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Pflanzenwelt => Klettergarten => Thema gestartet von: Maja75 am 06. Juli 2007, 07:22:53

Titel: Clematis im Topf?
Beitrag von: Maja75 am 06. Juli 2007, 07:22:53
Hallo!

Kann man eine Clematis im Topf gepflanzt an einem Dachrinnenrohr entlang wachsen lassen oder muss sie in die Erde gepflanzt werden?
Titel: Re:Clematis im Topf?
Beitrag von: Susanne am 06. Juli 2007, 09:09:39


Kommt auf die Clematissorte und auf Größe und Standort des Topfes an. Je größer der Topf desto besser, je beschatteter der Topf desto besser. Kleiner Tontopf in voller Sonne geht nicht, starkwachsende Sorte in Topf geht auch nicht.
Außerdem klettert keine Clematis freiwillig an einem Fallrohr hoch, wenn es nicht zum Beispiel mit Draht umwickelt ist.


Titel: Re:Clematis im Topf?
Beitrag von: Maja75 am 06. Juli 2007, 09:28:21
danke schon mal

eigentlich wollte ich sie an dem Rohr hochklettern lassen

woran klettert die denn sonst lieber hoch?
Titel: Re:Clematis im Topf?
Beitrag von: Angela-OWL am 06. Juli 2007, 09:39:03
DasRohr ist zu glatt, aber wenn Du da Draht drumwickelst, wie Susanne schon schrieb, müsste es gehen.
Die Clematis muss sich irgend woran festranken können.
Titel: Re:Clematis im Topf?
Beitrag von: Susanne am 06. Juli 2007, 09:56:26
Zitat
eigentlich wollte ich sie an dem Rohr hochklettern lassen

Clematis klettern mit Hilfe von Blattranken, sie winden sich nicht um Fallrohre. Lies doch mal ein bißchen in den diversen Clematis-threads, das gibt's bereits viele Tips und Hinweise.

Einige Händler machen in ihren online-shops Angaben dazu, ob eine Sorte für die Kübelhaltung geeignet ist. Allerdings sind das meistens auch kleinwüchsige Sorten, die selten höher als 2,50 m werden.
Links zu Vermehrungsbetrieben und Händlern findest du in der Linksammlung des Klettergartenforums.

Titel: Re:Clematis im Topf?
Beitrag von: Maja75 am 06. Juli 2007, 09:56:40
ja danke, das probiere ich mal

und wo wachsen die sonst? an speziellen Gittern?
Titel: Re:Clematis im Topf?
Beitrag von: Susanne am 06. Juli 2007, 09:59:09
Zitat
und wo wachsen die sonst? an speziellen Gittern?

An allem, was sie mit ihren Blattstielen umranken können.
Auch dazu gibt es bereits zahlreiche Fotos und Hinweise in anderen threads... 8)
Titel: Re:Clematis im Topf?
Beitrag von: Hellebora am 08. Juli 2007, 23:25:50
Es gibt spezielle Rankgerüste, mit denen man Dachrinnen verkleiden kann, zB bei Manufactum, ist aber nicht billig. Da kann die Clematis dann perfekt hochklettern.

Ich habe auf einem südseitigen Balkon folgende Clematis im Topf, manche davon schon seit Jahren: C. campaniflora, C. Propertius, C. I'm red Robin, C. vit. Duchess of Albany, C. armandii Apple Blossom (kommt in Winter rein), C. tangutica.
Die Kübel sind recht groß und ich gebe ihnen ordentlich Dünger.
Die einzige, wo es bei mir im Kübel nicht funtioniert hat, ist C.montana, da hab ich mehrere probiert, geht einfach nicht. Vielleicht ist es ihr auch zu sonnig da oben.
Titel: Re:Clematis im Topf?
Beitrag von: malva am 08. Juli 2007, 23:36:18
Clematis, die bei mir dicke, 10cm, Holzbalken von Pergolen beranken sollen bekommen einen zusätzlichen Bambusstab. Das reicht ihnen um hinaufzukommen.- sie können sich später auch aneinander festhalten.
Titel: Re:Clematis im Topf?
Beitrag von: Maja75 am 09. Juli 2007, 06:43:51
ich danke Euch
habe nun erstmal das Rohr mit Draht umwickelt und werde mal abwartem, was sich tut oder ob ich besser etwas anderes teste
Titel: Re:Clematis im Topf?
Beitrag von: Susanne am 09. Juli 2007, 07:31:53
Zitat
erstmal das Rohr mit Draht umwickelt

