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Garten- und Umwelt => Tiere im Garten => Thema gestartet von: florafreund am 16. Januar 2007, 17:10:46
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Hallo an alle Gartenfreunde,
ich möchte heute ein neues Thema beginnen mit dem Versuch, ein Tier mal anders als sonst zu betrachten, nämlich "die Schnecke im Garten".
Wenn ich mich mit anderen Gartenbegeisterten unterhalte, habe ich oft den Eindruck, dass die friedlichsten Naturen zu lustvollen Mördern werden, wenn die wirkungsvollsten Tötungsarten von Schnecken besprochen werden.
Aber an vielen Stellen merken wir ja, dass vermeintlich rein negative Dinge auch ihre positiven Seiten haben. Nehmen wir nur das Beispiel der Unkräuter, die als Schmetterlingsfutterpflanze bekannt und geduldet werden oder die als Anzeiger für bestimmte Bodenarten dem Gärtner wichtige Informationen geben.
So bin ich überzeugt, dass es auch zum Thema "Schnecken im Garten" Positives zu sagen gibt.
Ich persönlich finde zum Beispiel die gelben und orangenen Hain-Bänderschnecken sind schöne Tiere und habe sie gerne im Garten.
Dann denke ich, dass Schnecken ja auch Futter sind für die gerne gesehenen Igel und Vögel. Wenn ich also gerne diese Tiere im Garten habe, dann muss ich auch dafür sorgen, dass sie etwas zu fressen finden.
Gibt es noch andere Gartenfans, die etwas Positives über Schnecken wissen? :)
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Diese würde ich in meinem Garten dulden. ;)
(http://www.cosgan.de/images/smilie/tiere/r040.gif)
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Kann eigentlich nur Positives über sie berichten. Verstehe dieses alljährliche Gemetzel überhaupt nicht. Schneckenzaun und -kragen genügen, um anfällige Gemüse zu schützen. So kann sich der geneigte Gärtner dann ganz unbelastet der Schönheit dieser Tiere widmen. Bekämpft man sie nicht, vermehren sie sich auch nicht übermässig. Jedesmal grüssen muss man sie ja dann doch nicht, wie es dieser - wie hiess er schon wieder (Elke Heidenreich?) - vorschlug. Ich nehm Schnecken auch gerne mit der Hand auf. Seh da überhaupt kein Problem. Entweder man ist Gärtner oder man ist es nicht.
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ich finde schneckenhäuser faszinierend und sammle schon mal welche davon ein - sehr zur beschämung mancher wenig naturverbundenen begleitpersonen ;D
gegen gehäuseschnecken hab ich also nix. lediglich die langen roten nakten und die minikleinen grauen versteckkünstler in irisblüten mag ich nicht
aber positiv ist wohl, dass sie nicht nur lebendes material verspeisen sondern auch welkes laub o.a. organisches material. also sind sie wohl wichtige primärzersetzer ;)
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Die hübschen Tigerschnegel gehen normalerweise nicht an lebende Pflanzen und drehen Pirouetten bei der Fortpflanzung. ;D
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Sie sind als Futter für Glühwürmchen unentbehrlich. Ob das positiv für Schnecken ist, dessen bin ich mir allerdings nicht ganz sicher.
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Die hübschen Tigerschnegel drehen Pirouetten bei der Fortpflanzung. ;D
Wer macht das nicht? :-X
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Sie sind als Futter für Glühwürmchen unentbehrlich. Ob das positiv für Schnecken ist, dessen bin ich mir allerdings nicht ganz sicher.
nein, bestimmt nicht ;D
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bei der gelegenheit fällt mir ein, dass es bestimmte solitärbienen gibt, die ihre nester ausschließlich in verlassenen schneckenhäusern anlegen :D
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Also zu Weinbergschnecken fällt mir 'ne Menge positives ein - allein die orangen Schleimer kann ich nicht leiden (wie Schleimer im allgmeinen).
Zu "meinen" Weinbergschnecken habe ich vor 3 Jahren einen Versuch gestartet ...
