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Pflanzenwelt => Arboretum => Thema gestartet von: frankste am 18. Oktober 2006, 10:29:28

Titel: Dornenhecke
Beitrag von: frankste am 18. Oktober 2006, 10:29:28
Moin, moin,

habe mich gestern für's Forum registriert, da ich schon einige Zeit mitlese und nun doch noch einige eigene Fragen habe. Bisher kann ich nur sagen: Super Forum - es scheint, dass es doch einige sehr kompetente und auskunftsbereite Mitmenschen gibt. :)

Nun zur Frage: Ich bin gerade dabei, ein etwas größeres Grundstück mit einem EFH zu bebauen und plane derzeit den Garten. Das Grundstück ist schräg geschnitten und hat daher eine recht lange Gartenfront zur Straße hin (ca. 50m). Auf der Grenze stehen zur Zeit eine Esche und ein alter Birnenbaum, die auch beide bleiben werden. Der Rest der Front sind jedoch unterschiedliche Sorten Wildwuchs (Ahornsämlinge, Bocksdorn oder so ähnlich, teilweise halb umgefallener Lattenzaun, etc.). Soweit zur Ausgangssituation. Geplant ist nun, diesen ganzen "Kram" zu entfernen bzw. zu Roden und dann einen Stabgitterzaun zu setzen. An den Stabgitterzaun möchte ich dann eine Dornenhecke Pflanzen (u.a. um Hunde zu demotivieren, als Vogelnistplatz, Bienenweide, Vogelspeisung, Igelrückzug, etc.). Geplant ist daher in folgender Reihenfolge:

- Schlehenbüsche ca. 6 lfm
- Wildbirnenbusch / -büsche (Pyrus pyraster) ca. 6 lfm - wie breit werden die?
- (Birnenbaum)
- Crataegusbüsche / Rotdorn ca. 6 lfm
- Sanddornbüsche (1xmännl. ?xweibl.) ca. 6 lfm
- Pyracantha hochwachsend mit unterschiedlichen Beerenfarben ca. 6 lfm
- Chaenomeles hochwachsend mit unterschiedlichen Blütenfarben
- (Esche) soll bewachsen werden mit Paul's Himalayan Musk Rambler und unten drunter Rosa rubinginosa
- Ilexbüsche (aquifolium-Hybride mit gemischten grünen bzw. panaschierten Blättern, 1xmännl. ?xweibl.) ca. 8 lfm

Hecke verläuft etwa von Südwest nach Nordost, Straßenseite ist südl. - also gut beleuchtet, selbst unter den Bäumen. Das Ende der Hecke (die letzten ca. 15m) sollte nach Möglichkeit einen ganzjährigen Sichtschutz bieten. Die Hecke soll als Naturhecke mindestens 2,5 m hoch wachsen.

Wie ist nun Eure Meinung - kann das bzgl. Wüchsigkeit klappen? Sieht das gut aus? Bei welchen Büschen brauche ich sinnvollerweise eine Rhizomsperre, um sie "endlich" zu halten.

Über Meinungen und fachliches Feedback würde ich mich freuen.

Frank.
Titel: Re:Dornenhecke
Beitrag von: riesenweib am 18. Oktober 2006, 10:55:06
bei schlehen und sanddorn sicher sowie chaenomeles eventuell (da gabs vor kurzem erfahrungsberichte von ausläufern hier im forum) wirst du rhizomsperren brauchen.

lg, brigitte

sinddie zweieinhalb meter eine maximalhöhe (schlecht)? oder eine mindesthöhe (gut)

Titel: Re:Dornenhecke
Beitrag von: Zuccalmaglio am 18. Oktober 2006, 11:30:41
ich bin ja nicht der Gehölzspezialist. Aber Rhizomsperren? Wenn neben der Hecke z.B. noch 1 m Gras ist, fährt man da 2 bis 6 x im Jahr mit den Mäher drüber, dann hat es sich mit Ausläufern.

