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Pflanzenwelt => Rosarium => Thema gestartet von: ju.le am 01. Februar 2021, 09:57:21

Titel: Rambler für Apfelbäume
Beitrag von: ju.le am 01. Februar 2021, 09:57:21
guten morgen im eisigen februar.

möge der winter bald vorbei sein - hugh!

folgende frage an euch: ich übernehme alsbald einen garten, auf dem 9 apfelbäume stehen, alles ältere jahrgänge. diese würde ich gern mit ramblern und ggf clematitiden ;) verschönern.

dafür suche ich inspirationen und erfahrungen.

wichtig ist mir: robustheit, lange blütezeit, duft, gerne hagebutten.

unklar ist mir, was mit zu wüchsigen rosen wie bobby james in doch nicht allzugroßen bäumen passiert. geht da "zu groß"?

ich bin gespannt auf eure beiträge,

lg aus leipzig,

julia.
Titel: Re: Rambler für Apfelbäume
Beitrag von: Apfelbaeuerin am 01. Februar 2021, 10:01:30
unklar ist mir, was mit zu wüchsigen rosen wie bobby james in doch nicht allzugroßen bäumen passiert. geht da "zu groß"?


Oh ja!!! Ich habe einen schönen alten Apfelbaum verloren, der unter einer viel zu großen "Ayrshire Queen" regelrecht begraben wurde. Davor wollte ich dich echt warnen!!!
Titel: Re: Rambler für Apfelbäume
Beitrag von: Lady Gaga am 01. Februar 2021, 10:23:47
Bei mir wächst seit ca. 10 Jahren Veilchenblau in einen alten Zwetschkenbaum, die passt, ist nicht zu wüchsig, einmalblühend.
(https://up.picr.de/40455943pm.jpg)
Titel: Re: Rambler für Apfelbäume
Beitrag von: ju.le am 01. Februar 2021, 11:15:02
oh wie schön...

meine apfelbäume sind deutich kleiner... vermutlich die hälfte bis zwei drittel deiner zwetschge.
Titel: Re: Rambler für Apfelbäume
Beitrag von: ju.le am 01. Februar 2021, 11:16:49
ach wie schade :(

die ayshire queen hatte ich in einem anderen garten, dort wuchs sie am fuße einer birke eher zart (vermutlich durch den wurzeldruck oder so), aber wunderschön. und ich hatte sie als lieblingsrose auf meiner wunschliste. jetzt muss ich mir das wohl nochmal überlegen.

Titel: Re: Rambler für Apfelbäume
Beitrag von: Anubias am 01. Februar 2021, 11:17:41
Im Garten an meinem Elternhaus ist ein alter Apfelhochstamm nach etwa 10-15 Jahren irgendwann unter der Bobbie James zusammen gebrochen.
Der Apfel war etwa 60 oder 70 Jahre alt und schon nicht mehr ganz fit, als die Rose gepflanzt wurde.
Titel: Re: Rambler für Apfelbäume
Beitrag von: Lady Gaga am 01. Februar 2021, 11:47:10
Solche riesigen Rambler scheinen mir für einen einzigen Baum zu hoch und schwer.

Der Trompeter von Säckingen soll angeblich nur 3m hoch werden. Das wäre zum Hochklettern und über die Äste fallen fast zu wenig, aber für einen kleinen Baum...? Meiner ist erst 5 Jahre alt.
(https://up.picr.de/40436603pq.jpg)
 
Titel: Re: Rambler für Apfelbäume
Beitrag von: Gartenplaner am 01. Februar 2021, 12:27:42
Dann wird 'Seagull' auf jeden Fall zu groß:

(https://up.picr.de/40456609ld.jpg)

(https://up.picr.de/40456615ik.jpg)

