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Pflanzenwelt => Gemüsebeet => Thema gestartet von: na-na am 29. Januar 2019, 10:56:32

Titel: Zeigt her eure Frühbeete und teilt eure Erfahrungen mit!
Beitrag von: na-na am 29. Januar 2019, 10:56:32
Im letzten Jahr habe ich mir einen kleinen Gemüsegarten angelegt.
Da ich damit aber spät fertig wurde, musste ich die meisten Pflanzen fertig kaufen.

In diesem Jahr möchte ich viele Pflanzen selber vorziehen.
Neben der Fensterbank dürfte dafür auch ein Frühbeet gut geeignet sein.

Mein Mann brachte mir gestern zwei Holzrahmen, die als Verpackungsmaterial gedient haben, von der Arbeit mit.




Sie haben jeweils die Maße 160 cm x 70 cm und wir beabsichtigen sie für die Abdeckung zu nutzen.
Nach einem Anstrich möchten wir U-Profile anbringen, als Aufnahme für Doppelstegplatten.
Den Unterbau werden wir vermutlich auch aus Holz bauen.

Wie sehen eure Frühbeete aus, - sind sie fertig gekauft, oder auch Marke Eigenbau?

Nutzt ihr sie nur für die Pflanzenanzucht, oder auch darüber hinaus und in welchem Zeitraum?

Welche Größe ist für euch optimal?

Stellt ihr Töpfchen / Anzuchtplatten ins Beet, oder sät ihr direkt aus?

Wie sieht euer Boden aus? Nutzt ihr z.B. Mist zur Temperaturerhöhung und tauscht jährlich die Erde aus?

Lüftet ihr automatisch, oder manuell?

Es gibt sicherlich noch mehr Fragen, die man stellen kann und allgemeingültige Antworten wird es bei vielen Fragen nicht geben, da die persönlichen Vorlieben, die Ausgangssituation, etc. unterschiedlich sind.
Trotzdem können eigene Erfahrungen und Tipps gerade für Anfänger sehr hilfreich sein und ich würde mich über ein paar Antworten freuen.  :)















Titel: Re: Zeigt her eure Frühbeete und teilt eure Erfahrungen mit!
Beitrag von: thuja thujon am 29. Januar 2019, 12:31:03
Ich habe als Abdeckung für ein Beet mit frostfesten Agaven und Kakteen die Hohlkammerplatten der Billiggewächshäuser mit Bretten zusammengeschraubt. Also ein Brett oben und unten damit die Platten stabil sind. Foto siehe Anhang.

Frühbeet habe ich nach vielen Mißerfolgen, hier im Oberrheingraben ist das Frühjahr zu warm und schnell für Frühbeete, wieder ein neues geschenktes Billigding seit letztem Jahr, es steht im schattigsten Eck im Garten und dient zum Luftfeuchtigkeit erhöhen bei Stecklingen usw. Terrassenplatten drunter und IBC-Wassertank daneben. So weniger Probleme mit Ratten die sich von unten durchwühlen und das Wasser gleicht die Temperaturspitzen etwas aus. Steht direkt am Zaun zu einer Brombeerbrachfläche, u.a. deswegen die Ratten.

Würde ich eins haben wollen, hätte ich vermutlich Steine/Beton als Sockel bis 30cm Höhe und dann Klarglasfenster drauf plus Schilfmatte griffbereit.
Titel: Re: Zeigt her eure Frühbeete und teilt eure Erfahrungen mit!
Beitrag von: Sven92 am 29. Januar 2019, 12:37:33
Wir benutzen diese 3 von Juwel.
Sind sehr zufrieden damit, hab sie auf eine Holzplatte mit Rollen gestellt das sie Mobil bleiben.
Auch tiefere Temperaturen meistern sie sehr gut.
Leider wird es dieses Jahr Platzmässig nicht mehr reichen. Dafür habem wir das grosse Treibhaus :)

Gruss
Titel: Re: Zeigt her eure Frühbeete und teilt eure Erfahrungen mit!
Beitrag von: Hyla am 29. Januar 2019, 13:17:10
Ich habe nur ein ganz einfaches aus Alu und 4mm Platten. Es steht im Gewächshaus auf einem Tisch und da kommen die Heizmatten und Minigewächshäuser rein.
Ich bilde mir ein, daß es die Kältespitzen in der Nacht abmildert.
Manche Pflanzen wie Kürbisse säe ich gleich in Töpfe, da lohnt sich das Pikieren nicht. Die stehen dann in Schalen da drin.

Hinten im Garten sind noch zwei alte Frühbeete vorm Vorgänger. Dazu gehören Holzrahmen mit Glasplatten. Leider kann ich die nicht benutzen wegen meiner Hunde von wegen Glasbruch, darum stehen da die Sträucher und Gehölze in Töpfen drin.
Titel: Re: Zeigt her eure Frühbeete und teilt eure Erfahrungen mit!
Beitrag von: thuja thujon am 29. Januar 2019, 14:21:28
Ich hatte mir vor 2 Jahren, das Jahr mit den Spätfrösten um 20-21. April, mal dieses hier aus 4mm Platten und Dachlatten zusammengeschraubt. Abdeckung war Billigplatte drauf und mit Betonklötzen beschweren. Es war ausreichend um die Tomaten ans Licht zu gewöhnen und in den beiden Frostnächten nicht erfrieren zu lassen.
Titel: Re: Zeigt her eure Frühbeete und teilt eure Erfahrungen mit!
Beitrag von: na-na am 29. Januar 2019, 14:41:48
@thuja thujon:

Warum hast du das Beet wieder abgebaut?
Unter anderem habe ich auch die Vorstellung, empfindlichere Pflanzen, wie Tomaten und Paprika schon etwas früher nach draußen bringen zu können.


