garten-pur

Garten- und Umwelt => Garten-Technik => Thema gestartet von: Monti am 25. Februar 2024, 11:53:52

Titel: Hand Sämaschine
Beitrag von: Monti am 25. Februar 2024, 11:53:52
Ich spiele mit dem Gedanken, mir eine Handsämaschine zuzulegen.
Modelle aus den Nachkriegsjahren gibt es immer wieder gebraucht zu kaufen, sowas in der Art:
https://asset.museum-digital.org/rlp/images/99/103057-00271/dippelmaschine_saemaschin/dippelmaschine-saemaschine-handsaemaschine-saatmaschine-handsaatmaschine-reihensaat-103057-811657.jpg
Weiß jemand, ob die auch drillen können?
Was ist Dippeln: https://de.wikipedia.org/wiki/Dippelsaat
Was ist Drillen: https://de.wikipedia.org/wiki/Drillsaat

Ich habe 7 m Reihen und würde sie gerne verwenden für Gelbe Rüben, Zwiebeln, Feldsalat, Radies usw. Da gibt es dann auch mal 2-5 Reihen nacheinander. Aber auch Bohnen wären interessant.

Hat jemand Erfahrungen mit solchen Sämaschinen? Taugt das dafür oder ist der Aufwand zu hoch für mehrere 7 m Reihen?

Alternativ:
Hat jemand Erfahrungen mit dem Sägerät von Glaser?
http://www.glaser-swissmade.com/Art800.html
Das Teil hat eine Messingwelle mit umlaufenden Bohrungen die man je nach Saatkorngröße wählen kann. Zusätzlich einen einstellbaren abstreifpinsel der überschüssiges Saatgut aus der Bohrung streift.

Schönen Sonntag noch!
Titel: Re: Hand Sämaschine
Beitrag von: Natternkopf am 25. Februar 2024, 12:04:53
Sali Monti

Da werden sich gewiss ein paar Cracks melden die so was gleiches oder ähnliches in Nutzung haben.

Grüsse Natternkopf
Titel: Re: Hand Sämaschine
Beitrag von: thuja thujon am 25. Februar 2024, 18:38:17
Moin Monti,
die erste die du verlinkt hast, ist die Haka von Hassia. Baujahr um 1960 rum, wir haben sie hier 3 mal in Gebrauch.
Modell unzerstörbar, da kann man auch mal schnell 500m Mais in einen benachbarten Maisacker säen. Also die kommt auch mit nicht all zu feinem Saatbett zurecht. Ansonsten ist alles Einstellungssache, die Zustreifer nicht zu eng, dann schleift sich die Erde sauber durch und wird zuverlässig von der Andruckrolle auf Bodenschluss angepresst. Auch wenn es minimal zu feucht ist. Damit lässt sich wirklich gut arbeiten. Und Dippeln, das ist die Dippelmaschine überhaupt. Ich mache dir gerne mal Detailfotos vom Vorderrad, da versteckt sich die Dippeltechnik.

Es gibt aber auch andere Modelle Modell zuverlässig bis unzerstörbar. Die DDR Sämaschine Junior ist so eine. Da braucht es deutlich mehr Übung, um die richtige Saattiefe zu treffen, da die Andruckrolle und damit die Tiefenführung fehlt.

Moderne Sämaschinen gibt es zB bei Aldinger. https://aldinger-technik.de/collections/handsamaschinen
Da kann man dann mit vielen Scheiben auch das komplette Sortiment an Gemüse säen, mit Einzelkorntechnik. Lässt sich gut führen, habe sie beim letzten gemüsebautag mal ausprobiert. Kaufen werde ich sie mir nicht, da habe ich die falschen Flächen dazu.
Bei mir ist eine Bahn auch schneller fertig als sie anfängt.

Die Hassia Haka braucht etwa 0,8m bis sie richtig greift, die Junior fängt deutlich früher an zu greifen. Wenn man im Vorgewende mit der Haka 2 Reihen quer sät, ist das auch passend. Und unter trockenen Bedienungen ist die Andruckrolle eben Gold wert. Bei der Junior muss der Boden schon sehr feinkrümelig sein. Und wenn man zu tief gelockert hat, dann ist einmal anwässern ein guter Rat.

