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Pflanzenwelt => Stauden => Thema gestartet von: pearl am 20. November 2021, 14:35:24

Titel: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: pearl am 20. November 2021, 14:35:24
Christian Grunert schreibt über die Ansprüche von Cyclamen: "Unter einer leichten Decke von Fichtenreisig, Nadelstreu oder trockenem Laub sind bei uns die Arten Cyclamen hederifolium, Cyclamen purpurascens und Cyclamen coum winterhart. ... Abgelagerte Buchenlauberde, sandiger Lehm durchsetzt mit Kalksteinbrocken. Im Freiland ist ... gute Drainage unerlässlich, da die Knollen gegen stehende oder auch sich bloß gelegentlich ansammelnde Nässe sehr empfindlich sind. Man wähle für sie leicht schattige Plätze, etwa im Umkreis von kleinen Sträuchern und Stauden, welche volle Sonne abhalten. Günstig ist ferner etwas feuchte Luft. Heiße, trockene Flecken sind auf jeden Fall ungeeignet."
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Wir haben sehr große flächendeckende Bestände von Cyclamen hederifolium in einem botanischen Garten in der Nähe von Saint-Malo gesehen, über dem Meer im Schutz hoher Bäume. Im botanischen Garten von Heidelberg wuchsen sie in trockenem Lehm sonnenexponiert zu dicken Knollen.
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Bei uns im Garten wachsen Cyclamen hederifolium am besten von den dreien. Christian Grundert meint, dass sie zwischen April und September nicht gestört werden sollen. ... halbschattiger Standort in humosem Gartenboden. Die unkomplizierteste Art.
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Cyclamen purpurascens habe ich seit den 90er Jahren in Kultur und bisher wenig Erfolg gehabt. Nie Sämlinge beobachtet, die Exemplare leben noch. Christian Grunert schreibt: "... Laubwälder, wo sie in humusreicher steiniger Erde über kalkhaltigem Boden stehen." Können sie jetzt haben. Ich gebe ihnen 8/11er Jurakalksplitt. Ideal auch für Päonien und Merry Mayshine wächst jetzt auch dort in der Nähe von Eiche, Hasel und Trockenmauer dahinter.
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Cyclamen coum sind bei mir erst vor ein paar Jahren an einigen Stellen vorhanden. Am besten wachsen sie an sehr warmen etwas sonnenexponierten Stellen und in großen Kübeln mit Komposterde. Grunert schreibt was von Sommerlaubwald und Schwarzkieferregion. „Sie sind sehr ausdauernd, wenn sie an warme geschützte, im Sommer beschattete, nicht völlig austrocknende Stellen gepflanzt werden. ]Saure Böden sind nicht zuträglich.“
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Die größten Bestände von Cyclamen coum habe ich im Garten von Ruth Treff in der Nähe von Darmstadt gesehen. Hier versamen sie sich auch gut und im Nu tauchen Sämlinge an allen Stellen auf.
Voraussetzung für das Gedeihen aller diese Arten scheint mir fetter humusreicher Lehmboden mit mehr oder weniger Kalk drin.
Christian Grunert beschreibt noch 10 andere Arten und Cyclamen persicum. Das Blumenzwiebelbuch, 1978 by VEB Deutscher Landwirtschaftsverlag DDR. Lizensausgabe Verlag Eugen Ulmer 1980 Stuttgart.






Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: lord waldemoor am 20. November 2021, 14:42:44
schreiben doch die meisten ab
am fettesten wachsen sie wenn sie halben meter alten laubhumus haben, sämlinge kommen dann meist nicht hoch

manche wachsen dauerfeucht an einer quelle, wenn ich sie nur halb so feucht halten würde wären sie schon verfault
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: oile am 20. November 2021, 15:03:05
Voraussetzung für das Gedeihen aller diese Arten scheint mir fetter humusreicher Lehmboden mit mehr oder weniger Kalk drin.
:-X
Fetten humusreichen Lehmboden habe ich nirgends, im Hausgarten sandigster Sandboden, mit weniger Kalk drin, aber inzwischen einer Schicht Laubhumus. Uns sie wachsen und vermehren sich doch!
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: pearl am 20. November 2021, 15:11:08
warum auch nicht?
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: RosaRot am 20. November 2021, 16:57:30
Eben, hier wachsen sie auch im gar nicht fetten Boden.
Hier wachsen sie auch, schon lange, manche völlig trocken, mit viel Sonne, so fette Dinger, die ich mal auf dem Markt gekauft habe, ganz in der Anfangsphase des Cyclameninteresses. Mich haben einfach diese irgendwo ausgebuddelten wilden Knollen gedauert.
Mittlerweile habe ich unterschiedliche Standorte für unterschiedliche Arten: unter Kiefern, unter Holunder, unter Kirschpflaumen. Ich mulche sie gut: schneide Ästchen vom Holunder oder den Kirschpflaumen und schnippel es gleich darauf. Unlängst bekam ich Buchenlaub, habe ich auch darauf geschnippelt. Alter Kaninchenmist kommt gelegentlich auch dazu, da bekam ich immer mal welchen vom Nachbarn.
Einzig die purpurascens muss ich etwas mehr hätscheln, in dem ich da immer mal wässere.
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: foxy am 20. November 2021, 16:58:45
Meine Erfahrung deckt sich mit der vom lord. Laub und speziell das von den Buchen lieben sie besonders. Nachteil für die Sämlinge, sie kommen oft durch die dicken Schichten nicht durch.
Deswegen ernte ich die Kapseln und sie dürfen in der Kinderstube aufwachsen.
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: RosaRot am 20. November 2021, 17:04:30
Da bei mir Laub sehr schnell trocknet und vom Winde verweht, habe ich trotz Mulchens Sämlinge.

Btw.: Empfehlung.
Kurz und knapp, sehr viele Fotos, detailreicher als das Buch von Ottmar Funk, aber viel dünner. Kam sehr schnell.
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: Scabiosa am 20. November 2021, 17:50:16
C. coum wächst hier zwischen Farnen, Hosta, Hepatica, Taxus und Hortensien zu meiner vollen Zufriedenheit und ohne irgendwelche Eingriffe. (außer im November etwas Laub der benachbarten Bäume draufzuwerfen)

(https://up.picr.de/42477508mm.jpg)
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: Starking007 am 20. November 2021, 19:52:53
Alpenveilchentechnisch bin ich ja eher ein Neuling,
dafür bei Leberblümchen ein alter Hase, und da ist nicht so viel um.
Die Heps kommen mit weniger Licht aus.

Christian Grunert........Ansprüche von Cyclamen.......
Das kann schon das Ideal sein. Kann.

Bei uns im Garten wachsen Cyclamen hederifolium am besten im Schatten der Hainbuchenhecke, aber von Norden haben sie Licht.
Sämlinge (reichlich) lieben scheinbar den Hackschnitzelweg, da werden sie auch schön angetreten.

Cyclamen purpurascens war hier das erste (ausm Friedhofs-Grüncontainer in Bad Aibling, 30 Jahre her). Es lebt noch und auch die adligen. Am Naturstandort hinter Graz wars kühl und nie trocken, wenn auch manchmal sonnig.

Cyclamen coum mögen hier eindeutig schön warm und sonnig, sie samen auch ins Gras aus.
Aber am liebsten kringeln die sich dahin wo sie nicht sollen, in die Mitte.
Noch vereinzle ich die aber lange schaffe ich das nicht mehr.

Auf andere Arten hab ich derzeit keine Lust.
Sämlinge und Freundespflanzen setze ich nicht dahin wo SIE wollen, sondern wo ICH will,
wo ich gerade stehe und eine Lücke finde.
Das kann auch grad mal umgekehrt sein als wie es sollte.

Wir haben Kalk (Dolomit) pur (!) und darüber eher schweren Boden,
der seit Jahrzehnten Laubgemulcht ist (Erde ist kein Humus).
Das Laub ist schon abgeräumt, gehäckselt und wieder gemulcht, ganz schön Arbeit,
aber für die Zwergerln (Cyc und Heps) ist das sehr gut.
Hätt ich 20 Jahre eher begonnen, könnten wir da ne Fachtagung halten!!!!!

Bin gespannt ob die Sorten von RB aussamen, ihr kennt selber die Kisten!!!
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: pearl am 20. November 2021, 20:11:13
du bist auch so ein Erdemacher.  :D Ich liebe das. Einfach schön mehrere Säcke Buchenlaub stehen zu haben, die vor sich in trocknen, damit das Laub splittert und kleinteilig verteilt werden kann.  :D Mit Dolomitkalk gesegneter Boden. Ich muss jeden 35 kg Eimer mit Jurakalksplitt schleppen. Aber gut, es lohnt sich.
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: Starking007 am 20. November 2021, 20:53:10
Man kann ohne Mulch Grünzeug haben - aber gärtnern???

Aber ich muß je erst meinen Erfolg noch abwarten, bisher war`s eher noch gegebener Zufall.
Ich bleib bei topflos für Sämlinge.
Und mach noch mehr in Felsspalten, weil`s geht und gut aussieht.

