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Autor Thema: Castanea sativa - Edelkastanie - Castanea dentata  (Gelesen 126807 mal)

Re-Mark

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Re:Castanea sativa - Edelkastanie - Castanea dentata
« Antwort #105 am: 06. Oktober 2004, 01:08:24 »

Habe in Italien einen Stand gesehen, der 'Marigoule' (ist das jetzt richtig geschrieben?) verkaufte. Das müßte eine französische Züchtung sein, in die C. crenata eingekreutzt ist, um Resistenz gegen Katanienrindenkrebs zu bieten. Die Bäume waren in Töpfen, ca. 1,50 m groß und sahen gut aus. Leider hatte ich kaum noch Geld, keinen Platz mehr im Auto und außerdem ein Kaufverbot meiner Familie.
Trotzdem würde mich mal interessieren, wo man Marigoule in D oder im Internet herbekommt und zu welchem Preis. Esvelc könnte sie bestimmt besorgen, aber die Versandkosten sind höher als der Preis für einen Baum in Italien...

Hat irgendjemand von Euch Beziehungen in die USA? Jetzt müßten die Ersten Samen der neuesten Generation aus dem Resistenzuchtprogramm von C. dentata geerntet werden. An interessierte US-Bürger werden sie möglicherweise für Wiederaufforstungsprogramme abgegeben, ich wäre sehr interessiert. Wenn irgendjemand von Euch Verwandte oder Freunde drüben hat, dann wäre es wirklich toll, wenn wir irgendwie an ein paar dieser Kastanien kommen könnten. Ich suche demnächst nochmal die Infos zum Resistenzzuchtprogramm heraus.
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bernhard

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Re:Castanea sativa - Edelkastanie - Castanea dentata
« Antwort #106 am: 19. Oktober 2004, 11:38:53 »

 :D schön anzusehen. wenn auch die menge der ernte stark hinter den erwartungen zurückblieb. ich schreibe das in erster linie dem feuchten wetter zu. zur blütezeit gab es beinahe täglich regen. denkbar schlechte bedingungen. leider.

allerdings kann ich freudiges bezüglich der fruchtgröße berichten. wenn der baum der sorte 'ecker 1' gut eingewachsen ist, bringt er früchte in einer größe hervor, wie wir sie sonst nur aus italien gewohnt sind. und mehr noch. sie werden in der ersten oktoberhälfte reif, auch in kühleren sommern. so richtig prall und groß mit vorzüglichem geschmack.
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Bernhard

pjoter petrowitsch

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Re:Castanea sativa - Edelkastanie - Castanea dentata
« Antwort #107 am: 19. Oktober 2004, 12:05:10 »

Hier hatten wir sehr guten Fruchtansatz, aber dafür sehr kleine Früchte.
Außderdem werden die Bäume langsam zu hoch, werd sie wohl zurückschneiden müssen, komm einfach nicht mehr an die Früchte,
die immer oben an den Spitzen kleben.
Und wenn ich warte bis sie von selber fallen, sind die Mäuse, Krähen,
?Hamster?... schneller :-(

@Bernhard: nach deinen Lobpreisungen werd ich mich wohl auch mal nach der von dir erwähnten Super-Sorte umsehen müssen...

Gruß
PP
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bernhard

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Re:Castanea sativa - Edelkastanie - Castanea dentata
« Antwort #108 am: 19. Oktober 2004, 12:12:08 »

Zitat
@Bernhard: nach deinen Lobpreisungen werd ich mich wohl auch mal nach der von dir erwähnten Super-Sorte umsehen müssen...

ich weiß natürlich nicht, wie sich die in deinem klima verhält. für meines jedenfalls optimal. ich muß mal ein ästchen in reiserstärke schneiden. das könntest du für veredlungsversuche habe. ich weiß aber, dass das idR mit seitlichem anplatten gemacht wird und die ausfallquote bei ca. 50 % liegt. also nicht sehr vielversprechend. leider habe ich vor november auch keine zeit, mich näher damit zu beschäftigen..... der zeitpunkt dürfte aber ohnehin am ehesten im april passen. aber für deine heckenzwecke kommst du bestimmt auch günstig an einen heister. frag mal bei eggert. die sind ja mitten im baumschulzentrum pinneberg. wenn da oben irgendwer die sorte vermehrt, kann er sie dir besorgen.
« Letzte Änderung: 19. Oktober 2004, 13:53:19 von bernhard »
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Bernhard

pjoter petrowitsch

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Re:Castanea sativa - Edelkastanie - Castanea dentata
« Antwort #109 am: 19. Oktober 2004, 13:49:25 »

