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Pflanzenwelt => Obst-Forum => Thema gestartet von: b-hoernchen am 05. August 2017, 20:56:34

Titel: Marssonina bei Äpfeln
Beitrag von: b-hoernchen am 05. August 2017, 20:56:34
Marssonina bei Äpfeln - die neue Blattfallkrankheit.

Für Basisinformationen verweise ich auf den Wikipedia-Artikel:
https://de.wikipedia.org/wiki/Marssonina-Blattfallkrankheit
- allerdings sind durchaus nicht nur moderne Apfelsorten betroffen. Derzeitig offenbart ein Blick auf die Hochstämme in den Gärten in meiner Gegend erschreckend viele alte Bäume mit fleckigen, sich gelb verfärbenden Blättern.

Analog zum Faden "Taphrina deformans - Kräuselkrankheit bei Pfirsichen" stelle ich das Thema hier ins Obstforum und nicht ins Pflanzengesundheitsforum, weil es neben neben der Frage womit und wann man behandeln soll hauptsächlich auch um sortentypische Empfindlichkeit gehen soll - also um die Frage "welche Sorten sind resistent, wenig anfällig, sehr anfällig".

Daneben sind natürlich auch Tipps und Beobachtungen willkommen, wann welche Maßnahme die besten  Erfolge aufweist - das mag vielleicht auch je nach Witterung und Jahr zeitlich etwas variieren, weshalb hier auch Erinnerungshinweise gepostet werden mögen.

LG
b-hoernchen
Titel: Re: Marssonina bei Äpfeln
Beitrag von: Malus sieversii am 05. August 2017, 21:08:15
Das Thema ist nicht neu.
Ein sehr geschätzter Kollege aus der Schweiz hat seine Erfahrungen auf seiner Website veröffenticht.
https://www.hochstammobst.ch
Titel: Re: Marssonina bei Äpfeln
Beitrag von: strohblume am 06. August 2017, 13:42:43
Ein schöner Link,hat hier jemand die Apfelsorte Abrika?
Titel: Re: Marssonina bei Äpfeln
Beitrag von: b-hoernchen am 06. August 2017, 14:26:59
Ja, danke Malus s.; zuerst musste ich einmal etwas suchen - aber unter "Geeignete Obstsorten" ist eine Liste zu finden, die in den meisten Fällen auch Angaben zur Marssonina-Anfälligkeit macht.

(Wobei ich schon etwas sonderbar finde, dass zum "Muolener Rosen" zu lesen ist: "... Erntezeitpunkt Anfang Oktober ... Wie wertvoll diese Sorte ist, zeigte sich 2017, wo grossflächig schwerste Schäden durch Blütenfrost aufgetreten sind. An verschiedenen Standorten brachten einzig Muolener Rosen einen Vollertrag!" - Das weiß das Verfasser bereits jetzt, Anfang August 2017?!)

Abgesehen davon kann ich in meinem eigenen Garten einige der Angaben bestätigen: Eine angebliche Goldparmäne war vor ca. drei Jahren der erste Baum, der im Hochsommer fleckige Blätter bekam. Auch aus anderen Gründen wurde der Baum entsorgt, bevor er erste Früchte getragen hat, die Sorte wurde also nicht wirklich verifiziert.

Als nächstes verlor meine als "Retina" gekaufte "Relinda" 2015 im September alle Blätter. Ich kann mich nicht mehr erinnern, ob die vorher die typische Sprenkelung bekamen - sie wurden irgendwie grau und vertrockneten, dann fielen sie ab.
Letztes Jahr und dieses Jahr habe ich bei Relinda im Frühjahr bzw. Frühsommer  Duaxo-Prophylaxe gemacht. Angeblich soll man nach stärkeren Regenfällen zu diesem Zeitpunkt spritzen - dieses Jahr fiel die Prophylaxe zusammen mit der dritten BGR-Spritzung auf den 23. 05.
Und angeblich - ich weiß die Quelle nicht mehr - soll es sogar reichen, das alle zwei Jahre mal zu machen.
Wer weiß mehr  dazu, hat Erfahrungen? Wie sieht es mit Alternativen zu Duaxo aus - würde auch Netzschwefel helfen?

Jedenfalls ist Relinda letztes Jahr und heuer bis jetzt ohne Befall gewesen.