(Die Hecke im Vordergrund hat etwas über 2m Höhe)
Titel: Re: Rambler für Apfelbäume
Beitrag von: Maia am 01. Februar 2021, 12:30:29
ach wie schade :(

die ayshire queen hatte ich in einem anderen garten, dort wuchs sie am fuße einer birke eher zart (vermutlich durch den wurzeldruck oder so), aber wunderschön. und ich hatte sie als lieblingsrose auf meiner wunschliste. jetzt muss ich mir das wohl nochmal überlegen.
Dazu kann ich Dir auch nur dringend raten, so wunderschön diese Rose auch ist. Dieses Exemplar wird jedes Jahr radikal beschnitten und zwei Wochen später sind da schon wieder 2m lange Neutriebe dran. Sie war auch schonmal in die Spitze des dahinterliegenden Baumes geklettert und musste mühsam wieder herausgeschnitten werden. Merke: Dornröschen würde diese wählen!
Titel: Re: Rambler für Apfelbäume
Beitrag von: Lutetia am 01. Februar 2021, 12:31:31
Apfelbauerin und Maia, sehr beeindruckende tolle Fotos  :D und ich stimme euch zu: Die `Ayshire Splendens´ hatte ich am Schuppen sitzen und letztes Jahr rausgemacht - sie ist sehr einnehmend und kaum zu bändigen. Zu groß für einen Apfelbaum.
In meinem Garten wächst `Guirlande Rose´. Die könnte ich mir durchaus an kleinen Bäumen vorstellen. Sie ist öfterblühend, duftet - wenn auch nicht sehr stark - und wird so 4 m.
Titel: Re: Rambler für Apfelbäume
Beitrag von: kaunis am 01. Februar 2021, 12:32:45
Vor Bobby James und Lykkefund kann ich nur warnen: Ich habe zwei ausgewachsene Birnbäume bei Sturm durch diese mächtigen Wachser verloren. Lykkefund ist etwas leichter zu handhaben, da sie stachellos ist. Bei beiden aber nur für ausgewachsene starke Bäume!!!
Veilchenblau verträgt sich bei mir gut mit Apfelbäumen, wenn mir auch die Farbe nicht sehr zusagt (Vita Sackville-West: "...eine Farbe verblichener Quetschung").

Ein Clematisvorschlag: Clematis rehderiana, herbstblühend (!), mit wunderschönen gelben Glöckchenblüten und ungewöhnlichem Primelduft. Zwar starkwachsend, aber leicht zurückzuschneiden. Aber leider bei mir mit Lykkefund abgestürzt!
Titel: Re: Rambler für Apfelbäume
Beitrag von: malva am 01. Februar 2021, 12:37:18
Bei mir wächst New Dawn in einem Apfelbaum. Das passt von der Größe und Farbe sehr gut. Manche Gäste sind verwundert über die merkwürdigen Apfelblüten ab Juni.  ;)
Die verschiedenen Rambler haben richtig große Bäume als Stützen.
Titel: Re: Rambler für Apfelbäume
Beitrag von: Hero49 am 01. Februar 2021, 13:24:12
Elis hat schon Fotos von der Juanita gezeigt, die auch gut in die Höhe wächst und sehr viele kleine Hagebutten bekommt.
Auch einige Moschata-Hybriden von Lens können gut in Bäume wachsen, doch Hagebutten sind Mangelware.
Titel: Re: Rambler für Apfelbäume
Beitrag von: rocknroller am 01. Februar 2021, 14:06:18
PHM in einem Birnbaum, der allerdings noch vital ist.





Titel: Re: Rambler für Apfelbäume
Beitrag von: rocknroller am 01. Februar 2021, 14:09:15
Nahaufnahme

Titel: Re: Rambler für Apfelbäume
Beitrag von: ju.le am 01. Februar 2021, 15:10:28
Inwieweit beeinträchtigt der Rambler eigentlich den Ertrag des Obstbaumes?

