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Garten- und Umwelt => Gartenküche => Thema gestartet von: Eva am 24. August 2007, 15:52:26
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Woran liegt das? Es gibt zunehmend häufiger Brot zu kaufen, das sehr feinporig ist, und beim Kauen nach Pappdeckel schmeckt, fast wie die Hamburger-Brötchen bei Mac Donalds.
Liegt das an den Weizensorten? An altem Mehl? Am Ausmahlungsgrad (was auch immer das sein mag)? Back-Zusätzen, Treibmitteln?
Und warum gibt es das inzwischen so oft? Mögen das alle anderen außer mir total gern, oder ist das einfach billiger industriell herzustellen?
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Ich glaube es liegt an den Treibmitteln. Luftiges, leichtes Brot ist zum Ideal avanciert, entsprechend wird immer mehr Luft verkauft. Das merkt man, wenn man mal wieder selbst ein Brot bäckt. da kann man noch so sorgfältig kneten, gehen lassen, alle möglichen tricks anwenden, so luftig pappig wie das gekaufte wird das nie. Zum Glück.
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mooht, Brot wird nach Gewicht verkauft und nicht nach Stück. Ein 1Kg Brot sollte auch 1 Kg wiegen egal wieviel Luft darin enthalten ist.
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Es ist sehr schwierig auf deine Frage zu antworten da unsere unendlich vielen Brotsorten zu verschieden sind. Gerade bei den Brotsorten kann man doch noch auswählen. Da gibt es Brotsorten aus der industriellen Fertigung und Brot aus einer handwerklichen Fertigung wie sie in unseren Bäckereien hergestellt werden. Auch in der Zusammensetzung gibt es große Unterschiede. Frag mal deinen Bäcker dann wirst du erstaunt sein was er dir alles anbieten kann.
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Hallo Eva u.Crispa !
Ich kaufe mir eigentlich nur Brot bei einem Bäcker meines Vertrauens, die ihre Mehlmischungen noch selber machen. Das billige Brot in den Supermärkten wird ja mit so schundigen Backmischungen hergestellt und das kann nicht gut schmecken. Wenn man dann die Preise sieht, dann kann da nichts gescheites drin sein.Auf die Zutaten kommt es an, wie überall. Kaufe mir öfters auch das Pfisterbrot, das ist zwar nicht billig, aber da weiß man wieder wie gutes Brot schmecken kann, da ist man von einer Scheibe satt. Ich bekomme auch öfters von einer Bäuerin selbstgebackenes Natursauerteigbrot, das ist lecker. Da genügt eigentlich nur Butter drauf so gut ist das. Qualität hat einfach seinen Preis, da kann man sagen was man will.
Liebe grüße von elis.
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ja, wenn man denn Brot aus "handwerklicher Fertigung" überhaupt noch bekommt ::) In meinem Wohnort gibt es nur noch Filialen von Großbäckereien, die Qualität ist bescheiden. Zum Glück hat GG in der Nähe seines Arbeitsplatzes noch eine "richtige" Bäckerei, da bringt er immer Brot mit. Aber im Urlaub haben wir ein Problem...
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Ich bin Stammkundin bei einem Bäcker, der das Brot noch selbst mischt und herstellt. Er bekommt das Mehl geliefert und macht alles allein. Er war jetzt in Urlaub und ich habe woanders Brötchen gekauft, da war auch hauptsächlich Luft drin, von denen hat man fast nichts gespürt.
Klar hat ein Kilo Brot ein kg. Dann ist es halt größer, aber wenn es zerreißt, wenn ich Butter drauf streichen will, dann ist das nicht nach meinem Geschmack.
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Ich kaufe mir eigentlich nur Brot bei einem Bäcker meines Vertrauens, die ihre Mehlmischungen noch selber machen. Das billige Brot in den Supermärkten wird ja mit so schundigen Backmischungen hergestellt und das kann nicht gut schmecken.