Sonderbarerweise steht 200m die Straße hinauf ein angeblicher Jonathan (Vorfahr von Undine und damit Relinda) völlig gesund da. Ich denke, der Besitzer spritzt nicht (muss mal fragen).

Aktuell sprenkeln sich bei mir die Blätter bei einer weiteren modernen Sorte (gekauft als "Pinova", ist aber was anderes - relativ ähnlich wie Retina, aber nicht ganz so gut aromatisch) - und beim Roten Berlepsch.

Der Befall beginnt aus dem Inneren und den unteren Partien der Bäume bei den älteren, beschatteten Blättern.

Wird man anfällige Sorten überhaupt noch als Hochstämme ohne Pflanzenschutz halten können?

Bestätigen kann ich die in M. s. link genannte Gesundheit französischer Sorten - davon habe ich ein paar alte im Garten: "Patte de Loup", "Court Pendu Gris" und "Fenouillet Gris" haben einzigartig gesundes Laub ohne jede Behandlung.

Auch Adersleber Kalvill (genannt im link) und Signe Tillisch zeigen bis jetzt keine Sprenkelung.

Wie sieht's bei euch aus?

Titel: Re: Marssonina bei Äpfeln
Beitrag von: Malus sieversii am 06. August 2017, 16:48:08
Bezüglich Muolener Rosen kann ich übrigens bestätigen.
Die Sorte zeigte sich von dem Frost im Frühjahr 2017 scheinbar unbeeindruckt und auch bei mir ist, wenn nicht noch ein Unglück geschieht, mit nahezu Vollertragzu rechnen.
Titel: Re: Marssonina bei Äpfeln
Beitrag von: Isatis blau am 06. August 2017, 19:20:16
Relativ unempfindlich sind bei mir der Bittenfelder und die Gewürzluike, die sich vom Frost im Frühjahr ebenfalls unbeeindruckt zeigt.

Anfällig sind Berlepsch, Rheinischer Bohnapfel, Böblinger Straßenapfel, Brettacher, Hauxapfel, Piros ist deshalb bereits verschieden und so lala ist der Jakob Fischer und Geheimrat Oldenburg.

Gefällt habe ich einen Zierapfel Royalty, der hatte die Krankheit extrem, die Flecken kamen schon Ende Mai Anfang Juni, auch am gespritzten Baum. Relativ unempfindlich ist ein unbekannter Zierapfel, den ich als Rudolph gekauft habe ( Artländer Pflanzenhof ), der aber was anderes ist.

Ansonsten hat das Spritzen gut geholfen. Wichtig ist, dass die Bäume regelmäßig geschnitten werden, alte vergreiste Triebe wachsen gar nicht mehr. Da hat man dann bis in die Spitzen Moos.
Titel: Re: Marssonina bei Äpfeln
Beitrag von: Wurmkönig am 07. August 2017, 20:23:39
Ich habe ja bis auf Cox Orange und Goldparmäne nur "moderne" Äpfel. Hier im Bodenseegebiet ist die Krankheit an ungepflegten Bäumen in direkter Nachbarschaft sehr verbreitet und auch meine sind befallen. Das Werdenberg Bäumchen direkt neben bzw. unter einem Achorn am stärksten. Letztes Jahr hatte es Ende August kaum noch Blätter. Heuer habe ich im Frühjahr 2 x mit Myco-Sin behandelt, bald nach dem Austrieb. Heuer ist es aber deutlich besser, nur ganz vereinzelt mal ein Blatt.

Ob es an dem Mittel liegt oder am wärmeren Sommer kann ich nicht sagen. Hier ist es aber prinzipiell sehr feucht, besonders im Sommer.
Titel: Re: Marssonina bei Äpfeln
Beitrag von: b-hoernchen am 08. August 2017, 20:39:44
... Piros ist deshalb bereits verschieden ...
Das ist einer meiner Lieblingsbäume - und furchtbar!

Ansonsten hat das Spritzen gut geholfen.
Wenn ich mich recht entsinne, spritzt du mit Myclobutanil direkt in die offene Blüte - richtig?
Vielleicht müsste man doch noch einmal über den optimalen Zeitpunikt für eine Behandlung reden?
Titel: Re: Marssonina bei Äpfeln
Beitrag von: Isatis blau am 08. August 2017, 21:16:42
Ich habe abwechselnd mit Myclobutanil und Fenoconazol gespritzt. Das mit der offenen Blüte kam daher, dass ich zuerst Monilia an meinen Bäumen vermutet habe. Vermutlich habe ich eine Kombination aus Monilia und Marssonina an meinen Bäumen. Jedenfalls hat die Behandlung gegen Monilia auch gegen die Marssonina geholfen. Nachdem 2014 sehr nass war und mehrere Bäume in der Nachbarschaft kahl, habe ich 2015 mehrmals gespritzt. 2016 und 17 hatte ich nicht so viel Zeit, da musste ein Mal Spritzen reichen.