Wenn der Draht platt am Rohr anliegt, wird die Clematis ihn nicht fassen können.
Ich habe mit grün lackiertem Stacheldraht sehr gute Erfahrungen gemacht - er wird durch die Stachelknubbel auf einen genügenden Abstand gehalten. Außerdem ist er durch die Farbe gut getarnt und hält durch die Lackierung fast ewig.
Titel: Re:Clematis im Topf?
Beitrag von: wiesenelf am 24. Juli 2007, 09:42:46
Wie winterhart sind Clematis eigentlich im Topf? Ich hatte neulich - nach den vielen Hinweisen zu Westphal - die Gelegenheit zu einem Abstecher dahin und habe mir fuer einein Topf auf dem Blakon eine "Sunset" gekauft. Sollte ich sie im Keller ueberwintern? Oder zumindest den Topf einwickeln?
Gruesse
wiesenelf
Titel: Re:Clematis im Topf?
Beitrag von: Viticella am 03. Oktober 2007, 11:36:29
Wie winterhart sind Clematis eigentlich im Topf? Ich hatte neulich - nach den vielen Hinweisen zu Westphal - die Gelegenheit zu einem Abstecher dahin und habe mir fuer einein Topf auf dem Blakon eine "Sunset" gekauft. Sollte ich sie im Keller ueberwintern? Oder zumindest den Topf einwickeln?
Gruesse
wiesenelf

Hallo wiesenelf,
ich habe letztes Jahr sowohl die Staudenclematis "Durandii" -s.Foto- als auch die viticella "Barbara Harrington" in einen Topf gepflanzt und draußen überwintert. Sie haben beide dieses Jahr wunderschön getrieben und geblüht.
LG
Titel: Re:Clematis im Topf?
Beitrag von: Hellebora am 03. Oktober 2007, 11:47:32
Wie winterhart sind Clematis eigentlich im Topf? Ich hatte neulich - nach den vielen Hinweisen zu Westphal - die Gelegenheit zu einem Abstecher dahin und habe mir fuer einein Topf auf dem Blakon eine "Sunset" gekauft. Sollte ich sie im Keller ueberwintern? Oder zumindest den Topf einwickeln?
Gruesse
wiesenelf

Das hängt ein bißchen von der Größe des Topfes ab, wie weit der durchfriert. Aber einwickeln schadet in keinem Fall, weil die Pflanze ja noch jung ist, und vielleicht obenauf mit Reisig schützen. Ich packe meine Töpfe in Noppenfolie und rundherum Schilfmatten, so haben die Pflanzen auch kalte Winter gut überstanden. Ausfälle hatte ich nur in einem Jahr, als ziemlich spät (sie hatten schon schön ausgertrieben) noch Frost kam, das haben sie nicht gepackt.
Titel: Re:Clematis im Topf?
Beitrag von: Susanne am 03. Oktober 2007, 16:50:57

Ich bin ja kein Isolierspezialist, aber wie kann eine Noppenfolie oder irgendwas anderes um den Topf Gewickeltes Wärme erzeugen? Die um beheizte Gewächshäuser montierte Noppenfolie kann das Gewächshaus nach außen isolieren, so daß die innen erzeugte Wärme nicht so schnell verloren geht. Aber ein einzelner Topf hat keine Wärmequelle, da hilft auch die Noppenfolie nichts, der Topf plus Inhalt friert mit und ohne Noppenfolie einfach durch.
Was anderes wäre es, wenn der Boden, auf dem der Topf steht, eine Wärmequelle enthielte.

Wie winterhart Clematis sind, hängt von den Sorten ab. Die viticella-Hybriden können einiges ab, die wachsen auch auf Permafrostboden in Kanada, das heißt, deren Wurzelballen frieren im Winter komplett durch. Leider sind die meisten viticella-Hybriden für einen Kübel nun wieder zu klein... :-\
 
Titel: Re:Clematis im Topf?
Beitrag von: Günther am 03. Oktober 2007, 16:58:06
Heizen tut eine Isolierung nicht, aber vorübergehend gegen Tieftemperaturspitzen schützen. Kann u.U. ein wenig das Einsenken des Topfes simulieren.
Titel: Re:Clematis im Topf?
Beitrag von: Susanne am 03. Oktober 2007, 17:23:48

Die "Tieftemperaturspitzen" sind meiner Erfahrung nach gar nicht so gefährlich für Pflanzen. Andauernde Barfröste machen sie eher platt. Oder, wie schon tausendmal gesagt, feuchtkalte Füße.

