Durchwuchs laut Experten aber auch jenseits von Fragen der Koexistenz schlicht die Kontrolle von Unkraut in Feldern erschweren - wenn er nämlich gegen die Herbizide resistent ist, mit denen eine Folgekultur unkrautfrei gehalten werden soll. Es sei in Bezug auf die Koexistenz von konventionellem und GV- Raps daher wichtig, diese Form der Überschneidung von Kulturen bei der Planung der Fruchtfolge zu beachten sowie die Bearbeitung des Feldes nach der Ernte so anzupassen, dass möglichst wenige Samen dauerhaft im Boden überleben, schliessen die Forscher.

Quelle: Proceedings of the Royal Society P, Online-Publikation vom 9. August 2005 (doi: 10.1098/rspb.2005.3166).
 
Diesen Artikel finden Sie auf NZZ Online unter: http://www.nzz.ch/2005/08/24/ft/articleD2515.html
Copyright © Neue Zürcher Zeitung AG
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fisalis am 08. September 2005, 15:44:21
Und die ETH hat mit ihrem Freisetzungsversuch von GMO-Weizen angeblich umwerfende Ekenntnisse gewonnen: der Weizen sei - gleich wie solcher im Glashaus - resistenter gegen Stinkbrand als der normale Weizen. Das sei nicht selbstverständlich, weil Gene in der freien Natur nicht selten anders reagierten. Nun ja, das Getreide wuchs ja nicht wirklich in der "freien Natur", sondern - wie frühere Berichte in dieser Sache deutlich machten (s. weiter oben) - abgeschirmt vor der protestierenden Öffentlichkeit. Kein Wunder, trauten sich da die Weizengene nix. Näheres dazu hier und in der nächsten Ausgabe des "Plant Biotechnology Journal".
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Ismene am 08. September 2005, 16:45:51
Noch ein Aspekt zum Thema:
Ein niederländischer Reporter reiste letztens nach Argentinien, um zu schauen, wo all das Soja (natürlich genetisch manipuliert) herkommt für die zig Millionen Schweinderl in NL.
Rasendschnell werden dort Wälder abgeholzt, teilweise auch Abfindungen an Indianer gezahlt, weil die den riesigen neuen Anbauflächen im Weg stehen. :(
Der Reporter fragt den Chef des Firmenkonzerns:
"Sie sagen, dass Gen-Soja notwendig ist zur Bekämpfung des Hungers auf der Welt?"
CHef: "Ja."
"Ist das nicht etwas ironisch, dass all das Soja dann an unsere Schweine in den Niederlanden verfüttert wird?"
Chef schaut verwirrt, man sieht wie es in ihm arbeitet.
Schweigen.
Darüber hat er sich ganz klar NIE Gedanken gemacht. ;D
Frage muss wiederholt werden.
STammelt:"Ja, ähem, da muss sich tja auch mal was ändern.."
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Manfred am 13. September 2005, 19:10:42
"Ein niederländischer Reporter reiste letztens nach Argentinien, um zu schauen, wo all das Soja (natürlich genetisch manipuliert) herkommt für die zig Millionen Schweinderl in NL.
Rasendschnell werden dort Wälder abgeholzt, teilweise auch Abfindungen an Indianer gezahlt, weil die den riesigen neuen Anbauflächen im Weg stehen."

Nicht nur die Schweinchen in den NL, sondern die Mehrzahl aller Schweinchen und Rinder (Soja ist auch Eiweißträger in den meisten Milchleistungsfuttern).
Und mit den Zuckerrüben geht es munter weiter. Brasilien kann natürlich billigeren Zucker liefern, da Genrüben (höherer Zuckeranteil) auf Ex-Urwald einfach deutlich höhre Margen liefern als Normalorüben auf teueren EU-Ackerböden. Juckt aber keinen mehr, ist ja Wahlkampf, und das Sommerloch damit vorbei.

Ich finde es sehr interessant, wie sich die Anti-Gentechnik Bewegung verarschen lässt. Es gibt keine gentechnikfreien Lieferungen von Soja und Maisprodukten mehr aus den USA und Kanada.
Die Presse schreit nur auf, wenn mal wieder eine Überschreitung der Freigrenzen !!! festgestellt wird. Oder wenn mal eben genmanipuliertes statt dem bestellten Normalsaatgut geliefert wird, und es ausnahmsweise einer merkt, da eine Untersuchung aller Lieferungen gar nicht bezahlbar ist.
Dan müssen die Bauern das Zeug halt einpflügen, und Monsanto lacht sich tot, weil sie mit ein paar € Erstattung für den Ertragsverlust der Landwirte davonkommen, statt sich eine anständige Strafe einzufangen.

Unsere Politik hat das Zeug ganz offensichtlich als unbedenklich eingestuft, und halt ein paar Grenzwerte erlassen. Die Ausbreitung von Genpflanzen in der EU wird das allenfalls bremsen.

Die einzige Möglichkeit wäre ein 100% Außenschutz gegenüber Ländern mit Genpflanzenanbau, und der ist weder gewollt noch auf WTO-Niveau (wo Demokratie im Gegensatz zu Gelt nichts zählt) auch nicht durchsetzbar.

Wer wirklich was erreichen wollte, der müsste deutlich lauter rufen.

Meine eigene Meinung? Mehr Sorgen als mögl. Mutationen wie Superunkräuter oder Spätfolgen durch irgendwelche Inhaltsstoffe macht mir die wahnwitzige Marktmacht, die Monsanto und Co. sich erarbeitet haben, und die weltweit rasch weiter wächst. Da Entsteht eine ganz neue Form von globalem Großgrundbesitz mit einer Unzahl abhängiger Landbewirtschafter, die Ihr Saatgut und ihre Spritz- und Düngemittel bei Monsanto kaufen, und ihre Ernten an Monsanto verkaufen müssen. (Sowas nannte man früher Leibeigene). Und wozu das in der Geschichte jedesmal geführt hat, wissen wir ja auch.
VG Manfred
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fisalis am 13. September 2005, 19:19:02
...oder endlich mal nur noch Bionahrungsmittel kaufen. "Kann ich mir nicht leisten" gilt nicht, schliesslich gehts um unser Überleben. Da muss das Essen wieder wichtiger und das Auto, der Urlaub und die Mode unwichtiger werden.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Günther am 13. September 2005, 20:07:12
Und mit den Zuckerrüben geht es munter weiter. Brasilien kann natürlich billigeren Zucker liefern, da Genrüben (höherer Zuckeranteil) auf Ex-Urwald einfach deutlich höhre Margen liefern als Normalorüben auf teueren EU-Ackerböden. Juckt aber keinen mehr, ist ja Wahlkampf, und das Sommerloch damit vorbei.
VG Manfred

Oho.
Brasilien hat kaum Zuckerrüben, dort wächst Zuckerrohr, das liefert mehr Zucker bei billigerer Arbeit.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Manfred am 14. September 2005, 10:38:18
"Oho. Brasilien hat kaum Zuckerrüben, dort wächst Zuckerrohr, das liefert mehr Zucker bei billigerer Arbeit."

Denkt man allgemein, ist aber nur zum Teil so. Die Fachpresse sagt anderes. Da ich daraus keinen Online-Artikel habe, hier ein anderer Link: (vorletzter Absatz)
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/umwelt/416471/

Viele Grüße,
Manfred
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Günther am 14. September 2005, 11:05:41
Mit Verlaub, ich halt diesen Teil des Beitrags für Unsinn. Ich kenn keine Statistik z.B., die auch nur ein bisserl Rübenzucker für Brasilien ausweist. Auch sind die klimatischen Verhältnisse dort kaum rübenfreundlich. In Argentinien beispielsweise könnt ich mir mancherorts Rübenbau vorstellen, aber Brasilien...
Offenbar gibts auch keine andere Quelle für diese Behauptung, hättest Du eine, wär ich dankbar dafür.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Manfred am 15. September 2005, 07:36:19
Hallo Günther,

du hast wohl recht. Ich meinte in der topgarar oder im Agrarmagazin mehrfach von Zuckerrüben in Brasilien gelesen zu haben, unter anderem bei einer angebotenen Studienreise. Leider konnte ich beim schnellen Nachblättern nichts finden. Auch im Net hab ich auf Anhieb nur eine WTO-Notiz über Hygienebestimmungen für den Import von Zuckerrübensamen von Chile nach Brasilien gefunden. Wer Portugiesisch kann, könnte wohl einfach in den Statistiken auf den Ministeriumsseiten nachlesen.

Da ich vermute, diese Leute kennen sich aus http://www.zuckerwirtschaft.de/2_3_2.html ziehe ich meine Behauptung zurück. Zumindest kann der Produktionsanteil nicht wesentlich sein. Evtl. hab ich was mit Bereichten über gv-Rüben in den USA oder über Multis wie Sucden verdreht.

Klimatisch herrschen im Hochland Südbrasiliens durchaus brauchbare Bedingungen. Nicht umsonst werden dort jährlich riesige Mengen an Weizen und Soja geerntet.

Ich bitte um Entschuldigung für die Fehlinfo.

Viele Grüße,
Manfred
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Günther am 15. September 2005, 18:44:03
Nach längerem eMail-Wechsel mit dem Redakteur, das letzte EmaiL:

" ah, bzw. oh - jetzt habe ich den fehler begriffen; in dem beitrag
unseres autors wurde statt zuckerrohr, zuckerrübe geschrieben - was
natürlich falsch ist. ist bislang noch keinem aufgefallen - danke für den
hinweis.
m f g
günter hetzke "

Auch der Literatur war nix zu entnehmen.
Die USA allerdings haben Zuckerrübenbau.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Gryyn am 04. November 2005, 11:30:05
Neue Verbrechen von Monsanto:

Zitat
RUMÄNIEN: GENTECH-SOJA-ANBAU AUßER KONTROLLE
--------------------------------------------------------------------------------
 
Der Anbau von genetisch verändertem Soja in Rumänien scheint völlig außer Kontrolle geraten zu sein. Die Umweltorganisation Greenpeace hat aus zehn verschiedenen Regionen Sojapflanzen beim österreichischen Umweltbundesamt testen lassen. Sämtliche Proben waren positiv. Damit erhärtet sich der Verdacht, dass 90 % der Sojapflanzen im südosteuropäischen Staat ohne Wissen der Behörden gentechnisch verändert sind. Es handelt sich dabei um die Roundup-Ready-Sojasorte vom Agro-Konzern Monsanto. Die Bauern haben nach Angaben von Greenpeace Teile der Ernten einbehalten, um sie im darauf folgenden Jahr erneut als Saatgut einzusetzen. Kontrollen gibt es in Rumänien kaum.
Offiziellen Angaben zufolge wurden 2005 auf einer Fläche von etwa 140.000 Hektar Soja angebaut. Im Jahr 2007 soll Rumänien der EU beitreten. Derzeit fehlt es jedoch an geeigneten Maßnahmen zur Rückverfolgbarkeit und Kennzeichnung von gentechnisch veränderten Organismen.
 

Quelle: biofach.de-Newsletter
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Gryyn am 09. November 2005, 14:29:00
Und zwei Bauernschicksale:

Zitat
"Unsere Lebensgrundlage ist zerstört worden"

Genveränderte Pflanzen bringen Bauern mehr Ertrag und weniger Chemie. Sagen die Hersteller. Doch in der Realität treibt die Gentechnik Landwirte in den Ruin. Zwei Beispiele.

Marc Meschenmoser

Wie ein gebrochener Mann sieht Percy Schmeiser nicht aus: Seine Augen strahlen Optimismus aus, mit Charme beantwortet der 75-jährige Bauer die Fragen von saldo. Schmeiser stellt sich seit sieben Jahren einem der weltweit mächtigsten Gentechkonzerne entgegen: Monsanto, mit 5 Milliarden Franken Jahresumsatz. «Als ich 1997 dem Druck dieser Firma nicht nachgab, hatte ich keine Ahnung, was das für Folgen haben wird.»


Mit dem Wind kam der Gentechraps vom Nachbarn

Damals wuchs auf seinem Feld in Westkanada plötzlich erstmals genveränderter Raps. Die Samen waren vermutlich mit dem Wind auf Schmeisers Acker gelangt. Sein Nachbar hatte, die Versprechungen von mehr Ertrag und weniger
Chemieeinsatz im Kopf, im Jahr zuvor begonnen, Gentechraps anzupflanzen. Schmeisers Familie lebte bis dahin jahrzehntelang von dem, was ihr Land hergab. Sie verwendete stets eigenes Saatgut aus der letzten Ernte. Folge: Die Rapssorte war optimal dem Klima und dem Boden angepasst. Damit war es vorbei, als sich die Gentechpflanzen unkontrolliert auf seinem Feld zu vermehren begannen. Schmeiser: «50 Jahre Arbeit als Bauer waren zerstört. Ich konnte mein Saatgut nicht mehr benutzen, es war gentechnisch verunreinigt.»

