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Pflanzenwelt => Obst-Forum => Thema gestartet von: galaxius222 am 07. September 2007, 15:01:22

Titel: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: galaxius222 am 07. September 2007, 15:01:22
Da ich mir demnächst ein Aprikosenbäumchen zulegen möchte, hätte ich gerne gewußt, welche Sorte am Besten ist. Ich möchte eine Frucht, die sich gut zu Marmeladen verarbeiten läßt und auch sonst süß und fruchtig schmeckt.
Habt ihr nen Tip für mich?
Titel: Re:Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: frankste am 07. September 2007, 17:13:33
ich hab Hargrand gesetzt nach längerer Recherche - muss ich mehr sagen? (allerdings erst seit letztem Herbst . dieses Jahr gab es erst eine Frucht, die ich zu früh gepflückt habe...)
Titel: Re:Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: philippus am 07. September 2007, 18:02:12
Emfpehlenswert ist die geschmacklich sehr gute "Ungarische Beste" die sich sowohl zum Rohverzehr als auch für die Küche und zum Einkochen (Marmelade etc.) eignet.

Auch "Bergeron" und "Précoce de Saumur" sind hevorragende Sorten die bei uns gut ausreifen können und diese Eigenschaften mitbringen.

Alle 3 sind obendrein selbstfertil.

Grüsse
Titel: Re:Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: galaxius222 am 08. September 2007, 12:04:52
Vielen Dank.
Die ungarische Beste habe ich auch empfohlen bekommen, ebenso wie die gelbe Wachauer Marille.
Doch woher bekomme ich die?
Gibt es einen Lieferanten im Internet?
Titel: Re:Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Damax am 08. September 2007, 13:22:02
Vielen Dank.
Die ungarische Beste habe ich auch empfohlen bekommen, ebenso wie die gelbe Wachauer Marille.
Doch woher bekomme ich die?
Gibt es einen Lieferanten im Internet?

 hi fan, ich hab 7 Sorten ausprobiert. Ungarische Beste ist die Beste.
Leidet auch unter 'Schlagtreffen' nicht so stark wie die anderen Sor-
ten. Was genau die Wachauer unter ihrer 'Wachauer' verstehen,
wissen sie oft selbst nicht. Einige sagen es sei Bergeron, andere
meinen Ung.Beste ... Die Baumschule Schreiber in Poysdorf, far east
of Vienna, hat 7o Sorten im Garten stehen - er schickt aber auch
1 Bäumchen. Ciao damax
Titel: Re:Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: philippus am 08. September 2007, 13:46:42
Laut meinen Infos ist die Wachauer Marille keine Sorte für sich, meistens wird dort jedoch eine Spielart der Ungarischen Besten angebaut... Andere Sorten werden aber dort auch angebaut.

Auch die Bergeron würde ich mir aus der Nähe ansehen, schmeckt auch hervorragend.

Im Onlineversand gibt es sicherlich die Möglichkeit, diese Pflanzen zu erhalten (vielleicht auch bei er Arche Noah)

Grüsse
Titel: Re:Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: RosaRot am 08. September 2007, 14:41:40
Da ich auch neue Aprikosenbäume setzen möchte habe ich mich, da wir eine obstbauliche Versuchsanstalt in der Nähe haben, dort informiert über für meinen Standort angemessene Sorten. Aus dem Gespräch ging hervor das neben der Sorte auch die entsprechende Unterlage - die wiederum Bezug nimmt auf die örtlichen Klima- bzw.Bodenverhältnisse - wichtig sind. Ich habe also eine sehr spezielle Empfehlung bekommen, die sich von meinen eigenen Recherchen deutlich unterschied.
Ich schreibe dies nur, weil es vielleicht Sinn macht, sich speziell auf den Anbauort bezogen kundig zu machen.
Titel: Re:Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Günther am 08. September 2007, 15:27:58
Ungarische Beste gibts - zumindest bei uns - in jeder Baumschule.
Ich kann sie aus eigener Erfahrung SEHR empfehlen, allerdings mag das nicht in jeder Lage so sein. Meine Schwiegereltern hatten einen Marillengarten im Raum Hainburg, und ich hatte das "Vergnügen", zur Reifezeit hunderte Kisterln voll mit brocken zu "dürfen".
Vorbei...
Für Eigenbedarf unbedingt am Baum reifen lassen, am besten sind frisch abgefallene Früchte.
Für den Handel werden sie etwas zu früh gepflückt, aus Transport- und Lagergründen. Sie reifen zwar nach, aber kein Vergleich (gilt für fast alle Obstsorten).
Titel: Re:Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Elro am 09. September 2007, 03:21:08
Ich habe seit ca. 12 Jahren eine Ungarische Beste.
Obwohl wir in einer sehr milden Gegend wohnen konnte ich nur einmal (letztes Jahr) eine gute Ernte bekommen. Nie hatte der 5m Hohe Baum mehr als 10-20 Früchte wovon da die Hälfte vor Reife vom Baum fiel.
Der Geschmack ist super aber wenn man so wenig ernten kann ist das sehr schade.
Gibt es Sorten die nicht spätfrostgefährdet sind, gut schmecken und reich tragen?
Titel: Re:Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: galaxius222 am 09. September 2007, 11:01:48
Nochmals vielen Dank für eure tippps. Werde mir die ungarische Beste holen.
Die ist für meine Verwendung die beste und auch nicht so empfindlich.


Soll man die Büme nach der Ernte düngen oder erst im Frühjahr und reicht ein normaler Volldünger aus?
Titel: Re:Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Günther am 09. September 2007, 11:28:12
Marillen mögen eher mager!
Je nach Boden eventuell Kalidünger, wenn nötig, Phosphor. Auf alle Fälle ja nicht zu viel Stickstoff, keinen Mist udgl.
Bei schon vorhandenem Stickstoffüberschuß maßvoll kalken.
Marillen, die zu viel Stickstoff haben, trifft gerne der "Schlag", sie können faktisch über Nacht absterben.
Titel: Re:Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Werner987 am 09. September 2007, 12:02:11
Ich habe seit ca. 12 Jahren eine Ungarische Beste.
Obwohl wir in einer sehr milden Gegend wohnen konnte ich nur einmal (letztes Jahr) eine gute Ernte bekommen. Nie hatte der 5m Hohe Baum mehr als 10-20 Früchte wovon da die Hälfte vor Reife vom Baum fiel.
Der Geschmack ist super aber wenn man so wenig ernten kann ist das sehr schade.
Gibt es Sorten die nicht spätfrostgefährdet sind, gut schmecken und reich tragen?

bei mir im garten steht die aprikosensorte Marena.
die früche sind gross, aromatisch und süss, auch die wespen haben ihre freude daran.
je nach örtlichen gegebenheiten kann man bei der pflanzung einen einfluss auf die blühzeit nehmen.
deshalb steht meine aprikose auf der nordseite eines gebäudes, eine grosse immergrüne hecke wäre auch denkbar.
der abstand ist so bemessen, dass die frühjahrssonne den baum kaum erreicht.
im sommer wird die aprikose durch die hochstehende sonne voll ausgeleuchtet.
ausserdem vermeide ich die entstehung von frostplatten.
Titel: Re:Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: philippus am 09. September 2007, 12:02:42
Gibt es Sorten die nicht spätfrostgefährdet sind, gut schmecken und reich tragen?

An und für sich ist Ungarische Beste nicht besonders spätfrostgefährdet.
Du könntest alternativ die schon erwähnte Bergeron in Betracht ziehen.

Grüsse
Titel: Re:Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Elro am 09. September 2007, 13:47:56
An und für sich ist Ungarische Beste nicht besonders spätfrostgefährdet.
Dann ist meine wohl frühfrostgefährdet ;D
Denn durch unsere milde Gegend blüht sie viel zu früh, oft Anfang März und dann bekommt sie voll die kalten Nächte ab.
Titel: Re:Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: pocoloco am 10. September 2007, 17:14:41
Da ich auch neue Aprikosenbäume setzen möchte habe ich mich, da wir eine obstbauliche Versuchsanstalt in der Nähe haben, ....
welche Versuchsanstalt ist das und hast Du da einen Ansprechpartner?
Titel: Re:Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: RosaRot am 10. September 2007, 17:41:14
Da ich im nördliche Harzvorland zu Hause bin und wir hier zum Teil sehr spezielle Standorte haben (Klima, Boden) habe ich mich an die Gartenbauliche Lehr- und Versuchsanstalt in Quedlinburg -Ditfurt gewandt. Dort war am Wochenende Tag der offenenTür.
Weitere Ansprechpartner wären vermutlich:
Institut für Obstzüchtung Dresden-Pillnitz oder die Staatliche Lehr- und Versuchsanstlatfür Obst und Weinbau in Weinsberg (www.lvwo.bwl.de)

Titel: Re:Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: cydorian am 10. September 2007, 20:38:04
Bei Aprikosen habe ich nur mit neueren Sorten gute Erfahrungen gemacht. Erstklassig schmeckt z.B. Orangered, aber auch Hargrand ist nicht schlecht. Die sind auch viel robuster und weniger spätfrostgefährdet.
Titel: Re:Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: max. am 10. September 2007, 20:40:04
orangered ist prima.mir schmeckt sie auch besser als die ungarische beste, die ich früher hatte.
Titel: Re:Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: RosaRot am 10. September 2007, 22:05:09
Orangered braucht eine Befruchtersorte, falls also keine Aprikosenbäume in der Nähe sind muß man selbst noch einen setzen.
Titel: Re:Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: cydorian am 11. September 2007, 23:03:14
Orangered braucht eine Befruchtersorte
Es klappt auch ohne. Ihre Erträge sind aber besser, wenn eine andere Aprikose in der Nähe wächst.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: tarokaja am 26. Januar 2018, 16:37:39
Falls wir noch einen jüngeren allgemeinen Aprikosen-Thread haben, bitte anhängen, danke!

Zur Zeit bin ich noch am Planen, werde aber wahrscheinlich Mitte bis Ende Februar zu der Gärtnerei Ingenoli nach Milano fahren, auch um mir von dort einen Aprikosen- & einen Mandelbaum mitzubringen.

An Aprikosen haben sie die Sorten:
Bergeron
Orange Summer
Sunrosso
Dulcinea
Marietta
Reale d'Imola
Bella Venosta
Pesca di Nancy
Pisana
Cibo del Paradiso

Zu den unterstrichenen Soren tendiere ich am meisten. Leider habe ich keinerlei Angaben im Netz zur Höhe & Breite der Bäume gefunden.
Zu welcher Sorte würdet ihr mir raten, wenn es nur 1 Baum sein soll?

 
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Rib-isel am 26. Januar 2018, 21:23:09
Die Höhe und Breite werden sehr nach Erziehung und Unterlage bestimmt. Dazu etwas zu finden ist sehr schwer.

Allemals kann man etwas zu dem Wuchsverhalten sagen.

Für Bergeron und Nancy musst du nicht nach Italien fahren, die bekommt man überall :)

Auf was legst du denn Wert?
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: tarokaja am 26. Januar 2018, 21:37:36

Für Bergeron und Nancy musst du nicht nach Italien fahren, die bekommt man überall :)

Auf was legst du denn Wert?

 ;D
Vielleicht ist dir nicht so bewusst, dass die Preise in der CH ziemlich hoch sind (3x der italienische Preis) und Italien für mich sehr viel näher ist als Deutschland.  ;)
Bis zu Ingenoli in Milano sind es ca. 2h - bis zur Grenze nach Deutschland mind. 3.5h und dann bin ich noch nicht in einer Gärtnerei mit vielen Obstsorten.
Die Preise sind in Italien ausserdem recht human und Ingenoli hat eine sehr gute Qualität bei allen Pflanzen - hab dort schon einige Gehölze gekauft.
Sortiment Fruchtpflanzen Ingenoli

Wert lege ich auf aromatisch, saftige, eher feste Früchte und dass der Baum nicht allzu riesig wird. Langsam geht mir der Platz aus!
Ausserdem würde es an meinem Steilhang für Ernte und Schnitt eher mühsam bei einem allzu grossen Baum.
 

Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Rib-isel am 26. Januar 2018, 21:55:58
Achso, es geht hier um den Preis. ich dachte du wolltest Raritäten und wolltest daher nach Italien. Konnt ich nicht ahnen.

Für kleine oder kleinere Bäume musst du die Baumschule ansprachen auf welche Unterlagen die Bäume angeboten werden.

Eine Liste der möglichen Unterlagen kann man hier einsehen: http://www.veredeln.info/unterlagen/aprikosenunterlagen/
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: tarokaja am 26. Januar 2018, 22:02:00
Es geht auch darum, wo ich überhaupt Obstgehölze bekomme... da ist das Angebot im Tessin nicht besonders reichhaltig.

Ansonsten - Raritäten wären schon schön, sofern sie besonders aromatisch schmecken.  :D
Wodurch zeichnen sich denn besondere Raritäten bei den Aprikosen aus bzw. was wären denn besonders begehrenswerte Sorten und warum?
Wäre bei den oben gelisteten Sorten welche dabei?
Ich habe von Obstgehölzen keine Ahnung und bin bei meiner Vorauswahl nur nach den Beschreibungen gegangen - probieren wäre natürlich sehr viel besser.

Auf besondere Winterhärte oder frühe Reife muss ich hier im Tessin weniger achten.

Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: tarokaja am 26. Januar 2018, 22:20:41
Von dieser Gärtnerei, die auf alte Obstsorten spezialisiert ist, kann ich auch etwas schicken lassen zu einer italienischen Bekannten.
Hab dort auch schon Granatäpfel und anderes gekauft. Aber aus 113 Sorten Aprikosen ohne Ahnung die auszuwählen, die gut ist für die Bedingungen hier und meinen Geschmack, da bin ich echt überfordert!!

Frutti antichi Maioli Aprikosensorten
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: cydorian am 26. Januar 2018, 22:26:18
Ich habe von Obstgehölzen keine Ahnung

Dann stell das mit den Raritäten vorerst etwas zurück, zumal du auch wenig Platz hast. Nimm doch einfach eine der beliebten und halbwegs robusten Sorten wie Orangered (eine US-Züchtung), die wird auch sehr häufig angeboten. Im Wallis auch kommerziell eine Hauptsorte. Hab ich oben schon empfohlen. Eine der wenigen Sorten, die schneller wächst wie Monilia sie kleiner macht. Das ist für mich am begehrenswertesten bei Aprikosen, eine geringe Krankheitsanfälligkeit. Danach kommt der Geschmack und da ist Orangered wirklich klasse. Aromatisch und saftig, wie du schreibst. Schmeckt mir von allen baumgereift probierten Sorten am Besten. Dann kommt die Blütezeit, die möglichst spät liegen sollte. So sehr variiert die aber leider gar nicht zwischen den Sorten.