Titel: Re: Rambler für Apfelbäume
Beitrag von: Kasbek am 01. Februar 2021, 16:19:13
Ein stachelloser Rambler nimmt dem Apfelbaum samt den Früchten Licht weg. Über die Erhöhung der Windlast samt Bruchgefahr wurde ja hier schon geschrieben. Inwieweit es zu Wurzel- und damit Wasser- und Nährstoffkonkurrenz kommt, kann ich nicht beurteilen. Schädlingsübersprünge wären bei solchen, die allgemein Rosaceae befallen, nicht auszuschließen, aber ob es da hierzulande welche gäbe, die das tun könnten, wissen die hiesigen Rosenexperten sicher besser als ich.

Ein stachliger Rambler hätte noch den Zusatznachteil, daß er das Pflücken und andere im Baum stattfindende Tätigkeiten wie den Obstbaumschnitt akut erschwert. Das ginge dann also nur mit Teleskoppflücker bzw. Teleskopschere und wäre, da Überkopfarbeit, entsprechend anstrengend.

Insgesamt ist die Problemdichte bei Clematis vielleicht doch etwas geringer  ;) (Du solltest vielleicht nur nicht gerade C. vitalba nehmen, unter der vom Apfelbaum in ein paar Jahren nicht mehr viel übrigbleiben wird  :-X)
Titel: Re: Rambler für Apfelbäume
Beitrag von: Mottischa am 01. Februar 2021, 20:02:27
Und ich habe meine Bobby „vorübergehend“ an einen Apfelbaum gepflanzt, der eh nicht mehr lange lebt 🤭 und die Veilchenblau an einen Obelisken. Aber gut, für beide habe ich momentan keine anderen Plätze.

Wie wäre es mit der Chevy Chase? Die sieht toll aus und ufert nicht aus.
Titel: Re: Rambler für Apfelbäume
Beitrag von: ju.le am 01. Februar 2021, 21:22:47
Zitat von: Mottischa link=topic=[b
Link entfernt!1[/b]3622735#msg3622735 date=1612206147]

Wie wäre es mit der Chevy Chase? Die sieht toll aus und ufert nicht aus.

Sieht wirklich interessant aus, steht aber bei Schultheiß mit einer Größe von über 5m in der gleichen Kategorie wie die Monster-Rambler. Aber das scheint dann ja wohl nicht ganz so zu sein :))

Es scheint so, dass ich mir das leichter vorgestellt habe, als es ist. Zu schnell ist  der Apfelbaum dahin. Das ist nicht Sinn und Zweck der Übung.

Kennt sich jemand aus mit der Russeliana? Ich hab die einmal gesehen, da war sie aber eher an den Baumstamm anlehnend als hineinkletternd.
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Titel: Re: Rambler für Apfelbäume
Beitrag von: ju.le am 01. Februar 2021, 21:26:13
Zitat von: Kasbek link=topic=[b
Link entfernt!1[/b]3622583#msg3622583 date=1612192753]

Insgesamt ist die Problemdichte bei Clematis vielleicht doch etwas geringer  ;) (Du solltest vielleicht nur nicht gerade C. vitalba nehmen, unter der vom Apfelbaum in ein paar Jahren nicht mehr viel übrigbleiben wird  :-X)

Ich mit meinen unreflektierten Gartenambitionen dachte an einen Rambler _und_ eine Clematis in einem maximal ertragreichen Apfelbaum. Symbiotisch - irgendwie. Und das Fallobst ist dann ein superguter probiotischer Rosendünger oder so ^^

Naja... probieren wir's aus. Aber erstmal muss Frühling werden.

;)
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Titel: Re: Rambler für Apfelbäume
Beitrag von: Lady Gaga am 01. Februar 2021, 22:32:23

Kennt sich jemand aus mit der Russeliana? Ich hab die einmal gesehen, da war sie aber eher an den Baumstamm anlehnend als hineinkletternd.
1min. Beitragsanzahl noch nicht erreicht

