schön, das der 2003er thread wieder hochgeholt wird. im idealfall gehen solche threads über viele jahre

, denn so kommt ein schöner erfahrungsschatz zusammen, der bestimmt für viele interessierte hilfreich ist/sein wird.
aber nun in medias res: die von mir in 2003 beschriebene hovenia war von beschriebener herkunft und größe. der erste stärkere nachtfrost hatte das blattwerk erledigt, der winter dann den oberirdischen rest. soweit ich mich erinnere, gab es keinen winterschutz/nur geringen mit laub/reisig.
im jahr 2004 schließlich hat sie ca. 10-15 cm über der erdoberfläche wieder ausgetrieben. ich ließ die ca 5 triebe wachsen, um später den stärksten auszuwählen bzw. nach dem nächsten winter noch eine wahl zu haben. schutz diesmal patentkali, winterflies, reisig, laub. heuer im frühjahr aber wieder eine ähnlich diagnose. total zurückgefroren.
in 2005 schließlich trieb sie wieder voll durch. diesmal von knapp unter der erdoberfläche. sie ist jetzt buschig, voll belaubt, in vollem saft. ca. einen halben meter. ich habe sie im juni ausgegraben und in einen container verpflanzt. so wird sie heuer frostfrei überwintern, um sich mal ordentlich zu erholen. mal sehen, was ich dann mit ihr mache.
ich jedenfalls war fest davon überzeugt, dass die negativen erfahrungen mit der juvenilität und auch der herkunft der pflanze zu tun haben. den laut bärtels, einem bericht in der gp und vielen weiteren standardwerken der gehölzliteratur müsste sie in zone 6 winterhart sein.
daher habe ich mich heuer im frühsommer entschieden, aus deutschland eine starke große pflanze zu beziehen. ich habe mich schließlich für einen hochstamm mit mind. 8/10 (eher mehr) entschieden. der baum kam mit einem riesencontainer und musste für den transport zurück geschnitten werden. er hat dann ca. 14 tage nach der pflanzung nochmal zusätzlich ausgetrieben. ich habe ihn dann im septmber pinziert und ihm so das weitertreiben untersagt. er hat sich an meine zarten signale (ich bin sehr vorsichtig und gefühlvoll vorgegangen

) gehalten, widmete sich dem verholzen und der knospenanlage. er er bekam schon bei der pflanzung patentkali. im september dann nochmal. rinde/stamm und äste sehen ziemlich robust aus. kein vergleich mit der grünlichen rinde meines bisherigen exemplares.
heuer werde ich sehr dick mulchen und mit reisig abdecken. den stamm werde ich mal bis in die krone mit jutteband umwickeln. zusätzlich im späten frühjahr dann ein brett an die südseite des baumes gegen frostrisse/frostplatten-schäden. das volle programm also.
nachdem der baum einen völlig anderen eindruck vermittelt, als ich bei meinen bisherigen versuchen sammeln konnte, bin ich sehr zuversichtlich, dass der stamm und das hauptgeäst überleben wird. hoffnungsverstärkend wirkt auch die tatsache, dass die frosthärte ja nach dem jugendstadium oft deutlich zunimmt.
über den verlauf werde ich selbstverständlich berichten.
bisheriges fazit: jungpflanzen braucht man in rauheren lagen nicht versuchen.