Dein Kleinklima kenne ich nicht, auf der Alpensüdseite dürfte aber die Frostfestigkeit selbst weit rauf kein Problem darstellen.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: tarokaja am 27. Januar 2018, 11:30:03
Ich habe von Obstgehölzen keine Ahnung

Dann stell das mit den Raritäten vorerst etwas zurück, zumal du auch wenig Platz hast.

Da habe ich mich wohl etwas missverständlich ausgedrückt.  :)
Ich habe meinen Steilhang v.a. mit botanischen Raritäten bepflanzt, v.a. von Koniferen und Ziergehölzen aus aller Welt (immer möglichst die Spezies), auch sehr viele rare Kamelien, dito etliche Wildarten. Je eine Ziziphus jujuba, Asimina triloba, Acca selowiana, Punica granatum, Arbutus unedo und je 2 Sorten von Feigen, Kaki und Kulturheidelbeeren sind dazwischen gepflanzt.
Nur mit Kernobst habe ich mich bisher weniger beschäftigt, was aber für mich keinesfalls ein Grund ist, Raritäten aus dem Weg zu gehen, denn ich recherchiere immer gut vorm Kauf und lerne schnell.  ;)

Dann kommt die Blütezeit, die möglichst spät liegen sollte. So sehr variiert die aber leider gar nicht zwischen den Sorten.

Dein Kleinklima kenne ich nicht, auf der Alpensüdseite dürfte aber die Frostfestigkeit selbst weit rauf kein Problem darstellen.

Späte Blütezeit ist hier im Tessin nicht wichtig, Spätfröste gibt es praktisch nicht. Auch die Tiefsttemperaturen liegen im Winter ganz selten unter -8°/-10°C und wenn nur kurz. Frosttage oder Eistage sind ebenfalls selten.

Der Boden ist hier sandig, leicht sauer. Der Südhang ist durch seine extreme Steilheit sehr sonnig und trocken, insbesondere im Sommer. Da muss ich die frisch gepflanzten Gehölze wässern und auch sonst ab und zu zu Sprenger oder Schlauch greifen. Das Grundstück bepflanze ich erst seit 5 Jahren.
Der Frühling beginnt früh, der Herbst dauert lange, meist bis weit in den November, oft sogar bis Mitte Dezember - die Vegetationsperiode ist also länger als nördlich der Alpen.

Also, welche seltenere Aprikosensorte könnte ich hier ev. auch pflanzen?  :D
Wobei das nicht gegen 'Orangered' spricht, auch da der Baum wohl nicht so riesig wird. An diese Sorte käme ich allerdings schwerer ran als an andere Sorten.

Danke auf jeden Fall für deine Empfehlung, cydorian!



Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Alva am 27. Januar 2018, 12:21:26
Hey Tarokaja, die besten Marillen wachsen in der Wachau, (ich bin da wohl ein bisschen voreingenommen ;) ), das sind aber auch verschiedene Sorten.
Ich bin auch gerade am recherchieren, weil ich eine Marille pflanzen will und werde dieser Gärtnerei im Frühling einen Besuch abstatten. Die versenden auch.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Wurmkönig am 27. Januar 2018, 12:34:12
Hallo tarokaja,

also von der Lage und dem Boden her hast du da schon die richtige Obstsorte. Die Marillen mögen nicht viel Niederschläge, ein trockener Boden ist genau richtig (wenn er Baum mal eingewurzelt ist). Die Ungarische Beste ist eine Standardsorte - die könnte bei dir funktionieren (ich versuche mittlerweile meinen 4ten Baum hochzupäppeln - bei mir ist es einfach zu nass). Die hat den Vorteil dass sie sowohl für den Frischegenuss, als auch für die Verarbeitung (Marmelade) verwendet werden kann. Die Früchte werde nicht so gross - passen dann auch in die Marillenknödeln.

Ansonsten schmecken die modernen Sorten - wenn sie zum richtigen Zeitpunkt gepflückt werden - genauso aromatisch wie die Ungarische Beste. Ich hätte jedenfalls zwischen Hargrand, Orangered und anderen keinen Nachteil herausgeschmeckt. Sie brauchen viel Wärme um richtig auszureifen. Wenn du Marmelade machen willst, bräuchtest du eher etwas mit mehr Säure (z.B. Goldrich) - auch die haben sehr grosse Früchte (das gibt bestenfalls Elefantenknödel - also eher ungeeignet). Dann hängt es noch ab von der Reifezeit - die Frühsorten (Aurora) sind in der Regel kleiner und säuerlicher (also eher kein Frischgenuss, aber super für die Verarbeitung).

Als Unterlage Torinel oder Wavit - da wächst der Baum genug, sodass du auch die kranken Teile gut wegschneiden kannst. Aprikosen verzweigen kaum, eigentlich gar nicht - über die Schnittführung und Erziehung (keine zu flachen Astwinkel) musst du dich deshalb früh genug informieren.

Die italienischen Sorten werden bei mir von einem Baumarkt in der Nähe angeboten - zum Teil in über 100 L Grossgefässen, aber die kauft niemand (kosten weit über 150 Eur) - und im Herbst sind sie dann kaputt (falsche Pflege). Da habe ich keine direkte Erfahrung damit.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: tarokaja am 27. Januar 2018, 12:53:04
Danke, Wurmkönig. Wie gesagt, bei mir ist auch noch wichtig, die entsprechende Sorte in Italien zu bekommen, da ich dort eher eine grosse Auswahl habe. Bei der 'Ungarische Beste' wird das aber schon wieder schwierig.

Dass ich mich v.a. beim Schnitt schlau machen muss, hab ich bei meinen Recherchen auch gemerkt. Aber das ist ja zu bewältigen.  :)

Hier ist ja das Wallis der Aprikosen-Kanton.
Walliser Aprikosensorten

Wenn ich auf dieser Seite die Sorten anschaue, so sind das aber meistens eher gross werdende Bäume (ausser Orangered) und kaum welche beschrieben, die ich in Italien bekommen würde.
Da ich allein lebe, brauche ich auch keine Sorte, die besonders reich trägt oder besonders grosse, transportfeste Früchte hat - aromatischer Geschmack ist mir das wichtigste Argument, wenig krankheitsanfällig auch und wie gesagt, nicht so grosser Baum. Danach kommt die Blütenfarbe.
Und gern darf es auch was Seltenes sein.  :)

Ich weiss allerdings noch immer nicht, was bei den Aprikosen den Seltenheitswert ausmacht??  :-\  :P
Einfach Sorten, die man schwer bekommt, würde mir nicht reichen, insbesondere nicht, da eine mögliche Quelle: Maioli, in Italien ein solch grosses Angebot hat.

So ein kleines Schätzchen, wie ich sie bei meiner Trekkingtour im Himalaja gesehen habe, mit Früchten, die man gut so essen kann, aber auch trocknen oder anderweitig verwerten, das würde mein Herz durchaus erfreuen und auch am ehesten zu meinem kleinen botanischen Garten am Steilhang passen.  :D


Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: zwerggarten am 27. Januar 2018, 14:00:07
bei deinen möglichkeiten und dieser auswahl von maioli könnte ich niemals eine öde standardsorte ertragen, die europaweit alle baumärkte anbieten...
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Roeschen1 am 27. Januar 2018, 14:14:08
Ich würde auf die Fruchtgröße achten, je kleiner, desto aromatischer, da sie für den Handel uninterressant sind, sind sie noch nicht auf möglichst groß und transportfähig gezüchtet.
Es gibt türkische Zuckeraprikosen, die diesem Ideal entsprechen.
Hier gibt es einen italienischen Gemüse/Obstladen, der auch schon italienische verkaufte.
Ich frage ihn mal nach der Sorte.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: cydorian am 27. Januar 2018, 14:28:53
Ich weiss allerdings noch immer nicht, was bei den Aprikosen den Seltenheitswert ausmacht?

Nichts Definiertes. Und selten, um der Seltenheit willen ist auch witzlos. Ich halte deine Anforderungen an guten Frischgeschmack, Saftigkeit, Eignung für Trockenfrüchte für sehr sinnvoll, das ist aber nicht an selten oder nicht gekoppelt. Viele Sorten erfüllen das. Bei dir sogar sehr viele, denn deine Bedingungen sehen ziemlich ideal für Aprikosen aus. Mach dir also keinen Stress mit der Sortenauswahl.

Trocknung ist übrigens meiner Erfahrung nach bei grossen Früchten leichter. Man kann die dann nämlich halbiert trocknen (entkernen muss man sowieso) und das gelingt aufgrund der grossen offenen Schnittfläche ohne Haut schneller und leichter. Durch die Haut verdunstet das Wasser nämlich schwerer. Aprikosen trocknen ist immer dann wichtig, wenn man eine Ernte nicht verarbeiten kann, aber bei nur einem Baum und dem süchtig machenden Geschmack frischer, ausgereifter Aprikosen hat man selten genug, um auch zu trocknen.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Wurmkönig am 27. Januar 2018, 15:12:14
Ich weiss allerdings noch immer nicht, was bei den Aprikosen den Seltenheitswert ausmacht??  :-\  :P
Aktuell gibt es - wie bei allen Obstsorten - einen gewissen Hype um "rote" Sorten. Die werden gerade fleißig gepflanzt, Rubista kriegt man mittlerweile auch in den österreichischen Supermärkten zu kaufen. Du kannst dir ja mal die Homepage vom Schreiber durchlesen:
https://schreiber-baum.at/sortenbeschreibung/marillenneuheiten

Getragen hat Rubista bei mir noch nicht, Digat auch nicht - aber war ich damals gekauft habe, kann sich mit einer Orangered oder Hargrand aus Eigenanbau nicht im annähernd messen (ist bei anderem Obst genauso).

Ansonsten kannst Du Dir ja mal die Masterarbeit von Nadine Klein durchlesen: google "Analytische und Sensorische Prüfung verschiedener Marillensorten ..." - da gibt es wohl eine heraußragende "Vanilla Cot" (optisch eher nicht) - aber das macht alles keinen Spass wenn du einen dahinkränkelnden Baum hast.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: tarokaja am 28. Januar 2018, 19:30:31
Zuerst mal euch allen ganz herzlichen Dank für die vielen, wirklich hilfreichen Erfahrungen, Informationen und Tipps, dir ihr mit mir teilt!
Insbesondere ihr beide, Cydorian und Wurmkönig, habt mir mit euren letzten Postings sehr geholfen!

Mit diesem gesammelten neuen Wissen werde ich Herrn Maioli ein Mail schreiben und ihn dann ev. bitten, mir Ende September ein ausgewähltes Bäumchen mit zur Orticolaria am Comersee zu bringen. Bis dahin habe ich dann hoffentlich auch den obersten Hangteil von den fiesen Brombeeren befreit - kostet halt etwas Geduld, bis zum Herbst mit dem Pflanzen zu warten.  ;D :P

Ab welchem Alter tragen Aprikosenbäume eigentlich? Wenn ich die Angaben bei Maioli richtig interpretiere, vermutlich ab 5 Jahre, bzw. 4 Jahre nach dem Pfropfen?

Ich weiss allerdings noch immer nicht, was bei den Aprikosen den Seltenheitswert ausmacht?

Nichts Definiertes. Und selten, um der Seltenheit willen ist auch witzlos. Ich halte deine Anforderungen an guten Frischgeschmack, Saftigkeit, Eignung für Trockenfrüchte für sehr sinnvoll, das ist aber nicht an selten oder nicht gekoppelt.

D'accord!  :)  :-*


Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Wurmkönig am 29. Januar 2018, 07:56:54
Die Bäume werden schon viel früher tragen wollen - die ersten 2 Jahre solltest du aber für die Erziehung nutzen (so einige Kostproben kann man mal dran lassen).

Auch später ist Ausdünnen entscheidend für die Baumgesundheit. Auf dem Weg zu meiner Arbeit standen bis letztes Jahr 2 Aprikosenplantagen. Da konnte man beobachten wie innerhalb von 2 Wochen ganze Astpartien oder ganze Bäume plötzlich abgestorben sind ("Schlagtreffen").

Um die Sorten brauchst du dir keine größeren Gedanken machen, auch die Standardsorten schmecken ganz anders und wesentlich aromatischer als das was du kaufen kannst (die Bewertungen von Goldrich und Orangered in der Masterarbeit kann ich nicht nachvollziehen). Entscheidend ist der Erntezeitpunkt, das Aroma entwickelt sich in den letzten Tagen (Supermarktware ist immer zu früh geerntet).

Wenn alles klappt, stehst du dann allerdings in einigen Jahren plötzlich mit einigen Eimern Aprikosen da - deshalb lieber eine Sorte wählen die keine konzentrierte Abreife hat (Ungarische Beste) bzw. die Reifezeiten der Bäume staffeln.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: tarokaja am 29. Januar 2018, 11:06:38
Wenn alles klappt, stehst du dann allerdings in einigen Jahren plötzlich mit einigen Eimern Aprikosen da - deshalb lieber eine Sorte wählen die keine konzentrierte Abreife hat (Ungarische Beste) bzw. die Reifezeiten der Bäume staffeln.

Wenn's zu viele werden, dann versorge ich die Nachbarschaft mit Aprikosen!  ;D
Keine Geschenke erhalten die Freundschaft.  :)

... die Reifezeit der Bäume staffeln wird nicht gehen, da es nur 1 Baum werden wird. Ich möchte auch noch 1-2 Mandelbäume pflanzen und das wird dann eh schon ein Platzproblem, weil ja alle trotz Steilhang noch zugänglich sein müssen zum Schneiden und Ernten und ich noch jede Menge Kamelien und Gehölze in Töpfen stehen habe, die schon eine Weile parat stehen oder jetzt gross genug sind, um sie auszupflanzen.