Piros hat bei uns keiner gegessen, weil zur gleichen Zeit erste Birnen reif sind und die lieber gegessen werden.
Titel: Re: Marssonina bei Äpfeln
Beitrag von: b-hoernchen am 18. August 2017, 22:00:36
Da wisst ihr also gar nicht, was euch entgeht, wenn ihr keinen Piros mehr habt!
Ich mache mir gedanklich eine Notiz, nächstes Jahr möchte ich den Piros in mein vorbeugendes Spritzprogramm gegen Marssonina mit aufnehmen. Und Duaxo bunkern, solange es noch geht!

Hier ein Foto, heute gemacht von einem Hochstamm aus der Nachbarschaft:

(http://www.bilder-upload.eu/thumb/8b90f4-1503085916.jpg)

(Vielleicht ist das Desaster mit der Zoom-Funktion besser zu sehen)
Dürfte deutlich über 50 Jahre alt sein, der Baum. Jedenfalls ist für Infektionsquellen gesorgt... .

Das Werdenberg Bäumchen direkt neben bzw. unter einem Achorn am stärksten. Letztes Jahr hatte es Ende August kaum noch Blätter. Heuer habe ich im Frühjahr 2 x mit Myco-Sin behandelt, bald nach dem Austrieb.
Lubera's Werdenberg zeigt bis jetzt bei mir ein einziges gelb-sprenkeliges Blatt.
Weißt du noch etwa das Datum, wann du behandelt hast, Wurmkönig? Richtest du dich da nach dem Witterungsverlauf, also etwa "spritzen nach stärkeren Regenfällen"?

Und wie sehen eure Gravensteiner aus? Ist der marssoninafest?
Titel: Re: Marssonina bei Äpfeln
Beitrag von: knoepfle am 28. August 2017, 21:36:38
Wenn man hier durch die Obstwiesen geht, dann haben die allermeisten Apfelbäume gelbe Blätter. Bei einigen siehts schlimm aus, bei einigen ist es unerheblich.

Am Sonntag hab ich bei einigen im Lauf der letzten Jahre gepflanzten Apfelbäumen nachgeschaut, bei denen ich die Sorten vom Etikett her kenne. Schlimm siehts aus bei Zabergäurenette und Rebella. Die untere Hälfte der Krone ist blattlos (sie stehen sehr windgeschützt, das könnte eine Rolle spielen). Daneben Schöner von Wiltshire (dem es an sich dort überhaupt nicht gefällt) hat praktisch nichts. Etwas luftiger stehen Winterrambour, Danziger Kantapfel, Gewürzluike und ein Echter Winterstreifling. Einzig die Gewürzluike hat einige gelbe Blätter - wenn die abfallen fällt das überhaupt nicht auf. An einer sehr luftigen Stelle steht eine Resi, bei der nichts auffällt, direkt neben einem alten vermutlichen Jonagold, der mittlerweile schon die meisten Blätter verloren hat und herbstlich wirkt.
Titel: Re: Marssonina bei Äpfeln
Beitrag von: b-hoernchen am 28. August 2017, 21:47:45
Das sind interessante Beobachtungen, knoepfle!
Was du über den Gewürzluiken schreibst, steht in diametralem Gegensatz zu den Erfahrungen von Isatis blau - standortabhängig oder eventuell eine Sortenverwechslung? Interessant auch, dass du die Zabergäu-Renette als anfällig beschreibst; ich glaube, es war cydorian, der sie nicht anfällig nannte.

Scheint also gar nicht so einfach, wirklich konsistente Beobachtungen über eine Sorte zu finden. Aber um so wichtiger, dass sich die Leute mit ihren unterschiedlichen Erfahrungen melden.
Titel: Re: Marssonina bei Äpfeln
Beitrag von: thuja thujon am 28. August 2017, 22:16:00
Der Gewürzluiken ist so dicht belaubt, dass der halbe Trieb nackig sein kann und man sieht es nicht, weil die vorzeitigen Verzweigungen alles mit ihren jüngeren Blättern überdecken.