[quote
ich weiß natürlich nicht, wie sich die in deinem klima verhält. für meines jedenfalls optimal. ich muß mal ein ästchen in reiserstärke schneiden. das könntest du für veredlungsversuche habe. ich weiß aber, dass das idR mit seitlichem anplatten gemacht wird und die ausfallquote bei ca. 50 % liegt. also nicht sehr vielversprechend. leider habe ich vor november auch keine zeit, mich näher damit zu beschäftigen..... der zeitpunkt dürfte aber ohne am ehesten im april passen. aber für deine heckenzwecke kommst du bestimmt auch günstig an einen heister. frag mal bei eggert. die sind ja mitten im baumschulzentrum pinneberg. wenn da oben irgendwer die sorte vermehrt, kann er sie dir besorgen.

Danke für das Angebot, vielleicht können wir dann mal Reiser tauschen.
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Iris

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Re:Castanea sativa - Edelkastanie - Castanea dentata
« Antwort #110 am: 22. Oktober 2004, 22:03:55 »

Pjotr, du bist ein Traum! Vielen vielen Dank für die Adresse vom ökolog. Bot. Garten BY :)!
Die Castanea habe ich in der kurzen Zeit (noch) nicht gefunden (hatte nur eine knappe Stunde noch bis zur Dunkelheit), aber ich bin sicher, dass ich diesen tollen Garten noch öfter besuchen werde! Und dann werde ich hier berichten...

Dankbare Grüße von Iris
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Was juckt es die Eiche, wenn sich eine Wildsau an ihr kratzt?

Werner57

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Re:Castanea sativa - Edelkastanie - Castanea dentata
« Antwort #111 am: 30. Dezember 2004, 19:59:58 »

An Ziersorten der Eßkastanie bin ich überhaupt nicht interessiert. (Die Niederländische Pflanzenhandlung scheint leider gerade darauf einen Schwerpunkt zu setzen.)
Mich interessieren: guter Geschmack, leichte Lösbarkeit aus der Schale, gute Fruchtbarkeit (manche Sorten sind leider pollensteril, was bedeutet, daß man drei Bäume (zwei mit Pollen) pflanzen muß, wenn alle tragen sollen.) Und vor allem: Resistenz!

Hallo Re-Mark,

eine von mir gepflanzte Dore de Lyon (20 Jahre) wurde von einem befreundeten Gärtner mit von mir besorgten "Belle Epine" Reisern gepfropft (Geissfuß).
So geht es dann auch mit einem Baum.
Diese Veredlungen benötigen wirklich den passenden Befruchter. Nur bei ausreichend warmen Nordwind(äußerst selten) kann die Sämling-Reihe bei mir ergänzen.
Die ältesten von mir gepflanzten Castanea sativa Sämlinge (25 Jahre) besorgte ich in einer Baumschule in der Nähe (Echt,NL).
Im Oktober ausgesucht, gekostet, bewertet, gezeichnet. Im Dezember, Januar, Februar gepflanzt.

Eine brachliegende Dorfwiese ist so mit selektionierten Sämlingen (11) aus der Baumschule wieder zum "Sammelpunkt" geworden.
Veredlungen aus Ungarn sind absolut frosthart. Brauchen aber starken humosen Boden.

Die teuersten CS waren zwei 6m Hochstamm mit super dicken Früchten, 450 DM.
 
Nach 3 Jahren waren die aber wieder ganz normal. Im Jahr vor dem Kauf hatten die Kastanien einen starken Rückschnitt gehabt!

Nach all den Jahren würde ich Dore de Lyon im Norden pflanzen und Belle Epine in Luv. ;)

Veredlungen aus Ungarn sind absolut frosthart. Brauchen aber starken humosen Boden.
Habe schon 2 Motorradtouren durch die Cevennen gemacht! Sehr empfehlenswert!

Gruß
« Letzte Änderung: 30. Dezember 2004, 21:28:33 von Re-Mark »
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Re-Mark

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Re:Castanea sativa - Edelkastanie - Castanea dentata
« Antwort #112 am: 30. Dezember 2004, 21:50:19 »

Hallo und willkommen!