Jedenfalls muss ich bei der Auswahl der Aprikose möglichst auch noch einkalkulieren, dass die Ernte über einen längeren Zeitpunkt stattfindet, o.k. - wird immer komplexer, aber ich liebe ja die Herausforderung.  8)

Momentan tendiere ich zu 'Dulcinea' (späte Blüte, Ernte um 20. Juli), auch weil sie offenbar ein leichtes Vanillearoma haben soll.
'Colomer' (frühe Sorte, Ernte Ende Juli) käme auch in Frage, weil die Verwendungsmöglichkeiten offenbar gross sind und dort auch ausdrücklich 'gut getrocknet' aufgeführt ist und dass sie eine hohe Resistenz gegen Krankheiten aufweisen soll.
Die alte Sorte aus dem nahen Piemont 'Costiole' (Ernte Ende Juli) ist auch auf meiner Auswahlliste.

Aber noch bin ich nicht durch bei den 113 Sorten von Maioli!  ;D


Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Eric-Bernhard am 29. Januar 2018, 21:05:39
Eine Möglichkeit wäre, mehre Sorten auf einem Baum zu veredeln. Genau das habe ich vor, um die Reifezeit zu Staffeln.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: carot am 30. Januar 2018, 11:26:55
Normalerweise ist das eine gute Idee. Meine Apfelbäume tragen mittlerweile alle mehr als 5 Sorten.

Bei den Aprikosen sollte man aber darauf achten, jeder Sorte viel Entfaltungsraum zur Verfügung zu stellen, also nicht so viele Sorten aufveredeln. Es wird in unserem Klima fast unausweichlich zu Erkrankungen kommen, die teils kräftige Rückschnitte erforderlich machen. Es muss dann genug Holz vorhanden sein, damit Sorten nicht verloren gehen.

Aus dem vorgenannten Grund sehe ich bei Aprikosen von Mehrsortenbäumen ab. Es ist immer damit zu rechnen, dass man ein Bäumchen sehr plötzlich verliert. Das wäre bei Mehrsortenbäumen ein sehr großer (Zeit)verlust.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Eric-Bernhard am 30. Januar 2018, 12:21:09
Hmmm...gute Punkte. Mein Problem ist auch das ich keinen Platz für mehr als einen Baum habe.
Hat jemand Erfahrung mit Aprikosen auf Rootpac 20?
Sie ist für Topfkultur gut geeignet und könnte meinen Platzmangel vielleicht lösen.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: tarokaja am 30. Januar 2018, 12:40:09
Ich bin ohnehin kein Fan von diesen Mehrsortenbäumen, werde mir lieber Zeit lassen für die Auswahl und mich dann für eine Sorte entscheiden - und die ist es dann! Punkt.  8)
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: tarokaja am 02. Februar 2018, 12:36:03
Hat jemand von euch Erfahrungen mit 'Kuresia' in puncto Geschmack der Früchte und Wuchsverhalten des Baumes? Scharkaresistent wäre ja u.U. ein Vorteil.

Dito, ob bei Platzmangel die Sorte 'Compacta' eine Option wäre oder sie doch grösser als 2x2m wird, bzw. die Aprikosen womöglich nicht besonders gut munden?

Dann noch eine Frage zum sogen. 'Honigpfirsich' (Prunus 'Honeysun'), von dem ich bei Maioli gelesen habe, dass es eine Aprikose x Pfirsich Hybride ist.
Müsste ich deshalb mit Anfälligkeit für die Kräuselkrankheit rechnen, d.h. vorbeugend spritzen?
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: cydorian am 02. Februar 2018, 14:56:07
Scharkatoleranz musste ich an Kuresia zum Glück nicht testen, ansonsten war der Baum aber auch nicht mit Gesundheit gesegnet. Aroma gemessen an Orangered weniger kräftig, aber als Frischobst immer noch sehr gut. Lag gleichauf mit Hargrand, vielleicht noch etwas mehliger. Wuchs eher überdurchschnittlich. Ist aber eine Einzelbeobachtung. Fazit: Keine Gründe gefunden, warum gerade diese Sorte gepflanzt werden sollte.

Ein Punkt zu der ganzen Aprikosensache fällt mir noch ein: Wenn das Grundstück nicht gut und vollständig eingezäunt ist, ist ein Stammschutz bis mindestens 1,5m Höhe sehr wichtig, das betrifft auch alle Äste unterhalb 1,5m über Grund. Ich hatte noch keine Obstart, die derart übel Fegeschäden hatte. An Stamm und Ästen. Zweitschlimmste Obstart war Pfirsich, danach anderes Steinobst, dann Kernobst. Hat sich über Jahre hinweg immer wieder bewiesen. Ganz egal was sonst noch an passenden Gehölzen rumsteht - das Viehzeug fegt immer an den Aprikosen und fetzt die Rinde ab. Schutz mit Pfählen, Draht und Plastikspiralen, die lassen sich auch an Ästen anbringen.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: tarokaja am 02. Februar 2018, 15:20:47
Danke Cydorian. 'Orangered' ist nur teils selbstfertil, deshalb zögere ich bei dieser Sorte, von der du so begeistert bist. Wegen der Höhe der Bäume kommt es sicher auch auf die Fruchtbarkeit des Bodens an, ansonsten habe ich ziemliche Unterschiede bei den Angaben von Höhe und Breite gefunden, muss zudem hier wegen des Klimas tendenziell 20% zugeben...

Meinen Steilhang musste ich wegen Rehen mit einem Wildzaun sichern (hier extrem teuer!), denn die Tiere richteten erhebliche Schäden an meinen Gehölzen an, sowohl Verbiss als auch Fegeschäden. Sie gingen immer an die Kostbarsten am liebsten oder bissen auch eine picksende Cunninghamia einfach in der Mitte durch - der totale Frust.

Weisst du was über Prunus armeniaca 'Compacta' und Prunus armeniaca x persica 'Honeysun'? Die hätte Maioli auch. Ich stehe an sich nicht auf diese für Kleingärten gezüchteten Sorten, weiss aber nicht, ob das solche sind oder sie doch schmackhafte Früchte liefern?

Meine Überlegung ist, dass 'Honeysun' sowohl für Orangered' als auch einen Mandelbaum 'Tuono' als Bestäuber wirken könnte - ist das richtig?
Dann würde ich nämlich auch nur einen Prunus dulcis anschaffen, denn die werden ja auch ganz hübsch gross!

Wie das generell mit der Gesundheit der Bäume hier im südlicheren Klima ist, weiss ich natürlich nicht. Bei Honeysun wäre es eben eine mögliche Kräuselei... was ich natürlich nicht so toll fände.


Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: cydorian am 02. Februar 2018, 16:53:06
Compacta kenne ich nicht. Klingt nach Kübelpflanzenzüchtung.
Teilweise Selbstfruchtbarkeit ist auch ein Vorteil. Verhindert Überbehang. Den sollte man immer vermeiden, macht die Früchte trocken, aroma- und zuckerschwach. Habe eine Orangered an einem Standort, mittlerweile eine recht ausladender Baum. Kein Befruchter in der Nähe. In den Jahren, in denen sie trägt hat sie Optimalbehang. Wenn sie nicht trägt (Frost in oder nach Blüte, zwei von drei Jahren), hilft auch ein Befruchter nichts. Inwieweit eine bestimmte Hybridsorte als Bestäuber fungieren kann, weiss ich nicht. Einfach ausprobieren. Notfalls kaufst du eben doch noch eine Compacta und stellst sie im Kübel daneben :-)
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: tarokaja am 02. Februar 2018, 17:23:15
Notfalls kaufst du eben doch noch eine Compacta und stellst sie im Kübel daneben :-)

 ;D
Das kann nur jemand vorschlagen, der im ebenen Gelände gärtnert!
Der Hang ist sehr (!) steil und ich kein kräftiges junges Reh mehr.  :P
Und hier einen schweren Kübel hochtragen... ??

von unten gesehen
(http://up.picr.de/31706220mv.jpg)

Mitte
(http://up.picr.de/31706222fq.jpg)

von oberer Mitte runter geschaut
(http://up.picr.de/31706223bl.jpg)

Aber ansonsten werde ich das jetzt wirklich ausprobieren mit:

Aprikose 'Orangered' 
Aprikose-Pfirsich-Hybride 'Honeysun'
Mandel 'Tuono'

Wie weit dürfen die Bäume eigentlich auseinander stehen, damit Bienen und Co. noch zwischen ihnen hin und her fliegen?
Es gibt hier sehr viele Wildbienen, welche weiss ich allerdings nicht.

Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Elro am 02. Februar 2018, 18:50:01
Compacta ist bei mir ein zickiges krankes Teil. Ich habe sie ausgepflanzt da war sie 1,50m groß, jetzt nur noch 1,10m. Durch Gummifluß mußte ich sie leider immer zurückschneiden und Neuaustrieb gleich null.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Wurmkönig am 02. Februar 2018, 19:07:51
Compakta habe ich nicht - dafür "Apricompakt" (von einem Schweizer Versandhandel), ob es die gleiche Sorte ist? Das Bäumchen zeigte von Anfang an massiven Pseudomonas-Befall, wachsen tut es kaum weshalb es auch eher kleiner wird. Wie schon erwähnt - bei Aprikosen lieber etwas stärker wachsendes, man braucht auch genug Reserven wenn man schneidet.

Ob Orangered wirklich selbstfruchtbar ist? Bei mir klappt es erst, seit Goldrich daneben steht - davor gab es reichliche Blüten, aber 0 Früchte.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Roeschen1 am 02. Februar 2018, 20:12:03
Sind das Eschen(1.Foto) rechts auf dem Foto?
Wenn du sie entfernst, ergäbe es nicht ein sonniges Plätzchen für ein oder 2 Aprikosenbäume?
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: tarokaja am 02. Februar 2018, 20:56:20
Keine Ahnung, ob ich richtig liege, aber ich vermute, dass ich einige Probleme, die's nördlich der Alpen mit Aprikosenbäumen gibt, hier im sonnigeren Tessin in 8b nicht haben werde.

@ Wurmkönig
Von der 'Orangered' schreibt Horstmann halb-selbstfertil, was immer das auch genau heisst. Ich erhoffe mir ja von der Pfirsich x Aprikosenhybride 'Honeysun' einen Bestäubungseffekt - werde dann berichten.

@ Dornröschen
Die Esche entfernen ginge gar nicht, da sie einen grossen Strunk hat, schon x mal auf Stock gesetzt worden sein muss. Ausserdem spendet sie meinem Farn/Wildhelleborusbeet inklusive einer Athrotaxis laxifolia und einer Hydrangea serrata den notwendigen Schatten, bis irgendwann in vielen Jahren mal der Pinus strobus 'Torulosa' davor gross genug ist, um diese Funktion zu übernehmen.
Die Sonne ist hier sehr intensiv und Halbschattenpflanzen verbrennen extrem schnell.

Eine Aprikose soll an den oberen Hangteil, bei dem ich aber noch mit Brombeergestrüpp kämpfe und für den auch schon jede Menge gross werdende Gehölz-Raritäten bereitstehen.

Hab nur Bilder von 2016 von dort oben momentan. Die Aprikose soll auf die linke Seite (Bild 1 links, etwa wo der Ginster noch steht) oder auf Bild 2 links neben dem Stein. Der Teil oberhalb des Steins ist im Moment schon wieder mit Ginster und Brombeeren zugewuchert.  :P :P

(http://up.picr.de/31708443vp.jpg)

(http://up.picr.de/31708442io.jpg)

Ist halt alles Knochenarbeit am Steilhang, besonders dort ganz oben.


Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: cydorian am 02. Februar 2018, 22:29:39
Die Eschen zerlegen sich ohnehin früher oder später selbst.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Eric-Bernhard am 02. Februar 2018, 22:42:11
Meine Überlegung ist, dass 'Honeysun' sowohl für Orangered' als auch einen Mandelbaum 'Tuono' als Bestäuber wirken könnte - ist das richtig?
Ob 'Honeysun' ein guter Bestäuber ist oder nicht weiß ich nicht. Es könnte sein. Manche interspezifischen Pflaumen sind gute Pollenspender und andere nicht. Ich kann es mir vorstellen das es bei Aprikose-Pfirsich Hybriden ähnlich ist.
Aber, weil 'Tuono' selbstfruchtbar ist, hat man nichts verloren sozusagen wenn 'Honeysun' kein guter Pollenspender ist.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: b-hoernchen am 03. Februar 2018, 00:44:35
Keine Ahnung, ob ich richtig liege, aber ich vermute, dass ich einige Probleme, die's nördlich der Alpen mit Aprikosenbäumen gibt, hier im sonnigeren Tessin in 8b nicht haben werde.
Wie ist denn der Untergrund beschaffen - geologisch? Gärtnerst du auf Kalk oder bereits auf Schieferuntergrund?
Ich meine bemerkt zu haben, dass Aprikosen Kalk mögen. Auch gegen reichlich in den Boden eingearbeitete Holzasche, Kohlestückchen aus dem Kaminofen haben sie nichts.
Hab nur Bilder von 2016 von dort oben momentan. Die Aprikose soll auf die linke Seite (Bild 1 links, etwa wo der Ginster noch steht) oder auf Bild 2 links neben dem Stein. Der Teil oberhalb des Steins ist im Moment schon wieder mit Ginster und Brombeeren zugewuchert.  :P :P
Am liebsten wäre der Aprikose wohl unter Dach zu stehen. So ein typisches "wasch-mich, aber mach mich nicht nass"-Gewächs. Wasser im Boden, ja bitte - aber Regen und Kälte in die Blüte, brrr!

Mit am wichtigsten erscheint mir, auf die Unterlage zu achten. St. Julien A finde ich miserabel, wird aber leider viel verwendet. Aprikose auf Aprikose (Sämling) wäre wohl ideal... .
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Wurmkönig am 03. Februar 2018, 06:04:02
Hier im Stadtgebiet gibt es weit und breit keine anderen Bäume. Seinerzeit hatte ich nur Orangered - da war nicht dran. Dann kam Goldrich dazu - dann hat es geklappt. Dann habe ich Orangered einen weissen Stammanstrich vepasst (Goldrich nicht, weil er zwischen den Häusern steht) und dadurch die Blütezeit und gute 2 Wochen verzögert. Die Bäume haben sequentiell ohne Überschneidung abgeblüht - und da war wieder nichts dran.

Wenn du die Hoffnung hast durch einen anderen Bestäuber die Situation zu verbessern kann man es riskieren.

Der Hang ist super!
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: tarokaja am 03. Februar 2018, 08:13:58
Der Boden hier ist sandig und leicht sauer, daher gedeihen Kamelien in dem Teil des Tessins rund um den Lago Maggiore sehr gut.
Der felsige Untergrund ist Biotitgneis. Wieviel Kalk der Boden enthält, weiss ich nicht, müsste ich ev. zugeben - bei meinen Helleboren mache ich das auch.