Eine Wildbirne hätte ich auch gerne.
Hinsichtlich Wuchsform (Heckenschnitt) und Höhenbegrenzung bin ich aber skeptisch, ob dem Baum das so recht ist. Würde auch dem Charakter der Art widersprechen.
Aber wenn du es versuchen und dabei keinen Riesen erzeugen willst:
Als Unterlage "Pyrodwarf" verwenden (schwächer wachsend). Wobei ich gar nicht weiß, ob Wildbirnen als vegetative Typen auf Unterlagen veredelt oder als Sämlingsbäume angeboten werden.
Wobei im Falle der Sämlingsbäume noch zu klären wäre, ob es sich dann wirklich um "echte" Wildbirnen handelt. Sind die Wildbirnenpoulationen eigentlich so heterogen, das sie untereienander als Pollenspender dienen können oder sogar selbstfertil sind.
Titel: Re:Dornenhecke
Beitrag von: frankste am 18. Oktober 2006, 11:48:30
Nun ja, Rhizomsperren, da daneben eben nicht unbedingt Rasen kommt und außerdem z.B. Schlehe nach einem halben Jahr evtl. nicht mehr unter den Rasenmäher passt bzw. will. Die Dornen wären dann gegen mich gerichtet. Außerdem habe ich an dem Ende auch noch einen Nachbarn...

Ansonsten wollte ich die Wildbirne wirklich als Busch erziehen. Hatte irgendwo gelesen, dass die teilweise so auftritt an Feldrändern, etc. Auf keinen Fall Pyrodwarf oder so, sondern Sämling. Selbststerilität wäre in der Gegend kein Problem, da es ausreichend andere Birnenbäume in der Nähe wären. Ich vermute, dass der Wildbirnenbusch ca. 5-6 m hoch wird?

Die 2,5 m Heckenhöhe sind so eine Art gemeinsamer Nenner. Am Anfang der Hecke (bei obiger Reihenfolge) darf es gerne auch etwas höher ausfallen (siehe Wildbirne). Rosa rubinginosa sollte sich bei der Höhe aber schon eher wohl fühlen und mit Ilex kann man machen, was man will (vermute ich). Die 2,5 m waren hauptsächlich gewünscht, um den Sichtschutz auch sicherzustellen.

Danke für die schnellen Antworten. Auf Euch ist Verlass. ;)
Titel: Re:Dornenhecke
Beitrag von: Zuccalmaglio am 18. Oktober 2006, 12:40:30
Hinsichtlich halbjähriger Schlehenschößlinge käme es auf den Mäher an .................

Wenn man die Birne von Anfang an mehrtriebig- bzw. stämmig aufzieht, kommt sie natürlich einer Buschform nahe. Aber auf den regelmäßigen Heckenschnitt würde ich bei ihr verzichten.

Das mit der Befruchtung war nicht auf den Ertrag oder den Fruchtansatz gemünzt.
Ich hatte mir einfach überlegt, inwieweit Wildbirnen noch 100 % Wildbirnen sind oder sein können. Die Kulturbirnen sind für Fruchtansatz ja auf Fremdbefruchtung anderer Sorten oder Arten angewiesen.
Das kann ja bei Pyrus pyraster so nicht zutreffen, da sonst immer wieder Bastarde mit Kulturbirnen oder anderen Wild-/Zierarten entstehen würden. Also müssen sie eigentlich je Pflanze selbstfertil oder wenigstens innerhalb der Population so heterogen sein, das dies für Fremdbefruchung genügt. Aber das ist ja auch OT.
Titel: Re:Dornenhecke
Beitrag von: frankste am 18. Oktober 2006, 14:14:29
So in etwa war das geplant. Ich wollte ja eine Naturhecke - sprich eine, die (fast) nie geschnitten wird. Zu Beginn sollte ich die Wildbirne jedoch durch Rückschnitt zum kraftigen Austrieb an der Basis (bzw. aus dem Erdreich) anregen. Das ganze sollte dann eher in die Breite gezogen werden, wobei vermutlich mit einer Tiefe von etlichen Metern gerechnet werden muss (hoffentlich weniger als 3 m...). Da ich aber plane, einige Meter hinter die Hecke an dieser Stelle eine Eßkastanie (Castanea sativa) zu pflanzen, die den Bereich früher oder später beschatten wird, vermute ich, dass Schlehe und Wildbirne dann nicht allzu weit nach hinten wachsen wg. Lichtmangel dort. Eure Meinung dazu?