Titel: Re: Zeigt her eure Frühbeete und teilt eure Erfahrungen mit!
Beitrag von: sunrise am 29. Januar 2019, 14:59:22
Ich habe viele Hochbeete mit abdeckung,die nehme ich natürlich auch als Winter und Frühbeet,
bis im Mai dann Tomate,Aubergine,Paprika einzug halten.
Die Abdeckungen kann ich weg machen oder auch drauf lassen,klappt sehr gut
Titel: Re: Zeigt her eure Frühbeete und teilt eure Erfahrungen mit!
Beitrag von: sunrise am 29. Januar 2019, 15:03:10
Ich habe viele Hochbeete mit abdeckung,die nehme ich natürlich auch als Winter und Frühbeet,
bis im Mai dann Tomate,Aubergine,Paprika einzug halten.
Die Abdeckungen kann ich weg machen oder auch drauf lassen,klappt sehr gut
Eigentlich sollten noch Bilder dazu
Titel: Re: Zeigt her eure Frühbeete und teilt eure Erfahrungen mit!
Beitrag von: sunrise am 29. Januar 2019, 15:03:44
Ich habe viele Hochbeete mit abdeckung,die nehme ich natürlich auch als Winter und Frühbeet,
bis im Mai dann Tomate,Aubergine,Paprika einzug halten.
Die Abdeckungen kann ich weg machen oder auch drauf lassen,klappt sehr gut
Eigentlich sollten noch Bilder dazu
Jetzt noch eins
Titel: Re: Zeigt her eure Frühbeete und teilt eure Erfahrungen mit!
Beitrag von: thuja thujon am 29. Januar 2019, 19:32:35
@thuja thujon:

Warum hast du das Beet wieder abgebaut?
Macht hier keinen Sinn. Im Februar ists meist noch kalt oder gefroren, im April sonnig bei über 20°C. Das Zeug verkocht mir in den Beeten, Hitzestress, Schosser, rentiert nicht. Tomaten usw, die sind Mitte/Ende April gepflanzt, da brauche ich kein Frühbeet mehr.
Ich meine zum frühen Frühjahr habt ihr im Pott noch etwas mehr Nordeinfluss vom Wetter, etwas ausgeglichener und eher feuchter? Hier kommt die Wärme vom Süden den Rheingraben hochgezogen, Freiburg, Karlsruhe, Mannheim, der Rest kommt laut Apfelbütenaktion (vom SWR) meist etwas später dran und manchmal ists bis zu Köln eine ganze Woche Unterschied. Da könnte früher rausstellen im Frühbeet etwas bringen. Wenns Wetter mitspielt stelle ich die Tomaten Anfang März auf die Terasse oder den Balkon. Da muss ich noch auf Nachtfrost reagieren können. Habe ich sie im Frühbeet und es gibt 2 Tage Frost ohne viel Sonne, ist auch das durchgefroren. Die Gartenlaube neben der Terasse nicht.
Ich habe keine automatischen Fensterheber zum lüften und ich will sie auch nicht für so kleine Abdeckungen. Die stehen den Rest vom Jahr im Weg rum, dafür ist mir mein Garten zu klein.

Manchmal beneide ich Frühbeetgärtner...
Titel: Re: Zeigt her eure Frühbeete und teilt eure Erfahrungen mit!
Beitrag von: Kai W. am 31. Januar 2019, 17:06:30
Ich habe mir vor Jahren ein Frühbeet von Beckmann schenken lassen. Da habe ich im Winter die etwas empfindlichen getopften Sachen im Boden eingelassen. Sozusagen als Schutz gegen Kahlfrost, der Licht durchlässt und jederzeit Zugang zu den Pflanzen ermöglicht. Der Kasten steht schattig, die Wintersonne heizt da nichts übertrieben auf. Drin stehen Hepatica Forest Hybriden, Minihosta, Cypripedien und ähnliches. Ich glaube, das funktioniert ganz gut.
Titel: Re: Zeigt her eure Frühbeete und teilt eure Erfahrungen mit!
Beitrag von: na-na am 01. Februar 2019, 20:47:53
Danke für eure Rückmeldungen. :)
Das Wetter im Ruhrgebiet dürfte tatsächlich etwas „ausgeglichener“ sein, als im Südwesten.
Ich habe keine Ahnung, in wie weit sich der Unterschied auswirkt.
Im letzten Jahr ging alles rasant schnell, - vom Winter übergangslos in den Sommer.  :o
Für den Unterbau würde ich anstatt Holz am liebsten alte Backsteine verwenden.
Ich muss mal sehen, wo ich günstig welche herbekommen kann.
Teilweise werden solche Steine schon für 1€/ Stück angeboten.
Titel: Re: Zeigt her eure Frühbeete und teilt eure Erfahrungen mit!
Beitrag von: Lilo am 11. April 2020, 07:31:31
Ich möchte doch mal mein Frühbeet zeigen.

Ich habe es von meinem Opa geerbt. Bausätze aus Stahlbeton, Herstellungsjahr ca 1930.

Ich habe 2 davon. Sie standen einst nahe am Eingang. Ich habe sie ausgegraben und eines mit Hilfe einige Terassen höher wieder aufgebaut. Später kam ein Schneckenzaun drumrum.

Dieses Jahr habe ich in den Beeten die Wege mit Dachlatten abgegrenzt, die Dachlaten sind mit kleinen Eisen, Reststücke von einer Baustahlmatte,fixiert. Die Wegbreite ist etwas 2 cm länger als meine Füße.

(https://forum.garten-pur.de/index.php?action=dlattach;topic=64501.0;attach=699149;image)
Titel: Re: Zeigt her eure Frühbeete und teilt eure Erfahrungen mit!
Beitrag von: Lilo am 11. April 2020, 07:32:12
Letztes Jahr habe ich Doppelstegplatten von einer Überdachung erhalten und passend zurecht geschnitten.
(https://forum.garten-pur.de/index.php?action=dlattach;topic=64501.0;attach=699151;image)
Titel: Re: Zeigt her eure Frühbeete und teilt eure Erfahrungen mit!
Beitrag von: Lilo am 11. April 2020, 07:35:18
Zur Belüftung stelle ich einfach die Dachlattenabschnitte, welche von den Beetbegrenzungen übrig sind, unter.

Gießen ist ein bisschen umständlich, dazu muss ich die Platten abräumen.

(https://forum.garten-pur.de/index.php?action=dlattach;topic=64501.0;attach=699153;image)
Titel: Re: Zeigt her eure Frühbeete und teilt eure Erfahrungen mit!
Beitrag von: thuja thujon am 11. April 2020, 20:59:12
Ein sehr schöns Frühbeet. Sowas sollte man in Ehren halten.

Früher mit Fensterglas und Schilfmatten abgedeckt, heute mit Kunststoffhohlkammerplatten. Egal, das Frühbeet hätte ich auch gerne. Da würde sich sogar noch die Mistpackung rentieren.
Titel: Re: Zeigt her eure Frühbeete und teilt eure Erfahrungen mit!
Beitrag von: oile am 11. April 2020, 22:53:03
Egal, das Frühbeet hätte ich auch gerne.

Das dachte ich auch gerade.  8)
Titel: Re: Zeigt her eure Frühbeete und teilt eure Erfahrungen mit!
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 12. April 2020, 00:52:31
Egal, das Frühbeet hätte ich auch gerne.