'Orangered' soll Ende März, anfangs April blühen, also hier wahrscheinlich Ende März. Da gibt es hier keinen Frost mehr und Regen im Normalfall auch nicht.
Oder sind die Früchte regenanfällig?

Ich denke mal, die Aprikosenplantagen im Wallis sind ja auch nicht überdacht, also sollte das doch hier auch gehen. Ich habe durchaus überlegt, eine Aprikose als Spalier vorm Haus zu pflanzen. Doch da donnern von Frühling bis Herbst LKWs mit Dieselabgasen vorbei, die abgebauten sogen. 'Onsernonegranit' transportieren.
Ob dann die Früchte so gesund sind? Und da wäre auf jeden Fall kein Befruchter weit und breit.

Für eine 'Orangered' habe ich in Italien keine Quelle, auf was die Baumschule Horstmann veredelt, müsste ich erfragen.
Danke für die Tipps!

Ich werde jetzt bis zum März den Boden an den Pflanzstellen vorbereiten und dann das 'Versuchsprojekt Aprikose und Aprikosenpfirsich' starten.  :)  8)
Seh'n wir mal...


Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: b-hoernchen am 16. Februar 2018, 20:28:10
Ich denke mal, die Aprikosenplantagen im Wallis sind ja auch nicht überdacht, also sollte das doch hier auch gehen. Ich habe durchaus überlegt, eine Aprikose als Spalier vorm Haus zu pflanzen. Doch da donnern von Frühling bis Herbst LKWs mit Dieselabgasen vorbei,
Wallis hat inneralpines Klima, du dürftest eher im Staubereich liegen!
Der felsige Untergrund ist Biotitgneis. Wieviel Kalk der Boden enthält, weiss ich nicht, müsste ich ev. zugeben
Tu das! Hast du einen Holzofen? Sammle die Holzasche und die Kohlestückchen auf einem Haufen im Garten. Ein paar mal drauf regnen lassen, damit die gröbste Alkalinität ausgewaschen wird, dann ab damit in die Pflanzgrube! Bei mir gedeihen Aprikosensämlinge im Kübel in einer (zugegebenermaßen) extremen Mischung aus ca. 1/2 Gartenerde und 1/2 Holzasche. Ich dachte, die müssen verrecken, in dem alkalischen Boden - tun sie nicht. Verreckt sind mir Sämlinge, deren Substrat ich mal mit Schwefelpulver angesäuert habe. Die waren in vier Wochen tot.
... wachsen tut es kaum weshalb es auch eher kleiner wird. Wie schon erwähnt - bei Aprikosen lieber etwas stärker wachsendes, man braucht auch genug Reserven wenn man schneidet.

Allerdings - Aprikosen und Pfirsiche grundsätzlich nur auf starkwüchsigen Unterlagen und nicht auf St. Julien A!
Diese Woche ist eine für einen Bekannten mitbestellte "Nancyaprikose" (Pêche de Nancy) von Baumaux aus Frankreich eingetroffen und ich habe mich gefragt, warum ich Depp mir nicht selber auch eine bestellt habe!
Der Bekannte hatte früher schon mal eine und hat von ihr geschwärmt - und Baumaux schreibt selber zur Sorte: ".... très juteuse. Cette variété est considérée comme la meillleure" und hat das Ding auf Aprikosensämling veredelt im Programm!
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: BernerRosenapfel am 17. Februar 2018, 13:04:20
Zitat von: b-hoernchen link=topic=[b
Link entfernt!1[/b]3029500#msg3029500 date=1518809290]
 
Diese Woche ist eine für einen Bekannten mitbestellte "Nancyaprikose" (Pêche de Nancy) von Baumaux aus Frankreich eingetroffen und ich habe mich gefragt, warum ich Depp mir nicht selber auch eine bestellt habe!
Der Bekannte hatte früher schon mal eine und hat von ihr geschwärmt - und Baumaux schreibt selber zur Sorte: ".... très juteuse. Cette variété est considérée comme la meillleure" und hat das Ding auf Aprikosensämling veredelt im Programm!

Die Sorte ist in Frankreich seit langem sehr verbreitet. Ich habe sie dort auch schon als Scharka-resistent angeboten gesehen. Hoffentlich stimmt das (noch)...
1min. Beitragsanzahl noch nicht erreicht
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Eric-Bernhard am 23. Februar 2018, 14:28:36
Aus dem vorgenannten Grund sehe ich bei Aprikosen von Mehrsortenbäumen ab. Es ist immer damit zu rechnen, dass man ein Bäumchen sehr plötzlich verliert. Das wäre bei Mehrsortenbäumen ein sehr großer (Zeit)verlust.
Ich stimme zu, konnte mich aber nicht davon abhalten, weil es sich so schön ergeben hat.
Ich hatte fünf verschiedene Sorten Aprikosenbäume bestellt und weil sie so groß waren mussten sie unbedingt zurückgeschnitten werden. Ich konnte so viele schöne Edelreiser nicht einfach wegwerfen und so eben habe ich auf einem Pfirsischsamling, das ich in einem 10 Liter Lebensmitteleimer habe, veredelt.
Ich habe dafür ein z-graft mit Gegenzunge verwendet, weil Edelreis und Unterlage von recht unterschiedlichen Größen waren.
Jetzt sitzt der Baum in der Wohnung und verwächst.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: misoo83 am 26. März 2018, 10:05:47
Wie man den Grad Einfrieren von Fruchtknospen überprüft  ;).

https://youtu.be/y9e2Xw7yQSA
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: thuja thujon am 27. März 2018, 22:21:05
Danke, habe zwar nichts verstanden, erklärt sich aber wohl von selbst.
Gibts die Grafik am Ende des Videos auch etwas ausführlicher als Link oder sind das allgemeine Näherungswerte?

Hier sind die frühblühenden Aprikosensorten übrigens letzte Woche bis fast zur Hälfte erfroren. Die etwas späteren Sorten fangen jetzt erst mit blühen an.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: cydorian am 27. März 2018, 23:18:34
Welche Sorte blüht denn bei dir zuletzt?
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: thuja thujon am 28. März 2018, 23:07:23
Kann ich dir nicht sagen. Hier gibts hauptsächlich Hargrand und Aprimira oder irgendwelche Sorten aus dem Baumarkt. Was die Leute eben so pflanzen.
Die Bäume sind prinzpiell unbekannt, ich kann nur sagen, dass sie unterschiedlich blühen. Kann auch mit der Unterlage zusammenhängen.
Meine Hargrand blüht noch nicht. Von ESFY befallene Bäume sollen etwas früher dran sein. Den Unterschied kann ich dieses Jahr aktuell aber noch nicht erkennen und wäre sowieso mehr Rätselraten. Ich merke mir hier nicht jeden Baum, nur manche wenige.

Zum Vergleich: Myrobalane und Osterglocke ist derzeit in Vollblüte, die Zwetschgen und Mirabellen fangen gerade an die Knospen etwas weiter aufzuspreizen.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Wurmkönig am 30. März 2018, 10:40:46
Welche Sorte blüht denn bei dir zuletzt?
Also bei mir fängt alles gerade an (so 5 - 15 Knospen geöffnet), bis auf Bergeval - dieser Baum macht noch keinerlei Anstalten, obwohl er als einziger nicht gekalkt wurde und recht nah am Carport steht. Als Unterlage funktioniert hier nur Torinel. Alle Bäume sind im 4ten Standjahr.

Die neueren Sorten Digat und Rubista machen auch noch nichts, sind aber erst im 1sten Standjahr.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Staudo am 30. März 2018, 10:55:48
Ich pflanzte vorhin eine Aprikose 'Mino' und bin gespannt, ob sie wirklich so moniliafest ist wie beworben. Vorerst habe ich alle Blütenknospen ausgebrochen.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: paulche am 30. März 2018, 11:45:41
Ich habe jetzt einige Aprikosen und Pfirsische und werde vor allem meine eignen Kerne pflanzen. Ich hoffe das darunter dann tolle neue Hybridsorten sind, mit tollen Früchten und krankheitsresistent.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: thogoer am 01. April 2018, 13:49:25
Gibt es hier Erfahrungen zu den Sorten „Kaunas“ und „Ananas"?
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: NaDeWe am 15. April 2018, 15:25:02
Suche Aprikosen-Sorte für kleinen Garten mit speziellen Einschränkungen

Nachdem ich hier eifrig gelesen und gelernt habe, auch die Empfehlungen der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau berücksichtigen möchte, komme ich zum Schluss: Wir wollen es mal mit einer Aprikose versuchen – frei nach dem Motto: jedes Jahr eine neue Herausforderung für unseren kleinen Garten. Dieses Jahr soll also ein Aprikosenjahr werden.

Allerdings hegen wir noch Zweifel an einer optimalen Sorte. Für Empfehlungen eurerseits wären wir sehr dankbar.

Standort:
- Es wird einer der besten Plätze in unserem Garten frei, mehr Sonne geht nicht, rund 6 Std. im Sommer. Als Unterpflanzung hat sich eine Cistrose seit mehreren Jahren bewährt, es soll dann noch eine hinzukommen
- Zu Verfügung stehender Platz: 50 cm Nord/Süd, 60-80 cm Ost/West. In diesem Raum muss der Baum im Zaum gehalten werden (Nord stört Nachbargrundstück, Ost/West Kiwi und Kaki, Süd wir selbst)
- Nordwärts durch dichten Zaun und Mauersockel geschützt, Ost/West durch Kiwi und Kaki umrahmt
- Für optimale Bodenbeschaffenheit kann gesorgt werden

Ungünstige Rahmenbedingungen:
- jährlicher KEF-Befall (Beeren und Nachbars Kirschen)
- Monilla heimisch im Nachbargarten an Kirschbaum

Da vergeht einem schon mal die Zuversicht, wir wollen es trotzdem versuchen.

Anforderungen
- Selbstfruchtbar
- Resistenz gegen möglichst viel
- Frosthart (Klimazone 8a)
- Relativ frühe Ernte wegen KEF
- Hoher Ertrag, da nur 1 Baum möglich
- Aromatisch (sollen ja viele sein, soweit bei Vollreife geerntet)
- Frischer Verzehr geplant, Konfitüre daraus nicht abgeneigt, aber bei 1 Baum ist derartige Erntemenge wohl nicht zu erwarten, das beides geht

Nun die Fragen:
1. Macht ein Aprikosenbaum unter den genannten Voraussetzungen überhaupt viel Sinn, wenig Sinn oder nur Sinn mit viel Optimismus?
2. Welche Unterlage wäre ratsam?
3. Woher können wir die Info beziehen, welche Regionen Scharka-frei sind? Ansonsten würde sich die Auswahl lediglich auf Kioto oder ggf. (Pêche de) Nancy beschränken, oder?
4. Nach welcher Sorte sollten wir Ausschau halten? Erster Gedanke wäre Kuresia, zweiter wäre Bergeron und dritter Ungarische Beste.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: cydorian am 15. April 2018, 17:18:00
1. Natürlich! Ausprobieren! man kann nicht alles planen. Setzt euch das Ding und probierts einfach.
2. Hängt vom Boden, den Niederschlägen ab. Grundsätzlich plädiere ich bei Aprikosen für möglichst starkwachsende Unterlagen. Wenn du die LWG-Seiten kennst, wirst du wahrscheinlich auch von dem guten Abschneiden der Wavit in Tests gelesen haben, die wächst leider nicht so stark.
3. Scharka ist eher sekundäres Problem, Hauptproblem ist Monilia und Pseudomonas.
4. Bergeron ist okay, die Anderen, naja. Ungarische Beste ist toll für die Verarbeitung, frisch ist sie etwas mehlig und der Baum ist zu anfällig. Kuresia ist bei mir sehr schnell eingegangen. Bergeron blüht ein paar Tage später, was die Anbausicherheit aber bereits deutlich erhöht. Ist auch gut selbstfruchtbar.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: NaDeWe am 15. April 2018, 19:44:11
Bergeron trifft es schon ganz gut. Leider ist die Erntezeit im August für uns fast zu spät. Die KEF macht ab August Ärger, Jun/Jul können wir noch ohne Einnetzung auskommen.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: cydorian am 15. April 2018, 20:28:40
Ist an Aprikose meiner Erfahrung nach längst nicht so katastrophal wie an Zwetschgen o.ä.
Ungarische Beste wird auch erst zum Monatswechsel Juli/August reif, nur ein paar Tage vor Bergeron, Kuresia ebenso. Die hat übrigens kräftige rote Backen, auf Rot fliegt der Mistschädling besonders.

Entscheiden wird sichs bei den Punkten Monilia und Pseudomonas, Bakterienbrand. Überlegen würde ich mir auch eine Sorte wie Harlayne. Die ist im kommerziellen Anbau nur wegen ihrer kleinen Früchte unbeliebt, aber sonst eine deutlich später blühende und brauchbare Sorte.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: NaDeWe am 16. April 2018, 10:20:10
Habe heute etwas über Monilia und Pseudomonas gelesen. Nun gut. Ausprobieren halt. Gibt es eine Liste von Sorten, die sich halbwegs resistent erweisen? Bergeron und Kuresia wird Resistenz gegen vielerlei Aprikosenprobleme nachgesagt, im speziellen konnte ich darüber jedoch nichts erfahren. Lediglich Mino soll gegen Monilia resistent sein.

Harlayne macht mich sehr neugierig! Kräftiger Stamm, dünne Triebe, klein und kompakt, winterhart und selbstfruchtbar, hoher Ertrag, robust, spaliergeeignet, späte Blüte: alles drin und dran. Lediglich keine Info über Resistenzen erhältlich.

Temporao de Villa Franca (Geschmack als "sinnlich-aromatisch" bezeichnet) und Mombacher Frühaprikose scheinen auch spannend zu sein. Erstere allerdings spätfrostgefährdet und letztere etwas wuchtig für einen kleinen Garten aber dennoch angeblich spaliergeeignet.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Wurmkönig am 16. April 2018, 13:03:40
Du kannst es ja mit Bergeval probieren, ein toller Baum und sehr robust. Bei mir funktioniert nur Torinel als Unterlage, ich weiß nicht wie viel Niederschläge du hast. Bei dem sehr begrenzten Standraum wird es wohl etwas sehr schwachwachsendes werden - mit den daraus entstehenden Problemen.