Die ältesten von mir gepflanzten Castanea sativa Sämlinge (25 Jahre) besorgte ich in einer Baumschule in der Nähe (Echt,NL).
Im Oktober ausgesucht, gekostet, bewertet, gezeichnet. Im Dezember, Januar, Februar gepflanzt.

Hast du vor 25 Jahren Sämingsbäume in den Niederlanden gekauft, oder hast du 25 jährige Sämlinge gekauft, die Du deshalb sogar vor dem Kauf verkosten konntest? :o

Zitat
Eine brachliegende Dorfwiese ist so mit selektionierten Sämlingen (11) aus der Baumschule wieder zum "Sammelpunkt" geworden.
Veredlungen aus Ungarn sind absolut frosthart. Brauchen aber starken humosen Boden.

Ich glaube, ich würde gerne mal in einer ungarischen Baumschule einkaufen gehen. (soll dort auch gute Walnusssorten geben...)

Zitat
Die teuersten CS waren zwei 6m Hochstamm mit super dicken Früchten, 450 DM.
 
Nach 3 Jahren waren die aber wieder ganz normal. Im Jahr vor dem Kauf hatten die Kastanien einen starken Rückschnitt gehabt!

Heißt das, daß Kastanien auf starken Rückschnitt hin mehrere Jahre lang besonders dicke Früchte tragen? Das wäre ein interessanter Tip.

Zitat
Veredlungen aus Ungarn sind absolut frosthart. Brauchen aber starken humosen Boden.

Zum Boden habe ich leider noch nicht wirklich viel gefunden. Ok, sie mögen keinen Kalk und keine verdichteten Böden. Aber das dürfte auf die Mehrzahl unserer Bäume zutreffen. Wie ist das z.B. mit Grundwasser, wäre ihnen Wasser in beispielsweise 1m Tiefe zu naß? Und in 1,50 m? Habe auch schon etwas von symbiotisch lebenden Pilzen gelesen (was wohl auch auf die meisten Waldbäume zutrifft), da stellt sich die Frage ob die Pilze von alleine kommen oder ob man mit ein paar Schaufeln Erde von einem anderen Kastanienbaum nachhelfen kann.
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bernhard

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Re:Castanea sativa - Edelkastanie - Castanea dentata
« Antwort #113 am: 30. Dezember 2004, 23:16:40 »

Zitat
Wie ist das z.B. mit Grundwasser, wäre ihnen Wasser in beispielsweise 1m Tiefe zu naß? Und in 1,50 m?

das mögen sie nicht. nasse standorte bzw. hohes grundwasser mögen sie nicht. da ist es egal ob 1 m oder 1,5 m, denn sie wurzeln gerne sehr tief. eigentlich haben sie eine breite standortamplitude: frisch bis trocken, neutral bis sauer, humos bis sandig, auch steinig ..... absolut zu vermeiden ist also nur hoher kalkgehalt und nasse (bzw. auch verdichtete) böden.

Zitat
Heißt das, daß Kastanien auf starken Rückschnitt hin mehrere Jahre lang besonders dicke Früchte tragen? Das wäre ein interessanter Tip.

davon habe ich bisher weder gehört, noch gelesen. ich kann mir nicht vorstellen, dass c.s. so auf schnitt reagieren könnte. da sie nach meinen erfahrungen sehr lange braucht um sich auf veränderungen einzustellen (bzw. auf solche sensibel und meist mit der einbuße von weiblichen blüten reagiert) wäre ich mehr als erstaunt.
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Werner57

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Re:Castanea sativa - Edelkastanie - Castanea dentata
« Antwort #114 am: 31. Dezember 2004, 19:53:55 »

Hallo Kastanienfreunde!

davon habe ich bisher weder gehört, noch gelesen. ich kann mir nicht vorstellen, dass c.s. so auf schnitt reagieren könnte. da sie nach meinen erfahrungen sehr lange braucht um sich auf veränderungen einzustellen (bzw. auf solche sensibel und meist mit der einbuße von weiblichen blüten reagiert) wäre ich mehr als erstaunt.


Seit 40 Jahren komme ich aus dem Staunen nicht mehr heraus :)

Ich weiß, daß ich wenig weiß. ;)

Das mit dem Rückschnitt funktioniert. Beim extremen Rückschnitt kurz über dem Boden! Heißt das Rebpfahlgewinnung(nachschlagen)

Literaturverweis: Seltenes Kern, Stein und Beerenobst, Friedrich/Schuricht Neumann Verlag 1985, S.47 ff.

