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Garten- und Umwelt => Atelier => Thema gestartet von: sarastro am 31. Dezember 2007, 16:56:10
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Heute bin ich von einem viertägigen Familienbesuch in meiner alten Heimat in Südbaden und der Schweiz zurückgekehrt. Bei Spaziergängen und Fahrten durch manche Stadtviertel beidseits des Rheines, angefangen von Basel bis Waldshut hinauf fiel mir auf, dass die auch von mir bisher so propagierten Kiesgärten momentan das Alleinseligmachende in der Gartengestaltung zu werden scheinen.
Allenorts kann der interessierte Gartenliebhaber zumindest im alemannischen Raume Kies- und Schotterflächen kleineren und größeren Ausmaßes bewundern, fast schon im Überdruss, ähnlich der vielen Zyklopenmauern. Kalkschotter, Granitschotter, farbiger Kies oder Serpentin, schlimmstenfalls gemischt zieren manchen Vorgarten.
Nicht, das irgendetwas dagegen spräche, aber die Bepflanzung reduziert sich ganz minimalistisch auf ein paar Buchskugeln oder neuerdings auf bunte Koniferenhochstämmchen. Wir können diese Kreationen nicht etwa nur vor Spitälern oder Banken besichtigen, nein, auch vielerlei Vorgärten sind so pflegeleicht durchstylt. Ist das des Landschaftsgärtners ganzer Einfallsreichtum oder lässt sich so im Mainstream am schnellsten das dicke Geld verdienen? Dabei lassen sich gerade Kies- und Schottergärten wunderbar mit allerlei Stauden und trockenheitsliebenden Gehölzen abwechslungsreich gestalten. Enttäuschend und ein wenig erschreckend, wie sich eine neue oder auch alte Idee so sehr auf ein primitives Minimum reduziert.
Karl Foerster hat einmal das treffende Zitat über die "Gärten als Dokumente der Andachtslosigkeit, mit denen das Leben gelebt wird" geprägt.
Mich würde sehr eure Meinung darüber interessieren! Dieses Thema interessiert wahrscheinlich hauptsächlich die Herren und Damen Landschaftsgärtner, sowie die Planer.
Ein pflanzen- und ideenreiches Neues Jahr wünscht
Christian
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Nunja,
sagen wir`s mal so - es GIBT die anderen Gaerten schon auch.
Es sind DIE Gaerten, die als unaufgeraeumt, unordentlich, wild, verunkrautet, ungepflegt ect. gelten.
Es gib diese Gaerten schon - nur sind sie nicht geschaetzt.
Vielleicht sind es auch schlicht andere Gemueter, die solche Gaerten bewirtschaften. Und das tun sie zumindest teilweise trotz aller Gegenmeinungen.
Allerdings ist so ein Querkopf wie ich auch in der Lage das XY. Bonbon- oder in diesem Fall Knop... papier einfach liegen zu lassen, auch ueber die Feiertage. Man wirft mir in der Woche locker 10 solche Papiere auf die Strasse ( wir haben ja keinen Gehweg). Meine ordentlichen Nachbarn kehren das weg - und ich lasse es liegen. Vielleicht reizt es ja das Auge des Verursachers? Mir wurscht. Ich bin doch nicht die Putze fuer Umweltschweine?!
Wenn ich die Strasse kehre - lasse ich meine legendaere Ritzenbepflanzung unangetastet. Ich toleriere es auch im Winter, dass Samenstaende an den verdorrten Pflanzen haengen. Und ich nehme das Laub nicht vom Bankett. Noe, das machen die Amseln im Laufe des Winters. Die wollen allen Ernstes jetzt was zu fressen finden.
Im Sommer reisst man mir die Ritzenbepflanzung regelmaessig ab ( also nur die Bluetenkoepfe - der Rest ist den Vandalen wurscht). Dazu haengt ein Spruch am Zaun.
Heute lasen 3 Jugendliche den Spruch, warfen einen Boeller in den Garten und meine Huendin machte einen Riesensatz.
Es ist mir ziemlich wurscht, was ueber meinen Garten gedacht wird oder ob es solche Hexen wie mich haeufig oder selten gibt. Abert es gibt uns!
Koniferen Schnittwunder oder Buchskugeln - nicht bei mir!
Fragt sich wohl einzig, was "man" sehen will?!
Viele Gruesse
Sabine
mit
dem Modell Kraut und Rueben
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Wäre die Frage, was zuerst da war:
- die Nachfrage nach Kugel-Ahorn & Co.
oder
- das passgenaue Züchtungsergebnis der Baumschulen?
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Das habe ich in unserem kleinen Ort in letzter Zeit auch festgestellt.
Alles mit Steinen zugeschüttet und irgend ein armes einsames Pflänzchen in die Mitte gepflanzt.
Dazu die Steine in div. Farben und Muster ausgelegt.
Mir graust......
Das sind die Leute, die keine Lust zum gärtnern haben oder evtl. auch keine Zeit. Aber egal wie, sowas gäbs bei mir nicht.
Und dann haben die Herrschaften noch so schöne grosse Grundstücke - es ist ungerecht verteilt. :'(
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Wahrscheinlich gibt es Leute, die haben einen Garten, lieben ihn aber nicht. Da ist dann Kies, Rasensteine oder sonstiges Pflaster ein Ausweg. Bei uns im Norden ist große Ordnung angesagt (mein Vater: "du nennst das Ökologie, ich nenne das Faulheit")!
Aber ein bißchen Unterstützung brauchen meine Blumen, damit sie nicht in Brennesseln, Giersch und Disteln untergehen.
Gruß Shamaa
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Die wachsende Verbreitung von "Geröllhalden- Gärten" in der Schweiz ist mir auch schon aufgefallen, sarastro. :-\ Zum Teil sind die sogar gänzlich ohne Pflanzen. :o
Aber vielleicht fehlt mir einfach der Weitblick für diese Art von "Garten"- Kunst... ;D
LG ;)
Viridiflora, ebenfalls mit unordentlichem Garten ( "Igitt, die hat ja Moosränder an den Beetkanten" - und der Nachbarsjunge bezeichnete meine Beete als Durcheinander. Wo er d a s wohl her hat ? ;) ::) )
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Und dann haben die Herrschaften noch so schöne grosse Grundstücke - es ist ungerecht verteilt. :'(
Da stehe ich auch manchmal fast weinend davor
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Das erinnert mich an meine neuen Nachbarn, die ihr Haus so nah wie möglich an die Grenze gebaut haben, und dann völlig entsetzt vor den jetzt ganz nah an ihrem Haus stehenden Bäumen standen. "Ja Bäume, die pflanzt man und so schnell werden dir ja ganz groß und stören dann so....!" Aber auf dem Ohr bin ich taub,....
Spass beiseite. Diese Verarmung der Gartenkultur setzte meines Erachtens mit den Koniferengärten der 70er ein und geht jetzt halt mit Kiesgärten weiter. (Obwohl, wahrscheinlich war die Hortensien-Monokultur in den Vorgärten der 30er Jahre auch schon daneben....) Grundtenor: "Wir ziehen aufs Land, aber bitte keine Natur!" Ich genieße jedes Dorf, in dem es noch richtige ländliche Gärten gibt, meist werden Vorstadtgärten angelegt, die weder zum Haus noch zur Umgebung passen.
Gärten werden in vielerlei Hinsicht nur noch als Wohnräume verstanden und ebenso gestaltet. Statt Sofa Designer-Gartenmöbel, statt Teppich Kies, dazu ein paar Pflanzen, die aber bitte sofort den gewünschten Eindruck erzeugen. Bringen sie nicht gleich den gewünschten Effekt, fliegen sie halt raus... Jahreszeitliche Veränderungen, Leben und Sterben, Wachsen und Verderben sind hier ausgesprochen unerwünscht. Ziel ist nicht so sehr die Pflegeleichtigkeit als die Unveränderlichkeit, die Abschottung von der Natur.
Natürlich sind hier Gartengestalter und Designer gefragt, gerade als Multiplikatoren von Vielfalt zu wirken. Zur Zeit ist aber anscheinend minimalistisch gerade in! Gibt es Gartengestalter, die jahreszeitliche Veränderungen mit einplanen? Winterräume, Sommerräume? Wege, die man nur bei Trockenheit oder Schnee begehen kann? Ne, wahrscheinlich brauchts dazu das entsprechende Maß an Gartenverrückheit, das man nun wirklich nicht überall voraussetzen kann....
Liebe Grüße
Kate
PS: Die größte Perversion des Kiesgartens sah ich auf einem Verkehrskreisel im Rheinland: mit knatscheblauen Glassteinen....
PPS: Auch mein Garten ist von einer herzlichen Unordnung, weil jetzt alles bis zum Frühjahr stehen bleibt und erst NACH dem Frost zurückgeschnitten wird.... ;)
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Es tut richtig gut, über andere Gärten zu lästern.
Ich wollte, hier gäbe es einige Kiesgärten. Statt dessen herrscht hier die Wohlanständigkeit der schnurgerade ausgerichteten Blümelein. Wie die standhaften Zinnsoldaten.
Und Nachbars Bäume hätte ich auch nicht gerne in Grenznähe. Warum soll ich deren Schatten und Laubfall ertragen?
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Ich habe einen Nachbar, dessen gesamter Vor"garten" nur aus rot eingefärbten Holzschnitzeln besteht, die er da wohl aufgeschüttet hat, um keine Arbeit mehr zu haben. Er hat sich aber wohl keine Gedanken gemacht, was passiert, wenn das "Unkraut" dann doch mal durchwächst. Im Moment ragen tapfere grellgrüne Löwenzähne aus dem roten Schnitzelkram und ich freue mich schon auf die gelben Blüten.
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Die Gärten die zu Stein-Wüsten umgebaut werden nehmen zu, ich frage mich, wie die in ein paar Jahren aussehen?
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der Schotter war wohl zu teuer, da hat es nicht mehr für einen neuen Gartenzaun gereicht ;)
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Vor ein paar Jahren beobachtete ich voll Begeisterung, dass Kiesgärten häufiger zu sehen waren. Und sie sahen gut angelegt und gepflegt aus, so wie man sie erträumen könnte..
Dann geschah das, was Du erzählst und was mit jeder Modeerscheinung passiert. Die Nachahmer sahen eine Pflegeleichtigkeit in dieser Gestaltungsform und pflanzten in ein Leipziger Allerlei von Gestein das, was das örtliche Gartencenter bot. Traurig, aber doch nicht neu? Etwas gut und gekonnt nachzuempfinden wird niemals Nachahmung sein, sondern Hohe Schule. Und es spielt für mich überhaupt keine Rolle, ob es sich um Gartengestaltung, Innenarchitektur, Kunst oder "Mode" handelt. Sogar Kochrezepte lassen sich pervertieren.
Und die nächste Gestaltungsidee wird schon ausgeschlachtet, zumindest hier in D. Du hinkst also bereits hinter dem Geschehen her; Christian! Deutschland hat die Prairiegärten entdeckt!
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@Sabine G.
Du sprichst mir aus dem Herzen :D. Genauso sehe ich alles auch und so bin ich auch! Die Nachbarn kratzen regelmäßig aus den Pflasterritzen das Moos und den Löwenzahn und ich streue Akeleiensamen in die Ritzen ;D. Meine Beetumrandungen sind völlig vermoost, der Rasen muss um die Rosen in der Wiese herum gemäht werden und ordentlich sieht schon mal gar nichts aus.
Kies in den Vorgärten und perfekt gestylte Koniferen und Buchskugeln sind mir in Holland (Zuid-Limburg) aufgefallen. Hier bei uns hat sich das noch nicht so durchgesetzt. Hier stehen die Leute auf einen schönen Rasen (keine Wiese!), Friedhofsraketen und pflegeleichte, mit Rindenmulch verzierte Beete.
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;D
siehst - allein sind wir bestimmt nicht!
Akeleien sind dazu wunderbar - super sind auch Dinathus armeria, Rudbeckia, verschiedene Sedumarten, ueberraschenderweise auch Gemswurz und Alant, Margerithen, Loewenmaul...
Ich habe Nachbarn, die auf der Schattenseite gerade mit weissem Kies ihren Tank eingefasst haben :-X da weiss doch jeder, dass das innert 2 Jahren moosgruen aussieht! Dagegen finde ich mein immernoch "strukturiertes" Bankett geradezu tre chick ;D
Die Geschmaecker sind verschieden. Aber mein Geschmack verkoestigt so manches Individuum jetzt noch. Die eifrig zubetonierten Loewenzahnversuche - sind in meinen Augen weder huebsch noch nahrhaft. Aber definitiv ordentlich ::)
Viele Gruesse
Sabine
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Luna,
die Bilder sind ja echt fürchterlich.... passt nicht zum Haus und nicht zum Zaun.... Aber bestätigt meinen Verdacht: gefragt ist das Zumachen, Natur wegschieben, Zudecken ....
Guda,
klar, deshalb haben wir wohl alle antizyklisch unmoderne Gärten! ;) Übrigens, noch schlimmer als kopierte Kochrezepte sind kopierte Bücher (ob Garten oder Kochen)....
Fars
Und Nachbars Bäume hätte ich auch nicht gerne in Grenznähe. Warum soll ich deren Schatten und Laubfall ertragen?
Weil sie schon über 30 Jahre alt sind und laaaange vor dem Wohngebiet da standen? ;) Das weiss man aber, bevor man hinzieht....
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;) so ist`s hier auch. Ich habe vormittags Schatten durch Nachbar`s ausgewachsene Birke. No problem!
LG
Sabine
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Die Gärten die zu Stein-Wüsten umgebaut werden nehmen zu, ich frage mich, wie die in ein paar Jahren aussehen?
so vielleicht? ::)

splittgarten.jpg
Es ist halt ein trend - die schlechten werden mit der zeit verschwinden - die besseren bleiben -hoffentlich.
frohes neues, tomir
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Toll, wie ihr "erwiesene Anteilnahme" bekundet!
Guda, ich hinke nicht hinterher, aber du hast auch Recht! Bei Landschaftsgärtner dauert es immer etwas länger. Und sie holen meist das Maximale heraus, egal wie scheußlich es hinterher aussieht. Aber da war doch "Degustibus non est ...."? ???
Kiesgärten waren immer schon eher eine Domäne des Südens und der Schweiz. Wir hatten schon vor mehr als 25 Jahren Kiesgärten in der Schweiz während meiner Volontärzeit angelegt. Damals war dies noch was Besonderes. Erst als Beth Chatto mit ihrem umgebauten Parkplatz in Erscheinung trat, waren Gravel Gardens plötzlich scheinbar was Neues und nie Dagewesenes. In England vielleicht! :o
Ein Gravel Garden kann mit einer gekonnten, standortgerechten Bepflanzung durchaus ein kleines Kunstwerk sein. Doch dieser Minimalismus stinkt mir zum Himmel!
Ja, Präriegärten werden sicher gleichfalls ausgeschlachtet, doch kann man diese im Privatgarten selten auf kleinerem Raume verwirklichen, Kiesgärten und Schotterwüsten schon. Hier bin ich gespannt, welche Pflanzen das Rennen gewinnen, welche Mulchmaterialien dominieren.
Kiesgärten in der vereinfachten Form, nämlich eine Fuhre Schotter mit dem Rechen breit verteilt und dann ein paar Wacken hineingeschmissen, das Ganze mit einigen Kugelbux aufgepäppt, das kann selbst der fantasieloseste Gartengestalter vom Kollegen kopieren. Ein Präriegarten bedarf schon etwas mehr Wissen und Können. Allerdings ein richtiger Kiesgarten ebenfalls!
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Unlängst konnte ich neulich in Slowenien an der Adria in einer kleinen Hafenstadt einen wirklich gelungenen Kiesgarten entdecken, der ausschließlich mit mediterranen Pflanzen bestückt wurde. Allerdings auch mit Folie unterlegt, was ja total überflüssig ist. Ich habe Bilder gemacht, wo auf der zutage getretenen Folie das Unkraut lustig wuchs und sich anschickte, mehr zu werden.
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"Einheitslook" egal welcher Art ist immer ein Zeugnis von Fantasielosigkeit, ob nun von einem Gartenunkundigen oder einem Fachmenschen angelegt. Das tut sich nichts.
Dabei bin ich ziemlich sicher, daß viele aus Gartenmodezeitschriften kopierten Gartenmodelle Verlegenheitslösungen sind und nicht unbedingt den Traumgarten der Besitzer darstellen.
Mehr Mut gepaart mit mehr Kreativität kann schön sein, führt aber häufig zu solchen zweifelhaften Gartenkonstruktionen, wie man sie in den letzten Jahren immer wieder mal in der Gartenpraxis sehen konnte.
Hier in der Nachbarschaft hat jemand seinen Garten mit Buchs- und Taxusformschnitt vollgeballert (anderes Wort paßt nicht), dazwischen großblättriges Efeu gepflanzt. Das war natürlich schrecklich düster, daraufhin wurden überdimensionale, bunt lackierte "Mikadostäbe" dazwischen drapiert. Sah irgendwie spießig aus...
Ein anderer Hausbesitzer der gehobenen Preisklasse hatte ein Galabauunternehmen damit beauftragt, Vorgarten und Garageneinfahrtbegleitbeete pflegeleicht zu gestalten.
Das Ergebnis war ebenso verblüffend wie teuer: Der Gärtner hat alle Flächen ausgekoffert, mit Buchskugeln vollgestellt und dann die Zwischenräume mit Torf (!) aufgefüllt. Als Deckschicht kam dann noch Rindenmulch drüber.
So gesehen, ist die unkrautfreundliche Kiesschicht mit Pampasgras schon fast die bessere Lösung...
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Hat es diese "Ideenverarmung" nicht zu allen Zeiten gegeben? Wer alte Bürgergärten (vom Öffentlichen Grün und der Bürohaus-Gartenunkultur wollen wir erst gar nicht sprechen) in größeren Städten betrachtet sieht auch einen gewissen Einheitslook, der oftmals nur dadurch kaschiert wird, dass inzwischen die Gehölze riesig geworden sind oder sich keine permanent ordnende Gärtnerhand mehr findet.
Die französischen Parterre-Gärten sind ein herausragendes Beispiel für eine uniforme Gartenkultur. Ebenso sehr viele Gärten Italiens, Spaniens und des Orients. Es war eben zum Teil sehr lang andauernde Mode, so und nicht anders einen Garten anzulegen. Und selbst der englische Cottage-Garten ist nicht selten eine Kopie des herrschaftlichen Anwesens im Kleinen.
Wie fanatsievoll ist eigentlich ein übervoller Rosengarten?
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Stimmt voll und ganz, ein uniformer, übervoller Rosengarten ist genau so fantasielos. Ebenso ein zu dicht bepflanzter Kiesgarten, der ebenfalls zur Monotonie neigt.
Die Gärten Italiens, Englands und des Orients haben sicher viel Gemeinsames, sind aber irgendwie immer Unikate und nie "deckungsgleich", schon gar nicht in der Bepflanzung. In der heutigen Zeit neigt man jedoch leider dazu, sich in der Ausgestaltung, der Architektur und eben auch im Garten alles so leicht wie möglich zu machen. "To make money" ist das Grundprinzip. Diese Einstellung hat es sicher zu allen Zeiten gegeben, ist ja auch nichts Verwerfliches. Dabei bedarf es jedoch ein Weniges, um sich von anderem abzuheben.