Wegen der Reinheit der Wildbirne bzw. Kreuzung mit "normalen" Birnen: was mich an der Wildbirne insbesondere reizt sind ihre Dornen. Ich vermute, dass es schwer werden wird, Exemplare in freier Natur zu finden, die aus Sämlingen stammen und keine Kulturbirne enthalten. Die Wahrscheinlichkeit ist wenigstens in Mitteleuropa gering. Es käme also darauf an, vegetativ vermehrte oder alte Exemplare aufzuspüren. Sollte die Wildbirne wirklich als Feldrandgehölz Verwendung gefunden haben und dort regelmäßig radikal zurückgeschnitten worden sein, kann ich mit durch diese Radikalverjüngung schon recht alte Exemplare vorstellen. Für mich stellt sich die Frage jedoch einfacher - wenn sie große Dornen hat, ist sie gut. Blühen sollte sie dann im Frühjahr gerne kräftig, das Obst geht an die Vögel und Igel.

Gruß,
Frank.
Titel: Re:Dornenhecke
Beitrag von: macrantha am 19. Oktober 2006, 10:52:45
Oh - ich bin hier ganz anderer Meinung als Zuccalmaglio, was die Schlehen anbelangt!

Ich würde unter keinen Umständen Schlehen im Hausgarten pflanzen!
Du hast ja kein Feld, dass beackert wird, sondern möchtest auch mal barfuß durchs Gras laufen.
Die Ausläufer würden ja nicht nur im Abstand von 1m nach der Hecke "hochkommen" - wenn sie abgemäht werden, dann kriechen sie eben 2 bis 3 bis 5 bis 10 Meter weiter - kein Problem, denn die Mutterpflanzen versorgen sie ja nach wie vor mit Engergie.
Sicher, in den ersten 5 Jahren wird es noch nicht so dramatisch sein, sondern erst, wenn alles hübsch eingewachsen ist und man nichts mehr änder will.

Mir gefällt Deine Idee mit der gemischten Hecke, die auch den Tieren etwas bieten soll. Denk aber daran, dass Du den Weißdorn auch wirst schneiden müssen (sonst wird es ein unten kahler Kleinbaum). Um unsere Obstwiese wächst ebenfalls eine alte Weißdornhecke (bestimmt schon 50 Jahre) - der Schnitt der selben ist seeehr unangenehm (ich mache diesen übrigens nicht :-X )

Du könntest noch Rosa rugosa-Hybriden (dafür am besten mal ins Rosenforum schielen) einbauen - blühen auch schön, sind kräftig bestachelt, werden sehr groß und die Hagebutten sind bei den Tieren beliebt.

Du brauchst nicht eine männliche Ilex-Pflanze für eine weibliche setzten - da reicht locker einer für acht (schwer zu sagen - im zweifelsfall lieber nachträglich einen setzten).

Auch der Sanddorn treibt extrem Ausläufer - besonders, wenn er beschattet wird. Es gibt zwar immer wieder Berichte von glücklichen, bei denen er sich sittsam verhält. Aber das Risiko möchte ich nicht eingehen (der Sanddorn durchlöchert schon mal geteerte Weg wie schweizer Käse, wenn er auf Wanderschaft gehen will.)

Berberis julianae würde sich auch gut für eine solche Hecke eignen (2bis 3m hoch, immergrün bis wintergrün, bestachelt, nette gelbe Blüte und Früchte für die Vögel.

Als sehr schattenverträglicher Unterwuchs könnte Mahonia aquifolium gepflanzt werden.

Weiter sehr schattenverträglich und zudem sehr lange belaubt ist die wilde Stachelbeere - Ribes uva-crispa. Doch auch die Kulturstachelbeeren treiben schon im März und entblättern sich erst im November, wobei die Früchte im tiefen Schatten nicht ausreifen können.

