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Garten- und Umwelt => Gartenküche => Thema gestartet von: Gülisar am 14. September 2006, 19:55:23
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Hallo,
nachdem meine erste Fuhre Trockenäpfel glorreich begonnen hat zu schimmeln und also wohl nicht trocken genug war, grüble ich, ob es wohl Daumenwerte gibt über den Trocknungsgrad.
Angaben, die Aufschluss liefern, auf wieviel gr Trockengewicht man z. B. 1 kg frische Äpfel oder Zwetschgen einschrumpfen muss, wären hilfreich. Gibt es die? Kennt die jemand? Auf dass man sich orientieren könne.....
gülisar, die gern noch einen Versuch startet, mit Zwetschgen diesmal
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Gefunden:
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Trockenobst entsteht aus reifen Früchten, indem sie sortiert, gereinigt und an der Luft oder in Dörrapparaten getrocknet werden. Der Feuchtigkeitsgehalt wird durch die Trocknung auf 14 bis 24 % abgesenkt. Das Obst ist dann nicht mehr für Mikroorganismen oder Schimmelpilze angreifbar.
Aus zehn Kilo Äpfeln erhält man etwa ein Kilo Apfelringe, bei Aprikosen schrumpft die Masse auf ein Sechstel, bei Pflaumen beträgt das Verhältnis 3 : 1. Gleichzeitig steigt der Zuckergehalt auf 60 bis 70 Prozent. Dadurch konzentriert sich auch das Aroma und die meisten Obstsorten schmecken auffallend süß.
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gülisar
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interessant....
selbst getrocknet sicher besser als das geschwefelte zeug :-X
Nur... wie?
Ich hab zwar ein Dörrgerät, aber das ist sooo laut, fast wie ein Fön (genau genommen ist es ja einer)
Und im Backofen?
Wieviel Obst darf ich da auf ein Blech legen?
Muss da noch Platz sein zwischen den Früchten oder dürfen sie sich berühren?
UNd darf ich mehrere Bleche belegen?
Oder muss man das Obst gar auf Gitter legen?
Mit Umluft oder Heißluft?
Ähm, das waren eindeutig zuviel Fragen, sorry :-\
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Hallo,
zwar haben wir die Veranlagung, uns für jeden Anwendungszweck ein eigenes Elektrogerät andrehen zu lassen (Wasserkocher, Eierkocher, Joghurtbereiter, Reiskocher, Friteuse - an stelle derer man einfach einen Kochtopf nehmen kann), aber Trocknen konnte man schon vor Erfindung des Dörrgerätes.
Ich gebe zu, vermutlich ist die Umluftfunktion des Backofens, die ich immer herablassend als Geschmackskiller belächle, hier, beim Trocknen im Backofen, mal ein echter Vorteil.
Gitter oder Bleche mit Löchern (hab ich mal günstig als Pizzableche erstanden) sind sicher geeigneter als normale Bleche, da die Luftzirkulation ja die Feuchtigkeit fortträgt. Man kann durchaus mit mehereren normalen Blechen im Backofen (Tür gering geöffnet wg. des Wrasenabzugs), muss aber ständig die Bleche umsortieren. Je lockerer das Obst liegt (nie mehrschichtig) umso besser wird es trocknen - wiederum Thema Zirkulation. Das ist ja auch der Grund, warum Dörrgeräte den Ventilator haben..... .
Eine Alternative zum Dörrgerät wäre:
- Mehrere Roste auswechselbar und waschbar mit Baumwollstoff (Gardine) bespannen (Holzwäscheklammern), darauf das Obst geben.
- In den Backofen, so ohne Umluft, auf einen Abstandshalter einen PC-Lüfter stellen (Vorsicht mit den Leitungen, mit Wärme- und Feuchteeinwirkung, FI-Schalter sollte unbedingt da sein) - oder halt Umluft verwenden.
- oder auch: Holzkiste mit Rosten wie beschrieben ausstatten, unten Wärmequelle, z. B. alte Schaltschrankheizung und Thermostat und Lüfter einbauen, für vertikale Luftströmung sorgen. Da wären wir dann wieder beim Dörrgerät, dem selbstgebauten.
gülisar, welche auf die Zwetschgen wartet
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In der Hobbythek gab es mal einen Plan für einen Trockenschrank. Er besteht aus vier Seitenteilen und einem Deckel. Ein Seitenteil ist als Tür an einem Scharnier angebracht und ist oben und unten verkürzt, so daß Luft ein- und austreten kann. Es werden Auflageleisten für Rahmen gebaut, die mit Fliegengitter bespannt sind. Auf den Boden kommt ein Heizlüfter mit Thermostat. Und schon geht's los. Eine Freundin von mir hat das und ist zufrieden. Wir wollen an diesem Wochenende so ein Ding aus einem alten Küchenschrank bauen. Ich berichte dann.
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In der Hobbythek gab es mal einen Plan für einen Trockenschrank.