Hier wird jedoch nicht beschrieben, daß nach dem Kahlschlag oder einer anderen Art, bei der vereinzelt noch Bäume stehenbleiben um den Ertrag nicht gegen Null tendieren zu lassen, die Bäume 3 bis 4 mal schneller wachsen, da das Wurzelwerk eines viel größeren Baumes zur Verfügung stehen. Dadurch werden die Früchte doppelt so groß! C.P.
Nur halt am Anfang viel weniger ;)


Hierzu: Niederwaldwirtschaft. Hat mir mal der Leiter Forstbetrieb eines großen Rekultivierers(des größten) freundlicherweise aus einem schlauen Buch kopiert.

1,5 m bis zum Wasser sollten es schon sein. Von mir beobachtete Veredlungen (Haus Hall, Hückelhoven) hatten neben sich einen Weiher.
Alter: Napoleonische Zeit?
1965 12 St. in der Reihe, 2004 noch 1 oder 2
Bei Veredlungen geht man von 150 - 200 Jahren Lebensdauer aus.
Durch gute oder mangelnde Pflege + - 100 Jahre?

Auf dem Mont Dol de Bretaigne steht eine CS von 500? Jahren (ich glaube nicht schnell an tausend, wie auf einem Schild steht)!!!
 
Darum sind die zur napoleonischen Zeit gepflanzten CS jetzt meist am Ende. Mangelnde Pflege beschleunigt den Alterungsprozess

Ein Bestand(1 km Allee) in Alden Biesen(B) mußte eine Drainage-Maßnahme über sich ergehen lassen und jetzt wundern sich alle über das komische Baumsterben. An dieser Stelle stimmt die Empfindlichkeit!

Oft kommt es bei wechselnden Grundwasserständen auch zum Trachtverlust bei Imkern. Weide und Kastanie(und natürlich...) mögen zwar Wasser, aber bitte keinen Wechsel nach 20 Jahren. Sie blühen zwar, honigen aber nicht. Das gleiche Problem wie bei den Akazien mit "Untertemperatur".

Ein andere Bestand in Belgien Hengelhof und Kelchterhof bei Bokrijk ist aus der gleichen Zeit wie Haus Hall aber besser gepflegt worden.

Hier findet übriges im Herbst ein Fest statt zum Lobe der Kastanie. Mit Maronensuppe!

Die Kastanienalle bei Lillebosch(Echt,NL) am alten Kloster mußte wegen Astfall und mangelnder Pflege für den öffentlichen Verkehr geschlossen werden.

Am Schloß Dyck bei Neuss stehen sie auch schon hinterm Zaun.

Liebe Grüße

PS. Habe gerade noch einige Fotos von einer besonders dicken Kastanie gemacht, weiß aber noch nicht wie ich sowas hier hineinbekomme.
Mein Kastanienkühlschrank im Schuppen birgt jedoch z.Zt. nur noch 5 kg.
Stehe für weitere Fragen gerne zu Verfügung :)


« Letzte Änderung: 01. Januar 2005, 03:08:03 von Re-Mark »
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Urs

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Re:Castanea sativa - Edelkastanie - Castanea dentata
« Antwort #115 am: 31. Dezember 2004, 20:08:15 »

Hallo andreasNB,

wir kultivieren seit einigen Jahren ebenfalls Castanea pumila. Ich hätte großes Interesse an einem Tausch von Jungpflanzen zwecks Erhöhung der genetischen Diversität der Ausgangspopulation. Wir haben neben den älteren, schon ausgebrachten Pflanzen z. Z. noch Jungpflanzen in einer Größe von 0,30 - 1,00 m. Falls Du ebenfalls an einem Tausch interessiert bist, oder jemand anders dies sein sollte, bitte ich um eine Rückmeldung.
Gruß

Urs
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Re:Castanea sativa - Edelkastanie - Castanea dentata
« Antwort #116 am: 31. Dezember 2004, 22:48:53 »

Hallo Kastanienfreunde!