Hier sind sie meist für Feldsalat und Gründünger wie Sandhafer in Gebrauch. 15m oder auch mal nur 7m Bahnen, das geht wunderbar, wenn der Boden entsprechend vorbereitet wurde. Wenn man Maisacker mit Grubber und einfacher Nachläuferwalze hat, also Faustgroße Kluten, dann ist natürlich vorbei mit der Genauigkeit. Da geht dann tatsächlich eher Grobsamiges wie Bohnen und dippeln, also alle 15, 20, 25, 30, 40 oder wie viele auch immer Zentimeter ein Horst.
Dahin geht auch ein wenig der Trend in der Marktwirtschaft, weil in der Reihe hacken eben noch ein Problem ist und deswegen die Horstsaat klar im Vorteil ist, wenn man Arbeitsstunden rechnet.
Ich persönlich bevorzuge die Reihe, wegen der Platzausnutzung und einfacheren zwischen den Reihen hacken. So über Jahre durchgezogen habe ich wenig Probleme mit der Verunkrautung und komme mit zwischen den Reihen hacken zurecht.

Was klar sein sollte, die alte Hassia Haka kann auch verkrustete Böden aufreißen, legt sauber ab, braucht aber ein wenig den Platz. Die Junior (auch Senior gab es) braucht weniger Platz, aber eine feinkrümeligere Beetvorbereitung und evtl extrapampern. Wenn Wasser fehlt zB noch einmal mit der Glattwalze drüber.

Ich habe die letzten Jahre als mal Bilder unter Feldsalat oder Gründünger hier eingestellt.
Für mich 2 unverwüstliche Arbeitstiere, auf die man sich evtl einlassen muss, dann aber ihren Job zuverlässig machen.

Das mehrfache vom Preis von den Modellen für die aktuelle Einzelkorntechnik auszugeben bin ich derzeit nicht bereit. Da pflanze ich lieber Vorgezogenes, das kann ich auch, wenn der Boden etwas zu feucht ist.
Bei den Sämaschinen muss halt einiges passen, das sollte man vorher wissen.

Wer es ernst meint, sollte meiner Meinung nach wirklich über die Anschaffung nachdenken.

Blick auf meine Terrasse, das ist keine Deko.
Titel: Re: Hand Sämaschine
Beitrag von: thuja thujon am 25. Februar 2024, 18:46:04
Das Beet hat 4m, das geht auch mit der Hassia.
Fräsen, rückverdichten (Walze!), säen, abwarten. Hinten wo sie anstößt halt 2-4 Reihen quer.
Titel: Re: Hand Sämaschine
Beitrag von: thuja thujon am 25. Februar 2024, 18:53:27
Rest Feldsalat aktuell mit der Hassia gesät (Hälfte im Bild ist abgeerntet). Das Zufallsprinzip mit Bürstentechnik und der Saatdichte bekommt man hin mit etwas Erfahrung / ausprobieren. Bodenunebenheiten wiegen schwerer.
Nach dem Auflaufen wurde einmal gejätet wegen Rispengras, Vogelmiere und Kreuzkraut.
Titel: Re: Hand Sämaschine
Beitrag von: thuja thujon am 26. Februar 2024, 09:00:50
Hier sind die Mitnehmer am Vorderrad gut zu erkennen. Von dort geht eine starre Verbindung nach hinten zum Säschlitz.
Titel: Re: Hand Sämaschine
Beitrag von: thuja thujon am 26. Februar 2024, 09:04:52
Von hinten ist die Klappe am Säschlitz zu erkennen. Die kann man auch mit einer Schraube aufmachen und fixieren, falls man normal säen möchte. Die kleine Feder an der Klappe fehlt oft bei den gebrauchten Scheunenfunden. Manchmal fehlen auch die Abstreifer der Räder, die Zuschieber und was es sonst noch so an Kleinteilen gibt. Da muss man etwas aufpassen. Preise liegen um die 50€, ich habe 30 bezahlt.
Titel: Re: Hand Sämaschine
Beitrag von: Natternkopf am 26. Februar 2024, 20:35:42
Schöne Mechanik bei diesen Sähmaschinen.  8)
Titel: Re: Hand Sämaschine
Beitrag von: Monti am 26. Februar 2024, 21:55:39
Danke für die sehr umfassende Info thuja! Auch für die Bilder, so wie mit dem Feldsalat, so stell ich mir das vor.

