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Garten- und Umwelt => Quer durch den Garten => Thema gestartet von: alice am 25. Februar 2006, 18:04:44

Titel: lehmboden
Beitrag von: alice am 25. Februar 2006, 18:04:44
hallo miteinander!

Ich bin neu hier und hab noch nicht so richtig den Überblick: Mein Hauptanliegen ist folgendes: Wir haben um unser vor 3 Jahren gebautes Haus herum fast 1000 m2 dichten Lehm- bis Tonboden mit rel. viel Schatten (nur ca. 1/4 ist wirklich viele Stunden am Tag sonnig)

Das Problem ist: durch die Baumaschinen ist der Boden zusätzlich verdichtet. Wir haben im ersten Jahr mit einer Blumenwiesenmischung versucht, aufzulockern, die Kornrade ging auch wunderbar, aber das wars dann auch schon, alles andere scheint irgendwie zu ersaufen... Im ersten Herbst haben wir jede Menge Frühblüher gepflanzt, immer schön mit Drainageschicht und Humusbeigabe, aber der Erfolg war bisher äußerst mäßig! dir "Blumenwiese", obwohl von einer "Expertin" für diesen Boden gemixt, bestand im letzten Jahr hpts. aus Klee.... (einzig der Klapeprtopf hat uns wirklich Freude gemacht.

Die zweite Frage: welchen "Hausbaum" könnten wir setzen? Er sollte heimisch sein, um auch den bedrängten fliegenden Freunden Freude zu machen!

Bin gespannt, ob mir wer weiterhilft.
alice
 ::)
Titel: Re:lehmboden
Beitrag von: MarieLouise am 25. Februar 2006, 20:14:13
Hallo, Alice!
Obwohl ich auch noch eher ein Neuling bin, heisse ich Dich herzlich willkommen hier im Forum.
In meinem Garten sieht es ähnlich aus, wie bei Dir, denke ich. Und ich habe folgende Erfahrungen gemacht:
Unser Lehmboden ist sehr fruchtbar, wenn man ihm eine gute Portion Kompost dazugibt und etwas feinen, scharfkantigen Sand. Das kann man in den Beeten so ein bissl unterhacken, großflächig durchführen lässt sich das bei Gärten in der Größe L bis XXL sicher nicht und wenn dann nur mit Maschinen mit dem Effekt, daß das Bodenleben wieder kaputtgeht.
Bei uns ist es so, daß alles viel, viel länger braucht zum Anwachsen. Ein Gärtnermeister sagte mir mal, daß das schon seine 3 bis 4 Jahre dauern kann, bis sich die Wurzeln in den widrigen Bedingungen etabliert haben.
Aber wenn die Pflanzen es dann mal geschafft haben, dann fühlen sie sich prima im Lehmboden.
Vor allen Dingen solltest Du meines Erachtens immer recht große Pflanzlöcher ausheben für Sträucher und Bäume. Die Erde dann gut aufarbeiten mit Kompost und Sand und dann wieder einfüllen. Gut andrücken und wässern, nicht vergessen: Hohlräume bei verdichtetem Lehm laufen bei Regen voll Wasser, denn der Lehm lässt das Wasser so gut wie gar nicht ablaufen.
Tja, die Wiese wird sich sicher irgendwann so etablieren, wie sie regional üblich ist und das ist dann auch sicher das beste für den Boden, Wiesen sind immer schön, da würde ich auch keine größeren Anstrengungen unternehmen etwas in der Artenvielfalt zu ändern. Du könntest höchstens bei Spaziergängen auf unbestellten Wiesen Deiner Gegend schauen, was Dir dort gut gefällt und Dir dann Samen mitnehmen. Das wäre sicher das natürlichste.
Tja, und was den Baum betrifft:
Soll der auch eher in den schattigen Bereich oder bekommt der ein sonniges Plätzchen??
Darf er groß und stark werden oder soll er zierlicher sein??
Da mußt Du uns noch ein bissl näher Auskunft geben.
Ganz liebe Grüße
MarieLouise
Titel: Re:lehmboden
Beitrag von: fars am 25. Februar 2006, 20:17:12
Kleiner, zaghafter Widerspruch: Kompost bitte nicht zuviel einarbeiten und insbesondere nicht in die tieferen Bodenschichten. Kann zu Wurzelabsterben und Fäulnis führen. Wenig Kompost ein arbeiten, aber eine Lage auf die Pflanzscheibe geben, die allmählich von den Würmern ins Erdreich transportiert wird.
Titel: Re:lehmboden
Beitrag von: MarieLouise am 25. Februar 2006, 20:23:28
Ui, prima Fars!
Jetzt lern ich auch noch was dazu, danke!
Ist es dann so, daß Du den - ich sag jetzt mal wie's bei mir ist - klumpigen Lehm mit den Tonschollen nochmal hernehmen würdest zum Pflanzloch auffüllen oder eher eine neutrale gekaufte Pflanzerde??
Alice, ich hoffe, Du entschuldigst, wenn ich hier gleich noch ein paar Fragen dranhänge, aber der Teufel steckt ja bekanntlich im Detail und wenn wir schonmal einen Fachmann da haben.... ;)
LG
MarieLouise
Titel: Re:lehmboden
Beitrag von: alice am 25. Februar 2006, 21:31:04
Na das geht ja fix! Ich dank Euch schon mal! So ungefähr haben wir uns das ja auch vorgestellt, allerdings hatten wir nicht damit gerechnet, dass es gar so lang dauert!

Was mich no total interessiert, wie sind Eure Erfahrungen mit der Pflanzenauswahl? Wir werden ja nicht nur Blumen (oder bisher eher Klee-)wiese haben, so hoffe ich, was empfiehlt sich da besonders für die Kombination Lehm/Halbschatten? Stauden gehen ja ganz gut, wohl auch, weil sich das Ausmaß der zu verbessernden Erde in Grenzen hält, aber mit Sträuchern ahben wir so unsere liebe Not! Flieder u.ä. schauen besonders armselig aus.

Zum Hausbaum: Der kommt an die Süd-Westseite, hat also "nur"am Vormittag den Schatten vom Haus, wir hätten uns eine Blumenesche gewünscht, aber wie ich lese kommt die wahrscheinlich mit dem Boden nicht zurecht. Und da ich nirgends Infos darrüber finde, wie tief die Wurzel runtergeht, tu ich mir auch schwer zu beurteilen, ob da eine Boden"verbesserung" mit Kalkschotter o.ä. Sinn macht?? Wenn nicht - wer würde sich dort wohlfühlen? Er soll wegen der Nahcbarn (haben auch das Schattenproblem) nicht allzu hoch werden.

lg

 ;)
Titel: Re:lehmboden
Beitrag von: fars am 25. Februar 2006, 21:37:12
Fachmann absolut nicht. Da gibt es andere hier im Forum.

Du hattest schon den richtigen Weg aufgezeigt: Schwerer Boden wird mit grobem Sand verbessert. Sind ausreichend Pflanzen angesiedelt, übernehmen dann zusätzlich die Wurzeln die Auflockerung des Erdreichs. Es wird auch oft geraten, durch eine Gründungen mit tief wurzelnden Kräutern den Boden aufzubrechen. Nach meinen Erfahrungen ist der Erfolg nur von kurzer Dauer, da der Boden sehr schnell wieder verschlemmt und kompakt wird. Sand ist am dauerhaftesten.

Wenn dein Boden so grobschollig ist, wie du andeutest, kann es gerade für schwächere Stauden recht problematisch werden. Da kann es dann tatsächlich empfehlenswert sein, das Pflanzloch nach dem Einsetzen der Staude mit zugekaufter Pflanzerde zu verfüllen.
Titel: Re:lehmboden
Beitrag von: toto am 25. Februar 2006, 21:53:59
aber man muß realistisch bleiben - das dauert! Also etwas Geduld und nie den Mut verlieren - mit den Jahren wird es leichter, immer leichter - verdientermaßen.... Lehm hat den Vorteil, äußerst nahrhaft zu sein.... das sollte man klug ausnutzen!
Titel: Re:lehmboden
Beitrag von: toto am 25. Februar 2006, 21:58:11
zum Baum - ich habe eine Cryptomeria gepflanzt vor vielen Jahren. Dieser Baum wird immer bewundert von jedermann. Er ist schlank, hoch, sehr interessant und locker im Aufbau ( also kaum Schatten ), dafür immergrün und KEIN Tannenbaum.... er macht die Jahreszeiten mit - im Frühjahr hellgrüner Austrieb, im Herbst rotbraun.... ein sehr schöner Baum, der auch unsreren Stürmen hier im Norden widersteht. Er ist jetzt nach etwa 13 Jahren ungefähr 12m hoch und läßt Sonne durch. Mit dem absoluten Lehmboden hier scheint er gut zurecht zu kommen, und zudem ist er wohl auch absolut frostfest... ( wir hatten hier 94/95 minus 24 Grad....)


... noch etwas - ich streue z.B. auch die Kaminasche auf die umgegrabenen Beete im Winter ( also nur von Buchenholz - KEINE Kohle!!!)... und natürlich den Mist, der anfällt von meinen Zwerghühnern und Gänslein... zudem regelmäßig immer noch oben drauf scharfen Sand... das ist wirklich eine Arbeit von Jahren, aber es lohnt. Man braucht keinen gekauften Dünger, und was endlich angewachsen ist, gräbt niemand mehr aus!!!!
Titel: Re:lehmboden
Beitrag von: willem_baltic am 25. Februar 2006, 22:21:22
Moin Moin

verdichtete Lehmflächen, wie sie durch schwere Baumaschienen entstehen, lassen kein Wasser durch, so dass bei stärkeren Regenereignissen sich das Wasser über dem Lehm anstaut und es zu Wurzelfäulnis kommt.