Mir wäre der Ruf meines Namens jedenfalls viel zu schade, um im Einheitsbrei unterzugehen.
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Wie steht's denn bei Euch mit "Zen-" und "Feng Shui-" Gärten?
Seit vor etwas über einem Jahr ein echter (! *staun*) tibetanischer Mönch in einem Nachbarort zu einem Seminar zu Gast war, greift diese Art von Gärten bei uns quasi epidemisch um sich - 2 Straßen von hier entstand mit großem Aufwand und Tonnen von Steinen so ein Dings, dann plötzlich war der Vorgarten gegenüber infiziert, danach der nächste "Hauptgarten".... Ich wache schon mit Besorgnis darüber, ob bei mir plötzlich irgendwelche Monolithen durch die Wiese brechen.... ::)
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Ich sehe das ganze sehr entspannt. Zum einen wechseln die Moden und zum anderen siegt die Natur ohnehin. Auch der kiesigste Kiesgarten wird ohne fachgerechte Pflege irgendwann wieder Wiese. Wartet mal, in einem Jahr gibt es neue Trends. :P
Viele Grüße
Peter
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Hör mir bloß mit Zweng Schui auf! :'(
Staudenmanig, das ist wohl wahr. Dies gilt jedoch für jede Gartenform.
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Zweng Schui
Ich nenn' s immer im hiesigen Idom "A weng zvui".... ::)
Aber, im Ernst: Ich hab die Anlage des ersten "meditativen Steingartens" mit Staunen, aber schon auch mit Interesse beobachtet (diskret natürlich... ;D), da sie durchaus sehr professionell vor sich ging:
Kleiner DHH-Garten, "Thujen-Fort".
8 Thujen raus, auf die Seite gelegt.
Tieflader und schweres Gerät rücken an,
Wagenladungen voll riesiger Steinblöcke, die im Zwischenstadium die Oberfläche des kleinen Gartens fast vollständig zu bedecken scheinen.
Große Flächen von bedrohlich anmutender schwarzer Teichfolie.
Fährt rein, fährt raus.
Bagger graben, graben, graben... Ogottogott, wohin mit all der Erde??
Steine verschwinden zu mehr als der Hälfte (!) im Untergrund,
Gletscherrestlandschaft verbleibt.
Jede Menge Wasserfläche entsteht,
ein Brücklein ist vonnöten, um zu den hinteren Steinblöcken zu gelangen.
Windgebeutelt aussehende Koniferen werden eingepflanzt, auch noch einiges mehr, ratet: (Ja, Acer japonicum... ;)), die Pflänzlein stehen ein bissi desorientiert und verschüchtert inmitten der beeindruckenden Steinwüste.
(Leider komm ich meist im Auto um die Kurve, die Thujenlücke ist schmal und ich will nicht von der Straße abkommen oder mit anderen Staunenden kollidieren - daher sind die Thujen prompt wieder eingepflanzt, bevor ich den endgültigen Blick richtig genießen kann. Für's Thujen-Biegen bin ich ja leider zu gut erzogen.... :-\).
Am Ende wird das quadratische Gartenhaus mit asiatisch anmutenden Dachreitern versehen, der Garten ist leider völlig meditativ abgeschottet und nur 10 cm-weise einsehbar. Effektiv, diese Thujen. Schade fast.
Was halt sehr instruktiv war, war dann die "Infektionsphase" - kann mir die Gespräche fast vorstellen:
"Is ja interessant, was Ihr da habt. All die Steine - muss man nich mehr mähen, Rentenalter, Knochen, praktisch....
"Das Ganze hat natürlich einen spirituellen Hintergrund, blabla, Mönch, Meditation,... die Schwingungen, bla,.... Blick auf Einzelobjekte, statisches optisches Gleichgewicht, bla... ja auch schon älter....
"...Unkraut...?
"Splittuntergrund, bla....kann nicht, unterdrückt,....einfach etwas Besonderes, die Einheimischen hier haben ja immer nur,.... Sinn für,... Kultur, blabla...
"! ... aha... Wer? Wie? Telefon? Wir sind ja auch... blabla...
"Sonderpreis!... Kann fragen... besonderes Verständnis... geistige....bla
....
(oder so? ;))
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Ätzend finde ich auch die pseudo-japanischen Gärten. Manche meinen es genüge, ein paar Steine aufzustellen, einige Kiefern zu verstümmeln und in der Mitte ein Koi-Becken anzulegen, um sich fernöstliche Gartenkultur in die Siedlung zu holen.
Das ist wie Haute Couture von Cheap & Awful oder aus einem gewissen Kaffeeladen.
Dann doch lieber Kies.
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;D ;D
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Hör mir bloß mit Zweng Schui auf! :'(
Seitdem ich einen "Plan" (ein A3-Bogen und zwei Billigprogramm-Computerausdrucke) um 1.500 Euro eines Feng-Shui-Meisters für ein am Hangfuß stehendes Haus gesehen habe und was er gegen die "den Hang hinauf(!)fließenden Energien" vorgeschlagen hatte, seitdem weiß ich, daß man mit viel Brimborium manchen Leuten viel Geld aus der Tasche ziehen kann. Vieles, was die Feng-Shui-Prediger von sich geben, kann man auch mit (mitteleuropäischer) Intuition, Gefühl für den Ort und Logik genausogut hinbringen.
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Steine verschwinden zu mehr als der Hälfte (!) im Untergrund
Das ist ja nichts Schlechtes. Ein Stein muß "sitzen". Bei den Japanern und auch bei guten hiesigen Gartengestaltern.
Die "hingeworfenen" Steine auf dem Bild von Luna ( # 11 ) sind ja arg grauslich gesetzt.
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Aber diese Sinnlichkeit und das Tao sowie die tiefe Weisheit des Fernen Ostens, dieses Einssein mit dem ...Na, ja, mit dem allen drumherum ... als das bekommt ihr Österreicher ja nun nicht hin.
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Das habe ich in unserem kleinen Ort in letzter Zeit auch festgestellt.
Alles mit Steinen zugeschüttet und irgend ein armes einsames Pflänzchen in die Mitte gepflanzt.
Gell. Und dann wird ein LKW Schotter bestellt, der prompt zuviel des Guten liefert (wohin damit?). Dann wird ein Kiesbeet "gebastelt", 10 cm, 20 cm und höher zugekleistert. Und der Gärtner darf dann einen Trichter graben, um zur Erde zu gelangen, denn das einsame Gräslein wird nicht extra gegossen.
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Stimmt voll und ganz, ein uniformer, übervoller Rosengarten ist genau so fantasielos. Ebenso ein zu dicht bepflanzter Kiesgarten, der ebenfalls zur Monotonie neigt.
Monokultur ist halt Monokultur. ob Fichten, Thujen, Liguster, Rosen, Raygras, Hemerocallis, Melica oder 10/20er Steinchen.
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Aber diese Sinnlichkeit und das Tao sowie die tiefe Weisheit des Fernen Ostens, dieses Einssein mit dem ...Na, ja, mit dem allen drumherum ... als das bekommt ihr Österreicher ja nun nicht hin.
Wenn wir Mitteleuropäer einen "asiatischen Garten" machen ist das etwa so, wie wenn ein japanisches Orchester einen Wiiiiener Walzer spielt. Kann gut sein, muß aber nicht. Man braucht eben das Feeling und Hintergrundwissen dazu. Aber auch nicht jeder Japaner wird deshalb einen tollen Japanischen Garten hinkriegen.
In der Gartengestaltung ist es eben gleich wie in der Malerei oder in der Musik. Es gibt viele, die's probieren und manche die jahrelang üben, bevor sie Meister werden. Einzelne Genies können "prima vista" Bildkompositionen malen und andere pinseln ein ganzes Leben lang Mist.
Es gibt auch viele, die Fotos knipsen, aber manche erschaffen "geniale Bilder". Wobei die Genialität darin liegt, wenn das Ergebnis absichtlich herbeigeführt wird, nicht etwa, wenn ein Bild zufällig danach als toll entdeckt wird.
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Ein "übervoller Rosengarten" geht gar nicht ohne Fantasie: Manchmal muß man wochenlang überlegen und diverse Szenarien im Kopf herumwälzen bis doch noch ein Platz für diese oder jene Zusatz-Rose gefunden ist ;)
Und die Rosengärten der Enthusiasten dieses Forums sind mit Sicherheit keine Monokulturen: Wir schaffen es auch noch jede Menge Zwiebelgewächse, Stauden, Clematis und Einjährige (ganz zu schweigen von Kräutern und teilweise sogar Gemüse) vor, unter und zwischen den Rosen unterzubringen und Bäume zu pflanzen und/oder zu erhalten die als Rankhilfen für Rosen und Co dienen und/oder Ergänzung und Hintergrund sind. - Dafür braucht man seeeeehr viel Fantasie.
Um die bei einigen scheinbar immer noch existierende Vorstellung von Beetrosen-Monokulturen in Privatgärten endlich mal loszuwerden könnte häufigeres Lesen in Rosenforums-threads, das Studieren von Gartenfotos der dortigen User und/oder der Besuch einiger "Gärten mit Rosen" (was sie eher sind als "Rosengärten") recht hilfreich sein ;)
Ich bin mir ganz sicher daß auch Profi-Gartenestalter, -Architekten und Staudengärtner im Rosenforum noch eine Menge darüber lernen könnten wie sich z.B. wenig Fläche mit einer großen Anzahl verschiedener Pflanzen unter Berücksichtigung von Aspekten wie jahreszeitlichen Eindrücken und Pflanzenwohlbefinden optimal nutzen läßt.
- Nix für ungut, aber das mußte einfach mal gesagt sein.
Alles was Monotonie fördert und (Über-) Lebensmöglichkeiten von Tieren und Pflanzen weiter einschränkt sollte und dürfte besonders in unserer Zeit eigentlich kein dauerhafter Trend sein. Da stimmen euch sicher auch die anderen Rosengärtner vorbehaltlos zu.
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Noch was: Mein Mitleid mit Leuten die riesige Grundstücke weitgehend versiegeln oder zu ökologischen Wüsteneien machen hält sich sehr in Grenzen.
Es gibt überall junge Menschen und/oder Familen die ihre Sehnsucht nach einem eigenen Garten nicht verwirklichen können und froh wären einen Pflege- oder Pachtgarten bepflanzen zu dürfen.
Die älteren Leute die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage sind ihre Großflächen zu bewirtschaften hätten dadurch zusätzliche Kontakt- und Kommunikationsmöglichkeiten, im einen oder anderen Fall vielleicht sogar die Chance zu einer altersgemischten Hausgemeinschaft mit entsprechender Unterstützung.
Wer trotzdem lieber seine Ruhe haben möchte kann sein Arreal doch ruhig zum Naturgarten erklären und einfach zugucken wie die Natur sich zurückholt was ihr gebührt. Meines Wissens gibt es kein Urteil oder Gesetz daß diese Art der Eigentumsnutzung verbietet. Auf Wunsch gäbe es sicher auch überregionale und regionale Naturschutzinitiativen die so ein Vorhaben konzeptionell gegegenüber Nachbarn und Behörden begleiten und vertreten.
Neben dieser ökologischen Extremlösung, deren Vorteile für Biodiversität und Kleinklima u.a. nicht außer Acht gelassen werden sollten gibt es auch noch diverse moderatere: Man könnte z.B. einen großen Teich anlegen lassen und hätte jahre- bis jahrzehntelang keine weitere Arbeit damit. Oder man läßt den Garten größtenteils in eine (je nach Lage und Boden) geeignete naturnahe, pflegeleichte Anlage umwandeln (Beispiele für solche Projekte hab ich hier schon einige gelesen) die aber trotzdem vielen Tieren und Pflanzen Nahrung und Lebensraum bietet. Oder man stellt das Grundstück einem Verein zur Verfügung der z.B. seltene, alte Obstbaumsorten aufpflanzt und pflegt. Oder, oder, oder...
Es gibt jedenfalls genug natur-, tier- und menschenfreundlichere Varianten als große Flächen biologisch scheintot zu halten.
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Noch was: Mein Mitleid mit Leuten die riesige Grundstücke weitgehend versiegeln oder zu ökologischen Wüsteneien machen hält sich sehr in Grenzen.
Ich würde gerne mal so einen Grundstückseigentümer kennen lernen. Bisher bin ich noch keinem begegnet.
Oder handelt es sich bei dieser Gärtner-Spezies um eine "urban-legend"?
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ich denke, eine nach herkömmlichen gesichtspunkten gepflegte giftgrüne rasenfläche (kein klee! kein löwenzahn! keine gänseblümchen! kein ehrenpreis! keine primeln! keine krocusse! kein moos!) dürfte schon fast zu der kategorie der ökologischen wüsteneien zählen -
und riesen-rasengärten gibt's leider jede menge! 8)
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Vorsicht! zwerggarten. ;D
Ich habe eine derartige Rasenfläche. Nahezu unkrautfrei. Aber per Hand. Ist bei mir und in meinen Augen eine Form der Gartengestaltung. So wie Steinwege, Beetumrandungen, gepflegte Beete.
Bei mir können sich die ökologischen Gartengeister an anderen Stellen des Gartens austoben. Aber meine Rasenfläche ist mir heilig!
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Ich bin der Meinung, dass jemand, der ein ca. 3000 Quadratmeter großes Grundstück erwirbt, erstmal ein Konzept vorlegen müsste, was er damit vorhat.
Einer meiner Nachbarn hat solch ein Gelände, das idyllisch ein wenig zum Bach hin abfiel, erstmal ca. einen Meter aufgeschüttet, zu 100 Prozent eben gemacht, die fußballfeldgroße Rasenfläche mit drei Reihen Granit sauber eingefasst und den verbleibenden schmalen Streifen zu den Grundstücksgrenzen hin mit ein paar Büschen besetzt und gemulcht.
Fertig war der Garten.
Ich frage mich, warum er nicht gleich mit Thuja eingefasst hat ::)
Steinwüsten gibts hier inzwischen auch viele, je größer die Brocken, desto besser.
Kopfschüttelnd
Natalie
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Steine verschwinden zu mehr als der Hälfte (!) im Untergrund
Das ist ja nichts Schlechtes. Ein Stein muß "sitzen".
Eben - meine Darstellung weiter oben war auch gar nicht durchweg negativ gemeint, daher der Ausdruck "professionell", wenn ich mich recht erinnere.... ;)
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Bitte,
Menschen sind unterschiedlich, haben unterschiedliche Ansprüche und Erwartungen, haben unterschiedliche Voraussetzungen an Zeit, Geschick und Fantasie. Menschen haben das Recht ein eigenes Stück Land so zu gestalten, wie es ihnen entspricht. Wenn sie keine Gartenerfahrungen haben oder nie etwas anderes gelernt haben, haben sie auch das Recht sich einen grünen Teppich mit Thuja drumherum zu verlegen. Wer weis wie sich ein solcher Gärtner im Lauf der Jahre noch entwickelt.
Es gibt so viele Möglichkeiten einen Garten anzulegen, wie es Menschen gibt. Und jeder der hier kopfschüttelnd oder mitleidig die anderen Gärten betrachtet soll sich mal überlegen, ob es nicht möglich sein kann, dass der eigene Garten mit ebensolchem kopfschütteldem Mitleid angesehen wird.
Mir hat schon manch einer gesagt, dasss ich einen ganz besonderen und sehr schönen Garten hätte. Aber ich weiß, dass ich noch ganz am Anfang bin und ich habe sehr großen Respekt vor dem, was andere schaffen, sei es ein piccobello Rasen, eine sensationelle Pflanzensammlung oder eine Gartenlandschaft mit Eisenbahn.
Das Einzige was ich wahrhaftig ganz schrecklich fände, wäre, wenn mir jemand seine Ideen aufzwingen wollte.
LG Lilo
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um das geht es ja gar nicht, von Aufzwingen war nie die Rede, obgleich ich es auch so nie nennen würde. Schließlich steckt auch Überzeugungsarbeit dahinter, gleich ob es sich um eine Steinwüste mit drei Kugelbux oder einem kitschigen "Amerikanski Zahrad" handelt. Der Gartenbesitzer muss damit glücklich werden, sonst niemand.
Ich habe nur eine aus meiner Sichtweise fatale Entwicklung angeprangert, die um sich greift, ähnllich der Cotoneasterflächenmonotonie der Siebzigerjahre. Und um das Nachmachen und "Versimpeln" eines Gartenstiles, der mehr verdient, als so einfältig dargestellt zu werden.
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Katzen lieben Kiesgärten! ;D ;D ;D
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Eidechsen und Schlangen auch! ;D
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Danke, danke, danke, Lilo!
Die "Gartenbetroffenheit" nimmt ja erstaunlich zu. Soll doch jeder seinen Garten nach seinen Bedürfnissen und seinen Vorstellungen von Schönheit gestalten!
Ob ich Kartoffeln anbaue, Phlox züchte oder eine Rasenfläche pflege -
wen geht das was an ::) ::) ::) ::)
Gruß Shamaa
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Noch nie von "Eigentum verpflichtet" gehört? Wer Land (vorübergehend!) sein eigen nennt, trägt damit auch Verantwortung.
So finde ich es zum Beispiel sehr richtig, daß großflächige Versiegelungen oder willkürliche Abholzungen nicht mehr ausschließlich vom Eigentümer bestimmt werden können. Umweltschäden werden letztendlich von allen getragen - häufig über Generationen.
Wobei eine reine Riesenrasenfläche sicher noch als harmloses Übel im Sinne von Fußballplatz gesehen werden kann, Aufschüttungen zu Bachufern hin jedoch nicht - da greift jemand massiv und bedrohlich in ein bestehendes Ökosystem ein.
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... Bei uns im Norden ist große Ordnung angesagt (mein Vater: "du nennst das Ökologie, ich nenne das Faulheit")!
Aber ein bißchen Unterstützung brauchen meine Blumen, damit sie nicht in Brennesseln, Giersch und Disteln untergehen.
Gruß Shamaa
Meiner Erfahrung nach ist es eh falsch zu glauben, ein Naturgarten sei weniger Arbeit, jedenfalls wenn man unter Naturgarten nicht nur die Einstellung jeder Pflege versteht. Der Versuch, eine "kontrollierte" Wildnis zu pflegen schwächeren Wildpflanzen eine Chance zu geben, indem man die starkwüchsigen etwas eingrenzt, ist wesentlich aufwendiger als Rasen zu mähen und zwischen einigen Zierpflanzen Tabula rasa zu machen.
Manfred
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Wie steht's denn bei Euch mit "Zen-" und "Feng Shui-" Gärten?
Scheng Pfui
;D
Manfred
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Zunächst möchte ich auf die Begriffe eingehen.
Kiesgarten
Nach Beth Chatto habe ich das so verstanden, dass auf einem Boden der kiesig trocken steinig ist Pflanzen angesiedelt wurden, die diesen Standort mögen. Der Bewuchs ist so dicht, dass keine unerwünschten Pflanzen aufkommen, bzw wurden diese gejätet solange die erwünschten Pflanzen noch nicht groß genug waren.