Einzelkorn: Ich denke, das macht nur Sinn mit kalibriertem bzw. pilliertem Saatgut. Ersteres kaufe ich manchmal, wenn es kein Normalsaatgut gibt. Pilliert nie. Es bringt auch nicht wirklich was finde ich, wenn man nicht konsequent alle Schädlinge bekämpft. Sonst ist immer wieder eine Lücke. Lücken hab ich auch so immer wieder.
Also billigeres Saatgut und drillen/dippeln. Oder wie siehst du das?
Gerobkörniges, gut keimfähiges und gff. teures mit weitem Abstand wie Zuckermais würde ich so oder so weiter von Hand machen denke ich. Bei Buschbohnen, die sich gut vermehren lassen und wovon man mehr Pflanzen braucht kann man drillen oder dippeln.

Die Maschine dir ich mir ausgeschaut hatte ist nun weg, war eine Neuero. Nun hab ich eine Semdbmer HS ausgeguckt. Etwas teurer als die Neuero, dafür ist die Semdbmer neuer und hat Saatbännder (Lochband).

Wie kann man bei der Hassia Haka die Saatstärke regulieren?
Dippelst du auch mit der Haka? Wenn ja, was?
Titel: Re: Hand Sämaschine
Beitrag von: thuja thujon am 27. Februar 2024, 20:47:08
Nun ja, ich bin schon ein Freund von gutem Saatgut. Aber pilliertes kaufe ich auch höchst selten. Bei Salat für die Multitopfplatten bin ich gerade dankbar dafür.
Tagetes und andere längliche Samen sind ein Krampf maschinell zu säen. Elektrostatisch aufgeladen, ineinander verkeilt, das kommt noch obendrauf, so wird das nix. Es geht nicht alles maschinell.

Rundes Saatgut, dazu zähle ich Feldsalat, alle Kohlsorten, Erbsen, Bohnen auch noch und Mais geht auch, das meiste geht eigentlich. Man muss nur vorher sauber abdrehen wegen der Saatdichte. Zu dicht gesät kommt nur Mist raus, zu wenig ist Verschwendung, da muss man ein bisschen Erfahrung sammeln.

Auch was die Tiefenführung angeht, das Tiefenverstellbare Säschar sollte man nicht unterschätzen, das ist sehr wichtig. Auch die Einstellung der Zuschieber. Wenn zu viele oder zu große Kluten obenauf liegen, kann das gerne mal verstopfen, wenn die zu eng Richtung Andruckrolle zulaufen. Wenn es steiniger Boden ist, ist eine massive Scharspitze auch langlebiger als 2 zusammen gefaltete Bleche mit Schweißnaht.
Meine Sämaschinen sind alle die uralten Nachkriegsmodelle und arbeiten innen mit einer Bürste, die das Saatgut durch das einstellbare Loch hinten rausfallen alssen sollen. Durch die Bürste, die wird mit der Umdrehung des Vorderrads angetrieben, bleibt das Saatgut in Bewegung und bildet keine toten Trichter, das hat aber auch zur Folge, da sman nicht mit 20 Körnern anfangen muss, sondern eine gewisse Mindestfüllmenge braucht.

Der schlitz, durch den es dosiert wird, ist bei mir Stufenlos verstellbar, durch die Steigung eines Gewindes.
Bei der Semdner HS wären dafür die beiden Lochscheiben da, rund, nicht seckseckig wie bei mir. Evtl verstopft rund etwas schneller als ein Sechseck. Oder Sechseck ist einfach Pflicht weil früher rund größer machen mechanisch nicht so einfach möglich war und das Lamellenprinzip wie bei der Blende einer Kamera nicht robust genug für sowas ist. Das bleibt zu testen. Hier mal ein Bild vom Saatgutauslass und Trichter von der Hassia Haka.
War zu früh heute dunkel, deshalb die nächsten Bilder nur mit viel Schatten weil 2 Taschenlampen aufeinander abstimmen und dabei Fotos machen doof ist.
Titel: Re: Hand Sämaschine
Beitrag von: thuja thujon am 27. Februar 2024, 20:48:27
Bei der kleinen kompakten Junior aus DDR Zeiten ist der Schlitz das Loch fast gleich. Ich glaube die Marke war Puki. Und Senior und Junior die Modelle.
Titel: Re: Hand Sämaschine
Beitrag von: thuja thujon am 27. Februar 2024, 20:50:36
Bei der hat man seitlich die Skala mit mm-Einteilung für das Loch. Fixiert wird mit der Schraube links, der Schieber zum öffnen wird mit der starren Achse bewegt, um das Loch zu Beginn einer Bahn zu öffnen und am Ende einer Bahn zu schließen.
Titel: Re: Hand Sämaschine
Beitrag von: thuja thujon am 27. Februar 2024, 20:54:04
Das passiert bei der Junior unten direkt am Auslass, die hat keinen Trichter und keine Dippelklappe, mit der geht nur Reihensaat.