Ach ja, Naturstandort:
Ob Mallorca oder Südtirol: Immer im Zusammenhang mit Stein, absonnig aber hell,
nie staubtrocken.
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: rocambole am 20. November 2021, 20:53:15
Cyclamen coum: Grunert schreibt was von Sommerlaubwald und Schwarzkieferregion. „Sie sind sehr ausdauernd, wenn sie an warme geschützte, im Sommer beschattete, nicht völlig austrocknende Stellen gepflanzt werden. Saure Böden sind nicht zuträglich.“
;D na gut, dass meine coums das nicht wissen! Ich habe sauren und sandigen Boden, ab und an gibt es Kalk, meist in Form von Kaminasche. Diese Art vermehrt sich bei mir am besten. An mehreren Standorten. Sie erobert neue Plätze in Metern entfernten Beeten bzw. versucht es, viele setze ich um, damit andere Arten nicht von denen überrannt werden. Alle Sämlinge rausholen und vereinzeln ist nicht möglich, müssen einige hundert im Jahr sein. Mal den einen Haufen besonders schöne, die anderen müssen sehen, wie sie klarkommen (oder eben auch nicht).
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: RosaRot am 20. November 2021, 21:47:38
Hier wachsen sie unter den Walnüssen, unter anderem.
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: Staudo am 20. November 2021, 22:08:42
Hier knochentrocken am Fuß großer Eichen.  ;) Der größte Feind meiner Cyclamen sind Barfröste und Sonnenschein im Februar. Danach können schon mal sämtliche Blätter und anschließend die Pflanzen hinüber sein. C. purpurascens sind ein anderes Kapitel. Die kommen hier nur unter automatischer Bewässerung klar.
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: lord waldemoor am 20. November 2021, 22:46:34
Alpenveilchentechnisch bin ich ja eher ein Neuling,
dafür bei Leberblümchen ein alter Hase, und da ist nicht so viel um.

die beiden wollen eh das gleiche
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: pearl am 22. November 2021, 17:03:00
was stehe über Cyclamen hederifolium - zu Grunerts Zeiten noch neapolitanum - im Phillips & Rix, Bulbs?
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"Easily grown in sun oder shade in stony leafy soil."
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Auffällig ist auch, dass sie Konkurrenz vertragen. An Stellen an denen ich Exemplare entnommen habe, werden sie von Stauden - und Giersch - überrannt und leben doch. Auch unter immer mehr ausladenden Gehölzen kommen sie noch gut. Manchmal mit jeder Menge Blüten.
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Roger Phillips & Martyn Rix schätze ich wegen der Dokumentation der Wildstandorte sehr. Auch über Galanthus Spezies wird in Bulbs differenziert berichtet.
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: pearl am 22. November 2021, 17:12:50
über Cyclamen coum: "growing in beech or pine woods and scurb from sea level to 2000 m. ... Esily grown in sun or light shade, in a well-drained leafy soil. Will often produce self-sown seedlings."
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Anders als bei Cyclamen hederifolium, bei denen die Sämlinge auf der Knolle sitzen und ich selten erlebt habe, dass sie an ganz anderen Stelle auftauchen, sind Sämlinge von Cyclamen coum schon im zweiten Jahr an den unmöglichsten Plätzen, häufig an schattiger Stelle, zu finden.
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Ich kultiviere Cyclamen coum an exponierteren steinigeren Plätzen, wo sie mehr Wärme bekommen und im Sommer sehr trocken stehen. So wächst auch der Bestand im Garten von Ruth Treff exponiert unter einer Kiefer am wärmsten Ort des Oberrheins.
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: pearl am 22. November 2021, 17:27:42
über Cyclamen purpurascens syn C. europaeum, C. ponticum: "growing in alpine woods on limestone ... "
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FloraWeb Artinformation. Verbreitungskarte. Bestände in Bayern. Im Berchtesgadener Land und im Abtei-Land.
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Gerhard Nitter meint: "Alpenpflanze in Tallagen. Mäßig feuchte Mischwälder". Die Pflanzenblder von Gerhard Nitter mag ich.
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Bei den Cyclamen purpurascens muss ich die Pflanzstellen noch optimieren. Ich pflanze die neuen Exemplare an die feuchtesten Stellen im Wiesengarten unter Magnolien, Hamamelis und Samthortensien. Und vergesse auch den Jurakalk im Pflanzloch nicht. Wenn sie an den natürlichen Standorten auf limestone wachsen, sollen sie das hier auch haben.
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: fructus am 22. November 2021, 17:36:50
Alpenveilchentechnisch bin ich ja eher ein Neuling,
dafür bei Leberblümchen ein alter Hase, und da ist nicht so viel um.

die beiden wollen eh das gleiche
Kann ich die dann zusammen ins Beet setzen? Ich wollte zwischen die Cyclamen neben Galanthus etc. auch Hepatica setzen.
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: RosaRot am 22. November 2021, 17:54:24
In einem  Beet mit Cyclamen hederifolium habe ich auch Hepatica. Ob die beiden sich langfristig vertragen werden weiß ich noch nicht.
Für Leberblümchen ist der Hang hier nicht sonderlich optimal, ich versuche seit Jahren die Standorte zu optimieren. Den transylvanischen gefällt es hier besser, was nicht ganz unlogisch ist.
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: rocambole am 22. November 2021, 17:58:18
über Cyclamen coum: "growing in beech or pine woods and scurb from sea level to 2000 m. ... Esily grown in sun or light shade, in a well-drained leafy soil. Will often produce self-sown seedlings."
Putzig, habe ich dann in den Gartenanfängen und ohne großes Wissen zufällig richtig gemacht. Die Riesenkiefer streckt sich über sie aus, Nachbars Buche steht auch sehr nahe.

Allerdings glaube ich, dass das den coums bei mir egal ist, die 2. Stelle ist unter unserem Holzdeck, Richtung Süden. Kein Laub, außer wenn im Herbst noch Mulch übrig ist, sicherlich kein sehr guter Boden. Sie gedeihen und werden mehr.
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: RosaRot am 22. November 2021, 18:04:56
Das trifft sich mit meinen Erfahrungen. Die c. coum stehen hier an verschiedenen Plätzen und gedeihen.

Unter einer großen Kiefer im Mulch habe ich die C. cilicium (die immer noch blühen), die C. mirabile (noch nicht so lange) und C. cyprium (Experiment mit ungewissem Ausgang).

In diesem Bereich ist noch viel Platz für weiter Experimente, nach Abschluß von Bauarbeiten an einem auch dort befindlichen Nebengebäude (historische Putzreste - sehr gut weiterzuverwenden... ;))
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: pearl am 22. November 2021, 18:05:16
Kann ich die dann zusammen ins Beet setzen? Ich wollte zwischen die Cyclamen neben Galanthus etc. auch Hepatica setzen.
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hier am Haus habe ich alle Schätze zusammen. Cyclamen, Schneeglöckchen und Leberblümchen. Außerdem Scharbockskräuter, Buschwindröschen, Frühlings-Platterbse, Elfenblumen und Hundszahn. Zwischen Carex und Polystichums. Alle mögen Mullboden. Buschwindröschen sind ausgesprochene Mullbodenbewohner.
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Im Sommer eine dicke Decke aus Laub und je nach Boden Jurakalksplitt. Ist hier nötig, weil wir sauren Lehmboden haben. Da wachsen kalkholde Pflanzen nicht so wie es wünschenswert ist und sind auch anfälliger für pests.
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: RosaRot am 22. November 2021, 18:08:08
Bei den Elfenblumen habe ich immer die Befürchtung, dass sie die anderen Pflanzen überrennen. Hier stehen aktuell welche mit den C. purpurascens zusammen.
(Allerdings haben die Elfenblumen sehr unter den trockenen Sommern gelitten, wahrscheinlich werden sich nur sehr wenige Arten hier halten.)

Ich müsste noch eine Garten am Nordhang anlegen... da ist so schöner Mullboden(und es ist sooo steil dort...)
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: fructus am 22. November 2021, 18:22:02
Na, dann werde ich mal den Rest Pflanzen und Zwiebeln im Vorgarten vergraben und mit Kalk und Kompost versorgen. Anemonen kommen auch noch dazu, die neuen Wurzelstückchen werde ich allerdings erst einmal hauptsächlich dorthin setzen, wo schon welche erfolgreich wachsen. Rocambole, wir haben vermutlich ähnlich Verhältnisse, Sandboden und hier auch einige 80 Jahre alte schöne Grunewaldkiefern.
Coum samen sich hier gut aus, am liebsten in Nachbars Rasen. Hedis habe ich noch nicht so lange, da muss ich erst noch sehen, ob die sich gut aussamen, Samenansatz haben sie jedenfalls reichlich. Man muss halt nur aufpassen, dass die Mäuse und Schnecken die Samen nicht, wie dieses Jahr auch bei den Hepatica kurz vor der Reife wegfressen.
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: pearl am 22. November 2021, 18:34:13
Mäuse sind für Leberblümchen wirklich ein Problem. Im Wiesengarten ging das überhaupt nicht vorwärts mit denen. 15 Jahre lang nicht. Hier haben wir Katzen. Da geht das viel besser.
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Ich habe noch eine Quelle ausgebuddelt. Elisabeth Schmidt, ihren Artikel im Jelitto.
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Zu Cyclamen coum, schreibt sie, "Wohl die leichteste Art, die kultiviert werden kann, da sie im Grunde genommen in allen Gegenden winterhart ist. Samt sich gerne aus und wird am besten unter Sträuchern oder Bäumen angesiedelt. Sie bildet im Laufe der Jahre ganze Teppiche aus."
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: Scabiosa am 22. November 2021, 18:35:49
Hier habe ich noch ein älteres Foto von Februar 2018 gefunden, fructus. Auch C. coum hatte sich dort neben Schneeglöckchen und Hepatica gut etabliert. Die Buschwindröschen blühen dann etwas später. Am Gehölzrand probiere ich gerne einfach mal sowas aus, nichts Besonderes, aber auf jeden Fall schöner als Unkraut jäten.
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(https://up.picr.de/42494759gr.jpg)
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: pearl am 22. November 2021, 18:37:43
schönes Bild, Scabiosa.
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: RosaRot am 22. November 2021, 18:40:22
....

Ich habe noch eine Quelle ausgebuddelt. Elisabeth Schmidt, ihren Artikel im Jelitto.

Zu Cyclamen coum, schreibt sie, "Wohl die leichteste Art, die kultiviert werden kann, da sie im Grunde genommen in allen Gegenden winterhart ist. Samt sich gerne aus und wird am besten unter Sträuchern oder Bäumen angesiedelt. Sie bildet im Laufe der Jahre ganze Teppiche aus."