Russeliana soll angeblich ident mit Himmelsauge sein, das schreibt z.B. auch Schultheis. Himmelsauge ist bei mir nicht so wüchsig wie die großen Rambler. Sie war anfangs an einem engen Platz, habe sie daher 2018 umgepflanzt. Da schaffte sie in 2 Jahren noch keine 2m Höhe, angeblich werden es 3.
(https://up.picr.de/40462073lc.jpg)
Titel: Re: Rambler für Apfelbäume
Beitrag von: Nova Liz am 05. Februar 2021, 15:56:47
Mehr als 2,50m schafft Himmelsauge /Russelliana hier auch nicht.Dafür wird sie unendlich breit.Es stimmt,die Schütt-und Schultheisvariante ist mit Himmelsauge gleich.
Mit dem Namen Russelliana sollen aber noch einige mehr unterwegs sein.
Titel: Re: Rambler für Apfelbäume
Beitrag von: Nova Liz am 05. Februar 2021, 18:12:04
Ich möchte noch mal grundsätzlich etwas zu Ramblern loswerden,da ich ja phasenweise Ramblerliebende und Ramblerhasserin bin. 8) :P
Es gibt einfach keinen atemberaubenderen Anblick im Garten,als einen vollerblühten Rambler in einem Baum, der über und über mit langen Blütenrispen vollhängt und womöglich die ganze Umgebung beduftet.Auch wenn sie nur einmalblühend sind,reichen die öfteblühenden Rosen doch niemals an diesen Rausch heran.Zudem haben zb.Wichuraianarambler,neben gängigen Farben, ganz bezaubende Farbtöne im Bereich gelblich,kupfer und Aprikosenvarianten,aber auch bläulich zu bieten.
Ich würde nicht eine Sekunde zögern und ratzfatz wären alle Bäume mit Ramblern bestückt.So auch hier,und es gab auch zu Anfang gleich einen Todesfall von einem riesigen,uraltem Apfelbaum,der unter der Rosenlast einem Sommersturm zum Opfer fiel.
Irgendwann waren alle Bäume bestückt,und ich ging dazu über die Rambler an Zäune zu setzen und in die umgebenden Knicks zu leiten.
Was man aber unbedingt bedenken sollte:Du wirst dabei zum Abeitssklaven dieser Leidenschaft.
Es ist ja nicht so,dass du mal eben die Schere zückst und locker,wie bei Stauden mal eben herumhantierst.Rambler machen unendlich viele und zeitraubende ,obendrein noch blutige Arbeit.Es ist nicht spaßig,überwachsenes,4-5m langes,stachelige Totholz aus Bäumen und Sträuchern zu ziehen, bzw.rauszuoperieren,ohne die Neutriebe zu verletzen und dich selbst. :o
Nichtstun, geht übrigens ein paar Jahre gut,rächt sich aber später.Der Zeitaufwand ist auch nicht zu verachten.Ich brauche für einen ausgewachsenen Rambler einen Tag,um ihn fit für die Saison zu machen.
Rambler haben in der Regel sehr stachelige Triebe,denn die brauchen sie ja ,um sich festzuhaken und zu klettern.
Bei Apfelbäumen kann man die Früchte dann nich geohnt ernten,wie schon beschrieben und muss sich eben mit weniger und Fallobst begnügen.Das nehme ich aber gern in Kauf,denn für mich brauche ich nicht so viele Äpfel.
Nährstoffe zieht ein Rambler auch nicht großartig ab.Probleme machen nach Jahren vor allen Rosenmasse und Rosengewicht.Natürlich wirkt sich irgendwann die Beschattung auf den Ertrag aus.Rosenkrankheiten ,die über Apfel-oder Birnbäume übergehen sind mir unbekannt.Vielleicht probierst du es einfach mal mit einem gemäßigten Rambler aus.
Öfterblühende Minirambler (wenn es um den Eindruck von kleinen Blütenrispen geht)sind zB.die Rosen aus der Fall-Gruppe,zB.Yosemite Falls,Angel Falls und Niagara Falls,Perennial Blush,Perennial Blue und Purple Skyliner .