Die Realität ist meist anders: die meisten Bäckereien arbeiten mit Fertigmischungen, die wegen der unterschiedlichen Herstellungs-Bedingungen in den verschiedenen Bäckereien mit ziemlich vielen Hilfsstoffen versehen sind, die aber nicht deklariert werden müssen (weil lose verkauft und weil Hilfsstoffe keine Zutaten sind). Fabrikbrot hingegen wird unter standardisierten Bedingungen gebacken und braucht deshalb weniger Hilfsstoffe.
Ich backe unser Brot seit Jahren mit dem Backautomaten und da kommt nichts anderes rein als Mehl, Hefe, Wasser und Salz. Ein Kilo Brot aus Bio-Weizen kostet mich inklusive Strom etwas mehr als 50 Cent und schmeckt besser uns als alles, was man kaufen kann. Ein halbes Dutzend mal im Jahr kaufe ich Brot wegen der Abwechslung.
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Ich habe schon so viele Brotsorten bei verschiedenen Bäckern (oder sollte ich sagen: Verkaufsstellen ?) ausprobiert. Ich habe auch nirgends Graubrot mit Vollkornmehl entdeckt, es werden höchstens ein paar Körner dazwischen gestreut. Außerdem schimmelt das Brot schnell wegen des hohen Feuchtigkeitsgehaltes.
Mittlerweile backe ich nur noch selbst, habe verschiedene Sorten im Programm und es geht schneller, als ich zuerst befürchtet habe.
Und billiger ist es auch noch!
Liebe Grüße
Shamaa
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mooht, Brot wird nach Gewicht verkauft und nicht nach Stück. Ein 1Kg Brot sollte auch 1 Kg wiegen egal wieviel Luft darin enthalten ist.
Hab ich was anderes gesagt? ???
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Brot selbst backen ist wirklich einfach. Man muss bloss von der Idee wegkommen, z.B. bezüglich Luftigkeit das gekaufte kopieren zu wollen. So luftig krigt man es nicht hin, will man ja aber auch nicht.
Simpelrezept:
400 Gramm Mehl (nach Belieben)
100 Gramm Flocken, Ölsamen und/oder sonstwas (z.B. Olivenstücke)
10 Gramm Hefe, etwas Zucker
1 Teelöffel Salz
Wasser
Hefe zerbröckeln und mit etwas Zucker bestreuen, dann mit lauwarmem Wasser verrühren. Mit den anderen Zutaten in einer grossen Schüssel mischen und kneten, bis ein noch leicht klebriger Teig entsteht. 2 Stunden gehen lassen, 50 Min. bei 200, dann 180 Grad backen.
Schmeckt garantiert nicht nach Pappdeckel!
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Hallo mooth,
was für Mehl nimmst du denn und nicht mal Sauerteig nur Hefe. Das klingt aber mehr nach Weißbrot. Na wer damit zufrieden ist.
Ich lege großen Wert auf gutes Brot und kann es auch in verschiedenen Bäckereien kaufen. Am Sonnabend habe ich mir z.B. ein Brot vom Kiekeberg mitgebracht. Ein Bio-Brot aus der Museumsbäckerei 750 Gramm für 4,00 EURO. Ja das kostet zwar etwas mehr schmeckt dafür aber auch sehr gut. Aber auch sonst kaufe ich nur Roggenvollkornbrot mit höchsten 10 -20 % Weizenmehl. Jedenfalls kein Mischbrot. Und hin und wieder auch mal ein Roggenbrot mit einen Körneranteil von 70 % das Kg für 3.80 Euro und solche Brote kannst du kaum selbst backen. Was da machbar ist haben wir auch schon ausprobiert.
Sicher bekommt man in den Schnellbäckereien auch gebackenes Brot aus gefrohrenen Teiglingen 1 Kg um 1,00 Euro aber das ist nicht mein Fall.
Das preiswerteste Roggenmischbrot in einer guten Bäckerei bei uns kostet das Kg 1,98 Euro und es schmeckt nicht wie Pappe.
Aber du weißt doch, wenn die Mäuse satt sind schmeckt das Korn bitter.
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@Crispa:
Ich nehm meist 20 % Roggen und 80 % Weizenhalbweissmehl. Körner und Nüsse nach Belieben, also Lein, Sonnenblummen, Sesam, Kürbis, Walnuss, Haselnuss, Pinienkerne usw. oder eben mal Oliven oder Trockentomaten- oder zucchinistücke.