Das dachte ich auch gerade.  8)
So eines hatte ich mal (vor 35 Jahren) Leider konnte ich es wegen eines Umzuges nicht behalten. Ich trauer dem Ding heut' noch nach.
Titel: Re: Zeigt her eure Frühbeete und teilt eure Erfahrungen mit!
Beitrag von: Nemesia Elfensp. am 12. April 2020, 01:22:24
Kürzlich fanden wir ein Angebot für passende Frühbeetfenster in 80 X 120cm. Diese passen exakt auf die Abmessungen der s.g. Palettenrahmen.
2 Palettenrahmen übereinander + 1 Frühbeetfenster = eine sehr angenehme Arbeitshöhe :)
Titel: Re: Zeigt her eure Frühbeete und teilt eure Erfahrungen mit!
Beitrag von: Cepha am 27. Mai 2021, 21:25:24
Ich hab ein "Schildkrötenhaus" von Beckmann mit ca 3mx1m, hinten 60cm, vorne 50cm.

Das Frühbeet ist teuer, aber ich habe auch vor, es vele, viele Jahre zu benutzen.

Dazu zwei automatische Öffner, die ich so modifiziert habe, dass sie bereits bei 15-18°C herum zu öffnen beginnen statt erstvbei 25°C.

Über den Winter habe ich diverse Kulturen drin wie Rettiche, Portulak, Winter-Kopfsalat, Kohlrabi. Im Frühjahr treibe ich ein paar Erdbeeren in Töpfen vor, dazu Radieschen & Co, ab März/April stehen dann diverse Anzuchten drin sowie die Tomaten, Gurken, Paprika, Süßkartoffeln usw, die dann im Mai rauskommen. Das ist auch die einzige Zeit wo ich das Frühbeet heize.

Im Sommer sind dann Melonen drin, wobei ich im Hochsommer die Deckel abmache.

Für mich ist wichtig, dass das Frühbeet hoch ist (selbst die 60cm sind eigentlich nicht hoch genug) und dass die Südseite verglast ist, denn im Winter sind die Schatten sehr sehr lange. Heute würde ich das Frühbeet wahrscheinlich selber bauenn, denn sowas was ich gut finde gibt es auf dem Markt nicht zu kaufen. Ich hätte gerne eine Firtshöhe von ca. 0,8m, eine Breite von 1m und die Südseite 80cm breit, die Nordseite 20cm. Die Südflächen viel steiler geneigt als üblich, die Nordseite evtl. weiß reflektierend und die Lüftung auf der Nordseite oben.

Mit der Verglasung aus Plexiglas Alltop bin ich zufrieden, das Zeug ist aber nicht schlagzäh, ich hab mir schon zwei Löcher reingeschlagen. dadurch, dass UV Licht ducrhkommt können die Pflanzen ohne Anpassung sofort ins Freie in die Sonne.

Nächstes Jahr bekomme ich vielelct(hoffentlich mehr Gartenfläche dazu, dann muss ich nicht mehr alles auf so wneig Platz machen.

eDie Idee ist, für das Frühbeet dann 4 Stellflächen nebeneinander zu haben und jedesmal im August/September das Ding dann an einen andere Stell zu bringen. Hab mir auch schon eine theoretische Fruchtfolge inkl. Gründüngung über die 4 Jahre ausgedacht.

Außerdem will ich dann noch ein Gewächshaus bauen, was dann den Platzbedarf im Frühbeet so ab Mai ebenfalls reduzieren wird...

Bin mal gespannt. Von der Rotation erhoffe ich mir, dass der Boden nicht so intensiv "übernutzt" wird.

MfG

Hier mal am 27. April 2019:


Titel: Re: Zeigt her eure Frühbeete und teilt eure Erfahrungen mit!
Beitrag von: Cepha am 27. Mai 2021, 21:25:55
und am 30. November 2019:

Titel: Re: Zeigt her eure Frühbeete und teilt eure Erfahrungen mit!
Beitrag von: Cepha am 27. Mai 2021, 21:33:42
und am 31. Januar 2021:

Titel: Re: Zeigt her eure Frühbeete und teilt eure Erfahrungen mit!
Beitrag von: Cepha am 27. Mai 2021, 21:46:13
So würde ich mein Frühbeet bauen:


Im Winter hat man viel mehr Licht.
Das Kondenswasser läuft an den steilen Wänden besser ab
Wenn man die Frontplatten entfernt kommt man gut ran
Der Wärmedurchgang ist reduziert.
In der Mitte hat man viel Platz und könnte im Sommer evtl sogar Paprika dort kultivieren. Im Winter oder zeitigen Frühjahr wäre dort Platz für eine Beleuchtung

Ich weiß, dass das niemand so baut. Alle mauern sich flache Sockel und legen ne Verglasung oben drauf. Entweder bin ich ein Idiot oder ein Genie... ;-)
Titel: Re: Zeigt her eure Frühbeete und teilt eure Erfahrungen mit!
Beitrag von: Ayamo am 28. Mai 2021, 10:22:11
Bei den flachen Sockeln, die man immer sieht,  ist das ganze näher an der Erde und weniger dem Wind ausgesetzt. Die Erde heizt mit, Wind kühlt aus.

Deine Skizze hat den Vorteil der Versetzbarkeit; bei den gemauerten braucht man relativ viele, um einen Fruchtwechsel ohne Bodenaustausch hinzubekommen.
Vielleicht könnte eine zweite Hülle als Windstopper helfen; geht dann allerdings ins Geld...

Nur so meine Gedanken. Ich habe keines, da ich 35 km vom Garten entfernt wohne.
Titel: Re: Zeigt her eure Frühbeete und teilt eure Erfahrungen mit!
Beitrag von: Anne Rosmarin am 28. Mai 2021, 16:43:48
Wenn die an der Nordseite nur 20cm breit sein sollen und Südseite 80cm, in der Mitte 1m breit sollen die dann die Form eines unregelmäßigen Sechseckes haben? Ich versteh den Sinn dahinter nicht so. das kostet doch einen Haufen Platz. Warum nicht rechteckig oder quadratisch?
Titel: Re: Zeigt her eure Frühbeete und teilt eure Erfahrungen mit!
Beitrag von: Cepha am 28. Mai 2021, 17:53:13
Wenn die an der Nordseite nur 20cm breit sein sollen und Südseite 80cm, in der Mitte 1m breit sollen die dann die Form eines unregelmäßigen Sechseckes haben? Ich versteh den Sinn dahinter nicht so. das kostet doch einen Haufen Platz. Warum nicht rechteckig oder quadratisch?

Ich wollte damit sagen, dass der First nicht mittig sitzt, sondern deutlich zur Nordseite versetzt. In der Skizze sieht man das ja (ist mir später eingefallen, dass ich vor Jahren mal sowas gezeichnet hatte).