Ich habe mir vor vielen Jahren diesesTrockengerät gebaut. Es hat 10 Trockengitter mit 32 cm x 45 cm. Da geht eine Menge Obst drauf. Da die Luftströmung im Schrank aber nicht überall genau gleich ist, muss man ab und zu die Gitter umstellen oder die fertig getrockneten Früchte herausnehmen und frische nachlegen.
Wer viel trocknen will sollte sich dieses Gerät bauen. Der Plan müsste in einem Hobbythekbuch zu finden sein.
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Hallo Gülisar (es dürfen sich aber auch alle anderen Dörr-Experten angesprochen fühlen),
wie es scheint, hast du Erfahrung darin, im Backofen zu dörren.
Du hast ja enlose Fragen beantwortet, aber eine hätte ich noch - auf welche Temperatur sollte ich für Zwetschgen einstellen?
Ich könnte die Funktion "Warmhalten 35 Grad", "Warmhalten 65 Grad" oder beliebige Heißlufttemperaturen ab 50 Grad einstellen.
Achja, und da ich nur zwei Roste habe, leider auch nicht die von dir beschriebenen Pizzableche mit Löchern - könnte ich auch die herkömmlichen Bleche verwenden und die halbierten und entkernten Zwetschgen auf genülltes Backpapier legen?!
Landhausgarten, die angesichts der Zwetschgenschwemme nicht mehr weiß, wohin mit dem Erntesegen...
Nachtrag:
Bezüglich deiner Frage, wie man den Restfeuchtegehalt der Trockenfrüchte feststellen könnte - mir fiel ein, dass ich im aktuellen Westfalia-Werbeblättchen ein Gerät zur Feuchtigkeitsprüfung gesehen hatte (http://www2.westfalia.de/shops/technica/messtechnik/messgeraete/sonstige_messgeraete/200828-feuchtigkeitsmesser_0_60_f_r_holz_und_baumaterialien.htm
ist eigentlich für Bauholz gedacht - aber wenn man es nur für Lebensmittel verwendet...
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Landhausgarten,
also, ich würde unter 80 Grad bleiben, eher 60 Grad und, wenn du hast, Umluft verwenden. Die trocknet prima aus (by the way, darum schmecken viel Gerichte aus dem Umluftofen ja so bescheiden).
Natürlich kannst du normals Bleche verwenden, entsteinte Zwetschgen mit der vormaligen Innenseite nach oben legen - wichtig!
gülisar
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Landhausgarten,
also, ich würde unter 80 Grad bleiben, eher 60 Grad und, wenn du hast, Umluft verwenden. Die trocknet prima aus (by the way, darum schmecken viel Gerichte aus dem Umluftofen ja so bescheiden).
Natürlich kannst du normals Bleche verwenden, entsteinte Zwetschgen mit der vormaligen Innenseite nach oben legen - wichtig!
gülisar
Hallo gülisar,
Danke für deine Tipps und Hinweise.
Umluft werde ich verwenden - aber zwischendurch immer wieder mal die Backofentüre öffnen.
Denn seit ich den neuen Herd habe, kann ich nicht mehr feststellen, dass die Umluftfunktion die Speisen austrocknet.
Bei meinem uralten Bosch war das so, wie du es beschreibst, aber dieser neue Bauknecht - ich weiß nicht, wie die das gemacht haben, aber du erkennst wirklich keinen Unterschied zwischen Ober-Unterhitze und Heißluft - außer dem einen entscheidenden, dass ich bei Heißluft die Riesenportionen für meine fünf hungrigen Mäuler nebst geneigten Gastfutterern auf einen Schlag gegart bekomme.
Die hat sogar zwei unterschiedliche Pizza-Programme - eins speziell für fluffig-lockeren, dicken Teig à la Pizza Hut und eins für knusprig-dünne original italienische Art... Mmmhmm, mein Magen rührt sich, wenn ich an Pizza denke... Kann man die eigentlich auch mit Zwetschgen - nein eher nicht, auch wenn mein Jüngster Samstag ganz erfreut rief: "Lecker! Pizza mit Quetschen!" angesichts der duftenden Zwetschgenkuchen vom Blech... *lächel*
Lieber Gruß
Landhausgarten
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Hat jemand Erfahrungen mit dem Dörren von Aubergine? Ich denke, dass da wie bei Zucchini dünne Scheiben am besten sind, oder?
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Hat jemand Erfahrungen mit dem Dörren von Aubergine? Ich denke, dass da wie bei Zucchini dünne Scheiben am besten sind, oder?
Je nach grösse der Aubergine schneide ich sie in dünne Scheiben und viertle die Scheiben zu eine "Nassgrösse" von ca. 2.5 x 2.5 cm
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Du schneidest sie demnach quer? Nun, ich dachte an sich an längs. Dann kann man sie bei Bedarf immer noch teilen.
Ich möchte sie im Winter bei Bedarf kurz in ein wenig Wasser einlegen und dann rösten. Hast du sowas schon gemacht?