Bei der Hassia sieht das von hinten so aus. Oben das Rad zum einstellen der Lochgröße für die unterschiedlich großen samen bzw Sädichte, links daneben der Feststeller, damit sich das einmal sauber abgedreht nicht verstellt auf dem Acker. Dann kommt das Loch und der Schieber dazu, dahinter der Schwamm, der das Loch verschließt, wenn kein Saatgut rausfallen soll.
Titel: Re: Hand Sämaschine
Beitrag von: thuja thujon am 27. Februar 2024, 20:55:36
Von dort fällt es in den Trichter und wird zum Säschlitz hinter dem Säschar weitergeleitet.
Titel: Re: Hand Sämaschine
Beitrag von: thuja thujon am 27. Februar 2024, 20:59:25
Das Säschar läuft so in der Erde, das dort, wo das Saatkorn hinfällt, immer die Erde links und rechts an die Wand des Säschlitz gedrückt wird, also das Korn immer sauber auf den Sähorizont fällt und erst danach verschüttet werden kann.
Durch den Säschlitz fällt es durch, wenn nicht die grüne Dippelklappe geschlossen ist und das von oben herunetrfallende Saatgut aufsammelt, bis die Klappe vom Mitnehmer am Vorderrad kurz geöffnet wird.
Titel: Re: Hand Sämaschine
Beitrag von: thuja thujon am 27. Februar 2024, 21:01:42
Mit der Schraube links kann man die Dippelklappe feststellen, damit normal in Reihe gesät werden kann.
Die Feder der Dippelklappe fehlt manchmal, weil sich der Teil der Sämaschine gerade bei zu feuchten Bodenverhältnissen auch mal mit Dreck zusetzen kann und wenn man das so wegstellt, rostet die Feder nach 30 Jahren irgendwann weg. 
Titel: Re: Hand Sämaschine
Beitrag von: thuja thujon am 27. Februar 2024, 21:10:26
Alles in allem sehr durchdachte Technik, Qualitätssiegel für schlimme Verhältnisse robust genug, eigentlich fast unzerstörbar. Also wir haben damit auch schon 2km Mais in einen Maisacker gesät. Mit faustgroßen Kluten, die dann natürlich auch mal einen Schlag geben wenn man da so durchrennt. Und deswegen sind auch die Zuschieber mit Splinten gesichert, falls die Feststellschraube mal den Halt verliert. dann ist nicht gleich der ganze Zuschieber irgendwo auf dem Acker verloren.
Für Feldsalat, Möhren, Buschbohnen, Mais usw ist das Ding auf jeden Fall eine Überlegung wert und zu empfehlen, wenn man sich etwas reinfuchst, auf was es genau ankommt. Für Flächen ab 10m² kann das Teil jedenfalls Sinn machen. Ist halt für Sachen wie 1950, als man im Garten noch Gemüse oder Hasenfutter angebaut hat, um über die Runden zu kommen. Ist ja gerade wieder in.
Für mich aber nicht mit moderner Sätechnik mit Einzelkornsaat usw.

Und gerade für Humusgärtner, denen was an Bodengesundheit und nachhaltiger Bewirtschaftung liegt: Gründünger wie Sandhafer, Phacelia, Ölrettich, Sonnenblumen usw, undenkbar ohne diese Hilfe, da einen sauberen Gründüngerbestand aufzubauen. Und zwischen den Reihen kann man hacken, falls der Gründünger nicht schnell genug den Boden beschattet und so spart man massiv Zeit bei gutem Arbeitsergebnis.