Ein Jahr nach der wilden Vermehrung ihrer Pflanzen warf Monsanto Schmeiser vor, er hätte den sogenannten Roundup-Ready-Raps angebaut, ohne für das patentierte Produkt Lizenzgebühren zu bezahlen. 1998 verklagte der Konzern Schmeiser auf eine Million Franken Schadenersatz. Das Unternehmen blieb vor Gericht jeden Beweis schuldig, dass die Bauernfamilie willentlich Gentechraps
angebaut habe. Dennoch urteilte im Mai 2004 das höchste kanadische Gericht - im weltweit ersten solchen Prozess - dass Bauer Schmeiser eine Patentverletzung begangen habe. Der Entscheid fiel knapp, mit 5 zu 4 Stimmen. In der Begründung stand: «Bereits mit der Präsenz einer genpatentierten Pflanze auf seinem Feld hat Schmeiser Monsantos Patentrechte verletzt.» Mit anderen Worten: Bauern sollen Gebühren für genmanipulierte Pflanzen bezahlen, die sie nie auf ihren Äckern haben wollten. Monsanto-Vizechef Carl Casale bejubelte den Entscheid: «Das Gericht hat einen weltweiten Standard zum Schutz von Patenten gesetzt.» Immerhin bestätigte das Gericht, dass Schmeiser mit dem genmanipulierten Raps «keinen wirtschaftlichen Profit» erzielen, und lehnte sämtliche Schadenersatzbegehren von Monsanto ab. Dennoch musste sich der Bauer verschulden, um die Anwalts- und einen Teil der Gerichtskosten von 450 000 Franken zu bezahlen.

Schmeiser ist kein Einzelfall: Monsanto fordert in Zeitungsinseraten Farmer auf, sich zu melden, wenn in der Nachbarschaft Gentechraps angebaut wird, ohne dass Lizenzgebühren bezahlt werden. «Anrufer können uns solche Tipps auch anonym melden, falls gewünscht.» Als Belohnung erhalten die Denunzianten eine Lederjacke. Finden Monsanto-Detektive dann auf Feldern Genpflanzen, fordert der US-Konzern von den Bauern Schadenersatz für die sich wild vermehrenden Gentechpflanzen.


Im Oktober schon wieder Gentechraps auf dem Acker

Solche Drohbriefe von Monsanto liegen saldo vor. In einem Schreiben vom Dezember 2004 heisst es: «Wir sind bereit, mit Ihnen eine finanzielle Lösung zu finden, die es Ihnen erlaubt, weiter als Bauer tätig zu sein.» Oder: «Monsanto ist bereit, für 171 000 US-Dollar auf eine Klage gegen Sie zu verzichten.»

Vielleicht erhält demnächst auch Percy Schmeiser solche Post. Ende Oktober entdeckte er in seinen Senfpflanzen Gentechraps, der sich unkontrolliert vermehrte. Er liess die Pflanzen auf eigene Kosten ausreissen und forderte Monsanto auf, sie zu entsorgen. Erfolglos.

Schmeiser bereist inzwischen die ganze Welt. In die Schweiz geholt haben ihn Gentechgegner anlässlich der Volksabstimmung vom 27. November. Bei dieser geht es um ein Gentechanbauverbot für die nächsten fünf Jahre.

Schmeiser berät auch Bauern und Regierungen. Diesen berichtet er vor allem vom entstandenen wirtschaftlichen Schaden. «Unser Raps ist noch die Hälfte wert. Denn nach Europa kann er nicht exportiert werden, weil hier die Konsumenten Gentech-Food ablehnen.» Zudem ist es in Kanada gar nicht mehr möglich, Raps oder Soja gentechfrei anzubauen - reines Saatgut sei nicht mehr erhältlich.

Willentlich pflanzte der deutsche Landwirt Gottfried Glöckner den vom Basler Agrochemie-Konzern Syngenta hergestellten Genmais Bt 176 an.


Der Stall von Gottfried Glöckner wurde zur Klinik

«Die Syngenta versprach mir mehr Ertrag», sagt er gegenüber saldo. Er verfütterte ihn - wie üblich - an seine Rinder. Mit unerwarteten Folgen: Die Tiere bekamen Durchfall, Adern platzten, Blut fand sich in der Milch, Kälber kamen missgebildet zur Welt. «Mein Stall wurde zur Klinik.» Seine Kühe vergiftete jener Stoff, mit dem sich der genveränderte Mais vor dem Schädling Maiszünsler schützt. Vollmundig warb Syngenta in einem Infoblatt, das Gift werde «in Sekundenschnelle im Kuhmaul abgebaut». Tatsache ist: Labortests wiesen es im Magen und selbst im Kot der Tiere nach. Pikant: Dieselbe Gentechmaissorte ist hierzulande zum Anbau zugelassen. Bisher liessen Schweizer Bauern aber ihre Finger davon.

Glöckner musste Ende 2004 seine ganze Herde - 70 Tiere - notschlachten. Syngenta bezahlte ihm 60 000 Franken Schadenersatz. «Der Schaden ist massiv höher. Die Gentechnologie hat meine Lebensgrundlage zerstört. Jetzt habe ich Klage gegen Syngenta eingereicht.» Zum Abschied erklärt der Bauer aber, nicht grundsätzlich gegen Gentechnologie zu sein. «Doch die Technik muss gründlich erforscht sein, bevor sie in der freien Natur angewendet wird.»



"Ich konnte mein eigenes Saatgut nicht mehr benutzen"
Percy Schmeiser


"Der Gentechmais vergiftete meine ganze Herde"
Gottfried Glöckner

Copyright © Saldo 18/05 vom 9. November 2005 - Seite 4

Traurig, oder? Genau das blüht uns Hobbygärtnern auch.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: marcir am 09. November 2005, 20:34:20
Wir können am 27. November abstimmen gehen. Was aber 2ennet dem Rhy"?
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Simon am 15. November 2005, 19:49:44
"Gen"-Technik mal anders >:(

Zitat
Marken-Gene: Fortpflanzung als Urheberrechtsbruch und Patente auf Leben
US-amerikanische Unternehmen patentieren bislang frei verfügbare Pflanzen und wollen deren traditionellen Anbau verbieten

Seit 1997 erhalten Firmen, insbesondere aus den USA, erstmals Patente auf Leben und schaffen einen in der Geschichte des geistigen Eigentums einmaligen Präzedenzfall. So knackten Großkonzerne den genetischen Code der gelben Bohne aus Mexiko, des südostasiatischen Basmatireises oder auch der peruanischen Maca-Pflanze. Die Pflanzen wurden de facto zum Eigentum der Multis. Diese Praxis zerstört die traditionellen lateinamerikanischen oder asiatischen Märkte und zwingt die Kleinbauern, für den Verkauf ihrer Produkte im Ausland Lizenzgebühren zu entrichten.
...
Quelle+mehr: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/21/21344/1.html

Bye, Simon
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fisalis am 21. November 2005, 08:18:56
"Gentech-Versuch in Australien gestoppt

Nach zehn Jahren haben australische Forscher Versuche mit gentechnisch veränderten Erbsen abgebrochen. Diese hatten bei den Versuchsmäusen Lungenkrankheiten hervorgerufen."

Artikel

Wie wärs, wenn die, welche immer noch behaupten, Gentechnologie bringe im Pflanzenbereich Nutzen, mal ihre Sprachorgane mässigen könnten? So: :-X
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fars am 21. November 2005, 08:34:25
Gut so, dass abgebrochen wurde.
Das spricht aber doch eher für eine verantwortungsvolle Forschung. Ähnlich wie bei Medikamenten. Oder soll man etwa alles einstellen, weil Gefahren auftreten können?
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fisalis am 21. November 2005, 08:38:47
ja, mir wärs Recht.

Begründung: Es ist nicht mal möglich, festzustellen, ab wann Gefahren nur potentiell sind, und wann Schäden eintreten oder schon - ganz unbemerkt - eingetreten sind. Schäden sind im Bereich der Gentechnologie im Pflanzenreich nicht selten irreversibel.

Wer nun denkt, dass das keine nüchterne Argumentation ist, kommt auf ein weiteres Problem: Der unbedarfte 0815-Bürger wird regelmässig vor Tatsachen gestellt. Upps, wieder was schief gelaufen. So geht es einfach nicht.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: sarastro am 21. November 2005, 08:44:09
Genau die wahnwitzige Macht von den Chemiekonzernen beunruhigt ungemein. Und die Politiker sind auf kurz oder lang Marionetten oder Hampelmänner im großen Spiel um Pfründe, mischen eifrig mit.

Wie lautet denn der Text der Abstimmungsfrage in der Schweiz, marcir?

Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fars am 21. November 2005, 08:53:58
Der unbedarfte 0815-Bürger wird regelmässig vor Tatsachen gestellt. Upps, wieder was schief gelaufen. So geht es einfach nicht.

Verstehe deine Bedenken und teile die diese Angst. Aber so ist die Menscheit "groß" geworden. Versuch und Irrtum hat es immer gegeben. Angefangen bei den steinzeitlichen Trepanagen über heute segensreiche Medikamente bis hin zur heutigen Gentechnologie. Verbiete dem Menschen zu denken. Dann hast du auch die Forschung im Griff.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fisalis am 21. November 2005, 08:59:01
Wie lautet denn der Text der Abstimmungsfrage in der Schweiz, marcir?

hier

Zitat
Aber so ist die Menscheit "groß" geworden. Versuch und Irrtum hat es immer gegeben.
Ich verstehe schon, was du sagst. Das Problem bei der Gentechnologie im Pflanzenbereich (beschränke mich bewusst darauf) ist, wie bei der Atomenergie, dass Irrtum irreversible Schäden verursacht. Da müssen wir besonders vorsichtig sein. Die kommerzielle Einbettung dieser Forschung gefährdet das.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: brennnessel am 21. November 2005, 09:01:52
Verbiete dem Menschen zu denken.
.... das wird wohl das einzige sein, was einen noch ruhig schlafen lassen kann...
ich bin sehr froh, dass mich meine kinder bisher nicht zur großmutter gemacht haben... vielleicht spüren sie, weshalb ...
lg lisl
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fars am 21. November 2005, 09:03:07
Es gibt keine "entkommerzialisierte" Forschung mehr. Vermutlich hat es sie nie gegeben. Hinter allem Forscherfleiß stand auch stets die Hoffnung auf das große Geld (oder, gleichwertig: Macht und Eitelkeit).
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fisalis am 21. November 2005, 09:08:33
Ja, Anreiz der Forschung sind schon Geld und Macht. Das läuft i.d.R. ja auch ganz gut. Aber es gibt nun eben ethisch besonders sensible Bereiche, wo der Staat, wenn er denn ein guter ist, den freien Geld- und Machtfluss steuern und einschränken soll. Dass das auch einem Forschungsabbruch bzw. -verbot gleich kommen kann, ist klar und in diesen Bereichen erwünscht.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fars am 21. November 2005, 09:19:39
Diese Ansätze, staatlicherseits die Forschung zu lenken oder gar einzudämmen, sind weltweit gescheitert. Es finden sich immer wieder Staaten, die selbst kriminellen Wissenschaftlern eine Heimstatt und Forschungsmöglichekiten bieten. Dann doch lieber hier bei uns unter einigermaßen oder gar schlecht funktionierender Kontrolle.

Die Büchse der Pandora wurde geöffnet, als der erste Faustkeil angedacht wurde.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fisalis am 21. November 2005, 09:26:15
Tönt resigniert. Eigentlich, was ich befürchtet habe. Aber dazu bin ich nicht bereit: Selbst wenn ein Verbot hier die illegale Forschung andernorts provoziert, ist das für mich kein Grund, hinzunehmen, wie hier unkontrolliert oder schlecht kontrolliert Gentechpollen auf die Reise geschickt wird. Was verhindert werden kann, soll verhindert werden. Druck in diese Richtung gibt zudem Raum für intelligentere Forschung, mit, nicht gegen die "Natur". Einen ansehnlichen Fundus in diese Richtung hält etwa das Forschungsinstitut für biologischen Landbau bereit.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Günther am 21. November 2005, 09:35:13
Das Problem ist, was machbar ist, wird auch gemacht - da helfen keine Gesetze. Da wirkt die pure Gier, eine Folge, u.a., puritanischer bzw. calvinistischer Geisteshaltung.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fars am 21. November 2005, 10:09:14
Da wirkt die pure Gier, eine Folge, u.a., puritanischer bzw. calvinistischer Geisteshaltung.