Soweit mal,
macrantha
Titel: Re:Dornenhecke
Beitrag von: riesenweib am 19. Oktober 2006, 12:38:59
berberis julianae ist sehr elegant wenn erwachsen.

lg, brigitte
Titel: Re:Dornenhecke
Beitrag von: SouthernBelle am 19. Oktober 2006, 13:22:34
Unter einer Esche allerdings waechst next to nothing, Erstens hat sie Saugwurzeln allueberall, zweitens ist es dort extrem trocken. Also die Kletterrose muesste weit weg vom Stamm oder vielleicht ala Raphaela in einen versenkten Kueberl gepflanzt werden. Frag mal im Rosenforum an!

Ps na ja, es waechst immerhin Sambus (schlecht), Liguster(schuetter) und Physocarpus. Die passen aber alle nicht in Deine Spezifikation.
Titel: Re:Dornenhecke
Beitrag von: Landpomeranze † am 19. Oktober 2006, 14:12:05
Zitat
Als sehr schattenverträglicher Unterwuchs könnte Mahonia aquifolium gepflanzt werden.


Mahonia aquifolium versät sich wie wild und bildet Ausläufer, die sich auch durch regelmäßiges Abmähen nicht beeindrucken lassen. Außerdem bildet sie auch ein so dichtes Wurzelwerk, dass kein Grashalm mehr wächst. :-\

lg, Patricia
Titel: Re:Dornenhecke
Beitrag von: macrantha am 19. Oktober 2006, 14:26:38
Aussähen tut sie sich bei mir durchaus ... aber Ausläufer ...

Ich habe unzählige Sträucher im Garten, an nicht einem einzigen aber bisher einen Ausläufer gesehen. Warda schreibt über sie "schwach Ausläufer treibend".
Hätte ich jetzt nicht als großes Problem angesehen.
Titel: Re:Dornenhecke
Beitrag von: Landpomeranze † am 19. Oktober 2006, 15:31:26
Bei mir fliegt ein großer Strauch aus diesem Grund jetzt raus (bzw wird an Stellen versetzt, die sie gerne zuwuchern kann). Sie hat sich binnen 7 oder 8 Jahren mindestens verdreifacht.
Titel: Re:Dornenhecke
Beitrag von: macrantha am 19. Oktober 2006, 15:37:09
Na ... aber welcher Strauch verdreifacht denn nicht seine Größe in 8 Jahren ...
Wenn ich da mal an 0/8/15 Cornus, Forsythie oder anderes denke ::)
Titel: Re:Dornenhecke
Beitrag von: Landpomeranze † am 19. Oktober 2006, 16:11:05
Na ... aber welcher Strauch verdreifacht denn nicht seine Größe in 8 Jahren ...
Wenn ich da mal an 0/8/15 Cornus, Forsythie oder anderes denke ::)

Ich meine damit die Grundfläche - ursprünglich vielleicht 50 x 50 cm, inzwischen ein Vielfaches, obwohl ich seit Jahren versuche, jeden Ausläufer zu erwischen und zu stutzen, 2 mal im Jahr mit der Motorsense rundherum mähe, ab und zu auch einfach entnervt zum Spaten greife, um wieder mal größere Wurzelflächen zu entfernen. Ausläufer in 1 bis 2 Meter Entfernung - die sich durch das Wurzelgeflecht der Fichten durchgekämpft haben, eigentlich bewundernswert - kann ich bis zum Strauch zurückverfolgen.

Die Beeren sind übrigens bei Vögeln sehr beliebt, leider ist der Strauch meiner Meinung nach für Katzen kein Hindernis. Bei meiner schneide ich jetzt die Beeren immer ab, damit sich die eigenen und die Nachbarschaftskatzen nicht an den "gedeckten Tisch" setzen können.

Titel: Re:Dornenhecke
Beitrag von: macrantha am 19. Oktober 2006, 21:57:30
Interssant - von solch starkem Ausbreitungsdrang hatte ich tatsächlich noch nix gehört.
Titel: Re:Dornenhecke
Beitrag von: frankste am 19. Oktober 2006, 23:14:56
Noch einmal zurück zu den Rhizomsperren - Sollte es nicht möglich sein, Schlehe und Sanddorn damit zu bändigen? Oder schaffen die es, die zu durchstoßen? Ich gebe Dir ansonsten Recht, macrantha, bzgl. der Schlehe im Hausgarten. Nur ist dieser Hausgarten ca. 2000 qm groß und im direkten Anschluss hinter den Schlehen und dem Sanddorn kommt erst einmal eine Obstwiese. Spielrasen, Sandkasten und Schaukel sind ca. 20 m weit weg.