Im Grunde geht es darum, dass die Verglasung auf der Südseite einen steileren Winkel als üblich hat und die Nordseite senkreht  oder sehr steil steht (ganz besonders dann, wenn an sie im Winter als Reflektor nutzen möchte)

Hier noch ganz anschaulich der Schattenverlauf in Frühbeeten über den Tages- und Jahresverlauf, wenn die Seitenwände nicht lichtdurchlässig sind:

https://samenkiste.shop-for-me.de/shop_content.php?coID=11

Ich bin nördlicher als Karlsruhe, da ist es sogar noch schlimmer.
Titel: Re: Zeigt her eure Frühbeete und teilt eure Erfahrungen mit!
Beitrag von: Cepha am 14. Januar 2022, 10:25:26
Aus einem anderen thread übernommen:

Im Winter ist frosthartes Zeug drin, so ab Mitte März herum kommt ein 50W oder 100W Heizkabel an einem Thermostat unter die wärmeliebenden Pflanzen. Das erwärmt dann deren Füße und lokal auch etwas die Luft...
Das gefällt mir gut! Da habe ich gleich noch ein paar mehr Fragen :)

Auf was stellst das Thermostat ein?
Wo misst das Thermostat die Temperatur?
Wie viel Strom verbrauchst du in einer kalten Märznacht mit deutlichen Minusgraden? (wenn das 50W 13 Stunden durchheizt, wäre das 0,65 kWh/ bei 100 W 1,3 kWh.. - das geht eigentlich..)
Hast du in so einer kalten Nacht mal die Minimaltemperatur erfasst? Luft?
Wie wählst du die Heizkabel - nach Menge der Pflanzen, nach Außentemperatur?

Ich habe schon ein Gewächshaus, allerdings selbstgebaut und daher schlecht isoliert. Wenn ich mir so ein Teil wie du es hast, da rein stelle, dürfte das ja eigentlich noch besser funktionieren, als draußen.
Einzig preislich finde ich das Beet recht teuer, ich glaube, ich gucke mal, ob ich mir so was selbst bauen kann.

So genau kann ich das alles nicht beantworten, das ist jedes Jahr ein bisschen anders.
Im Winter heize ich die letzten Jahre garnicht, als es in der Anfangszeit mal nur 1m² groß war hatte ich mal einen Winter auf -2°C geheizt und dafür 4 kWh verbraucht.

Das Heizkabel kommt rein, sobald die Tomaten, Paprika, Süßkartoffeln, Gurken, usw... Jungpflanzen rein kommen, das ist so Mitte März herum. Ich achte halt beim Umzug auf das Wetter, nicht grad bei knallender Sonne und auch nicht in oder vor einer starken Frostperiode.
Das Thermostat stand - glaube ich - letztes Jahr bei ganztägig 10°C.
Das heißt aber nicht, dass es dann nachts auch so warm darin ist.
Das Frühbeet hat eine verglaste Oberfläche von 7-8m² und die Verglasung einen U-Wert von 2,5W/m²*K. Das macht einen Heizleistungsbedarf von ca. 20W pro 1°C Temperaturdifferenz, würde man alles gleichmäßig heizen.
Bei einem 50W Heizkabel wären das somit nur 2,5°C mehr, bei einem 100W Heizkabel dann 5°C mehr. Das 50W Kabel hatte ich anfangs und denn später mal das 100W dazu gekauft. Heute verwende ich das 100W Kabel. Ich glaube, das ist 10m lang.
Es sind die hier: https://www.beckmann-kg.de/Bodenheizkabel
Ich hab mittlerweile auch noch das lange Kabel mit 300W, das soll dann in mein neues 6m² Gewächshaus kommen, auch dort habe ich dasselbe vor, nicht das ganze Haus gleichmäßig zu heizen sondern nur den Boden  und die Umgebungsluft um die Kulturen, die es warm haben wollen.

Da ich das Heizkabel aber nur unter bzw um die wärmeliebenden Pflanzen lege ist es dort wärmer als in den kühleren Bereichen. Ich kann das sogar ganz gut verteilen, um die Melonen leg ich z.B. ne extra Schlaufe rum.

Der Fühler für das Thermostat hängt irgendwo zwischen den wärmeliebenden Kulturen.

Unterm Strich klappt das bisher also schon alles ganz gut und zumindest bei mir ist es so, dass Tomaten und Paprika durchaus auch kühlere Lufttemperaturen vertragen, ohne dass ihnen das schadet, solange die Wurzeln wärmer sind und solange es keine dauerhafte Kälte ist.
Der zweite Effekt des Heizkabels ist, dass es in seinem Wirkungsbereich das Kondenswasser logischerweise fern hält, die Pflanzenblätter also auch bei dauerhaft nasskaltem Wetter so trocken bleiben
Auch dafür sind die geringen Temperaturunterschiede schon ausreichend. Sind die Blätter nicht feucht verdunstet dort weniger und es gibt höhere Blattoberflächentemperaturen.

Ich hatte sogar schon den fall (vor 2 Jahren) mit Nachtfrösten im Mai, wo die Tomaten schon so groß waren, dass ich die Wahl hatte, die Tomaten zu verbiegen um den Deckel zu schließen oder den Deckel teilweise angestellt zu lassen und bei offenem Deckel zu heizen. Ich habe dann letzteres gemacht und auch das hat gut funktioniert. Auch das hat was mit Blattoberflächentemperaturen zu tun, die sich aus Strahlungsbilanzen mit der Umgebung ergeben (man kennt das vom Eiskratzen am PKW, dort wo die Scheiben ungehindert in den klaren Himmel zeigen hat man Frost, an anderen Stellen nicht)

Ich habe den Stromverbrauch eigentlich jedes Jahr gemessen, kann mich im Moment gerade aber nicht mehr erinnern, wieviel es war. Es ist aber überschaubar und hängt eben davon ab, wie die Temperaturen so von Mitte März bis Mitte Mai sind.
Ich würde sagen in normalen Jahren läuft das Heizkabel dann vielleicht 10h/Tag, das wären bei 100W somit 1kWh am Tag und bei 2 Monaten dann 60kWh oder je nach Strompreis 15-20 Euro.

Das wäre übrigens deutlich weniger als ich aufwenden müsste, würde ich  diese 1-2m² Fläche für die wärmeliebenden Pflanzen im Haus mit Kunstlicht versorgen wollen.

Ich habe aus 2019 mal ein Bild einer kurzen Temperaraturaufzeichnung gefunden. Hier war ein Fühler zwischen den Tomaten, einer irgendwo sonstwo im Frühbeet, einer draußen und einer noch draußen in einem anderen Beet unter einer Vlies Abdeckung.
Wenn man sich die Temperarturen so anschaut, dann würde die Tomaten hier im Freien sicherlich erhebliche Wachstumsstörungen haben, während sie im Frühbeet hervorragend wachsen, obwohl das Heizkabel die 10°C nachts eben nicht immer schafft.