Diese wasserundurchlässige Schicht muss durchbrochen werden, um die positiven Eigenschaften des Lehmes den Pflanzen zu gänglich zu machen. Dieses kann durch schlagen von Daränagelochern oder ausheben von Schächten geschehen.

Gruss willem
Titel: Re:lehmboden
Beitrag von: pocoloco am 25. Februar 2006, 22:32:39
Nur mal als Anstoß, ich weiß nicht, ob es Dir in Deinem konkreten Falle noch hilft, wenn man Lehm an die Oberfläche befördert, sei es durch Umgraben oder Pflügen oder sonst wie, dann verfriert er im Winter und wird zu ganz normalem durchlässigen Mutterboden. Das ist sicherlich bei 1000 m² nicht ohne Maschinen am Stück praktikabel, aber vielleicht immerhin hier und da eine Hilfe.
Titel: Re:lehmboden
Beitrag von: Querkopf am 25. Februar 2006, 22:36:54
Hallo, Alice,

herzlich willkommen :)!

Aus Lehm-/Tonboden einen halbwegs akzeptablen Gartenboden zu machen, dauert tatsächlich ein paar Jährchen - wappne dich mit Geduld ;)...

Nicht zu feinen Sand einzuarbeiten, Marie-Louise und Fars haben's ja schon geschrieben, hilft auf jeden Fall. (Der darf übrigens tiefer, als es bei Kompost empfehlenswert ist.) Wobei ihr das angesichts eurer Gartengröße wohl nur mit Maschinen-Hilfe ganzflächig schafft. Ob es nützt oder schadet, wenn ihr den Boden dabei richtig tief mechanisch aufbrechen lasst, hängt davon ab, um was für Boden es sich handelt. Gewachsener Boden? - dann Vorsicht mit "Umwühlen", es würde das Bodenleben gefährden. Aufgeschüttetes oder wieder aufgeschüttetes Erdreich? (gibt's bei Neubauten oft) - dann wäre "Umpflügen" beim Sandeinmischen kein Fehler, im Gegenteil.

Du schreibst, dass Pflanzen zu "ersaufen" scheinen: Wie hoch ist denn bei euch der Grundwasserstand? Habt ihr echte Staunässe? Oder ist's eher die "falsche", nur scheinbare/zeitweilige Staunässe, die auf Lehm oft entsteht, weil Regenwasser nur langsam nach unten wegsickert? Nachbarn können euch dazu sicher was sagen; oder ihr fragt Landwirte in eurer Nähe. Ist ein wichtiger Unterschied. Variante 1 zwingt zu sehr spezifischer Pflanzen-Wahl; damit kenne ich mich - zum Glück! - nicht aus. Variante 2 hingegen ist mir sehr vertraut, schweren, tonigen Lehm hat unser Garten auch; aber das kriegt man über die Jahre einigermaßen in den Griff.

Eine gute "Erste Hilfe" gegen verdichtete Böden ist, ein, zwei Jahre Kartoffeln drauf anzubauen; danach ist das Erdreich ungleich lockerer. Die zweitbeste Lösung ist eine Zwischen-Pflanzung mit Ringelblumen: Die kommen auf praktisch jedem Boden (außer Moor ;)) zurecht und lockern durch tief reichende, holzige Wurzeln. Vor dem Säen die obere Erdschicht (ein bis drei Spatenstiche) mit Sand abmagern; gleichzeitig Kompost in die Krume (1/2 bis 1 Spatenstich) einarbeiten, mehr Kompost obendrauf und zudem alles, was du an Grünmaterial kriegen kannst, als Mulch auf die Oberfläche packen - wenn du dabei eine Weile, sprich: ein paar Jahre, konsequent vorgehst, sollte sich die Sache bessern :). Dauermulch hilft gegen die von Fars angesprochene Verschlämmungs-Gefahr: Nackter Lehmboden, und sei er obenrum noch so gut gelockert, ist nach dem nächsten Regen wieder festgepladdert, das ist Frust pur.

Lockernde Pflanzen allein bringen's natürlich nicht, aber sie unterstützen und beschleunigen die Sache. (Wenigstens so weit, dass man erste Erfolgserlebnisse kriegt ;D - und dann macht man mutiger weiter...)

Fange am besten bei Sträuchern und Stauden mit richtigen "Robustis" an. Und gib denen gute Starthilfe, wie hier schon geschrieben wurde. Es ist auch meine Beobachtung, dass bei mir vieles langsamer in die Puschen kommt als anderswo und anfangs sichtbar kämpfen muss, später aber, nach dem Einwurzeln, prima gedeiht. Denn Lehmboden ist nahrhaft :D...

Schöne Grüße
Querkopf
Titel: Re:lehmboden
Beitrag von: toto am 25. Februar 2006, 22:49:29
Nur mal als Anstoß, ich weiß nicht, ob es Dir in Deinem konkreten Falle noch hilft, wenn man Lehm an die Oberfläche befördert, sei es durch Umgraben oder Pflügen oder sonst wie, dann verfriert er im Winter und wird zu ganz normalem durchlässigen Mutterboden. Das ist sicherlich bei 1000 m² nicht ohne Maschinen am Stück praktikabel, aber vielleicht immerhin hier und da eine Hilfe.


also durch umpflügen allein bleibt Lehm einfach nur Lehm
Titel: Re:lehmboden
Beitrag von: toto am 25. Februar 2006, 22:54:40
Hallo, Alice,

herzlich willkommen :)!

Aus Lehm-/Tonboden einen halbwegs akzeptablen Gartenboden zu machen, dauert tatsächlich ein paar Jährchen - wappne dich mit Geduld ;)...
Eine gute "Erste Hilfe" gegen verdichtete Böden ist, ein, zwei Jahre Kartoffeln drauf anzubauen; danach ist das Erdreich ungleich lockerer. Schöne Grüße
Querkopf

Das hat man mir vor 15 Jahren auch geraten.... aber was ist, wenn man nur mit Spitzhacke ein Kartoffelloch buddeln kann? Kartoffeln machen den Boden zwar lockerer nach einer bestimmten Zeit - aber erst mal muß man sie reinkriegen... Böse Arbeit... Den größten Erfolg hatte ich damit, Grasschnitt auszulegen. Alles Gras aus dem Rasenmäher als Mulch benutzen - das wirkt schon nach einem Sommer.... bei mir war das das Gras von 2000 qm für ein Stück von ca. 100qm, also dichte Schicht, die im Herbst weggammelt ( viele Regenwürmer drunter tun ihre Arbeit )... und man staune, wieviel leichter dann die ersten Kartoffeln hinein zu bekommen sind.

Andere Variante - einfach, aber teuer: Mutterboden aufschütten lassen für die Erstbepflanzung - zeitlich schneller, aber auch nicht sehr nachhaltig, wenn zu dünn. LG Toto
Titel: Re:lehmboden
Beitrag von: MarieLouise am 25. Februar 2006, 23:31:31
Hallo, nochmal!
Das ist wirklich ein interessantes Thema, auch für mich,
also mir sind die Kartoffeln in dem verschlämmten Lehmboden im ersten Jahr in der Erde gefault. Also es war schon echt schlimm bei uns.
Wir haben aber (zum Glück, wie ich jetzt sagen muß) auf unserem Gelände so viel wie möglich an Gestrüpp und Bäumen stehen lassen und die Beete sozusagen erst mal drumherum angelegt.
Dadurch hat sich allein durch den Laubfall der Boden schon etwas verbessert im Vergleich zu vorher.
Das problematischste für mich am Lehm ist die Tatsache, daß im Sommer die austrocknende Erde total rissig wird. Da hilft wie besprochen wirklich nur mit organischem Material zu mulchen, sonst kann der Boden noch stärker austrocknen und das Bodenleben leidet entsprechend auch noch.
Ich persönlich mache beste Erfahrungen mit Rosen. Robuste Wildrosenarten natürlich sowieso, aber auch Historische Rosen, Moosrosen, alles mögliche gedeiht auf unserem - natürlich stellenweise etwas aufgepäppeltem Lehmboden - bestens.
Die Bauern hier in unsrer Gegend geben als Bodenverbesserer übrigens Luzerne-Samen in die Wiesen.
Alice, wenn Du mit Deinem Hausbaum den gefiederten Gartenbewohner eine Freude machen willst, pflanze doch einen leckeren Apfel. Da freuen sich neben den Vögeln auch die Hummeln und Bienen.
Und man hat noch was leckeres zum Naschen am Haus!
LG
MarieLouise
Titel: Re:lehmboden
Beitrag von: fars am 26. Februar 2006, 07:26:43
Auch ich kann ein Lied von schwerem Boden singen (irgendwo hatte ich das schon einmal mit einem größeren Beitrag getan).

Es gibt tatsächlich nur zwei Methoden, den Zustand kompakter Bodenstrukturen, sei es Lehm, Ton oder Schluff (= ein Sediment üblicherweise zwischen Fein- und Grobton), zu ändern: Veränderung der Struktur durch Zuschlagstoffe (grober Sand, Splitt, Kies, Schotter, in mäßigem Ausmaß Humus) oder durch eine intensive Dauer-Bepflanzung und damit Durchwurzelung. Der Humuseintrag erfolgt auf ganz natürliche Weise bei einer Dauermulchung (was optisch oftmals nicht sonderlich schön wirkt, es sei denn, der Mulch wird durch Rindenmulch abgedeckt).

