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Pflanzenwelt => Gemüsebeet => Thema gestartet von: Gart am 25. Juni 2007, 14:14:08
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Wieder mal so ein widersprüchlicher Titel. Und doch macht er Sinn: Spitzwegerich etwa kann man im Garten sehr gut ziehen, obschon er meist wild wächst, und sowohl Blätter wie Blüten finden vielfältige Verwendung in der Küche. Ähnliches gilt für Holunder, Brennnesel, Löwenzahn oder Giersch.
Warum nicht wild sammeln? Nun, erst mal weiss man nie, ob nicht mit Krankheitserregern belastete Jauche dran ist, oder gar der Fuchsbandwurm (der allerdings viel seltener ist als befürchtet). Ausserdem gibts auch bedrohte, essbare Wildpflanzen. Schliesslich die Bequemlichkeit: Wer mag schon jedesmal einen Waldspaziergang machen, bevors Salat gibt. Da pflückt man im Beet rascher.
Berichtet doch mal über eure Erfahrungen mit Wildpflanzen im Beet.
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in einem ordentlich unordentlichen :D garten findet sich alles von alleine ein.
manche behaupten, dass genau jene heilkräuter sich ansiedeln, die der mensch, der dort wohnt, braucht. ob da was dran ist? ich hätte so viel lungenkraut.... ???
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Gott behüte!
Bei mir wächst jetzt jedes Jahr brav Kamille, die ich einst ausgesät hatte. Rauke ist auch so ein Dauerbrenner, der mir immer wieder gelegen kommt, ab und zu allerdings an den unmöglichsten Orten. Ebenso zuverlässig ist die offenbar schmackhafte Quecke, jahrelang völlig verachtet, dabei...
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kompost aus queckenwurzel (nur diese, sonst nix) ist ein besonders gutes stärkungsmittel für kränkelnde pflanzen, wirkt wunder!
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manche behaupten, dass genau jene heilkräuter sich ansiedeln, die der mensch, der dort wohnt, braucht. ob da was dran ist? ich hätte so viel lungenkraut.... ???
Bei mir wäre es das Kletten-Labkraut. dabei gebe ich doch gar keine Milch ::)
Giersch habe ich satt und genug. Auch ohne Beete. Mich konnte diese Pflanze bislang geschmacklich aber nicht überzeugen. Dagegen finde ich einen Löwenzahnsalat sehr delikat.
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Eibenfrüchte sind ja auch noch was Essbares - einfach den giftigen Kern entfernen. Schmeckt lecker sirupig. Ein Garten ohne Eibe ist jedenfalls nicht komplett.
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Und was ist mit Ackerschachtelhalm? Junge Blätter und Stängel können als Zutat in Gemüse Anwnedung finden. Oder die kleinen Wurzelknollen roh essen.
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ackerschachtelhalm gibt eine tolle jauche. mehr muss er bei mir nicht können :D
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Klar, müssen muss nichts. War nur ein Hinweis.
Klein gehackte Huflattichblätter und Blütenknospen eignen sich z.B., um Butterbrote, Salat oder Spinat zu bestreuen. Muss natürlich niemand machen und auch niemanden interessieren, ist aber dennoch eine Tatsache.
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huflattichasche soll ebenfalls auf butterbrot oder als brotbackgewürz toll schmecken,
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Die Vitamine sind dann aber wahrscheinlich hin, oder?
Hinwiederum kann ich fein geschnittene Blätter des Frauenmantels auf Salat empfehlen, bis und mit Juli.
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vitamine sind tot - ausser geschmack bleibt nix übrig.
knoblauchrauke habe ich dieses jahr erstmals probiert - sehr zu empfehlen.
ebenso im erst-test: hopfentriebe als spargel-ersatz. der arbeitsaufwand war recht hoch :-\
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Ich wollte in diesem Jahr den Waldgeisbart als Spargelersatz probieren, aber dann war mir doch nicht geheuer bei der Sache. Soll aber gut sein
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der arbeitsaufwand war recht hoch :-\
Scheint bei allen Wildpflanzen so zu sein. Zwei Stunden Arbeit für ein Häufchen verwertbare Pflanzenteile. Darum gibts sowas ja auch nicht zu kaufen - ein Grund mehr, es selbst herzustellen, wenn man einen Garten hat. Blumenkohl muss ich nicht selbst anbauen.
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...hopfentriebe als spargel-ersatz. der arbeitsaufwand war recht hoch
die schmecken tatsächlich hervorragend, aber im garten? um zu mehr als einem portiönchen zu kommen, müßte man den pflanzen sehr viel platz zur verfügung stellen.