Ja. Solch einen Teppich sah ich vor nun schon vielen Jahren im Garten eines hiesigen Paeonienzüchters. Ich traute meine Augen nicht. Von Stund' an war es um mich geschehen...
Nur habe ich nicht diese fruchtbare Erde wie dort, sondern eben den auf den Schichtrippen hier bestimmenden 'nährstoffarmen Rohboden' - also dauert es deutlich länger bis zum Teppicheffekt...

Das ist eine schöne Gesellschaft, Scabiosa. :D
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: fructus am 22. November 2021, 18:44:43
Ja Scabiosa, so ähnlich habe ich mir das vorgestellt. Schönes Bild.
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: pearl am 22. November 2021, 18:45:35
zu Cyclamen hederifolium schreibt Frau Schmid erst mal was über Naturentnahme und dann: "Für eine Ansiedlung im Garten werden besser junge Knollen verwendet, die neuen Sämlingssorten sind gut geeignet. Die Pflanzen bevorzugen im Garten einen steinigen, durchlässigen, humosen Boden und sind sehr gut hart. Sorten: ... 'Bowles' Apollo' (blätter mit kontrastreichen Flecken in Hell und Dunkelgrün und silberner Zeichnung, Blüten rosa) ... 'Rosenteppich' (rosa, reich blühende Sämlingssorte)." Die Sorte habe ich von HUBEN und von Renate Brinkers.
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'Bowles's Apollo' hätte ich gerne.
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: fructus am 22. November 2021, 18:49:38
Im Vorgarten steht noch ein großer Rhododendron neben der Kiefer. Im Wurzelflz ist es immer recht trocken, das wird wohl die größte Herausforderung, darunter auch noch was anzusiedeln.
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: pearl am 22. November 2021, 18:50:16
The Cyclamen Society: Bowles's Apollo Group. Gefunden!
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: RosaRot am 22. November 2021, 18:51:35
@ fructus:
Nun mag es Rhododendron sauer und Cyclamen mögen Kalk, nicht ganz stimmig.


Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: partisanengärtner am 22. November 2021, 18:58:01
Christian Grunert schreibt über die Ansprüche von Cyclamen: "Unter einer leichten Decke von Fichtenreisig, Nadelstreu oder trockenem Laub sind bei uns die Arten Cyclamen hederifolium, Cyclamen purpurascens und Cyclamen coum winterhart. ... Abgelagerte Buchenlauberde, sandiger Lehm durchsetzt mit Kalksteinbrocken. Im Freiland ist ... gute Drainage unerlässlich, da die Knollen gegen stehende oder auch sich bloß gelegentlich ansammelnde Nässe sehr empfindlich sind. Man wähle für sie leicht schattige Plätze, etwa im Umkreis von kleinen Sträuchern und Stauden, welche volle Sonne abhalten. Günstig ist ferner etwas feuchte Luft. Heiße, trockene Flecken sind auf jeden Fall ungeeignet."
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Wir haben sehr große flächendeckende Bestände von Cyclamen hederifolium in einem botanischen Garten in der Nähe von Saint-Malo gesehen, über dem Meer im Schutz hoher Bäume. Im botanischen Garten von Heidelberg wuchsen sie in trockenem Lehm sonnenexponiert zu dicken Knollen.
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Bei uns im Garten wachsen Cyclamen hederifolium am besten von den dreien. Christian Grundert meint, dass sie zwischen April und September nicht gestört werden sollen. ... halbschattiger Standort in humosem Gartenboden. Die unkomplizierteste Art.
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Cyclamen purpurascens habe ich seit den 90er Jahren in Kultur und bisher wenig Erfolg gehabt. Nie Sämlinge beobachtet, die Exemplare leben noch. Christian Grunert schreibt: "... Laubwälder, wo sie in humusreicher steiniger Erde über kalkhaltigem Boden stehen." Können sie jetzt haben. Ich gebe ihnen 8/11er Jurakalksplitt. Ideal auch für Päonien und Merry Mayshine wächst jetzt auch dort in der Nähe von Eiche, Hasel und Trockenmauer dahinter.
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Cyclamen coum sind bei mir erst vor ein paar Jahren an einigen Stellen vorhanden. Am besten wachsen sie an sehr warmen etwas sonnenexponierten Stellen und in großen Kübeln mit Komposterde. Grunert schreibt was von Sommerlaubwald und Schwarzkieferregion. „Sie sind sehr ausdauernd, wenn sie an warme geschützte, im Sommer beschattete, nicht völlig austrocknende Stellen gepflanzt werden. Saure Böden sind nicht zuträglich.“
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Die größten Bestände von Cyclamen coum habe ich im Garten von Ruth Treff in der Nähe von Darmstadt gesehen. Hier versamen sie sich auch gut und im Nu tauchen Sämlinge an allen Stellen auf.
Voraussetzung für das Gedeihen aller diese Arten scheint mir fetter humusreicher Lehmboden mit mehr oder weniger Kalk drin.
Christian Grunert beschreibt noch 10 andere Arten und Cyclamen persicum. Das Blumenzwiebelbuch, 1978 by VEB Deutscher Landwirtschaftsverlag DDR. Lizensausgabe Verlag Eugen Ulmer 1980 Stuttgart.

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Warum es einen extre thread Cyclamenkultur braucht erschließt sich mir nicht so ganz.
Zudem gibt es da auch eindeutig falsche Angaben. C.coum braucht definitiv keine basischen Böden. Sie haben sich bei mir sogar ins Moorbeet zu diversen Carnivoren ausgesäht.
Die Hervorhebung die deutlich machen soll was anscheinend so immer wieder abgeschrieben wird lass ich, denn diese Erfahrung mit C. coum haben auch zahlreiche  andere Gärtner gemacht. Leider wird das im Cyclamenthread immer wieder vergessen.
Das andere war ein Versehen das ich meinen Kommentar wegen eines Verbindungsfehlers bei mir zweimal gepostet wurde.

Deine Kommentare sind wie immer sehr ausgewogen.



Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: pearl am 22. November 2021, 18:59:44
Elisabeth Schmid zu Cyclamen purpurascens: "In Bergwäldern auf Kalkgestein ... Vollkommen winterharte Art, die dauerhaft angesidelt werden kann und besonders auf kalkhaltigen, durchlässigen Böden in warmen, halbschattigen Lagen gut gedeiht."
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Sie meint nicht Bergwälder, sondern die Alpen und da die südlichen Teile und die tieferen, geschützten Lagen. So pflanz ich meine dann mal.
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: RosaRot am 22. November 2021, 19:02:17
@Partisanengärtner, dann könnten die C. coum ja doch mit Rhododendron zusammen wachsen können, interessant.
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: Schnefrin am 22. November 2021, 19:03:25
Ich habe mir im Sommer zwei Knollen Cyclamen cilicium gekauft und nach der Anleitung des Verkäufers in einen Topf gepflanzt: mineralisches Substrat, kalkhaltig, nicht zu nass. Im Sommer standen sie draußen, da ist gar nichts passiert. Ich wollte sie schon wegwerfen, da stellte ich fest, dass die Knollen zumindest schon mal Wurzeln getrieben hatten. Also wieder rein ins Substrat und mit nach Hause genommen, aufs Fensterbrett gestellt. Jetzt treiben sie tatsächlich aus, winzige Knospen? Blättchen?, kann man noch nicht genau erkennen. Weil ich solche Pflanzen noch nie hatte, frage ich jetzt: ist das "normal" so?
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: pearl am 22. November 2021, 19:06:06
Axel, könntest du bitte meinen ersten Beitrag hier bereinigen? Oder steigerst du dich jetzt zur Zensur? Oder was? Und übrigens, auch wenn du das selber nicht gut findest, dass man Fragen zur Kultur unabhängig von Jahrgangsbildern lesen kann, tu mir den Gefallen und verschiebe dieses Mal nicht.
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Wegen Axel hatte ich schon mehrfach erwogen dieses Forum zu verlassen. Axel kam mir immer extrem faktenfeindlich vor. In diesem Fall ist seine Erfahrung, wissenschaftlich nennt man Einzelerfahrungen Anekdoten, sicher nicht dem von Autoren überlegen, die lediglich beschreiben wie die natürlichen Standorte beschaffen sind.
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: lonicera 66 am 22. November 2021, 19:10:48
Also, ich finde diesen Extrathread sehr sinnig, so gehen die Informatinen nicht im allg. Cyclamenthread unter...
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: pearl am 22. November 2021, 19:11:55
Christian Grunert schreibt über die Ansprüche von Cyclamen: "Unter einer leichten Decke von Fichtenreisig, Nadelstreu oder trockenem Laub sind bei uns die Arten Cyclamen hederifolium, Cyclamen purpurascens und Cyclamen coum winterhart. ... Abgelagerte Buchenlauberde, sandiger Lehm durchsetzt mit Kalksteinbrocken. Im Freiland ist ... gute Drainage unerlässlich, da die Knollen gegen stehende oder auch sich bloß gelegentlich ansammelnde Nässe sehr empfindlich sind. Man wähle für sie leicht schattige Plätze, etwa im Umkreis von kleinen Sträuchern und Stauden, welche volle Sonne abhalten. Günstig ist ferner etwas feuchte Luft. Heiße, trockene Flecken sind auf jeden Fall ungeeignet."
.
Wir haben sehr große flächendeckende Bestände von Cyclamen hederifolium in einem botanischen Garten in der Nähe von Saint-Malo gesehen, über dem Meer im Schutz hoher Bäume. Im botanischen Garten von Heidelberg wuchsen sie in trockenem Lehm sonnenexponiert zu dicken Knollen.
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Bei uns im Garten wachsen Cyclamen hederifolium am besten von den dreien. Christian Grundert meint, dass sie zwischen April und September nicht gestört werden sollen. ... halbschattiger Standort in humosem Gartenboden. Die unkomplizierteste Art.
.
Cyclamen purpurascens habe ich seit den 90er Jahren in Kultur und bisher wenig Erfolg gehabt. Nie Sämlinge beobachtet, die Exemplare leben noch. Christian Grunert schreibt: "... Laubwälder, wo sie in humusreicher steiniger Erde über kalkhaltigem Boden stehen." Können sie jetzt haben. Ich gebe ihnen 8/11er Jurakalksplitt. Ideal auch für Päonien und Merry Mayshine wächst jetzt auch dort in der Nähe von Eiche, Hasel und Trockenmauer dahinter.
.
Cyclamen coum sind bei mir erst vor ein paar Jahren an einigen Stellen vorhanden. Am besten wachsen sie an sehr warmen etwas sonnenexponierten Stellen und in großen Kübeln mit Komposterde. Grunert schreibt was von Sommerlaubwald und Schwarzkieferregion. „Sie sind sehr ausdauernd, wenn sie an warme geschützte, im Sommer beschattete, nicht völlig austrocknende Stellen gepflanzt werden. Saure Böden sind nicht zuträglich.“
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Die größten Bestände von Cyclamen coum habe ich im Garten von Ruth Treff in der Nähe von Darmstadt gesehen. Hier versamen sie sich auch gut und im Nu tauchen Sämlinge an allen Stellen auf.
Voraussetzung für das Gedeihen aller diese Arten scheint mir fetter humusreicher Lehmboden mit mehr oder weniger Kalk drin.
Christian Grunert beschreibt noch 10 andere Arten und Cyclamen persicum. Das Blumenzwiebelbuch, 1978 by VEB Deutscher Landwirtschaftsverlag DDR. Lizensausgabe Verlag Eugen Ulmer 1980 Stuttgart.