Ansonsten kannst du dir ja noch
http://www.ogv.at/ogv/documents/2016/ogv20160127003164.pdf
durchlesen.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Karin L. am 02. Mai 2019, 21:53:29
So sieht es an meinem Aprikosenbaum aus, der winzige Baum hat hunderte von Früchten.
Wenn da der Frost kommt :(
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Rieke am 02. Mai 2019, 22:17:39
Harlayne und Mino haben bei uns trotz ganz leichtem Frost während der Blüte gut Früchte angesetzt. Wenn nicht noch was dazwischen kommt *klopftheftigaufholz* haben wir zum ersten Mal eine signifikante Ernte, nicht nur 3 Probierfrüchte. Mino hat leider etwas Monilia, Harlayne wirkt ziemlich fit, der Baum hat aber auch den etwas besseren Standort. Die Unterlage bei beiden ist Hinduka, eine Wildaprikose. Auf dieser Unterlage werden es richtige Bäume.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: durone am 03. Mai 2019, 05:20:09
Wir haben letztes Frühjahr eine Bergeron und eine Harlayne gepflanzt. Beide auf wavit. Wenn so geliefert wie bestellt.
Die Harlayne ist bisher sehr wuchsschwach aber noch gesund. Läuse. Die Bergeron am schattigen Standort - Nordseite vom Haus - wächst dagegen wie verrückt. Mehr als 1 m Zuwachs an mehreren Ästen und Stamm im ersten Standjahr. Bisher auch noch  gesund. Musste ich jetzt schon kräftig ausdünnen. Beide Bäume haben im Sommerhalbjahr kaum Schatten und stehen auf Lehm, darunter Schotter.

Bei deinen Platzverhältnissen ist die Bergeron vielleicht zu wüchsig. Ob die Harlayne mal ein Baum wird oder immer Spielzeug bleibt bevor sie von irgendwas dahingerafft wird bleibt abzuwarten.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: cydorian am 03. Mai 2019, 09:18:22
Wir haben letztes Frühjahr eine Bergeron und eine Harlayne gepflanzt. Beide auf wavit.

Lustig, das waren auch meine letzten beiden Neupflanzungen. Harlayne auf Wavit verkauft und geliefert wurde sie dann auf St. Julian A.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: durone am 11. Mai 2019, 18:29:19
Ja, Zufälle gibt's.

Die Bergeron wächst sehr kräftig, und mit dem Zuwachs von diesem Jahr schafft der Baum es nicht mehr, alle Äste aufrecht zu halten, manche kippen nach unten weg.
- Wie kann man das zukünftig verhindern? Stärkerer Rückschnitt zur Blüte bzw. nach Ernte?
- Was nun aktuell tun? Schneiden? Stützen? Nichts tun und warten bis sie brechen?
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: mikie am 15. April 2021, 15:02:39
Hallo,
sorry das ich den Thread wieder ausgraben aber ich möchte vielleicht noch eine Aprikose pflanzen.

https://shop.kiefer-obstwelt.de/ ist nicht sehr weit für mich, habe dort angefragt:

"Sie sollte wenig Krankheitsanfällig sein. Dann sollte sie wenig bis nicht mehlig sein und geeignet zum trocknen. Wenn möglich gerne eine rot-gelbe Sorte. Selbstfruchtbar wäre auch super da ich nicht weis ob eine Aprikose in der Nachbarschaft steht."

Empfohlen wurde mir Vertige. Was haltet ihr von der Sorte? Gute Idee, oder doch eher etwas anderes?
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: cydorian am 15. April 2021, 15:22:39
Eine aus dem riesigen Sortenstrom Frankreichs, wird dort für den Bioanbau empfohlen. Da gibts noch viel mehr, kannste mal vergleichen: https://www.schreiber-baum.at/sortenbeschreibung/marillenneuheiten

Nachteil soll das Platzrisiko bei Regen sein. Allerdings Regen im Sommer, das gibt hier schon seit Jahren nicht mehr...
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: mikie am 15. April 2021, 15:40:18
"sehr hohe Festigkeit, Geschmack ist bei voller Reife besser als Bergeron, sehr würzig, färbt früher als Bergeron"

Bergeron wird oft gelobt? Geschmack besser als Bergeron? Hm!
Gibt so viele Sorten, ich kann/will nur eine pflanzen - denke mal ich kaufe den Vertige  ::)

Regen im Sommer gibt es hier auch fast nicht....
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Rib-isel am 15. April 2021, 15:41:04
Keine Entschuldigung für die Nekromantie von Threads nötig ;D
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: cydorian am 15. April 2021, 16:58:37
Aus dem grossen Spektrum sind in D ohnehin nur sehr wenige Sorten zu beschaffen. Und obwohl Kiefer ziemlich gesalzene Preise hat (auch bei den Versandkosten langt er gnadenlos zu, aber du kannst ja zum Glück abholen), hat er immerhin Wavit als Unterlage, das ist bei Aprikosen ok. Leider etwas zu schwach, dafür wenig Baumausfälle. Zuwachs braucht man dringend, um die ständigen moniliatoten Äste schneiden zu können.

Für trockenen und schlechten Boden aber weniger geeignet.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Wurmkönig am 15. April 2021, 17:21:40
Ich habe Vertige jetzt im 3ten Standjahr, seinerzeit geholt beim Schreiber - allerdings nach dem damals extrem trockenen Jahr in einer äußerst mickrigen Qualität, Unterlage Torinel. Im 1sten Jahr ist mir der Baum verhockt, nach dem starken Rückschnitt letztes Jahr hat er aber massiv ausgetrieben - an Stellen die ich nicht wollte. Also heuer wieder massiver Rückschnitt. Hat einen sehr sparrigen, eigenartigen Wuchs. Über die Fruchtqualität kann ich nichts sagen aber immerhin steht er in meinem nassen Klima seit 3 Jahren (da ist eine angeblich so robuste Bergeval normalerweise tot). Der Baum wächst bislang gesund, bislang ist kein Gummifluss aufgetreten. Frostfestigkeit der Blüten ist aber schlechter als z.B. Farely oder Tardicot. Die beiden hängen immer noch voll, die werde ich wohl ausdünnen müssen.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: kaliz am 15. April 2021, 19:00:42
Meine Vertige, ebenfalls von Schreiber hab ich jetzt etwa zwei Jahre. Anscheinend war ich leider beim Pflanzschnitt etwas zu zimperlich. Letztes Jahr war sie so voll mit Früchten, dass die dünne Äste trotz Ausdünnen fast alle abgebrochen sind, wodurch ich sie nach der Ernte deutlich stärker zurück schneiden musste als mir lieb war. Fruchtqualität war exzellent. Nicht gerade die größten Früchte, aber geschmacklich echt genial und echt total viele. Aufgrund des starken Rückschnitts wird es wohl dieses Jahr keine Früchte geben, jetzt muss der Baum erst mal eine neue Krone ausbilden. Mit der Sortenwahl bin ich aber durchaus sehr zufrieden. Im März hab ich jetzt noch eine Bergeval dazu gekauft, die hat Schreiber in einem seiner Videos in den Himmel gelobt, soll wohl so das Nonplusultra für den Hausgarten sein.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: mikie am 15. April 2021, 19:27:01
also wenn Kaliz von dem Geschmack überzeugt ist, bin ich es auch schon fast. Habe mir dank dir auch eine Illinois Everbearing zugelegt und bin schwer begeistert davon  ;D
Noch kurz einen Platz suchen, dann reserviere ich mir die Vertige.
Danke euch allen für die Hilfe.

btw: Kiefer ist teuer, ja - aber oft auch den Preis wert. Wenn ich meinen 30€ Pfirsich von Kiefer mit dem von meinem Gartennachbar (Netto, Norma?!) vergleiche ist es mir das Geld wert  ::)
die Preise auf der Homepage gelten nicht für Selbstabholer, denke die Aprikose kostet auch "nur" 30€ :)

Edit: reserviert statt bestellt....
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: kaliz am 15. April 2021, 19:40:50
Bei mir ist dieses Frühjahr der Marillenbaum der schon im Garten war wie ich ihn vor sechs Jahren übernommen habe geflogen. Ein wunderschöner Baum ohne Zweifel, hat immer super reich geblüht und nie gscheit Früchte getragen. Letztes Jahr hatte er dann mal sage und schreibe fünf Stück dran. Die waren sehr groß, haben ausgesehen wie aus dem Katalog, sind aber hart geblieben bis sie vom Baum gefallen sind. Der Geschmack war grausam, komplett bitter. Das war dann leider das Todesurteil. Jetzt steht dort die neue Bergeval, mal schauen wann die die ersten Früchte trägt.

Die Früchte der Vertige haben übrigens nicht nur mir, sondern meiner ganzen Familie hervorragend geschmeckt. Zur Reifezeit war meine Schwester mit Mann und Töchtern zu Besuch. Das kleine Bäumchen hatte genug Früchte dass sie sich frei bedienen konnten, was die Mädels natürlich gnadenlos ausgenutzt haben. ;-)
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Maiglöckchen1 am 19. April 2021, 23:09:36
Solange es noch keine Obstbäume aus Beton und Stahl gibt darf weiter rumprobiert werden.
links bitte suchen: 1. Baumschule Schreiber AprikosenSorten sowie Youtube video Marillen  2. Fibl Bioaprikosen2021 Schweiz pdf  3. Baumschule Gräb in Kettig  4. Frankreich  Compte rendu apricotier 2017  5.Müncheberg Aprikosen  und Versuche im  Apr.Ostbau in Öst., Dtl.
Mittlerweile sind ja doch viele Erkenntnisse da, wie immer nur Erwerbsanbau, bestimmte Standorte…  Dennoch scheint klar zu sein, dass bestimmte Unterlagen die Bestandssicherheit fördern: Wavit, Myrocal, Armroo… Hochveredlungen… (wobei Ausfallhäufigkeit am Beginn ihre Ursache vielleicht durch das roden und lagern der Bäume haben, Wavit hat viele Feinwurzeln, Aprikosen/Pfirsichsämling nicht, empfindlicher…  Schnittzeitpunkte…
Robustheit der Sorte gegen Scharka, Pseudomonas, Monilia, selbstfruchtbar, späte Blüte, Frostbeständigkeit…, frühes Ausdünnen scheint auch wichtig zu sein. Letztlich gilt es für die Bäume nicht zu viele Stressfaktoren zu summieren. Je mehr Infos man aus diversen Quellen zusammentragen kann umso besser. Digat, Koolstock, Elsa, Mia, Sonnenschein, Lotte, Helena du Roussillon-Aviera, Aprisweet
Zu guter Letzt kommt dann das Entscheidende, die Realität.  Man muss sehen, welche Sorten –Unterlagen Kombinationen denn überhaupt zu bekommen sind im Nischenmarkt Hausgarten. Gegen was kann ich notfalls Pflanzenschutz machen –Monilia- gegen was nicht -Scharkagebiet/ Pseudomonas/ Europäische Steinobstvergilbung EFSY.
Für meinen Teil versuche ich noch an Mia und trotz Monilia + P. an Bergeval zu kommen, die Mino und eine armroo fliegen raus.
Bei mir kamen um 2000 die ersten 3 Aprikosensorten in den Garten: Goldrich, Hargrand und Ungarische. Alle auf Julian A.
8 Jahre später war keine mehr da, Ungarische einseitig reif, nur 1 Jahr Früchte, etwas säuerlich aber lecker. Goldrich wuchs am besten und gesündesten, hatte aber immer die früheste Blüte und erfror. Trotzdem gab es oft noch 2-10 Probierfrüchte, die optisch außer der Größe nichts besonderes  waren. Geschmacklich nur bei Späternte ok.  Hargrand trug am meisten, das war in der Summe ok, zwar viel berostete Stellen auf der Frucht (Pfirsichschorf?, Frost-Regenflecken).  Sie ging dann leider ein oder war es eingeleitet durch einen Rasenmäher“check“?
2009 dann ein Versuch mit Mino, auch auf Julian A, die steht jetzt noch in ihrem letzten Jahr.
Sie verzweigt weniger, ist dicktriebig , hat nicht viel Moniliaprobleme und macht immer Blüten und Früchte, die zuverlässig bis auf eine Handvoll jedes Jahr erfrieren. Nur 2014 gab es einen Vollertrag. Die Früchte haben oft Schalenberostungen, sind lecker,  mittelfest, saftig. Die Früchte können in zwei Erntegängen gepflückt werden.  In Trockenjahren kann es zu leichtem Fruchtfall und leichtem Anhaften des Steins an der Naht kommen. In Sachen Wuchs zeigte sie in den Trockenjahren 2018-2020 Wuchsschwäche. Sämlinge hatten bei noch schwierigerem Standort –Lindenbaumkonkurrenz- keine Probleme.
Arm-roo/-stock- eine Aprikosenunterlage- bekam ich als ovale Steine (ähnlich denen der Türk Zuckeraprikose)zum Aussähen aus Müncheberg 2005? Die 4, jetzt 3 Bäume sind im Wuchs vergleichbar, etwas heterogen im Bezug auf Erntezeitraum +-1 Woche. Auch die Früchte  variieren leicht von ovalrundlich bis mehr oval l, die Austriebvarianz ist +-3 Tage. Die aromareichen! Früchte fallen gerne und lassen sich durch Schütteln ernten, sind leicht herb, was nach 2 Tagen Lagerung bei 15 Grad vergeht. Sollte man die direkt als Marmelade verarbeiten, so bleibt diese Bitterkeit im Produkt!  Eine robuste „Sorte“ die bei mir als erste an einer Ost-Mauer stehend blüht, leider aber sehr moniliaanfällig ist. Das führt zu massivem Ausfall.  Wenn, dann muss bestimmt 3 x gespritzt werden.  Ballon, Vollblüte, Jungfrüchte.
Lotte, auch eine Müncheberger Sorte, „Kuresia“ Abkömmling wurde 2020 gepflanzt.  Unterlage Aprikosensämling. Sie hat dieses Jahr 5 Früchte angesetzt, bin gespannt. Die Blüte war 2021 ca. 1-2 Tage früher als bei Mino,  und bis jetzt sind die jungen Früchte nicht erfroren.
2004 habe ich Kerne der „Türkischen Zuckeraprikose“ gepflanzt. Einer wuchs gut und der steht immer noch. 2019 bekam dieser aber Pseudomonas?, der sich 2020 eher verstärkt hat. Der Baum wächst dicktriebig sehr straff aufrecht, er blüht eher später, mattpinkgrau und macht Golfballrundliche Früchte, die mittel gefärbt sind. Geschmacklich allererste Klasse. Vor allem zum Essen. Selbst hartreif schon gut. Zur Verarbeitung leicht ansäuern. Die Kerne sind breitoval, völlig anders als die ausgesäten.
Um 2012 ausgesät gibt es einen weiteren Sämling der dieses Jahr zum ersten mal noch 2 Tage vor Armroo-stock geblüht hat und auch nach den drei Frösten vorige Woche noch gut aussieht.
Anbei ein paar Bilder vom 18.04.21
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Maiglöckchen1 am 19. April 2021, 23:12:55
Bild Mino
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Maiglöckchen1 am 19. April 2021, 23:13:45
Noch eins von Mino
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Maiglöckchen1 am 19. April 2021, 23:14:45
Lotte
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Maiglöckchen1 am 19. April 2021, 23:16:34
Hier der erstmalig fruchtende frühblühende Sämling von 2012
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Maiglöckchen1 am 19. April 2021, 23:18:33
Und hier der vermutlich Pseudomonasgeschädigte 2004er Sml. der Türkischen Zuckeraprikose, Foto Ende 9_2020
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Lady Gaga am 02. November 2021, 13:44:28
Im März hab ich jetzt noch eine Bergeval dazu gekauft, die hat Schreiber in einem seiner Videos in den Himmel gelobt, soll wohl so das Nonplusultra für den Hausgarten sein.