Man kann grob erahnen, wann das Heizkabel aktiv war, sollte das Thermostat bei 10°C gewesen sein.

---

PS: Ob ein Frühbeet im Gewächshaus Sinn macht kommt drauf an. Mir ist bei der Gemüsezucht im Winterhalbjahr sehr viel Licht wichtig (deshalb auch die Alltop Stegplatten), da wäre ein Frühbeet im Haus kontraproduktiv, vor allem wenn beide mit Polycarbonat Stegplatten o.ä. weniger lichtdurchlässigen gebaut wurden.

Wenn es aber nur darum geht, Pflanzen in Ruhephase frostfrei zu überwintern ist das sicherlich eine gute und komfortable Idee.
Möglicherweise reicht aber auch schon ein Heizkabel auf/im Boden und bei starken Frösten im Gewächshaus über die Kulturen noch ein extra Vlies drüber legen.

Selbstbau des Frühbeets wäre rückblickend schon auch eine Idee gewesen, ich hätte das aber vor allem deshalb attraktiv gefunden, wil ich mir dann ein Frühbeet mit steilem Deckel (Lichteinfall), reflektierenden Rückwand und einem hohen First hätte bauen können. Ich denke aber, die Kombi aus gut gedämmten Frühbeet und einfachem Gewächshaus dürfte auch gut klappen.

Die meisten käuflichen Frühbeete wären mir für die Winternutzung deutlich zu flach. es ist nicht gut, wenn die Blätter der Pflanzen oben anstehen und dort im Winterhalbjahr dann das Kondenswasser absammeln und Tomaten, Paprika & Co brauche im Frühjahr auch viel Platz nach oben. Wenn man einen schönen warmen April hat wachsen die dort sehr schnell.

Unterm Strich hat das gekaufte Frühbeet aber eine sehr gute Qualität, ich bin zufrieden damit und es ging ohne große Mühen aufzubauen. Für komplexere Holzarbeiten fehlt mir auch schlichtweg das professionelle Werkzeug, ich säge idR von Hand.

Spannend wäre ggf. noch die Nutzung von Pferdemist zum Heizen im zeitigen Frühjahr, aber da mein Frühbeet im Januar bisher nicht leer ist sondern idR teilweise bepflanzt entfällt diese Option bei mir.

Titel: Re: Zeigt her eure Frühbeete und teilt eure Erfahrungen mit!
Beitrag von: Cepha am 14. Januar 2022, 10:27:39
Hier noch die Temperaturaufzeichnung aus dem Winter ohne Heizung, was ich immer spannender fand (sorry, das Forum macht das Bild leider unleserlich klein. Blau ist außen, rot ist Luft innen, schwarz ist die Temperatur der Beta Solar Wasserschläuche und braun die Bodentemperatur in 2cm Tiefe)

Hier wird auch klar, dass es garnicht so viel Strom bräuchte um das frostfrei zu halten, denn die meiste Zeit bleibt es auch ohne Heizung frostfrei. Der Boden friert fast nie.

Mein Standort ist Dresden in der Stadt (ist ein Schrebergarten)


Titel: Re: Zeigt her eure Frühbeete und teilt eure Erfahrungen mit!
Beitrag von: ringelnatz am 14. Januar 2022, 19:52:34
Danke für die ausführlichen Ausführungen!
Zitat
Das wäre übrigens deutlich weniger als ich aufwenden müsste, würde ich  diese 1-2m² Fläche für die wärmeliebenden Pflanzen im Haus mit Kunstlicht versorgen wollen.
Das denke ich auch immer... bzw. tut es mir im Herzen weh, wenn man bei der schon recht intensiven Sonnenstrahlung Ende März auf Kunstlicht zurückgreift...

Zitat
Wenn man sich die Temperarturen so anschaut, dann würde die Tomaten hier im Freien sicherlich erhebliche Wachstumsstörungen haben, während sie im Frühbeet hervorragend wachsen, obwohl das Heizkabel die 10°C nachts eben nicht immer schafft.
Bei Tomaten hätte ich da auch wenig Hemmungen, bei so aufwändigen Anzuchten wie Paprika schon. Aber du scheinst selbst mit Paprika gute Erfahrungen gemacht zu haben, trotz kalter Nachttemperaturen..? Spezielle Sorten? Gehen die dann nicht sehr früh in Blüte? Wachstumsverzögerungen?

Zitat
PS: Ob ein Frühbeet im Gewächshaus Sinn macht kommt drauf an. Mir ist bei der Gemüsezucht im Winterhalbjahr sehr viel Licht wichtig (deshalb auch die Alltop Stegplatten), da wäre ein Frühbeet im Haus kontraproduktiv, vor allem wenn beide mit Polycarbonat Stegplatten o.ä. weniger lichtdurchlässigen gebaut wurden.
Da hast du mit Sicherheit recht. Bei mir ist die Situation so, dass ich vor allem die leidige Anzucht im Zimmer am Fenster verkürzen will. Da ist die Lichtsituation nochmal schlechter. Vor allem aber starker Platzmangel. Deswegen suche ich eine Möglichkeit mit möglichst geringem Energie-/Kostenaufwand die Anzucht nach draußen zu verlagern.

Zitat
Möglicherweise reicht aber auch schon ein Heizkabel auf/im Boden und bei starken Frösten im Gewächshaus über die Kulturen noch ein extra Vlies drüber legen.
Das ist wirklich mal eine sehr gute Idee - warum bin ich da nicht früher drauf gekommen...? Stattdessen habe ich mit dem Radiator im 2,30m hohen Gewächshaus geheizt und wohl vor allem das Dach frostfrei gehalten - bei 14kWh in einer frostigen Aprilnacht...
Super, danke für diesen Tipp!! ;D

Beim Nachdenken bin ich noch auf folgendes gestoßen:
Ich habe in meinem Gewächshaus die Konstruktion quasi mit "schwebenden Balken" gemacht, um Feuchtigkeit von der Konstruktion fern zu halten. Innen liegen (austauschbare) Schwartenbretter an, die zur Erdeabschließen. Aber durch den Schlitz zwischen Balken und Schwartenbrett pfeift es eiskalt durch. Von daher wohl eh sinnvoll am Boden zu heizen.
Worüber ich aber schon immer mal nachgedacht habe, sind diese schwarzen Plastikschläuche, die mit Wasser gefüllt sind, um Wärme zu speichern. Solarschläuche. Nur sind die wohl recht anfällig für Undichtigkeiten - und halt irgendwie Plastikmüll. Mir kam jetzt der Gedanke dafür vielleicht Feuerwehrschläuche zu nehmen. Damit könnte man direkt noch den Schlitz abdichten.
Naja, viele Gedanken, am Ende muss man die Sachen einfach ausprobieren. Ich danke für die tollen Anregungen!
Titel: Re: Zeigt her eure Frühbeete und teilt eure Erfahrungen mit!
Beitrag von: Cepha am 14. Januar 2022, 20:14:47
Tomaten, Auberginen, Paprika werden bei mir gleich behandelt.