Eine etwas verbitterte Weltsicht.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fisalis am 25. November 2005, 14:32:41
Nicht nur Monsanto:

Zitat

WOZ vom 24.11.2005 - Ressort Wirtschaft Gentech
Vom Weizen bis zur Banane
Von Heinz Roland
 

Der Basler Agrokonzern Syngenta ist dabei, sich grosse Teile des Erbgutes von Nutzpflanzen unter den Nagel zu reissen.
40 000 Bäume will der Basler Syngenta-Konzern aus Anlass seines fünfjährigen Bestehens rund um den Globus pflanzen - 20 000 allein in Afrika. Mit der weltumspannenden Baumpflanzaktion wolle das Unternehmen, das aus dem Zusammenschluss der beiden Agrochemieabteilungen von Zeneca und Novartis hervorging, sein «Engagement für eine nachhaltige Landwirtschaft» demonstrieren, liess CEO Michael Pragnell letzte Woche verlauten.

Mit einem Jahresumsatz von fast zehn Milliarden Franken (im Jahre 2004) und weltweit mehr als 20 000 MitarbeiterInnen gilt Syngenta als grösster Agrochemiekonzern der Welt. Auf dem Feld der chemischen Pflanzenschutzmittel hat er seine beiden wichtigsten Konkurrenten, die US-Unternehmen Dupont-Pioneer und Monsanto, längst hinter sich gelassen. Und auch beim gentechnisch veränderten Saatgut - dem Megageschäft der Zukunft, wie viele glauben - strebt Syngenta die globale Marktführerschaft an. Dabei geht es dem Unternehmen, wie es betont, um weit Höheres als den schnöden Profit. «Das Unternehmen nimmt nachdrücklich seine soziale Verantwortung wahr», wird CEO Pragnell in der Konzernverlautbarung zum Baumpflanzhappening zitiert. Das gelte «für die Bereiche Bodenerhaltung, Wasserqualität, Unterstützung der Mitarbeitenden und Engagement für das Gemeinwesen».

Humanitäre Mission

Als Beispiel für ihre humanitäre Mission verweist die Syngenta dabei gerne auf den Golden Rice, eine gentechnisch veränderte Reissorte, deren erhöhter Betakarotingehalt die Mangelernährung in den Ländern des Südens bekämpfen soll. Millionen von Kindern, die als Folge eines chronischen Vitamin-A-Mangels zu erblinden drohten, könne auf diese Weise geholfen werden, verspricht Syngenta und bekennt sich deshalb «vorbehaltlos zu den humanitären Zielen des Projekts». Den kleinen LandwirtInnen in den Entwicklungsländern werde der Golden Rice gratis abgegeben; und auch für die weitere Forschung an ihren Genkonstrukten in den Entwick-lungsländern will Syngenta keine Lizenzgebühren erheben.

Wie lange dieses Angebot noch gilt, ist allerdings ungewiss. Denn, ungeachtet aller Beteuerungen, man verfolge mit dem Golden-Rice-Projekt keinerlei kommerzielle Absichten, hat Syngenta ihren gentechnisch angereicherten Vitaminreis inzwischen in über hundert Ländern zur Patentierung angemeldet. Ausser in Europa und den USA auch in Indien, China, den Philippinen, Vietnam sowie in sechzehn Staaten Afrikas.

Dabei fordert Syngenta für ihren Golden Rice nicht nur ein Monopol auf die gesamte Technologie; auch die Pflanze selbst und das entsprechende Saatgut sollen nach den Vorstellungen des Unternehmens unter strikten Patentschutz gestellt werden. Für Syngenta-Pressesprecher Guy Wolff steht dies keineswegs im Widerspruch zur humanitären Zielsetzung des Projektes: «Wir tun das nur, um unsere Erfindungen vor dem unberechtigten Zugriff der Konkurrenz zu schützen», beteuert er. «Wenn es aber um die kleinen Bauern in der Dritten Welt geht, die Subsistenzwirtschaft betreiben, bestehen wir natürlich nicht auf unseren Ansprüchen.» Das ändert freilich nichts daran, dass das Basler Unternehmen im Gefolge des Golden-Rice-Projektes immer weitergehende Monopolansprüche für seine genmanipulierten Pflanzen geltend macht. So hat Syngenta beim Europäischen Patentamt (Epa) und der Weltorganisation für geistiges Eigentum (Wipo) in Genf ein Gesuch eingereicht, das nichts Geringeres als ein «Mega-Gen-Patent» fordert.

Masslose Besitzansprüche

Konkret geht es dabei um rund 30 000 Gensequenzen aus dem Genom der Reispflanze, die von Syngenta entschlüsselt und damit zu ihrem geistigen Eigentum erklärt wurde. Wird das Patent erteilt, geht praktisch der gesamte genetische Bauplan der Reispflanze in den privaten Besitz der Syngenta über.

Darüber hinaus erhebt Syngenta Anspruch auf alle gentechnisch veränderten Pflanzenarten, die dadurch in die Welt gelangt sind, dass ihnen eines oder mehrere der Syngenta-eigenen Gensequenzen eingepflanzt wurden.

Und schliesslich erstrecken sich die Patentansprüche der Syngenta auch auf Gensequenzen in andern Nahrungspflanzen, sofern diese eine ähnliche Struktur wie die des Reisgenoms aufweisen. Auf diese Weise könnte sich Syngenta auf einen Schlag die genetischen Rechte an mindestens vierzig weiteren Nahrungspflanzen sichern, die - vom Weizen bis zur Banane - von der Natur mit weitgehend identischen Genstrukturen ausgestattet wurden.

Die masslosen Besitzansprüche des Basler Gentech-Konzerns haben längst schon die Proteste zahlreicher Entwicklungsorganisationen und Aktionsgruppen provoziert. In der Schweiz haben Swissaid, Greenpeace, die Erklärung von Bern und die Aktion «Kein Patent auf Leben» die Syngenta wiederholt dazu aufgerufen, ihre ausufernden Patentanträge wieder zurückzuziehen.

Die Patentanmeldungen beruhten nicht auf Erfindungen, sondern «auf der blossen Beschreibung natürlich vorkommender Gene mit altbekannten Methoden», sagt etwa Gentech-Experte und Greenpeace-Aktivist Christoph Then. Für ihn sind die Patentanträge nichts anderes als «ein Trick» von Syngenta, um grosse Teile des Erbgutes von Nutzpflanzen in Besitz zu nehmen und wesentliche Kernbereiche der Nahrungsmittelproduktion weltweit für sich zu monopolisieren.

Immerhin: Nach der ersten Überprüfung der eingereichten Unterlagen hat das Europäische Patentamt (Epa) signalisiert, dass die Patentanträge wenig Chancen hätten, gutgeheissen zu werden. Dem Ratschlag des Epa folgend ist Syngenta deshalb jetzt daran gegangen, ihren «Mega-Gen-Patent»-Antrag (der in seiner kompletten Form mehr als 12 000 Seiten umfasst) zu überarbeiten und in kleinere Teilanträge zu zerlegen.

Ein Rückzug steht trotz aller Kritik nicht zur Debatte, wie Syngenta-Sprecher Guy Wolff betont: «Wir sind nun mal ein kommerzielles Unternehmen», sagt er. «Deshalb werden wir uns auch in Zukunft dagegen wehren, wenn sich ein Konkurrent an unseren Patenten vergreift.»

Wo soll das hinführen? Macht ihr euch da keine Sorgen um eure Gemüsegärten? "Guten Tag, ich bin Privatdetektiv im Auftrag von Monsanto/Syngenta, ich komme wegen dem Mais, der da bei ihnen wächst. Ich nehme an, sie akzeptieren unsere Forderung...". Dabei müssten sie Schadenersatz für die Verunreinigung anbieten, diese Verbrecher!
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fars am 25. November 2005, 14:52:39

Wo soll das hinführen? Macht ihr euch da keine Sorgen um eure Gemüsegärten? "Guten Tag, ich bin Privatdetektiv im Auftrag von Monsanto/Syngenta, ich komme wegen dem Mais, der da bei ihnen wächst. Ich nehme an, sie akzeptieren unsere Forderung..."

Wird vermutlich wie mit den Raubkopien bei Musik-CD's und Filmen werden. Die Hälfte aller Gartenpflanzen sind dann illegal angebaut. Gibt ja heute schon Zierpflanzenzüchtungen mit Copyright. Dürfen nicht vermehrt werden. Ich halte mich daran. ::)
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fisalis am 25. November 2005, 15:00:18
Den Vergleich mit elektronischen Tonträgern finde ich unpassend. Grundlage von noch so raffinierten Pflanzenzüchtungen ist "Natur", bei den DVDs ists Kultur. Gegen eine Patentierung von "Natur" werde ich mich wehren und entsprechende Ansprüche der Profteure bekämpfen. Es gibt Dinge, die gehören uns allen. Wasser, Luft, Pflanzen gehören dazu. Sowas ins immaterielle Privateigentum verschieben zu wollen zeugt von einem beispiellosen Egoismus und einer verbrecherischen Profitgier. Das müssen, sollen und dürfen wir uns nicht bieten lassen.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: marcir am 26. November 2005, 13:08:54
Aus diesen Gründen stimme ich dieses Wochenende mit JA zum 5-jährigen Verbot des Anbaus gentechnisch veränderter Pflanzen. Ich denke, wir werden in den nächsten Jahren den Konzernen noch weitere Beschränkungen auferlegen müssen. Ansonsten wird man einies Tages Zustände wie im alten SciFi-Horrorfilm "Soylent Green" bekommen. Dort werden die Massen mit grünen Keksen gefüttert, die auf menschliches Protein basieren.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fars am 26. November 2005, 13:20:06
Es gibt Dinge, die gehören uns allen. Wasser, Luft, Pflanzen gehören dazu.

Ja und nein. Wenn eine Pflanze durch Züchterfleiß verändert wird, hat das mit "Natur" nur noch wenig zu tun. Das Ergebnis ist einem handwerklichen oder industriellen Produkt fast gleichzusetzen. Angesichts des Aufwands, den Züchtungen mitunter bedeuten können, habe ich schon Verständnis dafür, dass diese patentiert werden oder Sortenschutz genießen. Andernfalls könnte das Interesse an Neuentwicklungen erlahmen.

Nicht alles muss unter der (berechtigten?) Bedenklichkeit zur Genentwicklung gesehen werden.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: sarastro am 26. November 2005, 14:00:37
Dieser Argumentation muss Recht gegeben werden. Es sollte sich allerdings hierbei um echte Neuzüchtungen handeln, die nachvollziehbar sind und sich von anderen, ähnlichen Vorläuferprodukten deutlich unterscheiden. Dazu kommen zumindest neue Stauden- und Zierpflanzensorten in eine längere Sichtung.

Was allerdings schärfstens zu verurteilen ist, sind die Machenschaften vieler Patent-Haie, die sich z.B. in Brasilien geistigen Eigentums der Naturvölker bemächtigen und dann gehörigen Profit heraushauen.

Oder ein anderes Beispiel, wenn alte Staudensorten, welche noch nie angemeldet oder registriert wurden, umgetauft und einfach zu einer neuen Sorte mit oder auch ohne Patent und Lizenzgebühr kreirt werden, vor lauter Weissnichtwasnochallesabermusswasneuessein!!!


 Dies ist leider gängige Praxis, kann euch einige Beispiele aufzeigen!
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fars am 26. November 2005, 14:17:07
100% einverstanden.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: knorbs am 26. November 2005, 14:39:28
zitat von fars
Zitat
Gibt ja heute schon Zierpflanzenzüchtungen mit Copyright. Dürfen nicht vermehrt werden. Ich halte mich daran.

du + ich + wir fast alle dürfen schon solche pflanzen vermehren und auch weitergeben/tauschen. bei sarastro als gewerbl. staudengärtner sieht das allerdings anders aus.

sortenschutzgesetz:

§ 10
Wirkung des Sortenschutzes


(1) Vorbehaltlich der §§ 10a und 10b hat der Sortenschutz die Wirkung, daß allein der Sortenschutzinhaber berechtigt ist,

  1. Vermehrungsmaterial der geschützten Sorte

  a) zu erzeugen, für Vermehrungszwecke aufzubereiten, in den Verkehr zu bringen, ein- oder auszuführen oder

  b) zu einem der unter Buchstabe a genannten Zwecke aufzubewahren,

  2. Handlungen nach Nummer 1 vorzunehmen mit sonstigen Pflanzen oder Pflanzenteilen oder hieraus unmittelbar gewonnenen Erzeugnissen, wenn zu ihrer Erzeugung Vermehrungsmaterial ohne Zustimmung des Sortenschutzinhabers verwendet wurde und der Sortenschutzinhaber keine Gelegenheit hatte, sein Sortenschutzrecht hinsichtlich dieser Verwendung geltend zu machen.