Die Dauer-Bepflanzung mit Gehölzen und Stauden muss sich anfänglich nach robusteren Sorten ausrichten und dem Pflanzloch muss selbstredend besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden, um das Einwachsen zu erleichtern. Haben die Gewächse erst einmal Fuß gefasst, geht alles von alleine.

Leider versäumt man es, so auch ich, nach dem Hausbau den oftmals verdichteten Gartenbereich tiefgründig aufzulockern. Das kann durch Pflügen geschehen (wobei ich wegen des Bodenlebens nicht so ängstlich wäre, denn das kommt innerhalb kürzester Zeit wieder, sonst blieben ja auch viele Äcker ertragsarm) oder durch tiefgründiges Aufreißen mittels eines Dorns. Nur: Das ist eine vorübergehende mechanische Lockerung, die allenfalls das Einwachsen der Pflanzen erleichtert. Zwei regennasse Jahreszeiten genügen, den Boden in seinen Urzustand zurückzuversetzen. Auch mit Kartoffeln bin ich mehrmals kläglich gescheitert. Nach der Ernte und nach einem Winter war das Kartoffelbeet so kompakt wie zuvor. Die Gründüngung hat ebenso wenig gebracht.

Für großartige Bodenstrukturverbesserung ist es in Alices Fall vermutlich zu spät. Das aber ist kein Grund, zu verzweifeln. Jedes Pflanzloch mit grobem Sand anreichern, obenauf mulchen und den Rest der Natur überlassen. So Alice empfindlichere Pflanzen setzen will, kann sie ja den Boden großflächiger austauschen.

Einige lehmverträgliche Gehölze, als optische Strukturgeber des Garten und wichtige Helfer bei der Bodenstrukturveränderung durch Wurzeln und Schattenbildung, seien hier aufgelistet:

Bäume (darunter befinden sich einige, die sich wunderbar als Hausbaum eignen würden):
Acer, Aesculus, Betula, Carpinus, Crataegus, Ilex, Laburnum, Magnolia, Malus, Prunus, Quercus, Salix, Sorbus, Tilia

Sträucher: Berberis, Chaenomeles, Cornus, Cotinus, Cotoneaster, Cytisus, Deutzia, Forsythia, Genista, Hamamelis, Hibiscus, Hypericum, Lonicera, Mahonia, Philadelphus, Pyracantha, Ribes, Rosa, Spirea, Viburnum, Weigelia.
Titel: Re:lehmboden
Beitrag von: altrosa am 26. Februar 2006, 12:19:49
Ich habe etwas Erfahrung mit Wiesenpflanzen in Lehmboden. Sehr gut gehalten haben sich bei mir Wiesenstorchschnabel, Akeleiblättrige Wiesenraute, Rote Lichtnelke.

von den einheimischen Bäumen liebt die Esche den Lehmboden besonders, aber sie wird vermutlich für einen Hausgarten zu gross. Ich habe seit vielen Jahren einen Acer ginnala, der zwar nicht einheimisch ist, aber zu allen Jahreszeiten schön ist. Gimpel lieben seinen Samen besonders!

altrosa
Titel: Re:lehmboden
Beitrag von: toto am 26. Februar 2006, 13:15:10
es gibt kleinere Eschen, z.B. eine gelnrindige Esche - zauberhaftes Laub (gelbgrün), gelbe Rinde und schwarze Knospen den ganzen Winter über. Ich habe meine jetzt 12 Jahre stehen, und sie ist allenfalls max.5m hoch - sehr lichter Aufbau - schöner Zierbaum!
Titel: Re:lehmboden
Beitrag von: Zuccalmaglio am 26. Februar 2006, 14:43:20
Zuerst würde ich einmal klären, ob die schlechte Drainage/Staunässe "nur" auf der Verdichtung durch die Baumaschinen beruht oder ob der Boden des Grundstückes grundsätzlich so "schlecht" ist.
Im ersteren Falle sind ja die, wenn auch sehr lange dauernden, Hilfen bereits genannt worden. Sand, Sand, Sand + soviel organisches Material wie möglich = dauerhaft Mulch, Mulch,............auch über die Winter.
Wenn der Boden aber grundsätzlich ein Strukturproblem bzw. ziemlich undurchlässige Horizonte hat und dadurch staunass ist, sieht es mieser aus.
Nach meinen Erfahrungen bleibt da nur die Beschränkung auf Pflanzen, die das tolerieren.
Bei Obst, wie z.B. bei dem von MarieLouise empfohlenen Apfel, wäre ich äußerst vorsichtig. Es kommt da bei solchen Bodenverhältnissen sehr auf die Art, Sorte und Unterlage an. Nach meinen Erfahrungen sollte man von Süßkirschen und Walnüssen ganz absehen. Ich vermute, das gilt auch für Maronen.
Bei Äpfel, Birnen und Pflaumen dürfte es sehr auf Sorte und Unterlage
ankommen.
Als Hausbaum finde ich die Lindenarten sehr schön.
Titel: Re:lehmboden
Beitrag von: toto am 26. Februar 2006, 20:59:35
aber Linden werden riesig, und das ziemlich schnell???!!!!
Titel: Re:lehmboden
Beitrag von: Sandmann am 28. Februar 2006, 12:53:34
Hallo, ich habe das gleiche Problem und als Lösung auch über Sand nachgedacht. Ich frage mich nur, welchen nehmen? Was ist denn der von Euch genannte "scharfe Sand"? Ist es Quarz-Sand? Woher nehmt Ihr denn Euren Sand?
Titel: Re:lehmboden
Beitrag von: toto am 28. Februar 2006, 12:59:30
habe ganz normen Sand genommen aus der Kiesgrube ( also Bausand) - eher gröberkörnig als zu feinkörnig ( feiner klebt gleich wieder zusammen...). ... nehme ihn aber auch jedes Jahr wieder... bei Lehm muß man dran bleiben, von alleine macht sich da nix. Natürlich auch graben, immer wieder spatentief.... Luft muß in den Boden - Schollen graben im Herbst... im Frühjahr sind sie feinkrümelig aufgefroren, dann Sand unter graben ect.... viel Arbeit... ( statt joggen oder Fitnesscenter - sehr zu empfehlen!)

Ich habe zu Anfang auch ein Taglilienbeet angelegt, die wachsen sehr gut auf Lehm und sind nicht so wählerisch..... Und jedes Jahr im Herbst habe ich dort gemulcht mit Rindenmulch. Wenn man mehr nimmt, ist das Zeug auch billiger.... man kann auch eigene Holzschnitzel nehmen oder Sägespäne, wenn man selbst Holz macht.... alles, was organisch ist, immer wieder drauf.... und Sand - nicht vergessen!
Titel: Re:lehmboden
Beitrag von: SouthernBelle am 28. Februar 2006, 13:33:01
Sand/Kies/Split etc gibts bei der Kiesgrube oder beim Baugeschaeft. Du wirst vermutlich viel brauchen, sprich lastwagenweise.. also nicht mit den Tuetjes aus dem Baumarkt anfangen, die haben Apothekerpreise.
Du kannst den Bedarf leicht ausrechnen als zu bedeckende Flaeche mal gewuenschte Hoehe (mal Anzahl der Durchgaenge pro maximal ertragene Lagerzeit). Eine Schiebkarre fasst 60-80 Liter = 0.06-0.08 cbm.
Das heisst, fuer einen Kubikmeter faehrst Du 12 -17 mal, am Anfang vermutlich oefter. Das gibt Muskeln...
Am besten guckst Du ins Dorfblatt nach der einschlaegigen Werbung und rufst ein paar Lieferanten an. Transportkosten sind sehr wichtig, Sand/Kies etc ist schwer!! Am guenstigsten wird es, wenn Du die bestellte Menge dem vorhandenen Fuhrpark anpasst, also "wieviel fasst ihr kleinster Kipper, was kostet die Anlieferung" und fallls Dir der kleinste zu klein ist, fragst Du eben die Reihe hoch. Ich bestell meistens einen normalgrossen Laster voll, der fasst 4 cbm. Das ist ein ganz netter Sandberg, aber der geht weg wie nix (ich hab Lehm bis Klei)..Bedenke auch, dass der Laster so rangieren koennen muss (Einfahrt breit genug?), dass das Zeugs auf der Auffahrt landet, Du willst nicht alles von der Strasse karren muessen.

Bei mir liegt zur Zeit nur noch ein ganz kleiner Rest...
Gruesse
Cornelia

Titel: Re:lehmboden
Beitrag von: toto am 28. Februar 2006, 13:44:43
cornelias Antwort perfekt! Halt Dich dran - dann machst Du alles richtig!!!
Titel: Re:lehmboden
Beitrag von: Sandmann am 28. Februar 2006, 13:58:09
Jesus...

...und ich dachte, nach den 17 Tonnen Steine für die Trockenmauer, könnte ich es dieses Jahr etwas ruhiger angehen lassen...