Sauerteig schmeckt mir nach wie vor eher weniger. Frischhefe aus Bioweizenkultur (Bioreal) ist sehr schmackhaft und treibt gut, wenn man keine Hardcore-Roggenlaibe verwendet. Zwei Stunden an einem 30-35 Grad warmen Ort (im Backofen Thermometer verwenden) wirken Wunder. Und eben, zu viel Luft mag ich nicht.
Ich kaufe auch oft sehr gute Brote, und auf den Preis acht ich da bestimmt nicht, also wenn man bedenkt, was das Brot ausmacht bei den Gesamtausgaben.
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Ich möchte jetzt auch mal meinen Senf dazu geben (und mich beruflich outen):
Ich behaupte, Brot backen ist mit das einfachste auf der Welt. Zum Beispiel mit Schülern. Lehrerin bringt mit: Mehl, Salz, Hefe, eine Schüssel und was zum Rühren. Mindestvoraussetzung der Schule: Backofen in der Teeküche.
Morgens angesetzt, ab und zu nachgeguckt, Mehl dazu getan und umgerührt bzw. geknetet, in der letzten Stunde frisch und duftend aus dem Backofen geholt und gegessen. Das schmeckt!
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Kann nur zustimmen. Überhaupt sollte man sich immer mal wieder vergegenwärtigen, dass Brot nix anderes ist als gebackenes Mehl. Es gibt jene Fladenbrote, die ganz ohne Treibmittel auskommen, und alles andere als pappig schmecken.Anderseits kann man aus Weizen, gleich wie aus Reis, tatsächlich Pappe herstellen.
Gekauftes Brot ist - wie Pasta - eines der ersten Convenience-Produkte. Es lohnt sich hingegen, beide selbst herzustellen. Kartoffelpüree kauft der geneigte Koch ja auch nicht in Flockenform zum Anrühren, no? Sonst lieber gleich auswärts.
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Na ja, klar gibts die hohe Kunst des Brotbackens. Anderseits ists eben doch auch einfach, mit wenig Hefe in nullkommanix was Akzeptables aus dem Ofen zu ziehen. Pappiges Brot kaufen MUSS an sich niemand.
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ich weiß dass meine mutter jeden hefeteig mehrmals gehen lässt, damit er besser wird. vielleicht magst du das auch asprobieren?
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Mit mehrmals gehen lassen meinst du, wenn er nach 1 Std aufgegangen ist kneten und nochmals gehen lassen? Das mach ich. Verbessert das ergebnis ein wenig.
@max: weniger Hefe, länger gehen lassen, führt zu weniger Hefegeschmack, vermute ich mal. Oder höchstens zum gleichen, jedenfalls nicht zu mehr. Der Geschmack der Hefe ist ohnehin die Krux - wer ihn nicht mag, verwende Sauerteig. In Broten aus dem Süden ist Essig drin, den Geschmack mag ich sehr.
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ja aber wenn sie es richtig toll haben will (und damit angeben will ::) ) lässt sie es auch schonmal drei-, viermal gehen.
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Ich ass das um Neapel rum. Mittlerweile gibts hier auch Brote im Laden (Pagnol, also eher französisch), wo Essig drin ist. Keine Ahnung, wie das geht.
@ Magnolia: ok, werd ich versuchen. Angeben liegt mir grundsätzlich. 8)
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ich backe seit langer zeit mein brot selbst. früher vollkorn- jetzt leerkornbrot.
Kann mich jemand aufklären, was ist Leerkornbrot?
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das gegenteil von vollkornbrot. weizenmehl, typ 550 .
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Ich ass das um Neapel rum. Mittlerweile gibts hier auch Brote im Laden (Pagnol, also eher französisch), wo Essig drin ist. Keine Ahnung, wie das geht.
ganz einfach, einfach 2-3 esslöffel obstessig zu der flüssigkeit, die zu dem teig kommt, hinzu.
ich machs aber mittlerweile anders. ich ersetze die angegebene flüssigkeit einfach durch buttermilch.
ergibt ein herrlich saftiges brot, daß lange frisch bleibt und auch diesen leicht säuerlichen geschmack hat.