Was hier angesprochen wird sind Anlagen in denen der Boden zwischen den wenigen Pflanzen mit Stein abgedeckt wird. In der mehr oder weniger optimistischen Hoffnung hier würde dann nichts mehr wachsen. Das ist mir absolut unverständlich. Ohne permanente Zuwendung wird das nichts! So ist auch der japanische Zen-Garten zu verstehen. Sein Zweck ist, seinen Gärtner dazu zu zwingen jeden Tag den Kies zu rechen. Wer dies so für sich annimmt und durchzieht - Respekt. Den gleichen Respekt kann man dem zollen der seinen Rasen unkrautfrei und gleichmäßig kurz und grün hält. Das erscheint mir sogar schwerer als Kies rechen.
Zyklopenmauer
Hatten wir nicht schon mal diskutiert dass Zyklopenmauer sich durch unregelmäßige große Steine definiert die eben nicht rechteckig behauen sind?
Diese Riesen-Trockenmauern aus ?Jurakalk?-Quadern sind das Äquivalent der klassischen Trockenmauern früherer Zeiten. Man nimmt was sich günstig anbietet. Mit den Maschinen heute ist es billig und einfach seine Hänge damit zu befestigen. Wenn man es nicht übertreibt - ich sah eine Variante wo die einzelnen Steine nahezu so groß waren wie das Haus zu dem sie gehörten - und die Bepflanzung einigermaßen hinhaut und man die Zeit gibt Patina anzusetzen, dann ist das doch eine gute Sache.
Prairiegarten
Was ist eigentlich eine Prairie? Kürzlich wurde erwähnt, dass oft eher eine Steppenpflanzung gemeint ist.
Die Grundstückbesitzer die oft gar keine gärtnerischen Vorkenntnisse oder Ambitionen haben sind doch darauf angewiesen irgendwo gute Informationen zu finden. Diese bekommen sie in der Regel von Fachbetrieben. Da würde ich hoffen, dass wenn ein Gartengestalter von Kiesgarten spricht, er dies auch entsprechend darstellt und den Leuten nicht vorgegaukelt wird eine Steinschüttung sei eine ewig pflegefreie Anlage.
So würde ich zunächst die Fachbetriebe in die Pflicht nehmen, doch deren Unternehmenszweck ist nicht die Förderung von Wissen und (Garten)Kultur sondern die Gewinnerzielung. Und wutsch sind sie aus der Pflicht.
Doch wen nehmen wir nun stattdessen in die Pflicht?
Mäzene, Künstler, den Staat, Bildungseinrichtungen …
Da habe ich gehört es wird eine königliche Gartenakademie in Berlin entstehen. Darüber hinaus gibt es die Gartenakademien der Länder Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg von denen ich weiß und vielleicht noch mehr. Die Gesellschaft der Staudenfreunde und bestimmt fallen Euch noch mehr Organisationen ein die mehr oder weniger ohne Profitinteresse arbeiten. Wir haben dieses und andere Internetforen wo viele Informationen zu finden sind und ein gutes fachliches und künstlerisches Niveau erreicht wird. In diesem Sinne würde ich dafür plädieren hier Begriffe wie zB Kiesgarten oder Prairiepflanzung klarer zu interpretieren.
Hausbesitzer sind mittlerweile in Deutschland leider fast immer automatisch Gartenbesitzer – so wollen wir das scheinbar. Es wäre vielleicht schöner wenn man sich entscheiden könnte für ein Haus mit Garten (auch gerne mehr als 100 m²) oder eben Haus ohne Garten wenn man mit dem Garten eigentlich gar nichts anfangen kann.
Zufällig sprach ich kürzlich mit meinen neuen Gartennachbarn, sie haben ein Reihenhaus mit „Garten“ aber sie pachten einen Garten außerhalb weil ihr Hausgarten gar nicht ihren Bedürfnissen entspricht. Ein Dilemma das häufiger auftreten dürfte. Was soll nun mit diesen Flächen am Haus geschehen?
Garten ist Garten und nicht „freie Natur“ wie Urwald oder Steppe.
Garten ist nicht Wildnis, in diesem Sinn bin ich gegen „Naturgarten“, wohl aber für extensiv gepflegte Teilbereiche. Die gängige Methode Garten gegen Natur abzugrenzen ist das gezielte setzen gewollter Pflanzen und vor allem deren permanenter Pflegeschnitt.
Das mit dem permanenten Schnitt wird oft vergessen oder übertrieben.
Hier das richtige Maß zu finden ist die Kunst.
Der Rasen mit Rosenrabatte ist in meinen Augen genau die Fortsetzung des formalen französischen Gartens unter den Aspekten des Zeitgeistes. In diesem Sinn aber sind sie zumindest Garten weil ihnen permanente Pflege zuteil wird.
Es gilt also zu akzeptieren, dass der menschliche Lebensraum, in diesem Spezialfall Garten genannt, permanent zu pflegen ist damit er sich vom Urwald unterscheidet und für den Menschen angenehm ist. Wie der Einzelne das tut muss ihm überlassen bleiben. Viele Wege führen nach Rom. Der Mensch braucht Zeit und Anleitung um sich Wissen anzueignen und seine Kenntnisse und Fähigkeiten zu entwickeln. Hier wurde schon öfter über das Nachahmen etwas negativ geschrieben.
Nachahmen ist der erste Schritt des Menschen zu lernen! Nachgemachte Prairiepflanzungen, Wellenmauern oder Zengärten bekunden den Willen des Nachmachers sich mit dem Thema zu befassen. Da sind doch auch Vorschläge wie „Silbersommer“ eine gute Sache. Es gibt übrigens sehr viel mehr solcher Pflanzvorschläge für unterschiedliche Standorte. Man findet einiges bei Perennemix. Der zweite Schritt ist variieren und erst der fortgeschrittene Künstler wird neues Eigenes schaffen. Nun frage ich, wie viele werden dieses fortgeschrittene Stadium erreichen?
Ich selbst sehe mich, wäre ich Maler, noch im Studium der Farben und Formen – vielleicht male ich mal ein einfaches Stillleben. Dabei lebe ich seit 1964 mit einem Garten zusammen.
Ingeborg
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Meine Eltern haben im Garten einen Stein-Streifen am Haus entlang, wo der Boden wegen Dachüberstand immer trocken bleibt.
Dieses Stück mussten wir Kinder immer pflegen, d.h. von Unkraut und vor allem von gefallenem Laub frei halten.
Ich fand das damals wunderschön, weil mein Vater wirklich tolle Steine da hat, aber über die viele Arbeit habe ich oft geflucht.
Kiesgarten ist sicher höchstens dann pflegeleicht, wenn es keine größeren Laubbäume in der Gegend gibt.
Und der Vergleich mit den gartenarchitektonischen Vorgarten-Varianten "Rasen + Zuckerhutfichte(n)" bzw. "Cotoneaster und Ruh is" ist in diesem Zusammenhang sicher angebracht. Seufz.
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Ingeborg, deine Ansichten über das Nachmachen deckt sich mit den beginnenden Erfahrungen eines jeden Gärtners, der über den Tellerrand herausschaut und kreativ sein will.
Nachmachen hat allerdings nichts mit Abkupfern zu tun. Und wer bei Silbersommer und ähnlichen "Schablonen" bleibt, der hat die grundlegenden Prinzipien nicht verstanden. Als Basis ja - als Dauerlösung mit deckungsgleichen Lieferscheinen - fatal und fantasielos. Aber dies begreifen offenbar einige Kollegen nicht und schütteln lediglich ihr weises Haupt.
Wir müssen das ganze Leben lernwillig sein, sich mit Handys, Computer und sonstiger Elektronik wie selbstverständlich auseinandersetzen. Und bei Pflanzen, der ureigensten Materie eines jeden Landschaftsgärtners sollte ihm das Denken in Form von Schema F-Lösungen abgenommen werden? Das kann nicht der Weisheit letzter Schluss sein, zumal jede Kundschaft einen anderen Geschmack hat, der eine will mehr oder weniger in Pflanzen investieren, ganz zu schweigen von unterschiedlichen Böden und Lichtverhältnissen.
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hallo,
ich glaube eher, dass es weniger mit ideenverarmung zu tun hat. ich denke es ist der spiegel unserer gesellschaft.
den ganzen tag arbeiten um das schicke häuschen mit dem rieseigen (steinwüsten-)garten bezahlen zu können und keine zeit mehr darin zu leben.
deswegen muß ja alles auch so pflegeleicht sein.
lg
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Ich kann Ingeborg nur zustimmen, was die Zusammenfassung von Beth Chattos Kiesgartenkonzept betrifft. Da geht es wirklich nicht um viel Kies und einige Pflanzen sondern um den Versuch, an einem Standort die entsprechenden Pflanzen anzusiedeln. Natürlich hat Chatto einiges, auf das der "Normalgärtner" nicht immer zurückgreifen kann: großes Pflanzenwissen, viel Hilfe und eine riesige Pflanzenauswahl vor Ort. Der "Kiesgarten" ist ja auch kein Privatgarten, sondern eine Verkaufschau, die andere zum Kaufen und Nachahmen animieren möchte, sozusagen ihr Schaufenster. Genau nachahmen kann man sowieso die wenigsten Pflanzvorbilder, denn oft hat man ja schon einiges in den Beeten oder der Standort oder der Boden sind anders......
Die "Pflegeleichtigkeit" sind ein anderes Kapitel. Da habe ich auch schon einiges hinter mir in meiner Naivität zu Beginn meiner Gartenleidenschaft. Bäume und Blätter, die sorgen dafür, dass im Winter eine Kiesfläche sehr trist und vernachlässigt aussieht - wenn man nicht fast auf den Knien die einzelnen Blättchen rauszieht. Nicht dass ich das tun würde :P :P
Aus den Tiefen der Steinzwischenräume aller etwas größeren Steine strecken die mannigfaltigsten Unkräuter und Gräser ihre Samenstände ans Licht. (Wobei größer schon bei Babyfaust beginnt) Meine begeistert zwischen die Lavendelbüsche gelegten "Mulchsteine" hab ich schon des öfteren verflucht. Nicht bedacht wird auch oft, dass sich ja neben Blättern auch anderes organisches Material zwischen den Steinen ansammelt und mit jedem Jätevorgang beim herausziehen Erde zwischen die Steine gestreut wird. Das ist dann wieder ein toller Platz für neues Unkraut.Ich verwende die Steine hauptsächlich dafür, den Boden darunter feucht zu halten und den Pflanzen einen kühleren Wurzelbereich zu bieten. Dieser Aspekt klappt voll und ganz.
Zum Nachahmen noch folgendes: als ich vor 5 Jahren vor einem 3000 qm Grundstück mit sog. Pionierbewuchs ( 1m hohe Pappeln, Disteln, Nachtschatten und BROMBEEREN ) stand, wußte ich praktisch nichts. Bodenansprüche, Wuchshöhe, Blühzeiten, Pflanzengesellschaften, Pflege.......alles Neuland. Mein erstes Beet auf dieser riesigen Fläche war ein 15 m langer und 40 cm breiter Streifen entlang des Weges, in dem ich Steingartenpflanzen( !!!) unterbrachte.( Da werden einige von euch jetzt schmunzeln) Unsere ersten Ferienhausgäste haben mir hinterher gemailt, dass sie das Beet zuerst gar nicht als solches wahrgenommen haben. So habe ich stapelweise die eher verpönten Gartenzeitschriften angesehen um ein wenig Gefühl für Beete usw. zu entwickeln. Und bei langen Spaziergängen möglichst unauffällig in andere Gärten geschaut. Und dann ja zum Glück Garten pur entdeckt :D
LG Santolin
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hallo,
ich glaube eher, dass es weniger mit ideenverarmung zu tun hat. ich denke es ist der spiegel unserer gesellschaft.
den ganzen tag arbeiten um das schicke häuschen mit dem rieseigen (steinwüsten-)garten bezahlen zu können und keine zeit mehr darin zu leben.
deswegen muß ja alles auch so pflegeleicht sein.
lg
Ich denke, hier ist Ursache und Wirkung vertauscht. Die 38-Stunden-Woche haben doch die allermeisten Arbeitenden nur auf dem Papier, (unbezahlte) Überstunden und lange Anfahrtswege sind in vielen Berufgruppen die Regel. Der Wunsch nach einem pflegeleichten und dennoch attraktivem Garten ist da sehr verständlich. Weil das gärtnerische Wissen und auch das Interesse erst langsam erarbeitet werden muss (siehe Santolins Beitrag), wird in der Not halt ein „pflegeleichter“ Kiesgarten angelegt.
Viele Grüße
Peter
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Wenn ihr mal was richtig spektakulär-liebevoll-eintöniges sehen wollt, müsst ihr in den kleinen Ort Diespeck bei Neustadt an der Aisch in Franken fahren. Da sind Freunde von uns vor kurzem hingezogen, und immer wenn wir sie besuchen, gehört ein staunend-hochnäsiger Spaziergang durch das Neubaugebiet fest zum programm. Es gibt in Neustadt anscheinend zwei Gartengestalter, die auch im großen Stil auf das Findling-Kies-und Gräser-Programm abfahren, mit Buchsbäumen und allerhand Dekokram. Man kann nicht mal sagen, dass das alles wirklich hässlich ist. Die Gestalter haben sich durchaus Gedanken gemacht - nur halt immer wieder die gleichen! Immer, immer wieder!
Neben jedem plietschbuntem Neubau mit fränkisch-steilem Giebel und albernen aufgepappten Fensterkreuzen steht ein standhaftes Pampasgras. Jetzt im Winter haben sich die Nachbarn alle fachmännisch darauf verständigt, die Pampashelden zusammenzubinden, damit sie vom Schnee nicht erdrückt werden. En masse ist der Effekt wirklich sehr komisch.
Aber an dem vielen Hard Landscaping haben die Gartengestalter sicher eine Menge Geld verdient.
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Ich lebe in einem älteren Siedlungsgebiet außerhalb der Stadt. Hier sind die Grundstücke sehr groß, die Bebauungen wurden mit zunehmender Familiengröße aufgestockt und umgebaut, die ebenfalls großen Gärten wurden als Nutz- und Ziergärten genutzt, zeitweise wurden dazu noch Tiere gehalten. Die meisten Gärten hatten einen sehr schönen Obstbaumbestand und teilweise recht vielfältige Blumenpflanzungen, manche sogar sehr schöne. Zu erkennen war in der Mehrzahl eine intensive Beschäftigung der Besitzer mit ihrem Grund und Boden. Ein alter Nachbar, mit dem ich mich neulich länger unterhielt, erzählte, daß er so ein entlegens Grundstück erworben hat, weil er so gern im Garten arbeitet... ;D
Seit einem gewissen Zeitraum ab 1990 wurden etliche Grundstücke verkauft aus unterschiedlichn Gründen. Mit einer Ausnahme in allen (in diesem einen Grundstück wurde der Garten vollständig erhalten!!!) verkauften Grundstücken wurde Tabula rasa hergestellt, anschließend prunkvolle Neubauten errichtet ::), die Gärten wurden offenbar gleich mitgestaltet...manche bestehen aus einem Rasen mit einem riesigen Badebecken in der Mitte, manche aus einer sonderbaren Ansammlung von Lavendeln , Rosen und Ziergräsen mit Cotoneaster-Einrahmung. Der erste Eindruck bei der Betrachtung dieser Gärten ist: lieblos. Es geht nicht mehr darum, aufs Land zu ziehen, weil man einen Garten bearbeiten möchte oder sonstwie einen Bezug zur Natur hat, sondern weil es plötzlich schick ist, hier "draußen" zu wohnen.
Einige ärmere Neubewohner hier haben wenigstens die alten Häuser weiter benutzt und überlassen ihre Gärten zu Teilen der Natur, müssen dies vielleicht auch, weil sie wenig Zeit haben. Auch diese halbwilden Gärten haben noch einen Charakter, der den "gestalteten" völlig fehlt.
Das Schärfste ist ein ehemals terrassierter Hanggarten, der zu einem Hügel zusammengeschoben wurde, darauf eine Straße nun bis zur Haustür führt, der gesamte Hang wurde von Pflanzen befreit bis auf zwei Nadelbäume und anschließend mit roten Granitbrocken dicht an dicht "gepflastert" - es ist dies ein wahnsinniger Anblick auf den uns viele unserer Besucher ansprechen...
Zum Glück gibt es noch einige junge und ältere Frauen in der unmittelbaren Nachbarschaft deren Gärten vom Blümchenbeet sich langsam fortentwickeln zu etwas Eigenem:
Fazit: Egal wie ein Garten gestaltet wird, ob mit oder ohne professionelle Hilfe: wichtig ist eine grundsätzliche Beziehung zur Erde und eine Lust das Wachsen und Vergehen zu erleben und selbst mit zu gestalten, zumindesten ein klein wenig jener kindlichen Lust am "Moddern" (mit Erde spielen) ;)- diese scheint aber doch einer Reihe von Gartenbesitzern heute zu fehlen.
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Ich lebe in einem älteren Siedlungsgebiet außerhalb der Stadt. (...) Die meisten Gärten hatten einen sehr schönen Obstbaumbestand und teilweise recht vielfältige Blumenpflanzungen, manche sogar sehr schöne.
Die waren zu Beginn sicher auch öde und leer. Du siehst das Ergebnis einer jahrzehntelangen Auslese.
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Um so tiefer betrübt mich, das dieses teilweise über ein Jahrhundert und mehr gewachsene heute so wenig Achtung erfährt. Die eine Ausnahme habe ich geschildert.
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Allenorts kann der interessierte Gartenliebhaber zumindest im alemannischen Raume Kies- und Schotterflächen kleineren und größeren Ausmaßes bewundern, fast schon im Überdruss, ähnlich der vielen Zyklopenmauern. Kalkschotter, Granitschotter, farbiger Kies oder Serpentin, schlimmstenfalls gemischt zieren manchen Vorgarten.
Nicht, das irgendetwas dagegen spräche, aber die Bepflanzung reduziert sich ganz minimalistisch auf ein paar Buchskugeln oder neuerdings auf bunte Koniferenhochstämmchen. Wir können diese Kreationen nicht etwa nur vor Spitälern oder Banken besichtigen, nein, auch vielerlei Vorgärten sind so pflegeleicht durchstylt. Ist das des Landschaftsgärtners ganzer Einfallsreichtum oder lässt sich so im Mainstream am schnellsten das dicke Geld verdienen?
Gartengestaltung ist manchmal das Kopieren der Natur im Kleinen, mit ausgewählten Pflanzen oder "verbesserten" Wildpflanzen.
Tja und manche kopieren eben die ihnen bekannte Umwelt = Betonarchitektur und daraus ergeben sich Schotterwüsten mit Einheitsgrün.
Ein Kiesgarten mit unterschiedlichen Korngrößen ist naturähnlicher, ein Kiesgarten mit einheitlichen Korngrößen künstlicher, "moderner", aber langweilig zum Quadrat.
Natürlich ist es billiger zwei LKW-Fuhren Einheitsschotter per LKW-Greifbagger auf einer Fläche auszubreiten, als sandigen Wandschotter mit Findlingen zu gestalten, die Steine zu "setzen". In Sand gesetzte Stauden müssen im ersten Jahr häufiger gegossen werden, als Pflanzen in Erdlinsen, von Schotter umgeben. Wer macht das, wer bezahlt das?
Bei einer Ausschreibung unterliegt die schönere, aufwändigere Gestaltung immer ! !
Minimalismus ist momentan modern, kaschiert aber häufig die Einfallslosigkeit und das fehlende Pflanzenwissen mancher Gestalter und gstudierter Gartenarchitekten. Dummheit wird so als "Minimalismus" schöngeredet...