§ 10a
Beschränkung der Wirkung des Sortenschutzes

(1) Die Wirkung des Sortenschutzes erstreckt sich nicht auf Handlungen nach § 10 Absatz 1

  1. im privaten Bereich zu nicht gewerblichen Zwecken,
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fars am 26. November 2005, 15:00:34
Wie gut. Hatte selbstverständlich gelogen. ;D
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: sarastro am 26. November 2005, 15:12:14
Ja klar, sah man ja am Smiley! ;D
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: marcir am 27. November 2005, 20:11:15
Die Schweizer haben heute in einer landesweiten Abstimmung mit 55,7% für ein fünfjähriges Verbot des Anbaus und Einfuhr gentechnisch veränderter Pflanzen und Nutztiere gestimmt. Alle Kantone haben zu diesem Ergebnis beigetragen.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fisalis am 28. November 2005, 08:07:12
Freude herrscht. :D

Zitat
Wenn eine Pflanze durch Züchterfleiß verändert wird, hat das mit "Natur" nur noch wenig zu tun. Das Ergebnis ist einem handwerklichen oder industriellen Produkt fast gleichzusetzen.

Gut, hast du "fast" geschrieben. Trotz der Logik der Argumentation sträubt sich mir gefühlsmässig etwas dagegen, dass die Verwertung des Zuchterfolgs an Pflanzen oder Tieren gleich wie eine elektronische Schaltung durch Patente sozusagen privatisiert werden kann. Auch eine gezüchtete Pflanze lebt und interagiert mit der "Natur", kann neben Nutzen auch Schäden verursachen, Standortpflanzen verdrängen oder Gentechpollen verstäuben. Dafür zahlen dann die, welche den kommerziellen Nutzen für sich beanspruchen, kaum je. Da ist noch ein riesiger Regelungsbedarf im Patent- und Haftpflichtrecht, bis eine einigermassen vertretbare Lösung dasteht.

Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fars am 28. November 2005, 08:13:19
Selbstverständlich muss dann auch die Produkthaftung für Pflanzen gelten. Aber nur insoweit, wie die ihr attestierten Fähigkeiten nicht oder nur fehlerhaft vorhanden sind. Ein Automobilhersteller haftet ja auch nicht für den nicht bestimmungsgemäßen Gebrauch des Kfz.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Günther am 28. November 2005, 09:40:14
Es geht eindeutig NICHT um die attestierten (oder angedichteten) Fähigkeiten.
Es geht um die Einflüsse und Auswirkungen auf die Umwelt.
Das doch wohl bekannte Beispiel der Patentklagen wegen, vorsichtig gesagt, ungewollter Auskreuzung und ähnlicher Erscheinungen muß da aufgeführt werden.
DAS zu verhindern gilt es eher dringend.
Bhopal war auch eine "nicht bestimmungsgemäßer Gebrauch" - also, keine Haftung - oder doch?
(Hinkt ein bisserl, ich weiß)
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: brennnessel am 28. November 2005, 09:45:25
fisalis und marcir, ich freute mich, das heute gleich als erstes in der zeitung zu lesen und hoffe, auch der rest von europa beginnt einmal zu denken!
lg lisl
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fisalis am 28. November 2005, 09:50:30
fisalis und marcir, ich freute mich, das heute gleich als erstes in der zeitung zu lesen und hoffe, auch der rest von europa beginnt einmal zu denken!
lg lisl

Gemäs geltendem EU-Recht ist ein solches generelles Moratorium nicht möglich bzw. verstiesse gegen Wettbewerbsregeln... Die einzelnen Länder sind lediglich befugt, einzelne Sorten in einen Katalog aufzunehmen und vorübergehnd abzulehnen. Bittere Erkenntnis für einen eidgenössischen EU-Beitrittsbefürworter und Gentechgegner :-\
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Günther am 28. November 2005, 09:54:04
"Geltende Regeln" sind prinzipiell nicht für die Ewigkeit festgeschrieben.
Wenn sich mal andere Werte als Profi um jeden Preis und "shareholder value" durchsetzten...
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: brennnessel am 28. November 2005, 09:54:26
ja, ihr nachbarn wart da klüger! bei uns wusste man das eh auch, aber leider zu wenige..... :-\
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fars am 28. November 2005, 10:16:58
(Hinkt ein bisserl, ich weiß)

Warum dann anführen?

Zitat von: Günther link=board=31;threadid=547;start=60#msg212303
Es geht um die Einflüsse und Auswirkungen auf die Umwelt.
[quote

Wenn es um eine derartige "Haftung" geht, hätten Chemiker generell eingesperrt gehört. Zu allen Zeiten.

Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Günther am 01. Dezember 2005, 08:10:57
Wenn ich so überlege, was Menschen beim Leben an die Umwelt abgeben, wie sie diese beeinflussen...

Neben so entsprechenden "Argumenten" ein neuer Beitrag:

Gentech-Multis bringen die Terminator-Technologie, die Saatgut keimungsunfähig macht, wieder ins Spiel

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/21/21436/1.html
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Equisetum am 01. Dezember 2005, 12:57:26
Wenn sogar ich, bevor ich auf den entsprechenden Teil des Artikels stoße, auf die Idee komme, daß sich das Terminator-Gen über Pollen verbreiten und andere Pflanzen dazu veranlassen könnte, unfruchtbares Saatgut zu produzieren, haben wir mit großer Sicherheit ein Problem.
Ich fordere die Verantwortlichen auf, meine Bedenken glaubhaft zu zerstreuen, ansonsten werde ich mich vehement gegen die Einführung von Saatgut mit solch monströsen Eigenschaften wehren. >:(
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fisalis am 02. Dezember 2005, 09:00:33
Ich möchte lieber nicht, dass die Industrie mit viel Geld versucht, meine Bedenken zu entkräften. Im Übrigen müsste sie dann immer noch den Nutzen der Gentechnologie erklären, den Nutzen für uns alle, nicht für Syngenta und Monsanto. Weniger Chemie? Kann man mit Bioanbau auch haben.

Auf die Annahme des Moratoriums hat die Industrie übrigens mit der Absicht reagiert, die Forschung betreffend Unbedenklichkeit zu intensivieren. Ziel klar: Bedenken zerstreuen, koste es, was es wolle. So werden der Forschung Geld und Kapazität für echte Fortschritte entzogen, etwa im Bereich Bioanbau.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Equisetum am 02. Dezember 2005, 09:45:41
fisalis, da stimme ich Dir zu. Die Syngenta- und Monsanto-Leute sollten ihre Kenntnisse lieber für Kreuzungszüchtung nutzen. Da können sie wenigstens nicht soviel Unheil anrichten.

Equisetum
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fars am 02. Dezember 2005, 09:55:19
Jeder Wissenschaftler tut das, wofür er bestens bezahlt wird und er später seine fetten Pensionen bekommt.. Oder kennt hier jemand einen, der sich verweigert hat? J. Robert Oppenheimer erst, nach dem es ihm zuviel wurde.

Damit sind sie etwas schlechter als der Rest der Menschheit, weil sie ihr Tun zumindest teilweise überblicken können.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Günther am 07. Dezember 2005, 07:33:29
Nachweis von Gentech-DNA aus Monsanto-Mais in Tierorganen und -blut wirft viele Fragen auf

aus:

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/21/21517/1.html
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Equisetum am 07. Dezember 2005, 12:47:05
Eigentlich offensichtlich. Die Wirkmoleküle von Medikamenten geraten ja auch über den Magen-Darm-Trakt ins Blut und damit in den ganzen Körper. Und sie wirken und nebenwirken ...
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fisalis am 24. Februar 2006, 16:14:59
Nachricht vom bösen Onkel:

Zitat
Monsanto missachtet internationalen Vertrag – Terminator-Technologie macht Saatgut steril und Bauern abhängig
Zürich 22|02|2006
Der US-Agrochemiekonzern Monsanto will die umstrittene Terminator-Technologie bei der Produktion von Saatgut wieder nutzen. Der weltgrösste Anbieter von Gentech-Saatgut setzt sich damit über eine seit dem Jahre 2000 bestehende Übereinkunft hinweg. Damals wurde durch die Konvention über Biologische Vielfalt (CBD) ein Moratorium eingeführt, wonach eine kommerzielle Nutzung der Technologie nicht genehmigungsfähig sei.

ganzer Artikel
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Solanin am 25. März 2006, 19:43:45
Da muss ich unbedingt einen Link zur Aufklärung beisteuern:
http://www.transgen.de/aktuell/meldungen_europa/200601.doku.html
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: elis am 03. April 2006, 14:24:20
Hallo, an alle Grüne Gentechnik-Gegner !
In Süddeutschland baut sich ein Gentechnikwiderstand auf. Schaut mal unter www.zivilcourage.ro rein, da stehen interessante Hinweise drin. Bei uns hält Josef Feilmeier, aus Hofkirchen bei Vilshofen, ein Bankkaufmann u.Landwirtschaftsmeister u.Michfutterwerksbetreiber Vorträge um die Landwirte und Verbraucher aufzurütteln und gegen die Grüne Gentechnik zu stimmen. Im Raum Rosenheim wurden in kurzer Zeit 10.000 ha für genfrei erklärt. Bei uns in Niederbayern beginnt sich auch massiv Widerstand zu regen, wir sind auf einem guten Weg. Es gibt auch einen guten Film mit dem Titel "Leben ausser Kontrolle", der ist wirklich beängstigend. Wir als Gärtner müssen auch auf genfreies Saatgut achten. Bei uns in Landshut war vor 1 'Woche eine Umweltmesse und da waren 4 Institutionen die Unterschriften gesammelt haben gegen die Grüne Gentechnik.
Liebe Grüße von elis
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fisalis am 07. April 2006, 11:15:20
Nestle hat vom Europäischen Patentamt ein Patent auf Gentech-Kaffee zugesprochen erhalten. Dieser soll besser löslich sein. Das Unternehmen ist bereits im Besitz von Patenten auf genmanipulierten Joghurt-Bakterien und Gentech-Kakao.

Quelle: Greenpeace-Newsletter
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: hans-de am 19. Juni 2006, 08:51:13
Und die Genverschmutzung nimmt ihren Fortgang:

Zitat
HAWAII: BIOBAUERN ENTDECKEN GEN-PAPAYAS
 
Die vor vier Jahren erstmals ausgepflanzten, genetisch veränderten Papaya-Pflanzen in Hawaii sind in der Zwischenzeit auch dort gefunden worden, wo sie unerwünscht sind: Nämlich in Papaya-Plantagen von Bio-Anbauern. Der Honolulu-Advertiser berichtete, dass Freiwillige in Schutzanzügen die Genpflanzen beseitigt hätten. Terri Mulroy, Eignerin der Papaya-Plantage, hat ihre 3,6 ha-Farm erst vor eineinhalb Jahren erworben. Aller Wahrscheinlichkeit nach dürften die genveränderten Papaya-Samen mit Vögeln auf ihren Betrieb eingeschleppt worden sein. Für die Bio-Erzeuger besteht die Gefahr, dass ihre Produktion von der Kontrollstelle aberkannt wird. „Gentechnisch veränderte Papayas machen unseren Markt für die hochpreisigen Biofrüchte komplett kaputt, vor allem dann, wenn sie plötzlich in unseren Plantagen wachsen“, ärgert sich Bio-Bäuerin Melanie Bondera, die auf ihrem Land ebenfalls Gentech-Papayas gefunden hat.

Quelle: www.biofach.de, www.eco-world.de
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Günther am 27. Juli 2006, 23:49:22
Und wieder was:

Genpflanzen verringern nicht den Pestizid-Verbrauch

Nach einer Langzeituntersuchung in China reduziert Bt-Baumwolle nur kurzfristig die Pestizidmengen, weil sich andere Schädlinge als die mit den genveränderten Pflanzen bekämpften Baumwollkapselbohrer vermehren.

Komplett:
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/23/23204/1.html
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: hans. am 12. September 2006, 16:15:37
Nach verschiedenen Pressebereichten von heute fanden Grossverteiler, darunter Aldi Nord, in den letzten Tagen Verunreinigungen im Langkornreis aus den USA durch die gentechnisch veränderte Sorte LL 601. Das essen wir jetzt, ohne dass wir uns dagegen wehren können. Betrug nennt man das.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Günther am 12. September 2006, 16:41:57
Nicht nur aus den USA.