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das gegenteil von vollkornbrot. weizenmehl, typ 550 .
Also ist Leerkornbrot Weißbrot, ein eher minderwertiges Brot, daß nicht nur ernährungsphysiologisch bedenklich ist.
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Leerkornbrot scheint mir eine fragliche Wortschöpfung zu sein, denn leer ist das geschälte Korn bestimmt nicht.
Ich sag da lieber Auszugsmehlbrot dazu.
Im Übrigen gibt es beim Brotbacken jahrhundertealte sinnvolle Traditionen: Die Randschichten des Weizens sind unbekömmlich, werden daher schon seit Ewigkeiten ausgesiebt und ans Vieh verfüttert. Die Randschichten des Roggens werden erst durch Sauerteigführung aufgeschlosse und bekömmlich, daher ist es ungünstig Roggenmehl mit Hefe zu verbacken.
Dinkel hingegen ist als Korn anders gebaut und wird entspelzt, daher ist Dinkelvollkornbrot bekömmlich.
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@minzenvirus,
Also ist Leerkornbrot Weißbrot, ein eher minderwertiges Brot, daß nicht nur ernährungsphysiologisch bedenklich ist.
das wort "leerkorn" war nur ein kleiner scherz.
ansonsten halte ich es mit feder.
brot aus weißmehl, vor allem aus 550er, ist alles andere als minderwertig und bedenklich, nämlich hochwertig und nicht nur unbedenklich, sondern köstlich, wenn man backen kann.
seit jahrtausenden haben die menschen das schwer verdauliche, ballastzeug ausgesiebt. der minmale verlust von vitaminen und ballaststoffen wird durch eine ausgewogene ernährung leicht kompensiert.
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nochmal zurück zu evas ausgangsfrage:
daß industriell produziertes brot oft nicht schmeckt, liegt meiner meinung nach auch daran, daß den teigrohlingen keine reifezeit gegönnt wird. die klassische teigführung würde ja unmengen lagerplatz kosten. auch daß die großbäckereien die teiglockerung nicht mehr mithilfe von hefe erreichen, sondern durch einarbeiten von luft in aberwitzig schnell laufenden rührwerke trägt sicher dazu bei. (hefe dient da nur noch als geschmacksträger)
auch bei industriell erzeugten sauerteigbroten wird kein sauerteig mehr verwendet, der ja ganz langsam gärt, sonder ein geschmacksstoff, der nach sauerteig schmecken soll.
auch die vielen backhilfstoffe und konservierungsmittel werden wohl kaum geschmacksfördernd wirken.
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Hat man uns denn die letzten Jahre in die Irre geleitet in dem man Vollkornprodukte propagiert und Produkte aus „Auszugsmehl“ verteufelt hat?
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ja.
wie üblich bei uns: über's ziel hinausgeschossen.
als ob es nur die alternative supermarkttoastbrot und vollkornschrotbrot gäbe.
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Kann max. nur beipflichten. Mein selbstgebackenes Weizenbrot hat einen Weißmehlanteil von je nach Laune 30-50%, der Vollkornanteil ist frisch gemahlen. Finde ich auch ernährungsphysiologisch einen guten Kompromiss.
Sauerteigbrot backen wir im Winter auch manchmal, ist aber sehr viel aufwendiger als das Weizenbrot im Automaten (reine "Arbeitszeit" ca. 2 Minuten fürs Einfüllen der Zutaten und 2 Minuten fürs Reinigen der Form).
Wenn uns nach säuerlichem Geschmack ist, einen Eßlöffel Apfelessig dazu, in seltenen snobistischen Momenten oder wenn ein Rest schal zu werden droht auch ein wenig Riesling. Man kann bei entsprechenden Vorlieben auch einen Schuß Bier an den Teig machen, verstärkt aber den Hefe-Effekt.
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Meine Mutter hat früher immer unser Brot selbst gebacken, d. h. zum backen zum Bäcker gebracht. Sie hat auch nur Hefe benutzt und es hat mir sehr gut geschmeckt. Kümmel war übrigens auch drin, der hat dazu gehört.