Das saure Böden für coum nicht zuträglich sind ist ein Märchen. Bei mir haben Ameisen die Art in meinem sauren Moorbeet ausgesäht- Sie gedeihen dort gut.

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Was soll das? Der letzte Satz ist nicht von mir. Die fette Hervorhebung ist nicht von mir. Redigiert Axel jetzt die Beiträge von usern?
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: lerchenzorn am 22. November 2021, 19:13:32
Ich habe mir im Sommer zwei Knollen Cyclamen cilicium gekauft und nach der Anleitung des Verkäufers in einen Topf gepflanzt: mineralisches Substrat, kalkhaltig, nicht zu nass. Im Sommer standen sie draußen, da ist gar nichts passiert. Ich wollte sie schon wegwerfen, da stellte ich fest, dass die Knollen zumindest schon mal Wurzeln getrieben hatten. Also wieder rein ins Substrat und mit nach Hause genommen, aufs Fensterbrett gestellt. Jetzt treiben sie tatsächlich aus, winzige Knospen? Blättchen?, kann man noch nicht genau erkennen. Weil ich solche Pflanzen noch nie hatte, frage ich jetzt: ist das "normal" so?

Vermutlich ja. Diese völlig trocken gehandelten Knollen müssen mühsam neues Wurzelwerk aufbauen. Es mag auch sein, dass vitale Blatt- und Blütenknospen durch die trockene Lagerung abgestorben sind und sich erst ruhende Anlagen entfalten müssen. Das dauert dann deutlich länger als bei den eingewachsenen Pflanzen, die ab September blühen.

(Ja, einen Extra-Faden zur Kultur von (Freiland-)Alpenveilchen finde ich sinnvoll. Mit Platz für gefestigtes Wissen und Anekdoten.  ;) )
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: RosaRot am 22. November 2021, 19:17:12
Ich habe mir im Sommer zwei Knollen Cyclamen cilicium gekauft und nach der Anleitung des Verkäufers in einen Topf gepflanzt: mineralisches Substrat, kalkhaltig, nicht zu nass. Im Sommer standen sie draußen, da ist gar nichts passiert. Ich wollte sie schon wegwerfen, da stellte ich fest, dass die Knollen zumindest schon mal Wurzeln getrieben hatten. Also wieder rein ins Substrat und mit nach Hause genommen, aufs Fensterbrett gestellt. Jetzt treiben sie tatsächlich aus, winzige Knospen? Blättchen?, kann man noch nicht genau erkennen. Weil ich solche Pflanzen noch nie hatte, frage ich jetzt: ist das "normal" so?

Wenn sie jetzt erst treiben, ist das spät - aber lerchenzorn hat erklärt, warum. Hier tun die ausgepflanzten es ab Ende August, September, je nachdem, wann es da mal regnet. Nur eine Pflanze, die im Schatten eines Cistus ladanifer steht, treibt erst jetzt richtig durch, hatte aber auch schon länger einzelne Blättchen.

Schau mal in den Cyclamen-Thread, da habe ich gerade Fotos davon eingestellt.
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: lord waldemoor am 22. November 2021, 19:18:49
wenn du wurzen gesehn hast dann werden sie überleben
blätter und blüten treiben manche knollen auch ohne wurzeln, die sterben meist ab
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: fructus am 22. November 2021, 19:23:51
Pearl, ich glaube, das fett geschriebene bezog sich nur auf seine Antwort, dass er da andere Erfahrungen macht hat. Jede Regel hat eine Ausnahme und Pflanzen suchen sich ihre Lücken zu überleben auch an weniger geeigneten Standorten.
Ich schätze die Beträge und Erfahrungen von euch beiden.
Axel, ich finde den Extra-Thread sinnvoll, weil man sich da mal nicht durch Jahre voller Bilder scrollen muss, auch wenn man dabei vielleicht erst auf den Geschmack kommt.
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: RosaRot am 22. November 2021, 19:26:38
Axel, könntest du bitte meinen ersten Beitrag hier bereinigen? Oder steigerst du dich jetzt zur Zensur? Oder was? Und übrigens, auch wenn du das selber nicht gut findest, dass man Fragen zur Kultur unabhängig von Jahrgangsbildern lesen kann, tu mir den Gefallen und verschiebe dieses Mal nicht.
.
Wegen Axel hatte ich schon mehrfach erwogen dieses Forum zu verlassen. Axel kam mir immer extrem faktenfeindlich vor. In diesem Fall ist seine Erfahrung, wissenschaftlich nennt man Einzelerfahrungen Anekdoten, sicher nicht dem von Autoren überlegen, die lediglich beschreiben wie die natürlichen Standorte beschaffen sind.

????

Axel hat gerade zu Cyclamen ein sehr großes Wissen.
Faktenfeindlich, ich bitte Dich. Wichtig sind eigene Erfahrungen zur Abrundung des Gesamtbildes.

Wir wissen doch gar nicht, ob  Autoren  wie Rix (den ich sehr schätze) etc. viele Jahre selbst Cyclamen gezogen haben und eigene Erfahrungen gesammelt haben.

Gute Bücher zu Cyclamen:
Ottmar Funk

Sehr gute ganz neue Ergänzung
Martin Denney
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: Schnefrin am 22. November 2021, 19:46:47
Vermutlich ja. Diese völlig trocken gehandelten Knollen müssen mühsam neues Wurzelwerk aufbauen. Es mag auch sein, dass vitale Blatt- und Blütenknospen durch die trockene Lagerung abgestorben sind und sich erst ruhende Anlagen entfalten müssen. Das dauert dann deutlich länger als bei den eingewachsenen Pflanzen, die ab September blühen.


Danke, ich beobachte weiter, was passiert  :D
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: lonicera 66 am 22. November 2021, 20:06:56
Sehr hilfreich, Lerchenzorn, lieben Dank.

So werde ich meine Knollen auch erst einmal topfen und dann mal geduldig beobachten...
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: goworo am 22. November 2021, 20:19:17
Viele Cyclamen stehen hier unter Magnolien. Lässt man das Laub im Herbst liegen, dann verfilzen die großen Blätter zu einem dichten Teppich durch den nichts mehr durch kommt. Versucht man das Laub mit einem Laubbesen zu entfernen, dann reißt man viele Blätter und Blüten ab. Mit dem Laubbläser funktioniert es auch nicht. Wie macht ihr das? (Übrigens gedeihen hier C. coum, C. heterifolium und dank Lord auch C. purpurascens in saurem, humusangereicherten Sandboden zwischen Rhododendron und Magnolien recht gut. Ich bin ohnehin der Meinung, dass viele "kalkholde" Pflanzen durchaus in saurer Umgebung gedeihen - sie müssen sich dann allerdings der Konkurrenz der acidophilen Pflanzen erwehren. Umgekehrt funktioniert das nicht, weil acidophile Pflanzen nicht in der Lage sind, manche der im alkalischen Milieu festgelegten Nährstoffe zu erschließen)
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: Starking007 am 22. November 2021, 20:40:53
Ich gärtnere ja auf einem Kalksteinbruch.
Und habe ein kalkfreies aber basisches Beet angelegt, vor Jahrzehnten.
Fazit: Es gibt extrem wenige Pflanzen die das Eine oder Andere explizit brauchen.
Es scheint mir so, als wenn andere Faktoren optimal sind, der Kalkfaktor in den Hintergrund tritt.
Siehe holländische Küchenschellen in TKS, Pulsatilla vernalis hab ich in meiner Gartenerde angezogen uva.
Rhodos kann ich hier vergessen, auch wegen Kahlrost und trockenem Ostwind.