"Greenpeace berichtet, dass bei Langkornreis der Marke Bon-Ri von Aldi Nord ebenfalls LL601 gefunden wurde. "

Komplett mit weiteren links:
http://www.heise.de/newsticker/meldung/78071
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: hans. am 14. September 2006, 08:25:51
Statt die Anstrenungen darauf zu richten, den unbewilligten Gen-Giftreis in Zukunft vom Speisereis fernzuhalten, überlegen sich findige "Verantwortliche" bereits die Einführung eines Grenzwertes...
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fars am 14. September 2006, 08:32:04
den unbewilligten Gen-Giftreis

Ist er tatsächlich giftig oder apostrophierst du ihn nur so?
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: hans. am 14. September 2006, 08:41:23
Ob er allergieauslösend wirkt, ist umstritten. Giftig in dem Sinn, wie Arsen giftig ist, ist er nicht. Er ist aber für gesunden, natürlichen reis ein "Gengift". Insofern finde ich den Ausdruck Gift passend. Der LL 601 soll ja seit 2001 nicht mehr angebaut worden sein. Möglicherweise stammt die (identische) Erbgutveränderung von LL 62, einer in den USA zugelassenen Sorte.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Luna am 14. September 2006, 09:23:11
Zwei Grossverteiler der Schweiz ziiehen den in Europa verbotene Genreis LL601 aus den Läden zurück
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Lehm am 05. Januar 2009, 10:43:11
Gentech-Mais beeinträchtigt die Fruchtbarkeit und führt zu Veränderungen im Immunsystem: Meldung

Wir als Gärtner sollten uns noch vermehrt gegen die heimlich salonfähig werdende Frankensteintechnologie engagieren!
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: bristlecone am 05. Januar 2009, 11:04:33
Gentech-Mais beeinträchtigt die Fruchtbarkeit und führt zu Veränderungen im Immunsystem: Meldung

Wenn's denn so einfach wäre. Hier der Link zur Originalstudie (pdf). Dort heißt es u.a.:
(zur Erläuterung: GM = genetisch modifiziert, das bezeichnet die Gruppe, die Genmais erhielt. ISO bezeichnet eine Kontrollgruppe, die keinen Genmais erhielt. MGS = Multigenerationsstudie, ein anderer Test, der in derselben Untersuchung auch durchgeführt wurde)

"Während des zweiten Wurfes konnte eine geringfügige Veränderung zu kleineren Würfen und niedrigeren durchschnittlichen Wurfgewichten in der GM Gruppe beobachtet werden... Die durchschnittlichen Wurfgewichte waren in der ISO Gruppe in den dritten Würfen bei Geburt und Absetzen abgesichert höher, bei den vierten Würfen bei der Geburt."

Dann aber weiter:
"Im Unterschied zu der MGS war der Verlust an Jungtieren in der ISO Gruppe gegenüber der GM Gruppe höher."

Demnach brachten die Tiere, die keinen Genmais erhielten, zwar mehr und schwerere Jungtiere zur Welt, dafür starben hier aber mehr Jungtiere. Sollte man vielleicht daraus dann entsprechend schlussfolgern, dass Genmais vor Säuglingssterblichkeit schützt?

Die Autoren sind da vorsichtig: "Diese Ergebnisse unterstützen die Annahme, dass Langzeitfütterungsversuche für
die Erfassung von ernährungsbedingten Effekten geeignet sind... Eine geringere Reproduktionsleistung kann als Indikator für diätetische Effekte
angesehen werden. Es ist nicht auszuschließen, dass diese Effekte auf Einflussfaktoren
außerhalb der Nährstoffversorgung beruhen. Ob diese Beobachtung auf
die genetische Modifikation oder auf einen unbeabsichtigten Effekt des geprüften
Produkts zurückzuführen ist, sollte in künftigen Arbeiten untersucht werden."

Es gibt gute (politische und ökonomische) Gründe gegen die Verwendung von "Genpflanzen". Toxikologische Befunde wie diese eignen sich da eher nicht.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Lehm am 05. Januar 2009, 11:11:22
Wenn's denn so einfach wäre.

Wenns also noch komplizierter ist, wird auch der Nachweis eines Nutzens kompliziert sein. Gentechpflanzen verursachen bislang nur viel Lärm, einigen nicht einfach zu verifizierenden Schaden und keinen Nutzen. Anders der Bioanbau: dort sind signifikante Qualitätsverbesserungen erzielt worden. Syngenta und Monsanto profitieren bestenfalls an der Börse, mit irrealer Wertschöpfung.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Natura am 07. Januar 2009, 17:03:15
Wenn's denn so einfach wäre.
Gentechpflanzen verursachen bislang nur viel Lärm
Die Pflanzen nicht, nur die Gegner.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Natura am 09. Januar 2009, 15:35:24
Gentech-Mais beeinträchtigt die Fruchtbarkeit und führt zu Veränderungen im Immunsystem: Meldung
Letzte Woche wurde berichtet, dass der Vatikan meldete, Männer würden durch die Hormone, die pillen-nehmende Frauen ausscheiden, unfruchtbar.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Zazoo am 09. Januar 2009, 18:06:34
na wenn der Vatikan das schreibt, dann muss das ja stimmen :P ;)
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Staudo am 09. Januar 2009, 18:07:53
Der Vatikan instrumentalisiert bloß wissenschaftliche Erkenntnisse für eigene Interessen. Deshalb müssen die Erkenntnisse nicht falsch sein.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: cimicifuga am 09. Januar 2009, 18:11:50

Letzte Woche wurde berichtet, dass der Vatikan meldete, Männer würden durch die Hormone, die pillen-nehmende Frauen ausscheiden, unfruchtbar.
und wie kommen die hormone aus der frau in den mann? 8)
nein, ich wills gar nicht wissen
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: lttp am 09. Januar 2009, 18:11:55
Bei vielen Tieren ist das wohl schon so...unfruchtbar wegen den Hormonen im Abwasser.

Am Ende ist das ja auch Verhütung, wenn die Männer dann endlich unfruchbar sind.


@ cimicifuga: Übers Trinkwasser?! Die bauen sich kaum ab.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Staudo am 09. Januar 2009, 18:12:42
Also da gebe ich Dir uneingeschränkt Recht.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: cimicifuga am 09. Januar 2009, 18:14:24

@ cimicifuga: Übers Trinkwasser?! Die bauen sich kaum ab.
und wie kommen sie ins trinkwasser?
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: freitagsfish am 09. Januar 2009, 18:14:40
tja, über das wasser sind wir eben alle miteinander verbunden. darüber werde ich noch ein bißchen nachdenken.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: lttp am 09. Januar 2009, 18:18:22

@ cimicifuga: Übers Trinkwasser?! Die bauen sich kaum ab.
und wie kommen sie ins trinkwasser?

Wie kommen sie denn aus den Frauen raus? Viele Möglichkeiten gibts nicht... :-X
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: bristlecone am 09. Januar 2009, 18:33:17
Das im Wasser hormonell wirksame Stoffe sind, ist schon länger bekannt. Zuerst entdeckt wurde das an Forellen, wo die Männchen plötzlich anfingen, Eiweiße zu produzieren, die sonst nur von laichbereiten Weibchen gebildet werden.

Eine wesentliche Quelle dieser Hormone ist tatsächlich die Antibabypille: Die darin enthaltenen teilsynthetischen Östrogene werden kaum abgebaut und gelangen über geklärtes Abwasser in die Umwelt. Wo Oberflächenwasser zur Trinkwassergewinnung dient, können nachweisbare Spuren davon im Wasser vorkommen. Ob die einen Effekt haben und wenn ja, ob das bedenklich ist, wird seit vielen Jahren diskutiert und untersucht. Unter anderem wird eine sinkende Spermienkonzentration damit in Zusammenhang gebracht. Tatsache ist wohl, dass die Zahl der Spermien im Ejakulat bei Männern in Industrieländern seit Jahrzehnten abnimmt. Allerdings ist sie wohl nicht so niedrig, als dass die Fortpflanzungsfähigkeit - von Einzelfällen abgesehen - beeinträchtigt wäre.
Insofern stimmt der Vorwurf, der Vatikan instrumentalisiert da wissenschaftliche Erkenntnisse für seine Ideologie.
Man könnte so auch gegen die Verwendung von Kondomen argumentieren: Schließlich verursacht das Gummi bekanntermaßen Latexallergien! ;D
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: lttp am 09. Januar 2009, 18:43:08
Da hilft nur b*msen und beten!

Ist die Wirkung von Substanzen, die wie Hormone wirken, nicht gravierender? Das Zeug ist doch immer noch in allerlei Sachen drin.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Natura am 09. Januar 2009, 19:25:38
Nun sind wir von den Genen zu den Hormonen abgedriftet.
Aber zurück: Warum protestiert niemand gegen Gentechnik in der Medizin ??? Ist die nicht "giftig"?
Heute las ich gerade in unserem landwirtschaftlichen Wochenblatt, dass ein Agrarexperte sagte, Biolandbau sei keine Lösung für Hungerprobleme der Welt. Denn dieser sei vielleicht gut für die Umwelt, brauche aber viel mehr Land als der konventionelle Anbau.
Er meint, man solle auch Deutschland erlauben, gentechnisch erzeugte Produkte zu entwickeln, um weltweit mehr Wettbewerb zu den Konzernen, die die meisten gentechnischen Patente besitzen, zu schaffen.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Zazoo am 09. Januar 2009, 19:41:05
OT:
Ob die einen Effekt haben und wenn ja, ob das bedenklich ist, wird seit vielen Jahren diskutiert und untersucht. Unter anderem wird eine sinkende Spermienkonzentration damit in Zusammenhang gebracht.
Bisher war mir wohl bekannt, dass durch die Hormone aus Urin von Anti-Baby-Pillen-Verwenderinnen die Kinder immer frühreifer werden (was ja offensichtlich ist).

Tatsache ist wohl, dass die Zahl der Spermien im Ejakulat bei Männern in Industrieländern seit Jahrzehnten abnimmt.
Dies auseinander zu dividieren vom schlechten Umgang mit dem eigenen Körper, wie Nikotin-Konsum oder auch Streßbedingter niedriger Quote etc. pp. erscheint mir äußerst schwierig ;)
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: bristlecone am 09. Januar 2009, 21:27:51
OT:
Ob die einen Effekt haben und wenn ja, ob das bedenklich ist, wird seit vielen Jahren diskutiert und untersucht. Unter anderem wird eine sinkende Spermienkonzentration damit in Zusammenhang gebracht.
Bisher war mir wohl bekannt, dass durch die Hormone aus Urin von Anti-Baby-Pillen-Verwenderinnen die Kinder immer frühreifer werden (was ja offensichtlich ist).

Dass die Kinder früher in die Pubertät kommen, hat eher mit verbesserten Ernährungsbedingungen zu tun als mit einer eventuellen hormonellen Wirkung von Hormonspuren im Trinkwasser.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Zazoo am 09. Januar 2009, 21:30:49
OT:
Ob die einen Effekt haben und wenn ja, ob das bedenklich ist, wird seit vielen Jahren diskutiert und untersucht. Unter anderem wird eine sinkende Spermienkonzentration damit in Zusammenhang gebracht.
Bisher war mir wohl bekannt, dass durch die Hormone aus Urin von Anti-Baby-Pillen-Verwenderinnen die Kinder immer frühreifer werden (was ja offensichtlich ist).

Dass die Kinder früher in die Pubertät kommen, hat eher mit verbesserten Ernährungsbedingungen zu tun als mit einer eventuellen hormonellen Wirkung von Hormonspuren im Trinkwasser.

auch das heutige Ernährungsverhalten wurde hierfür angeführt... aber im fast selben Atemzug eben auch die durch Klärwerke nicht filterbaren Hormone aus dem ABPs. who knows...
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Feder am 10. Januar 2009, 16:42:17
Zitat
Warum protestiert niemand gegen Gentechnik in der Medizin Ist die nicht "giftig"?
Weil es zwei absolute Totschlagargumente dazu gibt.
1. Willst du den armen Kranken die Heilung vorenthalten?!
2. Wenn du die Krankheit hättest, wärst du auch froh über solche Heilmittel.
Was kann man da noch protestieren? ::)
So kanndie rote Gentechnik machen was sie will.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Lehm am 30. März 2009, 14:53:30
Gentechnik in der Landwirtschaft: kompakt in 3 Min. 48 Sek.

Flashvideo
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: elis am 14. April 2009, 11:53:09
Hallo !

Endlich ist in Deutschland der Genmais Mon 810 verboten worden :D :D. Ilse Aigner hat heute das Verbot bei einer Pressekonferenz ausgesprochen :D :D.

lg elis
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Lehm am 14. April 2009, 12:00:06
schön!

Offenbar waren neueste Studien aus Luxemburg, die Schäden für andere Land- und Wasserorganismen wie Schmetterlinge und Marienkäfer nahelegen, ausschlaggebend.