Das Problem bei Paprika bei mir ist, dass ich da im Mai große blühende Pflanzen habe und sobald die ins Freie kommen wachsen die plötzlich wirklich dramatisch schlechter. Letztes Jahr hatte ich nur die Sorte Flynn angebaut, die hatte sich die Vorjahre bewährt und trug bei mir auch 2021 im Freien ganz gut. Das ist aber "nur" eine kleine Snacksorte.
Bei den großen Blockpaprika hab ich oft nur 2-3 Früchte dran, die sind dann ewig grün und mit Pech kommt der Eulenfalter, beißt mir die an und sie faulen mir weg bevor sie rot sind oder ein Sturm knickt mir den Zweig ab, usw, usf...  Die Ausbeute ist einfach schelcht und das Erntefenster klein. Die zweite Runde schafft es dann spät im Jahr garnicht mehr, reif zu werden. Grün mag ich sie aber nicht.
Spitzpaprika wachsen zwar gut, ich kenne aber keine Sorte die mir schmeckt, also für mich sinnlos. Ich esse Paprika nur roh.

Dieses Jahr versuche ich zwei Hybridsorten als Blockpaprika, die kommen aber ins Gewächshaus. Im Freien will ich neben Flynn noch rote Augsburger ausprobieren, das soll auch eine Snacksorte sein.
Flynn hat letztes Jahr sogar den Frost Anfang Oktober ausgehalten, der die Tomaten gekillt hat und bis in den November getragen. Vieleicht klappt es im Gewächshaus noch länger?

Süßkartoffeln, Gurken und Melonen bekommen die wärmsten Stellen (dort lege ich das Heizkabel dichter) bzw ich lasse mir mit denen schlichtweg mehr Zeit.

Hier sieht man, dass die Pflanzen hier Mitte April zusammen im Frühbeet aufwachsen:

Titel: Re: Zeigt her eure Frühbeete und teilt eure Erfahrungen mit!
Beitrag von: ringelnatz am 14. Januar 2022, 22:00:44
Zitat
Das Problem bei Paprika bei mir ist, dass ich da im Mai große blühende Pflanzen habe und sobald die ins Freie kommen wachsen die plötzlich wirklich dramatisch schlechter.
Ich bin wirklich nicht der Spezialist, aber soweit ich das verstanden habe, was hier bisher im Forum zu dem Thema kommuniziert wurde verhält es sich so:
Hohe Temperaturunterschiede Tag/Nacht induzieren Blütenbildung (bei Paprilka, Tomate).
Ich mag das nicht bei Paprika, weil ich gerne erst große Pflanzen hätte und dann Blüten (sonst geringer Behang), auch hier wird die 2. Runde nicht reif, auch nicht im Gewächshaus. Leider klappt meine Methode auch nicht wirklich gut, bzw. ist unterm Strich fast dieselbe - nur dass ich erst Mitte April in ein Vorzuchtzelt (mit Miniheizlüfter) ins Gewächshaus stelle. Nachts lässt es sich trotzdem nicht mit vertretbarem Energieaufwand über 12 Grad halten. Um die Blütenbildung zu hemmen, müsste man glaube ich sogar über 18 Grad (?) bleiben.
Beim Aussetzen im Freiland ist es dann auch dasselbe wie bei dir - stocken lange, kalte frühe Juninächte tun ihr übriges. Man darf sie glaub ich wirklich erst raussetzen, wenn es nachhaltig warm ist.

Wie auch immer: bei den Tomaten bin ich offener für Experimente (also doch schonmal mit Unterstützung Mitte März ins Gewächshaus pflanzen, wird dieses Jahr gemacht!), wenn der Satz ruiniert ist, habe ich noch einen Ersatz, den ich erst Anfang März säe, der dann voll durchstarten kann.
Paprika-Aussaat und Anzucht ist im Vergleich zu langsam, ich habe keinen zweiten Satz Anfang März, sondern säe alles schon im Februar.

Conclusio:
Um so etwas wie Paprika richtig gut vorzuziehen und in Fahrt zu bringen kommt man glaube ich um Indoor-Anzucht mit Lampen oder wirkliche Warmhaus-Vorzucht nicht rum. Beheizter Wintergarten am Haus wäre optimal.
Für eine deutlich frühere Tomatenernte, werde ich dieses Jahr mal in ein Heizkabel investieren. Dann guck ich mal, ob ich so eine Wasserschlauch-Speicher-Lösung nutzen kann. Und wenn ich Zeit und Lust und Geld habe, bau ich mir ein "Überstülp"-Frühbeet aus Stegplatten.

OT: schmackhafte Spitzpaprikasorten (nach meinem Geschmack): Ramiro (dünnwandig, aber süß!, groß!), Ferenc Tender (sehr lecker, aber mehr so der "würzige" Geschmackstyp)
Titel: Re: Zeigt her eure Frühbeete und teilt eure Erfahrungen mit!
Beitrag von: Aramisz78 am 17. Januar 2022, 19:00:41
Kurze Frage: was haltet Ihr von diesem Modell?

www.juwel-garden.com/biostar-1500-premium-frühbeet.html

Könnte es für Voranzucht von Einjährigen (Sommerblumen), und kälteverträgliche Gemüsejungpflanzen (Kohlrabi, Salat etc.) angewendet werden?
Ich liebäugle mit den Beckmann Schildkrötenhaus aber das ist preislich doch zu heftig. Als Versuch ob es wirklich funktioniert würde es auch gehen, oder?
Handwerklich habe ich eine "negative Begabung"  also selbstbau-was wirklich funktionieren würde- fällt aus.

Danke.