Bei den Alpenveilchen fällt schon auf:
coum warm, hedis eher nicht zu trocken, aber sehr darauf achten tue ich nicht, purp. werde ich noch lernen.
Haselnussmulch (nicht Laub) steht über allem, sprichwörtlich.
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: Wühlmaus am 22. November 2021, 20:52:25
Hier geht es ja auch recht kalkig zu ;) Und die C.coum gedeihen am besten im vermoosten Rasen an der Stelle, wo im Sommer nachmittags die Sonne hin bretzelt und im Winter der kalte Wind pfeift. Inzwischen wachsen sie dort mehrschichtig und drängeln nach oben.
In einem schattigeren Bereich in dem sich die Hepatica pudelwohl fühlen, halten sich die Coums deutlich mehr zurück.
.
Die C.purpur. stehen in tiefgründigem Mulm aus verrottetem, holzigem Schreddermaterial und gedeihen und vermehren sich prima.
.
Die C.hed. stehen an verschiedenen Stellen, aber nie sehr sonnig und vermehren sich auch gut, brüten ihre Jungen aber wirklich immer im Zentrum der Knolle aus. Das Popeln ist ja allgemein bekannt 8)
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: goworo am 22. November 2021, 20:55:21

Und habe ein kalkfreies aber basisches Beet angelegt, vor Jahrzehnten.
Wie hast du das gemacht?
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: rocambole am 22. November 2021, 21:05:43
Hier habe ich noch ein älteres Foto von Februar 2018 gefunden, fructus. Auch C. coum hatte sich dort neben Schneeglöckchen und Hepatica gut etabliert. Die Buschwindröschen blühen dann etwas später. Am Gehölzrand probiere ich gerne einfach mal sowas aus, nichts Besonderes, aber auf jeden Fall schöner als Unkraut jäten.
.
(https://up.picr.de/42494759gr.jpg)
tolles Foto!
Ich habe auch ein solches Beet mit Galanthus, Heps und C.coum
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: Wühlmaus am 22. November 2021, 21:10:06
So etwas hatte ich auch, aber es wurde für die Heps dort im Sommer zu sonnig. Die eingezogenen Coums stört das nicht, auch nicht die Glöckchen. Aber die Heps wurden dort immer weniger.
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: rocambole am 22. November 2021, 21:13:11
Im Vorgarten steht noch ein großer Rhododendron neben der Kiefer. Im Wurzelflz ist es immer recht trocken, das wird wohl die größte Herausforderung, darunter auch noch was anzusiedeln.
Mit darunter meinst Du die Kiefer und nicht den Rhodo nehme ich an? Bei mir wachsen C.hederifolium bis an den Stamm der Kiefer, Polsterglockenblumen halten es da auch gut aus, die Cyclamen wachsen dazwischen, und ich rupfe die Glockenblumen immer ab, wenn sie verblüht sind, klappt gut. Aber kaum Cyclamensämlinge dort. Heps gehen auch, etwas weiter weg vom Stamm.
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: Starking007 am 22. November 2021, 21:19:39

Und habe ein kalkfreies aber basisches Beet angelegt, vor Jahrzehnten.
Wie hast du das gemacht?

Ein Serpentinsteinbruch ist nicht allzuweit weg. (Und alle möglichen anderen Gesteinsarten auch)

......Beim Serpentin werde die Basizität des Gesteins durch das fast ausschließliche Vorhandensein von H4 (MgFe3) Si2 O9 bewirkt...
aus:
Vierter Beitrag zur Ökologie der Flora auf Serpentin- und Magnesitböden Von Prof. Dr. Ludwig Lämmermayr, Graz
1928
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: foxy am 22. November 2021, 21:20:19
Hallo Goworo, meine C. stehen unter Hasel, Eichen und Buchen. Magnolienlaub ist da nicht optimal, wie du ja auch schreibst. Wenn du sie aber nicht umsiedeln möchtest würde ich schon im Herbst das gesamte Laub entfernen.
Unter der grossen Buche hab ich auch viel zu viel Laub und entferne es im Herbst. Zerfallenen Laubmulch bekommen sie immer nachdem ich die Samenkapseln geerntet habe. Zu viel Laub auf den C. hat auch Nachteile für die Sämlinge, die da schlecht durchkommen. Bei uns im Voralpengebiet haben wir auch schöne Cyclamenbestände die hauptsächlich in Buchenwäldern und da wiederum an Hängen zu finden sind. Hier fällt mir immer wieder auf dass relativ wenige Sämlinge aufkommen. Da die C. purpurascens sehr alt werden sind die Bestände trotzdem sehr dicht, würde da jeder Samen der hier keimt auch durch die vielen Laubblätter durchkommen würden sie sich erdrücken.
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: Starking007 am 22. November 2021, 21:21:18
Die Buschwindröschen -Sorten muß ich zurücknehmen, denen geht es zu gut,
überwachsen die Cyc.
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: RosaRot am 22. November 2021, 21:21:58
Viele Cyclamen stehen hier unter Magnolien. Lässt man das Laub im Herbst liegen, dann verfilzen die großen Blätter zu einem dichten Teppich durch den nichts mehr durch kommt. Versucht man das Laub mit einem Laubbesen zu entfernen, dann reißt man viele Blätter und Blüten ab. Mit dem Laubbläser funktioniert es auch nicht. Wie macht ihr das?
......

Magnolien haben ziemlich hartes Laub, das schlecht verrottet oder? Hier wachsen sie nicht.

Vielleicht ist so ein Laubbesen/laubrechen aus Plastik günstiger als einer aus Metall?

Hier wachsen Eichen, Walnüsse, Kirschpflaumen.
Das Laub der letzteren verschwindet fast zu schnell, das Eichenlaub kluntscht nicht zusammen sondern bleibt trocken, das stört die Cyclamen offenbar nicht. Mir kommt das zu Paß, damit hülle ich die Fuchsien ein.
Das Walnusslaub rottet stärker, scheint aber auch nicht wesentlich zu stören. Manchmal schneide ich es etwas klein um die Cyclamen oder zerkrümele es. Zusätzlich habe ich Buchenlaub besorgt.
Unterschied zu Euch ganz sicher: es regnet wesentlich weniger, das macht viel aus.
In einigen wenigen Ecken türmt sich das Nusslaub, das muss ich etwas umlagern. Im Frühsommer ist wie durch ein Wunder doch alles wieder weg. Sei es durch Rottung oder auch durch den Wind. Wir haben zeitweise viel Wind, das ist sicher auch ein Unterschied zu deinem Garten.

Die C. hederifolium wachsen sehr gut, die C. coum weniger, die könnten vielleicht sogar noch mehr Laubmulch vertragen.
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: lord waldemoor am 22. November 2021, 21:24:45
Viele Cyclamen stehen hier unter Magnolien. Lässt man das Laub im Herbst liegen, dann verfilzen die großen Blätter zu einem dichten Teppich durch den nichts mehr durch kommt. Versucht man das Laub mit einem Laubbesen zu entfernen, dann reißt man viele Blätter und Blüten ab. Mit dem Laubbläser funktioniert es auch nicht.
vlt laubsauger
hederif. magen schon trocken
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: Wühlmaus am 22. November 2021, 21:32:31
Ich habe einen großen, breit gefächerten Kunststoffrechen. Mit dem habe ich gerade vor wenigen Tagen das meiste Laub vorsichtig von den Coums gezogen. Das geht recht gut und schnell. Das Laub, das zwischen die Blätter fällt, stört nicht weiter.
Da man hier doch immer mit mehr oder weniger Schnee rechnen kann, sollten dickere Laubschichten vermieden werden. Gerade im Vorgarten muss ich darauf achten, dass nicht allzu viele Blätter der Eiche liegen bleiben. Die bilden unter dem Schnee für viele Pflanzen eine tödliche Schicht.
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: RosaRot am 22. November 2021, 21:34:38
Spannend.
Das war hier selbst im letzten Jahr bei 60 cm Schnee nicht so. Dörrt vermutlich dann doch sehr viel schneller wieder als anderswo.
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: Staudo am 22. November 2021, 21:37:23
Ich kenne Eichenlaub eigentlich auch nur als wellige, lockere Masse.  ;) Meine coum stehen am Fuß dicker Eichen - und natürlich im Laub.
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: Wühlmaus am 22. November 2021, 21:38:53
Es ist Quercus rubra. Wenn das Laub nicht per Mäher geschreddert wird, hält es Jaaaaaahre :-X
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: Wühlmaus am 22. November 2021, 21:41:12
Achso: Das sind genau die spannenden persönlichen Erfahrungen, die den Faden interessant machen :D
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: fructus am 22. November 2021, 21:54:35
Im Vorgarten steht noch ein großer Rhododendron neben der Kiefer. Im Wurzelflz ist es immer recht trocken, das wird wohl die größte Herausforderung, darunter auch noch was anzusiedeln.
Mit darunter meinst Du die Kiefer und nicht den Rhodo nehme ich an? Bei mir wachsen C.hederifolium bis an den Stamm der Kiefer, Polsterglockenblumen halten es da auch gut aus, die Cyclamen wachsen dazwischen, und ich rupfe die Glockenblumen immer ab, wenn sie verblüht sind, klappt gut. Aber kaum Cyclamensämlinge dort. Heps gehen auch, etwas weiter weg vom Stamm.
Der Rhodo steht neben/unter der Kiefer und ringsum wird bepflanzt. Ich habe gerade wieder den Rhodo etwas zurückgeschnitten, um den Rand besser bepflanzen zu können. Die Glockenblumen wuchern mir hier an anderer Stelle zwischen meinen Himbeeren zu sehr und überwuchern dort auch die Heps und Coum, die dazwischen wachsen, die kommen nicht noch in den Vorgarten. Der Vorgarten ist hell, wird aber vom Haus ab Mittag beschattet, eigentlich gute Voraussetzungen denke ich.
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: RosaRot am 22. November 2021, 21:56:05
@ Wühlmaus: Stimmt!!! :D

Was das hier für Eichen sind, weiß ich gar nicht. Die sind einfach da. Möglicherweise Stieleichen. Sie halten mehr Trockenheit aus als die Kiefern.
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: lord waldemoor am 23. November 2021, 08:42:12
Es ist Quercus rubra. Wenn das Laub nicht per Mäher geschreddert wird, hält es Jaaaaaahre :-X
WENN  dieses nass ist ist es wirklich so, bin da schon mal ausgerutscht hier am weg,dünne schicht geht, aber wenn viele blätter liegen..
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: goworo am 23. November 2021, 10:29:47
Das großblättrige Laub der Magnolien hat den Nachteil, dass die Blätter flach auf dem Boden liegen und miteinander zu einander verfilzen. In der Wirkung ist das ähnlich wie wenn man mehrere Schichten Zeitungspapier ausbreitet. Die Blattstiele des frisch gefallenen Laubs verhaken sich überdies mit den Blättern und Blüten der Cyclamen. Egal ob Metall- oder Kunststoff-Laubbesen, man reißt einen erheblichen Teil der Cyclamenblätter und natürlich auch die Sämlinge mit aus. Laubsauger wäre evtl. eine Alternative. Das Teil, das ich vor vielen Jahren mal hatte, war dafür allerdings auch viel zu schwachbrüstig. Besser wäre es sicherlich, die Cyclamen an anderen Stellen anzusiedeln (wenn man dafür genug Fläche hätte ;)) Als Unterwuchs unter Magnolien machen die Cyclamen sich eigentlich recht gut - wenn nur nicht dieses Blätterproblem wäre.
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: lord waldemoor am 23. November 2021, 10:37:10
andere fläche ist bei deinem kleinen garten schwierig ;D ;)
du könntest vor dem laubfall ein netz auflegen, das habe ich schon mal probiert, geht gut
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: goworo am 23. November 2021, 10:51:36
Ein Serpentinsteinbruch ist nicht allzuweit weg. (Und alle möglichen anderen Gesteinsarten auch)