Das waren die ersten Versuche mit Sandhafer Pratex in 2019.
Titel: Re: Hand Sämaschine
Beitrag von: thuja thujon am 27. Februar 2024, 21:22:45
Der Vollständigkeit halber, warum die Andruckrolle so wichtig ist: der Boden muss, weil er mit dem Säschar bearbeitet wird, schütt- oder rieselfähig sein. Darf also nicht schmieren. Da wo die Walze dahinter durch das anpressen für Bodenschluss sorgt, hat ein Saatkorn auch Anbindung an das Bodenwasser, um das Keimwasser aufnehmen zu können.
Das spart 2 Bewässerungsgänge und funktioniert auch bei Unkraut, im Bild Vogelmiere, die zwischen den Reihen ohne andrücken eben nicht vernünftig keimt.
Titel: Re: Hand Sämaschine
Beitrag von: Wild Obst am 27. Februar 2024, 21:56:46
Sehr anschaulich zum Rückverdichten/Andrücken, wie auf dem Bild die Vogelmiere keimt.
Titel: Re: Hand Sämaschine
Beitrag von: thuja thujon am 27. Februar 2024, 22:02:19
Unkraut und Wassermanagement wäre jetzt das nächste Thema.  ;)
Titel: Re: Hand Sämaschine
Beitrag von: Wild Obst am 27. Februar 2024, 22:05:08
Aber auch sonst eine schöne Vorstellung von Handsämaschinen. Ich werde echt in Versuchung geführt, auch mal nach so was zu suchen. Komplett von Hand wie bisher zu säen ist doch recht aufwendig.
Aber wo langern, ist immer so ein Problem mit allem Gerät. Die Handsämaschinen sehen doch nach etwas Platzbedarf aus.
Titel: Re: Hand Sämaschine
Beitrag von: thuja thujon am 27. Februar 2024, 22:25:17
Bei Kleinanzeigen gucken und 30€ investieren kann man mal machen. Wie gesagt, bei mir hängen sie auf der Terrasse über den Sitzbänken. Andere hängen da anderen Dekomüll hin. Bei mir ist die Terrasse aber auch, sagen wir mal, eher Arbeitstechnisch geprägt. Da liegen eher weniger Spitzendeckchen rum.
Ich möchte neben Beruf und Familie, anderen Hobbys und anderen Vereinen auch meinen Kram gebacken kriegen. Da helfen die dabei, den Anspruch zu erfüllen. 20m lang alle 5 Zentimeter eine Erbse säen geht nach 30 Minuten auch auf die Knie, den Rücken oder was auch immer. Da bin ich gerne Spielkind.
Titel: Re: Hand Sämaschine
Beitrag von: thuja thujon am 28. Februar 2024, 09:20:46
Hier nochmal ein Bild von einem ähnlichen Modell in Benutzung. Das ist auch eine Hassia Haka, aber die Dippelvorrichtung am Vorderrad ist etwas anders aufgebaut. Die Funktion bleibt aber die gleiche.

Und auch nochmal der Hinweis: die eignet sich auch dazu, zB im Frühjahr 5cm neben Knoblauch Kalkstickstoff im Boden vergraben abzulegen.
Titel: Re: Hand Sämaschine
Beitrag von: Apfelbaeuerin am 28. Februar 2024, 09:41:36
Bei mir ist die Terrasse aber auch, sagen wir mal, eher Arbeitstechnisch geprägt. Da liegen eher weniger Spitzendeckchen rum.