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Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen! ;)
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Mal ehrlich, sind wir denn frei von Modeeinflüssen in der Gartengestaltung? Ich habe selber verschiedene Phasen durch bevor ich bei den Stauden angelangt bin . In den 80ern habe ich politisch korrekte Ökogärten mit Wildstauden angelegt und fand die schick. 93 habe ich im damaligen Hausgarten einen Großteil "japanisch" gestaltet inklusive Moosbeet und Koiteich. Das war zwar ausgelöst dadurch, das ich seit meiner Jugend Bonsais hatte, mich dementsprechend gründlich mit japanischer Ästhetik auseinandergesetzt habe, und mit dem Haus den Traum von einer Kameliensammlung und Kois verwirklichen konnte. Da wollte ich den Gartenbereich auch passend gestalten - und meiner damaligen buddhistischen Phase entsprach das sehr. Allerdings war das durch die Kombination für mich auch Ausdruck meines damaligen Lebens.
Was ich damit sagen will, das ich auch verschiedene Gärten angelegt habe die später Mode waren. Die waren aber einfach auch Bestandteil meiner Entwicklung.
Vor ein paar Tagen fragte ich einen Nachbarn mit oben erwähnten schrecklichen Kiesgärten nach seiner Ilexsorte- es stand halt eine besonders hübsche Pflanze im weissen Kiesfeld. "Dann sagen Sie mir doch erstmal, was Ilex überhaupt sein soll" war die Antwort. Da hoffe ich dann, das es noch gaanz viel Entwicklung gibt bei den Leuten ;D
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Ein Kiesgarten mit unterschiedlichen Korngrößen ist naturähnlicher, ein Kiesgarten mit einheitlichen Korngrößen künstlicher, "moderner", aber langweilig zum Quadrat.
Wobei großkalibrige Steinschüttungen...

Verkehrsinsel Ohlsdorf 2-i.jpg
...durchaus Klasse haben können.
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Gärten sind auch so eine Art "gezähmte Natur".
Bei einer Kiesschüttung ist natürlich der Gegensatz zur "ungezähmten Natur" größer, als bei einem Erdbeet. Mehr Gegensatz = mehr Zähmung = mehr Ansehen für den Besitzer.
Zugleich denke ich, daß unsere Vorfahren noch vor 500 Jahren wie seit Urzeiten durch Steppen, Steinhalden, Sümpfe und Gräsersavannen gestapft sind und diese archetypischen Muster irgenwie in unseren Menschenhirnen eingebrannt sind. Darum empfinden viele Menschen Gräsergärten oder meterhohe wogende Stauden als "wild" und begehrenswert und Steinschüttungen als "normal" für ihr Zuhause.
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ich sag mal, jedem das Seine!
zum einen sind Geschmäcker nun mal grundverschieden (zum Glück, sonst würde alles um uns herum ja noch viel gleicher aussehen), und zum anderen ist nicht jeder zum leidenschaftlichen Gärtner geboren,
da mag uns Garten-Enthusiasten angesichts so manchen Grundstücks dann zwar das Herz bluten, aber ich glaub, dem passionierten Modelleisenbahner wird es auch nicht anders gehen, wenn er sich unsere Staudenrabatten weg und sich dafür eine große Außen-Eisenbahnanlage in unsere Gärten hineinträumt ;D
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Für meinen Teil fände ich es sehr romantisch, wenn sich eine Eisenbahn zwischen Helleboren und Rhododendren schlängelt. Dies wäre zudem eine Möglichkeit, die Kinder vom Fernseher an den Garten zu binden.
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Dies wäre zudem eine Möglichkeit, die Kinder vom Fernseher an den Garten zu binden.
männliche über 50,60,.... oder?
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Es gab ja vor kurzem mal den Geröllhaldenthread, der in dieselbe Richtung kritisierte. Grund für Geröllgärten ist bestimmt ihre Pflegeleichtigkeit und der Eindruck von Ordnung, den sie mehr noch als Rasenflächen vermitteln. Dazu kommt die Sehnsucht des Nordländers nach Süden, wo trockene Kiesflächen natürlicherweise vorkommen. Als Mode finde ich das auch nicht schön. Mit einem kundig angelegten Steingarten haben solche Flächen oft wenig zu tun.
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Ich persönlich glaube, dass die Verarmung der Gärten an einer gewissen geistigen Unbeweglichkeit liegt und vor allem an der fehlenden Bereitschaft Zeit und Arbeit zu investieren. Gepaart mit einem Naturverständnis vergleichbar mit einem Golfball, ergibt es eben den Einheitsbrei.
Interessant ist, dass es Bewohner gibt, die auf Einheitsbrei stehen. Gärten, die im Winter genauso wie im Sommer aussehen. Naja, wer es will. :P
Ich glaube aber nicht, dass es an der Ideenlosigkeit von Gartengestaltern oder Architekten liegt. Bei der fehlenden Bereitschaft Geld für investieren beginnt schon das Problem. Dass Qualität ihren Preis hat, ist gerade wenn es um Pflanzen und Gestaltung geht für viele nicht klar.
Welche Gärten entstehen, wenn jemand ...
- gar nichts bis wenig investieren will
- keine Pflege durchführen will
- keine Gärtner zumindest 2x im Jahr damit beauftragen will
- sich von Gartengestaltern oder Architekten nichts sagen läßt
- für neue Ideen nicht aufgeschlossen ist, weil "er es noch nie wo gesehen hat"
?
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Bei uns gibt es zunehmend noch eine Steigerung der Kiesgärten: gepflasterte Flächen!
Oft wird einfach der ganze "Vorgarten" zugepflastert, das Pflaster geht in die Auffahrt zur Garage und in den Bürgersteig über. Sooo praktisch: man gewinnt mehr Parkfläche und hat außer Fegen keine Arbeit mehr. Und noch nicht mal ein Topf mit etwas Grün "ziert" diese Öde! Wenn´s hochkommt, wird noch eine Bank aufgestellt.
Gruß Rendel
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dieses pflastern/versiegeln von vorgärten in Grossbritannien empfinden die macher von "The Garden" (RHS monatspostille) mittlerweile schon als echtes problem, und greifen daher das theme in besagter zeischrift immer wieder auf.
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Ich persönlich glaube, dass die Verarmung der Gärten an einer gewissen geistigen Unbeweglichkeit liegt und vor allem an der fehlenden Bereitschaft Zeit und Arbeit zu investieren.
Wer vorher in der Wohnung wohnte, für den erledigte das alles ein gemeinsam bezahlter Geist. Viele ziehen "ins Grün", ohne sich bewußt zu sein, daß das ein Mehr an Arbeit bedeutet. Und wenn es ihnen bewußt wird, soll die Arbeit minimiert werden.
Ergebnis:
Pflasterflächen + Kärcher und Schotterfläche + Buchs (wenig Wuchs = wenig Arbeit)
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Für meinen Teil fände ich es sehr romantisch, wenn sich eine Eisenbahn zwischen Helleboren und Rhododendren schlängelt. Dies wäre zudem eine Möglichkeit, die Kinder vom Fernseher an den Garten zu binden.
Solche Gärten gibt es.... ;D
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Ich persönlich glaube, dass die Verarmung der Gärten an einer gewissen geistigen Unbeweglichkeit liegt und vor allem an der fehlenden Bereitschaft Zeit und Arbeit zu investieren.
(...)
Welche Gärten entstehen, wenn jemand ...
- gar nichts bis wenig investieren will
- keine Pflege durchführen will
- keine Gärtner zumindest 2x im Jahr damit beauftragen will
- sich von Gartengestaltern oder Architekten nichts sagen läßt
- für neue Ideen nicht aufgeschlossen ist, weil "er es noch nie wo gesehen hat"
?
Hoffentlich gibt es einmal eine Gartenschau, wo
o ein 1.000 Euro-Garten
o ein 2.000 Euro Garten
o ein 5.000 Euro-Garten
o ein 7.000 Euro-Garten
gleicher Größe gezeigt wird. Woher soll denn der tumbe Konsument sonst erfahren, was Klasse ist ? :P
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In Vöcklabruck gab es ja ansatzweise gleich rechts nach dem Haupteingang der Hatschekstiftung einige Mustergärten von Studenten. Allerdings erfuhren dort der Gräsergarten und auch andere der "Gartenkammerl" in Ermangelung einer Pflanzenauswahl einen ähnlichen Minimalismus wie ein landläufiger Kiesgarten.
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Ein interessanter Ansatz wäre ja mal, wenn die Umgebung nach dem Hausbau nicht mit Humus beschichtet würde. Auf dem Lehmkies, den der Aushaub meist hinterlässt, würden mit den Jahren interessante Pionierpflanzen wachsen oder könnten natürlich auch solche gesetzt werden. Dazu fehlt dem Häuslebauer dann aber meist doch der Mut. Lieber lässt er ein paar Jahre später einen LKW voll sauber gewaschenen Kies auf den grünen Rasen abladen.
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Ein interessanter Ansatz wäre ja mal, wenn die Umgebung nach dem Hausbau nicht mit Humus beschichtet würde. Auf dem Lehmkies, den der Aushaub meist hinterlässt, würden mit den Jahren interessante Pionierpflanzen wachsen oder könnten natürlich auch solche gesetzt werden. Dazu fehlt dem Häuslebauer dann aber meist doch der Mut. Lieber lässt er ein paar Jahre später einen LKW voll sauber gewaschenen Kies auf den grünen Rasen abladen.
vor 20 Jahren hatten wir genau diesen Mut. Die Wiese hinterm Haus ( angrenzend kommt eine Hecke und dann freies Feld)war praktisch humusfrei. Es dauerte 3 Jahre bis sie grün war. Klappertöpfe, Esparsetten, Thymian, Enzian und Zittergras siedelten sich an. Es wurde einmal im Jahr gemäht. Inzwischen ist eine fast normale Wiese daraus geworden. Der Enzian ist verschwunden.
Der Südwest-Hang vor dem Haus blieb auch humusfrei, da er sonst zu steil geworden wäre, bzw. hätte abgetragen werden müssen. Wir setzen Lein und Gräser, Iris und noch ein paar Pflanzen, denen es aber zu heiß war und die schnell verschwanden.. Jedes Pflänzchen bekam eine Hand Erde ins Loch mit. Ein paar Jahre blühte der Hang wunderbar im Frühjahr. Es waren plötzlich auch Margeriten da. Klatschmohn sowieso. Dann tauchten Cornusstecken auf und Habichtskraut. Da der Hang ziemlich steil ist, wurde nicht viel daran gemacht, so dass er zum Schluss nur noch "wild" war. Deshalb wurde er vor 2 Jahren im Zuge der Treppenneugestaltung terrassiert. Und es wurde Sand und Kompost eingearbeitet! Und jetzt kann ich endlich Blumenzwiebeln stecken und Pflanzen setzen, ohne dass ich jedes Mal den Pickel brauche ;D
Es gibt noch einen dritten Teil im Garten, der humusfrei blieb. Den hat die Vinca minor erobert. Der soll dieses Jahr zu einem Rosengarten werden. ;D ;D
Also, wir haben unsere Erfahrungen gemacht! Es war interessant, aber manchmal auch frustrierend.
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Danke für deinen Bericht, Crambe. Ich träume noch ab und zu davon, aber mein Hausgarten war schon angelegt, als ich das Haus übernahm. Nun mag ich keinen Kieslastwagen kommen lassen, sondern bin mit dem zufrieden, was hier wächst. Greife wenig ein, aber Magerkulturen gedeihen auf dem fetten Lehmboden eben nicht von selbst. Egal.
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Die Art von Kiesgärten, die man jetzt immer häufiger sieht, mit einer Korngröße Kies, ein paar größeren Gesteinsbrocken und einsamen Buchspflanzen entspricht doch genau dem typisch deutschen Hang zu Ordnung und Sauberkeit.
So ein Garten sieht doch zu jeder Jahreszeit ordentlich, aufgeräumt und gleich aus. Dazu macht er weniger Arbeit als eine gepflegte Rasenfläche oder eine Staudenrabatte.
Deshalb fürchte ich, dass diese langweilige, einfallslose Art eines Kiesgartens sich wohl weiter ausbreiten wird. Bei uns in der Gegend sieht man sie eigentlich bisher fast ausschließlich bei Industrie- und Gewerbebauten, aber ich gehe mal davon aus, dass sich das noch ändern wird. Leider...
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Ich war gerade heute wieder geschockt. Ein Vorgarten in meiner Nähe wurde wochenlang das alte rausgerissen, Erde aufgefüllt und lag schön da - nur noch zum bepflanzen.
Also ich heute vorbeiradelte: Alles mit Steinen zugeschüttet, 1 Buchs und 3 Gräser darin gepflanzt. Ich konnte nur noch den Kopf schütteln.
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Ich möchte nochmal an meinen Bericht einige Beiträge früher anknüpfen. Kennt Ihr denn irgendwelche "Kiesgärten" die nicht ganz neu sind? Der Aspekt "sieht zu jeder Jahreszeit gleich aufgeräumt und ordentlich aus" stimmt genau so wenig wie "macht viel weniger Arbeit". Das wird den zukünftigen Besitzern vielleicht vorgegaukelt. Im Gegenteil, wenn sie den Bereich so erhalten möchten, wie angelegt, bedeutet das Blätter absammeln, Unkraut zupfen oder Round up. Oder habt ihr andere Erfahrungen gemacht?
LG Santolin
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Ein Kiesgarten macht auf längere Sicht sogar mehr Arbeit als ein hundskommunes Staudenbeet, wenn er einmal aus dem Ruder gelaufen ist. Denn dann heißt es vorsichtig sein mit dem Unkrautziehen, um nicht das Unterste zu Oberst kommen zu lassen, sonst keimt noch mehr, je nach Körnung des Kiesgartens.
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In Vöcklabruck gab es ja ansatzweise gleich rechts nach dem Haupteingang der Hatschekstiftung einige Mustergärten von Studenten.
Habe davon einige Fotos gemacht. Werde sie heute abend mal suchen und hier reinstellen. Dann können wir alle mitreden. ;)
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Bin gespannt! :)
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Ich benutze Kies (ziemlich kleine Körnung)zum Abdecken zwischen meinen auf den Sandhängen sitzenden Bepflanzungen (graulaubige, Iris usw.) - das mögen sie recht gern und ich find es dann auch immer sehr schön anzusehen. Dies Gefühl: "oh, es sieht alles so gestaltet aus..." hält meist nicht sehr lange an, weil Kiesflächen ideale Bedingungen für Sämlinge bieten - das freut auf der einen Seite- andernseits gibt es verschiedene Gräser die dies auch lieben und die dann keineswegs leicht zu entfernen sind, wenn man nicht schnell genug dabei ist. Nach meiner kleinen Erfahrung macht ein Kiesgarten dann Sinn, wenn ringsum steriles oder mindestens sehr gepflegtes Gelände ist, ist dies nicht gegeben, kommt man auch hier wohl um das Bücken und Zupfen nicht herum und hat dann noch den Ärger, das beim Herausziehen die Erde mit hervorkommt.
Natürlich gibt es Pflanzen, die mit Kiesabdeckung einfach besser oder überhaupt wachsen (bei mir Zauschneria z.B.) - das ist ja bei Beth Chatto recht anregend beschrieben.
Ohne Pflege geht es wohl generell nicht im Garten...
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Sicher ist ein Kiesgarten genauso arbeitsintensiv wie ein Staudenbeet, wenn nicht noch mehr, aber ich könnte mir vorstellen, dass hier bei manchen Leuten - vor allem wenn sie sich noch nicht viel mit Garten beschäftigt haben - der subjektive Eindruck anders ist. Und nach dem wird dann entschieden.
Und dann noch die Modetrends. Die sind natürlich auch nicht zu unterschätzen. Dazu passt übrigens auch der Thoreau-Spruch oben.
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Natürlich darf jeder in seinem Garten tun und lassen, was er will! Aber es tut so gut sich mal mit Gleichgesinnten auszutauschen!
Mein Garten sieht für die meisten Passanten sicher unordentlich aus, dabei sehen sie nicht, was ich da alles zusammengetragen habe an Pflanzen ... ::)
Zum Glück bin ich nicht selber Auto gefahren, als ich das erste Mal an diesem Vorgarten im sonst rundherum ländlichen Gebiet vorbeigekommen bin!
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Außerdem könnte man das Thema durchaus mal historisch einordnen.
Früher, d.h. in Westdeutschland bis in die 60er Jahre, hier im Osten bis zur Wende, war ein Nutzgarten weitgehend eine wirtschaftliche Notwendigkeit, um satt zu werden oder zumindest das knappe oder eintönige Nahrungsangebot zu ergänzen. Dadurch war das Aussehen der Gärten, Gemüsebeete, Beerensträucher, Obstbäume, und eine gewisse Vielfalt vorgegeben. Der klassische Bauerngarten enthielt nur Nutzpflanzen; auch was schön blühte wurde genutzt. Reine Ziergärten hatten nur die Reichen, seien es englische Parks oder französische formale Gärten.
Heute sind wir von diesem Zwang Essbares zu produzieren befreit und können unsere Zeit anderweitig verbringen ... oder eben wie wir, ;D doch in den Garten stürzen und pflanzen und pflegen was uns gefällt!
Obwohl ich zugeben muss, reine Ziergärten, ohne einen einzigen Johannisbeerstrauch oder ein paar Himbeeren für die Kinder oder wenigstens ein paar Kräuter, finde ich ganz schön dekadent!
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Ich schau' mir gerade die Bilder an und freue mich, dass die "Kieswelle" noch nicht bis in meine Gegend geschwappt ist. Vielleicht liegt es daran, dass es wenig Neubausiedlungen gibt? Oder daran, dass Landschaftsgärtner unsere Gegend links liegen lassen?
Ich kenne diese Steingärten nur aus Vorarlberg, meist vor einem schmucklosen, schuhschachtelähnlichen Passivhaus, gemeinsam wirkt es auf mich sehr abweisend, ähnlich einer großen "Betreten verboten, Besuch nicht erwünscht"-Tafel. Bei meinem letzten Besuch hatte ich ja den bösen Verdacht, dass der ganze Rheinschotter, der aus dem Mündungsgebiet gebaggert werden muss, großflächig verteilt wird.
lg, Patricia
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Die Kieswelle erfasste Vorarlberg von der Schweiz aus.
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Ein Kiesgarten macht auf längere Sicht sogar mehr Arbeit als ein hundskommunes Staudenbeet, wenn er einmal aus dem Ruder gelaufen ist. Denn dann heißt es vorsichtig sein mit dem Unkrautziehen, um nicht das Unterste zu Oberst kommen zu lassen, sonst keimt noch mehr, je nach Körnung des Kiesgartens.
Und genau deshalb lieber S. nehmen viele ein Unterlagsvlies, in das bei einer Pflanzung ein Loch geschnitten wird, aber sonst sich nix vermischen kann.
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Neeeh, deswegen doch nicht! Da müsste unter eine Rindendekorschicht genauso ein Vlies drunter. Denn viele können es ja nicht lassen, graben und zupfen wie die Irrsinnigen. Zu mir hat mal eine Dame während eines Vortrages gesagt: "Jo, ober i mua doch heandeln kinna!" ;D ;D
Dreck und Humus sammelt und bildet sich auch oberhalb des Vlieses, zwischen den Steinen. Und bewirkt, dass wieder Unkraut aufkommt, wenn man nicht auf der Hut ist.