......Beim Serpentin werde die Basizität des Gesteins durch das fast ausschließliche Vorhandensein von H4 (MgFe3) Si2 O9 bewirkt...
aus:
Vierter Beitrag zur Ökologie der Flora auf Serpentin- und Magnesitböden Von Prof. Dr. Ludwig Lämmermayr, Graz
1928
Das ist ja interessant. Ich hatte zunächst an Magnesit gedacht, welches allerdings meist mit Calcium das Doppelsalz  Dolomit bildet. Serpentin sollte in der Tat leicht basisch reagieren. Unterscheidet sich das Pflanzenwachstum auf diesem Gestein von dem auf Ca-haltigem Gestein?
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: goworo am 23. November 2021, 10:59:45
andere fläche ist bei deinem kleinen garten schwierig ;D ;)
In der Tat. Eine Magnolien-freie Fläche zu finden ist schwierig. ;D
Zitat
du könntest vor dem laubfall ein netz auflegen, das habe ich schon mal probiert, geht gut
Sollte ich wirklich mal probieren. (Das Netz verhakt sich nicht mit den Cyclamen?) An den Teichen will ich auch jedes Jahr ein Laubnetz auflegen, aber dann versäume ich immer den richtigen Zeitpunkt, weil ich ungern den optischen Eindruck des Gartens durch solche Netze verschandeln möchte. ;D
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: Bristlecone am 23. November 2021, 11:00:19
Serpentine sind für Pflanzen sehr schwierige Standorte. Nährstoffarm und durch Verwitterung mit erhöhtem Gehalt an bestimmten Schwermetallen wie Nickel, die auf die meisten Pflanzen toxisch wirken.
Siehe etwa hier:
Serpentin-Gesellschaften
Serpentine soil
Serpentine Soils and Plant Adaptations
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: partisanengärtner am 23. November 2021, 11:07:29
Danke für den Hinweis. Das liegt ja in meiner Gegend.Da werde ich wohl mal mit meiner Liebsten wandern gehen.
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: Bristlecone am 23. November 2021, 11:12:03
Hier gedeihen C. coum nter Magnolien auch ganz gut.
Das relativ derbe Laub von 'Leonard Messel' lässt sich abfegen. Bei M. officinalis hilft nur Absammeln oder mit einem "Opticker" (langer Holzstock mit einem angespitzten langen Nagel unten dran) aufpieksen.
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: lord waldemoor am 23. November 2021, 11:36:04

Sollte ich wirklich mal probieren. (Das Netz verhakt sich nicht mit den Cyclamen?)
bei mir nicht, an einer breiteren stelle nahm ich hagelnetz, weil hier überall vorhanden,,apfelplantagen,,da gibts jede menge reste
an einer schmalen langen stelle entlang des einganges nahm ich eine rolle hasendraht, die rollte ich dann samt laub wieder ein
es  sieht nicht wirklich schön aus, aber ich lege erst wenn das laub abfällt, speziel wenn wind oder regen angesagt ist, dann ist das netz am nächsten tag schon kaum sichtbar
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: goworo am 23. November 2021, 11:52:55
@Bristlecone: Danke für die links. Die Problematik der Serpentin-Böden scheint also nicht ursächlich mit dem pH-Wert sondern mit dem Vorhandensein bestimmter Schwermetall-Ionen und dem ungünstigen Ca/Mg-Verhältnis zusammen zu hängen.
Wenn ich mir vorstelle, alles Laub unter den großblättrigen Magnolien wie M. officinalis, M. tripetala, M. obovata einzeln aufzuspießen ....... ;D
@Lord: dieses Jahr ist es ja zu spät. Nächstes Jahr werde ich hoffentlich rechtzeitig daran denken.  ;)
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: oile am 23. November 2021, 11:58:21
Zum Laub aufsammeln : ich leiste mir den "Luxus", jeden Herbst Kastanienlaub händisch aus Beeten zu klauben. Dabei habe ich die Erfahrung gemacht, dass meine Hände effektiver arbeiten als so mancher kleiner Laubrechen. Schonend für kleine Kostbarkeiten ist es allemal.
.
Im Fall von Magnolienlaub würde ich die ersten Schichten mit viel Gefühl abharken und den Rest rausklauben.
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: Nox am 23. November 2021, 12:12:33
Ich habe mir einen Laubsauger mit 3800 W gekauft, war nichteinmal teuer. Mein alter verstopfte immer mit den Mittelrippen des Ailanthus. Vielleicht schafft so einer auch das Magnolienlaub ?
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: goworo am 23. November 2021, 12:22:41
@oile: Kastanienlaub in den Beeten ist auch so ein Problem. Weniger das Laub selbst, das stört nicht so, aber die Fruchthüllen, die Igel mit ihren gemeingefährlichen Stacheln welche sich auch durch Handschuhe hindurch in die Haut bohren. >:(
@Nox: kannst du bitte die Marke nennen? (ich denke, das ist doch hier erlaubt? Wenn nicht, dann bitte per PM)
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: rocambole am 23. November 2021, 17:53:54
Zum Laub aufsammeln : ich leiste mir den "Luxus", jeden Herbst Kastanienlaub händisch aus Beeten zu klauben.
Oh Hilfe, das mag ich mir bei den 8-10m² jährlich an Kiefernnadeln, Walnuss-, Magnolien- und Buchenlaub aus ca. 300m² Beeten nicht mal ansatzweise vorstellen :P.
Es geht nicht so viel kaputt, wenn ich hinterher 10 Cyclamenblätter in einem m³ Laub habe, kann ich das durchaus verschmerzen.

Ich habe kleine Halbkugeln aus stabilem Draht,  die lege ich über akut gefährdete Stellen, das geht gut und sieht dazu noch dekorativ aus.
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: lord waldemoor am 23. November 2021, 18:01:58
ich habe heute mit dem fächerbesen ein zyklamenbeet entlaubt, das ging gut, ich hatte nur 1 purpurascensblatt abgerissen, ein sehr schönes, weiß garnicht wo diese schöne pflanze steht, vmtl jungpflanze
ausserdem viele spitzende schneeglöckchen gesehn, das erfreut
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: RosaRot am 23. November 2021, 18:12:02
Ich dagegen habe heute wieder Cyclamen be - laubt...so unterschiedlich kann's sein. ;D
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: Alva am 23. November 2021, 18:15:23
Ich verteile auch das Laub, an manchen Stellen bläst es der Wind hin, da liegt zuviel und ich klaube es händisch raus und zerbrösel es über nackte Stellen.
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: rocambole am 23. November 2021, 18:46:14
oh, ich belaube auch wieder, wenn alles gehäckselt ist. Das Buchenlaub könnte ich wohl auch so liegen lassen, aber ich brauche auf 1 Teil Walnuss 2 Teile anderes Laub. Gehäckselt fällt es auch besser zwischen die Stauden und weht nicht weg, wird schneller zersetzt.

Auch die Kiefernnadeln werden verwendet als Belag für Wege statt Rindenmulch.
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: AndreasR am 23. November 2021, 18:52:28
Ich habe in meinen Beeten das Haselnusslaub etwas gelupft, damit die Cyclamen mehr Sonne bekommen, aber eigentlich sollten die auch so zurechtkommen und durch die Laubdecke wachsen. Bei Haselnüssen ist das zum Glück kein Problem, selbst bei Regenwetter pappt das nicht so undurchdringlich zusammen, dass gar nichts mehr durchkommen würde. Solche gigantische Flächen habe ich hier ja ohnehin nicht, und die Laubmenge von zwei großen Haseln schluckt der Boden jederzeit problemlos - die Regenwürmer freuen sich. :)
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: lord waldemoor am 23. November 2021, 19:09:47
haselnuss ist eh das beste, hier wachsen fast alle zyklamen da darunter
noch nie sah ich welche unter eichen
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: neo am 23. November 2021, 19:12:49
ausserdem viele spitzende schneeglöckchen gesehn, das erfreut
Ausser man, bzw. ich, köpft dann gleich mal eins als nette Begrüssung, weil ich nicht damit gerechnet hatte, dass sie dort schon so weit rausgucken. :-\
Zum Laub aufsammeln : ich leiste mir den "Luxus", jeden Herbst Kastanienlaub händisch aus Beeten zu klauben.
Oh Hilfe, das mag ich mir bei den 8-10m² jährlich an Kiefernnadeln, Walnuss-, Magnolien- und Buchenlaub aus ca. 300m² Beeten nicht mal ansatzweise vorstellen :P.
Ich werde mir also sehr gut überlegen, wie weit ich die Cyclamenflächen noch ausbaue. ;) Ich mache auch viel von Hand, Ahorn- und Ulmenlaub, wobei auch viel liegenbleiben kann (einfach nicht obendrüber).
Ein Reisbesen wird bei sehr grossen Flächen wohl auch nicht die glückseligmachende Lösung sein.
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: lord waldemoor am 23. November 2021, 19:23:43
ich weiß jetzt nicht wie normales ulmenlaub ist, aber das goldulmenlaum macht den zyklamen nichts
heute in einem topf mit silberlaubigen dunkelblühenden coum mengen von sämlingen in der mitte der pflanze, dazwischen die dunkelroten knospen, das sah sehr erfreulich aus
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: neo am 23. November 2021, 19:30:49
ich weiß jetzt nicht wie normales ulmenlaub ist, aber das goldulmenlaum macht den zyklamen nichts
So grosse "Flatschen". ;)
Mich stört das eher optisch, d.h. ich weiss nicht, ob es den Cyclamen schaden würde (wahrscheinlich eher nicht, es liegt nicht flächendeckend.) Sonst liegt dort v.a. Buche und etwas Eiche.
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: lord waldemoor am 23. November 2021, 19:34:32
meistens weht der wind das laub eh weg oder unter die zyklamenblätter, ist ja im wald auch so
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: lerchenzorn am 23. November 2021, 20:07:29
@oile: Kastanienlaub in den Beeten ist auch so ein Problem. Weniger das Laub selbst, das stört nicht so, aber die Fruchthüllen, die Igel mit ihren gemeingefährlichen Stacheln welche sich auch durch Handschuhe hindurch in die Haut bohren. >:(
...