Ein weiterer Beweis für die Frankensteinmentalität der Gentechlobby. Sollten sich schämen, unsere Natur derart zu verunstalten. PFUI!
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Nina am 14. April 2009, 14:45:57
Endlich ist in Deutschland der Genmais Mon 810 verboten worden

Ja, das finde ich auch super! :D

Hier noch ein Artikel dazu: Aigner verbietet Anbau von Genmais
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Lehm am 14. April 2009, 14:52:00
In dem Artikel kommt auch erneut die Geldgier und ethische Kritikresistenz des bekannten amerikanischen Konzerns zum Ausdruck.
Dessenungeachtet wird hier im Forum von gewissen Mitgliedern immer noch die Anwendung von Round-Up gutgeheissen.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Staudo am 14. April 2009, 14:57:31
Zumindest Profigärtner sollten auf Glyfos von Stähler Agrochemie ausweichen.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Schlafmützchen am 14. April 2009, 21:55:14
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,618985,00.html

Agent Orange, Round-up, Mon810, es ist an der Zeit, dass dieser Konzern nicht mehr unbehelligt treiben kann, was er will.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Lehm am 15. April 2009, 08:42:56
Er ist ja nicht allein, der, welcher mit Syn anfängt und mit Genta aufhört, steht ihm in nichts nach.

Leider schreitet zurzeit die Angewöhnung einst kritischer Verbraucher an die oft illegal geschaffenen Tatsachen voran. Einige Verbraucher wissen schon nicht mehr so genau, was an Genfood eigentlich schlecht sein soll. Aigner hat nun einen Grund mal wieder klar genannt: Schädigung der Fauna.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Staudo am 15. April 2009, 08:44:42
Noch schlimmer: Was machen wir nun mit dem Feindbild CSU?
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Lehm am 15. April 2009, 08:49:52
Das ist sowieso alles durcheinander. In letzter Zeit muss man ja als Linker immer öfter froh sein, dass es Rechte gibt, die links politisieren. Die Linken wissen in ihrem Luxus längst nicht mehr, wie das geht.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Manne am 15. April 2009, 09:14:15
Hallo,

der aktuelle Fall ist aber auch ein schönes Beispiel dafür, wie die Politik mit diesem Thema umgeht.
Frau Aigner ist vor ihrer Zeit als BM eher als große Befürworterin der Gentechnologie in der Landwirtschaft aufgefallen, ohne Rücksicht auf die gegenteilige Meinung der Bevölkerung unseres Landes zu nehmen.

Nun muss sie dieses Ergebnis verkünden, wohl auch auf Weisung ihres Chefs Seehofer. Der schaut dem Volk aufs Maul, weil er die anstehenden Wahlen mit einem anständigem Ergebnis bestehen will, da muss die Meinung seiner Parteifreundin eben hinten anstehen.

Dieses Beispiel zeigt, das öffentlicher Druck in Verbindung mit entsprechenden Studien Erfolg haben kann, die Politik aber wohl eher das Fähnlein der Industrie hochhält (Ein Schelm, der Böses dabei denkt.).
Langfristig wird es so sein wie immer, finanzielle Interessen vor Gemeinwohl - Leider !

 
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Ringelblume am 15. April 2009, 09:23:52
Im Moment ist das Verbot nix anderes als Wahlkampf, wobei mir das Verbot erst mal wichtiger ist als die Gründe - ist nur abzuwarten wie lange es bestehen bleibt.

Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Lehm am 15. April 2009, 15:31:59
Amerikanische Wissenschafter, die Daten des US-Landwirtschaftsministeriums auswerteten, haben festgestellt, dass keine einzige Genpflanzen-Sorte eine wirkliche Ertragssteigerung ermöglichte.

Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Natura am 20. April 2009, 22:14:16
Einige Verbraucher wissen schon nicht mehr so genau, was an Genfood eigentlich schlecht sein soll. Aigner hat nun einen Grund mal wieder klar genannt: Schädigung der Fauna.
Welche Fauna wird denn geschädigt? Angeblich der Zweipunktmarienkäfer. Dann muß dieser wohl von dem Mais fressen, sonst könnte ihm der Wirkstoff nichts anhaben. Wäre es besser gegen den Maiszünsler zu spritzen? Würden dann nicht auch andere Insekten getötet? Oder sollen wir dem Zünsler den Mais überlassen?
Was ist denn das "Gift" in dem Mais? Bazillus thuringiensis!
http://de.wikipedia.org/wiki/Bacillus_thuringiensis
Dieser ist für den ökologischen Landbau zugelassen und wird auch zur Schnakenbekämpfung verwendet. Sterben dort dann keine anderen Lebewesen??
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: bristlecone am 20. April 2009, 22:27:32
Genau diese Fragen habe ich mir auch gestellt.

Wobei mir auch nach wie vor vermeintliche Vorteile nicht so recht einleuchten.

Im Thread bei den "Gartenmenschen" hatten wir vor einiger Zeit mal darüber debattiert, dass es kaum unanhängige Forschung zum Thema "grüne Gentechniken" gibt. Dazu eine Zahl aus einem aktuellen
Spiegel-Bericht über Monsanto:

"Für die Forschung gab das Unternehmen im vergangenen Jahr täglich mehr als zwei Millionen Dollar aus, insgesamt rund 800 Millionen Dollar jährlich.
Zum Vergleich: Als im vergangenen Jahr die Lebensmittelpreise explodierten und weltweit Unruhen ausbrachen, beschloss das Bundeskabinett, die Agrarforschung mit 40 Millionen Euro zu stärken. Ausgezahlt über fünf Jahre."

Dagegen sind die paar Milliarden für die Abwrackprämie für Altautos ja geradezu ein Klacks. :P

Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Lehm am 14. Mai 2009, 15:32:32
Niemand weiss, warum er gegen Gentechnologie ist. Die Gründe sollen deshalb hier endlich aufgelistet werden.

- Die Abhängigkeit der Bauern von den Saatgutkonzernen wurde genannt.
- Dass das Bienensterben damit zusammenhängt, wird vermutet.

Nun aber bin ich auf einen weiteren Grund aufmerksam geworden: In Indien wird auf Bestreben von M-kotz-santo im grossen Stil bt-Baumwolle angebaut. Nicht nur wurden in Genfeldern mehr Baumwollkapselbohrer festgestellt als in Feldern mit Biobaumwolle, obschon ja bt das Insekt töten sollte; nein, das Bodenleben hat auf Genfeldern auch deutlich abgenommen. Anderseits: Gabs in den 60er Jahren erst 6-7 Schädlinge auf den Baumwollfeldern, sinds heute 70-165. Auf Genbaumwollefeldern wächst zudem kaum noch Weizen. Artikel - lesenswert!
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Günther am 14. Mai 2009, 16:04:01
"Vor 13 Jahren wurde in Argentinien Gensoja des US-Konzerns Monsanto zugelassen. Nun wird eine Dengue-Epidemie mit dem Anbau in Verbindung gebracht."

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30310/1.html

Kollateralschäden. Hauptsache, die Kassa stimmt....
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Lehm am 14. Mai 2009, 16:11:12
Derweil schreiben in diesem Forum Gärtner, die scheinbar bedenkenlos Glyphosphat ausbringen.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Günther am 14. Mai 2009, 16:17:52
Wer wird denn nur so kleinlich sein....
Bei uns gibts - noch - kein Dengue-Fieber.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Lehm am 14. Mai 2009, 16:30:33
Aber Amphibien. Ausserdem wird jedesmal M-kotz-santo unterstützt. Will aber nicht in die Köpfe rein, weil mechanisches Jäten eben nicht behagt.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Natura am 15. Mai 2009, 19:21:21
kotz
Pfui Teufel :P
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Natura am 15. Mai 2009, 19:30:41
Niemand weiss, warum er gegen Gentechnologie ist. Die Gründe sollen deshalb hier endlich aufgelistet werden.

- Die Abhängigkeit der Bauern von den Saatgutkonzernen wurde genannt.
- Dass das Bienensterben damit zusammenhängt, wird vermutet.

1. Sind sie bei F1 nicht abhängig? Außerdem laufen auch Patente auf Gentechnik einmal ab.
2. Beim letztjährigen Bienensterben wurde ein Beizmittel als Ursache herausgefunden.
Es wurde auch schon festgestellt, dass Handystrahlen die Bienen verwirren, sie nicht mehr zum Stock zurück finden und sterben. Also Handys verbieten?
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Günther am 15. Mai 2009, 20:21:03
Es wurde auch schon festgestellt, dass Handystrahlen die Bienen verwirren, sie nicht mehr zum Stock zurück finden und sterben. Also Handys verbieten?

Aus welcher obskuren Quelle stammt das?
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Natura am 15. Mai 2009, 21:30:53
Hier ist eine von vielen die man findet wenn man googelt:
http://www.computerwoche.de/knowledge_center/mobile_wireless/1873047/

Ich habe nur ein Handy für Notfälle.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Günther am 15. Mai 2009, 22:18:02
Eine sehr vertrauenerweckende Quelle.... ::)
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Natura am 16. Mai 2009, 11:32:09
Wie gesagt, es gibt noch mehr, habe nur die erste beste genommen.
Erwecken die von Lehm angeführten mehr Vertrauen?
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Lehm am 25. Mai 2009, 09:49:18
Ja. Die WOZ ist eine sehr seriöse Quelle.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Albizia am 03. März 2010, 23:42:33
Gestern hat die EU-Kommision entschieden: die von der BASF entwickelte Gen-Kartoffelsorte Amflora darf in der EU angebaut werden.

Die Stärke der Kartoffel soll für industrielle Zwecke verwendet werden, Reste dürfen zur Viehfütterung verwendet werden. Weiterhin wurden gleichzeitig drei Genmais-Sorten des US-Konzerns Monsanto als Lebens- und Futtermittel zugelassen. :o :o
Gen-Kartoffelsorte Amflora darf angebaut werden

Ich bin entsetzt!! :'( >:(

Auch dass einzelne Stärkehersteller sich gegen die Genkartoffel aussprechen, kann mich nicht beruhigen:
Quelle

Wenn Die es nicht machen, werden sich sicher Andere finden, die den Anbau abkaufen und verwerten.


Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Marion am 04. März 2010, 07:45:14
Das Zulassungsverfahren dieser genmanipulierten Kartoffel währt schon eine kleine Ewigkeit, über satte 12 Jahre hinweg bekam die BASF immerwieder nur die rote Karte gezeigt.

Woher dieser plötzliche Stimmungswandel? Welcher Teufel hat da wen geritten? Weiß da jemand Näheres?
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Mo am 04. März 2010, 09:10:56
Steter Tropfen höhlt jeden Stein. Ausserdem ist bekannt, dass die sog. Beratergremien der politischen Instanzen prominent mit Agrochemiemenschen besetzt sind, die zuvor bei einem der Unternehmen wirkten. Sich wundern ist das Letzte, was man tun sollte. Ab und zu mal ein Feld vernichten helfen ist aber natürlich auch keine (legale) Perspektive. Brav demonstrieren?
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fars am 04. März 2010, 09:11:54
Auf Reis auszuweichen ist wohl auch keine Alternative.

Yamswurzeln?
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Mo am 04. März 2010, 09:17:04
Teilweise werden ja schon Artschranken überschritten. Wer versichert dir, dass die Yamsen nicht von Genkartoffelpollen verunreinigt wurden?
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fars am 04. März 2010, 09:23:11
Ein Argument mehr, warum ich Beilagen zum Fleisch ablehne.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Marion am 04. März 2010, 09:46:02
Steter Tropfen höhlt jeden Stein. Ausserdem ist bekannt, dass die sog. Beratergremien der politischen Instanzen prominent mit Agrochemiemenschen besetzt sind, die zuvor bei einem der Unternehmen wirkten. Sich wundern ist das Letzte, was man tun sollte. Ab und zu mal ein Feld vernichten helfen ist aber natürlich auch keine (legale) Perspektive. Brav demonstrieren?

Dergleichen ist bekannt, und das ist mir zu allgemein.

Meine Frage galt schon konkret der unerwarteten Zulassung konkret der Amflora.

Lehm, du hast doch Zeit, du könntest doch mal ein bisschen danach guggeln und dann hier berichten. :-* :-X
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Günther am 04. März 2010, 09:52:54
Eine Menge links gibts unter:

http://www.heise.de/tp/blogs/8/147181
und
http://www.heise.de/tp/blogs/8/147184

Die simpelste Vermutung wird sein: Geld stinkt nicht.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Natura am 04. März 2010, 12:49:31
Teilweise werden ja schon Artschranken überschritten. Wer versichert dir, dass die Yamsen nicht von Genkartoffelpollen verunreinigt wurden?
Ich wollte ja nichts sagen, aber das ist mir nun doch zuuuuuu weit hergeholt.
Wie und wo werden Artschranken überschritten? Doch nur im Labor wo die anderen Gene eingepflanzt werden.
Seit wann befruchten denn Kartoffeln Yamsen ??? ??? Dann wird es demnächst auch Haferwurzeln mit Maiskörnern geben ::)
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: bristlecone am 04. März 2010, 12:57:47
Was an der gentechnisch veränderten Kartoffel in gesundheitlicher Hinsicht und unter Umweltgesichtspunkten gefährlich sein soll, erschließt sich mir nicht.