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Wenn man gute Naturstandorte kennt, kann man natürlich dort sammeln, unter Berücksichtigung des Erhalts des Vorkommens. Aber im Garten Platz für Wildpflanzen abzuzweigen ist nicht so verkehrt, denn die sind im Laden nun nie im Angebot.
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Blumenkohl muss ich nicht selbst anbauen.
Ich auch nicht, bei meinem Gärtner am Markt gibt es weißen, gelben, lilafarbenen, Brocoli und dann noch diesen geometrischen hellgrünen, wie hieß der noch gleich. Der lilane ist sehr fein, glatt ein Grund zum Selberbauen. Aber bei mir wird Kohl-Verwandschaft immer arg von den Raupen zerfressen.
Unkraut schmeckt finde ich im Frühjahr am besten. Im Sommer ist mir Spitzwegerich und Löwenzahn zu herb, Vogelmiere und Gundermann zu hart und Giersch schmeckt auch nicht mehr.
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...hopfentriebe als spargel-ersatz. der arbeitsaufwand war recht hoch
die schmecken tatsächlich hervorragend, aber im garten? um zu mehr als einem portiönchen zu kommen, müßte man den pflanzen sehr viel platz zur verfügung stellen.
ja, sie wuchern eine grosse fläche zu. und ich musste jahrelang warten.
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... Brocoli und dann noch diesen geometrischen hellgrünen, wie hieß der noch gleich.
Romanesco
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und dann noch diesen geometrischen hellgrünen, wie hieß der noch gleich.
romano? romanesco?
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Dankeschön :D
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Warum dann nicht mal ein Beet Gänsefingerkraut? Blätter von April bis Juni gehackt in Frischkäse, vollgelbe Blütenblätter bis im August als Deko auf allen Gerichten, dann Wurzeln roh über Salat raspeln oder n Gemüseeintöpfen gekocht oder als Backgemüse. Ihr habt ja keine Ahnung. Solche Leute verdienen schlicht keinen Garten. Punkt. 8) ;) ;D
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Vielleicht im Hochsommer eher Blüten essen?
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neu habe ich auch dieses jahr brotklee (schabzigerklee). soll ein gutes brotgewürz abgeben.
ich weiss gar nicht, ob der zu den wildpflanzen zählt ;)
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Warum dann nicht mal ein Beet Gänsefingerkraut? Blätter von April bis Juni gehackt in Frischkäse, vollgelbe Blütenblätter bis im August als Deko auf allen Gerichten, dann Wurzeln roh über Salat raspeln oder n Gemüseeintöpfen gekocht oder als Backgemüse. Ihr habt ja keine Ahnung. Solche Leute verdienen schlicht keinen Garten. Punkt. 8) ;) ;D
Also, dann verdien ich doch einen Garten, lieber Gart ;D !(mein Nachbar nennt ihn: "Strafe-Gottes-Botanik" !) Hab mir einmal ein einziges Pflänzchen in den Garten geholt, weil es so hübsch ist...... Ist damit wie im Zauberlehrling :o !
Was willst denn da raspeln? Die Würzelchen sind zwar stark genug, dass sie abreissen, wenn man die so fleißig Ausläufer treibenden Wilden loswerden möchte, aber zum Raspeln ...????
Na, diese und andere Wilde hol ich mir im Falle des Falles schon lieber aus der freien Natur, hab ja nicht weit dort hin!
LG Lisl
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Den Verdacht hatte ich ja schon, dass das mit dem Raspeln nichts wird. Das ist ja sowieso das Problem der Wilden, dass es eine Heidenarbeit ist und der Geschmack dann bisweilen auch noch enttäuscht. Aber der Neugierstachel sticht eben, muss alles ausprobieren.
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;) - bin ja nicht sicher, ob wir von der gleichen pflanze reden ... ??? muss dann echt mal nachschauen gehen, ob ich bei meinen irgendwo dickere wurzeln finde ::) ! dann werden sie auch verkostet ;) !
lg lisl
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Potentilla anserina. Fiedrige Blätter, flacher Wuchs, gelbe Blümchen. Wurzeln scheints knollenartig. Da ginge Raspeln dann wieder.
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Fragaria vesca, Malva Sylvestris, Alliaria petiolata, Galium odoratum, Verbascum (mehrere Arten), Origanum vulgare, Matricaria recutita, Tragopogon pratensis, Oenothera biennis, Viola odorata, Glechoma hederacea fallen mir gerade ein.
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Danke. Hast du da schon was von angebaut (ausser Malve)?