Ich war immer der Meinung, in meinem Garten befänden sich so 5-6 Stück. Da ich immer an den selben Stellen meinte die selben Schnecken zu sehen, nummerierte ich sie mit Nagellack durch.
Und siehe da: letztes Jahr bin ich bei Nummer 37 stehen geblieben - doch nächstes Jahr finde ich sicher noch mehr unmarkierte.
Von Schnecke 15 weiß ich, dass sie überraschend verstorben ist, ein paar weitere sind verschollen.
Doch mir kriechen auch noch die Nummern 1- 13 aus dem Jahr 2005 über den Weg.
Übrigens halten sie sich meistens innerhalb von 3m² auf ... natürlich nicht alle Schnecken in den gleichen 3m².
Da Weinbergschnecken angeblich bis zu 30jahren alt werden, läuft das Ganze als Langzeitprojekt ... :)
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mit bleistift kann man sie auch wunderbar markieren, hält bombenfest bei wind und wetter ;D
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das müsste auch mit einem königinnenstift gehen (zum markieren der bienenköniginnen). da gibt es für jedes jahr eine andere farbe.
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die stifte halten aber bestimmt keine 30 jahre
wenn der königinnen markierstift 3 jahre hält, dann ist es eh schon gut ::)
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Weinbergschnecken mag ich auch, sowohl lebend als auch in Kräuterbutter angerichtet. ;) :D Allerdings lieber lebend, es sind schöne und interessante Tiere, die streng geschützt sind und sehr alt werden können.
Ich hätte gerne ein paar im Garten aber da es bei mir keine Kalkvorkommen gibt, macht es auch keinen Sinn sie anzusiedeln.
Sehr interessante Tiere mit einem mehr als merkwürdigen Sexualleben, sie sind Zwitter und beschießen sich mit "Liebesfeilen". :o 8)
Ich habe nur den Nacktschnecken den Krieg erklärt, zumindest wenn sie meinen Garten betreten. Beim Nachbarn können sie machen was sie wollen. 8) ::)
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Ein Markierproblem gibt es durchaus ... ich muß nach einem Jahr nachpinseln.
Wenn man nur farbige Punkte macht, dann weiß man allerdings nicht, wie viele neue Zuwanderer es in welchem Jahr gab.
Übrigens habe ich auch leicht saueren Lehmboden - jedoch die diversen Betonmauern scheinen den Schneckchen zu reichen.
Auch in meinem neuen Sandgarten (sicherlich auch sauer und absolut trocken) gibt es ebenfalls Unmengen an Weinbergschnecken.
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Ich finde auch die Spanischen Wegschnecken schön.
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Ich finde auch die Spanischen Wegschnecken schön.
In der Wiese und rund um den Kompost verfolge ich sie auch nicht und sie sind mir noch sympathischer als die Kellerschnecken; ich bin froh gibt es solche in meinem eigenen Keller nicht. Da ich vor ein paar Jahren eine Trockenmauer bauen liess, versuchte ich auch Weinbergschnecken anzusiedeln, da ich irgendwo gelesen hatte, die würden die Gelege von anderen Schnecken plündern. Nur habe ich den Verdcht, dass meine lieben Amseln oder ev. auch die Elstern die Weinbergschnecken auch mögen? Auf die Idee die Weinbergschnecken zu markieren, bin ich zwar auch gekommen, aber mit wasserfestem Filzstift wollte ich sie nicht belasten. Bleistift (also Grafit) halte ich jedoch auch für vertretbar, danke für den Hinweis, Aella.
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da gibt es für jedes jahr eine andere farbe.
Nicht ganz, üblich sind die fünf Farben 0 oder 5 mit blau, 1/6 weiss, 2/7 gelb, 3/8 rot, 4/9 grün, Bienenköniginnen werden nicht so alt!
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Ohne Schnecken wär der Garten langweilig. Man stelle sich vor: Da werden ganz sorglos Ritterspron, Basilikum oder Salat gepflanzt, das Zeug wächst artig vor sich hin, ohne den gerinsten Zwischenfall. Kann sich jemand etwas Öderes vorstellen?