;-)
Titel: Re:lehmboden
Beitrag von: toto am 28. Februar 2006, 14:24:14
nein, nein.... ein Garten dauernd ein Leben lang....fertig bist Du NIE!!!! ;D
Titel: Re:lehmboden
Beitrag von: alice am 28. Februar 2006, 15:00:52
???Kommts's nicht auch auf die Menge an? Ich meine: macht es Eurer erfahrung nach einen wesentlichen Unterschied, ob ich einmal vollflächig eine dicke Schicht Sand aufbringe (und einarbeite, natürlich) oder muss ich wirklich über lange Zeit immer und immer wieder .... ???
Titel: Re:lehmboden
Beitrag von: toto am 28. Februar 2006, 15:04:15
der Sand sackt, vermischt, u.U. rieselt "durch"... wird weggeschwemmt ect. - Du mußt immer wieder von Zeit zu Zeit mit Sand aufbessern, bis der Boden Dir genügt. Aber auch mulchen nicht vergessen * organisches Material in jedweder Form.
Sand ist nur Strukturverbesserer - er hat keinen direkten Nährwert - Lehm hat genug. Aber um Gartenboden zu schaffen, braucht es organisches Material....
Titel: Re:lehmboden
Beitrag von: fars am 28. Februar 2006, 15:07:18
Lass dich nicht zu sehr verschrecken. Die Arbeit übernehmen nachher die Pflanzen selbst, indem sie alles durchwurzeln. Gib ihnen lediglich gute Startvoraussetzungen, mulche kräftig und vor allem pflanze durchaus dicht, damit der Boden verschattet wird.

Außerdem: Jeder Boden ist anders. Du stellst sehr schnell fest, ob sich die Pflanzen in deinem Garten wohlfühlen. Tun sie es mal nicht, muss es nicht unbedingt an deinen Boden liegen. Es gibt auch tausend andere Gründe, warum Gewächse nict zufriedenstellend wachsen.
Titel: Re:lehmboden
Beitrag von: toto am 28. Februar 2006, 15:10:56
trotzdem - es dauert.... auch wenn man dicht pflanzt. Bodendecker helfen auch nebenbei gesagt... z.B. Pulmonaria, Asarum... und zu Mut machen: historische Rosen LIEBEN den Lehm.... mit ihnen hat ich von Anfang an keinerlei Schwierigkeiten.... da wuchs ausnahmslos jede Sorte an....und sie duften!!!
Titel: Re:lehmboden
Beitrag von: SWeber am 28. Februar 2006, 15:55:03
Hallo, darf ich mitmachen? Bin nämlich auch "Besitzerin" eines schwierigen Lehmbodens. Eure Tipps haben mir wieder Mut gemacht, vor allem die Versicherung dass man jahrelang dranbleiben muss mit dem Verbessern. Dann besteht ja noch Hoffnung!

@alice:
Aus meiner Erfahrung: Pflanzlöcher vor allem sehr tief ausheben und mit Erde-Sand-Gemisch befüllen! Als äußerst faule Löcherbuddlerin hatte ich schon öfters das Problem, dass sich Pflanzen nach einigen Jahren in die Höhe geschoben haben, weil die Wurzen offenbar unten nicht weiterkonnten.

Vorsicht auch mit vorgezogenen Sämlingen. Für die ist der Lehmboden meist zu kalt und zu schwer. Ich pflanze erst aus, wenn sie sich schön in einem kleinen Topf etabliert und ein kräftiges Wurzelwerk ausgebildet haben.
Direkt aussäen (z.B. Ringelblumen und Nigella) macht meist weniger Probleme, aber für viele Pflanzen ist dann halt der Sommer zu kurz.

Pflanzenempfehlungen (wächst zumindest in unserem Lehmboden gut):
Hosta, Geranium (vor allem die Phaeum-Sorten, die drückst Du einfach wo rein und sie vermehren sich wie wild), Taglilien, Pfingstrosen, Euphorbia, Astern, Glockenblumen, und interessanterweise alle Salvia-Arten.

Kräuter: Lavendel (dachte immer der will heiß und trocken), Melisse, Minze

Strauch/Baum: Holunder (Sambucus nigra) wurde glaube ich noch nicht genannt. Man kann ihn als Strauch oder als Baum ziehen, bei uns ist er unverwüstlich. Blüten und Früchte sind verwendbar, allerdings sind vielleicht die dunklen Früchte nicht so ideal, wenn sie im Hausbereich herunterfallen - so die Vögel was übriglassen.

Forsythien, Deutzien, Birken, Buchen, Euonymus, Ahorn, Haseln, Schneebeeren (Vorsicht, Ausläufer!) und Weiden fühlen sich auch wohl.

Und - wie schon mehrfach angesprochen - Rosen (vor allem Historische ;D). Mit großem Pflanzloch als Starthilfe werden sie keine Schwierigkeiten haben.
Titel: Re:lehmboden
Beitrag von: knorbs am 28. Februar 2006, 16:29:26
aber bedenken (gilt nur für verdichtete tonböden) ...pflanzlöcher können eigenschaften entwickeln wie geschlossene pflanztöpfe...die wurzeln der vorgezogenen pflanzen wachsen ja meist in torfsubstraten. wenn die in so ein loch kommen, dann bleiben die wurzeln erstmal in "ihrer" erde. regnet es sehr viel, kann das pflanzloch vollaufen + es dauert, bis es in feinsten kapillaren versickert. in der zeit kann es im humosen ausgangssubstrat zu fäulnis kommen + die wurzeln schädigen. umgekehrt...bei längerer trockenheit kann es passieren, dass das humose ausgangsubstrat schneller austrockent als der schwere tonboden und die pflanze erleidet trockenschäden, weil ihre wurzeln noch nicht den anschluss in den tonboden gefunden haben.

mulchen ist in der tat das probate mittel um durch die tätigkeit der kleinlebewesen für eine gute auflockerung zu sorgen...aber es dauert. wenn ich an die schweren lehmböden hier in meiner gegend denke und sehe, wie super krümelig der waldboen ist, bekommt man eine ahnung, wie das im garten auch aussehen könnte. für flächen, die für ein starkes mulchen mit organischem material nicht geeignet sind. bleibt halt nur ein intensiveres vermischen mit sand + ähnlichem.
Titel: Re:lehmboden
Beitrag von: KarinL am 28. Februar 2006, 19:04:22
Möchte mal kurz erzählen, wie es bei uns war: wir haben Lehmboden mit Schieferbruch durchsetzt, in ca. 1m Tiefe dann Fels. Normalerweise führt der Schieferbruch dazu, daß der Boden gut durchlässig ist,aber er kann durch die Plattenstruktur des Schiefers auch sehr stark verdichtet werden. Bei uns wurde nach der Bauphase auf den durch die Baumaschinen zusammengepreßten Boden ca. 20 cm Muttererde draufgeschmissen.
Bei den ersten Pflanzaktionen habe ich das dann gemerkt: sobald der Mutterboden durchgraben war, ging es nur noch mit der Spitzhacke weiter, das war wieder eine Schicht von etwa 20 cm, teilweise noch mit Mörtel und anderen "schönen" Dingen verunreinigt, die ich zu durchdringen hatte, bis ich an den eigentlichen Boden gelangte. Dieser ließ sich dann mit normalen Hilsmitteln wie Spaten und co. bearbeiten.

Nun, das war kein Zustand, abgesehen davon, daß Wasser nicht ablief und allles nur noch schlimmer machte.

Ich habe dann im ersten Jahr eine Gründüngungsmischung ausgesät, am besten wuchsen Buchweizen, Senföl und Phacelia, sah gar nicht so übel aus, um dann im Herbst den gesamten Garten umzugraben (660 m²) und zwar so tief, bis überall die verdichtete Schicht durchbrochen war. Eine Stelle habe ich nicht geschafft, da haben die "lieben" Bauleute zusätzlich zur Verdichtung soviel Betonreste abgekippt, daß dort nur noch ein Sumpfbeet möglich ist.

Das Ganze blieb über den Winter liegen, im März habe ich dann die verrotteten Gründüngungsreste zusammen mit der dünnen Muttererdeschicht untergearbeitet und noch etwa 10 cm Muttererde zusätzlich via Schubkarre aufgetragen. Danach wurde gepflanzt und direkt wieder mit Rindenkompost gemulcht.

So, das wars dann, inzwischen wächst so ziemlich alles, am besten Rosen ;D,die Erde ist jetzt wunderschön krümelig und voller Regenwürmer, aber ohne Abdeckung durch wie auch immer gearteten Mulch ist der Boden noch nie geblieben, zusätzlich wird der Boden ständig mit der Grabegabel gelockert. Trotzdem, zu bestimmten Zeiten, z.B. lange Regenperioden, Schneeschmelze gibt es ein vollständiges Betretungsverbot, um Verdichtungen vorzubeugen.

LG Karin
Titel: Re:lehmboden
Beitrag von: Querkopf am 01. März 2006, 01:47:04
aber bedenken (gilt nur für verdichtete tonböden) ...pflanzlöcher können eigenschaften entwickeln wie geschlossene pflanztöpfe...die wurzeln der vorgezogenen pflanzen wachsen ja meist in torfsubstraten. wenn die in so ein loch kommen, dann bleiben die wurzeln erstmal in "ihrer" erde. ...