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Was bei mir rund ums Haus wächst, sollte ich wohl noch dazu schreiben. Es gibt aber sicher noch mehr Pflanzen, die grundsätzlich essbar wären und da auch vorkommen. Aegopodium podagraria, Taraxacum off., Urtica dioica und Veronica persica lasse ich aber nur wenige stehen, da wo sie mich nicht stören und lase sie nach Möglichkeit nicht absamen.
Achillea millefolium, Daucus carota, Chrysanthemum leucanthemum, Scabiosa lucida, Campanula patula und Silene latifolia habe ich noch nicht für die Küche geerntet, Silene vulgaris hingegen schon.
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Ach so. Ja, so halt ichs auch, Spitzwegerich etwa kommt ab und zu zum einsatz in der küche. Aber hast du oder sonst wer schon extra Wildpflanzen für die Verwendung in der Küche im Gemüsebeet angebaut?
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Bei uns im Garten hat sich ja auch manches Kräutlein eingefunden. Außer Löwenzahn und Brennnessel (schreibt man die jetzt ernsthaft mit 3 n ?) nutze ich allerdings fast nichts. Höchstens als Tee. Arbeitsaufwand und Geschmackserlebnis stehen meist in keinem vernünftigen Verhältnis.
Beim Löwenzahn lasse ich einfach die schönsten Sämlige zwischen dem Gemüse stehen. Im zweiten Jahr werden die Wurzeln 1 bis 2 cm unter der Oberfläche gekappt. Dann treibt er statt der "wenigen" großen Blätter eine Unzahl kleiner Blätter, die nur eine ganz dünnene Ader in der Mitte haben und so gut um Ganzen als Salat zu verwenden sind. Bei Bedarf wird das ganze Blätterbüschel gekappt und ich habe ohne viel Aufwand eine Hand voll Salat.
Viele Grüße,
Manfred
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Anbauen brauch ich keine Wildpflanzen, die machen das schon von selbst ;D
Löwenzahn im Frühjahr als Salat, da gibt es nix besseres :D
junge Gundermannblätter und Blüten, Knoblauchrauke und ganz junge Gierschblätter im Frühlingssalat sind auch superlecker
Gundermann wächst bei mir ums ganze Haus :) und Girsch hab ich ganze Wälder :-\
Die Knoblauchrauke sät sich selbst aus und Löwenzahn ist ja eh mehrjährig.
Gänseblümchen und Veilchenblüten sind im Salat auch nicht zu verachten und die wachsen im meiner Wiese schön vor sich hin ;D
Gruß Karin
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Aber was ist, wenn dich doch mal die Lust überkommt, Wurzelknollen des Gänsefingerkrauts zu raspeln? ;D
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Aber was ist, wenn dich doch mal die Lust überkommt, Wurzelknollen des Gänsefingerkrauts zu raspeln? ;D
Versuchungen sollte man nachgeben, wer weiß ob sie wieder kommen (Oskar Wilde)
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Weise gesprochen! Daher sorgt die kluge Gärtnerin vor und pflanzt beizeiten ein Beet Gänsefingerkraut an statt des immergleichen Salats oder der altbekannten Radieschen. Hab mir das nun fest vorgenommen. Allein, Wildpflanzen wollen ja nicht so gedeihen im Garten, wie wir das wünschen, haben ganz widerspenstige Charaktere, was sie aber auch sympathisch macht.
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Aber was ist, wenn dich doch mal die Lust überkommt, Wurzelknollen des Gänsefingerkrauts zu raspeln? ;D
jetzt geh ich aber schnell graben und schaue, was es da zu raspeln gibt (weilst überhaupt keine ruh gibst ;D ::) ;D ! )
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8)
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soda: da kannst schon raspeln ;) ! Hab extra deinetwegen gekostet und spucke jetzt noch... ::) ;D
Nachtrag: das Ding ist keinen halben cm stark und vielleicht 6cm lang... bis da eine Familie satt wird, brauchts Zeit und Geduld ;) !
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*breitgrinsenddieklettenwurzelknabbernd*
die übrigens sehr gut schmeckt. kommt von selbst. gut ist auch die wurzel vom silbertaler (lunaria annua) aber recht scharf.
lg, brigitte
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Isst du die Lunariaspeicherknolle roh, Brigitte? Da ist schon ein bisserl mehr dran als beim Gänsefingerkraut. Oder hat Gart vielleicht mit etwas Blaukorn nachgeholfen 8) ??? ;)
LG Lisl
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ja roh, beim jäten fallt immer was an. im frühjahr schmeckt mir sowas, Lisl.
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;) ja,die "rüben" sind mir eh schon oft aufgefallen! muss ich wohl auch einmal kosten! wenn ihr es bisher überlebt habt .... ::)! ;)