Titel: Re: Rambler für Apfelbäume
Beitrag von: Gartenplaner am 05. Februar 2021, 18:22:28
'Chevy Chase' erscheint mir nicht so wild wie andere Rambler, hab ich an einem Pflaumenbaum und dort ist er auch nach Jahren noch nicht oben angekommen:

(http://up.picr.de/26026849pg.jpg)


(http://up.picr.de/26026850dp.jpg)

Blüht aber auch nicht in so überschwänglicher Fülle.
Ähnlich wie 'Mme Alfred Carrière', die wiederum länger, also mehrfach blüht - aber wieder auch stark wächst:

(https://up.picr.de/36207174sl.jpg)
Titel: Re: Rambler für Apfelbäume
Beitrag von: Nova Liz am 05. Februar 2021, 18:30:01
War eben schon wieder ausgeloggt,deshalb stückelweise weiter. ;)
Perennial Blush wird hier an einem Bogen nur etwa 2,80m hoch,geht aber leider auch massig in die Breite.Dann habe ich im Knick noch eine Niagara Falls.Die scheint geeignet mit hier bislang etwa 3,50m.Purple Skyliner wird hier nich so hoch,hat aber auch nicht wirklich was zum Klettern.Perennial Blue erinnert von der Blütenfarbe und Größe entfernt an Veilchenblau,wenn man in Richtung violettbläulich möchte.
Alle diese Rosen sind sehr stachelig.
Ich könnte mir dann im Apfelbaum (sind es eigentlich Halb-oder Hochstämme?Sind sie gesund und aktiv?)noch Rosengarten Zweibrücken und The Albrighton Rambler gut vorstellen.Die haben etwas größere Blüten.
Auch Graciosa wäre denkbar.Mir fallen da noch einige Kandidaten ein.
Ok,es gibt vielerlei Möglichkeiten, und du solltest einfach einmal etwas an einem Apfelbaum ausprobieren und auch gleichzeitig an die sonnenabgewandte Seite, eine Clematis passend dazu setzen.
Ob etwas funktioniert und ob der Arbeitsaufwand dann auch in guter Relation für dich steht,musst du selbst herausfinden. ;)
Titel: Re: Rambler für Apfelbäume
Beitrag von: Nova Liz am 05. Februar 2021, 18:35:08
Chevy Chase finde ich auch eine gute Empfehlung.Die ist auch kein so schlimmes Stachelmonster und wird nur vollsonnig wuchtiger.
Titel: Re: Rambler für Apfelbäume
Beitrag von: ju.le am 06. Februar 2021, 10:35:57
Danke für eure ausführlichen Antworten!

In meinem alten Garten hatte ich eine sehr beherrschbare Airshyre Queen an einer Birke (beherrschbar durch den schattigen Standort, denke ich mal) und eine Bobby James, die in eine alte Lärche hochwächst, bestimmt 7-8m hoch - ein Traum!

Jetzt habe ich (ab nächste Woche!!!....*hüpf*) ein "neues" altes Haus mit "neuem" alten Garten... wie vital die Apfelbäume sind, weiß ich nicht. Ich kenn mich mit Obst nicht aus. Sie sehen "älter" aus und nicht besonders fit, sicherlich nicht strukturiert geschnitten. Ob Halb- oder Vollstamm kann ich gar nicht genau sagen... Höhe ca 4-5m, irgenwas in der Mitte.. nächstes Wochenende kann ich Fotos machen. Die ganze Gartenplanung hängt auch noch in den Startlöchern, weil  mir noch das "Gefühl" fürs Gelände fehlt. Aber nach dem Frost zeitnah ein paar wurzelnackte Rambler in den Boden bringen erscheint mir sehr verlockend, zumal ich mich mit anderen Rosenambitionen noch zurückhalten muss, da der grundlegende Gartenplan noch nicht klar ist. Geplant sind eine kreisförmige Wiese für Yoga und ähnliches, eine Sommerküche, eine Sauna am Fluss mit Reinhüpfen zB. Komplizierend kommt hinzu, dass die flussseitige Hälfte des Gartens mehr oder weniger regelmäßig überschwemmt wird - Auenland halt. Den Apfelbäumen scheint das nicht zu schaden. Auf der Wiese wachsen wohl Myriaden von Märzenbechern. Ich habe beschlossen, dass auch Rosen mit Überschwemmung klar kommen, jawoll und wehe nicht!. Das Grundstück ist "originäres Auenland". Da ist nie ein Bagger drüber gefahren und auch kein Schutt im Boden... so denke ich. Ich habe die Ahnung, dass der feuchte Boden eher reichhaltig ist und daher mehr zu größeren als zu kleineren Rosenerfolgen führt. Möglicherweise werden Pilze ein Problem. Wir werden sehen.