Was die politische Seite angeht: Großkonzerne versuchen, wohl meist mit Erfolg, ihre Interessen durchzudrücken, in Brüssel wie in Berlin. Das gilt im Bereich der Gentechnologie wie bei der Energieversorgung oder im Finanzmarkt und in vielen anderen Bereichen.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fars am 04. März 2010, 12:59:52
Wie alle, die Lobby-Arbeit betreiben.
Der normale Bürger würde es ja auch gerne, nur hört niemand sein Stimmchen.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: AndreaeS am 04. März 2010, 13:04:45
Man sollte der Natur einfach nicht ins Handwerk pfuschen. Ich finde es einfach unmöglich das man die Natur manipulieren will, ohne längerfristig konkret zu wissen was das mal für Folgen haben könnte.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: sarastro am 04. März 2010, 13:16:14
Was an der gentechnisch veränderten Kartoffel in gesundheitlicher Hinsicht und unter Umweltgesichtspunkten gefährlich sein soll, erschließt sich mir nicht.

Was die politische Seite angeht: Großkonzerne versuchen, wohl meist mit Erfolg, ihre Interessen durchzudrücken, in Brüssel wie in Berlin. Das gilt im Bereich der Gentechnologie wie bei der Energieversorgung oder im Finanzmarkt und in vielen anderen Bereichen.

Und genau dies lässt alles in eine schiefe Optik geraten. Es ist traurig genug, dass die Politik sich gegenüber einer Lobby nicht mehr durchsetzen kann, gleich welcher Art.
Mon...to lässt grüßen, mit all seinen Begleiterscheinungen.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Mo am 04. März 2010, 14:18:32
Teilweise werden ja schon Artschranken überschritten. Wer versichert dir, dass die Yamsen nicht von Genkartoffelpollen verunreinigt wurden?
Ich wollte ja nichts sagen, aber das ist mir nun doch zuuuuuu weit hergeholt.
Wie und wo werden Artschranken überschritten? Doch nur im Labor wo die anderen Gene eingepflanzt werden.
Seit wann befruchten denn Kartoffeln Yamsen ??? ??? Dann wird es demnächst auch Haferwurzeln mit Maiskörnern geben ::)

Ja, eben, im Labor. Bei nahen Verwandten sind solche Mutationen auch in der Natur möglich. Mir reichts langsam mit all den künstlichen Einflüssen. Wie sieht eine gentechveränderte Kartoffel aus, die neben einem Genmaisfeld wächst, das neben einem AKW wächst und kunstgedüngt und herbizidgespritzt wurde? Ist das dann wieder die Kartoffel, die wir so sehnlichst vermissen seit Jahren? Oder bist du mehr für Industriekartoffeln für Plastiktüten? Isst du Plastiktüten? ???
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Natura am 04. März 2010, 14:45:00
Bis jetzt nicht, aber die aus Kartoffeln könnte ich essen. Außerdem wachsen Kartoffeln nach und Erdöl nicht. Bist du auch gegen Biosprit?
Bei der genveränderten Kartoffel neben dem Maisfeld sind wir ja dann wohl bei Kartoffeln mit Maiskörnern ;D. Wenn nun die Kartoffel sich tatsächlich mit nahen Verwandten kreuzen würde hätte diese auch nur eine Sorte Stärke. Wäre das gesundheitsschädlich? Und wenn nicht gespritzt wird hast du bald weniger zu essen, weil die Kartoffeln dann z.B. von den Kartoffelkäfern verspeist werden usw. Im Biolandbau wird auch gespritzt, zwar nicht "herbizid", aber ob diese Mittel gesünder sind sei dahin gestellt.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Mo am 04. März 2010, 14:56:36
Nein, da ist nichts dahinzustellen 8), das ist erwiesen (mal abgesehen vom übergangsmässig zugelassenen Kupfer vielleicht). Gut, ein weites Feld, ich will da nicht ausufern.

Ich finde Genförderung im Rahmen der konventionellen Züchtung (Auslese, Hybridisierung) vertretbar. Was darüber hinausgeht, stösst mich fast schon auf eine religös motivierte Weise ab, ähnlich wie die Kernspaltung. Beide Technologien programmieren die "Natur" auf exzessive Weise und zeitlich langfristig um. Es handelt sich um in dem Sinne arrogante Methoden, welche Bedenken, Ängste und Sorgen von Zweiflern mit ruckzuck geschaffenen Tatsachen überkleistern.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: bristlecone am 04. März 2010, 15:05:05
Man sollte der Natur einfach nicht ins Handwerk pfuschen. Ich finde es einfach unmöglich das man die Natur manipulieren will, ohne längerfristig konkret zu wissen was das mal für Folgen haben könnte.
"Widernatürlich" ist kein Argument, und "der Natur" "pfuscht" man auch bei der herkömmlichen Pflanzenzüchtung gehörig ins Handwerk.

In anderen Bereichen stehen gentechnische Verfahren lange nicht so in der Kritik, bekanntestes Beispiel: die Produktion von Insulin in gentechnisch entsprechend "zurechtgepfuschten" Mikroorganismen oder die von speziellen Antikörpern in der medizinischen Diagnose oder der Krebstherapie.
Ich weiß, die Produkte werden nicht absichtlich in die Landschaft ausgebracht. Dafür aber direkt in den menschlichen Körper.

Ich finde Genförderung im Rahmen der konventionellen Züchtung (Auslese, Hybridisierung) vertretbar.


Auch da wird mit Stoffen und Strahlung gearbeitet, die das Erbgut verändern.

Was darüber hinausgeht, stösst mich fast schon auf eine religös motivierte Weise ab, ähnlich wie die Kernspaltung.

Das scheint mir der Punkt zu sein: Es gibt keine Diskussion, nur den Austausch von Überzeugungen, die nicht zu hinterfragen sind.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Natura am 04. März 2010, 15:06:40
Nein, da ist nichts dahinzustellen 8), das ist erwiesen (mal abgesehen vom übergangsmässig zugelassenen Kupfer vielleicht). Gut, ein weites Feld, ich will da nicht ausufern..
Was ist erwiesen? Dass z. B. Nikotin gesünder ist als chemisch hergestellte Pflanzenschutzmittel? Diese sind ja oft -oder meistens?- nur den natürlichen nachgemacht. Darüber wurde aber auch schon an anderer Stelle diskutiert. Kürzlich habe ich einen Artikel gelesen, dass jetzt Stoffe in Insekten erforscht werden die zur Medikamentenherstellung verwendet werden können. Da man aber nicht im erforderlichen Maß Insekten fangen und diese Inhaltsstoffe isolieren kann, sollen die Wirkstoffe dann "künstlich" hergestellt werden. Ich hoffe für dich, dass du keine Medikamente brauchst.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Günther am 04. März 2010, 15:11:02
Bis jetzt nicht, aber die aus Kartoffeln könnte ich essen. Außerdem wachsen Kartoffeln nach und Erdöl nicht. Bist du auch gegen Biosprit?

'Environmentally-friendly' biofuels are more harmful to the planet than normal fossil fuel

http://www.dailymail.co.uk/news/article-1254536/Environmentally-friendly-biofuels-harmful-planet-normal-fossil-fuel.html
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Mo am 04. März 2010, 15:13:29

Auch da wird mit Stoffen und Strahlung gearbeitet, die das Erbgut verändern.

Möglich, dass es auf das Ausmass und die Geschwindigkeit ankommt. Je nachdem wär ich dann sogar gegen bestimmte herkömmliche Züchtungsmethoden, allein, mir fehlt das notwendige Wissen.

Das scheint mir der Punkt zu sein: Es gibt keine Diskussion, nur den Austausch von Überzeugungen.

Ja, ideal ist das nicht. Allerdings hat es noch kein Gentechnologe geschafft, Bedenken von uns Laien wirklich mit überzeugenden Argumenten zu zerstreuen. Meist kommt nach einem mehr oder weniger intransparenten Bewilligungsvrfahren einfach etwas auf den Markt. Das kann nicht gut gehen. Da bockt der Bürger halt.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Staudo am 04. März 2010, 15:15:14
Das trifft aber nur für mittlere Mitteleuropäer zu. Am Rande Mitteleuropas bröckelt die Front und außerhalb Europas geht man mit Gentechnik sehr entspannt um. Kurioserweise trifft das auch auf mittlere Mitteleuropäer im Ausland zu.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Mo am 04. März 2010, 15:17:55
Ja, stimmt leider.
Ob wir auf verlorenem Posten kämpfen, wird sich weisen.
Immerhin haben die meisten europäer den vorteil, nicht einfach irgendwelche Nahrung auf dem Teller haben zu müssen. Wir sind reich genug, um zu wählen. Und "The American Way" lässt uns glücklicherweise weiterhin lauwarm, wenn nicht kalt.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Natura am 04. März 2010, 15:32:31
Immerhin haben die meisten europäer den vorteil, nicht einfach irgendwelche Nahrung auf dem Teller haben zu müssen. Wir sind reich genug, um zu wählen.
So ist es. Leute die am verhungern sind, sind dankbar wenn sie überhaupt was zu essen bekommen. Und wenn das mit Gentechnik eher gelingt :-\ .
Zu Günthers link: Biologisches aus Monokulturen für die z.B. der Urwald weichen muß, ist auch nicht das Wahre. Aber was machen wir wenn das Erdöl alle ist ???
Es hat halt alles seine Vor- und Nachteile.

Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Günther am 04. März 2010, 15:40:37
Zu Günthers link: Biologisches aus Monokulturen für die z.B. der Urwald weichen muß, ist auch nicht das Wahre. Aber was machen wir wenn das Erdöl alle ist ???


Ganz gemütlich weiterleben.
Erdöl ist nicht so bald alle, es wird nur weniger, mühsamer zu kriegen, und teurer.
Aber für alles gibts Ersatz.

Und die Gentechnik hat noch niemanden vorm Verhungern gerettet.
Die hilft nur obskuren Gesellschaften.
Fast nur.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: fars am 04. März 2010, 15:58:24

Die hilft nur obskuren Gesellschaften.


Was ist an denen obskur?
Wie alle Wirtschaftsunternehmen haben die ausschließlich ihre unternehmerischen Interessen im Auge und sorgen auf diese Weise für Entwicklungen und Arbeitsplätze. Es ist Aufgabe der Gesellschaft und der Politik dafür zu sorgen, dass diese Interessen nicht denen der Allgemeinheit zuwiderlaufen.

Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Günther am 04. März 2010, 16:10:38
.... sorgen .... für .... Arbeitsplätze. ....

Ach ja?
Ach nein.
Shareholder value & Boni sind das Ziel.
Philanthrophische Reden gibts bestenfalls in Presseaussendungen.
Natürlich lebt die gesamte (!!!) Gesellschaft nicht vom Edelmut, aber auch nicht - siehe aktueller Zustand - von der "Wirtschaft", und schon gar nicht vom unsinnigen permanenten "Wirtschaftswachstum".
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Mo am 04. März 2010, 16:15:51
Immerhin haben die meisten europäer den vorteil, nicht einfach irgendwelche Nahrung auf dem Teller haben zu müssen. Wir sind reich genug, um zu wählen.
So ist es. Leute die am verhungern sind, sind dankbar wenn sie überhaupt was zu essen bekommen. Und wenn das mit Gentechnik eher gelingt :-\ .

... ist es dennoch eine Schweinerei. Bevor unklar ist, wie sich diese Frankensteins auf den menschlichen Organismus und die "Natur" auswirken, ist es zynisch, sie den Armen zu verfüttern. Sie werden durch die Konzerne ja überdies noch um ihr Einkommen gebracht. Aber das hatten wir alles schon. Bitte erst nachlesen, dann posten.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: AndreaeS am 04. März 2010, 16:44:29
... ist es dennoch eine Schweinerei. Bevor unklar ist, wie sich diese Frankensteins auf den menschlichen Organismus und die "Natur" auswirken

Genau, bin auch der Meinung es gibt noch gar keine Langzeitstudien, die belegen, welche Auswirkungen die Gentechnik hat. Vielleicht eine tickende Zeitbombe für die Natur.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: sarastro am 04. März 2010, 18:33:19
Dank gentechnisch verändertem Mais ist die Vielfalt und das genetische Gefüge der lokalen Maissorten in Mexico teilweise durcheinandergeraten. Man benötigt also keine Langzeitstudien, sondern sollte schneller handeln, wenn es die Politik nur wollte oder könnte.