PS: Auf automatische Lüftung, Solarschläuche als Temp. Schwankungen zu minimieren, habe ich gedacht.
Titel: Re: Zeigt her eure Frühbeete und teilt eure Erfahrungen mit!
Beitrag von: ringelnatz am 17. Januar 2022, 19:26:55
Es sind dünnere Platten als bei dem Beckmann. Wahrscheinlich wird die Isolationswirkung schlechter sein.
Für Kohlrabi und Salat bestimmt trotzdem gut geeignet, die vertragen ohne weiteres auch mal etwas Frost nachts (Salat mehr als Kohlrabi).
Bei den Sommerblumen hängt es sicher von der Art ab. Was mir jetzt so spontan einfällt: Zinnien, Tagetes, Dahlien - stecken nicht so viel weg. Sonnenblumen, Sommerastern, Löwenmäulchen, Cosmea - die vetragen nach meiner Erfahrung ein bisschen mehr Kälte.
Aber wenn man schon über 250 Euro in die Hand nimmt, kann man sich ja auch noch für 30-70 Euro ein Heizkabel kaufen, dann wird man das bestimmt gut abpuffern können. ( ??? vermute ich, keine konkrete Erfahrung)

Persönlich finde ich die alle etwas teuer.. Ich habe mir für diesen Zweck (Sommerblumen, Salat, Kohlrabi) immer mit einem Regalzelt (Rotfuchs, 4 Ebenen, ca. 35 Euro) geholfen (allerdings im Kalthaus stehend), das ist deutlich günstiger, ermöglicht aber nicht die Kultur im Boden.
Titel: Re: Zeigt her eure Frühbeete und teilt eure Erfahrungen mit!
Beitrag von: thuja thujon am 17. Januar 2022, 23:20:07
Für 10% vom Preis kann man sowas sicherlich mal ausprobieren um zu erfahren, das ohne Heizung eine Isolierung nichts bringt.

Ansonsten viel zu klein für alles, was über 3 Reihelchen Radieschen und 4 Pflücksalate drüber hinausgeht. Für 280 Ocken müsste es Jahrzehnte halten um sich halbwegs zu rentieren, das tut es nicht, nach 3-5 Jahren sind diese Billigdinger Plastikschrott.

Pferdemist, Doppelglasfenster, das wird eher was.
Oder Wintersalatsorten aussäen (Maikönig usw) und hoffen das der Winter mitspielt bzw. für den Notfall Vlies bereithalten.
Einjährige Sommerblumen: wenn man eine gute Erde bei der Anzucht benutzt, kann man auch 2-3 Wochen rausholen gegenüber verhockten Hungerkrepeln in ungeeignetem Substrat.
Titel: Re: Zeigt her eure Frühbeete und teilt eure Erfahrungen mit!
Beitrag von: Aramisz78 am 18. Januar 2022, 13:35:44
Danke für eure Meinungen.

Da ich Gemüse schon auch so fast ganzjährig anbaue (gestern die letze Radieschen ausgezogen als Beispiel ;) ) wollte ich vor allem für die Voranzucht nutzen. Der Hersteller gibt drauf zehn Jahre Garantie, deshalb dachte ich dass es robuster ist. 

Wenn ich ein Kalthaus hätte bräuchte ich den nicht. ;)

Na dann muss ich weiterschauen.
Danke nochmal.
Titel: Re: Zeigt her eure Frühbeete und teilt eure Erfahrungen mit!
Beitrag von: SemiBoes am 18. Januar 2022, 18:31:46
Hallo! Ich habe ein 130€ Beet aus dem Baumarkt, Doppelstegplatten, nur 1 m lang. Das ist nicht so spannend.

Haben es mit einem automatischen Fensteröffner nachgerüstet (von A..., den Öffner auf einen Holzpflock montiert und so unter den Deckel gesteckt, dass er diesen aufdrückt).

Außerdem benutzen wir es als Mistbeet. Im Herbst wird das Beet 3/4 bis 1/2 m tief ausgeschaufelt. Da arbeitet es sich leichter. Jetzt dann mal kommt frischer Pferdemist mit Stroh vermischt unten rein. Dann eine gute Schicht Erde/Kompost. In 6 Wochen benutze ich es zum Zwischenlagern der Kohlrabis, schnelle Karotten, Radieschen, etwas Salat und was auch immer etwas Kälte erträgt und bis Mitte Mai entweder erntereif ist oder verpflanzt worden ist.

Dann kommen Melonen rein. Der Deckel wird sobald nötig entfernt.

Gewächshaus habe ich leider keines. Melonen sind hier ein Glücksspiel, aber im Kasten wahrscheinlich besser als ohne.

Im Herbst wird fabelhafte Erde sonst wo verteilt und das Spiel beginnt von neuem.

LG, Dani
Titel: Re: Zeigt her eure Frühbeete und teilt eure Erfahrungen mit!
Beitrag von: Cepha am 19. Januar 2022, 03:12:32
Kurze Frage: was haltet Ihr von diesem Modell?

www.juwel-garden.com/biostar-1500-premium-frühbeet.html

Die Dicke der Stegplatten ist nicht sooo wichtig, so lange sie über einen guten UV-Schutz verfügen (idealerweise beidseitig), solange die Kanten abgedichtet sind und solange die Platten idealerweise an allen Kanten stabil eingefasst sind Auch meine Frühbeete mit dem 16mm Stegplatten kühlen ohne Heizung schnell aus und der Unterschied zwischen 8mm Stegplatten und 16mm Stegplatten in der Dämmwirkung ist garnicht so groß.

Der Aufbau beim Juwel scheint angeblich(!) schnell zu gehen, beim Beckmann Frühbeet war ich schon mehrere Stunden beschäftigt.
Zum Biostar 1500 gibt es eine Amazon Rezension, wo der Autor schreibt, dass seins nun 20 Jahre alt ist und immer noch gut funktioniert.
Vom Format her tut man sich bei 80cm Tiefe mit dem Bearbeiten vermutlich leichter als bei 107cm Tiefe beim Beckmann. Ob 50cm Höhe reichen hängt davon ab, was man darin anziehen will. Die Befestigung des automatischen Öffners an den Stegplatten finde ich sehr billig gemacht, das gefällt mir auf den Bildern nicht so.
Preislich wollte ich grad schreiben, dass das Beckmann Frühbeet mit 120cm x 107cm in Polycarbonat auch nicht teurer ist, aber offenbar haben die dort erst in den letzten Tagen die Preise für ihre Frühbeete sehr drastisch erhöht. :-(

Das zieht sich scheinbar durch den ganzen Markt und über alle Marken hinweg. Z.B. das Gewächshaus, für das ich im November noch 1150 Euro bezahlt hab kostet jetzt mal eben 1600 Euro.
Titel: Re: Zeigt her eure Frühbeete und teilt eure Erfahrungen mit!
Beitrag von: SemiBoes am 23. Januar 2022, 16:16:59
Hab heute mein Mistbeet aufgesetzt. Das darf jetzt ein paar Wochen gären und wird dann mit einer Mischung aus Saaten und Setzlingen bestückt.
 