Dagegen gibt's einen Trick, der sich bei mir gut bewährt hat: Potenzielle Sensibelchen und Pflanzen, die von Substrat und Anzuchtbedingungen her möglicherweise verwöhnt sind, kriegen erstmal die Füße abgehärtet. Sprich: Neue Stauden & Gehölze setze ich oft nicht sofort im Garten ein, sondern verpasse ihnen erstmal ein Zwischenquartier im Topf. Immer in Töpfen, die ein gutes Stück größer sind als die, in denen sie aus der Gärtnerei kommen. Und - entscheidend! - in extra gemischtem "Herausforderungs-Substrat", das zu ca. drei Teilen aus Gartenboden (=Lehm bzw. Lehmkompost - mein Mehrjahresgebirge abgestochener & inzwischen komplett verrotteter Grassoden ist dafür sehr nützlich), zu ca. zwei Teilen aus gekaufter Fertigblumenerde und zu ca. einem Teil aus Sand besteht. Eine Mixtur, die so lehmig ist wie möglich (damit die Pflanzen sich schon mal etwas anstrengen müssen beim Ausbreiten der Wurzeln), aber zugleich so durchlässig wie nötig (damit's bei Hitze keine Risse & sonstigen Dürre-Effekte gibt). Anfangs habe ich eine stärker lehmhaltige Mischung benutzt, die sich dann aber als trockenheitskritisch erwies und als zu zäh für Jungpflanzen - das genaue Mischungsverhältnis muss man für die eigenen Boden-Verhältnisse ausprobieren und anpassen.

Je nach Jahreszeit und Pflanzenart braucht's ein paar Wochen oder ein paar Monate, bis die Gewächse sich in diesem Zwischenquartier schön breit gemacht haben. Setzt man sie danach mitsamt dem kompletten Topf-Inhalt - also sehr vorsichtig! - in ein großzügig bemessenes, rundum gut gelockertes Pflanzloch und füllt selbiges, wie Susi weiter oben geschildert hat, mit verbessertem Boden auf, dann ist der Start gesichert.

Die Lehmerde-Mixtur verfertige ich jeweils auf Vorrat, so dass ich stets ein paar 20-Liter-Eimer davon rumstehen habe. Kostet dann nur wenige Handgriffe, neue Stauden aus den üblichen 9-cm-Containern umzusetzen in 2-Liter-Töpfe. Oder Gehölze aus 3-Liter-Töpfen umzusiedeln in 10-Liter-Gefäße.

Derlei Starthilfe ersetzt das Bodenverbessern natürlich nicht. Aber sie ergänzt es gut. Und auch wenn man beim Eintreffen einer Pflanzen-Lieferung grad keine Zeit oder kein passendes Wetter hat für die Tiefbau-Arbeit des Pflanzlöcherbuddelns, sind solche Schnell-Aktionen nützlich.

@Alice: Ich kann's auch nur dick unterstreichen: Lass dich bloß nicht entmutigen! Probier's für den Anfang mit Unkaputtbaren, mit Wild-, Alba-, Spinosissima- oder Gallica-Rosen, mit Hasel, Kornelkirsche, Holunder, Weigelie, Buddleia davidii & Co., mit Frauenmantel und Storchschnabel (Geranium sanguineum & G. phaeum), mit Mutterkraut, Nachtviolen und Stockrosen, mit Ringelblumen und Nigella, mit (vorgezogenen!) Duftwicken und Fingerhut, das klappt bestimmt. Und nach ein paar Jahren konsequenter Mulcherei kannst du dann mehr wagen.

Schöne Grüße
Querkopf
Titel: Re:lehmboden
Beitrag von: Querkopf am 01. März 2006, 02:30:31
@Susi:
Noch ein Wort in Sachen Nachhaltigkeit bei allem, was man tut zur Bodenverbesserung.

Unser Garten auf tonigem Lehm war früher wohl mal Streuobstwiese: ein paar Bäume, drumrum Grünland, nie beackert, nie gelockert, ergo fast so "dicht" wie frisch von Baumaschinen befahrenes Land. Seit gut zehn Jahren versuche ich, einen Garten draus zu machen. Stück um Stück habe ich die Wiese abgestochen (von Hand zu Fuß, hab' dabei jeden Quadratmeter Boden persönlich kennen gelernt ::)), habe brav umgegraben, gelockert, gemulcht etcetera.

Mit guten Erfolgen, aus zähem Lehm wurde langsam krümeliger Lehmhumus - bis zum Sommer 2003. Mörderische Hitze und kein Regen, nirgends; ich kam weder mit Gießen noch mit Mulchen hinterher, hätte über Monate nur per Spitzhacke pflanzen oder jäten können (weshalb Pflanzen & Jäten über Monate unterblieb :-\). Der Boden kriegte Trockenrisse à la Afrika, pappte zusammen, als hätte ich nie was dran getan; der Wahnsinns-Sommer hat mich um Jahre zurückgeworfen.

Den Status quo ante habe ich auch jetzt, zweieinhalb Jahre später, noch nicht wieder erreicht (2004 und 2005 waren zwar weniger heiß, aber ähnlich trocken). Doch ich arbeite dran, und stellenweise sieht's auch schon wieder brauchbar aus...

Es dauert also offenbar verdammt lang', wenn man an unidealem Fleck einen Garten haben will ;D. Aber Aufgeben kommt überhaupt nicht in Frage. Schließlich hab' ich doch schon gesehen, was geht mit ein bisschen Glück & Wetter-Gunst ;) - da werde ich doch die paar Jährchen auch noch schaffen, bis die Verbesserungen dauerhaft sind, auch wenn's ein paar Glutwochen gibt oder ein paar Regengüsse...

Sage ich mir jedenfalls. Und wenn ich meine Pflänzlein ansehe, die - nach gewisser Anlaufzeit - allesamt ganz nett gedeihen, dann denke ich halt, dass das kein Selbstbetrug sein kann ;D.

Schöne Grüße
Querkopf
Titel: Re:lehmboden
Beitrag von: SWeber am 01. März 2006, 10:38:49
@ Querkopf:
Bin ganz Deiner Meinung :) Trockenrisse im Boden kenne ich auch zur Genüge. Unser Garten ist mitten im Wald, ebenfalls Wiese, mit Riesensteinen durchmischt. Noch dazu kommen überall wo ich mit Sand arbeite, sofort Ameisen und lassen sich häuslich nieder, und beim Mulchen muss ich verdammt aufpassen, dass der Boden darunter nicht moosig wird. Sand und darauf Mulch ist vielleicht die Lösung? Aufgeben kommt jedenfalls nicht in Frage!
Und es ist wirklich erstaunlich, was man mit großzügigen Pflanzlöchern erreichen kann (wird lustig dieses Jahr - ich hab ca. 50 Rosen bestellt). Klar wird auch lehmiger Mutterboden dazugemischt, sonst müßte ich ja Millionen Tonnen Erde kaufen und 100 Komposthügel anlegen ;)

Die Lehmerdemixtur zur Eingewöhnung ist eine tolle Idee ;D
Titel: Re:lehmboden
Beitrag von: SouthernBelle am 03. März 2006, 19:03:55
Dieses Eintopfen mit hauseigener Mischung mache ich aehnlich, und zwar aus purer Not: mal eben Einpflanzen ist fast unmoeglich bei dem schweren Boden. Und eigene Erden zu nehmen, ist rein eine Kostenfrage. Nach 5 Jahren habe ich endlich grosse Mengen eigenen Reifkomposts, der bringt es, Humus- Boden-Kies so etwa 2:2:1 ist ganz gut. Vorher durfte ich mich bei der Nachbarin am voellig durchgereiften Stallmist (jahrelang aufgesetzt) bedienen. Das war ein tolles Zeug, bloss musste ich dorthin immer mit der Schubkarre durch ihren Flur.
Richtige Tonbrocken schmeisse ich aber immer noch weg(auf den Flaechenkompost).

Also nicht verzweifeln, kommt Zeit, kommt Gartenboden.

Cornelia
Titel: Re:lehmboden
Beitrag von: fars am 03. März 2006, 19:31:41
Eines ist mir schleierhaft.
Warum sollte Sand, in die oberen Schichten von Lehmboden eingearbeitet, in die tieferen Schichten absacken. Wenn, dann allenfalls im Laufe vieler Jahre. Eine gründliche Einarbeitung von Sand müsste folglich für eine ziemlich lange Zeit den gewünschten Effekt ergeben.

Es sei denn, der Gärtner gräbt permanent zwischen seinen Stauden. Das aber halten wir ja wohl mehrheitlich für verwerflich, oder?
Titel: Re:lehmboden
Beitrag von: Querkopf am 03. März 2006, 21:19:06
Hallo, Cornelia,

... mal eben Einpflanzen ist fast unmoeglich bei dem schweren Boden. ...
wenn ich sowas lese, stöhne ich gleich ein bisschen leiser ;): Immerhin liegt in meinem Garten überm Lehm eine (lehmige) Humusschicht, stellenweise nur ganz dünn - 10-15 cm -, stellenweise dicker, vielleicht 20-30 cm. Und wenigstens in den humoseren Ecken ist Direktpflanzung möglich, wenn's nicht grad extrem verzärtelte Pflänzchen sind.

Richtige Tonbrocken schmeisse ich aber immer noch weg(auf den Flaechenkompost).
Genau, im Beet bleiben sollte sowas nicht. In den Normal-Kompost einmischen geht auch; wenn der lange genug steht, bröseln die Brocken endlich...

Also nicht verzweifeln, kommt Zeit, kommt Gartenboden.
Jetzt aber doch noch mal ein kräftiger Seufzer: Leider muss viiiel Zeit kommen ::).