Hier steht ein Jonagold, ohne jeglichen Pflanzenschutz, mitten im Rasen, gedüngt, gewässert, wächst wie blöde, aber im Maß, die Vitalität auch wegen `Oeschbergschnitt´. Der steht jedenfalls voll im Saft, hängt voll mit (angestochenen und angepickten) Früchten, die Trieblänge ist ein vielfaches im Vergleich zu den kurzen Spiessen auf dem Nachbarschaftsfoto von b-hörnchen.
Da rieselt auch mal ein Blatt von der Triebbasis, aber defintiv kein aufkahlen und von 30 Blättern 2 weniger ist verschmerzbar.

Ein vergleichbares Bild zeigen auch alle anderen Äpfel hier: alles was gut im Wuchs steht, zeigt nur wenig gelbe bzw abgefallene Blätter.
Vieles ok, kein Schorfjahr, Mehltau auch nicht so richtig, ältere Blattlausschäden ja, von kurz nach dem Spätfrost, aber alles in allem noch gutes und viel Laub.
Alles was Trockenschäden hat, die letzten Jahre ausgemergelt wurde oder noch nie richtig vom Fleck kam, ist ein Trauerspiel.

Ich denke solange Bäume nicht genügend gepflegt werden, bleiben sie anfällig, nicht nur für Marssonina.
Titel: Re: Marssonina bei Äpfeln
Beitrag von: Isatis blau am 29. August 2017, 22:08:33
Ich habe mich schon selbst gewundert, warum meine Gewürzluike so gesund wirkt. In der Nachbarschaft gibt es Gewürzluiken, die ganz und gar nicht gut aussehen. In den wenigen Artikeln über die Marssonina wird die Gewürzluike als anfällig beschrieben.

Mein Baum ist etwa 20 Jahre alt und wächst sehr stark. Die kränkelnden aus der Nachbarschaft sind älter und seit Jahrzehnten nicht mehr geschnitten.

Bäume, die stark wachsen, weil sie geschnitten werden, wirken gesund. Deshalb denke ich, dass schneiden und spritzen gegen die Krankheit helfen.
Ohne regelmäßige Pflege dürften Baumwiesen in ein paar Jahren Geschichte sein.
Titel: Re: Marssonina bei Äpfeln
Beitrag von: knoepfle am 31. August 2017, 20:34:14
Ob die Sorten wirklich stimmen, kann ich nicht beurteilen - ich hatte bisher aber keinen Anlass, daran zu zweifeln.

Der vermutliche Jonagold und die Zabergäurenette haben dieses Jahr stärker unter der Trockenheit gelitten als die anderen genannten. Wenns nach der Vitalität gehen würde, müsste die Zabergäurenette besser dastehen als der Wiltshire daneben, bei dem ich schon froh bin, dass er nicht rückwärts wächst.

Mir wär auch lieber, ich würde cydorian bestätigen, weil die sich an dem trockenen Standort bisher recht wacker geschlagen hat.
Titel: Re: Marssonina bei Äpfeln
Beitrag von: b-hoernchen am 31. August 2017, 21:01:20
Ich denke auch, dass tt Recht hat, vitales Wacstum ist das A und O!
Mein Piros auf M26, dem ich mit 60 Äpfeln wohl ein bisschen zuviel zugemutet habe, pfeift wie ein Marathonläufer aus dem letzten Loch. Aber er ist dieses Jahr kaum gewachsen, letztes Jahr mit Sommerschnitt noch auf Mehrertrag (sacra fames pomorum!) getrimmt, heuer die Trockenheit nach den Wintereinbrüchen im Frühjahr - erst im August hat es zu regnen begonnen! Und ich habe das Bewässern auf die lange Bank geschoben. Jetzt hat er Marssonina, zum ersten Mal deutlich. Ich hoffe, es wird nicht allzu schlimm. Dicke, starke Leitäste zurückschneiden im Winter, das habe ich mir vorgenommen - und lieber auf etwas Ertrag verzichten

Dagegen der Jonathan 150 Meter die Straße hinauf - steht da wie eine 1! Ich habe den Besitzer gefragt -- er hat nichts gespritzt, aber im Winter durch Rückschnitt den Austrieb angeregt, im Frühjahr und Sommer gewässert. Der Baum trägt und ist triebig.