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wenn man sich über nichts mehr ärgern kann wärs doch langweilig. ausserdem würden dann in jedem vorgarten rittersporne wachsen und man würde sich an der blauen pracht schnell sattsehen - ähnlich thuja forsythie und co. ;)
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Ich finde auch Mücken schöne Tiere. Was für eine Eleganz, wenn sie langbeinig durch die Wohnung summen. Zu Unrecht meckern gewisse Zeitgenossen gegen Fliegen. Es stimmt gar nicht, dass sie sich von Exkrementen ernähren. Und wenn schon. Das tun wir ja auch. Schaut nur mal in die nächste Restaurantsküche. :-X
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Interessant, dass auch so viele andere auf die Idee kommen, die Kleinen durchzunumerieren. Ich bin bei den Weinbergschnecken hier in unserem neuen Garten letztes Jahr bei irgendwas über 20 stehengeblieben, dann war der Edding verschwunden! Aber schon lustig, diese Warnrufe im Garten: "Achtung, nicht da lang, da sind gerade Nummer 8 und Nummer 11 unterwegs"!
Die nackigen werden meist mit einem gezielten Wurf möglichst gaaaaaanz weit weg in die weiter hangabwärts liegende Wiese katapultiert.
Und in meinem alten Garten an meinem Elternhaus (Wo noch nie vorher Schnecken waren!) mußte ich im letzten Jahr doch glatt einen 30 l Eimer roter Nackedeis samt Gelegen einsammeln, die scheinen den Gelbsenf da zu lieben, der auf den Gemüsebeeten wächst, weil ich die Beete ja bis zum Verkauf des Hauses nicht mehr bestellen kann (Schnecken können übrigens nicht schwimmen, vor allem nicht, wenn ein Deckel auf dem Eimer ist !)!
Aber die Häuschenträger hier dürfen erstmal bleiben! Und sich vermehren (leider konnte ich die Liebespfeile nicht entdecken....)
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vergaß das Bild vom "Sechs"
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Hainschnirkelschnecken mit ihren bunten Häuschen sind tolle Objekte für das Studium von Mendels Vererbungslehre!
Und super interessant ist es, einer Wasserschnecke beim Abraspeln von Algen an einer Glasscheibe zuzuschauen... :D
Und jahrzehntelang suche ich jetzt schon nach einem Schneckenkönig!
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Weinbergschnecken mag ich auch, sowohl lebend als auch in Kräuterbutter angerichtet...
lebend, ohne kräuterbutter, lieben sie auch die amseln. ich höre sie oft klopfen beim schneckenausgehäuserausholen. die letzten beiden jahre - die amselpopulation war durch die xy-seuche zurückgegangen - haben sich die weinbergschnecken bei uns üppig vermehrt. mittlerweile gibts wieder mehr amseln, also werden es bald weniger w.b.schnecken sein.
frage: was ist ein schneckenkönig?
lg, brigitte
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Fast alle Weinbergschnecken haben rechtsgewundene Gehäuse, ganz selten gibt´s linksgewundene, das ist dann ein Schneckenkönig!
Siehe auch:
http://www.weichtiere.at/Schnecken/land/weinberg/seiten/schneckenkoenig.html
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Da bietet sich noch ein Link an zu einer meiner Lieblings-Schneckenseiten
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Irgendwoooo sind die Dinger ja wirklich schön. Aber ich kann und kann mich einfach nicht mit ihnen anfreunden, komme was wolle ;D
Die einzige Schnecke, die mir sympatisch ist, ist diese hier ;D ;D ;D
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Ist doch viel besser, also die ganzen Minischnecken im Aquarium :-X :-X
oder die da ..
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Was ist mit der da?
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Außer den spanischen Wegschnecken kann ich im Prinzip alle Schnecken gut leiden. Ich bekenne mich als Schneckenrassist. Die spanische Wegschnecke ist hier nun mal nicht heimisch und darf somit bekämpft werden. Schließlich gedeiht sie hier viel prächtiger als in ihrer trockeneren Heimat und sie verdrängt andere Tierarten.