Kaliz, wie geht es deiner Bergeval inzwischen, ist sie gut eingewachsen und hat die Krone weiterentwickelt?

Ich habe mir auch gerade eine geholt und bin schon gespannt.  :D
Leider habe ich die Unterlage vergessen.  :-\  Es gab eine, wo das Bäumchen 3m hoch wird, und eine mit 3,5m, die habe ich genommen. Aber ob die Unterlagen noch andere Auswirkungen haben oder eine für trockenen Boden besser ist, habe ich zu fragen vergessen. Es war so ein Trubel dort, dass ich nur schnell sein wollte.  :-[
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: kaliz am 03. November 2021, 15:43:08
Angewachsen ist der Baum gut, aber er sieht immer noch aus wie eine Spindel. Ich werde im Winter die Spitze noch Mal ordentlich einkürzen und hoffe für nächstes Jahr auf mehr Zweigwachstum. Gut Ding will Weile haben, war ja erst sein erstes Jahr im Garten und dafür sieht der Baum durchaus gut aus. Die Vertige die ich letztes Jahr gepflanzt habe hat jetzt über den Sommer eine sehr schöne Krone ausgebildet, da hoffe ich nächstes Jahr auf Früchte.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Lady Gaga am 03. November 2021, 19:05:31
Interessant, dass die Krone bei der Vertige schneller wächst.
Ob da vielleicht eine andere Unterlage werwendet wurde? Die Bergeval hätte es auf 2 verschiedenen Unterlagen gegeben, bei einer würde sie 3m, bei der anderen 3,5m hoch werden. Die "Äste" beginnen auch schon tiefer wie ein Halbstamm, ist es dann nicht ohnehin eine Spindel?
Habe mir die Namen der Unterlagen zwar nicht gemerkt, aber inzwischen entdeckt, dass er ohnehin auf der Schleife am Baum steht. Ich habe die Torinel genommen, mit ihr gehen angeblich die Sorten früh in den Ertrag. Hier werden die Unterlagen beschrieben.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: DerTigga am 04. November 2021, 14:07:24
Ich habe mir dieses Jahr eine Anegat und eine Frisson gekauft, laut verfügbarer Literatur für mich recht interessante, da etwas neuere und resistentere Aprikosen. Stehen in 2 gr Kübeln auf dem Balkon, beide auf eher schwachwachsender Unterlage. Mit einer 3ten, Iziagat benannt, liebäugel ich noch..
Zumindest für Anegat gibts auch Geschmacksbewertungen bzw 'Verkostungen' im Internet zu finden, für mich gut genug, dem Ganzen ne Chance zu geben.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: kaliz am 08. November 2021, 12:07:58
@Lady Gaga
Jetzt hat es mich interessiert und ich hab nachgesehen. Bergeval ist auf Wavit veredelt. Bei der Vertige ist das Sortenschild verschwunden. Ich habe eine Krähe in Verdacht es gestohlen zu haben. Keine Ahnung auf was die veredelt ist. Was ich bei den Sortenbeschreibungen der Veredelungsunterlagen nicht ganz verstehe ist, warum Schwachwüchsigkeit ein erwünschtes Züchtungsziel ist. Was ist der Vorteil an Schwachwüchsigkeit, dass man das als Züchtungsziel hat?
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: thuja thujon am 08. November 2021, 12:39:01
Das hängt mit besserer Pflückleistung und Fruchtqualität bei immer höheren Lohnkosten und Anforderungen des Handels zusammen.
Der Obstbau wird immer unrentabler und kann nicht mehr mit Ausländischer Produktion in Ländern mit geringeren Löhnen mithalten. Deshalb versucht man die Effiziez zu erhöhen, also höherer Mechanisierungsgrad und so weiter um den heimischen Obstbau zu retten und regionale Lebensmittel anbieten zu können. Der derzeit diskutierte Mindestlohn von 12,5€ wird für viele der Sargnagel sein, die Discounter werden das nicht mittragen wenn heimische Ware wenigstens das Doppelte wie Importware kostet und kaufen woanders ein.

Jeder der Steinharte, unreife Pfirsiche oder Aprikosen aus Übersee kennt weiß was zumindest hartreifes Obst wert sein kann. Die vollreife Qualität im Garten ist nicht transportfähig und daher im Handel nicht zu finden. Kleinere Gärten erfordern manchmal auch schwachwüchsigere Bäume, 8m hohe Aprikosen passen nicht mehr in einen 100m² Garten. Gießaufwand ist bei den schwachwüchsigen Unterlagen im Hausgarten vertretbar.

Die schwachwüchsigen Bäume sollte man nicht verteufeln, sondern dort nutzen, wo sie Sinn machen. Das gilt für Großkronige Bäume genauso.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: kaliz am 08. November 2021, 12:48:02
Danke für die Erklärung.
Ich verteufle die Schwachwüchsigkeit auch nicht, es hat mich nur ein wenig verwundert, dass es offenbar ein sehr wichtiges Züchtungsziel ist. Aber ja in Hinblick darauf, dass die Gärten immer kleiner werden, macht eine Schwachwüchsige Unterlage wohl durchaus Sinn.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: thuja thujon am 08. November 2021, 12:58:41
Man sollte bei der Diskussion nicht vergessen dass sich eigentlich niemand für Obstbau in Gärten interessiert. Man hat das Gefühl den gibt es nicht.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: kaliz am 08. November 2021, 13:04:29
Die Qualität vom Obst aus dem eigenen Garten ist mit der aus dem Supermarkt aber nicht zu vergleichen. Wenn man eigenes Obst hat wundert man sich oft was die Leute alles kaufen, so manches im Supermarkt würde ich als ungenießbar definieren, makellos, aber ungenießbar. Da ist mir die Frucht aus dem eigenen Garten die vielleicht keinen Schönheitswettbewerb aber dafür jeden Geschmackswettbewerb gewinnt tausendmal lieber.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Lady Gaga am 08. November 2021, 19:30:40
Kaliz, dass sehe ich auch so. Darum habe ich schon viele Obstbäume gepflanzt und alte Bäume erhalten.
Thuja Thujon hat das mit den niedrigen Obstbäumen schon gut erklärt. Von Schreibers Baumschule gibt es schon viele Videos in Youtube, da erklärt er das auch einmal so. Sie wollen zum Ernten und Schneiden nur noch auf so fahrbare Leitern steigen, was damit nicht mehr erreichbar ist, wird abgeschnitten.

Habe jetzt die Beschreibung der Wavit gelesen, klingt ja sehr gut. Dann können wir in wenigen Jahren die Entwicklung unserer beiden Bergeval vergleichen.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: thuja thujon am 08. November 2021, 22:45:25
Habe im Sommer den hier 2 mal auf Wavit okuliert. Ich hoffe da wird was draus. Der Besitzer noch mehr. Sorte, keine Ahnung. Bergeron war mal berühmt, seitdem ist viel passiert. Man sollte mal Sortenbeschreibungen wälzen.

Wer Obst über die Saison im Supermarkt kauft, hat den Garten oder das Leben nicht verstanden. Ok, reisserisch, nur meine Meinung.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: kaliz am 08. November 2021, 22:51:20
Hier ist ein Bild mit meiner Vertige in der Mitte. Die Krone hat sich über den Sommer sehr gut entwickelt.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Lady Gaga am 08. November 2021, 22:56:50
Uuups! Da hast ja ganz schön dicht bepflanzt.  ;D  Soll da die Vertige schließlich den Feigenstrauch überragen? Schön verzweigt ist sie ja schon.

Thuja, das ist ja schon ein schönes Bäumchen!  :o

Bergeval ist eine Kreuzung aus Bergeron und Orangered, sollte also schon eine Weiterentwicklung sein. Mal sehen, ob sie wirklich auch bei Spätfrost noch Marillen bekommt, das war mein Ziel beim Kauf.

Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: kaliz am 09. November 2021, 00:08:26
Ja, die Marille soll später mal die Feige überragen. Die Töpfe rundherum kommen dann früher oder später mal weg, dort stören sie nur momentan am wenigsten. Die Feige möchte ich sowieso ein wenig kleiner bekommen, die ist mir schon eine Spur zu ausladend. So wahnsinnig viele Feigen brauche ich jetzt auch nicht. Die Marille hat dort jedenfalls den sonnigsten Platz im Garten, sobald sie mal etwas größer ist sollte sie sich mit der Feige auch nicht mehr in die Quere kommen.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: rohir am 30. November 2021, 21:42:49
An der Südseite meines Gartenhäuschens habe ich ein Spalier angebracht und würde gern eine Aprikose dort wachsen lassen. Das Dach steht über, d.h. die Pflanze wäre geschützt. Ich bin auf 800 Metern, eigentlich keine Marillenlage, aber die Nachbarn haben auch einen alten Baum südseitig seit über 30 Jahren stehen. Welche Sorten würden da passen? Ich mag "mehlige" Sorten gar nicht, also gern saftig und aromatisch. Habe bei Recherchen Bergeval und Kioto gelesen, die spät blühen sollen, was auf jeden Fall wichtig wäre. Und bei Limbach gibts auch einige ukrainische Sorten oder die rumänische Carmela, die geeignet klingen. Hat da wer Erfahrungen?
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: thuja thujon am 02. Dezember 2021, 00:28:43
Was spricht gegen neuere Züchtungen?

Südseite wärmt sich gerne mal auf, sorgt für frühen Austrieb. Der Witz am Wandnahen Spalier ist das man den Baum abhängen kann, um Sonneneinstrahlung und damit Wärme im Spätwinter abzuhalten.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: DerTigga am 02. Dezember 2021, 11:19:12
Zur Infogewinnung bzgl neuere Züchtungen möchte ich euch Webseite (Baumschule) graeb.de vorschlagen, privater (Einzel)Pflanzen Bezug direkt von dort ist allerdings was ganz anderes bzw laut die Tage Gelesenem nur über Handelspartner möglich.
Meine örtliche Baumschule hatte einiges von denen im Angebot (auch Kirsche und Pflaume) = ich hab nur kurz gezögert ..
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Nordfeige am 02. Dezember 2021, 19:50:17
Bergeval haben wir auch in diesem Jahr bestellt, ist jetzt frisch gepflanzt. Carmela kenne ich nicht, aber dafür Kaunas, eine lettische Sorte. Der Baum ist bei uns im dritten Jahr und hat zum ersten Mal getragen. Die Früchte sind mittelgroß, sehr schön zweifarbig rot/gelb, saftig und aromatisch. Einfach lecker.
Wir sind hier an der Grenze zu Dänemark auch nicht im Marillenklima, aber der Baum zeigt sich als robust, und die Blüten sind auch wenig anfällig für Frost.
Eine andere gute Sorte bei uns ist Hargrand. Die Früchte sind vielleicht etwas weniger lecker als bei Kaunas, dafür aber dreimal so groß. Manche Früchte wogen 150g. Hargrand ist auch robust.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Starking007 am 02. Dezember 2021, 19:56:50
Für Grenzlagen wird manchmal empfohlen
ostseitig zu pflanzen und südseitig zu ziehen.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Nordfeige am 02. Dezember 2021, 20:20:23
Hallo Arthur, Danke. Das ist interessant. Die genannten Aprikosen wachsen bei uns auf der Nordseite des Hauses (Kaunas und daneben Ananas) und an der Ostseite (Hargrand), direkt an die Wand gepflanzt.
Wir hatten gelesen, dass gerade die Nordseite für Aprikosen interessant ist, damit die Knospen im Frühjahr nicht zu früh aufwachen und im Spätfrost kaputt gehen.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: kpn01 am 02. Dezember 2021, 20:55:34
Neue Züchtungen gibt es auch bei Schreiber aus Österreich.

Ich wohne auch nicht ideal (720m) und habe mir 2 Bäume bestellt (Bergeval + Aviclo und Elgat). Sind allerdings erst seit 2 Wochen in der Erde und mit Erfahrung kann ich noch nicht dienen.
Ich war zumindest sehr zufrieden mit der Qualität der Bäume.

Ich pflanze aber mittlerweile nach dem Motto, Versuch macht klug. Ich bin zwar klimatisch eingeschränkt aber vieles ist trotzdem möglich. Für mich sind 2 Punkte wichtig, möglichst spät blühend und frühe - mittlere Reifezeit. Der Rest wird sich dann zeigen.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Nordfeige am 02. Dezember 2021, 21:36:49
Wir teilen dieses Prinzip: Ausprobieren macht klug. Wir haben vor allem Probleme mit Spätfrösten und Pilzkrankheiten, und viele ausprobierte Sorten haben es nicht geschafft. In diesem Jahr haben wir auch neue Sorten bei Schreiber gekauft, darunter Bergeval+Aviclo, Tardicot, Harogem und Kioto.
Auch zu uns kamen sie von Schreiber vor etwa 2 Wochen. Als erstes bekamen sie einen Weißanstrich gegen Frostschäden und Pilze. Nächstes Jahr können wir dann Erfahrungen austauschen.

Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Starking007 am 03. Dezember 2021, 03:32:28
Schreiber hatte ich mal besucht.

Hier in Nordostbayern sage ich zu Aprikosen:

Wenn von fünf nach fünf Jahren noch eine da ist
und insgesamt hatte man 5x Ertrag, ist das super Glück und war den Versuch wert.
Leichtsinnig bei der Standortwahl braucht man nicht sein!
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Nordfeige am 03. Dezember 2021, 08:08:15
Auch in unserem Klima scheinen Aprikosen kurzlebig zu sein. 5 Jahre kommt gut hin. In diesem Jahr haben wir angefangen, die Bäume mit biologischen Mitteln zu spritzen. Wir haben Netzschwefel gegen Monilia ausprobiert. Das hat sehr gute Ergebnisse gebracht – wir hatten gar keine Monilia. Sogar unter optimalen Bedingungen wie in der Ukraine geht es nicht ohne Pflanzenschutz. Die zweite Maßnahme war den Anstrich der Stämme mit Kalk.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Starking007 am 03. Dezember 2021, 10:08:00
Ich finde das so ok,

stellt euch vor jeder Neuling in jeder Lage hätte viel gutes und exotisches Obst!?  :'(
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: cydorian am 03. Dezember 2021, 10:35:25
Netzschwefel gegen Monilia? Wann und wie?

Die Kurzlebigkeit von Aprikosen, vor allem im wenig kontinentalen Klima ist ja immer wieder Thema. Sortenwahl ist auch nur ein Punkt. Ich hatte auch schon an die zehn Sorten. Seltsamerweise war die mit Abstand lebensfähigste Sorte keine der wie üblich immer gelobten Neuzüchtungen (denn die Verkäufer wollen ja verkaufen), sondern Orangered. Sogar mehrfach, mein ältester Baum hat über 20cm Stammdurchmesser und ist 15 Jahre alt. Steht auf der Nordseite eines Gebäudes auf starkwachsender Unterlage. Monilia ja, aber das überlebt er, aber viel Arbeit das Totholz wieder rauszuholen. Schnittverträglich ist die Sorte jedenfalls. Eine andere ist robust auf einer Obstwiese, aber taugeschützt, knapp zehn Jahre alt, erstaunlich wenig Monilia. Sie steht vor einer Trockensteinmauer und südseitig im Traufbereich einer Walnuss.

Ernten ist freilich eine andere Nummer. Kann man vergessen, was bei Orangered besonders bitter ist. Die ist frisch auch im Vergleich eine absolute Spitzensorte. Wirklich unglaublich gut. Aber Spätfröste... hinzu kam, dass es in unserem Klima mehr denn je viel zu warme Winterphasen hat. Die Bäume kommen in Saft, dann prügelt wieder Frost drauf und die Blütenknospen sterben schon bevor sie aufgehen. Am erntesichersten sind die unter einem Dachüberstand vor einer Fassade (abhängen bei Frösten wurde ja schon genannt), Bekannte haben sowas. Aber solche Plätze sind rar.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Lady Gaga am 03. Dezember 2021, 11:16:53
Ernten war bei uns die letzten beiden Jahre trotz milder Gegend und 5 Bäumen auch nicht möglich. Der Spätfrost schlug zu. Darum habe ich vor kurzem die Bergeval gepflanzt, lt. Schreiber soll diese Sorte mehr Frost aushalten.
Gibt es eigentlich Maßnahmen, um den Austrieb bestehender Bäume etwas zu verzögern? Kalkanstrich? Oder Laubschüttung um den Stamm herum?

Bei den Bäumen im zugekauften Nachbargarten ist auch der Moniliabefall schlimm. Ich schneide im Frühling alle dürren Zweige zurück, die anderen treiben aus und sterben tw. wieder ab. Obwohl ich danach alles entferne, beginnt im neuen Jahr das gleiche Spiel. Wie kann man das los werden?
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Wurmkönig am 03. Dezember 2021, 11:58:03
Ich kann ja meine Sorten und Erfahrungen gerne vorstellen. Alles 3 Jahre alt, alle am gleichen Tag gepflanzt, 90 % mit Unterlage Torinel. Eingegangen ist aus dieser Pflanzung bislang nur Bergeval.

Rechts im Bild: Maya Cot - ein Frühblüher und ein Langblüher. Fängt als erstes an und hört als letztes mit der Blüte auf. Das hat durchaus auch Vorteile, die schiebt nach Frostphasen noch einmal einige Blüten nach. Letztes Jahr waren es 4 oder 5 Früchte, heuer ca. 15 Stück. Der Geschmack - also um Längen besser als alles was man kaufen kann, aber keine absolute Spitzensorte. Unterlage Torinel - die wächst in meinem nassen Klima wie Unkraut, steht frei im Regen, ist über 4 m hoch, mach lange dünne Triebe und sieht im Spätsommer ein wenig wie eine Trauerweide aus und verzweigt auch einigermaßen gut. Heuer waren weniger die Spätfröste das Problem, die zwar auch, aber das sehr kalte und feuchte Frühjahr. Das mag sie nicht ganz so gerne, alles braune wurde tüchtig geschnitten und das wächst sich dann auch wieder gut aus. Kaum Gummifluss, schnittverträglich, hat in meinem sehr nassen Klima das schönste und gesündeste Blattbild.

Links daneben an der Hauswand, zum Teil mit Überdachung - Tardicot.
Lt. Schreiber eine der frosthärtesten Sorten. Hatte letztes Jahr um die 20 Früchte (war also etwas überlastet), heuer - nasskaltes Frühjahr - ca. 3 Früchte. Wächst deutlich schwächer und mag das nasskalte Frühjahr auch nicht. Wie man sieht hat sie an den Schnittflächen deutlich weniger zugelegt als Maya Cot. Fruchtqualität ist super, reicht nicht ganz an die Ungarische Beste ran aber da kann man nicht genug davon kriegen. Der leichte Schutz der Überdachung tut ihr gut, die kriegt nächstes Jahr etwas Dünger. An ihr habe ich noch keinen Gummifluss gesehen.

Beide Bäume stehen in zwischen 2 Häuserreihen, haben also nur bis ca. 13.30 Uhr Sonne.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Wurmkönig am 03. Dezember 2021, 12:01:28
Dann haben wir noch Farely, meine Lieblingssorte. Wächst super - nicht ganz so gut wie Maya Cot - aber mit ca. 3.5 m immer noch richtig gut, hatte letztes Jahr 15 Früchte dran, heuer ca. 20. Verzweigt super, kaum Gummifluss, gesundes Blattbild, sehr gute Früchte - ich hoffe, die bleibt mir noch länger erhalten. Das wäre meine persönliche Empfehlung auf die Frage im Titel.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Wurmkönig am 03. Dezember 2021, 12:11:13
Das ist eine ungarische Beste - Unterlage unbekannt. Ein Erbstück meiner Nachbarin, ca. 6 oder 7 Jahre alt. Das ist mittlerweile die 5te oder 6te die ich gesetzt habe, und die einzige die noch lebt. Die hatte am Stamm in ca. 15 cm Höhe einen eingewachsenen Draht wo ich sie vor 4 Jahren vollständig abgeschnitten habe und aus einem darunter liegenden Ast völlig neu aufgebaut habe. Geschmack - spitze! Im Frühjahr will man den Baum nicht sehen, es ist zum heulen. Monilia, dass alles nur mehr braun ist - aber bislang, bei radikalem Schnitt hat war sie vital genug um sich immer wieder neu aufzubauen. Heuer ca. 5 Früchte, letztes Jahr auch ca. 5. Die mag nach Süden wachsen und wird mehr oder weniger als Fächer zwischen den beiden Häusern erzogen. Die kriegt etwas länger Sonne, so bis 15.00 Uhr.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Wurmkönig am 03. Dezember 2021, 12:16:44
Dann gibt es noch Congat auf Wavit, ebenfalls freistehend. Hat letztes Jahr wenig getragen, heuer hat sie die Nasskälte so niedergemacht dass ich sie radikal gekürzt habe, also keine Früchte. Der geschulte Blick erkennt auch wo sie gekappt wurde (auf Brusthöhe) und wie gut sie nachgewachsen ist. Das sollte irgendwann eine Fächerkrone werden, sie will aber nicht. Die schiebt schnurgerade Lanzen, über 3 m lang - verzweigt kaum. Heuer hat sie deutlich besser verzweigt, man kann es in der Perspektive nicht sehe die wächst sehr schräg. Das kann auch mit dem Schattenfall durch die Hecke dahinter bedingt sein. Ebenfalls ein recht gesunder Baum, sehr wenig Gummifluss. Geschmack der Früchte - spitze.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Nordfeige am 03. Dezember 2021, 12:17:47
Maya Cot - das ist ein sehr guter Tipp. Ich hatte sie auch schon auf der Wunschliste. Zur Unterlage: Unsere Bäume sind fast alle auf Wavit, mit Torinel habe ich keine Erfahrung. Hört sich aber sehr interessant an. Danke, von positiven Erfahrungen zu hören, macht Mut.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Wurmkönig am 03. Dezember 2021, 12:20:03
Dann gibt es noch Rubista, die hat noch nie getragen. Die packt das nasse, kalte Wetter am schwächsten. Die Monilia macht sie nieder, anders als bei der Ungarischen Besten bleiben auch keine Früchte mehr dran. Da wurden heuer einige meiner Sämlinge drauf veredelt - mal sehen. Ich hatte auch schon Scharka an einem Baum - einer der Leitäste hatte heuer im Herbst so ein eigenartiges Blattbild, das nächste Jahr wird zeigen ob es ein gröberes Problem gibt.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Wurmkönig am 03. Dezember 2021, 12:24:05
Dann gibt es noch Sefora - auf Docera6. Wächst super, hatte aber noch keine Früchte, dafür schneide ich zu stark. Aber die macht das was ich will, ist kein Sturkopf. Verzweigt, hat auch noch einige Blätter dran wie man sieht, aber die kommen spätestens im Frühling weg. Die werden im Winter ohnehin abfrieren, das wird einmal eine schöne Hohlkrone. Diese ewig hohen Lanzen mit Früchten dran und mein Balanciertalent auf der Leiter - das brauche ich in meinem Alter nicht mehr. Der Baum muss unten herum genug austreiben und darf nicht verkahlen. Das Blattbild ist sehr gut, kein Gummifluss bislang.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Nordfeige am 03. Dezember 2021, 12:25:02
Ungarische Beste habe ich auch schon lange im Garten - aber es ist noch nie gelungen, ihren Geschmack zu testen... Das gleiche mit Aprikose von Nancy. Für beide ist es hier wohl nicht das richtige Klima. Zu kühl und zu nass (im Schnitt 1.000 mm Niederschlag im Jahr).

Geschmacklich ist unter unseren Bedingungen bislang Orangered die Beste. Aber sie ist nicht ertragreich; der Baum, der direkt an der Hauswand steht, hat uns bislang insgesamt 5 Früchte geschenkt.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Wurmkönig am 03. Dezember 2021, 12:31:03
So, für heute der letzte Baum - Anegat, ebenfalls auf Docera 6. Die steht genau an der Stelle, an der ich vor 3 Jahren Goldrich wegen Scharka gerodet habe. Hatte noch keine Früchte, wächst aber gut und gesund und verzweigt auch schön.

Dann gibt es noch einige andere, Harogem, Orangered, Vertige, Aurora, Hilde ist heuer eingegangen, mittlerweile auch Sämlinge, an Sorten hat es nie gemangelt - vielleicht stelle ich die Fehlversuche auch noch irgendwann einmal rein. Ich habe im Schnitt 1600 mm im Jahr (Bregenz, Stadtklima), das meiste im Sommer. Das falsche Klima für dieses Obst, aber einige Sämlinge zeigen sich sehr vielversprechend.

Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Nordfeige am 03. Dezember 2021, 13:27:40
Das sind alles sehr schöne Bäume bei Wurmkönig. Man kann leicht neidisch werden.  :)
Groß und schön sind bei uns nur drei Bäume: Kaunas (starkwüchsig), Ananas (hat noch nicht getragen) und Hargrand. Alle sind 3-4 Jahre alt. Die restlichen Bäumchen sind kranke Kümmerlinge, die wohl bald ganz absterben.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Nordfeige am 03. Dezember 2021, 13:51:29
Zumindest das Scharka-Problem bleibt uns erspart. Bei uns im Norden kommt das nicht vor  :)
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: cydorian am 03. Dezember 2021, 14:25:37
Hilde, Kuresia, die deutschen Sorten waren bei mir keinen Deut gesünder, im Gegenteil. Alles bald wieder weg.
Problem ist auch, dass es eine gigantische Schwemme von Sorten mit vielen Versprechungen gibt, aber die richten sich praktisch ausnahmslos am kommerziellen Anbau Südeuropas aus. Guckt mal, was in Frankreich alles angebaut wird: http://www.abricotsdenosregions.com/_upload/ressources/presse/aop-abricots-web-de.pdf - vor allem französische und amerikanische Züchtungen. Viel Spass beim durchprobieren der Bäume.

Ich pflanze auch jedes Jahr was Neues. Nun ist mal Vertige dran, auch eine der INRA-Sorten aus Frankreich. Die aktuellen "in"-Sorten sind gerade Carmingo, Nelson, einie neue -Cots, Koolgat, Lido. Kauft und pflanzt mal :-) Mia kommt auch noch, soll robust gegen Pseudomonas sein, auch so eine Pest. Ohne Aprikosen können einige Baumschulen zumachen. Ein Traum, der Kunde kauft ständig nach weil ständig was verreckt.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Nordfeige am 03. Dezember 2021, 19:36:20
Eine Aprikose kann man an der Nordseite eines Hauses pflanzen, damit sie etwas später austreibt und blüht. Richtige Sortenwahl wäre das Wirksamste. Interessant sind zum Beispiel Sorten aus baltischen Ländern oder Kanada, deren Blütenknospen sind oft robust gegen Frost.
Kalkanstrich hilft gegen Frostrisse im Winter und gegen Pilzinfektionen über das ganze Jahr. Mir ist nicht bekannt, ob es den Austrieb verzögert. Eher nicht.
Gegen Monilia hilft Wegschneiden oder Spritzen. Andere Möglichkeit wäre Überdachung, was schwierig ist.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Nordfeige am 03. Dezember 2021, 19:55:16
Hallo, cydorian, es wäre interessant zu erfahren, mit welchen Sorten Sie unter Ihren klimatischen Bedingungen die besten Erfahrungen gemacht haben.
Negative Erfahrungen mit bestimmten Sorten sind nicht weniger interessant.
Bei uns im Garten läuft auch eine Art Rotation der Aprikosensorten.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Wurmkönig am 03. Dezember 2021, 19:56:54
Aprikosen sind die Mimosen unter den Obstgehölzen. Frosthart sind sie, aber Nässe ertragen sie nicht. Egal ob französische, kanadische oder osteuropäische Sorten (kontinentales Klima ist kein Problem - die probiere ich als nächstes) - ich kenne keine die länger durchgehalten hat.