Titel: Re: Zeigt her eure Frühbeete und teilt eure Erfahrungen mit!
Beitrag von: thuja thujon am 24. Januar 2022, 10:06:29
Die Knöddel sehen gut aus, das könnte schön warm werden.
Titel: Re: Zeigt her eure Frühbeete und teilt eure Erfahrungen mit!
Beitrag von: SemiBoes am 12. Februar 2022, 18:44:51
Hab heute die vorgezogenen Kohlrabi, Brokkoli, Karfiol und Sommerlauch ins Mistbeet ausquartiert.

Nach dem Foto noch mit Schneckenkorn gemulcht.  Vielleicht hat etwas eine Chance.  :-\

LG, Dani
Titel: Re: Zeigt her eure Frühbeete und teilt eure Erfahrungen mit!
Beitrag von: Cepha am 12. Februar 2022, 21:48:26
Ist es durch den Mist denn warm geworden?

Hast Du ein Foto von den Pflanzen?

Wie hast Du die angezogen und abgehärtet?

Bisher war der Februar ja bisher recht mild und scheint es auch weiter zu bleiben (ein Glück für Deutschland, sonst würden nämlich langsam die Licht ausgehen), aber ganz durch ist der Winter ja noch nicht, der März kann vereinzelt bei uns auch nochmal richtig kalt werden.
Titel: Re: Zeigt her eure Frühbeete und teilt eure Erfahrungen mit!
Beitrag von: ringelnatz am 03. April 2022, 21:25:36
Möglicherweise reicht aber auch schon ein Heizkabel auf/im Boden und bei starken Frösten im Gewächshaus über die Kulturen noch ein extra Vlies drüber legen.

Für die weitergehende Vorzucht wollte ich ja eigentlich weg vom Fenster in der Wohnung verbauen, habe mit Türangeln und Haken Bretter vor die Balkontüren gehängt.. sieht recht unstabil aus und nervt, weil man nicht einfach so die Balkontüren öffnen kann.

Meine Idee war, ein beheiztes Frühbeet zu schaffen, um die Jungpflanzen sobald es geht aus der Wohnung rauszukriegen. Draußen ist selbst bei bewölkten Tagen die Lichtintensität am besten, verglichen mit Fensterbrett. Dazu habe ich mir jetzt nen Frühbeetkasten ins Gewächshaus gestellt, 10m 100W Heizkabel auf dem Boden verlegt und eine Vliesabdeckung drüber gelegt.
Letzte Nacht: Außentemperatur -4,8°C, unterm Vlies im beheizten Frühbeet 1,8°C... >:( das reicht nicht.. werde jetzt evtl. noch einen Versuch mit Doppelstegplatte als Abdeckung machen.
Titel: Re: Zeigt her eure Frühbeete und teilt eure Erfahrungen mit!
Beitrag von: Cepha am 05. April 2022, 22:06:46
Hier der Temperaturverlauf in meinem Frühbeet vs im Freien (das ungeheizte Gewächshaus aus dem Titel habe ich hier erstmal weggelassen, damit es nicht verwirrt).

Man erkennt vier Phasen.

Vis zum 14.3. wurde nicht geheizt, der Temperatursensor stand im frühbeet herum.

Vom 14.3. bis 21.3 war das Thermostat auf 11°C/12°C (Einschalt- und Ausschalttemperatur) eingestellt und der Semsor kam unter eine weiße Haube und stnd im Schatten zwischen den Tomaten.

Vom 21.3. bis 28.3. stand der Sensor unter der haube wieder etwas "sonniger". weil ich die Tomaten weiter auseiander setzte und das themrostat hatte ich auf 9°C/10°C reduziert.

Ab dem 29.3 hatte ich das Thermostat wegen der bevorstehenden kalten und trüben tage doch wieder auf 11°C/12°C erhöht.

Man sieht bei starkem frost, was das Heizkabel schafft und was nicht. das Frühbeet mit 3m² Grundfläche hat etwas über 7m² "Glasfläche".

Mit dem Sensor teilweise in der Sonne zeigt er höhere Temperaturen an als im Schatten, das ist evtl. noch nicht perfekt. Andererseits stehen die Pflanzen aber auch in der Sonne.

Der Heizwärmebdarf im gezeigten Zeitraum lag bei etwas über 20kWh.

MfG

PS: Für die an Details Intersssierten.

Anfangs war das heizkabel nur auf 1m2 ausgelegt. Am 20.3. war es darußen bis -3,2°C kalt, im Bereich des heizkabels konnten +8,0°C gehalten werden.
später war das heizkabel dann auf 2m² verteilt. Am 3.4. war es draußen -1,9°C kalt, dort konnten noch +7,1°C gehalten werden.

Das ist mit 100W ein Delta T von 11,2°C auf 1m² und ein Delta T von 9°C auf 2m²

Vom Wärmedurchgang her habe ich 7m² mit einem u-Wert von 2,5W/m²*K  auf über 7m2+ Undichtigkeiten und Alu, man würde also eher 20W pro 1°C vermuten. Andereseits hilft der erwärmte Boden beim heizen ja noch mit, man sieht das in der unbeheizten Zeit, dass das auch ein paar Grad bringt.

Insgesamt ist so ein Frühbeet schon recht sparsam zu beheizen. 1m² oder gar 2m² im Innenraum mit Kunstlicht zu beleuchten wäre in dieser Zeit bei diesem Wetter weitaus energieintensiver. Solange die Tage warm sind könnte man nachts auch etwas tiefer gehen mit dem Temperaturen, aber ich hab keine Zeit, das im Schrebergarten täglich neu zu beobachten und einzustellen.

MfG

 
Titel: Re: Zeigt her eure Frühbeete und teilt eure Erfahrungen mit!
Beitrag von: Cepha am 05. April 2022, 22:37:49

Letzte Nacht: Außentemperatur -4,8°C, unterm Vlies im beheizten Frühbeet 1,8°C... >:( das reicht nicht.. werde jetzt evtl. noch einen Versuch mit Doppelstegplatte als Abdeckung machen.

Wie groß ist denn die mit Vlies bedeckte und beheizte Fläche im Gewächshaus und welche Glas(!)fläche hat Dein Gewächshaus?

Mit nur 100W Heizleistung immerhin 6,6°C Differenz geschfft ist doch schon mal was, mit 200W hätte es vielleicht schon für 11°C Temperturdifferenz gereicht und damit für rund +6°C unter der Abdeckung und das wäre vermutlich schon gut genug für den Tiefpunkt.

Um hingegen ein ganzes Gewächshaus mit 6mm Stegplatten (u-Wert = 3,6W/m²*K) mit sagen wir mal 30m² Glasfläche bei -4,8°C auf +6°C zu bringen bräuchte es theoretisch schon 3,6W/m²*K * 10,8K * 30m² = 1166W Heizleistung, also fast das Sechsfache!

MfG