In diesem Sinne werde ich mir das mit dem Sommerschnitt in Zukunft besser 2 mal überlegen. Und bei der Unterlagenwahl vielleicht eher auf M26 denn M9 zurückgreifen... . Mein Liberty (laut Katalog auf MM111 - aber haha, Gartenshopmärchen...) ist jetzt mit 1,7 Metern so gut wie ausgewachsen, ich würde sagen, der steht auf M9 oder sogar noch was Schwächerem. Da kann ich nichts machen ... also ich könnt' ihn natürlich köpfen und dann wieder 4 Jahre warten, bis er gut anderthalb Meter hat. Der hat auch Marssonina und dem geht es wie einem Lastwagen mit Mofamotor... .
Titel: Re: Marssonina bei Äpfeln
Beitrag von: thuja thujon am 31. August 2017, 21:18:38
Ich verlinke mal ein 5,8MB pdf.
Es geht um Wurzelentwicklung und Vitalität.
Ich fands spannend.

https://www.lwg.bayern.de/mam/cms06/analytik/dateien/vortrag_netzwerk_klimab%C3%A4ume_wurzel_als_pdf-datei.pdf

Zusätzlich bin ich der Meinung, nur weil einzelne Bäume nicht vom Fleck kommen und krank werden, sollte man deswegen keine Sorten oder Unterlagen als nicht geeignet abstempeln.
Oft ists einfach der Baum selbst, der den Erfolg verhindert. Pflanzt man die selbe Sorten-Unterlagen-Kombi nochmal, sieht der Baum oft ganz anders aus. Deswegen bin ich sehr vorsichtig was Aussagen zu Sorten angeht.

Ich habe hier 2 Berlepsch nebeneinander auf M9. Der eine 1,8m, Krücke. Der daneben 2,7m nach Rückschnitt, weil er wächst wie blöd. Waren beide im Container angezogen, der eine konnte später rauswurzeln, der andere ist auch nach über 5 Jahren ausgepflanzt immernoch gefangen.
Solche und ähnliche Beispiele gibts hier in der Gartenanlage zur Genüge. oft werden sie nicht als solche Erkannt, weil jeder nur einen Baum pro Sorte hat und deswegen erstmal der Vergleich fehlt
Titel: Re: Marssonina bei Äpfeln
Beitrag von: b-hoernchen am 03. September 2017, 14:24:59
Ich denke, das mit der Anfälligkeit für Marssonina ist durch eine Reihe von Faktoren bedingt:

Da wäre zum einen mal eine sortenspezifische Empfindlichkeit - wo sich nur aus einer Vielzahl von Fällen ein schlüssiges Bild ergeben mag, deshalb bin ich für jede Meldung hier dankbar.

Dann natürlich die individuelle Wüchsigkeit der Pflanze, was durch Unterlage, die Qualität der Verwachsung mit der Unterlage, eventuelle weitere Schädigung durch Virosen , Wühlmäuse..., Standortfaktoren ("die Lage" - Boden, Klima), Pflege (Schnitt, Wässerung), Alter des Baums, Witterungsverlauf im Jahr etc. beeinflusst wird.

Genauso, wie auch die Anfälligkeit für Schorf variiert - aber mittlerweile sind die anfälligen Sorten bekannt und ebenso, wie Schaden begrenzt werden kann.

Wenn man nicht mal anfängt, sich ein Bild zu machen, werden wir in 10 Jahren noch nicht wissen, woran wir in Sachen Marssonina sind... .
Titel: Re: Marssonina bei Äpfeln
Beitrag von: thuja thujon am 03. September 2017, 22:03:21
Da gebe ich dir recht.
Ich denke hier läufts ähnlich wie bei Birnengitterrost.
Im Erwerbsanbau kein Problem, weils mit den gängigen Fungizidbehandlungen mit erfasst wird. Im Ökoobstbau das selbe, selbst diese Spritzfolgen wirken ausreichend.
Die haben ja nun auch schmerzlich gelernt dass ein resistenter Topaz nicht ohne Fungizid auskommt, wenn man für den Markt produzieren will.

So entsteht kein nennenswerter akuter Schaden für den Obstbau, keine vertiefende Forschung deswegen, kann kein Bundesland aus den leeren Töpen finanzieren.
Streuobst mag auf der Strecke bleiben, Hobbygärtner auch auf sich alleine gestellt.