Was hat man für eine Hysterie beim Auftreten von BSE und ein paar Kreuzfeld-J.- Toten in England veranstaltet. Da hat man sofort massenweise die Viecher gekeult - war es nun eine Vorsichtsmaßnahme oder lediglich eine Marktbereinigung?
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Natura am 04. März 2010, 20:15:42

Genau, bin auch der Meinung es gibt noch gar keine Langzeitstudien, die belegen, welche Auswirkungen die Gentechnik hat.
Man wird auch in Zukunft keine haben wenn die Felder zerstört werden.
Aber man braucht ja keine :-\.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Natura am 04. März 2010, 20:53:25
Mo ist weg. Und nun? Vielleicht kommt er wieder als Anti-Mo(nsanto)?
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Albizia am 04. März 2010, 22:07:58
Was nutzen Langzeitstudien, wenn dann als Ergebnis hinterher rauskommt, dass Schädigungen von Mensch/Tier/ Pflanze/Umwelt nicht reversibel sind?
Dann ist das Geschrei groß.

Der Anbau von Amflora für dieses Jahr beläuft sich über Vertragslandwirte auf 150 Hektar in Tschechien, 80 Hektar in Schweden und 20 Hektar in Deutschland in Bütow/Mecklenburg-Vorpommern. Die BASF werde versuchen, die Bevölkerung zu überzeugen. Beim diesjährigen Anbau ginge es zunächst um Saatgutproduktion. (Quelle 2. Abs: FAZ v. 02.03.10, Printausgabe)

Pah. Wie wollen die denn die Bestäuberinsekten davon abhalten, die Kartoffelblüten von Amflor anzufliegen? Mit nem aufgestellten Schild am Acker: "Anfliegen der Blüten bei Strafe verboten!" ? Hoffentlich können die auch lesen. ::)

Auch wenn die Vermehrung von Kartoffeln ja in erster Linie über die Knollen erfolgt und kaum über Samenbeeren, ist doch nicht auszuschließen, daß so ein Bienchen zunächst mal die Amflor anfliegt und sich dann auf einer anderen Blüte z.B. beim Biobauer um die Ecke niederläßt. Und sich das Ganze dann weiterentwickelt. Aus so manch einer Beere wurde schon eine Kartoffel...

Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Raphaela am 19. März 2010, 07:42:13
http://www.avaaz.org/de/eu_health_and_biodiversity/?cl=514010481&v=5661

Online-Petition bezüglich des Anbaus gentechnisch veränderter Lebensmittel
(wenn doppelt, sorry, bin in Eile)
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Natura am 19. März 2010, 15:59:54
Darin ist die Rede davon dass mehr Forschung betrieben werden soll. Damit sind wir wieder bei # 175.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Raphaela am 20. März 2010, 00:51:49
Da hast du natürlich recht ::)

Ich hab´s allerdings so verstanden, als ob es dazu dienen soll, das Ganze erstmal zu stoppen: Das einzige Argument, daß dazu beitragen könnte, die flächendeckende Einführung von Gen-Lebensmitteln zumindest zu verzögern, ist m. E. die Sorge vor späteren Schadensersatz-/Schmerzensgeldforderungen.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Marion am 12. April 2010, 12:32:48
Ha! ;D

In meiner Mailbox, aus dem Verteiler von AgrarBündnis:

"Neues Gutachten: Zulassung für Gen-Kartoffel rechtswidrig
Greenpeace: Bundesregierung muss Anbau in Deutschland verbieten", so der Titel.

Habe auch noch den Antrag der Grünen an den Bundestag. Wer möchte > PM, ich schicke die Mails dann zu. (Hab's eilig.)
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Natura am 13. April 2010, 22:30:44
Ich habe gerade das entdeckt:
http://www.proplanta.de/Agrar-Nachrichten/agrar_news_themen.php?SITEID=1140008702&Fu1=1270709020
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Lehm am 16. April 2010, 10:20:18
Dass herkömmliche Züchtung Pflanzen stärker verändert als Gentechnik ändert nichts an der Verwerflichkeit der Letzteren. Es geht v.a. um die Art der Veränderung, deren Geschwindigkeit und um die Stabilität. GMO sind oft systemwidrig, Züchtungen nutzen das System. GMO sind zudem unstabiler als Züchtungen, die Ergebnis jahrelanger kleiner Veränderungen sind. Gentechnik ist der Holzhammer, Züchtung die kitzelnde Flaumfeder.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Treasure-Jo am 16. April 2010, 10:36:32
Dass herkömmliche Züchtung Pflanzen stärker verändert als Gentechnik ändert nichts an der Verwerflichkeit der Letzteren. Es geht v.a. um die Art der Veränderung, deren Geschwindigkeit und um die Stabilität. GMO sind oft systemwidrig, Züchtungen nutzen das System. GMO sind zudem unstabiler als Züchtungen, die Ergebnis jahrelanger kleiner Veränderungen sind. Gentechnik ist der Holzhammer, Züchtung die kitzelnde Flaumfeder.

...da bin ich anderer Meinung: Mit Gentechnik kann man sicherlich sehr schnell drastische, auch in meinen Augen ethisch und ökologisch nicht vertretbare Änderungen des Erbguts vornehmen, prinzipiell unterscheidet sich aber Gentechnik nicht von dem, was die Natur macht. Es hängt wie so oft davon ab, welche ethischen Grenzen sich Gentechniker, deren Auftraggeber oder auch der Gesetzgeber setzen. Grundsätzlich sehe ich aber in Gentechnik kein unerlaubtes "Teufelswerk" (mal etwas plakativ ausgedrückt, sorry).
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Lehm am 16. April 2010, 10:43:55
Das sehe ich schon ein. Aber Veränderungen, die durch herkömmliche Züchtung erreicht werden, laufen langsamer ab. Da verträgt nicht zack! eine Maissorte plötzlich Glyphosphat. Ob ein solcher Effekt züchtbar wäre, weiss ich nicht, aber wenn, ginge das Jahre, während denen sich das System Natur daran anpassen könnte. Dieses System begrenzt die herkömmliche Züchtung, es sind längst nicht alle Veränderungen möglich, welche mit der Gentechnologie möglich sind, und wenn, dann nie so schnell. Sonst hätte man die Gentechnik ja nicht erfinden müssen.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Treasure-Jo am 16. April 2010, 10:45:43
...da stimme ich Dir 100% zu !
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Günther am 16. April 2010, 23:40:44
Bei der sogenannten Gentechnologie werden meist gezielt total fremde Gene bzw. Genbestandteile eingebracht, beispielsweise tierische Gene in Pflanzen.
Bei "normaler" Züchtung werden die vorhandenen Gene in ihrer Variabilität genutzt, bisweilen auch geschädigt, um die gewünschten Ergebnisse zu erzielen. Selektion ist eine Vorgangsweise, verkreuzung verwandter (!) Arten eine andere.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Günther am 17. Oktober 2010, 14:45:11
Und ganz aktuell:

US-Bauern proben den Aufstand

http://orf.at/stories/2018389/2018366/

Spät kommen's drauf.....
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Marion am 18. Oktober 2010, 10:06:21
Zitat
US-Bauern proben den Aufstand

Das ist doch nur begrüßenswert.

Es kommt noch besser, sehr erfreulich und den Unkenrufen zum Trotze: Monsanto in den Miesen (Financial Times Deutschland)

Die Schwarzen Zahlen kurz und knapp.
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Günther am 23. Dezember 2010, 11:46:35
Grad gefunden:

Die USA übten massiven Druck für Monsanto und Co. aus
http://www.heise.de/tp/blogs/8/148979

No na....
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Cara am 08. April 2011, 19:01:16
eine Aktion gegen Genmais zum Mitmachen :D

www.bantam-mais.de

ich bin dabei
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Eva am 17. April 2013, 16:17:05
Tesco gibt's auf
Klick
Titel: Re:Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Staudo am 17. April 2013, 16:18:16
Auch das Kleintierfutter, was im ganz normalen Landhandel angeboten wird, enthält gentechnisch veränderte Soja.
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: bristlecone am 18. Juli 2017, 08:44:43
ZEIT Online: Sind Sie auch … gegen Genfood?
Und wissen Sie eigentlich noch genau, warum? Folgen Sie unserem Autor Max Rauner auf der Suche nach ein paar Körnchen Wahrheit im absurden Kampf um den Goldenen Reis.

Mindestens so interessant zu lesen wie der Artikel selbst sind die Kommentare. Da spricht die besorgte grüne Seele.
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Staudo am 18. Juli 2017, 09:32:29
Auch wenn eine gewisse Unsicherheit bleibt, gehe ich davon aus, dass Monsanto hinter dem Artikel steckt. Wer sonst?
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: bristlecone am 18. Juli 2017, 09:35:01
Die Illuminati
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Staudo am 18. Juli 2017, 09:40:23
Vielen Dank für den Link.  ;)

Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Wild Obst am 18. Juli 2017, 09:50:14
ZEIT Online: Sind Sie auch … gegen Genfood?

Sehr schöner Artikel zu den Widersprüchen in der "grundsätzlichen" Gentechnikfurcht. Am besten gefällt mir ja das Zitat:
Zitat
Man dürfte keine einzige konventionell gezüchtete Pflanze zulassen, wenn man dieselben Vorsorgestandards an die konventionelle Züchtung anlegt, die für die grüne Gentechnik gefordert werden.
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Natternkopf am 18. Juli 2017, 16:47:24
@bristlecone
Merci für den Link. 🌺
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: bristlecone am 08. September 2017, 13:41:32
Vorsicht vor orange Petunien!

Das hat jetzt in Biospektrum ein Biologe zum Anlass für dieses Editorial genommen:

Gleiches Recht für Kleingärtner und Molekularbiologen! (pdf)

Zitat:

"Die Behörden stellen fest: Es besteht keine Gefahr für Mensch und Umwelt (das gilt für alle S1-Organismen!). Die Pflanzen dürfen deshalb unkontrolliert im Kompost oder Restmüll entsorgt werden."

Routineversuche, die auch an Schulen gefahrlos durchgeführt werden könnten, werden hingegen wegen Sicherheitsbedenken nicht genehmigt, und in Labors werden für S1-Organismen strenge Auflagen gemacht und überwacht.

Schlussfolgerung des Autors:

"Entweder müssen S1-Experimente an Schulen und Universitäten erleichtert werden, oder die Kleingärtner und Balkonkastenliebhaber müssen Autoklaven anschaffen. Noch besser ist dieser Vorschlag einer Behördenperson: „Wenn eine großflächige Kontamination mit S1-Mikroorganismen nicht zu 100 % ausgeschlossen werden kann, ist die ganze Fläche mit Formaldehyd zu dekontaminieren.“ Das wäre mal was für Kleingärten!"
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Walt am 08. September 2017, 14:33:41
"Die Pflanzen dürfen deshalb unkontrolliert im Kompost oder Restmüll entsorgt werden."

Nix is! Transport und Vernichtung von gentechnisch veränderten Organismen (GVOs) sind per Gesetz gentechnische Arbeiten und damit genehmigungspflichtig.
Als erstes muß der Gärtner eine mindestens 3-jährige Erfahrung im Umgang mit solchen Petunien (oder anderen GVOs) nachweisen. Außerdem braucht er noch einen Beauftragten für biologische Sicherheit und nicht zuletzt einen bruchsicheren verschließbaren Behälter um die Petunie vom Beet zum Kompost zu befördern.

Die beim Entfernen der Petunie aus dem Beet zu tragenden Handschuhe müssen anschließend übrigends auch sachgerecht entsorgt werden. Falls es zu einem unabsichtlichen Kontakt zwischen Petunie und Kleidung kommen sollte, ist auch diese - genau - sachgerecht zu entsorgen.

Und wenn sie dann dort ist, die Petunie wirds erst richtig nett. Der Wurm hat an der verrottenden Petunie gefressen und verläßt die gentechnische Anlage. Das ist dann der Zeitpunkt an dem die Gesamtkleingartenkolonieformaldehyddekontamination durchgeführt wird.

Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: bristlecone am 08. September 2017, 15:42:39
Es gibt doch hoffentlich einen Gesamtkleingartenkolonieformaldehyddekontaminationsverordnungsausführungsbestimmungsbeauftragten, der das überwacht, oder?

Was die Petunie angeht: Da hat wohl die normative Kraft des Faktischen eine Ausnahme erzwungen.

Sollten hier auch solche Petunien in Gärten gelangt sein, wäre auch das Schild "Gentechnik freie Region Oberrhein" (wörtliches Zitat) zu überdenken.
Titel: Re: Hinweise zur Gentechnologie
Beitrag von: Яib-∃səl am 08. September 2017, 17:01:43
Gesamtkleingartenkolonieformaldehyddekontaminationsverordnungsausführungsbestimmungsbeauftragten

Der Scrabble-killer.  ;D ;D