Beim Schnorcheln ist mir die Felicite et Perpetue unter die Finger gekommen. Bei Schmidt steht sie mit 3,50m drin, bei Schultheiß mit >5m. Das wäre ein heißer Kandidat, falls die Größe irgendwie verhältnismäßig zu meinen Möglichkeiten ist.

Und die Gishlaine kenne ich auch von früher. Eher ein Strauch als eine Kletterin... so richtig in Bäume klettern kann die nicht, bleibt zu wuchtig...*denk* ähnlich die Russeliana... oder? Hat da jmd vllt Bilder???

Maria Lisa ist auch eine Kandidatin.

Mit roten Rosen <-- Chevy Chase komm ich noch nicht so klar. Wird vllt noch :)) Ich bin eher eine naturnahe Gärtnerin, aus unerfindlichen Gründen fühlen sich für mich rote Rosen - und auch viele gelbe und orange - nicht "natürlich" an, schwer zu erklären. Das bläuliche Rot der Alten Rosen dagegen ist ein Träumchen... hach...

So, genug phylosofiert... ich wünsche Euch einen schönen Start ins Wochenende... es wird ja nochmal richtig fies frostig!!

Lg aus Leipzig,

Julia.

Titel: Re: Rambler für Apfelbäume
Beitrag von: Ruby Ginosa am 07. Februar 2021, 08:18:06
Von Felicité perpetué würde ich die Finger lassen - die wuchs unten zum Dach rein und oben wieder raus... (wenn ich das Foto im Lauf des Tages finde, reich ich's nach). Außerdem ist sie auch recht pieksig.

An (bisher nicht in) einem Apfelbaum wachsen bei mir recht gebändigt Paul Noel und Violetta. Leider blüht Violetta etwas später auf. Eine mittelblaue Clematis wollte nicht bleiben, ich weiß nicht mehr, welche Sorte das war.
Titel: Re: Rambler für Apfelbäume
Beitrag von: Lady Gaga am 07. Februar 2021, 09:51:06
Da stimme ich zu, Félicité et Perpétue wird ziemlich breit und wuchtig, da stimmen eher die 5m Höhe. Bei mir wuchert sie hinter der Gartenmauer in 2 Fliederbüsche und hängt über die Mauer und auch dahinter wieder herunter.

Ghislaine wächst hier eher breit, ich schneide sie an einer Pergola immer zurück und kenn daher die absolute Höhe nicht.

Das beste ist wohl, du siehst dir die Bäume nochmal genau an, in der Erinnerung stimmen die Größenmaße oft nicht.  ;)