Was solls! Frei nach einem bekannten Zitat (weil gute Ideen ja meist geklaut sind): "Und wenn ich wüsste das morgen die Welt untergeht würde ich heute noch ein Aprikosenbäumchen pflanzen"
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Lady Gaga am 03. Dezember 2021, 21:17:17
Eine Aprikose kann man an der Nordseite eines Hauses pflanzen, damit sie etwas später austreibt und blüht. Richtige Sortenwahl wäre das Wirksamste. Interessant sind zum Beispiel Sorten aus baltischen Ländern oder Kanada, deren Blütenknospen sind oft robust gegen Frost.
Kalkanstrich hilft gegen Frostrisse im Winter und gegen Pilzinfektionen über das ganze Jahr. Mir ist nicht bekannt, ob es den Austrieb verzögert. Eher nicht.
Gegen Monilia hilft Wegschneiden oder Spritzen. Andere Möglichkeit wäre Überdachung, was schwierig ist.

Danke für die Tipps! Die vor meiner Zeit gepflanzten Marillen kann ich leider vom Platz und Sortenwahl her nicht mehr beeinflussen. Deshalb rätselte ich, was sonst möglich wäre.
Wenn noch jemand Ideen hat...  8)
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: cydorian am 03. Dezember 2021, 21:18:45
Interessant sind zum Beispiel Sorten aus baltischen Ländern oder Kanada, deren Blütenknospen sind oft robust gegen Frost.

Auf diese Fehleinschätzung bin ich am Anfang meiner Aprikosenpflanzungen auch schon hereingefallen. Ich habe es schon geschrieben, hier noch einmal detaillierter: In den meisten Teilen Deutschland ist wie gesagt das (stark zunehmende) Problem die warmen Winterphasen. Ein Beispiel von diesem Jahr, über zwei Wochen im Januar: 19.1.2021 bis 7.2. tägliche Temperaturen bis 15°C, meistens 10-12°C. Der Baum kommt in den Saft, die Knospen schwellen, die Frostfestigkeit sinkt. Am 10.2. kam plötzlich ein extremer Absturz auf -10°C nachts. Vier kräftige Frostnächte in Folge. Die -10° hält die Aprikose in Winterruhe problemlos aus. Ihre theoretische Frostfestigkeit ist nicht das Problem. Aber die ist nicht mehr in Winterruhe! Und dann erwischt es die Knospen zuerst. Ich hatte auch schon Jahre, da blühte eine unbesonnte nordseitig gepflanze Ungarische Beste (meine erste Sorte) deshalb schon im Februar.

Und damit sind die Sorten aus kontinentalem Klima (Sommer warm, Winter durchgehend kalt) wie Kanada eben gerade das Problem und nicht die Lösung. In Kanada ist die Züchtung eh längst durch, so wie der Anbau. Die haben noch 100 Hektar Anbaufläche, früher waren das mal 2000. Die Kriterien für Deutschland (mit Ausnahme von Küsten- und Hochlagen) sind genau gegenteilig:


Schwefel gegen Monilia würde mich noch interessieren.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Wurmkönig am 04. Dezember 2021, 11:10:19
Eine Überdachung ist für die Baumgesundheit das Beste was machbar ist. Solche Vorschläge findet man auch in Büchern die über 170 Jahre alt sind und seitdem hat sich nichts daran geändert. An alten Bauernhäusern in abgelegenen Gegenden finden sich zum Teil sehr alte Bäume, ich habe in der Kindheit in so einem Haus gelebt.

Aprikosen mit nassem Holz, so wie heuer im Frühjahr - 6 Wochen lang feucht und Temperaturen unter 8 Grad - gelegentlich noch Frostnächte, das macht kein Baum lange mit und da hilft auch keine Stammweisseln. Das sind Idealbedingungen für alle möglichen Bakterienkrankheiten.

Die Winterruhe ist aber doch etwas sortenabhängig. Bei Aurora habe ich den Eindruck, dass sie gar nicht in die Winterruhe geht.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Nordfeige am 04. Dezember 2021, 11:12:52
Zitat von: cydorian link=topic=[b
Link entfernt!1[/b]3788855#msg3788855 date=1638562725]
Schwefel gegen Monilia würde mich noch interessieren.

Auf der Suche nach einem biologischen Mittel gegen Monilia-Spitzendürre bei Aprikosen haben wir entschieden, Netzschwefel auszuprobieren (2,5 g pro Liter Wasser). Wir haben zwei bzw. drei Mal gespritzt: Das erste Mal auf die „rosa Knospen“, kurz bevor sie sich öffnen, das zweite Mal beim Abblühen. Einen Baum haben wir auch während der Vollblüte gespritzt. Das Ergebnis: auf 2 von 4 Bäumen gab es keine Monilia, auf 2 weiteren haben wir jeweils einen Trieb (15 und 30 cm) ausschneiden müssen. Prunus tomentosa, die daneben wächst und unbehandelt blieb (so eine Art Kontrolle) mussten wir in diesem Jahr (wie fast jedes Jahr) fast bis zum Boden zurückschneiden - wegen Monilia-Befall.

Es war der erste Versuch, und das Ergebnis kann reiner Zufall sein, zumal die Bäume noch sehr jung sind (3-4 Jahre nach der Pflanzung) und daher vital. Außerdem stehen sie teilweise unter einem Dachvorsprung. Doch an diesen Stellen sind manche Aprikosen in diesem Alter schon eingegangen. Allerdings waren das auch andere Sorten.

1min. Beitragsanzahl noch nicht erreicht
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: cydorian am 04. Dezember 2021, 11:34:52
Die Winterruhe ist aber doch etwas sortenabhängig. Bei Aurora habe ich den Eindruck, dass sie gar nicht in die Winterruhe geht.

Da kenne ich leider auch nur Sorten, die nach unten ausreissen. Ungarische Beste war auch so eine. Positive Ausreisser leider nicht. Der Normalfall ist, dass acht bis zehn Tage über 10°C ausreichen, damit sie in den Frühling will.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Lady Gaga am 04. Dezember 2021, 13:08:18

Auf der Suche nach einem biologischen Mittel gegen Monilia-Spitzendürre bei Aprikosen haben wir entschieden, Netzschwefel auszuprobieren (2,5 g pro Liter Wasser). Wir haben zwei bzw. drei Mal gespritzt: Das erste Mal auf die „rosa Knospen“, kurz bevor sie sich öffnen, das zweite Mal beim Abblühen. Einen Baum haben wir auch während der Vollblüte gespritzt. Das Ergebnis: auf 2 von 4 Bäumen gab es keine Monilia, auf 2 weiteren haben wir jeweils einen Trieb (15 und 30 cm) ausschneiden müssen. Prunus tomentosa, die daneben wächst und unbehandelt blieb (so eine Art Kontrolle) mussten wir in diesem Jahr (wie fast jedes Jahr) fast bis zum Boden zurückschneiden - wegen Monilia-Befall.

Das klingt fast gut, soferne ich wo Netzschwefel kaufen kann. Wie ich einen großen Baum spritzen kann, ohne selbst in Netzschwefel zu duschen, kann ich mir nicht recht vorstellen.  :-\
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Nordfeige am 04. Dezember 2021, 13:46:04
Spritzen ist auch so eine Sache, ich würde es bei größeren Bäumen auch nicht machen, nur mit Kalk anstreichen. Wie gesagt, das war nur ein Versuch, den ich wohl im kommenden Jahr wiederholen werde. Netzschwefel gibt es im Baumarkt in der Gartenabteilung. Google mal „Netzschwefel Baumarkt“.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Nordfeige am 04. Dezember 2021, 14:10:31
Zitat von: Wurmkönig link=topic=[b
Link entfernt!1[/b]3788810#msg3788810 date=1638557814]
Aprikosen sind die Mimosen unter den Obstgehölzen.

Ja, die Aprikose ist eine Mimose (in unseren klimatischen Bedingungen), das stimmt. Aber auch mit ihren robusteren Verwanden,  Kirschen oder Pflaumen, haben wir im nördlichen Schleswig-Holstein nicht weniger Probleme, und unsere gärtnerischen Erfolge mit Kirschen oder Pflaumen sind fast ebenso bescheiden, wie mit der Aprikose. Trotzdem freuen wir uns jedes Jahr auf die schönen blühenden Bäume und auf die kleine Ernte, die sie uns schenken.
1min. Beitragsanzahl noch nicht erreicht
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Tomesen am 04. Dezember 2021, 14:19:00
Also ich habe jetzt hier in Niederbayern an mehreren Ecken Aprikosen gepflanzt, Ostwand mit Dach, Südwand, gar keine Wand, Innenhof, usw. Als Unterlage starkwüchsige Pfirsichsämlinge und Kirschpflaume, Pluots auch auf Prunus tomentosa und Schlehe.
Als Sorten habe ich Ungarische Beste, Nancy, irgendeine Hunza Wildaprikose, einen angeblich kernechten Sämling aus Ungarn und pepito del rubio aus Spanien. Die meisten Veredelungen sind zwei Jahre alt, neuere Sorten hab ich leider noch nicht. Bis jetzt wachsen alle gut und sind gesund, bis auf eine ungarische Beste, die in sehr schwerem Boden steht und dieses Jahr fast abgesoffen wäre.
Pepito del rubio aus (Süd-)Spanien wurde vom Frost etwas überrascht, hat den letzten Winter aber gut überstanden. Die soll in Spanien eher spät blühen, vielleicht legt sie dann bei uns auch in Warmphasen im Winter nicht gleich los.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: kaliz am 21. Mai 2022, 23:08:51
Dieses Jahr wird es viele Marillen geben. Vertige (Bild) hängt voll und auch Bergeval hat ein paar erste Probierfrüchte dran.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Nordfeige am 22. Mai 2022, 13:30:01
Bei uns hat in diesem Frühjahr Hargrand an der Hauswand am besten angesetzt, der Orangenred (auch an der Hauswand) weniger. Dabei war das Wetter eigentlich sehr gut mit langen sonnigen und trockigen Wochen während der Blüte.
Nancy, Kuresia, Ananas und Kaunas haben allesamt keine Früchte angesetzt.

Es wiederholt sich: Hargrand ist im hohen Norden die einzig mehr oder weniger sichere Sorte.

Ich habe noch weitere Sorten bei Schreiber gekauft, aber die sind erst im letzten Herbst gepflanzt.
Erfreulich ist bei allem Sorten von Aprikosen die Holzgesundheiten, seit ich die Stämme mit Kalk weiße. Monilia habe ich in diesem Jahr zum Glück auch nicht.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: cydorian am 22. Mai 2022, 14:28:51
Hier wieder wie das letzte Jahrzehnt Frostschaden. Und wie üblich kein schwerer oder später Frost. Aber ein Austrieb, der nun schon regelmässig im Februar anfängt. Und da der März eben nicht frostfrei ist...

Ein paar Früchte hat die Wildaprikose, nicht weil sie nicht geschädigt wurde, sondern weil sie extrem folgernd blüht, über einen Monat hinweg. Es gibt immer noch ein paar einzelne Spätblüten und die überleben, setzen auch zuverlässig an. Taugen halt nicht viel, kleine Früchte, nur zwei Tage lang gut.
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Nordfeige am 22. Mai 2022, 17:02:49
Hallo @cydorian, woher stammen Deine Wildaprikosen?
Ich habe auch "wilde" Aprikosen-, sie wachsen in Saporishija in der Ukraine als Straßenbäume. Anders die dortigen Kulturaprikosen tragen sie jedes Jahr und sehr reichlich, aber sie sind kleinfrüchtig. Interessant ist, dass sie dort eine ganz große Diversität von Farbe (oragne nit roten Backen bis fast weiß), Form (rund, länglich, manchmal mit spitzer Nase), Größe und Geschmack (mal mehlig, mal saftig, mal wässerig; von sehr gut bis fast ungenießbar bitter/sauer) aufweisen. Ich habe ein paar Steine von dort. Inzwischen sind daraus kleine Bäumchen geworden, aber sie haben noch nicht geblüht.
Sind Deine Wildaprikosen ähnlich?
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: Nordfeige am 22. Mai 2022, 17:06:32
@kaliz
Beeindruckendes Foto von der Vertige-Aprikose! Von so einem Fruchtansatz können wir hier (gefühlt kurz vorm Polarkreis  :)) nur träumen.
Steht der Baum besonders geschützt?
Titel: Re: Aprikosen: welche ist die Beste ?
Beitrag von: cydorian am 22. Mai 2022, 17:39:05
Sie stammen aus Südosteuropa, von einem Versender. Da ich nur eine habe, kann ich zur Diversität nichts sagen. Sie ist kleinfrüchtig, hoher Steinanteil, gelborange, optisch wie eine kleine Aprikose. Bis kurz vor Reife mit säuerlichen und bitteren Tönen, dann wird sie plötzlich weich und bekommt schönes Aprikosenaroma - das das sich aber auch sofort wieder veratmet. Saftig, dann mehlig. Wie gesagt, wirklich gut ist sie nur ein bis zwei Tage. Der Baum ist wuchskräftig und schon 4m hoch. Hat etwas Monilia, aber im Vergleich zu den meisten anderen Sorten recht gesund.

Der Knaller ist aber die stark folgernde Blüte. Es sind die letzten Blüten, die in der Regel erst nach den Frösten blühen und dann etwas Naschobst bringen. Bei Aprikosen steht und fällt einfach alles mit dem Blühzeitpunkt. Und wer da nicht in einer Gunstlage ist, hat einfach Pech gehabt. Sehr warmer Winter, kalte Frühlingsmonate, das ist beschissen.

(https://forum.garten-pur.de/index.php?action=dlattach;topic=21231.0;attach=850648;image)