 ;D Sach bloß.
Titel: Re: Hand Sämaschine
Beitrag von: Monti am 28. Februar 2024, 22:25:10
[...]
Meine Sämaschinen sind alle die uralten Nachkriegsmodelle und arbeiten innen mit einer Bürste, die das Saatgut durch das einstellbare Loch hinten rausfallen alssen sollen. Durch die Bürste, die wird mit der Umdrehung des Vorderrads angetrieben, bleibt das Saatgut in Bewegung und bildet keine toten Trichter, das hat aber auch zur Folge, da sman nicht mit 20 Körnern anfangen muss, sondern eine gewisse Mindestfüllmenge braucht.
Das war auch noch eine Frage die mir im Kopf rumgeschwirrt ist: Die Behälter sind ja eher groß. Wie ist das mit einer Portionspackung, sagen wir mal Karotten. Also so gut 3 g. Klappt das? Bei Karotten ist es ja weniger ein Problem mit größeren Mengen. Bei Zwiebeln hat man aber das Problem, dass die nicht lange keimfähig sind. Ich schaue also immer, dass ich immer frisches Saatgut aber dann nicht zu viel da habe.
Zitat
Der schlitz, durch den es dosiert wird, ist bei mir Stufenlos verstellbar, durch die Steigung eines Gewindes.
Bei der Semdner HS wären dafür die beiden Lochscheiben da, rund, nicht seckseckig wie bei mir. Evtl verstopft rund etwas schneller als ein Sechseck. Oder Sechseck ist einfach Pflicht weil früher rund größer machen mechanisch nicht so einfach möglich war und das Lamellenprinzip wie bei der Blende einer Kamera nicht robust genug für sowas ist. Das bleibt zu testen. Hier mal ein Bild vom Saatgutauslass und Trichter von der Hassia Haka.
War zu früh heute dunkel, deshalb die nächsten Bilder nur mit viel Schatten weil 2 Taschenlampen aufeinander abstimmen und dabei Fotos machen doof ist.

Danke auch hier!
Deine Begeisterung für die Maschinchen kannst du nicht verbergen.  ;) Das kann ich gut verstehen. Die Technik ist einfach & genial, einfach genial. Und ich mal das alte Zeug auch lieber als neues, wenn es technisch gleichwertig ist. Da "zweifle" ich schon etwas an der Sebdner, da deutlich moderner. Aber hier in der Gegend gibt es nicht viel Auswahl, ist und war keine ausgeprägte Gemüsebaugegend. Gut ist die sicher trotzdem, nicht umsonst gibt es die bis heute.
Titel: Re: Hand Sämaschine
Beitrag von: thuja thujon am 29. Februar 2024, 16:04:30
Semdner ist bestimmt nicht schlecht und die sind heute wohl auch Marktführer oder ganz oben bei den Spezialsämaschinen, die eher nicht für den Ackerbau sind. Rasensämaschine zB gibts glaube ich nur von Semdner. Und auch das Sägerät für die Quickpotplatten.
Mit dem Aufwind der Marktgärtnerei kamen einige andere Player dazu. Und auch die Radhacken wieder und viele andere `Anbaugeräte´ wie Fingerhacke, Säeinheit usw für den `Systemträger´.

3g Möhren könnten schon knapp sein. Wenn man langsam läuft, wirbelt innen nicht viel rum. Da das am Schluss aber auf die Erfolgsentscheidende Sädichte geht, falls doch zu viel wirbelt, hab ichs nie ausprobiert. Ich kann mir aber vorstellen, das dieses Problem eine moderne Semdner gelöst hat. Andere laufen da zB mit Lochkreisen (Einzelkorn) die sich drehen, was auch mit weniger Menge zurechtkommen sollte.
Eine gute Übersicht gibts hier: https://www.hortipendium.de/Saattechnik_Gem%C3%BCsebau
Titel: Re: Hand Sämaschine
Beitrag von: Monti am 29. Februar 2024, 21:24:52
Hmm, naja wir werden sehen.

Die Konstruktion von Rasspe/Fortschritt ist auch super:
https://www.youtube.com/watch?app=desktop&v=UTT0pnTqqcw
Wohl keine Bürste sondern exzenter.
https://www.landtechnik-historisch.de/assets/Uploads/_resampled/bildergaleriecontentbigW10/20230710-VEB-Dargun-1959-Dibbel.jpg
Titel: Re: Hand Sämaschine
Beitrag von: thuja thujon am 29. Februar 2024, 23:03:18
Gutes Erklärvideo. Die geht auf jeden Fall schonender mit dem Saatgut um und verhindert wohl auch zuverlässig die Bildung einer Thrombe/Trichter.
Und Fortschritt sollte es doch auch noch in Massen geben. Halt nicht hier im Südwesten. Evtl kann sowas ja auch mal einer abholen und man holt es beim nächsten Forentreffen oder ähnlichem ab.
Titel: Re: Hand Sämaschine
Beitrag von: thuja thujon am 01. April 2024, 16:36:34
Moin Monti,
wie sieht es aus mit der Sämaschine? Hast du jetzt schon eine ergattern können? Wenn ja, welche?