Zu Rosa rugosa - soweit ich mich erinnere, werden die aber nicht wirklich 2,5 m hoch, oder? Diese Höhe wäre schon gut. Ich war deshalb auf rubinginosa gekommen. Duften täten sie jedoch super. Und eine Wurzelsperre wäre wohl auch nicht schlecht ;D

Berberis mag ich aus irgendwelchen Gründen persönlich nicht, Mahonia kann ich ja dann innerhalb der Rhizomsperren pflanzen wenn da irgend etwas unter kahl werden sollte.

Belichtung ist m.E. nicht so das riesige Problem, da die Esche unten komplett freigeschnitten ist und südl. direkt die Straße angrenzt, auf deren anderer Seite eine Rasenfläche kommt - also freier, seitlicher Lichteinfall außer im Hochsommer, wenn die Sonne fast senkrecht steht. Dann ist aber eh genug Licht. Das mit dem Wasser muss ich dann unter der Esche wohl genau beobachten und ggf. wässern zu Beginn. Rosen haben ja eigentlich recht tiefe Wurzeln und das Grundstück liegt nur ca. 3,5 m über dem Elbe-Normalpegel - der auch im Sommer teilweise deutlich höher liegen kann - siehe 2003...

LiGrü,
Frank.
Titel: Re:Dornenhecke
Beitrag von: macrantha am 20. Oktober 2006, 10:14:23
Noch einmal zurück zu den Rhizomsperren - Sollte es nicht möglich sein, Schlehe und Sanddorn damit zu bändigen?

Hallo Frank,

ich bin mir nicht sicher, wie Du das machen willst ...
Auch weiß ich nicht, wie tief die Ausläufer von Sanddorn und Schlehe gehen (an sich flach, aber wenn ein Hinterniss kommt, werden sie wohl abtauchen). Im zweifelsfall krabbeln sie immer 1 cm tiefer, als Deine Wurzelsperre ist.

Mal sehen ... Du könntest extrem starke Folie verwenden (aber nicht die normale Teichfolie aus dem Baumarkt) - unter 50 cm würde ich es nicht versuchen.
Du könntest L-Steine/Mauerscheiben setzten ...
In die Folie könnte doch ein Loch kommen oder bei der Überlappung dringt eine Wurzel hindurch, Beton-Steine haben Fugen ...

Es ist machbar und auch meine Familie hatte mal einen Sanddorn, der nicht wucherte.
Schlehen betrachte ich immer sehr skeptisch und denke an fruchtlose Rodungsversuche in Magerrasen - also auch hier bin ich vorbelastet.

Dennoch - es gibt unheimlich viele Gehölze - ich würde mir einfach nicht unbedingt die auswählen, die starke Probleme machen können. Denn dann ist richtig Arbeit angesagt.

Berberizen magst Du nicht? Och - doch nicht gleich eine ganze Gattung verdammen, weil die immer gleichen Arten langweilig bis spießbürgerlich verwendet werden ;) . (Berberis stenophylla wäre übrigens auch sehr hübsch)

Bei den Rugosas dachte ich eigentlich an Rugosa-Hybriden (2,5 m sind kein Problem - auch hier gibts übrigens Ausläuferchen - aber die sind leichter im Zaum zu halten).
Auch bei den Pimpinellifolia-Hybriden sind schöne große Sachen dabei - z.B. R. pimp. 'Frühlingsgold' ... 4x4m ist kein Problem.
Eine Rosa canina 'Kiese' hat im 6 Standjahr ebenfalls die 4m Marke überschritten (habe nahrhaften Boden) und biegt sich vor Hagebutten.

gleich gehts weiter ...
Titel: Re:Dornenhecke
Beitrag von: macrantha am 20. Oktober 2006, 10:44:12
...
Da Du so viel Platz hast, würde ich eigentlich auch ein paar hübsch und stachellose Sachen pflanzen.
Wer hat schon die Möglichkeit, einer Lonicera x purpusii Raum von 2x2 m zu gewähren (im Alter, teilweise auch mehr) ... und dieser Duft :P

Vielleicht wäre auch der Erbsenstrauch (Caragana arborescens) etwas für Dich.