Das mit dem Rückschnitt funktioniert. Beim extremen Rückschnitt kurz über dem Boden! Heißt das Rebpfahlgewinnung(nachschlagen)

PS. Habe gerade noch einige Fotos von einer besonders dicken Kastanie gemacht, weiß aber noch nicht wie ich sowas hier hineinbekomme.
Mein Kastanienkühlschrank im Schuppen birgt jedoch z.Zt. nur noch 5 kg.
Stehe für weitere Fragen gerne zu Verfügung :)


hallo werner,

ojaaa ich hätte da eine frage :-)
wenn mein maronistamm (der hat eine wunde) wirklich kaputt gehn sollte,kann ich ihn dann auch 30cm. über dem boden abschneiden und er bildet wieder neue austriebe und diese werden wieder ein bäumchen ?
oder
wie steht es mit austrieben aus dem boden ?
hatte damals mal welche wegemacht kann man die wachsen lassen ohne das es dem strauchbaum was tut ?

deine bilder würden mich auch interressieren :-)

LG
MaroniFan
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LG
 MaroniFan :-)

bernhard

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Re:Castanea sativa - Edelkastanie - Castanea dentata
« Antwort #117 am: 01. Januar 2005, 10:37:31 »

Zitat
wenn mein maronistamm (der hat eine wunde) wirklich kaputt gehn sollte,kann ich ihn dann auch 30cm. über dem boden abschneiden und er bildet wieder neue austriebe und diese werden wieder ein bäumchen ?

freilich kannst du, maronifan. das ist die von werner oben zitierte alte kulturform der niederwaldwirtschaft. nur das es bei dir eben kein wald, sondern nur ein baum ist. die kräftigen jungen stämme wachsen zügig mit großen zuwachsraten. man verwendete sie als rebpfähle im weinbau. daher kam auch die vermutung, die c.s. wurden von den römern mit dem wein in unsere breiten gebracht. das stimmt aber nicht. funde datieren wesentlich weiter zurück.

du müsstest dich in einem solchen fall halt entscheiden, welchen bzw. wieviele der neuausschläge du stehen lassen möchtest.

Zitat
Seit 40 Jahren komme ich aus dem Staunen nicht mehr heraus
Ich weiß, daß ich wenig weiß.
Das mit dem Rückschnitt funktioniert. Beim extremen Rückschnitt kurz über dem Boden! Heißt das Rebpfahlgewinnung(nachschlagen)

ok, werner. missverständnis! das das so funktioniert, wie von dir geschrieben ist klar/logisch und war mir auch bekannt. sorry. was ich meinte war aber eine kulturform als richtiger, großer, oder bezgl. praktikabilität eines schnittes, größerer baum. an der baumform sollte man eigentlich, wenn man auch auf den habitus wert legt nicht herumschneiden (außer abgestorbenes, verwachsenes, revigorationsschnitt,etc.). ein schnitt um ertrag und fruchtgröße bei c.s. (als richtiger baum bis großbaum verstanden) ist mir weder aus gesprächen noch aus der literatur bekannt.

wohl aber weiß ich von der schnittverträglichkeit der c.s., auch wenn man sie nicht in form der niederwaldwirtschaft radikal zurücknimmt. pp (aus dem forum hier) hat eine gut fruchtende hecke, die er immer wieder zurücknehmen (muss) und re-mark hat bilder aus einem deutschen versuchsgarten hier gepostet, an denen erkenntlich ist, dass die bäume in auch in sehr kleinen baumformen gehalten werden können. ob das schön ist, ist ne andere frage. die exemplare im versuchsgarten werden wohl auch fruchten, sonst könnte die erträge ja nicht beurteilt werden.

btw würde mich interessieren wann (zeitpunkt) und in welchen intervallen die geschnitten werden!?!

nochmal kurz zum boden - was ich meinte: klar mag sie frische, feuchte humose böden gern. was sie aber in der natur meidet, sind nasse böden. das kann man auch an den ausgedehnten "natürlichen" beständen erkennen. Warda h.d. führt selbiges aus.

@urs: ich habe auch einige c.pumila von andreas nB. eine jetzt ausgepflanzt und noch zwei oder drei im topf. davon könnte ich eine für tausch verwenden .... bei interesse bitte via pm melden.
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Bernhard

Re-Mark

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Re:Castanea sativa - Edelkastanie - Castanea dentata
« Antwort #118 am: 01. Januar 2005, 11:26:37 »

nochmal kurz zum boden - was ich meinte: klar mag sie frische, feuchte humose böden gern. was sie aber in der natur meidet, sind nasse böden. das kann man auch an den ausgedehnten "natürlichen" beständen erkennen.