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Früher, d.h. in Westdeutschland bis in die 60er Jahre, hier im Osten bis zur Wende, war ein Nutzgarten weitgehend eine wirtschaftliche Notwendigkeit, um satt zu werden oder zumindest das knappe oder eintönige Nahrungsangebot zu ergänzen. Dadurch war das Aussehen der Gärten, Gemüsebeete, Beerensträucher, Obstbäume, und eine gewisse Vielfalt vorgegeben.
und ein paar Blumen.
Leider beschäftigen sich die Gartenhistoriker eher mit vergangenen Epochen und Schloßparks - darüber kann besser von andereren abgeschrieben werden.
Die Geschichte des Gartens des 20. Jahrhunderts ist noch ziemlich unbeackert ! :-\
Die erste neumodische Welle war, soweit ich mich erinnere: Pflegeleichte Koniferen in den 70er Jahren, fast zeitgleich kam die Cotoneaster-Bodendecker-Welle übers Land. Irgendwann fand dann die erste Blaufichte Einzug ins Baumschulsortiment und so ging es weiter bis zur Thujen-Epidemie. Jetzt ist eben Steinzeit (mit Gräsern) angesagt. Gelegentliche Buchskugel- und Buchsfiguren-Infektionen (aus Italien eingeschleppt) sind nicht auszuschließen. schließlich werden ja die Gartencenter immer mehr und solche Pflanzen halten das Nicht-Gießen übers Wochenende im Sommer besser aus.
Das Hauptübel ist meiner Meinung das monokulturelle eintönige Angebot an Zierkies (variiert höchstens in der Farbe). Die Bau- und Gartenmärkte führen nämlich nur Gleichkornkies fertig abgepackt um horrendes Geld im PE-Sack. [Beispiel: 1 Sack (40 l) Sandkistensand um 8 Euro (ich klärte dort ein junges Ehepaar auf, daß sie ums gleiche Geld im 700 m entfernten Kieswerk zwei Kubikmeter davon bekämen)].
Sollten wir da nicht den Baumärkten vorschlagen "Strukturkies" (resp. "Wandschotter") unterschiedlicher Körnung ins Programm aufzunehmen? Auf daß sich was ändere... :o
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... und die Anbieter fertig gefüllter Gabionenkörbe sollten eine Gebrauchsanleitung beifügen:
"Bitte nicht an der Grundgrenze deponieren, halten Sie mindestens 80 cm Abstand von der Grundgrenze und setzen Sie dort Sträucher, Stauden und Kletterpflanzen!"
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Die Kieswelle erfasste Vorarlberg von der Schweiz aus.
Die Kieswelle entand ursächlich mit dem Bau von Baumärkten.
Die Bau- und Gartenmärkte führen nämlich nur Gleichkornkies fertig abgepackt um horrendes Geld im PE-Sack.
...kein Wunder, da wird grüner Tauernkiessplit aus der Steiermark nach Italien exportiert, dort verpackt (siehe Beutelaufdruck) und dann wieder per LKW in Austria verteilt.
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;D ;D
Den Gipfel erlebte ich neulich in einem Aquariengeschäft, wo kleine Sackerl von 40x40 cm Größe mit Quarzkies um 4,95 angeboten wurden. Man rechne sich die Kosten eines Kiesgartens in einem Freiland-Vivarium aus. Da bleibt für die Schlangen nichts mehr übrig.
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Es heißt ja auch Bodenschätze.
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wie versprochen die Bilder von der Landesgartenschau: :D
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noch eines:
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ein anderer Garten:
Alle anderen Gärten in diesem Bereich hatten nichts mit Kiesgärten zu tun.
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Kiesgärten kann man auch besser machen.
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Kiesgärten kann man auch besser machen.
Alles im Leben kann man besser machen. ;)
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in einem Hinterhof in Kabul sieht es auch nicht anders aus. :o
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die haben was putziges, besonders der erste.
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Ja ,sicher
schön ist was anderes. Zumindest in unseren Augen.
wenn Gäste oder Schwiegermütter lästern, "Den Rasen müßte man doch schon wieder mähen, ich krieg schon wieder Pickel an den Füßen".
Unsere geliebte geordnete deutsche Welt der Gärten!
;D ;D(Das ist nicht grinsend sondern Zähnezeigend!)
Mein Fazit:
Wenn schon Kiesgarten, dann im japanischen Stil! :-*
Hier dürfen wenigstens die Kiesstreifen in sanften Kurven durch den peniblen Garten ziehen.
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O.Ö. Landesgartenschau 2007:
Hättens halt schon im Vorjahr setzen müssen. Ein paar Monate später sah es so aus. (Zwar auch nicht besser)

HPIM5188-i.jpg
Alles eine Frage des Standpunkts:

HPIM5189-i.jpg
Viel ist den Herren Planern ja net eing'falln. Pseudominimalismus halt (s.o.).
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O.Ö.Landesgartenschau 2007:
Zu den anderen Kiesgärten bist net vorgedrungen ? ;D

HPIM5078-i.jpg

HPIM5148-i.jpg
Hast net viel versäumt... :o
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Zu den anderen Kiesgärten bist net vorgedrungen ? ;D
Doch, aber die habe ich nicht so interessant gefunden um davon Fotos zu machen. 8)
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Hallo!
Ich lese in diesem Forum schon ein paar Jahre heimlich immer wieder mal, aber Sarastro hat mich jetzt aus meiner Anonymität herausgelockt.
Ist das des Landschaftsgärtners ganzer Einfallsreichtum
Ist eine Unterstellung. "Geiz ist geil" trifft eher zu. Wenn eine Mustafa-Bau-KG die eben die Fassade neu verputzt, die Einfahrt gepflastert und den Gartenzaun erneuert hat, auch gleich noch den Garten mit "anlegt" (um 75% billiger als der Landschaftsgärtner). Den Unterschied sieht der Leihe erst bei der Pflege des Garten(alb)traumes. Ein Kiesgarten braucht wenigstens 40 cm Unterbau mit abgemagertem Gartenboden. Alles andere ist ein mit "Kies gemulchter Garten". Ersteren halte ich für Pflegeleicht, da die meisten Unkräuter im Sommer vertocknen, und das Laub vom Wind verblasen wird, da die Oberfläche rasch abtrocknet. Bux, Euonimus und Koniferen sind keine geeigneten Pflanzen dafür. Sie würden im ersten Sommer dem Spinnmilben zum Opfer fallen.
Und da beißt sich die Katze in den Schwanz. Standorgerechte Bepflanzung ist von der geografischen Lage abhänging, und nicht vom Verbreitungsraum diverser Gartenmagazine.
Die schwierigste Arbeit für mich als Landschaftsgärtner ist es, herauszufinden was sich der Kunde von seinem Garten erwartet, was er/sie wirklich will, und ob es im Rahmen der Naturgesetze möglich ist einen Garten zu bauen, der diesen Erwartungen entspricht. Sonst kommt es zwangsläufig zu Entäuschungen.
Dazu kommt das Menschen die sich noch nie mit einem Garten auseinandergestzt haben (des hat immer die Mutti g´macht), panische Angst davor haben dass Ihnen der Garten über den Kopf wächst. Und das Pflanzen etwas unvorhersehbares "tun". Die Heckenschere hilft Ihnen dabei, dass der Garten auf keinen Fall seine Form ändert, und der Laubsauger dass der Marmorkies weiß bleit. Bäume die zu groß sind, werden nach einigen Jahren wieder durch kleinere ersetzt.
Weiters kommt hinzu, dass ich den Garten ja nicht für mich baue, sondern für die Kunden. Ich lasse mir von der Verkäuferin bei . & . auch nicht vorschreiben welche Bluse ich anziehe. Das möchte ich schon selbst entscheiden. Wenn in den Hochglanz-Wohn-Magazinen nur Stahl-Glas-Beton-Gärten als da alleinig-selig machende angepriesen werden, wen wunderrt´s? Die Ameisen und Spinnen fühlen sich wohl. Ich finde Sichtbeton abscheulich, kann es mir aber nicht leisten nur das zu bauen was mir gefällt.
Die Einfallslosigkeit mancher Kollegen, und der Unwille etwas dazu zu lernen ärgert mich genauso wie die Überheblichkeit mancher Planer.
Wenn sich jemand mit dem Thema Garten wirklich ausereinandersetz, Gartenschauen und Schaugärten besucht, dann weis er/sie wenigstens was er nicht will und was ihm nicht gefällt. Uns dann ist er schon ein großes Stück weiter. Manche finden aber auch was sie möchten.
Jeder bekommt das, was er verdient.
Die Kunden wollen das was Ihnen als Trend verkauft wird.
Und die die kopiern sehen nur oben den Kies. Die inneren Werte des Kiesgartens liegen im Verborgenen.
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Bäume die zu groß sind, werden nach einigen Jahren wieder durch kleinere ersetzt.
Ja warum denn? Weil irgendjemand einen Alleebaum, den die Baumschulen für Kommunen heranziehen, einem Privaten eingeredet hat, obwohl der nix im 5 m x 6 m - Garten verloren hat.
Wenn eine Mustafa-Bau-KG die eben die Fassade neu verputzt, die Einfahrt gepflastert und den Gartenzaun erneuert hat, auch gleich noch den Garten mit "anlegt" (um 75% billiger als der Landschaftsgärtner). Den Unterschied sieht der Leihe erst bei der Pflege des Garten(alb)traumes.
Laien, die zum Installateur gehen, um einen Wohnzimmerschrank anfertigen zu lassen, werden Dich als Profi sowieso nicht ansprechen.
Wenn Sie es aber zuerst getan haben und dann aufgrund des Preises abgesprungen sind, hast Du Deine Qualitäten nicht vermitteln können.
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Hallo!
Ich lese in diesem Forum schon ein paar Jahre heimlich immer wieder mal, aber Sarastro hat mich jetzt aus meiner Anonymität herausgelockt.
Ist das des Landschaftsgärtners ganzer Einfallsreichtum
Ist eine Unterstellung. "Geiz ist geil" trifft eher zu.
Kunden mit Geld können es sich leisten, 10 Bodendecker pro Quadratmeter zu setzen oder setzen zu lassen.
Für manche ist eine Pflanze je Quadratmeter noch zuviel.
Speziell, weil für Hausbauer der Garten zuletzt drankommt (und die Kosten nicht - wie bei den Fenstern - vor dem Hausbau eruiert worden sind) oder sie sich beim Bau schlichtweg verkalkuliert haben / zu groß gebaut haben oder es selten zu lesen ist, was die Neuanlage eines Gartens kosten kann.
Geiz tritt eher bei Billig-Thujen-Fanatikern auf und die sind sowieso eher weniger empfänglich für eine professionelle Gartengestaltung.
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Hallo!
Ich lese in diesem Forum schon ein paar Jahre heimlich immer wieder mal, aber Sarastro hat mich jetzt aus meiner Anonymität herausgelockt.
Schön ! ;D :o ;D
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Hottonia, nicht nur lesen, sondern auch schreiben! Wenn Landschaftsgärtner hier ihr Bestes geben, kann dies nur eine Bereicherung sein!
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hast Du Deine Qualitäten nicht vermitteln können.
Bei dem Preisunterschied nützen die besten Argumente nichts.
Was mich daran ärgert, ist nicht dass ich den Auftrag nicht bekommen habe, sondern das der Kunde Kiesgärten schlechtredet, weil sie viel zu viel Arbeit machen. Was aber aus den Baufehlern resultiert.
Geiz tritt eher bei Billig-Thujen-Fanatikern auf und die sind sowieso eher weniger empfänglich für eine professionelle Gartengestaltung.
Die Leute mit dem meisten Geld sind die geizigsten.
Ich hatte letztes Jahr für ein mittelgroßes Projekt acht Mitbieter. Ist das normal?
nicht nur lesen, sondern auch schreiben!
Werd mir Mühe geben.
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Hallo Hottonia!
Herzlich willkommen und: Deine Erfahrungen kommen mir sehr bekannt vor. Auch wenn ich keine Gärten gestalte.
Viele Grüße
Peter
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Hallo Hottonia!
Deine Aussagen kann ich nur bestätigen!
Das Gartengestaltung eine gute Portion handwerkliches und künstlerisches Wissen abverlangt (das auch seinen Preis hat), hat sich bei uns noch nicht wirklich herumgesprochen.
Wenn ich zB. die neuerdings im Trend liegenden bei uns realisierten "japanischen" Gärten betrachte, dreht es mir meistens den Magen um.
Aber genauso wie in der bildenden Kunst braucht es fürs Erkennen von Qualitäten einfach Bildung. Um gerecht zu seit: Gottseidank gibts Privatpersonen mit dem nötigen Kleingeld und der Bildung- aber bei der öffentlichen Hand ist es wohl meist zuviel verlangt- leider.
lG, ernst
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Damit ich nicht falsch verstanden werde:
Kiesgärten können wunderschön und interessant sein (nicht nur in Japan), aber die stereotype Oberflächlichkeit ist das Niederschmetternde.
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gepflasterte Flächen!
Oft wird einfach der ganze "Vorgarten" zugepflastert, das Pflaster geht in die Auffahrt zur Garage und in den Bürgersteig über. Sooo praktisch: man gewinnt mehr Parkfläche und hat außer Fegen keine Arbeit mehr.
Fuer "keine Arbeit mehr" muss das Pflaster dann auch noch in Beton verlegt werden, oder?
Sonst braucht man viel Arbeit und ggf Gift + etwas weniger Arbeit!
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Leider beschäftigen sich die Gartenhistoriker eher mit vergangenen Epochen und Schloßparks - darüber kann besser von andereren abgeschrieben werden.
Die Geschichte des Gartens des 20. Jahrhunderts ist noch ziemlich unbeackert ! :-\
Dazu kann ich nur einen Besuch in Bonn im Museum der Deutschen Geschichte empfeheln, die haben (hatten?) hintenraus Beispielgaerten fuer die Dekaden seit 1950 oder so. Sehr erhellend!
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Die Geschichte des Gartens des 20. Jahrhunderts ist noch ziemlich unbeackert ! :-\
Dazu kann ich nur einen Besuch in Bonn im Museum der Deutschen Geschichte empfeheln, die haben (hatten?) hintenraus Beispielgaerten fuer die Dekaden seit 1950 oder so. Sehr erhellend!
DIESE DA ?
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" Machen Sie das beste aus Ihrem Typ :)
Ist im Prinzip auch mein Motto. Aber wenn mir der Baumeister eine Mondlandschaft hinterlässt, verschafft er mir damit Freiraum für meine Ideen.
Liebe Grüße aus dem sonnigen Weinviertel,
Hottonia
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@gizi: genau den meinte ich, insbesondere der NachkriegsNutzSchrebergarten erzeugte einen NostalgieEffekt!
@Hottonia
Klar, ne Pleine ist fein fuer Ideen. Ich meinte eher die Bodenzusammensetzung, die "Wasserlage" und zu einem gewissen Teil das Relief. Wenn ich in unserem Kleie-hoher Grundwasserstand- voellig platten Ex-Weide Gartenteil mit einem Kiesbeet anfangen wuerde, waere das irre. Ich koennte natuerlich probegraben, bis ich auf das alte Flussbett stosse, das schneidet eine Grundstuecksecke, ist aber teilweise schon fuer eine Aufschuettung mit resultierendem Loch/Teich ausgekoffert worden (nicht von uns)
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Hottonia, 8 Mitbewerber bei einem Angebot ist heutzutage ganz normal. Das weiß ich von einigen Landschaftsgärtnern. Das frustrierendste ist nur, dass man vor lauter Angebotschreiben und Vorkalkulierungen nicht mehr zum Arbeiten kommt und hinterher das meiste für die Katz war. Zudem die stundenlangen Beratungsgespräche mit einer ahnungslosen Kundschaft. Bin ich froh, gerade deswegen nicht Landschaftsgärtner zu sein! Da sind mir Kunden lieber, die sagen, sie möchten für die Fläche xy eine Pflanzenauswahl. Quasi, mach mal!
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Mir kommt die heutige Gartengestaltung mit Kies und Buxbaum (extra mit x geschrieben ::)) so ähnlich vor wie ein Haarschnitt bei einem Teenie.
Jeder von denen hält sich für einmalig, außergewöhnlich und trendy, dabei ist es eine Einheitssoße ohne viel Fantasie, immer schön nach Schema F, nicht nach den Bedürfnissen oder persönlichen Geschmack ausgerichtet.
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Das hast du jetzt wirklich anschaulich verglichen. ;)
Und auch fars weiss, was ein interessanter Steingarten ist. Hat dann nix zu tun mit den trendy Geröllhalden.
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Hm, ich hab Angst, dass das Kind mit dem Bade ausgeschüttet wird. :o
Meine Erfahrungen zum 'Kiesgarten' begannen vor 7 Jahren, als der Gartenarchitekt vorschlug, im Bereich hinter dem Teich (Abstand bis zum Zaun ca. 1-2m) ein Flies zu legen und darauf ca. 30cm Kies zu schütten.
Ich war von der Idee zunächst schlichtweg entsetzt, hab mich dann aber überzeugen lassen - 'pflegeleicht' halt. Ich kann mich nicht erinnern, dort öfter als ein mal pro Jahr Spontanvegetation entfernt zu haben. :-)
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Im Frühling sieht es natürlich etwas kahl aus, dafür kann man dann beim Wachsen zusehen. :)
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Die Brücke ist übrigens von einer Garteneisenbahn, die da seit 4 Jahren auch noch durchfährt. :D
Nicht, dass es euch jetzt vor Grausen schüttelt, das passt schon ;D
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Später im Jahr siehts dann so aus :D
und es ist wirklich pflegeleicht.
Natürlich pflanze ich nach und zwischen - dann nehme ich Steine raus, geb Erde rein und setze die neue Pflanze dort rein - funktionier wunderbar!
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Hottonia, 8 Mitbewerber bei einem Angebot ist heutzutage ganz normal. Das weiß ich von einigen Landschaftsgärtnern. Das frustrierendste ist nur, dass man vor lauter Angebotschreiben und Vorkalkulierungen nicht mehr zum Arbeiten kommt und hinterher das meiste für die Katz war.
Es gibt eben immer noch Leute, die glauben, Pflanzen ausschreiben zu können. Eine Hainbuche 80/100 cm kann entweder ein kleinfingerdickes Stämmchen mit ein paar Nebenästen, ein daumendicker Stamm oder ein Busch sein durch den man nicht durchsieht. Von der Beschreibung her ist es immer ein 80/100er Busch im Container, aber der Preis differiert gewaltig. Was aber dann daherkommt, sieht der Besteller erst bei der Lieferung. Vor Ort in der Baumschule wird ja dann selten ausgesucht.
Selbst ein Fachmann kann aus einem Anbotbrief nicht die Qualität herauslesen, wie dann der Laie?
Bei Normziegeln 40 x 20 x 25 cm kann man sich die günstigsten Anbieter suchen. Pflanzen muß man vorher SEHEN.
Billigere Anbieter sparen immer irgendwo ein, müssen sie auch. Die doofen Laien, die das akzeptieren, strafen sich damit selber.