Titel: Re:Dornenhecke
Beitrag von: SouthernBelle am 20. Oktober 2006, 12:13:00
eh genug Licht. Das mit dem Wasser muss ich dann unter der Esche wohl genau beobachten und ggf. wässern zu Beginn. Rosen haben ja eigentlich recht tiefe Wurzeln und das Grundstück liegt nur ca. 3,5 m über dem Elbe-Normalpegel - der auch im Sommer teilweise deutlich höher liegen kann - siehe 2003...

LiGrü,
Frank.

Auch wir hier in der Marsch haben einen hohen Grundwasserspiegel und ueblicherweise keine Wasserprobleme...
Und: als wir einen Wildzaun hinter die Eschenreihe gesetzt haben, konnten wir studietren, dass die Wurzeln sich nicht nur horizontal sonder auch vertikal maechtig ausgebreitet haben(aechz). Wenn Du die Rose da durchgetunnelt kriegst.....schafft sie es vermutlich.
Titel: Re:Dornenhecke
Beitrag von: macrantha am 20. Oktober 2006, 12:22:18
Das hat doch nichts mit einer Rose oder nicht Rose zu tun ???
Alle genannten Gehölze sind sehr zäh, alle müssen natürlich erst mal gepflanzt werden, was ein Pflanzloch voraussetzt.
Aber auch wenns mühsam ist - notfalls könnte man versuchen, zu fräsen; da das Gelände auch gut zugänglich scheint, könnte auch ein Kleinbagger einen Graben ziehen.
Titel: Re:Dornenhecke
Beitrag von: frankste am 21. Oktober 2006, 00:37:11
@macrantha: das mit den Rhizomsperren hatte ich ähnlich wie bei ausläufertreibendem Bambus geplant. Der soll ja ansonsten auch nicht "von Pappe" sein und mit Sperre beherrschbar. Material und Einbringung ähnlich (und am besten mit Minibagger...). Ab einem gewissen Punkt gehe ich davon aus, werden die Büsche dann die Ausläufer eher als Wurzel betreiben und nicht wieder "auftauchen" lassen.

Ansonsten habe ich meinen Horizont etwas erweitert und mir einmal Berberis stenophylla bei Google angesehen - schon sehr schön, Bienenweide, Dornen, immergrün, undurchdringlich - einziger Nachteil ist, dass die nicht aus Mitteleuropa stammt, soweit ich das habe feststellen können. Könnte ich mir aber schon vorstellen (bzw. evtl. auch darwinii).

Für andere Rosen brauche ich erst eine Sondergenehmigung meiner Frau - ich habe jetzt schon mehr Rosen geplant, als ihr gefallen ;D

Erbsenstrauch lassen wir gerade roden - wächst etwas nah am Haus und ist dann doch etwas arg giftig (unser jüngster ist im April geboren...). Schön blühen tut er aber - da muss ich Dir zustimmen. Aber die schönen, gelben Blüten laden zum Pflücken und die "Erbsen" zum probieren ein.

Lonicera x purpusii find ich interessant. Ist der ungiftig? Blüht ja wohl im Winter, was ich attraktiv finde. Und prinzipiell mag ich auch gerne duftende Sträucher. Wenn sie duften - und nicht etwa etwas stärker... Meine Frau ist da etwas empfindlich. Kannst Du den Geruch beschreiben (auch Stärke)? Wie lang tritt der auf? Wie macht sich der Busch sonst - Beeren, Blätter, Herbstfärbung?

Danke schon einmal,
Frank.
Titel: Re:Dornenhecke
Beitrag von: riesenweib am 21. Oktober 2006, 11:36:26
die lonicera X purpusii ist im forum schon einige male besprochen worden(alle jahre wieder), Frank, da sind viel infos drin, suche mal.
duft ist würzigsüss und mittelstark (also net so stark wie die tropischen düfte). bei mir in 7b sehr lange die blätter haltend, vereinzelte blüten schon jetzt. hübsche opake rote beeren, hier schon ab juni.. blüten übrigens klein, aber dafür auch schon an warmen januartagen.

lg, brigitte
Titel: Re:Dornenhecke
Beitrag von: macrantha am 24. Oktober 2006, 20:41:50
Oh - ich habe Deine letzte Frage ganz übersehen ...
Riesenweib hat ja schon was zur Lonicera gesagt. Ich empfinde ihren Duft fruchtig mit Zitronen-Note ... auf jeden Fall seeehr lecker.