So richtig kann man solche Fragen aber nur beantworten, wenn man weiß, in welcher Klimazone der Topf steht. Eine Klimazone "Balkon" gibt es nicht.

Titel: Re:Clematis im Topf?
Beitrag von: Günther am 03. Oktober 2007, 17:29:04
Ich glaube, Kahlfrost trocknet eher aus. Hier kann aber auch ein Umhüllung - begrenzt - helfen.
Titel: Re:Clematis im Topf?
Beitrag von: freiburgbalkon am 04. Oktober 2007, 10:22:22
Zitat
erstmal das Rohr mit Draht umwickelt

Wenn der Draht platt am Rohr anliegt, wird die Clematis ihn nicht fassen können.
Ich habe mit grün lackiertem Stacheldraht sehr gute Erfahrungen gemacht - er wird durch die Stachelknubbel auf einen genügenden Abstand gehalten. Außerdem ist er durch die Farbe gut getarnt und hält durch die Lackierung fast ewig.

Wenn man das stachelige vom Stacheldraht nicht möchte, könnte man ja noch den grobmaschichen Drahtgitterzaun, ich glaube er heißt Wilzschutzzaun, um die Rohre binden und etwas "hochschoppen", so daß die Vertikal-Drähte sich nach außen biegen...Leider gibt's diese Zäune nur in einer größeren Länge...
Titel: Re:Clematis im Topf?
Beitrag von: Susanne am 04. Oktober 2007, 13:07:47
Zitat
Wenn man das stachelige vom Stacheldraht nicht möchte, könnte man ja noch den grobmaschichen Drahtgitterzaun, ich glaube er heißt Wilzschutzzaun, um die Rohre binden

Das hat ein Bekannter von mir gemacht, mit grobem Maschendraht um einen Pfosten. Die Clematis hat die Kletterhilfe gut angenommen, als aber dann die Blüten kamen, war's mit der Schönheit vorbei. Sie hat viele Knospen innerhalb der Drahtummantelung ausgebildet, die quetschten sich dann beim Aufblühen gegen den Pfosten. Von vielen Blüten sah man nur die Rückseite oder irgendein unförmig zerknautschtes Etwas.

Titel: Re:Clematis im Topf?
Beitrag von: freiburgbalkon am 04. Oktober 2007, 22:28:20
Aha, jemand anderes hatte die gleiche Idee, gut, dann bin ich ja gewarnt.
Titel: Re:Clematis im Topf?
Beitrag von: tapir am 04. Oktober 2007, 23:52:00
Ich bin ja kein Isolierspezialist, aber wie kann eine Noppenfolie oder irgendwas anderes um den Topf Gewickeltes Wärme erzeugen?
;D


Die um beheizte Gewächshäuser montierte Noppenfolie kann das Gewächshaus nach außen isolieren, so daß die innen erzeugte Wärme nicht so schnell verloren geht.
genau darum geht es beim Topfumwickeln auch. Die Kälte soll nicht so rasch in den Topf eindringen. Und: ein durchgefrorenes Substrat soll nicht täglich auftauen und nachts wieder gefrieren! Langsames Durchfrieren schadet den Clematiswurzeln nicht. Wenn es mal -20C hat ist auch die Erde um eine ausgepflanzte Clematis längst mehrere Zentimeter tief gefroren. Für die Pflanze macht es also keinen Unterschied, ob sie im Kübel oder im Garten friert.

Aber ein einzelner Topf hat keine Wärmequelle,
Der Topf nicht, aber die Erde! Auch in Kübelsubstrat befinden sich diverse Lebewesen (z.B. Bakterien) und die erzeugen ein ganz kleines bisschen Wärme durch Stoffwechsel (so wie im Komposthaufen?), aber die Wärmeleistung ist vermutlich äußerst gering.

da hilft auch die Noppenfolie nichts, der Topf plus Inhalt friert mit und ohne Noppenfolie einfach durch.
ja schon, aber nicht so schnell. Und was ganz wesentlich ist: die Temperaturschwankungen (Auftauen des Bodens durch starke Sonneneinstrahlung, nächtliches Gefrieren) sind nicht so stark wie ohne Schutzhülle, was ganz wesentlich ist, um die "nasskalten Füsse" zu verhindern. Perfekte Dränage im Topf ist natürlich Voraussetzung.