Tja und das muß man bei dem Mann rüberbringen, der glaubt, was billiger zu bekommen. Mach ein Bild mit verschiedenen Qualitäten, zeig das her und frag, welche Qualitätsstufe er will. Damit weiß er, was er vom billigeren Mitbewerber bekommt oder Du erfährst, ob er auch Schrott-Pflanzen akzeptiert.
Und weil die Gemeinden und Landesgartenschauen alles ausschreiben, schauen die Grünanlagen dann entsprechend billig aus. Das System ist so. Billig ist nicht immer preisgünstig.
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Die Brücke ist übrigens von einer Garteneisenbahn, die da seit 4 Jahren auch noch durchfährt. :D
Meine Erfahrungen zum 'Kiesgarten' begannen vor 7 Jahren, als der Gartenarchitekt vorschlug, im Bereich hinter dem Teich (Abstand bis zum Zaun ca. 1-2m) ein Flies zu legen und darauf ca. 30cm Kies zu schütten.
Kies? Das war dann gleich Gleis-Schotter? ;D ;D ;D
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Die Leute mit dem meisten Geld sind die geizigsten.
Tja, reich wird/bleibt man nur, wenn man wenig Geld ausgibt.
Manchen "Reichen" fehlt dann die "Klasse", der "Schliff", das "Niveau".
Kunden, die sagen, "ich will xy Euro ausgeben, machen Sie mal", sind sehr angenehm, bekommen immer das Beste, sind aber nicht sehr häufig.
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Zum "Machen Sie mal.." muss Vertrauen aufgebaut werden. Das Resultat kann naturgemäß total unterschiedlich sein. Gärtner und Kundschaft müssen demnach kompartibel sein.
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Und weil die Gemeinden und Landesgartenschauen alles ausschreiben, schauen die Grünanlagen dann entsprechend billig aus. Das System ist so. Billig ist nicht immer preisgünstig.
Was Gehölzqualitäten angeht gibt es zumindest einen Standard vom Bund deutscher Baumschulen, dazu ein informatives Heftchen mit vielen Beispielfotos.
Leider wird bei den Ausschreibungen getrickst und bei der Ausführung auch schon mal betrogen. Der Kunde hat oft kaum Ahnung (z.T. trifft das sogar auf Bauämter zu). Aber das ist schon wieder ein ganz anderes Thema.
Der Privatkunde zumindest hat die Möglichkeit nicht den allerbilligsten nehmen zu müssen. Übrigens habe ich vor anderthalb Jahren ein Gewächshaus umsetzen lassen und habe auf den billigsten Anbieter gesetzt. Ich bereue es tagtäglich.
Peter
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...als der Gartenarchitekt vorschlug, ein Flies zu legen und darauf ca. 30cm Kies zu schütten.... 'pflegeleicht' halt. Ich kann mich nicht erinnern, dort öfter als ein mal pro Jahr Spontanvegetation entfernt zu haben.
Betonieren oder asphaltieren hätten denselben Effekt erreicht. Bloß ist Kies pflegeleichter. Draufgefallenes Laub wirkt nicht gleich als Schmutz. :D 8)
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Also über Pflanzenpreise denke ich nicht nach. Die Position Bepflanzung macht in den meisten Anboten den kleinsten Teil aus. Und ich diskutiere auch nicht mit den Kunden darüber. Z.B werden Seerosen midestens aus dem 3l Topf oder großem Korb in den Schwimmteich gepflanzt. Sparen müssen Sie wo anders.
Das billige Pflazen immer gleich schlechtere Qualität bedeuten, sehe ich nicht so. Baumärkte haben durch die großen Mengen, die sie umsetzen, einfach andere Konditionen. Ich verbrauche in 10 Jahren keinen Hängerzug (LKW+Anhänger) Bux.
Ich sehe mich aber auch nicht als Gärtnerei oder Gartencenter. Ich verkaufe keine Pflanzen sondern eigentlich mein Fachwissen. Und das müsssen die Leute bezahlen. Besser gesagt ich muss schauen, dass ich das verkaufen kann.
Über Konditionen der Großhändler oder Produzenten (Gärtnereien ausgenommen) ärge ich mich öfter. Die wirtschaftliche Überlegung die dahinter steckt, dass man demjenigen der am meisten kauft auch den besten Preis macht, kann ich nachvollziehen. Aber es ist Wettbewerbsverzerrend. Eine kleine Tischlerei kann nie so viele Platten kaufen wie ein Baumarkt. Und der Frisör am Eck nicht so viel Pflegemittel wie eine Drogeriemarktkette mit angeschlossenem Frisurenstudio. Was zwangsläufig langfristig dazu führt, dass die kleinen verschwinden. Die Ortszentren sterben, die Kaufkraft sinkt.
Um wieder aus Thema zu kommem.
Ideenverarmung
Das Problem sehe ich bei uns nicht. "Natur im Garten" bringt viele Ideen und Impulse, und steigert das Image der ganzen grünen Branche in der Region.
Und wenn diegartentulln eröffnet wird haben wir ja wieder was, über das wir meckern können. ;)
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Bringt der Branche "Natur im Garten" wirklich so viel? Ich sehe es eher als Profilierung einiger Politiker. Und ist das Interesse an Garten aufgrund dessen gestiegen? Ich hatte stark das Gefühl, dass von einigen Firmen krampfhaft die Werbetrommel aus EU-Geldern gerührt wurde. Prinzipiell sehe ich jegliche Aktivität als positiv, aber warum da sich immer die Politiker stark machen und als die Macher in den Vordergrund stellen, werde ich nie begreifen. Die sollten lieber die Gelder für historische Gärten lukrieren oder ausgedehnte Bepflanzungen im öffentlichen Grün kofinanzieren. Oder sehe ich dies falsch? ::)
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Bringt der Branche "Natur im Garten" wirklich so viel?
Ich denke schon. Wir leben in einer Mediengesellschaft und was - warum auch immer - in den Medien erscheint, kommt in den Köpfen an. Manchmal frage ich mich, ob die Garten-Werbebeilagen der Baumärkte den kleinen Gärtnereien eher schaden (wegen der werbestarken Konkurrenz) oder eher nutzen (weil das Thema Garten aktuell bleibt).
Peter
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Bringt der Branche wirklich so viel? Ich sehe es eher als Profilierung einiger Politiker. Und ist das Interesse an Garten aufgrund dessen gestiegen?
Ja. Gartensendungen im TV führen dazu, dass Gartenbesitzer sich intensiver mit ihren Gärten auseinandersetzen, Kochsendungen führen dazu, dass zuhause auch hin und wieder mal was neues auf den Tisch kommt.
Ich hatte stark das Gefühl, dass von einigen Firmen krampfhaft die Werbetrommel aus EU-Geldern gerührt wurde. Prinzipiell sehe ich jegliche Aktivität als positiv, aber warum da sich immer die Politiker stark machen und als die Macher in den Vordergrund stellen, werde ich nie begreifen. Die sollten lieber die Gelder für historische Gärten lukrieren oder ausgedehnte Bepflanzungen im öffentlichen Grün kofinanzieren. Oder sehe ich dies falsch? ::)
Ich nehme mal an es geht um "Natur im Garten", das von der nö. Landesregierung initialisiert wurde. In jedem Bereich wird krampfhaft versucht, Gelder aus Brüssel für gewisse Projekte zu erhaschen. Diese Projekte haben aber (meist, aber eben nicht immer) einen Sinn. Natürlich werden sie von Politikern als Plattform genutzt. Politiker versuchen sich sowieso immer in die Öffentlichkeit zu drängen und zu grinsen, egal ob nun eine Telefonzelle eröffnet oder eben ein durchwegs positives Projekt vorgestellt wird.
In NÖ gibt es einen weiteren Punkt, der hinzukommt: NÖ hat im Vergleich zu den anderen Bundesländern die wenigsten Natura2000-Gebiete ausgewiesen. Klar können Privatgärten diese nicht annähernd erstetzen, aber mit gezielter Bepflanzung kann zumindest mehr Lebensraum geschaffen werden als mit Koniferen-Gärten der 70er Jahre.
Ein Großteil der Privatgärten wird weder von einem Gartengestalter, Landschaftsgärtner oder Landschaftsarchitekt geplant oder gebaut. Meist wird selbst Hand angelegt. Hier bietet Natur im Garten mit den Infobroschüren, Empfehlungen und dem Gartentelefon gezielt Infos, die der Laie sonst erst mühsam herausfinden müßte, was er aber wahrscheinlich nicht machen würde.
Beantragt jemand die "Natur im Garten"-Plakette, so bekommt er (kostenlosen) Besuch von einem Profi, der sich den Garten nach ökologischen Aspekten ansieht, für Fragen offensteht und Tipps gibt. Oft wissen Gartenbesitzer gar nicht, welche ökologischen Sünden sie in ihren Gärten haben, z.B. Folie unter einer 10 cm Kiesschicht um das Thema wieder auf den Ursprung zurückzuführen.
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Ja, kann ich alles völlig nachvollziehen.
Mir ist nur die Sache in NÖ negativ aufgefallen, dass sehr viel Wind und Wetter um wenig gemacht wurde. Viel Schall und Rauch! Die haben eine Werbeschiene gewählt, die einer Bundesgartenschau gleicht. Da kommt sich der Besucher ja veräppelt vor. Viele Kunden kamen zu mir und erzählten davon. Sicher, in diesem Fall ist wenig besser als gar nicht.
Staudenmanig, ich sehe die Baumärkte und Gartencenter alle als potenzielle Werbeträger für den Garten ganz allgemein. Wir müssen es nur schaffen, hier den niveauvollen Trittbrettfahrer zu spielen. Ich kenne Kollegen, die allen Ernstes überlegten, sich im Gelände zwischen B....x und D.....r selbständig zu machen.
Die Ideenverarmung beginnt in den Sortimenten. Wenn wir als Fachbetriebe nichts bieten, wer dann??
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Die Ideenverarmung beginnt in den Sortimenten. Wenn wir als Fachbetriebe nichts bieten, wer dann??
Genau, das sehe ich auch so.
Das erwarte ich von einem Fachbetrieb: Ein gutes Sortiment und eine eingehende Beratung - sonst gehe ich zu B. F.
Die Leute, die schon in so einem Fachbetrieb gekauft haben, gehen nimmer zu B. F., wenn sie was Bestimmtes suchen.
Aktionen wie 'offene Gärten' oder 'Natur im Garten' sind sicher positiv, weil viele Gartenfreunde dadurch auf neue Ideen kommen. Ob das auch Politiker als Plattform benutzen, ist für mich sekundär. Ausserdem kann die zusätzliche Publicity durchaus auch der Idee nützen.
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Ich kenne Kollegen, die allen Ernstes überlegten, sich im Gelände zwischen B....x und D.....r selbständig zu machen.
Na so schlecht wäre das nicht.
Laut Aussage eines Möbelhändlers wäre sein idealer Verkaufsplatz direkt neben Ik**. "Die Leute, die dort frustriert rauskommen, kommen dann zu mir, weil Sie Einzigartiges suchen und bekommen".
Außerdem sind gute Frequenzlagen besser fürs Geschäft, als Hinterhöfe. Auch wenn die Mieten horrend sind.
Es gibt aber in O.Ö. noch einen besseren Standort als zwischen B....x und D.....r!
Und wenn diegartentulln eröffnet wird haben wir ja wieder was, über das wir meckern können. ;)
Na klar, wenn die dort vorher eine Biotopkartierung gemacht hätten, wo die Bagger herumgewühlt haben, hätten's den (Trocken-Au-)Standort gleich vergessen können.
Dafür haben sie die Erde mit 10 mm-Sieben durchgesiebt, um "ökologisch" ohne Gift die Gierschwurzeln herauszukriegen. Meinst daß deswegen jetzt alle niederösterreichischen Gartler auf R.-Up verzichten? (Und der Maisacker nebenan bleibt so wie er ist)
Aktionen wie 'offene Gärten' oder 'Natur im Garten' sind sicher positiv, weil viele Gartenfreunde dadurch auf neue Ideen kommen. Ob das auch Politiker als Plattform benutzen, ist für mich sekundär.
Einer der Haupteffekte, warum Landesgartenschauen gemacht werden ist, daß die Geldgeber in der Öffentlichkeit gesichtsbaden können. Die Pflanzen und Schaugärten sind doch nur Mittel zum Zweck. "Seht her, das habe ich geleistet...!"
(Oder werden im Nachhinein als Bühne überstrapaziert und mißbraucht)
In NÖ gibt es einen weiteren Punkt, der hinzukommt: NÖ hat im Vergleich zu den anderen Bundesländern die wenigsten Natura2000-Gebiete ausgewiesen. Klar können Privatgärten diese nicht annähernd erstetzen, aber mit gezielter Bepflanzung kann zumindest mehr Lebensraum geschaffen werden als mit Koniferen-Gärten der 70er Jahre.
Aaah! Der/das Biotop im Hintergarten als Ausgleich für die ausgeräumten Agrarsteppen. Da wäre die Wiedereinführung der Feldraine samt Feldinseln effizienter für die Tier- und Pflanzenwelt gewesen. Oder sollte halt auch zusätzlich kommen. Zu "Natur im Garten" auch "Natur am Feld". Is eh der gleiche Politiker dafür zuständig.
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Gizi, ich kann dir nur uneingeschränkt beipflichten. Aber viele wollen's nicht wahrhaben oder nicht hören. Dabei könnte man auf ganz andere Weise Positives bewirken.
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Bringt der Branche wirklich so viel? Ich sehe es eher als Profilierung einiger Politiker. Und ist das Interesse an Garten aufgrund dessen gestiegen?
Ja. Gartensendungen im TV führen dazu, dass Gartenbesitzer sich intensiver mit ihren Gärten auseinandersetzen, Kochsendungen führen dazu, dass zuhause auch hin und wieder mal was neues auf den Tisch kommt.
Hier bietet Natur im Garten mit den Infobroschüren, Empfehlungen und dem Gartentelefon gezielt Infos, die der Laie sonst erst mühsam herausfinden müßte, was er aber wahrscheinlich nicht machen würde.
Beantragt jemand die "Natur im Garten"-Plakette, so bekommt er (kostenlosen) Besuch von einem Profi, der sich den Garten nach ökologischen Aspekten ansieht, für Fragen offensteht und Tipps gibt.
Kl(asser) Hobbygärtner, bist Du der bekannte Redakteur aus Linz resp. Seewalchen? Willkommen in diesem Forum !
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In NÖ gibt es einen weiteren Punkt, der hinzukommt: NÖ hat im Vergleich zu den anderen Bundesländern die wenigsten Natura2000-Gebiete ausgewiesen. Klar können Privatgärten diese nicht annähernd erstetzen, aber mit gezielter Bepflanzung kann zumindest mehr Lebensraum geschaffen werden als mit Koniferen-Gärten der 70er Jahre.
Aaah! Der/das Biotop im Hintergarten als Ausgleich für die ausgeräumten Agrarsteppen. Da wäre die Wiedereinführung der Feldraine samt Feldinseln effizienter für die Tier- und Pflanzenwelt gewesen. Oder sollte halt auch zusätzlich kommen. Zu "Natur im Garten" auch "Natur am Feld". Is eh der gleiche Politiker dafür zuständig.
Es gibt viele Möglichkeiten um Raum für eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt zu schaffen. Und eine dieser Möglichkeiten, die jedoch nicht naturschutzfachliche Fehlplanungen vertuschen kann und soll, ist eben ein Stück Natur in den Garten zu bringen. Und wenn es mehrere und nicht nur ich machen, dann hat das auch Auswirkungen auf positive ein größeres Gebiet. Um mehr Menschen davon zu überzeugen gibt es mehrer Mitteln und Wege: Werbung, Infos aller Art, Fernsehsendungen,... aber auch Gartenschauen können hier helfen. Ob jetzt ein Politiker sein Grinsen in die Kamera hält oder nicht ist doch so was von unerheblich.
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Ich habe mal einen Vortrag eines Baumarkteinkäufers gehört. Der sagte klipp und klar, Sortimente brauchen die im Gartenbereich nicht. Schnelldreher sind gefragt. Die suchen sich ganz bewusst die Gartenanfänger als Zielgruppe (weil es davon mehr gibt). Sobald der Anfänger zu ambitioniert wird, wird er als Kunde uninteressant. Natürlich dürft Ihr jetzt auch weiterhin in der Sonderangebotsecke kramen. ;)
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Klar können Privatgärten diese nicht annähernd erstetzen, aber mit gezielter Bepflanzung kann zumindest mehr Lebensraum geschaffen werden als mit Koniferen-Gärten der 70er Jahre.
Es gibt viele Möglichkeiten um Raum für eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt zu schaffen. Und eine dieser Möglichkeiten, die jedoch nicht naturschutzfachliche Fehlplanungen vertuschen kann und soll, ist eben ein Stück Natur in den Garten zu bringen. Und wenn es mehrere und nicht nur ich machen, dann hat das auch Auswirkungen auf positive ein größeres Gebiet. Um mehr Menschen davon zu überzeugen gibt es mehrer Mitteln und Wege: Werbung, Infos aller Art, Fernsehsendungen,... aber auch Gartenschauen können hier helfen.
Mein Eindruck ist das bei solchen Aktionen wie der angesprochenen was verkauft wird, was nicht gehalten werden kann - Garten ist ein Kunstraum und selbst 100 Adonis vernalis im Garten machen noch kein Naturschutzgebiet.
Schon heute sind Siedlungsraeume meist die artenreichsten Lebensräume - und viel wichtiger als einheimische Pflanzen in ihnen ist ein Strukturreichtum - und da ist dann letztendlich egal ob da nun eine boese Konifere oder ein lieber Laubbaum steht. Eine besondere Foerderung seltener Arten kann man kaum erwarten.
Oekonomisch gesehen ist das alles aber sicher sinnvoll.
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Staudenmanig: das ist genau das Problem, wovor etliche der ganz großen Staudenproduzenten stehen. Ihr Sortiment ist zu groß, sie stehen mit dem Rücken zur Wand, sie sind deswegen gezwungen, immer wieder Neuheiten anzubieten, die sich schnell verkaufen lassen, sie überlegen, ob Artikel 526 in roten oder schreiend blauen Töpfen besser aussieht. Mit botanischen Besonderheiten können sie sich gar nicht abgeben. Vor zwanzig Jahren war Lewisia cotyledon in normalen Staudengärtnereien noch eine Rarität, die meisten erlitten mit der Produktion Schiffbruch. Da kam einer vom Niederrhein und produzierte in einem Jahr mirnichtsdirnichts 500.000 Stück und dies 3 x hinter einander und das war's dann schon. Denn jetzt ist der Artikel tot, ausgeschlachtet, schon nach wenigen Jahren. Und so geht es mit vielen anderen Stauden gerade so weiter, das wissen wir zu gut. Ob die nun Helleborus, Adonis, Gentiana u.s.w. heißen, die bei Lieschen Müller auf dem Wohnzimmertisch landen, statt im Garten.
Wir müssen mit unserem Schema, unserer Betriebs- und Kundenstruktur weitermachen, weil die eben fortgeschrittener einkauft, wie du die von Gartencentern beschrieben hast. Insofern machen Bauketten und Gartencenter für uns alle wichtige "Vorwerbung".
Leben und leben lassen, ist meine Devise.