Zur mitteleuropäischen Flora:
Nun - man könnte Fragen, ab wann die von Dir gewünschten Pflanzen aus Mitteleuropa kommen sollen. Wenn ein Stichtag vor der letzten Eiszeit auch ok wäre, dann käme plötzlich ein Großteil der asiatischen Arten in Frage ;)

Eine strikte Beschränkung auf sogenannte heimische Gehölze kann ich nur bei Pflanzungen außerhalb von Siedlungen bzw. am Siedlungsrand (am Besten noch Grenze zu Naturschutzgebiet) nachvollziehen. Und dann sollte man konsquenterweise darauf achten, autochtone Pflanzen zu setzten (und selbstverständlich nur dem Lebensraum ensprechende). Sonst hat es nur eine ästhetische Wirkung.

Im Garten aber dürfen doch auch "fremdländische" Pflanzen stehen ... (und eine Berberis xy fügt sich sicherlich harmonischer in eine natürliche Umgebung ein, als Bambus :-X ).
Häufig heißt es, dass nur die heimischen Arten der Tierwelt etwas bieten können - aber das ist Blödsinn.
Zwar gibt es durchaus fremde Gehölze, die nur von wenigen Tieren genutzt werden - aber es geht auch anders. Eine Berberitze beispielsweise wird genauso von den Insekten angeflogen, die Früchte werden gefressen, in immergrünen nisten die Vögel.
Und nur am Rande - seit in Siedlungen die in den 70ern zuhauf gesetzten Fichten fallen, konnte in diversen Studien ein Rückgang von Singvögeln beobachtet werden. Die Deckung fehlt einfach.
Zurück zur Naturhecke/Naturecke: Sobald Du Deinem Jüngsten die mögliche Giftigkeit von unbekannten Pflanzen vermitteln kannst, solltest Du auch ein Pfaffenhütchen (welche Art auch immer) setzten. Rotkehlchen lieben diese Sträucher im Herbst.

Liebe Grüße,
macrantha
Titel: Re:Dornenhecke
Beitrag von: Pinguin am 24. Oktober 2006, 22:00:08
nicht nur die Rotkehlchen, bei uns lieben auch die Meisen das Pfaffenhütchen, und auch andere Vögel schauen gerne mal vorbei und naschen an den Früchten :D
Titel: Re:Dornenhecke
Beitrag von: frankste am 25. Oktober 2006, 00:39:51
Viiieelen Dank für die schönen Ideen :) ! Wie Ihr sicherlich schon gemerkt habt, bin ich ja auch nicht ganz konsequent was die Herkunft der Pflanzen angeht (z.B. Chaenomeles). Und wie gesagt überlege ich derzeit bzgl. Berberitze und Lonicera purpusii. Zu letzerer noch einmal die Frage nach der Giftigkeit? Weiss da jemand etwas?

Ich finde halt allgemein Bienenweiden und Vogelnährgehölze, die auch sonst gut passen noch attraktiver als Gehölze, die dieses zusätzliche Plus nicht haben. Da kommt mehr Leben in den Garten und die Beeren (insbesondere schöne rote wie Hagebutten) sind ein Schmuck im grauen Winter. Und undurchdringliche Dornendickichte sind für Vogelnester geradezu prädestiniert, und...

Bezügl. Pfaffenhütchen muss ich noch einmal in 3 Jahren darüber nachdenken. Zur Zeit muss ich mir das nicht geben - bei drei Kindern hat man mit der Aufsicht schon so genug zu tun.