Hier nochmal meine in irgendeinem Video. Da sind die Dippelklappen aber schon etwas festgefressen. Ein bekanntes Problem wenn sie ein paar Jahrzehnte gestanden haben. Mit etwas WD40 über Nacht und notfalls sanfter Gewalt lässt sich das aber lösen.
https://www.youtube.com/watch?v=GFCGVfJrUog
Titel: Re: Hand Sämaschine
Beitrag von: Monti am 07. April 2024, 13:13:11
Hallo thuja,

ja, habe die Sembdner HS1 gekauft, von einem Bauern der damit jahrelang Mais und Rüben gesät hat.
(https://thumbs.picr.de/47381495hv.jpg)  (https://thumbs.picr.de/47381496zh.jpg)  (https://thumbs.picr.de/47381497nd.jpg) 

Antrieb über Riemen, alles funktioniert. Die Dippeleinrichtung hatte er nie in Betrieb, da war ein Bügelchen festgerostet. Das hab ich erst später kapiert. Nun gehts aber wieder.
Andrückrolle ist Gummi, nicht gefüllt. Damit passt sich das Gummirad dem Boden etwas an, eigentlich schlau.
Probiert hab ich mal Zwiebeln. Erst hab ich mal versucht abzudrehen, kam mal so, mal so. 2 g Zwiebelsamen sind grenzwertig. Muss ich in Zukunft immer etwas größere Packungen kaufen und mich auf eine oder zwei Sorten beschränken. Gesät hab ich nun mal testhalber Zwiebeln, 3x 5 m Reihe. Wenn die aufgeht sehe ich, ob die Einstellung passt. Die Geschwindigkeit wie schnell man vorwärts schiebt speilt auch eine Rolle. Furche ziehen, zudecken, andrücken funktioniert hervorragend.
Titel: Re: Hand Sämaschine
Beitrag von: thuja thujon am 07. April 2024, 22:35:40
Sehr schön, herzlichen Glückwunsch.
Die gibts hier in der Nähe auch gerade für einen Hunderter. Finde ich deutlich übertrieben. Zumal als Pflug betitelt, da weiß wieder einer nicht was er wirklich hat.
https://www.kleinanzeigen.de/s-anzeige/alter-pflug/2693692381-246-5375

Was mir an der Sembdner gefällt ist der seitlich verstellbare Griff.
Ich habe heute Sandhafer gedrillt, da war es dann auch wieder, am Zaun war die Packerwalze am wenigsten wirksam, da sind nun wieder durchs das drüberschlappen mit den Schwimmfüßen tiefe Kuhlen drin. Ich hasse das. Das gibt wieder alles, aber keinen gleichmäßigen Bestand. Da hätte ich mir heute den verstellbaren Griff gewünscht.

Das abdrehen, Übungssache, das findet man raus.
Aber von wegen zuschieben, was hat die Sembdner da für eine Technik? Kette ists ja auch nicht?
Titel: Re: Hand Sämaschine
Beitrag von: Monti am 10. April 2024, 07:17:23
Zustreifer
(https://thumbs.picr.de/47395278yx.jpg)  (https://thumbs.picr.de/47395279gt.jpg) 
Drillen
(https://thumbs.picr.de/47395280ni.jpg) 
Dippeln
 (https://thumbs.picr.de/47395281dv.jpg) 
Das Ergebnis. Anfangs musste ich schauen, ob überhaupt was passiert. Die Reihe wird wirklich wieder gut zugedeckt und angedrückt. Gesät wurden Zuckererbsen.
 (https://thumbs.picr.de/47395282ge.jpg) 

Abdrehen: Es kommen meist nur zwei Löcher in Frage. Zwiebeln hab ich mal mit beiden Löchern probiert. Auf der größeren Stufe war es glaube ich zu viel Saatgut, was durchgegangen ist. Wir werde sehen. Wichtig ist, Notieren, beobachten, Schlüsse ziehen (und notieren).
Titel: Re: Hand Sämaschine
Beitrag von: thuja thujon am 10. April 2024, 13:01:50
Danke für die Bilder.
Der Ständer zum aufbocken ist auch klasse. Und die Zustreifer können nicht abfallen wenn die Madenschraube zum feststellen versagt, da ist die Sembdner das wohl robustere Modell.

Die Feder zum umschalten von drillen auf dippeln würde ich evtl noch zusätzlich sichern, das die nicht irgendwann mal verloren geht.