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Ich schneide sie in runde Scheiben, nach dem trocknen mische ich die verschiedenen Gemüse und Kräuter zusammen. Verwendung findet die Mischung als Mischgemüse, in Eintöpfen und in Suppen. Einzeln habe ich bisher nur den getrockneten Kürbis gekocht
Bild:
"klapper-trockenes" gemüse für Saucen und Suppen

3 002.jpg
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Danke. Schöne Anregung. Mach mich gleich an die Arbeit, heute Abend.
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Ich möchte sie im Winter bei Bedarf kurz in ein wenig Wasser einlegen und dann rösten. Hast du sowas schon gemacht?
... das mit dem "rösten " habe ich überlesen, nach meinen Erfahrungen wird es nicht klappen, weil sie nicht mehr die richtige Konsistenz aufweisen.
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Hallo,
die Bauanleitung für den Trockenschrank der Hobbythek findet man im Hobbythekbuch Nr. 6 (von 1982) !
Laut Jean Pütz soll man mit Temperaturen zwischen 30 - 50 Grad dörren, weil alles wichtige (Vitamine, nützliche Bakterien etc.) sonst zerstört - also verbruzzelt - werden, wenn man über 60 Grad kommt und die getrockneten Sachen sind dann nährwertmäßig "nutzloses Zeugs" - wie Jean Pütz einmal formulierte.
Mein Mann hat mir 1982 den Trockenschrank gebaut und ich bin sehr zufrieden damit.
Liebe Grüße
Gabriele
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Hallo allerseits !
Ich habe mir gestern ein Dörrapparat zugelegt.
Ausser Leckerlis für meine Hunde trocknen ;), würde ich gerne Obst und Gemüse probieren. In der Anleitung steht, dass man z.B. Karotten dörren kann und dann vor dem Gebrauch einfach einweichen und normal verweden. Würde da nicht Vitamine verlren gehen ?
Ich habe auch immer so viele Tomaten, ich hoffe da wird auch gut funktionieren.
Hat jemand von euch Erfahrung mit so einem Apparat ?
Liebe Grüsse
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Die funktionieren ganz gut. Vitamine gehen schon verloren, aber natürlich nicht alle. Karotten sind ja das ganze Jahr frisch erhältlich. Dörren würd ich die nur, um sie trocken als Chips zu knabbern oder wenn du mal eine Überernte einfährst.
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Hi Gart !
Ich dachte an Überfluss aus meinem Garten ;)
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Hat jemand von euch Erfahrung mit so einem Apparat ?
Ja, ich mag einige Dörrspezialitäten sehr. Schweizer Wasserbirnen z. B. halbiere ich und entferne das Kernghäuse. Auch Tomaten für Saucen und viele Kräuter trockne ich damit.
Es gibt übrigens auch ein Ökomodell eines Dörrapparates: http://www.sonnen-wind.ch/Produkte/dorrer.htm
Karotten sind ja gut lagerbar und lassen sich zudem sehr gut frosten, davon dörre ich nur ganz wenige.
Ein alter Thread aus dem Archiv: Was dörren?
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Danke für den Link - das hätte ich aus anderen Foren kennen müssen - erstmal die Suchfunktion ausprobieren ;)
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Um nochmals bei den Chips anzuknüpfen: Das find ich echt eine der besten Anwendungen des Dörrers, so feine Gemüsscheiben in Chips zu verwandeln, ohne Öl und nix. Zucchini eignen sich sehr gut, oder Pastinaken. Natürlich auch Kartoffeln oder Topinambur.
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Chips hört sich gut an, auch für die Kalorienbewusste ;)
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Natürlich auch Kartoffeln.
Das höre bzw. lese ich zum ersten Mal. Gerade eine (1) deutschsprachige Seite habe ich gefunden die "Kartoffeln dörren" enthält: http://www.payer.de/bolivien2/bolivien0202.htm
Eine andere Methode der Konservierung von Kartoffeln lässt ein Produkt entstehen, das heute «Moraya», «Moray» oder «Tunka» genannt wird. Die Kartoffeln werden mehrere Tage in Wasser eingelegt, wiederholt gewendet und dann an der Sonne gedörrt, bis alles Wasser entwichen ist. Dieses, durch Wasserentzug entstandene Produkt ist weiß und im Geschmack wesentlich besser als der Chuno. Für die Gewinnung dieses «weißen» Chuno (Chuiio blanco) benützen die Indios zur Wässerung die Bäche, dann werden die Kartoffeln gedörrt und eingesalzen, wie dies bei den anderen Methoden geschieht.
Nichts über die Verwendung, sind die dann einfach so verdaulich? Hast Du eigene Erfahrungen damit?
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Och, äh o.ch, ich koch die schon ein wenig vor (bin kein Indio). Halbhart, damit sie noch leicht in dünne, stabile Scheiben geschnitten werden können. Die dörr ich dann. Mit oder ohne Salz. Werden natürlich nicht so kross wie die im Öl frittierten, schmecken mir aber sehr gut.