Schade. Wer nicht mitgehen kann, entwickelt sich zurück.

Als letzte Arche bleiben die verrückten wie wir...
Titel: Re: Marssonina bei Äpfeln
Beitrag von: b-hoernchen am 01. Oktober 2017, 11:11:01
Hier Bilder von "Schöner aus Wiltshire", aufgenommen am 29. September:

(http://thumbs.picr.de/30511580mn.jpg) (http://thumbs.picr.de/30511581ef.jpg)
Titel: Re: Marssonina bei Äpfeln
Beitrag von: b-hoernchen am 01. Oktober 2017, 11:29:17
Und hier ein paar Eindrücke aus der "Avenida der kaputten Äpfel" (einer kleine Dorfstraße mit älteren Apfelbäumen in den Gärten):

(http://thumbs.picr.de/30511683qn.jpg) (http://thumbs.picr.de/30511684sy.jpg) (http://thumbs.picr.de/30511687nz.jpg) (http://thumbs.picr.de/30511686sq.jpg)
Titel: Re: Marssonina bei Äpfeln
Beitrag von: b-hoernchen am 01. Oktober 2017, 11:33:34
Und so sieht der Weiße Winterkalvill aus:

(http://thumbs.picr.de/30511790bj.jpg) (http://thumbs.picr.de/30511792lu.jpg)


Titel: Re: Marssonina bei Äpfeln
Beitrag von: thuja thujon am 01. Oktober 2017, 21:42:37
Ich würde als lebenserhaltende Maßnahme nächstes Jahr mal ein paar Schorfbehandlungen machen.

Es kann nicht der Sinn sein, solche Bäume (evtl auch die letzten Veteranen einer Sorte) auszuhungern, bis Brennholz draus wird.
Titel: Re: Marssonina bei Äpfeln
Beitrag von: JörgHSK am 01. Oktober 2017, 21:58:09
schlimm darüber zu lesen. Habe ich noch nicht gesehen hier. Kann mir jemand sagen wie weit die Krankheit in D schon gekommen ist?
Titel: Re: Marssonina bei Äpfeln
Beitrag von: Isatis blau am 01. Oktober 2017, 22:09:20
In Baden-Württemberg, Saarland und Nordrhein-Westfalen habe ich schon kranke Bäume gesehen. Gestern haben wir einem Nachbarn, der gesundheitlich nicht kann, drei Bäume gefällt, darunter auch Äpfel. Die waren vollkommen dürr und keine alten Bäume.

Inzwischen sieht man immer öfter abgestorbene Apfelbäume.
Titel: Re: Marssonina bei Äpfeln
Beitrag von: thuja thujon am 01. Oktober 2017, 22:44:41
Hier in Rheinland-Pfalz (Oberrheingraben) ist sie auch.

Wenn ich mir Rewena so angucke, gehört der mit zu den am meisten kranken Kandidaten. Die Pi´s sind weniger schlimm dran.
Schorfresistenz bringt also garnix. Wie bei Regenflecken und Co.

Tafelobst ohne spritzen wird immer mehr zur Müllproduktion.
Baumausfälle sind aber die andere Liga.
Titel: Re: Marssonina bei Äpfeln
Beitrag von: b-hoernchen am 29. Oktober 2017, 20:49:00
Hier ein paar "Wasserstandsmeldungen" zum Thema "Marssonina":

Weitgehend gesund (ich sag' mal >90% gesund jetzt gegen Ende Oktober) ist immer noch der junge Schweizer Winterglocken-Hochstamm - im Gegensatz zu den alten Hochstämmen mit Boskoop, Klarapfel etc. in den Nachbargärten.

Ebenfalls weitgehend bis total gesund sind die alten französischen Sorten Patte de Loup, Court Pendu Gris, und Fenouillet Gris.

Dito ein "Aldiapfel", gekauft als Cox Orange - (konnte leider nicht bestimmt werden hier im Forum, wer will kann sich im Apfelbestimmungsfaden daran versuchen).

Völlig gesund - der Ontario.

Auch keine Marssonina, dagegen jede Menge Schorf hat ein mir als "Gelber Berlepsch" angedrehter Apfel, der weder gelb und wahrscheinlich auch kein Berlepsch ist (wer will kann sich an einer Bestimmung versuchen im Faden "Gelber Berlepsch?" - ganz im Gegensatz zum "Roten Berlepsch", der schlimm anfällig ist.