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Cogito, du meinst also, "das Beet ist voll"? ;D ;D ;D
Ich habe ein zwiespältiges Verhältnis zu Schnecken generell, kann aber die mit Haus deutlich besser ertragen.
Ich gebe zu, daß ich die Hauslosen oft meuchele, meist aus Ekel und Prinzip, manchmal auch aus Ärger, wenn ich sie in Flagranti ertappe. (Die mit Haus trage ich einfach nur weg)
Andererseits muß ich lobend anerkennen, wie tüchtig und unermüdlich diese Tiere sind. Das ringt mir schon Respekt ab. Habe mal beobachtet, wie so eine fette Rote auf einem Blatt (Unkraut) saß, und mit dem Einsatz des gesamten Körpers ihr Mittagessen raspelte. Das sieht man nicht so oft. Alle Achtung.
Und dann ist noch zu ihren Gunsten zu sagen, daß sie natürlich Verwesendes wegfressen, auch ihre zermatschten Artgenossen. So heißt es jedenfalls, gesehen habe ich das noch nicht.
Also, ich wünschte wirklich, ich könnte mit den Viechern Frieden schließen, und sie weniger eklig finden. Gutes Thema, Florafreund.
Renate
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Cogito, du meinst also, "das Beet ist voll"? ;D ;D ;D
Ja, genau. Ausländer raus aus meinem Beet! 8)
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ich hab schon mal beobachtet,
wie eine Nacktschnecke eine andere von hinten angefressen hat.
Und die war noch nicht tot!
Also, ich steh dazu,
ich find sie eklig. :P
Grüsse schalotte
P.S. trotzdem bin ich nicht mehr so hinter ihnen her, wie noch vor ein paar Jahren.
Man arrangiert sich eben...
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Ich freue mich sehr, dass ich nicht allein stehe mit meiner Zuneigung auch für Schnecken!
Bei den Gehäuseschnecken habe ich mal gerade geschlüpfte Babys beim Werkeln im Beet entdeckt - ihre Häuser waren noch ganz weich und fast durchsichtig. Sie waren gerade so groß wie ein Stecknadelkopf. Dann habe ich gelesen, dass die Kleinen erst durch Kalkeinlagerungen ihr Haus fest kriegen. Fressen sie dazu bestimmte Pflanzen oder winzige Steinchen oder wie muss man sich das vorstellen?
Bei den großen, roten Nacktschnecken bewundere ich oft, wie sie es bei so viel Verfolgung schaffen zu überleben. Eigentlich sind doch Nacktschnecken besonders schutzlos. Auch frage ich mich, wie sie als Jungtiere aussehen, ich kenne nämlich keine kleinen roten Schnecken.
Die Infos über Tigerschnegel finde ich total faszinierend - ich glaube, unser Garten hält es aus, dass ich versuchen werde, die bei uns einzubürgern.
Meine Erfahrung mit Schnecken ist, dass sie in unserem Garten zwar zahlreich aber nicht unmäßig vorkommen. Über mehrere Jahre hinweg habe ich beobachtet, dass sie nicht häufiger werden - eher abnehmen. Genauer gesagt scheinen bei uns die Gehäuseschnecken zuzunehmen und die Nacktschnecken abzunehmen. Es hängt vielleicht mit einigen Trockenperioden in den letzten Jahren zusammen und der Tatsache, dass wir kaum gießen. Auch verzichte ich weitgehend auf Pflanzen, die "Lieblingsfutter" sind: Delphinium oder Hosta waren das bei uns im Garten sowie Kürbis-Jungpflanzen.
In anderen Gärten, wo sie mehr verfolgt werden, scheinen sie komischerweise viel häufiger zu sein und viel mehr Schaden anzurichten. Dies mag aber auch damit zusammenhängen, dass diese anderen Gärten im herkömmlichen Sinn "gepflegter" und "aufgeräumter" sind als unser Garten. Da liegen keine welken Blätter unter den Sträuchern, abgeblühte Stauden werden sofort heruntergeschnitten, im Sommer wird jeden Abend gesprengt - während es bei uns eher eine Mini-Natur-Beobachtungsstation ist, die in manchen Teilen wenig bearbeitet wird.