Daß Castanea sativa keine nassen Böden mag war mir schon klar, du hattest dazu ja auch schonmal etwas geschrieben. Aber ich habe bisher noch immer keinen Text gelesen, der auf den Grundwasserstand eingeht. Immer ist nur die Rede von 'feucht' oder 'nass', von 'verdichtet' oder 'luftig' etc. Aber die Möglichkeit, eines sehr lockeren, eher sandigen Bodens, der daher im ersten halben Meter nie naß ist (dafür schön gleichmäßig feucht), in z.B. 80 cm (oder 100 cm oder 140 cm oder ...) Tiefe aber Wasser zusammenläuft, diese Möglichkeit findet man nirgends erwähnt. Oder was passiert, wenn sie schon in z.B. 1 m Tiefe Wasser vorfindet. Baldige Fäulnis, weil die Wurzeln trotzdem da hineinwachsen? Oder Kümmerwuchs, weil das Höhenwachstum der Krone vom Tiefenwachstum der Wurzeln abhängt? Oder jeden Winter Frostschäden, weil der Baum nicht früh genug mit dem Wachstum abschließt und der Neutrieb daher nie richtig ausreift?

Überhaupt wird in der Literatur (die ich bisher gesehen habe, und das war nicht so viel im Vergleich zu deiner) recht wenig auf die Details des Wurzelaufbaus bei verschiedenen Bäumen eingegangen. Interessant fand ich eine Beschreibung eines Haselnußzüchters. Er ging jahrelang von einer gewissen Wurzelform und -umfang aus. Dann machte dort mal jemand den Versuch, die Wurzeln einiger Sträucher freizuspülen - und es gab eine Überraschung: die Form war völlig anders als erwartet: http://weblogs.eos.net/WoodyAg/stories/storyReader$104

In der Uni-Bibliothek sah ich neulich ein Buch, welches sich mit den Wurzeln einiger Forstgehölze beschäftigt. Konnte es leider nicht ausleihen, werde es demnächst nochmal ansehen.

C.s. hat eine Pfahlwurzel? Ok, das haben einige andere Bäume auch. Trotzdem habe ich schon Eichen sehr dicht an Gewässern stehen sehen. Oder zu Walnüssen etwas von 'wurzeln bis zu 1,5 m tief' gelesen, obwohl auch sie Pfahlwurzler sind und ich eher mit 'bis zu 5 m' gerechnet hätte. (na gut, vielleicht bezogen sich die 1,5 m auf die Hauptwurzelmasse).
Zu Walnusssämlingen habe ich gefunden, daß die 'Wurzelrübe' vor dem Pflanzen eingekürzt werden solle, dann bilden sich mehrere dünnere 'Rüben'. Vielleicht geht ähnliches ja auch bei Kastanien?
Ich meine, wenn es den ''normalen' Saugwurzeln zu naß wird, dann werden sie halt nicht weiter nach unten in den 'Schlamm' wachsen. Dass sie normalerweise 'tief wurzeln' muß ja heißen, daß sie nur so leben können. Andererseits ist mir natürlich klar, daß einige Bäume trotzdem so nicht leben können, sei es weil irgendwelche Pilzkrankheiten in den feuchteren Bereichen die Wurzel angreifen und sich dann nach oben arbeiten, oder sei es weil symbiotisch lebende Mikroorganismen sich nicht richtig entwickeln können oder von anderen verdrängt werden.

Ich frage mich halt, was genau die Bedingungen sind, die Kastanienwurzeln brauchen (nicht nur: normalerweise nutzen) oder aber nicht vertragen (nicht nur: wachsen dort nie wild).
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bernhard

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Re:Castanea sativa - Edelkastanie - Castanea dentata
« Antwort #119 am: 01. Januar 2005, 11:45:37 »

Zitat
Ich frage mich halt, was genau die Bedingungen sind, die Kastanienwurzeln brauchen (nicht nur: normalerweise nutzen) oder aber nicht vertragen (nicht nur: wachsen dort nie wild).

die angaben sind immer sehr generell, und jeder ist logischerweise versucht, vom naturstandort rückschlüsse zu ziehen. und du hast völlig recht, zu bemerken, dass dies nicht immer der weisheit letzter schluß ist. werner hat oben beispiele gegeben, dass grundwasser offensichtlich kein großes problem darstellt, solange das ganze kein sumpf ist. es haben ja viele bäume eine hohe standortamplitude (nyssa sylvatica oder metasequoia glyp. zum beispiel).

jedenfalls beginnt mich diese frage jetzt wirklich zu tiefer zu interessieren (auch wenn ich mit "zu feucht oder nass" bei mir im garten kein problem habe).
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Bernhard
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