Meine Schwiegermutter hat dagegen angeblich Sauerteig verwendet. Aber das mag ich auch nicht so.
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Die Randschichten des Weizens sind unbekömmlich, werden daher schon seit Ewigkeiten ausgesiebt und ans Vieh verfüttert. Die Randschichten des Roggens werden erst durch Sauerteigführung aufgeschlosse und bekömmlich, daher ist es ungünstig Roggenmehl mit Hefe zu verbacken.
Dinkel hingegen ist als Korn anders gebaut und wird entspelzt, daher ist Dinkelvollkornbrot bekömmlich.
Meinst du mit "bekömmlich" leichter verdaulich? Ich finde sowohl Weizenvollkornbrot wie mit Hefe verbackenes Roggenbrot bekömmlich. Auch Roggenflocken mag ich. Aber ich habe allgemein keine mühe mit der Verdauung, bin daher wohl nicht massgebend.
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Meinst du mit "bekömmlich" leichter verdaulich?
Nein. Diese Schichten enthalten Stoffe, die das Korn vor Fäulnis und Verottung schützen sollen. Diese Stoffe sind giftig, z.B. das Phytin.
http://www.ernaehrgesund.de/artikel/gesunde/phytin.html
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Zum Frischessen, als Getreideanteil der Mahlzeit. essen wir im Sommer oft frisches Hefeweißbrot, direkt aus dem Ofen. Prima zu geschmortem Gemüse. Reste gibt es an den Folgetagen getoastet.
"Richtiges" Brot machen wir aus Roggen (3 Teile) und Dinkel (1Teil), frisch gemahölen. Der Sauerteig wird zunächste mit Roggen gemacht, danach kommen Hefe und Dinkel dazu. ISt ein guter Kompromiss, da der Teig leicht handhabbar ist und das BAckergebnis sicher. Sauerteig eignet sich nur für reine Roggenbrote.
Da ich nun wieder Hühner habe, wäre zu überlegen, die Kleie abzusieben und zu verfüttern, dann wäre das BRot etwas leichter - wiewohl auch weniger lagerfähig (trockener). Taugt das was, Feder?
Von gekauftem Brot, ob Weißmehl oder Vollkorn, sollte man die Finger lassen. Von konvertionellem wegen des Geschmacks, von Biobrot wegen des Preises. Selten gelingt Wertschöpfung so leicht wie beim Brotbacken!! Ein (!) Biobrot kostet über 4 Euro, für vier gleichzeitig gebackene Kastenbrote habe ich Material- und Energiekosten von knapp 6,50 Euro! Okay, die Betriebswirte hier werden anmerken, dass ich die Abschreibung von Ofen und Mühle nicht einbezogen habe .... .
Küchengrüße, Landfrau
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Diese Schichten enthalten Stoffe, die das Korn vor Fäulnis und Verottung schützen sollen. Diese Stoffe sind giftig, z.B. das Phytin.
http://www.ernaehrgesund.de/artikel/gesunde/phytin.html
Das scheint aber nicht ganz unbestritten zu sein. Neben dem Nachteil, dass Phytinsäure dem Körper Mineralstoffe entzieht, wird bei Wikipedia auch ein Vorteil erwähnt:
Phytinsäure gilt heute auch als gesundheitsfördernd. Phytinsäure verzögert z. B. den Abbau von Stärke im Körper mit der Folge, dass die Blutzuckerkonzentration gut reguliert werden kann. Darüber hinaus sind inzwischen die krebsvorbeugenden Eigenschaften von Phytinsäure etabliert, da es ein Zuviel an Metallionen, vor allem Eisen, in der Nahrung bindet, welches hauptsächlich bei Konsum von rotem Fleisch ein erhöhtes Risiko für Darmkrebs darstellt. Wer allerdings reine Phytinsäure zusätzlich zur Nahrung zuführt, muss mit Zinkmangel rechnen.
Offenbar ist wie immer die Menge entscheidend.
@Landfrau: Also wegen des Preises würd ich nun nie auf gekauftes Biobrot verzichten, ich finde, die verdienen das. Natürlich ist selbst machen oft billiger, aber das ist bei vielen Dingen so.