Ob Ihr beide wohl die gleiche Kastanie meint?  ;)
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: goworo am 23. November 2021, 20:28:01
@oile: Kastanienlaub in den Beeten ist auch so ein Problem. Weniger das Laub selbst, das stört nicht so, aber die Fruchthüllen, die Igel mit ihren gemeingefährlichen Stacheln welche sich auch durch Handschuhe hindurch in die Haut bohren. >:(
...

Ob Ihr beide wohl die gleiche Kastanie meint?  ;)
Hmm, ich weiß nicht. Jedenfalls meine ich mit Kastanie, Castanea sativa nicht die Rosskastanie, Aesculus hippocastanum.
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: oile am 23. November 2021, 20:28:28
Ich meine die Rosskastanie. Das Laub entferne ich wegen der Miniermotte. Und nein, die Fläche, von der ich rede, ist nicht klein.
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: RosaRot am 23. November 2021, 20:38:00
Werden die Miniermotten denn weniger?
(Ich lasse es meist liegen, das Roßkastanienlaub).
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: Gartenlady am 23. November 2021, 21:39:00
Das Cyclamenhauptquartier wird vom 60 Jahre alten Amberbaum überdacht. Nun entledigt er sich seines Laubes und er hat mehr als genug davon.

Ich harke täglich vorsichtig mit einer leichten Plastikharke das Amberlaub vom Cyclamenlaub.Täglich, weil die Blätter dann noch leicht und locker auf dem Cyclamenlaub "schweben", es gibt nahezu keine Verletzten unter den Cyclamen.

Früher im Herbst hat die Eiche an der Straße nahezu alles Laub bei mir im Garten entsorgt, auch auf den Cyclamen, dies ist allerdings kleines Laub, das zwischen die Cyclamenblätter fällt und dort beliebt und kaum sichtbar ist.
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: oile am 23. November 2021, 22:25:38
Werden die Miniermotten denn weniger?
(Ich lasse es meist liegen, das Roßkastanienlaub).
Ja, schon. Der Baum sieht relativ gut aus, so gut, dass auch die Nachbarn eifrig Laub in Säcke packen.
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: pearl am 02. Januar 2022, 14:45:42
(https://forum.garten-pur.de/index.php?action=dlattach;topic=68683.0;attach=824830;image)
.
Eckhard zeigt ja in Cyclamen 2021 schon kräftig blühende Coums. Meine hocken noch in Knospe. Woran liegt das? Ich vermute, dass Göttingen wintermilder ist als Heidelberg. Karten über die Heizlastberechnung und über die Winterhärtezonen sind nur mäßig aufschlussreich und widersprüchlich. Göttingen 7a und Heidelberg 7b? Oder beide 7b? Wobei dann das untere Neckartal 7a hat?
.
tolle bilder, hier gibts noch keine blüten
.
coum sind sehr anfällig gegen kahlfrost, vmtl haben sie daheim eine schneedecke und wenn die mal weggetaut ist wirds dort nichtmehr richtig kalt
.
oder sie stehen im Geröll und geschützt vor Winternässe.
.
jetzt hab ich mal wikipedia befragt. "Das Vorfrühlings-Alpenveilchen ist in zwei voneinander getrennten Gebieten heimisch. Zum einen von Bulgarien über den gesamten Südrand des Schwarzen Meeres und den angrenzenden Gebirgen bis zum Kaukasus und die Krim und bis zum Südufer des Kaspischen Meeres im Elburs-Gebirge im Gebirgsraum Armeniens und zum anderen vom Nurgebirge (auch Amanosgebirge) in der südlichen Türkei über das westliche Syrien bis zum Libanon und das nördliche Israel.
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Cyclamen coum gedeiht in Laub- und Nadelwäldern sowie Buschland und felsigen Standorten. Es ist sehr winterhart und gehört zu den einfach kultivierbaren Alpenveilchen." de.wikipedia
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Die Schwarzmeerregion der Türkei hab ich mal näher angeschaut "Die Schwarzmeerregion liegt in einer gemäßigten Klimazone. Es fällt ganzjährig Regen und ein ständiger Wind kommt vom Meer. Die Höchsttemperaturen im Sommer betragen normalerweise etwa 27 Grad Celsius. Im Winter werden Werte von null bis zehn Grad Celsius erreicht.[3] Es herrscht humides, feuchtes Klima." de.wikipedia
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Kommt mir vor wie Göttingen.  ;D "In Göttingen ist das Klima gemäßigt warm. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge in Göttingen. Selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die Klassifikation des Klimas nach Köppen und Geiger lautet Cfb. Eine Jahresdurchschnittstemperatur von 9.2 °C wird in Göttingen erreicht. 804 mm Niederschlag fallen innerhalb eines Jahres." climadata.org
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Auch im Libanon, in Syrien und in Israel ist mit Schnee selten zu rechnen, aber auch Frost ist unwahrscheinlich. Vielleicht gibt es verschiedene Ökotypen.
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Egal wie, wir wissen es wieder nicht. Deshalb ist es ja so interessant über die verschiedenen Erfahrungen hier zu lesen! Und die Bilder von Eckhard zu bewundern!
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: oile am 02. Januar 2022, 17:40:00
Ich schrieb es gerade im 2021-Thread: meine coums stecken in den Startlöchern, aber sind noch nicht aufgeblüht. Sie stehen v.a. im Winter recht schattig. Zudem sind bei uns die Sonnentage bisher sehr, sehr rar. Warum sollte sich da bitteschön, irgendeine Blüte öffnen?
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: Wühlmaus am 02. Januar 2022, 18:06:18
Ich kann auch nur meine Erfahrungen wiedergeben. Die ersten C.coum stehen hier wohl seit wenigstens 20 Jahren und an zwei recht verschiedenen Standorten.

Der eine ist sommers wie winters schattig. Der Untergrund ist (kalk)steinig und der Oberboden humos. Die Coums gedeihen gut, aber vermehren sich nur spärlich.

Der andere Standort ist eine vermooste Rasenfläche mit lehmigem Boden und hat lichten Schatten. Im Winter kommt nahezu keine Sonne hin, im Sommer - während der laublosen Zeit brutzelt ab Mittag die Sonne dorthin, nur teils gebremst vom Laub einer Pflaume und einer kleinen Sternmagnolie.
Dort vermehren sich die Coums in unglaublichen Mengen. Die Knollen liegen in dichten Knubbeln übereinander und teils blank auf dem Boden. Mittlerweile dürften in vielen PurGärten aus diesem Bereich Pflanzen wachsen.
Wettertechnisch ist das im Winter eine der zugigsten und kältesten Ecken. Kahlfröste gibt es besonders in den letzten Jahren mehr als mir lieb ist. Abgedeckt zum Schutz wurde dort noch nie etwas. Schäden hatte ich noch nie.

Wie bereits geschrieben, sind das meine Beobachtungen für das lokale Kleinklima in unserem Garten...
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: RosaRot am 02. Januar 2022, 18:31:27
Hier stehen C. coum an allen möglichen Standorten. Manchmal blühen sie zu Weihnachten, manchmal nicht.
Sie beginnen jetzt gerade Knospen zu schieben, zögerlich. Warum zögerlich? Vermutlich, weil es im November und Dezember recht trocken war, obwohl wir insgesamt ein vergleichsweise normales Jahr hatten (mit 523 mm Niederschlag).
Eckhards C. coum stehen ja in allerbestem Laubhumus. Er schrieb mal irgendwo darüber. Das sie da so üppig blühen ist eigentlich kein Wunder.

Dafür blühen immer noch ein paar C. cilicium. Das sind aber nun wirklich die letzten Blüten.

Heute habe ich noch ein paar C. hederifolium gepflanzt. Ich hatte sie im Herbst geborgen und in eine Tasche geworfen (die Knollen) zusammen mit anderen Zwiebeln. Da saß immer noch ein Rest im Dunkeln, machte Blätter inzwischen, die Zwiebeln trieben und heute hatte ich Zeit, endlich auch diese 'Last auf der Seel' ;) zu verbuddeln. Sie werden definitiv ganz normal weiter wachsen.

Außerdem keimen im November gesäte Cyclamen mirabile.

Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: pearl am 02. Januar 2022, 18:33:35
Wie bereits geschrieben, sind das meine Beobachtungen für das lokale Kleinklima in unserem Garten...
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sehr wichtige Beobachtungen! Mein Eindruck ist auch, dass Cyclamen coum Wärme mehr lieben als die anderen beiden gängigen Arten. Jedenfalls habe ich sie nicht in den tiefen Schatten gepflanzt und auch nicht dort, wo sie von hohen Stauden überwachsen werden können. Cyclamen hederifolium macht das nichts. Die vermehren sich ausgezeichnet und wachsen auch im tiefen Gebüsch. Mit Cyclamen purpurascens muss ich noch üben. Die Exemplare, die ich seit 25 Jahren habe, vermehren sich eher nicht in dem sauren Lehm und Waldboden hier.
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Schadet der harte Frost den Blüten, oder blühen sie bei dir so spät, dass der Frost ihnen nichts macht?
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: Wühlmaus am 02. Januar 2022, 18:39:27
Hier zeigen sich erste Knospen. "Normalerweise" blühen sie ab Ende Januar.
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: pearl am 02. Januar 2022, 18:59:25
also frostfeste Blüten im Februar? Hier habe ich noch nie Frostschäden an Cyclamen coum beobachtet. Ist ja was anderes als in den wilden Bergen.  ;)
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: Eckhard am 02. Januar 2022, 19:34:44
Hallo Pearl, klimatisch ist es vermutlich sogar bei Dir milder, du schreibst Weinbauklima. Ich vermute die ersten coum gucken hier deshalb schon raus, weil es sehr gut genährte Knollen sind: als Jungpflanzen einzeln, in Abständen gesetzt, keine Konkurrenz untereinander, keine Konkurrenz zu Stauden; in eine dicke Schicht Laubhumus. Einzelpflanzen werden da recht groß.  Ich habe auch Ecken, da blühen sie noch nicht. Im klimatisch wärmeren Vorgarten habe ich auch C. coum, da blüht noch nichts, weil die Pflanzen dort nicht so üppig sind. Der Schrebergarten liegt im Leinetal, da strömt im Winter sogar ungünstig die Kaltluft zusammen und es ist regelmäßig 2-3 Grad kälter als im städtischen Vorgarten.
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: pearl am 02. Januar 2022, 19:54:34
ja, danke, am dicken Laubmulm arbeite ich auch. Eiche, Hasel und Buche tun, was sie können und ich kratz auch vom Waldboden hier - Kiefer/Buche - zusammen, was ich kann.  ;D
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: Eckhard am 02. Januar 2022, 20:00:06
Die Komposthaufen der Friedhöfe sind eine gute Quelle,  weil die nur Laub kompostieren  :-X
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: *Falk* am 02. Januar 2022, 20:15:13
Laubhumus scheint für die selbstständige Vermehrung der gartenwürden Cyclamen besonderer wichtig zu sein.
Die Blüten der Coums liegen auch hier noch auf den Boden und warten auf die Wiederkehr des Winters.


(https://up.picr.de/42752427wh.jpg)



Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: oile am 03. Januar 2022, 16:17:42
Der innere Kreis der Mutterpflanzen ist auch ein guter Ort für üppige Keiming.  :-X Ich habe gerade gut 80 Sämlinge im Einblattstadium aus einer einzigen Hederifolium - Pflanze gepuhlt.
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: foxy am 03. Januar 2022, 16:28:33
Was mir auffällt ist, dass bei den C. purpurascens fast nie in der Mitte  die Kleinen sind bei den C. hederifolium und coum sehr oft. Könnte es sein dass das Eleaiosom den Ameisen besser schmeckt und sie weiter vertragen?
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: Gartenplaner am 03. Januar 2022, 17:14:59
Hmm....

(https://up.picr.de/42758248aq.jpg)

Bei mir kommt es einzig bei den C. coum zu einer gewissen Verteilung einige Zenti- bis Dezimeter um die Mutterpflanze, bei den Hedis und Purpurs nicht wirklich.

Deshalb versuche ich immer, die gerade reifen Samenkapseln zu erwischen, einzusammeln, Samen rauszupuhlen und diesen dann ganz gezielt zu verstreuen.
Was immer wieder mal schwierig ist, weil sich die Samenkapseln stark einkringeln und richtiggehend "unter Tage" in der Erde stecken.
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: netrag am 03. Januar 2022, 17:30:40
Warum sammelst du nicht den Samen und säst in einer Kiste aus?
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: foxy am 03. Januar 2022, 17:38:19
Samen in Kiste, einmal zu trocken einmal zu nass im Winter wenn sie durchfriert alles Matsch.
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: foxy am 03. Januar 2022, 17:42:16
Hallo Gartenplaner, bei der Kapsel "Absammlungstätigkeit" bekommt man erst die richtig innige Beziehung mit den Knollen Gewächse.
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: Gartenplaner am 03. Januar 2022, 18:41:50
Samen in Kiste, einmal zu trocken einmal zu nass im Winter wenn sie durchfriert alles Matsch.
Genau das Problem  :-\

Hallo Gartenplaner, bei der Kapsel "Absammlungstätigkeit" bekommt man erst die richtig innige Beziehung mit den Knollen Gewächse.
;D
Dazu Nervenkitzel, ob man nicht zu grobmotorisch vorgeht, bei meinem Lehm muss ich die Samenkapseln mit Lehmbröckchen verklebt regelrecht herausbröckeln....
Was ich manchmal mache, wenn ich Zeit und Gelegenheit finde - die gekringelten Stiele der noch unreifen Samenkapseln ab und an vorsichtig "langziehen".
Dadurch verlieren die gekringelten Stiele einiges von der Spannung und werden dadurch nicht mehr bis zum Mittelpunkt der Erde gezogen und verkleben auch nicht so fest mit austrocknendem Lehm.
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: pearl am 03. Januar 2022, 19:24:13
Samen in Kiste, einmal zu trocken einmal zu nass im Winter wenn sie durchfriert alles Matsch.
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absolut richtig und wenn sie überhaupt keimen.
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: netrag am 03. Januar 2022, 19:31:57
Ich habe mit den Wildcyclamen keine Erfahrung. Bin nur von der Anzucht von Topfcyclamen ausgegangen.
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: Eckhard am 03. Januar 2022, 21:10:13
Ich säe in Schalen und pikiere nach der ersten Vegetationsperiode noch 1 mal in Töpfe vor dem Auspflanzen (4-5 Knöllchen pro Topf). Damit die Erde nicht matschig wird, mische ich sie sehr locker: 2/3 mineralisches Substrat (grober Sand, Seramis, Lavasplitt o.ä.) und 1/3 Laubkompost.
Ich gebe zu: etwas umständlicher als Foxys Verfahren mit den Saatbeeten.
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: foxy am 03. Januar 2022, 22:07:48
Hallo Eckhard, bei deinen gärtnerischen Fähigkeiten und Wissen, funktioniert das natürlich auch mit Anzuchtkästen. Hab ich auch schon vor einigen Jahren so gemacht. Über den Winter hab ich sie dann wieder ins Haus verfrachtet. Hab dabei ca. ein Jahr bis zur Blüte erspart, war aber etwas mühsamer als Aussaat im Freien.
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: oile am 06. Januar 2022, 11:30:54
So mache ich das auch. Oder ich lasse eben keimen. Die hier habe ich vor ein paar Tagen rausgepuhlt und in 10erBüschelchen getopft. Ich hoffe. Jetzt stehen sie im unbeheizten Gewächshaus. Nachdem sie eingezogen haben, will ich die Knöllchen in meine Moos-Primel-Elfenkrokus-Lerchensporn-"Wiese" setzen.
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: oile am 06. Januar 2022, 11:35:20
Eigentlich wollte ich von einer anderen Beobachtung berichten. Es kommt - selbst was Winterhärte von Cyclamen hederifolium angeht - eben sehr auf die Herkunft an. Im Zweitgarten habe ich viele der Cyclamen aus Saat der Cylamen Society ausgepflanzt, die sich alle prächtig entwickelten. Es stehen dort auch (in etwas Abstand) Cyclamen vom Partisanengärtner und Absaaten von eigenen älteren Pflanzen. Die sehen fast alle ganz prächtig aus. Aber diese hier, Samen aus Exkursionen nach Kephalia, haben einen Schlag weg. Dabei stehen sie gut vor Wintersonne geschützt. Ich werden sie wohl rausnehmen müssen und im Hausgarten geschützt pflanzen. Da kann ich auch eben schnell mal etwas Frostschutz drüber legen.
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: rocambole am 06. Januar 2022, 12:59:09
vielversprechend, die vielen Sämlinge :D
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: RosaRot am 06. Januar 2022, 13:52:40
Hier haben einige Blätter von C. hederifolium Frostschäden. Aber eben nur einzelne Blätter, während der Rest der Pflanzen wie zu erwarten völlig unbeeindruckt ist.
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: oile am 06. Januar 2022, 14:34:10
vielversprechend, die vielen Sämlinge :D
Du glaubst gar nicht, wieviele ich schon durch die Republik geschickt habe und ich muss noch sehr viele aus den Mutterpflanzen puhlen.  ;D.
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: Scabiosa am 06. Januar 2022, 16:50:21
Dieses weißblühende C. coum hatte schon zweimal Sämlinge produziert. Aus zeitlichen Gründen kam ich leider bisher nicht zum Vereinzeln.
Kürzlich hatten wir schon zwischen 5° und 7° minus und für die kommende Nacht ist Schneefall gemeldet.
Kann man an frostfreien Tagen eigentlich auch noch Sämlinge umpflanzen oder wartet man damit besser bis nach der Blüte?

(https://up.picr.de/42777503ay.jpg)


Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: pearl am 06. Januar 2022, 18:59:50
Vor allem kommt C. purpurascens ja aus Gegenden, die deutlich niederschlagsreicher sind als das Tiefland. Lord, was sind Deine steiermärkischen Jahresniederschläge? 1.000 mm?
Ich gieße die Bestände von purpurascens daher im Sommer regelmäßig.
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gute Idee! Sicher stehen die Cyclamen purpurascens seit mindestens 2 Jahrzehnten hier zu trocken. Das lässt sich ändern. Die neuen Exemplare stehen in einem riesigen Kübel direkt an der Wasserquelle, den Regentonnen.
Titel: Re: Kultur von Cyclamen
Beitrag von: oile am 06. Januar 2022, 19:02:10
Meine stehen teilweise bei den Farnen. Die gieße ich auch im Sommer,  und teilweise am Fuß eines Japanahorns. Auch der ist für anderes als Wüstenklima dankbar.