Fast gesund ist auch noch die Zuccalmagliorenette - schaut so als, als wären Sorten mit trockenen oder wenig aromatischen Früchten weniger anfällig... .
Ebenso gesund der als "Sommerzimtapfel" gekaufte "Extrem-Frühapfel" - der nur leider geschmacklich gegen keinen der später reifenden bestehen kann... .

Mäßig anfällig ist der Adersleber Kalvill (klar, je besser die Äpfel mir schmecken, desto anfälliger sind sie...).

Die schmackhaften modernen Äpfel sind meist mehr oder weniger anfällig, wurden teilweise aber behandelt, deshalb eigentlich außer Konkurrenz. Trotzdem zeichnet sich ab, die Rotfleischigen (unbehandelt) sind ziemlich anfällig, im Laufe des Oktobers verlieren sie ihre Blätter. Ebenso recht anfällig - Marilyn. Die will ich aber trotzdem nicht aufgeben, einfach zu gut... .
Weniger anfällig: Paradis Julka (natürlich der, der schmeckt mir auch nicht so...) und Lummerland

Isatis - ich bezweifle, dass dein Piros an Marssonina vertorben ist. Marssonina dürfte sich eher in langsamem Siechtum durch schleichende Auszehrung äußern, analog der Kräuselkrankheit bei Pfirsichen.

Hier mal ein aktuelles Bild meines Piros, der kurz nach dem Ende der Ernte Mitte August behandelt wurde, um ihn nach der Schwächung durch den Ertrag und Hagel nicht alle Blätter verlieren zu lassen:
(https://picload.org/thumbnail/drracdgr/img_4832a.jpg)

Titel: Re: Marssonina bei Äpfeln
Beitrag von: Malus sieversii am 29. Oktober 2017, 22:17:13
Sorry!

Wenn du willst dass sich jemand deine Bilder anschaut dann solltest du endlich vernünftige davon einstellen.

Bei dir gibt es die Wahl zwischen Pixelbrei oder aufdringlicher Werbung.
Titel: Re: Marssonina bei Äpfeln
Beitrag von: b-hoernchen am 30. Oktober 2017, 17:30:46
Haben noch mehr Leute diese Probleme?

Piros, derzeitiger Zustand nach Behandlung Mitte August:

<blockquote class="imgur-embed-pub" lang="en" data-id="a/drT8X"><a href="//imgur.com/drT8X"></a></blockquote><script async src="//s.imgur.com/min/embed.js" charset="utf-8"></script>

https://imgur.com/ACp18MZ

https://imgur.com/a/drT8X


Besser?
Titel: Re: Marssonina bei Äpfeln
Beitrag von: floXIII am 30. Oktober 2017, 17:52:07
Haben noch mehr Leute diese Probleme?

Nö, man muss halt aufs Foto klicken, dann öffnet sich ein neuer Tab/Fenster. Dort sind dann deine Bilder in hoher Auflösung zu sehen.
Titel: Re: Marssonina bei Äpfeln
Beitrag von: b-hoernchen am 30. Oktober 2017, 18:10:12
Ohne nervige Werbung?

Also, ich hatte öfters bei den Fotos anderer Leute die Probleme mit ungebetenen Tabs, die sich dann öffnen, irgendwelchen dämlichen Computerspielen, online-Casinos etc.  - bei picload habe ich diese Probleme nicht - deshalb habe ich es verwendet.
Titel: Re: Marssonina bei Äpfeln
Beitrag von: Quendula am 30. Oktober 2017, 19:03:55
Haben noch mehr Leute diese Probleme?

Nö, man muss halt aufs Foto klicken, dann öffnet sich ein neuer Tab/Fenster. Dort sind dann deine Bilder in hoher Auflösung zu sehen.