Siedlungsräume sind artenreiche Räume, inklusive Fuchs und Wildsau. Mit Natur hat dies allerdings nur sehr wenig zu tun. Dann schon eher ein Truppenübungsplatz oder manche Autobahnmittelstreifen, weil dort Pflanzen und Tiere ihre "Ruhe" haben.
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Kl(asser) Hobbygärtner, bist Du der bekannte Redakteur aus Linz resp. Seewalchen? Willkommen in diesem Forum !
Tut mir leid dich enttäuschen zu müssen, aber ich bin nicht der Ploberger.
Mein Eindruck ist das bei solchen Aktionen wie der angesprochenen was verkauft wird, was nicht gehalten werden kann - Garten ist ein Kunstraum und selbst 100 Adonis vernalis im Garten machen noch kein Naturschutzgebiet.
Hast natürlich recht, ein Garten ist kein Naturschutzgebiet und wird es auch nicht werden. Ist aber auch nicht Sinn der Sache. Vielmehr geht es um die Schaffung eines Bewußtseins. Welchen Lebewesen bietet diese oder jene Pflanze als Habitat oder Nahrungsquelle im Vergleich zu einer anderen. Welchen Lebensraum biete ich Tieren (und Pflanzen) bei Kiesgärten im Vergleich zu anderen Oberflächen? Welche Auswirkungen hat der Einsatz von gewissen Spritzmitteln auf die vorhandene Tierwelt? Wie sieht es beim Einsatz von RoundUp aus? Die meisten Gartenbesitzer surfen nicht stundenlang im Forum um dies herauszufinden. ;)
Wenn jemand eine z.B. eine Plakette von "Natur im Garten" bekommt, so hat er lediglich einige Punkte aus einem Katalog erfüllt. Dass dieser jemand aber jetzt tatsächlich Natur im Garten hat, ist noch lange nicht gesagt. Es ist m.M.n. nur eine Auszeichnung, die dazu anregt, dass sich Gartenbesitzer Gedanken machen, dass ihr Handeln mehr Auswirkungen auf ihre Umgebung hat wie viele annehmen. Mit dem Natur-Begriff selbst hat es herzlich wenig zu tun.
Noch eine Anmerkung meinerseits: Ich habe nichts mit "Natur im Garten" zu tun. Die Idee, die dahintersteckt finde ich aber durchaus brauchbar und ein gelungener Ansatz. Sicherlich, man hätte das Geld auch für Freiräume im öffentlichen Bereich nutzen können und hätte punktuell Verbesserungen der Freiraumsituationen geschaffen, aber dafür kein Bewußtsein. Und auch keine 50%ige Kofinanzierung durch die EU.
Jetzt stellt sich die Frage, ob es das wert ist, dass sich einige Gartenbesitzer so ihre Gedanken machen und in weiterer Folge zusätzliche (wenn überhaupt) Lebensräume für Flora und Fauna schaffen, die vielleicht durch andere (politische) Aktionen genauso, wenn nicht sogar besser erledigt werden hätten können. Das ist aber wieder ein anderer Punkt.
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Das billige Pflazen immer gleich schlechtere Qualität bedeuten, sehe ich nicht so.
Da zieht ein Baumschuler 500 Pflanzen auf und verkauft 450 davon en gros. Wird er einfach 450 herauszählen oder sich die schönsten 50 behalten?
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Wir müssen mit unserem Schema, unserer Betriebs- und Kundenstruktur weitermachen, weil die eben fortgeschrittener einkauft, wie du die von Gartencentern beschrieben hast. Insofern machen Bauketten und Gartencenter für uns alle wichtige "Vorwerbung".
Leben und leben lassen, ist meine Devise.
Die Konkurrenz der Gärtner ist nicht der Baumarkt, eher die Lebensmittelmärkte, Möbelhäuser. Autohäuser, Handybetreiber. Die Hollywoodschaukel um 1.300 Euro (die der Baumarkt nicht führt).
Natürlich nimmt der Lebensmitteldiskonter mit dem "Floristenstrauß aus Holland" den örtlichen Floristen Geschäft weg, aber die müssen sich eben in der Qualität und Haltbarkeit der Blumen vom Diskonter unterscheiden.
"Der Strauß ist vom Floristen" ("der Garten ist vom L.") sollte ein Sager, der Qualität meint, werden.
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Wenn es doch nur alle so sehen würden! Anstatt dessen ist Jammern angesagt. Man sehe aber auch, dass sich viele mit sehr wenig begnügen und auch zufrieden sind. Und das ist ja o.k.
Der mit Abstand größte Blumenverkäufer in D ist bekanntlich A..i., dies ist aber immer noch vielen Kollegen nicht bewusst.
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Hallo sarastro, gerade habe ich hier den Anfang des Fadens gefunden. Aufhänger sind die Kiesgärten. Aha. Ja, wenn es denn welche wären! Sie sind mit Flies unterfüttert! Solche Scheußlichkeiten dann mit "Zyklopensteinen" umrahmt und die dann mit Efeu berankt. Südseite, Hanglage. Schlimmer kanns nicht kommen hier im Raum Heidelberg, dem Kalifornien Deutschlands, an der Weinstraße. Das lässt mich darüber sinnieren, ob Eigentum nicht verpflichtet und ob es Demokratie sei, wenn die Leute, die Geld haben aber keinen Geschmack und kein Verantwortungsgefühl, das Stadt- und Landschaftsbild prägen.
Führt zu nichts. Vielleicht hilft Humor. Aber bitterer, mit meiner Freundin A. wollte ich schon mal ein Lexikon der Scheußlichkeiten illustrieren. Eisbegonien ist ihr Thema. Meins ist endlos.
Möglicherweise kann man einen Zustand der Reife erreichen in dem man sich an den leuchtenden Ausnahmen erfreut. Rosen finde ich im Oktober herrlich, überall in den Vorgärten hier sind sie dann frisch knospig und bar jeden Laubes. Sehr schön.
Manchmal bin ich von einer gelungen Pflanzenkombination so hingerissen, dass ich am liebsten zum Haus marschieren würde, dem Besitzer die Hand schütteln und ihm gratulieren. Manche Anwesen - direkt an der alten Brücke in Heidelberg - beobachte ich schon lange. Ich schleiche im Auto daran vorüber während meine Kinder schreien: "Nein, Mama, du hältst jetzt nicht hier!" oder "Hinter uns sind Autos!"
Das scheint mir die einzige Möglichkeit zu sein, dass Gärtner sich untereinander und gegenseitig loben, was das Zeug hält. Das wird alles ändern!
Schöne Grüße
pearl
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...sich gegenseitig und andere begeistern! ;D
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Zu den Veranstaltungen die Politiker geschickt zur Werbung nützen, muss ich ja nicht hingehen.
Da die Aktion in TV, Radio und Printmedien immer wieder präsent ist(nicht nur im Mai), bringt es sehr viel.
Als ich mich selbständig gemacht habe, war es unmölich für einen Gartenplan Geld zu verlangen. Inzischen ist das selbstverständlich.
Ich habe auch nicht die Muße mich mit Gartenanfängern hinzustellen und Ihnen stundenlan jeden Handgriff zu erklären. Obwohl mir das manchmal lieber wäre als mit diversen Behördenvertretern, um die Bewilligung meines nächsten Projektes zu verhandeln. Die privaten Schaugärten sind ideal zum Ideen sammeln, um zu Fragen wie was gemacht wird, oder was man besser machen könnte.
Außerdem sieht man was bei uns wächst, und was eher schwierig zu halten ist. Man kann stundenlang über sein Bobby plaudern. Gartenfreundschaften werden geschlossen. Was gibt es den Schöneres?
Die Infobroschüren sind im Großen und Ganzen in Ordnung.
Und die Werbung die ich durch Partnerbetriebsliste und den HP-Link habe, kostet mich keinen Cent, und bringt doch immer wieder neue Kunden.
Von historischen Gärten habe ich leider keine Ahnung, und für´s öffentliche Grün ist im Sommer ein Projekt gestartet worden. Leider hatte ich keine Zeit für die Infoveranstaltungen, ich hoffe ich bekomme noch Unterlagen.
Mit bio und öko hat die Aktion nicht wirklich viel am Hut. Vielleicht wird weniger Torf verwendet, weniger mineralischer Dünger kaum, und R....p sicher nicht. Das Unkraut leuchtet 50m und die Leute streiten alles ab.
Dass die Vielfalt in den Gärten steigt, deke ich schon. Jeder Teich bringt Laichplatz für Amphibien. Und Stauden gibts jetzt auch mehr als früher.
Es wäre mir auch lieber wenn das Geld für die paar noch vorhandenen Trockenrasen und Ähnliches verwendet würde. Aber leider kann man das nicht medienwirksam vermarkten. Dann würden die Bauern vielleicht noch ein paar Meter Feldrand hergeben müssen, die armen. subventionierten. Und die Bauernpartei würde bei der anstehenden Wahl dann vieleicht ein paar Prozent verlieren. Das kann man doch nicht wirklich verlangen. Für ein paar Pulsatillen und Carlina.
Also nicht jammern, fest schaffen, Trockenrasen freikaufen, Robinien roden, und Pulsatillen streicheln.
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Solche Scheußlichkeiten dann mit "Zyklopensteinen" umrahmt und die dann mit Efeu berankt. Südseite, Hanglage. Schlimmer kanns nicht kommen hier im Raum Heidelberg, dem Kalifornien Deutschlands, an der Weinstraße.
Magst eine schöne Zyklopenmauer sehen?

Wurfsteinmauer 1
Kreiiert von meinem Kollegen, dem Gartengestalter Jörg Hu. für einen Kunden in Roithham(O.Ö.); A1-Autobahnabfahrt Lindach, weiter Richtung Roithham, am Ortsanfang rechts schauen.

Wurfsteinmauer 2
Is doch einmal was anderes, oder?

Steingarten
Besonders edel im Sommer innen (darf aber nicht jeder rein ::) ) der Steingarten und restliche Garten. Von Kirengeshoma im Vorgarten bis zu Tricyrtis beim Teich ist alles Schöne zu finden.
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Das scheint mir die einzige Möglichkeit zu sein, dass Gärtner sich untereinander und gegenseitig loben, was das Zeug hält. Das wird alles ändern!
Willst nicht mit den anderen reden?
"Mei ham Sie an schiachn Garten! Können'S ihna net mehr leisten?" ;D ;D ;D
"Ah, des is der siebenundvierzigste Buchsgarten, den ich heut seh. Warum hams den anglegt?" ;D
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Die größte Perversion des Kiesgartens sah ich auf einem Verkehrskreisel im Rheinland: mit knatscheblauen Glassteinen....
Das Material ist nicht schuld.
Alles eine Frage des Designs, wo, was und wieviel?

Glas im Garten
Es gibt auch schöne Vorgärten/Randstreifen mit Gleichkorn-Kiesabdeckung.

Vorgarten mit Kiesabdeckung
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Ich finde es ja auch ganz schrecklich, dass es sogar eine Staudenfreundin zugelassen hat, dass ein "Gärtner" alle ihre Bartiris ausgerissen und dort ein Kiesvlies in die Sonne gelegt und mit Japanischem Waldgras, Hakonechloa , bepflanzt hat und Schatten liebenden Carexen. Wer bringt denen so was bei? Herrgottnochmal!
Es stülpt sich einem der Magen um und man wendet sich ab. Anderem zu.
Dass ich mich an den geglückten seltenen Ausnahmen gut gestalteter Gärten erfreue ist wahr. Manchmal sind es nur zwei bis drei Pflanzen, die glücklich zusammen stehen. Und im Falle des Gartens an der Alten Brücke in Heidelberg ist es eine Villa im toskanischen Stil, der Hof und der ganze Garten ist mit ockerfarbenem Kies belegt, in der Einfahrt gibt es ein Rondell mit Lavendel und Hochstammrosen und hier ist es genau richtige, die einzige Stelle wo das zusammen geht. Sonst sind die beiden Pflanzen absolut nicht mein Ding. Im übrigen Garten gibt es Trockenmauern aus autochtonem Sandstein, Yuccas und riesige Büsche Rosmarin vor dem Haus. Das alles hat gar nichts mit dem Gartenträume-Kitsch zu tun, sondern ist einfach sehr mediterran und sehr heidelbergerisch und ein leuchtendes Beispiel für einen Kiesgarten im eigentlichen Sinne.
Eine andere Gartenbekannte hat von einem Gärtner einen herrlichen Vorgarten gestaltet bekommen. Hinter dem Haus aus den 20er Jahren eine Gartenanlage foersterscher Prägung. Viel Sandstein auch vor dem Haus. Da gibt es einen Farbenrausch in Apricot und Violett. Gab es. Es gab auch prächtige Gräser und Schafgarben und Salvia nemorosa Sorten. Die Frau war unzufrieden. Der Gärtner tauge nicht. Sie hätte alles wieder raus reißen müssen.
Es ist ein Jammer. Diese Gartenbekannte meide ich. Ich sehe weg. Kann man mit solchen Menschen reden?
Da mache ich mit Staudenfreundinnen lieber neue Pläne. Welchen, die Henk Gerritsen toll finden. Oder den Hermannshof hier in Weinheim. Den schönsten Schaugarten Deutschlands. Cassian Schmidt berichtete, dass die Weinheimer gefragt hätten, ob er einen Parkplatz anlegen wolle. Es war aber der neue Kiesgarten für die Steppenpflanzung.
Im Odenwalddörfen Ursenbach habe ich doch tatsächlich einen Kiesgarten gesehen, einen echten, der nach dem Weinheimer Vorbild angelegt war. Im Straßenbegleitgrün, d.h. im Ortszentrum an der Bushaltestelle. Wir haben vielleicht gestaunt!
Kultur dauert eben lange.
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ich komme noch ganz kurz auf die auswirkungen von aktionen wie "Natur im Garten" zurück: im bereich gartengestaltung schwimmt die aktion am mainstream (ist meineserachens auch zielgruppengerecht, es sollen möglichst viele gartler angesprochen werden) mit. Im bereich verwendung pestizide/kunstdünger bringt sie sehr viel, die zahl der "natur im garten"schilder nimmt ständig zu. Von meiner zeit in einem einschlägigen geschäft kann ich bestätigen: gärtner geben ohne mit der wimper zu zucken beträge für für "toto"zide und kunstdünger aus, wo sie bei and'rem schon gepeinigt wimmern, wie teuer das sei. Und sie kaufen mengen davon. Verwendeten es dann wohl auch, da sie regelmässig nachkauften.
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Möcht nur auf den von mir hier an anderer Stelle begonnenen Thread
über Kompetenzen von Gartengestaltern hinweisen. :o
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an der Alten Brücke in Heidelberg ist es eine Villa im toskanischen Stil, der Hof und der ganze Garten ist mit ockerfarbenem Kies belegt, (...) Im übrigen Garten gibt es Trockenmauern aus autochtonem Sandstein, Yuccas und riesige Büsche Rosmarin vor dem Haus.
Verwöhnst Du uns mit einer winterlichen Aufnahme? Müßte jetzt auch schön aussehen ! :P
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nun, das wäre mal eine Idee, aber dafür müsste ich raus gehen , brrrr
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Über ein Phänomen stolpere ich zunehmend: Nahezu in jeder Gartenscheußlichkeit (Klar, meiner ist das Maß aller Dinge) steht ein Gewächs von großer Schönheit. Sei es eine wundervolle Staude oder ein perfekt gewachsener Strauch/Baum.
Was kostet eigentlich ein Minibagger?
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Kaufen oder Leihen?
Leihen ueber das WE (Freitrag Nachmittag bis Montag frueh) war hier bei uns immer recht erschwinglich, mit Anlieferung
Ich mein das war unter 200 Euro fuer den allerkleinsten.
Fuer den 12m Steiger waren es jedenfalls 153.80...beim selben Verleih.
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Und die erste Stunde geht mit Üben drauf.
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Waere auch nicht so schlimm, fuer die maxStunden im WE Tarif haette man mehr arbeiten koennen, als irgendjemand moechte.
Davon ab war so ein Minibagger auch mal ein prima Geburtstagsgeschenk, nicht nur das Geburtstagskind hat unermuedlich in unserem Garten herumgebaggert (an allerdings deutlich gekennzeichnet Stellen...)
Die joystick-trainierte Jugend hatte keine Probleme, damit auch dreidimensional praezise zu arbeiten.
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Ich schleiche im Auto daran vorüber während meine Kinder schreien: "Nein, Mama, du hältst jetzt nicht hier!"
Das kenn ich von wo.
Gizi
schöne Gärten gern fotografierend
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Gestern radelte ich wieder durch meine Heimatstadt und befand: 99,x % der Vorgärten sind kotzschlecht. Nicht nur weil Winter ist, nein auch im Sommer müssen sie häßlich sein. Warum wird dem Abstandsgrün zwischen Haus und Straße und dem Zaun=Schloßmauer=Abschreckung sowenig Aufmerksamkeit gewidmet?
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Gizi,
wir wissen es nicht!
Auch wissen wir nicht, was das soll, dass wir anders empfinden als die Masse und schönes sehen wollen.
Wären wir doch so stumpf wie die Vorgärten anderer Leute, dann wären wir möglicherweise zufriedener.
Was mich jedes Frühjahr bitter stört sind nicht nur diese Plastikostereier, sondern diese Forsythien neben diesen rosa Kirschwolken, oder Pfirsich- oder so. Dieses Gelb neben diesem Rosa geht für mich gar nicht, aber die anderen Menschen scheinen darauf versessen zu sein.
Nun einmal hat mir ein lieber Begleiter gesagt: "Da hättest du viel zu tun, wenn du die alle auseinander setzten würdest!" Der Mann hat ja so recht!
Allein das Hingucken in hässliche Gärten ist mir schon zu viel Arbeit!
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Gestern radelte ich wieder durch meine Heimatstadt und befand: 99,x % der Vorgärten sind kotzschlecht. Nicht nur weil Winter ist, nein auch im Sommer müssen sie häßlich sein. Warum wird dem Anstandsgrün zwischen Haus und Straße und dem Zaun=Schloßmauer=Abschreckung sowenig Aufmerksamkeit gewidmet?
Vermutlich weil es Arbeit macht, dort etwas Schönes herzustellen. Und oft ist es anonym - die Häuser gehören irgendjemandem, der vielleicht garnicht dort wohnt und die Mieter haben kein Interesse oder dürfen nicht wie sie wollen oder oder oder...
Um wenigstens ein winziges Gärtchen zu gestalten muß man eine Beziehung zur Erde haben - die fehlt aber vielen heute.
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Wie gut, dass wir anders sind.
Geschmack macht halt einsam.
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sondern diese Forsythien neben diesen rosa Kirschwolken, oder Pfirsich- oder so. Dieses Gelb neben diesem Rosa geht für mich gar nicht, aber die anderen Menschen scheinen darauf versessen zu sein.
Haben wir auch. Gefällt mir! (aber nur in diesem Fall)
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Auch wissen wir nicht, was das soll, dass wir anders empfinden als die Masse und schönes sehen wollen.
Wären wir doch so stumpf wie die Vorgärten anderer Leute, dann wären wir möglicherweise zufriedener.