Titel: Re:Dornenhecke
Beitrag von: macrantha am 25. Oktober 2006, 11:21:13
Hallo Frank,

ich wollte Dich mit meiner glühenden Rede gegen die grundsätzliche Verbannung von fremdländischen Gehölzen auch nicht verschrecken ;) - weiß ja, dass es Dir einfach um Arten geht, die auch für die Tierchen nutzbar sind.
Mir ist es nur wichtig zu sagen, dass man eben auch mit nicht heimischen Arten ein Vogelherz höher schlagen lassen kann.

Loniceras sind (bis auf wenige Ausnahmen) schwach giftig.
D.h. wird eine Beere verspeist, passiert nix, ist es eine/zwei/drei handvoll dann bekommt man je nach Körpergewicht mehr oder minder schlimme Übelkeit und, Erbrechen.
In sehr großen Mengen (aber wer tut das schon - schmecken ja nicht gerade nach Zuckerwasser) soll es zu Kreislaufstörungen, Krampfanfällen ect. kommen können.
nachlesen kannst Du hier - gilt allerdings für L. xylostemum und nigra.
Vermutlich ist auch L. purpusii schwach giftig (genau genommen liest man darüber nie etwas).

Alles zusammen: würde ich pflanzen aber meinen Kinder bald erklären, dass von unbekannten Pflanzen nix genascht werden darf.
Pfaffenhütchen würde ich mir auch nicht unbedingt zu kleinen Zwergen pflanzen, Eisenhut kann ebenfalls warten. Auch Eibe muß nicht sein genau wie Seidelbast.
Aber wenn Du auch alle schwach giftigen Arten außen vor lassen willst, dann wird es woh schwierig mit der Pflanzenauswahl.

Liebe Grüße,
macrantha
Titel: Re:Dornenhecke
Beitrag von: Querkopf am 25. Oktober 2006, 20:19:25
Hallo, Frank,

für Chaenomeles solltest du auch ausreichend Platz einplanen rundum. Wenn sie in die Jahre kommt, ausläufert sie nämlich ebenfalls (tut meine jedenfalls heftig - keine Ahnung, was für eine Zierquittensorte das ist). Allerdings kein Vergleich mit Sanddorn, Schlehe, Pappel, Essigbaum & Co., was die Distanzen betrifft, aber für einen Strauch schon beachtlich.

Mähen geht halbwegs. Ausbuddeln ist freilich ein Kraftakt, die Ausläufer wurzeln tief und sind extrem zäh.

Der Strauch ist andererseits beliebt als Vogelkinderstube - und die Katzen kommen wegen der Pieksigkeit nicht an die Nester :D.

Schöne Grüße
Querkopf
Titel: Re:Dornenhecke
Beitrag von: frankste am 28. Oktober 2006, 23:44:59
@Querkopf: ...ja und dann sind da noch die wunderbar duftenden Früchte. Ein paar in eine Schale und der ganze Raum duftet wunderbar :)
Titel: Re:Dornenhecke
Beitrag von: Querkopf am 29. Oktober 2006, 01:34:41
Hallo, Frank,

... und dann sind da noch die wunderbar duftenden Früchte. Ein paar in eine Schale und der ganze Raum duftet wunderbar :)
da sagste was :) - ich muss gleich morgen mal nachgucken, wie weit die Früchte sind, wird demnächst Zeit fürs Pflücken :D...

Schöne Grüße
Querkopf
Titel: Re:Dornenhecke
Beitrag von: frankste am 01. November 2006, 22:01:12
... ich war gestern in einer Baumschule wegen der Gehölze und da lagen normale Quitten rum. Duften auch sehr gut. Wie schön, dass ich auch einen Baum eingeplant habe. :) (Ende OT)

Kann mir ansonsten jemand Ilex-Sorten empfehlen, die mindestens 2,5 m schaffen, leicht beschaffbar sind, echt dorniges Laub haben (aber nur an den Kanten, nicht auf den Blättern) und schön panaschiert sind? Bzgl. Geschlecht bin ich inzwischen eher auf männliche Pflanzen aus wegen der Giftigkeit der Beeren - schade, aber die Sicherheit der Kinder geht vor. Alternativ gerne auch eine Baumschule nennen, die ein reichhaltiges, abwechslungsreiches Angebot hat, ausreichend dokumentiert und für bezahlbare Preise versendet? Die eine, die ich gefunden hatte wollte glatt 200+ € für den Transport...