Dafür mit dickem grauen Balken quer übers Bild. Ob Werbung dort ist, weiß ich nicht - die wird geblockt.


https://imgur.com/ACp18MZ

https://imgur.com/a/drT8X
Besser?
Über Imgur ist es besser  :D. Ist aber zweimal das gleiche Bild  ??? ...
Titel: Re: Marssonina bei Äpfeln
Beitrag von: b-hoernchen am 30. Oktober 2017, 19:39:11
Nix kann ich richtig machen - weiß ja nicht, warum das mit dem "Einbetten"nicht funktoniert (dachte das werden Vorschaubilder) - sei's drum , 2 mal dasselbe Bild, vielleicht funktioniert das eine ja besser, je nach Endgerät, Betriebssystemb blablabla. Wenn's noch hell wäre, würde ich jetzt raus gehen und Unkraut jäten oder mulchen, das funzt besser als die blöde Kombudderei... .
Den Balken kannst du weg machen, wenn du den Zeiger auf den grauen Balken führst, das Kreuz (oben rechts?) anklickst und dann kannst du das Bild auch vergrößern.
Titel: Re: Marssonina bei Äpfeln
Beitrag von: cydorian am 30. Oktober 2017, 19:52:30
Bild einstellen: https://forum.garten-pur.de/index.php/topic,3614.0.html
Dort in "Technik und Test" kann man das nach Herzenslust gleich ausprobieren, ob es klappt.

Fragen dazu sind auch bei mir willkommen, Privatnachricht reicht, ich helfe gerne.
Titel: Re: Marssonina bei Äpfeln
Beitrag von: b-hoernchen am 06. November 2017, 17:18:56
Jetzt muss ich mal dumm fragen:

Nüsse gibt es wg. Marssonina auch kaum noch.

Ist die Walnuss also eine Infektionsquelle für Äpfel und umgekehrt, ist es die gleiche Art von Marssonina?
Dumm gefragt, der Wikipedia -Artikel, sagt, dass es zwei unterschiedliche Pilze sind, die nicht näher miteinander verwandt sind... .

Und bei mir hinterm Haus wächst eine Walnuss, vermutlich von Krähen "gesät". Die hat heuer die ersten Probierfrüchte abgeliefert (trotz Frühjahrsfrösten) und macht auch sonst einen gesunden Eindruck. Wäre die erhaltenswert? (Was mich in ein Dilemma bringt, denn die würde den Apfelbäumen bald das Licht wegnehmen und eigentlich war vorgesehen, sie, wenn auch schweren Herzens, zu fällen....).
Titel: Re: Marssonina bei Äpfeln
Beitrag von: Яib-∃səl am 06. November 2017, 19:33:21
Wenn der Pilz für Nüsse ein anderer sein sollte, wie für Apfel, dann kann man das nicht einfach einschätzen, ob die Nuss vom gesundheitlichen Gesichtspunkt erhaltenswert ist. Dann müsste man die Nuss in ein Nuss-Marssonia (Marssonina juglandis) belastetes gebiet pflanzen. Man müsste auch mehr zu dem Thema recherchieren, in wie Weit Marssoninia coronaria  an Walnuss geht.
Titel: Re: Marssonina bei Äpfeln
Beitrag von: Tünde am 06. November 2017, 22:36:23
Weiß jemand von Euch ob der Purpurroter Cousinot anfällig für die Blattfallkrankheit (Marssonina) ist?
Ich finde dazu nichts im www
Titel: Re: Marssonina bei Äpfeln
Beitrag von: Tünde am 07. November 2017, 10:51:47
...und wie ist es mit dem "Roten Mond"? Ist die Sorte anfällig?
Titel: Re: Marssonina bei Äpfeln
Beitrag von: thuja thujon am 07. November 2017, 22:28:41
Da der Vitalitätstatus vom Baum einen großen Einfluss auf die Anfälligkeit hat, sollte man mit Aussagen zu Sortenunterschiede eher recht vorsichtig sein.
Ich probiere manchmal gern was praktisch aus, geht auch mit Edelereisern auf Testbäumen (Sortenbäumen).

b-hoernchen, gestrandete Walnüsse fälle ich regelmäßig. Wen Walnuss, dann von einem ausgesuchten Mutterbaum.
Hauptkriterien bei mir wären wie leicht sich die Nüsse knacken lassen und wie groß sie sind.
Titel: Re: Marssonina bei Äpfeln
Beitrag von: Tünde am 11. November 2017, 03:17:16
Danke für den Rat.
Inzwischen habe ich den Roten Mond leider auf der Liste der stark anfälligen Sorten entdeckt.
Bei HochstammObst  . ch
:-(

Aber dort werden auch viele nicht anfällige Sorten aufgeführt... insofern.......
..und unseren jungen Boskoop werde ich deshalb nicht fällen.