Was mich jedes Frühjahr bitter stört sind nicht nur diese Plastikostereier, sondern diese Forsythien neben diesen rosa Kirschwolken, oder Pfirsich- oder so. Dieses Gelb neben diesem Rosa geht für mich gar nicht, aber die anderen Menschen scheinen darauf versessen zu sein.
grosse Gartenkünstler wie Claude Monet oder Gertrude Jekyll haben sehr gern Gelb neben Rosa gesetzt - und da sprichst Du von schlechtem Geschmack? wieso maßt Du es Dir an, anderen Menschen den Sinn für das Schöne abzusprechen, wo doch ein jeder weiß, dass Schönheit allein im Auge des Betrachters liegt und Geschmäcker nunmal grundverschieden sind! ziemlich arrogant das Ganze, pearl ...
ich für meinen Teil würde es mir jedenfalls sehr verbitten, dass man mir Gelb und Rosa auseinander pflanzt! 8)
unter Ideenverarmung verstehe ich etwas Anderes: überall dieselben Pflanzen, dieselben Konzepte (z.B. Kiesgärten), dieselben Farbkombinationen ...
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Was mich jedes Frühjahr bitter stört sind nicht nur diese Plastikostereier, sondern diese Forsythien neben diesen rosa Kirschwolken, oder Pfirsich- oder so. Dieses Gelb neben diesem Rosa geht für mich gar nicht, aber die anderen Menschen scheinen darauf versessen zu sein.
Es ist wohl DIESES Gelb. Die meisten Forsythien weisen ein schrilles Gelb auf. Modernere Züchtungen haben eher ein gedämpfteres Gelb.
Weil Forsythien auch eher keinen malerischen oder regelmäßigen Wuchs haben (wie etwa ein Hartriegel) und ohne Pflege bald verfilzen, setzt sie der Profi eher in die Hecke hinten im Garten. Da dürfen sie nach vorne leuchten, wenn alle anderen Sträucher noch blattlos sind und später optisch untergehen.
Monets Farben waren durchaus "komponiert" und aufeinander angestimmt bzw. hat auch er experimentiert. Doch gelb ist nicht gleich gelb so wie Wein nicht gleich Wein ist.
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Nun bleibt mir nichts anderes übrig als mich mit meinem Garten zwar nicht als ideenarm (vielleicht kann ich wenigstens das noch retten ::) ) aber doch als hässlich zu outen. :-[
Auch ich habe im "Vorgartenbereich" 2 Forsythien, quietsch-gelb. Dann noch so eine riesige Scheinzypresse die sich mit einem Flieder rangelt. Und nicht zu vergessen, so eine rachitische Conrad-Ferdinand-Meyer und eine sich gegen Nachbars hitzige Hauswand sträubende Souvenir de Malmaison. Dann ist da noch so ein Hühnengrab, sprich Steingarten, und dann - Kuddelmuddel - so ein paar Sträucher und Rhododendren.
Patchwork-Garten wäre vielleicht eine zutreffende Beteichnung.
Ich schäme mich aufrichtig, auch wenn ich keine Besserung gelobe.
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fars, ich versteh dich!
Pinguin, du missverstehst mich! Was ich sage ist: ich bin irgendwie komisch, nicht, dass die übrige Welt irgendwie komisch ist. Im übrigen habe ich an der nichts anderes auszusetzen als eben DIESES gelb und rosa ...
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Während meiner Ausbildung kam das Thema Farbenlehre auf den Tisch. Dabei wurden wir darauf hingewiesen, wie überlegt Natur Farben kombiniert. Eine Faust-aufs-Auge-Kombination wie die, die meine Großmutter so liebte (rosa Kosmeen mit gelber Rudbeckia und roter Rose in einer Vase), sind in der Natur selten so nah beieinander zu finden.
Selbst wenn dominante oder komplementäre Farben in einer Blüte erscheinen, gibt es vermittelnde Nuancen oder Strukturen.
Häufig wird das Problem (und für meine Augen ist es ein Problem) auch einfach über Proportionen geregelt. Zum Beispiel beim einfachen Usambaraveilchen - kaum vorstellbar wäre (wieder nur für mich, andere sind anders) das umgekehrte Verhältnis von blauviolett und gelb.
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Während meiner Ausbildung kam das Thema Farbenlehre auf den Tisch. Dabei wurden wir darauf hingewiesen, wie überlegt Natur Farben kombiniert. Eine Faust-aufs-Auge-Kombination wie die, die meine Großmutter so liebte (rosa Kosmeen mit gelber Rudbeckia und roter Rose in einer Vase), sind in der Natur selten so nah beieinander zu finden.
Selbst wenn dominante oder komplementäre Farben in einer Blüte erscheinen, gibt es vermittelnde Nuancen oder Strukturen.
Häufig wird das Problem (und für meine Augen ist es ein Problem) auch einfach über Proportionen geregelt. Zum Beispiel beim einfachen Usambaraveilchen - kaum vorstellbar wäre (wieder nur für mich, andere sind anders) das umgekehrte Verhältnis von blauviolett und gelb.
Dem kann ich nur zustimmen.
Ich habe vorigen Sommer im Verkauf in einer Gärtnerei gearbeitet. Oft kamen die Kunden mit der Bitte, man solle ihnen doch sagen, was zusammenpasst, auch von den Farben her. Darauf hat die Chefin aus voller Überzeugung heraus immer gemeint "Ois kinans zomsetzn, in da Natur schlogt si jo a nix!" ("Alles können Sie zusammensetzten, in der Natur schlägt sich ja auch nichts!"). ;D
Das ist schon richtig, aber wir könnten in den Gärten Dinge kombinieren, die in der Natur nie gemeinsam vorkommen, z.B. weil die Pflanzen von verschiedenen Kontineten stammen. Außerdem gibt es schon so viele Sorten, deren Farben in der Natur nirgends vorkommen... Ist halt alles relativ! ::)
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Die Natur ist von Ausnahmen einmal abgesehen bei den Farben sehr weise und auffallend geschmackvoll. Deshalb kommt in der Natur auch so selten die Farbe Orange vor.
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hihihi noch ein Orangehasser!
Kein Kapuzinerkresse?
Bei Mönchen finde ich diese Farbe völlig in Ordnung.
Sonst erinnert sie mich an Streckenfahrzeuge der Straßenwacht oder so.
Aber natürlich muss ich fars widerspreche. Es ist anders herum, lieber fars, wir und unser Geschmack waren später da als die Pflanzen. Das heißt erst waren die Pflanzen da dann waren wir da und dann viel später hatten wir Geschmack.
Das, was wir schön finden kommt aus den Bildern, die wir aus der Natur kennen. Sozusagen ein kollektives Unbewusste mit archetypischen Bildern.
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hihihi noch ein Orangehasser!
Ich bin nicht noch ein Orangehasser, sondern der Orangehasser. Der Rotanteil ist der Schämfaktor der Natur.
Es gibt nur eins, was noch schlimmer ist: eine orangefarbene Rose! :P
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Es gibt nur eins, was noch schlimmer ist: eine orangefarbene Rose! :P
;D ;D
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Ich finde Orange toll - wirklich schlimm ist feuerrot
LG Lilo
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Ich finde Orange toll - wirklich schlimm ist feuerrot
LG Lilo
Feuerrot wird die Natur nicht selten, wenn sie zuvor orange war.
Beispiel: Jap. Ahorne :P
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Wenn es nach manchen Leuten hier ginge, gäbe es bald nur noch Gärten in Lavendel- und Weißtönen ::)
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Dann gibt es noch die Leute, die keine gefüllten Blumen möchten, oder keine zweifarbigen oder keine großblütigen.
Bei mir kriegt alles seinen Platz.
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Wenn es nach manchen Leuten hier ginge, gäbe es bald nur noch Gärten in Lavendel- und Weißtönen ::)
Sooo eng muss man das nun auch wieder nicht sehen. Es gibt ja auch noch grün und rosa.
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und schwarz und weiß
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nur hellrot mag ich nicht.... :-X
auch immer wieder "hübsch" hellrote geranien, kombiniert mit rosafarbenen geranien an balkongeländern
(http://www.cosgan.de/images/smilie/konfus/g030.gif)
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pink, orange und gelbe Tomaten sehen zusammen tadellos aus
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schwarze und grüne Blüten sind ja wohl eher sehr selten ;)
schwarze Tomaten übrigens auch, den Namen mit 'black' zum Trotz.
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Es gibt ja auch noch grün und rosa.
rosa für einen Doppel-Y Mann :o
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Es gibt ja auch noch grün und rosa.
rosa für einen Doppel-Y Mann :o
Passt gut zu meinem Teint.
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nanu, findet da gerade eine Mutation statt?
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Der GVO-Thread machts möglich ::)
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@ callis, die Traueriris (Hermodactylus) ist grün und Schwarz...... ;D ;D ;D ;)
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Dann gibt es noch die Leute, die keine gefüllten Blumen möchten, oder keine zweifarbigen oder keine großblütigen.
Bei mir kriegt alles seinen Platz.
Was für ein Sammelsurium :P
Der Gizi zeigt dich an! ;D
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Der GVO-Thread machts möglich ::)
GVO ??? Bin gerade nicht so auf dem laufenden. Kenne bloß StVO. ;D
Irisfool,
was für eine hübsche Iris. Die wächst aber sicher nicht in unseren Breiten im Freien, oder?
Dann gibt es noch die Leute, die keine gefüllten Blumen möchten, oder keine zweifarbigen oder keine großblütigen.
Bei mir kriegt alles seinen Platz.
Staudenmanig,
wenn alles seinen
Platz bekommt, wie sieht dann die 'Idee' dahinter aus?
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Hemerocallis stehen in Reihen. Das Konzept besteht aus 80 cm Reihenabstand. ;D Gut, das sind die Mutterpflanzen.
Ansonsten habe ich wirklich wenig Skrupel. Voriges Jahr hatte ich eine 20 m lange Reihe gefüllter, niedriger Sonnenblumen stehen. Ein Freund hat sich beim Anblick gewunden. Ich fand es nett.
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fars,
ich möchte auch eine GVO Aufklärung, bitte
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Staudenmanig,
Christopher Lloyd hat sich auch immer gefreut, wenn welche seine Pflanzen entsetzlich fanden. Da hat man das Gefühl das Gärtnern lohnt sich wirklich!
80 cm Abstand finde ich als Konzept auch völlig ausreichend.
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Hemerocallis stehen in Reihen. Das Konzept besteht aus 80 cm Reihenabstand. ;D Gut, das sind die Mutterpflanzen.
Ansonsten habe ich wirklich wenig Skrupel. Voriges Jahr hatte ich eine 20 m lange Reihe gefüllter, niedriger Sonnenblumen stehen. Ein Freund hat sich beim Anblick gewunden. Ich fand es nett.
Hast du denn nur Mutterpflanzen- und Verkaufspflanzenquartiere und keinen Privatgarten?
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@ Pearl: Danke.
Das passt dann wieder zum Titel des Threads. Ich verstehe es nicht so recht, wenn ein Garten monochrom sein muss oder nur Pflanzen mit Wildcharakter haben darf oder nur aus Blaufichten besteht. ;)
Alles Ideenverarmung.
GVO sind übrigens genveränderte Organismen. Man merkt gleich, wer die Gartenmenschen meidet.
@ Callis: Das geht ineinander über. Ich habe deutlich mehr Privatgarten als meine Nachbarn. Es steht nicht alles in Reihen.
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GVO sind übrigens genveränderte Organismen. Man merkt gleich, wer die Gartenmenschen meidet.
Danke :D
Wie jeder hier weiß, meide ich wahrlich nicht die Gartenmenschen, sondern nur manche Gartenmenschenthemen. ;D
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fars,
ich möchte auch eine GVO Aufklärung, bitte
GVO = Gentechnisch veränderte Organismen
Da gibt es doch den spannenden Thread bei den Gartenmenschen (wo auch sonst ::)) "Petition im Bundestag zum Verbot von Gentechnik"
Wie singt Badesalz? "Erbarmen, die Gegner* kommen ...zu spät!"
* eischentlich sin die Hesseköpp gemaant
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Es ist wohl DIESES Gelb. Die meisten Forsythien weisen ein schrilles Gelb auf.
vor dem gegenüberliegenden Haus wachsen 20 Laufmeter Forsythie. Im Frühling habe ich da das Gefühl, als ob mir jemand mit einem Leuchtstift über die Pupillen gefahren wäre. :P
Abgesehen von Forsythien-Gelb in Massen wirken auch 20 Laufmeter zinnoberrote Pelargonien (ein anderes Nachbarhaus im Pseudo-Tirolerhaus-Stil) ein wenig aggressionsfördernd auf mich. >:(
Liebe Grüße, Barbara
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vor dem gegenüberliegenden Haus wachsen 20 Laufmeter Forsythie. Im Frühling habe ich da das Gefühl, als ob mir jemand mit einem Leuchtstift über die Pupillen gefahren wäre. :P
so ein Haus kenn ich auch, und ich find's schön fröhlich! :D allerdings wohne ich auch nicht direkt gegenüber 8)
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den einen machts fröhlich, den anderen aggressiv, nun,
möglich, dass diese Fröhlichkeit von der Sorte der Krankenschwester ist: "Na, wie gehts uns denn heute"
oder die Aggressivität von der Sorte "Mann, hab ich heute viel Schwung!"
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ich denke bei Gelb immer an Sonnenblumenfelder - ein Anblick, der süchtig machen kann, besonders bei blauem Himmel! :D
mit anderen Worten: es kommt wohl auch immer darauf an, was man mit einer Farbe assoziiert ...
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genau, Sonnenblumen sind für mich d i e personifizierte unerträglich fröhliche Krankenschwester
Es wird Zeit, dass hier die Farbe wieder raus kommt. Vielleicht schreiben mal wieder Männer hier weiter?
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vor dem gegenüberliegenden Haus wachsen 20 Laufmeter Forsythie. Im Frühling habe ich da das Gefühl, als ob mir jemand mit einem Leuchtstift über die Pupillen gefahren wäre. :P
so ein Haus kenn ich auch, und ich find's schön fröhlich! :D allerdings wohne ich auch nicht direkt gegenüber 8)
Ob's ein optisches Gift ist kommt auf die Dosis an.
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es ist schon interessant, wie unterschiedlich Menschen reagieren! ;D
eigentlich macht ja eher Rot aggressiv, wobei, wenn ich an die schönen Mohnblumen denke, auch eher nicht ???
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Es wird Zeit, dass hier die Farbe wieder raus kommt. Vielleicht schreiben mal wieder Männer hier weiter?
Mann + Gartengewand. Zwingt Grau rein, zwingt weiß raus. ;D ;D
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hiiii - Gizi ganz in Weiß ..... 8) .......
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Mit "Ideen" ist das so eine Sache.
Nach einem Besuch von Vitas hübschem weißem Garten sollte derartiges, in Ansätzen wohlgemerkt, da uns sowohl Castle als auch Latifundien fehlen, sollte also derartiges auch in unserem Gärtlein sprießen.
Nichts dürfte wohl leichter sein, als die Farbe Weiß (mit obligatem Grün) auf einer begrenzten Fläche zu konzentrieren.
Die 100 weißen Tulpen fraßen die Wühlmäuse weg, bevor sie auch nur beweisen konnten, dass sie weiß sind. Der weiße Rittersporn entpuppte sich als blauer. Eine spontan dort auftauchende Rose (Umsetzungsaktionen hatten sie wohl dorthin verschlagen) prangte in brautjüngferlichem Rosa. Angesichts der Suche nach einem noch freien Pflanzplatz für Salvia patens wurde die ursprüngliche Idee aufgegeben.
Von den ursprünglichen "Weißen" haben eigentlich nur noch eine Pfingstrose, ein paar Tiarellas und ein Mickerbestand an Maigköckchen überlebt, wenn ich die Ackerwinde und den Giersch mal nicht mitzähle. Inzwischen erobern Sämlinge der Christrosen, die in allen Rottönen changieren, das Fleckchen.
Die Idee als solche ist aber noch lebendig. Wir wollen einen weiteren Fehlversuch an einer anderen Stelle starten.
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meine Idee für 2008 ist auch, mein weißes Beet nun anders zu verwenden.
Weiße Bodendecker haben bei mir nicht funktioniert. Römische Kamille ist toll im ersten Jahr, danach war sie braunes Gestrüpp.
Taubnessel 'White Nancy' hat unschöne Phasen im Jahr und macht Lücken im Beet.
Meine 'Mme Hardy' war Futter für die Rehe.
Was toll war, das war die weiße Nachtviole. Die hat die Vita auch in Hülle und Fülle. So wie ich. Aber danach ist das Beet auch fertig!
In Sissinghurst habe sie da einen anderen Plan als ich. Sie haben Reservebeete und Treibhäuser und pflanzen die Pflanzen, wenn sie auf dem Punkt sind um sie dann rauszureißen, wenn sie hinüber gehen. Eben eine Wechselbepflanzung mit Stauden oder wie Christian Kress es schrieb: "Brumensträuße mit Wurzeln"
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Sie haben Reservebeete und Treibhäuser und pflanzen die Pflanzen, wenn sie auf dem Punkt sind um sie dann rauszureißen, wenn sie hinüber gehen.
Und, nicht zu vergessen, sie haben dort Personal. Wenn ich auf einem Tennis-Schiedsrichterstuhl sitzen könnte und nur noch zu deuten brauchte, dann säh mein Garten auch propper aus. Aber so...
Bei gizi käme ich auf die schwarze Liste. :'(
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nicht weinen fars,
sags wie die Iren: "could be worse"
sieh dir den Garten deines Nachbarn an und dieses und das und dann, aus dieser Perspektive, ist dein Garten bestimmt herrlich!
Allerdings ist die Vorstellung verlockend so ein Heer von Gärtnern zu kommandieren. Ich werde das mal im eigenen Garten üben mit diesen scheußlichen englischen Imperativen:
deadhead the fowers! ... cut down the ...
und imaginieren, wie sie dann flitzen, das wird eine Erbauung sein!
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Und bei jedem zertrampelten Pflänzchen werden sie mit einem Rosenzweig gepeitscht. 8);D
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oder mit Brombeerruten, die sie vorher haben selber roden müssen.
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Vielleicht lassen sich Wühlmäuse zu Gärtnern erziehen??? ::)
(Graben können sie doch schon mal.., aber ob sie Englisch verstehen ???)
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vielleicht Bassets importieren? Hunde sind auch sehr begabt!
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Aber die heben das Bein! Und immer an den falschen Stellen..., ob englische Lord's da anders sind entzieht sich meiner Kenntnis... 8)
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Lords and Ladies haben viele im Garten, fragen wir mal die
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Wir wollen einen weiteren Fehlversuch an einer anderen Stelle starten.
Neineinein. Wenn man noch nicht damit angefangen hat, heißt das Feldversuch. Das "h" kommt später.
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Wie war doch gleich das Thema? Soll der thread zu den Gartenmenschen?
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immer diese Aufpasser!
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Alles mit Steinen zugeschüttet und irgend ein armes einsames Pflänzchen in die Mitte gepflanzt.
Dazu die Steine in div. Farben und Muster ausgelegt.
Mir graust......
Das sind die Leute, die keine Lust zum gärtnern haben oder evtl. auch keine Zeit.
Der Trend geht nun mal zu "pflegeleichten Gärten", um "intelligent faul" zu sein.
Und ein Schotterstreifen (ich schreibe bewußt nicht 'Kiesbeet') ist nun mal schneller geplant als ein gleich großes Staudenbeet.