Schöne Grüße
Querkopf
Titel: Re:lehmboden
Beitrag von: toto am 03. März 2006, 21:40:00
@ fars: Sand muß/sollte regelmäßig eingearbeitet werden - er rieselt tatsächlich durch bis zu der Schicht, bis zu der man gegraben hat oder wird durch Wind wieder abgetragen - übrig bleibt immer Lehm. Sand vermischt sich nicht einfach so mit Lehm - Lehm ist ja das Gegenteil von Sand: fett, klebrig, extrem feucht oder extrem trocken. Vielleicht reden wir von verschiedenem Lehm. Meiner war quittegelb und konnte in der vorgefundenen Form zum Verputzen mit benutzt werden. Vor 17 Jahren habe ich sehr naiv dort, wo er auch noch zufällig am klebrigsten war - Hemerocallis/Iris + alte Rosen gepflanzt und unterpflanzt mit Bodendeckern ( Asarum, Pulmonaria, ja - auch Pfennigkraut....) - dieses Beet macht heute definitiv keine Arbeit mehr - nicht mal Unkraut zupfen....... es gibt keine rohe Erde zwischen den Stauden - und: ich grabe auch nicht - wer tut das schon gern? Aber wehe - jemand möchte Ableger von den Hemerocallis - keine Chance außer mit Spitzhacke - von alleine ändert sich also am Lehmboden nichts. Einmaliges noch so intensives Einarbeiten reicht leider nicht aus. Pure dichte Bepflanzung macht tatsächlichen Lehmboden NICHT lockerer, eher noch fester, da die Feuchtigkeit ja durch die Pflanzen entzogen wird! Heute - wenn ich dort kratze, um Sämlinge zu bergen - sind etwa 5 cm maximum lockere Erde von alleine entstanden durch Laubfall und Eigenmulch der dort wachsenden Pflanzen - 5 cm!!! nach 17 Jahren!!!
Trotzdem ist es eines der schönsten und meistbewunderten Beete hier.... - sehr sattgrün, reich blühend, dicht, natürlich.

Sand habe ich lediglich in den Gemüsebeeten aufgeschüttet... und das immer wieder in Mischung mit mindestens halb Grasschnitt/ halb Mist.... Kompost ist hier nicht möglich wegen der tierischen Mitbewohner.... glaubs mir, @fars, vom Sand keine Spur mehr... und der Boden wird zwar auf lange Sicht ( mit gleichmäßigem Dranbleiben ) besser und lockerer. Würde ich jedoch zwei Jahre nichts mehr machen damit, wärs wieder der pure Lehm... alles andere wird weggeschwämmt oder bei großer Trockenheit weggeweht.... ist nun mal so.
Titel: Re:lehmboden
Beitrag von: Setina am 03. März 2006, 22:05:10
Hallo,

wir haben den gleichen Boden. Starker Lehm vermischt mit richtig großen und kleinen Steinen.

Als erstes hab ich mal meinen Mann mit einem Motoregge (oder wie das heißt) durch die Beete gejagt, hat gut geklappt, die ersten 40 cm waren schon mal einigermaßen locker mit nur noch Handtellergroßen Lehmbrocken (nass wars auch).

Dann mußte er die Löcher schaufeln und rein mit die Klamotten. Etwas Dünger über das ganze - immer schön gießen - fertig!

Meine Erfahrung: Keine zu kleinen Pflanzen, am besten immer aus dem Topf oder Container, etwas Erde aus dem Gartenmarkt ins Loch mit reinmischen. Wenns anwächst - klasse - mußt Dich nicht mehr drum kümmern, der Boden ist nährstoffreich genug. Ab und zu mal lockern.

Ich habe festgestellt, dass manches Pflanzen meinen Boden nicht mögen, z.B. versuche ich es schon zum dritten Mal mit Schleierkraut -
dass klappt nicht.

Dafür wachsen die Päonien wie irre. Vor allem die Rockiis oder die Staudenpäonien. Auch Buddleija ist irrsinnig gewachsen. Geranium wächst pro Jahr ca. um 80 - 100 %, Rosen brauchen bei mir immer 1 - 2 Jahre zum richtig anwachsen, aber dann..

O.K. Rittersporn, Flieder, Wiesenraute und co mußte in Beete mit aufgefüllter Erde vom Acker weichen, die habens offensichtlich nicht so mit dem Lehm (zumindest bei mir).

Ach ja und vor allen Dingen wachsen Girsch, Brennessel, Ackerwind und noch einige Unkräuter. Blüht auch und einige Vierbeinige bzw. Flügelige Wesen freuts..
Titel: Re:lehmboden
Beitrag von: toto am 03. März 2006, 22:15:54
@ Setina: kann ich bestätigen. Mit Schleierkraut habe ich auch keine guten Erfahrungen gemacht.... ne zeitlang gings, dann wars verschwunden.
Und das mit den Löchern schaufeln - hier IMMER Männerarbeit. Jeden Baum, jeden Strauch...
Winterharter Hibiscus wächst super und schnell, sogar an ( oberflächlich gesehen ) komplett trockener Stelle - also umpflastert mit Katzenköpfen - den z.B. muß ich jedes Jahr abschneiden bis auf Augenhöhe, sonst wär er wohl schon haushoch.... Gingko wächst, Eschen wie schon gesagt.... Vorsicht mit Immergrünen ( Thujas z.B. ) - brauchen laaaange Anwachszeit mit viel giessen=teuer, dann aber nur noch Schnittmaßnahmen, keine weitere Pflege.
Naja - und leider wächst auch Bienenweide.... sieht ja schön aus, wächst aber irgendwann überall....
Strauchpäonien, Pfingst-und Bauernrosen, fast alle Hahnenfußgewächse, auch Geranium, Delphinum ect. - bei Rosen sind die, die am besten und schnellsten zurecht kommen mit der Lehmprüfung: die historischen... - hatte nie ein einzigen Problem damit.
Titel: Re:lehmboden
Beitrag von: Setina am 03. März 2006, 22:27:04
Klar toto -

nur die historischen Rosen! Am liebsten Alba und Gallicias.

Die kleinen Engländerinnen wurden auch in die Beete mit der "schönen" Erde gesetzt.

Das mit dem Hibiscus wußte ich nicht, hab aber einen, der noch keinen festen Platz hatte - ich dachte immer, der mag den Lehmboden nicht, aber sobald das weiße Zeug aus dem Garten ist (Schnee meine ich), kommt er in die Erde. Danke für den Tipp.

Bienenfreund find ich übrigens sehr schön, wächst aber bei mir auch nicht... ob das wohl am Giersch liegt, der alles erdrückt.. :-X

Titel: Re:lehmboden
Beitrag von: toto am 04. März 2006, 00:14:24
eigentlich nicht, @Setina. Ich habe auch Unmengen von Giersch und könnte wohl nicht nur ein Salatbuffet damit füllen ;D, aber vielleicht verstehen wir beide was verschiedenes unter Bienenfreund/Bienenweide... mir fehlt der botanische Name dafür. So schön es auch ist - in meinem Garten mußte ich es jetzt ausbremsen. Es breitet sich stark durch Ausläufer aus ( + ca. 1,50 hoch und stört die Rittersporne ), ist aber zum Glück leicht zu entfernen ( bei Feuchtigkeit!)...und die Wurzeln sind nicht tief. Dazu habe ich auch mit Weidenröschen zu kämpfen... am Teichrand ok, aber im ganzen Garten? Noch schlimmer finde ich Ackerwinde, die nie weg geht.... schöne Blüten hat sie ja, aber bei mir rankt sie in einen Rambler... und das ist manchmal schon etwas nervig - aber wir packen das im Lehm!!!! :D
Titel: Re:lehmboden
Beitrag von: SWeber am 04. März 2006, 06:29:55
@toto: Die Erfahrung mache ich auch immer wieder, dass der Sand nach einiger Zeit völlig verschwunden ist. Ich habe sogar mal in meiner Verzweiflung mal gröbere Kiesel untergemischt - die gibt's immer noch, an der Oberfläche, sie machen das Graben ein bißchen schwieriger ;D Die Weidenröschen werden auch langsam zum Problem.
Sehr wohl fühlt sich Acanthus, der ist nahezu unkaputtbar.
Und im Frühling gibt es an den lehnmigsten und matschigsten Stellen Unmengen Bärlauch *schmatz*

@Setina: Alles haargenau wie bei mir! Beim Buddeln eines Loches fällt gleich ein Berg Steine in verschiedenen Größen an. Rosen brauchen in der Tat eine längere Eingewöhnungszeit, aber plötzlich wachsen sie dann wie verrückt. Wir haben auch unheimlich viel Giersch und Brennesseln, und auch Brombeeren (die gaaanz stachligen) würden unseren Garten sofort komplett überwuchern, wenn man sie ließe.
Dafür gedeihen auch alle Sorten von Johannisbeeren sehr gut, Himbeeren ebenso.