Zur Entwicklung traue ich mich nur die hier gepflanzten Rosen zu beurteilen. Für einen Baum und nicht rosa könnte ich mir vorstellen:  Gloire de Dijon, William Alan Richardson, Himmelsauge, Veilchenblau, Violette, Leopold Ritter, Vltava, Futtacker Schlingrose, Ginger Syllabub, Phylls Bide.  Alexandre Girault oder Paul Noel fände ich schön, sind aber rosa.  ;)
Titel: Re: Rambler für Apfelbäume
Beitrag von: Nova Liz am 07. Februar 2021, 10:30:04
Wie ist es denn mit den klimatischen Verhältnissen?
Titel: Re: Rambler für Apfelbäume
Beitrag von: Buddelkönigin am 07. Februar 2021, 16:27:20
Nova Liz...
Deine Ausführungen haben mich an alte Zeiten in meinem Rosengarten erinnert!  :D
In jeden tragfähigen alten Obstbaum hatte ich einen Rambler gepflanzt, dazu über den gesamten Rosengarten eine Holzpergola mit zahlreichen Ramblern und Clematis viticella.  Außerdem frei stehende hohe Stahlgerüste in der Streuobstwiese. Ein überwältigender Anblick im Juni/Juli !  :o
Aber ich weiß auch, daß die immer wieder gepriesene Pflegeleichtigkeit von Ramberrosen ein Mädchen ist. In einem strengen Winter - und das war Westfalen- sind dann sämtliche Rambler in einer Nacht bis unten hin zurück gefroren. Ich weiß noch, wie ich wochenlang die meterlange Triebe aus den Baumkronen heraus ziehen musste.  :-\
Wie gesagt... ein zauberhafter Anblick.  :-* Vielleicht hatte ich ja einfach übertrieben... sicher auch ein Grund dafür, daß ich mir das hier im neuen Garten heute nicht mehr zumuten werde. 
Titel: Re: Rambler für Apfelbäume
Beitrag von: ju.le am 07. Februar 2021, 17:57:33
Uhhh... naja, da ist was dran. Aber meine 2 Rambler in meinem alten Garten waren wirklich quasi Selbstläufer (Aiyshire Queen und Bobby James). Die Bäume waren auch ausreichend groß, so dass sie nicht gebändigt werden mussten. Hinzu kam, dass es ein geschützter Stadtgarten ohne raue Wetterlagen war.  Auf jeden Fall habe ich schon gelernt, dass ich mir heftig ins Knie schieße, wenn ich es mit der Wucheritis der Rosenmonster unterschätze. Schlauer bin ich auch noch nicht. Felicita et PerDINGS ist erstmal gestrichen. Ein Fehler bleibt erspart :)
n
Nova Liz fragte nach den klimatischen Bedingungen... schwer zu sagen, da ich noch keine konkreten Erfahrungen habe. Leipzig ist 7a, 40km weg davon wird es wohl etwas Richtung 7b gehen, aber durch den anliegenden Fluss kann auch das gemildert werden. Heuer fühlt es sich vermutlich an wie 4a oder so. Feuchtigkeit wird es wohl eher mehr als weniger geben....*denk*

Ich wünsche allseits einen schönen Sonntagabend und versuche, die schönen Seiten dieses Wetters in den Vordergrund zu rücken :P

Lg

Julia.
Titel: Re: Rambler für Apfelbäume
Beitrag von: Mediterraneus am 13. Februar 2021, 11:30:26
Also ich bin auch Rosenliebhaber, aber ich würde nie Ramblerrosen in Apfelbäume wachsen lassen.
Diese Hochstammbäume gehören zu unserem Kulturgut und sind sehr wertvolle Lebensräume.
Früher oder später würden die Ramblerrosen die Bäume killen, da man diese dann schlechter pflegen kann und sie vergreisen und schließlich zusammenbrechen.
Dazu sind mir die Obstbäume einfach zu wertvoll! Es hat Jahrzehnte und länger gedauert, bis ein Obstbaum erwachsen wird. Es dauert keine 10 Jahre, bis man das zunichte macht.

Auch romantische Fotos aus England mit Rosen in Bäumen sind  nur Einzelfälle, meist sind es starkwachsende Gehölze. Die Engländer zuppeln aber auch zuviele Triebe regelmäßig aus den Bäumen, dass das Gleichgewicht gewahrt bleibt. Viel Arbeit. Oft haben sie Personal für sowas.
Titel: Re: Rambler für Apfelbäume
Beitrag von: Gartenklausi am 17. März 2021, 21:16:23
Ich klinke mich da mal ein, weil ich auf die Chavy Chase auch schon mal ein Auge geworfen hatte.

Welcher Clematis wäre denn ein passender Begleiter?