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mooth,
ich predige auch nicht Discounter(vollkorn)brot statt Biovollkornbrot zu kaufen, beileibe nicht. Ich bevorzuge einfach selbstgemachtes, ob nun weiße Rosinenbrötchen, Toast, Fladenbrot oder halt Roggensauerteigbrot.
Und selbermachen lohnt sich sehr, wenn man mehr Zeit als Geld hat oder seine Zeit lieber für sich als für andere einsetzt. In der HAuswirtschaftsschule veranstalteten wir Rechnungen Selbermachen vs. Kaufen bzw. Maschineneinsatz. Selbermachen schnitt meist ziemlich schlecht ab, weil wir einen hypothetischen Stundensatz einrechneten. Aber der ist halt hypothetisch, weil viele Leute gar keine Arbeit haben, in der sie den veranschlagten Stundenlohn verdienen. Und dann soll es auch Leute geben, die lieber in Haus und Hof für Äppel und Eier arbeiten, als ins Büro zu gehen, um Geld zu verdienen, mit dem sie Äppel und Eier kaufen können.
Gartengrüße, Landfrau
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ich finde, Selbermachen hat auch etwas ungemein Befriedigendes, :D
ich bin jedenfalls immer ganz Stolz, wenn ich selbstgebackenes Brot und /oder selbstgemachte Marmelade habe, das ist einfach noch ein viel besseres Gefühl, als etwas im Bioladen gekauft zu haben (auch wenn das immer noch besser ist als im Supermarkt),
ausserdem bringt es Spass, immer mal was Neues auszuprobieren, so kommt viel mehr Abwechslung auf den Tisch!
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Naja, Brot kauf ich schon lieber, als ich es selbst backe. Und zwar immer Samstags beim Bauernladen auf dem Markt. Dort gibt es ein gutes Auszugsmehl-Sauerteig-Mischbrot (ich finde Leerkornbrot netter ;)) und auch ein sehr gutes Dinkel-Roggen Vollkorn Mischbrot. Beide müssen bei mir die ganze Woche halten und tun das auch problemlos.
Es käme auch zweimal pro Woche der Bäcker vom nächsten Ort (kleine Bäckerei, backt selbst) vor die Haustür, so dass ich dort auch frisches Brot kaufen könnte aber alle Brotsorten die er hat, schmecken für mich gleich, und zwar vorwiegend nach Pappdeckel. Das Roggenbrot ist dabei deutlich klebriger als der weiße Wecken, und im Sonnenblumenbrot sind Kerne, im "Vollkornbrot" ein bisschen Schrot, aber Grundtenor ist - schmeckt wie wenn das Mehl vom Boden der Backstube aufgekehrt worden wäre.
Daran dass es am Ausmahlungsgrad des Mehls liegt, glaubt hier bisher niemand. Das wurde mir mal von jemandem als Begründung genannt, aber ich weiß nicht wirklich, was das ist - vielleicht wie fein zermarmelt das Mehl wird?
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Hier ein bissel was Polemisches zum Thema. Man mag sich seine eigene Meinung bilden....
http://www.wahrheitssuche.org/brot.html
Gartengrüße, Landfrau
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Seit ein paar Monaten kaufe ich Weißbrot nur noch im türkischen Laden - egal in welcher Form, ob als Fladen, Wecken oder Kleingebäck, es schmeckt wesentlich besser als beim heimischen Bäcker.
lg, Patricia
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Da ist schon was dran an deinem polemischen Artikel, denke ich, Landfrau. Es werden diese Brote ja auch alle als gefrorene vorgebackenen Teiglinge angeliefert und dann rasch fertiggebacken: Immer knusperfrisch, vielleicht für 2 Stunden.
Zur Kleie: Die kannst du natürlich an Hühner verfüttern, nur ist es ein pulveriges Zeug, das du als Feuchtfuttergemisch geben musst. Das mögen sie besonders gerne im Sommer.
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Feder, danke für deine Antwort.
Ist es evtl. sinnig, die Kleie als Brei aufzukochen wegen der Phytine? Schweinefutter wird ja auch gekocht, um es verdaulicher zu gestalten......