Und ich will echt nicht undankbar sein: Die größten Schwierigkeiten gibt's beim Einsetzen und Eingewöhnen - da muß man wirklich ein Auge auf die Pflänzchen haben. Andererseits könnte ich einen Garten mit sehr sandigem Booden wohl kaum eine oder zwei Wochen sich selbst überlassen (wir können ihn während des Schuljahrs leider nur höchstens am Wochenende nutzen). Bei unserem Garten ist das kein Problem.
Titel: Re:lehmboden
Beitrag von: SWeber am 04. März 2006, 06:46:10
Habt Ihr übrigens auch so erstaunlich viel Maulwurf- und Wühlmaustätigkeit im Lehmboden? Das müssen besonders stramme, durchtrainierte Exemplare sein - oder sie benutzen kleine Pressluftbohrer ;D
Titel: Re:lehmboden
Beitrag von: bristlecone am 04. März 2006, 09:25:38
Ich wäre glücklich, wenn hier Maulwürfe im Garten wären. Aber bei dem durch den Hausbau vor 20 Jahren (!, wir wohnen noch nicht so lange hier) verdichteten lösshaltigen Boden mit viel Bauschnitt würden die sich nur den Schäel einrennen.
Auch Giersch würd ich nicht verachten, dann wär der Boden schon mal nicht zu schlecht.
Hier hilft auch nur graben, bis man die verdichtete Schicht durchstoßen hat. Bei der Neupflanzung von Gehölzen vermisch ich den gelockerten Aushub mit Blähton, das ist zwar teurer als Sand, dürfte aber nachhaltiger wirken.
Titel: Re:lehmboden
Beitrag von: Zuccalmaglio am 04. März 2006, 15:03:31
Kann es eigentlich sein, das sich der "verschwundene" Sand irgendwie mit dem Lehmboden verbindet und insoweit nicht nach unten ins Nirwana verschwindet??

Titel: Re:lehmboden
Beitrag von: fars am 04. März 2006, 15:22:25
Möglicherweise sprechen wir hier alle von unterschiedlichen Bodenarten. Lehm und Lehm ist halt ein Unterschied und Ton-Boden (noch katastrophaler) ist wieder etwas anderes.

Lößboden, ebenfalls lehmig, ist außerordentlich fruchtbar. Eine der fruchtbarsten Gegenden Deutschlands, die Wetterau in Hessen, verdankt ihre hohen Ernteerträge dem Löß.

Angesichts der Unterschiedlichkeit der Bodenverhältnisse, kann das Einbringen von Sand ebenfalls verschiedene Wirkungen und insbesondere unterschiedliche Verweildauer in den oberen Schichten haben.

Ich habe teilweise im Garten einen lehmig-tonigen Boden (bei Regen eine Rutschbahn, bei Trockenheit von wenigen Tagen mit bis zu den Antipoden reichende Risse. Die Bauern hier sagen, es müsse eigentlich alle 2 Tage regnen, damit der Boden einigermaßen feucht bleibt.

Hier noch ein paar Ausführungen, die ich beim Googlen gefunden habe:

"Lehm ist ein Sediment und einer der ältesten Baustoffe der Welt. Wenn Gestein chemisch verwittert, entsteht ein Sediment, eine feine Mischung unterschiedlicher Mineralien, der Lehm. Man unterscheidet je nach Entstehung Berglehm, Gehängelehm, Geschiebelehm (Gletscher), Lößlehm (Löß) und Auenlehm (Flußablagerungen).

Er besteht im Wesentlichen aus Ton, Sand (Quarz) und Schluff (Feinstsand), dazu kommt noch Kalk. Es gibt keine klare Abgrenzung zum Ton, tonreiche Lehme nennt man fett, tonarme mager. Lehm ist nicht so plastisch wie Ton und auch nicht so wasserundurchlässig, da die Sedimente im Ton kleiner sind als im Lehm. In feuchtem Zustand ist Lehm formbar, in trockenem Zustand fest. Bei Wasserzugabe quillt Lehm, beim Trocknen schwindet er, was im Lehmbau besonders zu beachten ist." (Quelle: http://lehm.lexikona.de/art/Lehm.html )





Titel: Re:lehmboden
Beitrag von: toto am 04. März 2006, 19:21:40
wir haben hier Geschiebelehm lt. der Erklärung von fars, und zwar fetten... mit Schichtenwasser....ist also ab 50 cm definitiv feucht, egal bei welcher Trockenheit. Wers also bis dahin schafft, ist fein raus - der hat das Wurzelparadies/Nährstoffparadies gratis...

Aber das ist schon ein Stück weiter ( 500m ) am Rand vom Moor der reinste Torf in 30cm Tiefe+Schwemmsand obendrauf - also komplett andere Bodenverhältnisse auf 500 m unterschiedliche Lage, richtig schwarzer Boden dort... dafür wachsen dort die Rosen nicht mehr so gut wie hier im Lehm..., aber zu bearbeiten ist der schwarze Boden viel leichter... es hat eben immer alles seine Vor-und Nachteile...
Titel: Re:lehmboden
Beitrag von: caro. am 04. März 2006, 20:08:03
Lt. Bodengutachten bei mir:
0,00 - 0,30 m Feinsand, humos, schwach schluffig, schwach mittelsandig...
0,30 - 1,60 m Sand-/Lößgemisch ...
1,60 - 3,70 m Schluff, feinsandig, sehr schwach tonig, Geschiebemergel, braun...
3,70 - 4,80 m Schluff, feinsandig, schwach tonig, Geschiebemergel, grau...
4,80 - 5,20 m Schluff, stark feinsandig...
5,20 - 5,50 m Mittelsand, grobsandig, schwach kiesig...

Offenbar recht fruchtbar.
Trotzdem hätte ich gerne einen anderen Boden.
Titel: Re:lehmboden
Beitrag von: toto am 04. März 2006, 20:25:59
...hätte doch jeder gerne! Man möchte immer das, was man nicht hat....
Titel: Re:lehmboden
Beitrag von: Montydon am 06. März 2006, 13:34:28
Lt. Bodengutachten bei mir:
0,00 - 0,30 m Feinsand, humos, schwach schluffig, schwach mittelsandig...

Interessant.
Wo hast Du das Bodengutachen machen lassen und was kostet so ein Gutachten ca.?
Titel: Re:lehmboden
Beitrag von: caro. am 06. März 2006, 18:26:30


Interessant.
Wo hast Du das Bodengutachen machen lassen und was kostet so ein Gutachten ca.?

Das Gutachten erstellte ein Geotechnisches Ingenieurbüro.
Was der Spaß kostet, kann ich nicht sagen.
Unsere Hausbaufirma hat es erstellen lassen. War im Hauspreis mit drin.
Titel: Re: lehmboden
Beitrag von: Nina am 22. Juli 2020, 10:22:42
Ich würde gerne in einem Beet von ca 10 qm den Lehmboden verbessern. Ich dachte an Bimssubstrat 0-10 mm oder Lava 1-5 mm. Kann mir jemand sagen wieviel ich benötige?
Titel: Re: lehmboden
Beitrag von: Lokalrunde am 22. Juli 2020, 10:30:12
Naja kommt darauf an wie tief du das untermischen möchtest und wie viel.
Wenn du 30cm tief, auf 20% Bims vermischen möchtest, bräuchtest du ca 0,6 m³.
Titel: Re: lehmboden
Beitrag von: Roeschen1 am 22. Juli 2020, 10:35:26
Das hängt davon ab, was du pflanzen möchtest und wie dein Boden aussieht.
Das feine Lavagranulat ist ergiebig. Mit einem 25kg Sack kann man schon einiges bewirken.
Das ergibt bei 10m2 2,5 kg auf 1 m2.
Für Pflanzen wie Feigen, oder mediterrane Pflanzen würde ich mehr nehmen.
Titel: Re: lehmboden
Beitrag von: Nina am 22. Juli 2020, 11:50:39
Danke!  :-*
:D Dann werde ich eher etwas mehr einarbeiten.  :)
Titel: Re: lehmboden
Beitrag von: lonicera 66 am 22. Juli 2020, 13:50:28
Moin,

ich habe auch ein Lehm-Problem.

Sehr magerer Boden, im trockenen Zustand betonhart, Wasser läuft oberflächlich ab und im feuchten Zustand wie Schmierseife.

Ich möchte ein Schattenbeet unter dem Hasel anlegen. Die Wurzeln sind jetzt nicht so das Problem, ich wollte aufschütten und ein wenig mit dem gewachsenen Boden vermischen.

Was nehme ich? Offensichtlich fehlt es dem Boden an Humus, soll ich da Komposterde nehmen?

Zeigerpflanzen habe ich wohl keine, kein Giersch oder Brennessel. Nur ein paar Buschwindröschen und Quecke.
Titel: Re: lehmboden
Beitrag von: laguna am 22. Juli 2020, 15:04:22
Da würde ich auch Komposterde nehmen. Aber so tief wie möglich vorher umgraben und alles gut vermischen, damit eine Verbindung mit dem Untergrund geschaffen wird. Gib auch noch Hornspäne dazu, weil dann auch Würmer angelockt werden.
Titel: Re: lehmboden
Beitrag von: Bristlecone am 22. Juli 2020, 15:10:03
Komposterde hält nach eigenen Erfahrungen nicht so lange vor, nach eigenen Erfahrungen. Die organische Substanz war relativ schnell abgebaut, dann hatte ich wieder den vorherigen Lehm(beton). Bims, Lavasplitt, ggf. gemischt mit grobem Sand oder Splitt, bringt mehr und der Effekt ist von Dauer.
Oben drauf Holzhäcksel und Laub hat dann im Laufe der Zeit einen Oberboden gebracht, der dafür sorgt, dass der Lehmboden darunter nicht mehr so schnell austrocknet.
Titel: Re: lehmboden
Beitrag von: thuja thujon am 22. Juli 2020, 16:17:22
Es gibt mindestens 100 verschiedene Ursachen, warum man einen Lehmboden verbessern möchte. Wenn man wüsste, was das Problem ist, kann man gezielt verbessern.

Lava würde ich untermischen wenn der Lehm nicht skelettreich genug ist. Damit verringert man die Wasserhaltefähigkeit und Nährstoffdichte, es kann so manchmal zu weniger Staunässeproblemen führen, prinzipiell wird der Lehm aber erstmal nur trockener. Bei Bims würde er besser durchlüftet werden. Würde ich machen wenn ich wärmeliebende Kräuter oder Kakteen und Agaven auspflanzen wollte.
Eine Gareförderung, wodurch er leichter durchwurzelbar oder bearbeitbar wäre oder mehr Wasser hält, erreicht man damit nicht.