Was anderes wäre es, wenn der Boden, auf dem der Topf steht, eine Wärmequelle enthielte.
manche TopfgärtnerInnen legen Styroporplatten unter die Gefäße, das ist zwar noch keine Wärmequelle, aber trotzdem besser als kalter Beton.



Liebe Grüße, Barbara
Titel: Re:Clematis im Topf?
Beitrag von: tapir am 04. Oktober 2007, 23:56:28
Wie winterhart Clematis sind, hängt von den Sorten ab. Die viticella-Hybriden können einiges ab, die wachsen auch auf Permafrostboden in Kanada, das heißt, deren Wurzelballen frieren im Winter komplett durch. Leider sind die meisten viticella-Hybriden für einen Kübel nun wieder zu klein... :-\
 

der deutsche Clematis-"Papst" W. hat doch recht viele Viticella-Hybriden mit einem Kübelsymbol auf homepage und im Katalog versehen? Einige davon haben bei mir ein paar Jahre in Gefangenschaft ausgehalten (z.B. "Betty Corning"). Trotzdem ist man mit Zwerg-Sorten von großblütigen Hybriden vermutlich besser dran.
(und ein Kübelausmaß von 50 x 50 x 50 Zentimeter wär' auch nicht schlecht)

LG, Barbara
Titel: Re:Clematis im Topf?
Beitrag von: tapir am 05. Oktober 2007, 00:04:39
noch ein Nachtrag zum Winterschutz für Clematis: Abdecken der Erde mit Reisig ist auch ganz hilfreich. Auch das vorzeitige Austreiben (und anschließende Erfrieren des Neuaustriebs) kann man durch Schattieren ein bisserl eindämmen.

Liebe Grüße, Barbara
Titel: Re:Clematis im Topf?
Beitrag von: Susanne am 05. Oktober 2007, 08:32:27
Deine Einwickel-Theorien in allen Ehren, aber um wieviele Minuten oder Gradeinheiten handelt es sich bei dem "Schutz"? Wie du vermutest, ist die Wärmeleistung der Kleinstlebewesen sehr gering.

Zitat
Wenn es mal -20C hat ist auch die Erde um eine ausgepflanzte Clematis längst mehrere Zentimeter tief gefroren.

Trotzdem ist die Clematis im freien Erdreich im Vorteil. Der Topf ist von allen Seiten dem Frost ausgesetzt, während die ausgepflanzte Clematis noch lange von der im umgebenden Erdreich vorhandenen Erdwärme profitiert.
Sicher, nach ein paar Tagen Dauerfrost von -20° ist auch das Erdreich einschließlich aller Kleinstlebewesen spack gefroren, aber das ist für die Frage, ob Einwickeln von Kübeln bei derartigen Temperaturen etwas bringt, total irrelevant.

Was Westphal als "kübelgeeignet" angibt, ist seine Sache. Natürlich kann man Clematis auch als Bonsai ziehen, vielleicht sogar als mame-bonsai, dann genügt möglicherweise schon ein Schälchen von 3 x 4 x 2 cm. ;)
Andreas Bärtels gibt in seinem Clematis-Buch eine Kübelgröße von mindestens d =50 cm, h = 40 cm an, ich würde noch größer wählen.

Titel: Re:Clematis im Topf?
Beitrag von: tapir am 13. Oktober 2007, 08:17:02
Deine Einwickel-Theorien in allen Ehren, aber um wieviele Minuten oder Gradeinheiten handelt es sich bei dem "Schutz"?

Hm, grau ist alle Theorie. ;D Mich reizt es schon lange, eine Testreihe aus mit verschiedenen Materialien umwickelten und ungeschützten Töpfen aufzubauen um dann regelmäßig nachzumessen, wie unterschiedlich (oder auch nicht!) die Temperatur des Substrats ist. Vielleicht mache ich das heuer endlich mal...

Liebe Grüße, Barbara
Titel: Re:Clematis im Topf?
Beitrag von: Susanne am 13. Oktober 2007, 08:42:41


Das fände ich auch interessant... und bin gespannt auf deine Testresultate! :)