Früher - in meinem vorigen Leben - bekamen meine Hühner oft Kleiei mit Molke / missratenen Käseansätzen. Da ich aber keine Milchproduzenten mehr habe, muss ich mir anderes einfallen lassen. War heute Brennesselsamen sammeln - das geht ja blitzschnell. Und auch mir schmecken die leckerst und sind echte Powernahrung!!
Gartengrüße, Landfrau
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Also ich weiss nicht, Weizenkleie mag ich ganz gerne, hilft auch, wenn der Stuhlgang mal etwas weniger regelmässig ist. Natürlich nicht gleich in rauhen Mengen verzehren.
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Wie sammelst Du Brennesselsamen und wie verzehrst Du sie, unbehandelt?
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HAllo Frida,
zwei Techniken:
- für die Hühner: einfach mit Handschuh einen Stiel von unten her abstreifen
- für mich: einen vielversprechenden B.-stiel über einen Eimer halten, vorsichtig die Samenstände zwischen den Fingern zwirbeln. Dann ist weniger Grünkram drin.
Vermutlich könnte ich auch einfach das geerntete Sieben für den Verzehr.... .
Habe die Samen vorhin einfach aus der Hand gegessen. Über Gerichte streuen wäre auch eine Möglichkeit. Anderswo las ich, sie seien geröstet ganz köstlich. Teste ich auch noch.....
Gartengrüße, Landfrau
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hallo landfrau
ich glaube nicht, dass man die kleie für hühnerfutter kochen sollte. hühner verdauen anders, stichwort muskelmagen, und fressen ja traditionell am liebsten ganze ungeschälte körner, wenn sie sie bekommen können. roggen mögen sie aber z.B. gar nicht, der ist ihnen im schnabel irgendwie bitter und tritticale ist auch nicht gut für hühner.
schweine hingegen sind dem menschen sehr ähnlich im verdauungstrakt, :-X, die sind empfindlicher.
brennesselsamen will ich auch schon seit jahren sammeln, aber leider gelingt es mir nie. wenns sie reif werden regnet es meistens länger bei uns , dann sind sie schnell modrig und unbrauchbar. sie sollen auch wunderbar in kräutersalz passen.
@moth: glaub du nur weiterhin was du glauben willst.
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@moth: glaub du nur weiterhin was du glauben willst.
Ist man endlich gläubig, ists auch wieder nicht recht. :-X
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@moth: glaub du nur weiterhin was du glauben willst.
Ist man endlich gläubig, ists auch wieder nicht recht. :-X
Wieso, bist doch explizit aufgefordert worden, bei Deinem Glauben zu bleiben ;)
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Stimmt eigentlich. :P
Es gibt ja ausserdem Brotfanatiker, die behaupten, nur ganz frisch gemahlenes Mehl habe Geschmack. Ich weiss jetzt nicht, was da dran ist, aber hat ev. jemand Erfahrungen?
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Ich male selbst und kann keinen geschmacklichen Unterschied feststellen, ob das Mehl nun ganz frisch oder ein paar Tage alt ist. Wohl aber soll es für die Inhaltsstoffe besser sein, wenn die Möglichkeit zur Oxidation mit Sauerstoff möglichst gering ist.
Wenn Vollkornmehl einige Wochen steht, kann es durchaus ranzig werden. Wie diejenigen, die Vollkornmehl abgepackt verkaufen dies verhindern, weiß ich nicht. Jedenfalls ist Auszugsmehl länger haltbar.
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HAllo Frida,
es ist wohl zutreffend, dass der Sauerstoffzutritt einige Stoffe oxidiert, was man nicht will. Andererseits heißt es, dass das Mehl in einigen Tagen nach dem Mahlen an Backfähigkeit gewinnt.
Ich kann beides weder be- noch widerlegen, ich mahle auch immer frisch vor dem Backen.
Weißmehl enthält nur den Mehlkörper des Korns, der fetthaltige und damit wohl am ehesten dem verderb anheimfallende Keim des Korns ist dabei, neben anderem, entfernt.
Küchengrüße, Landfrau
PS: Habe vor einer Stunde 4 prächtig aufgegangene Roggenbrote aus dem Ofen gezogen - das ganze HAus duftet!