Kompost aufbringen ist maximal die halbe Miete, Lebendverbauung zur Krümelstabilisierung ist das andere 2/3. Nachteil bei Kompost ist die hohe Nährstofffracht. Mehr wie 3 Liter pro Quadratmeter und Jahr sollten aus Umweltschutzgründen nicht gegeben werden.
Möchte man eine Gareförderung ohne hohe Nährstoffrachten, mit guter Lebendverbauung und hoher biologischer Aktivität des Bodens erreichen sind gezielt ausgewählte Gründünger das Mittel der Wahl. Aber auch die schönsten Lehmböden nach solchen Kulturen sind nicht von Dauer, man muss da dran bleiben. Austrocknen lassen, mit den Füßen treten, Bodenleben verhungern lassen, mit dem gartenschlauch überfluten, das macht viele Dinge wieder im Lauf der Zeit kaputt.

Zugegeben, gäbe es mal wieder eine Frostgare, wäre vieles einfacher.
Titel: Re: lehmboden
Beitrag von: lonicera 66 am 22. Juli 2020, 19:14:50
Zitat
nicht skelettreich genug...Gareförderung...Lebendverbauung ...

Ähm, das sind jetzt böhmische Dörfer für mich...sorry

Ich schrieb ja schon,
Zitat
unter einem Hasel
Dort ist der Boden ab 3cm Tiefe durchwurzelt. Der Hasel ist 6m hoch. Da kann man sich vorstellen, wie es darunter im Boden ausschaut.

Deshalb wollte ich etwas obendrauf schütten.
Vielleicht kann ich bis 10cm Tiefe etwas einarbeiten, wenn ich mir eine Spitzhacke organisiert habe.

Ich habe gestern dort ein Pflanzloch ausgehoben 50x50x50cm, dafür habe 1 1/2 Stunde benötigt.

Gründünger wird dort wohl nicht gehen, man kann ja nicht richtig umgraben um den Boden für Einsaat vorzubereiten.
Titel: Re: lehmboden
Beitrag von: Roeschen1 am 22. Juli 2020, 19:20:16
Lonicera, das wird langfristig schlecht funktionieren,
da regnet es nicht hin, über die Nährstoffe freut sich der Haselnußstrauch, Licht gibt es auch nicht viel.
Was soll da wachsen und gedeihen, wo Wurzeln in 3cm Tiefe sind.
Titel: Re: lehmboden
Beitrag von: lonicera 66 am 22. Juli 2020, 19:56:52
Röschen,

deshalb will ich ja auffüllen, so ca. 20 cm.

Es soll ein Hostabeet werden und ich schrieb schon, ich will versuchen, bis 10cm Tiefe den Zuschlag einzuarbeiten.

Schattenbeet, teilw. bis mittags vollsonnig in einem Bereich.

Trocken? Ja, aber wozu gibt es Tropfschläuche? ;)
Titel: Re: lehmboden
Beitrag von: enaira am 22. Juli 2020, 20:31:16
Wenn du Hosta pflanzen und mit Tropfschlauch bewässern willst, könnte dir vielleicht Rindenhumus + Lava helfen. Natürlich soweit wie möglich mit dem vorhandenen Boden mischen.
Titel: Re: lehmboden
Beitrag von: laguna am 22. Juli 2020, 22:08:42
Nachdem es ein Hostabeet werden soll, bringe ich eine andere Idee ein.
Eine Freundin hat eine solch durchwurzelte Ecke mit einigen höheren Bäumen.
Sie hat auf den Boden einen feinen Mulch aufgebracht und ihre Hostas in großen Töpfen aufgestellt.
Die Hostas wachsen in den Töpfen viel besser, müssen ein bis zweimal pro Woche gegossen werden und das Ganze sieht einfach superschön aus.
Titel: Re: lehmboden
Beitrag von: Gartenplaner am 22. Juli 2020, 22:50:48
Sklelettreich will sagen steinig, Bodengare beschreibt einen "Idealzustand" von Boden für landwirtschaftliche Zwecke, Lebendverbauung die Verbesserung der Bodenstruktur durch im Boden lebende Mikroorganismen.

Wenn du den Boden nicht unbedingt durchlässiger und trockener haben willst, würde ich nichts in Richtung Lava, Bims, Sand einmischen, Kompost ohne Unkrautsamen scheint mir das Sinnvollste.
Allerdings stimmt es, in Lehm wird Humus schnell "umgesetzt", also abgebaut, am besten ständig Nachschub liefern, am einfachsten mit Falllaub im Herbst, zumal in Schattenbeeten.
MarkusG erzielt gute Erfolge mit massiven Kompostaufschüttungen auf seinem Boden, in die er dann direkt pflanzt, vielleicht fragst du mal sein Patentrezept nach?
Allerdings werden unvermeidlich auch die Haselwurzeln natürlich in die neu aufgeschüttete Schicht einwachsen und in Konkurrenz zu den Stauden treten.
Meine "Shrubbery" liegt komplett unter der Haselhecke entlang des Nachbarn, auch auf Lehmboden.
Da wächst schon ganz ordentlich was, aber man muss es auf den Standort abstimmen, Hostas, wenn eingewachsen, sind auch etwas trockenheitsverträglich.
Aber mit Tropfschläuchen ist es dann natürlich einfacher.
Titel: Re: lehmboden
Beitrag von: lonicera 66 am 22. Juli 2020, 22:51:25
Viele Vorschläge, danke dafür :)

In Pötten sind die Hostas jetzt auch. Und ich wollte sie auch die ersten Jahre in den Pötten in das aufgeschüttete Substrat stellen. Ich hoffe einfach, daß sich auf lange Sicht dort ein annehmbarer Boden bildet.

Zitat
Rindenhumus + Lava

Guter Vorschlag *notiert*

Ich werde einfach mal demnächst ein paar Säcke dies und das besorgen. Und dann mische ich mal kräftig, nachdem ich versucht habe, den Boden etwas offener zu bekommen.

Schade, daß ich nicht einfach Mutterboden bestellen und dort ausbringen kann.

Der Aufwand ist einfach zu problematisch...aber wird schon mit euren Tipps ;)
Titel: Re: lehmboden
Beitrag von: Natternkopf am 22. Juli 2020, 22:58:11
Wie Gartenplaner beschreibt: Kompost  / und Brislecone erwähnt: Komposterde hält nach eigenen Erfahrungen nicht so lange vor,

Also immer was nachgeben, Laub drauflegen und Sand beimischen / zu streuen.
Dran bleiben ist die Devise.  :)
Titel: Re: lehmboden
Beitrag von: lonicera 66 am 22. Juli 2020, 23:02:47
@ Gartenplaner/Natti

Danke für die Hinweise und ich werde bei Markus mal anfragen wie er das macht.
 
Titel: Re: lehmboden
Beitrag von: Sandbiene am 22. Juli 2020, 23:05:07
Tausche Sand gegen Lehm, Selbstabholer bevorzugt. ;D
Titel: Re: lehmboden
Beitrag von: pearl am 22. Juli 2020, 23:07:33
Nachdem es ein Hostabeet werden soll, bringe ich eine andere Idee ein.
Eine Freundin hat eine solch durchwurzelte Ecke mit einigen höheren Bäumen.
Sie hat auf den Boden einen feinen Mulch aufgebracht und ihre Hostas in großen Töpfen aufgestellt.
Die Hostas wachsen in den Töpfen viel besser, müssen ein bis zweimal pro Woche gegossen werden und das Ganze sieht einfach superschön aus.
das ist auch meine Erfahrung. In großen hohen Kübeln wirken sie viel besser und auf gewachsenen Boden mit einer guten Mulchdecke aus Laub oder Häckselmaterial bleibt auch die Erde in den Töpfen immer humusreich. Vorausgesetzt das Substrat ist auch lehmhaltig, werden Regenwürmer einwandern und dafür sorgen, dass die Düngeminerale im Wurzelraum immer nachfließen.
Titel: Re: lehmboden
Beitrag von: spider am 22. Juli 2020, 23:10:22
Tausche Sand gegen Lehm, Selbstabholer bevorzugt. ;D
Dem schliesse ich mich vorbehaltlos an. ;D 6 Eimer voll stehen schon bereit.
Titel: Re: lehmboden
Beitrag von: lonicera 66 am 22. Juli 2020, 23:25:09
Ihr seid alle zu weit weg um Sand zu holen ;)

Und ich schrieb schon, ich bekomme das Zeug nicht so ohne weiteres in den Garten. Der liegt praktisch im zweiten Stock, von der Straße aus gesehen. ;D
Titel: Re: lehmboden
Beitrag von: AndreasR am 22. Juli 2020, 23:50:17
Wir sollten uns alle zusammen einen Hubschrauber mieten, und der bringt dann den Sand zu den Lehmgärtnern und nimmt dort gleich wieder den Lehm für die Sandgärtner mit. Wenn alle mitmachen, kann man bestimmt eine effektive Flugroute errechnen, die alle preisgünstig bedient. ;)
Titel: Re: lehmboden
Beitrag von: lonicera 66 am 22. Juli 2020, 23:53:02
 ;D

Au ja und ich brauche das Zeug nicht in Eimern zwei Treppen raufschleppen.