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Pflanzenwelt => Gemüsebeet => Thema gestartet von: max. am 13. Januar 2008, 16:15:10

Titel: gemüsepflänzchen vom händler- welche sorten?
Beitrag von: max. am 13. Januar 2008, 16:15:10
ich habe lange - bes. bei wirsing- mehrere verschiedene samenfeste sorten angebaut, die ich selbst gezogen hatte. aus mir unbekannten gründen sind die pflanzen aber nie besonders schön geraten, weshalb ich seit ein paar jahren nur gekaufte pflänzchen verwende und bin seitdem sehr zufrieden. leider sind die gekauften pflänzchen prinzipiell unbenannt.
meine frage: sind das sorten, die eigentlich nur für den erwerbsanbau gezüchtet und produziert werden und quasi so nebenher an hobbygärtner vekauft werden? und -die gesundheit und gleichmäßige größe legt das nahe- sind das immer/meist f1-hybriden?
weiß wer was?
Titel: Re:gemüsepflänzchen vom händler- welche sorten?
Beitrag von: frida am 13. Januar 2008, 16:29:12
Wo kaufst Du sie denn?
Titel: Re:gemüsepflänzchen vom händler- welche sorten?
Beitrag von: max. am 13. Januar 2008, 16:42:13
auf dem markt.ich hab auch schon gefragt. antwort: des wisse mer ned.
Titel: Re:gemüsepflänzchen vom händler- welche sorten?
Beitrag von: bea am 13. Januar 2008, 16:43:17
Max, mit deiner Frage müsstest du direkt zu deiner Gärtnerei gehen und sie stellen. ;)
Wir haben Obst-und Gemüseanbau im Nebenerwerb und kaufen immer grössere Mengen Salat-Jungpflanzen.

Ich habe folgende Erfahrungen gemacht: Auch wenn man Kleinmengen kauft, kann man als Privatperson direkt beim Profi-jungpflanzenproduzent einkaufen und hat damit die neuesten, resistenten Sorten zu einem moderaten Preis, wenn man eine ganze Kiste (ca140 Stck) aufs Mal kauft.

Dann gibts Gärtnereien, die gleichzeitig "Profi"-Junpflanzen und Hobbygärtner-Jungpflanzen produzieren. Da muss man dann nach der entsprechenden Sorte fragen.
Und es gibt Gärtnereien, die kaufen Profi-Jungpflanzen um sie selber weiterzuverkaufen.
Am Schluss stehen die Gärtnereien, die noch (lohnt sich eigentlich nicht)im ganz kleinen Masstab selber Jungpflanzen aus unterschiedlichen Quellen anziehen.

Die Sortennamen zu erfahren ist wirklich fast unmöglich. Entweder haben die Gärtner Angst, dass man sich selber Jungpflanzen anzieht oder es ist ihnen komplett egal, wie der Salat in diesem Jahr heisst, Hauptsache er keimt und wächst gut............

LG, Bea
Titel: Re:gemüsepflänzchen vom händler- welche sorten?
Beitrag von: max. am 13. Januar 2008, 16:55:50
@bea,
ach gott ach gott ist das kompliziert.
gibt es in diesem segment eine auswahl an sorten? auch eine auswahl zwischen f1 und samenfest?
Titel: Re:gemüsepflänzchen vom händler- welche sorten?
Beitrag von: Staudo am 13. Januar 2008, 17:29:47
Die Sortennamen zu erfahren ist wirklich fast unmöglich. Entweder haben die Gärtner Angst, dass man sich selber Jungpflanzen anzieht oder es ist ihnen komplett egal, wie der Salat in diesem Jahr heisst, Hauptsache er keimt und wächst gut............


Ich handele auch mit Gemüsejungpflanzen. Ich kenne die Sorten ebenfalls nicht - und es hat noch nie jemand danach gefragt. Allerdings reicht ein Anruf beim Jungpflanzenproduzenten. Die wissen schon sehr genau, was sie aussäen. Am besten gib Deinem Gärtner den Auftrag, sich zu erkundigen.
Ich gehen davon aus, dass es meist Sorten für den Profianbau sind. Der Jungpflanzenproduzent sät in erster Linie für den Großanbau aus. Den bisschen Kleckerkram für die Händer wird er einfach mitlaufen lassen.
Titel: Re:gemüsepflänzchen vom händler- welche sorten?
Beitrag von: max. am 13. Januar 2008, 17:32:23
danke. und nochmal: kann man bei kohlpflanzen davon ausgehen, das die standardware f1-hybrid ist?

Zitat
...es hat noch nie jemand danach gefragt....
da braucht man sich über nichts mehr zu wundern...
Titel: Re:gemüsepflänzchen vom händler- welche sorten?
Beitrag von: bea am 13. Januar 2008, 17:48:32
Zitat
Allerdings reicht ein Anruf beim Jungpflanzenproduzenten. Die wissen schon sehr genau, was sie aussäen.
Genau das meinte ich vorhin aber, dass selbst beim Profi die Namen nicht zu erfahren sind.
Trifft aber vielleicht nur auf die beiden Produzenten zu, die ich kenne.
Die müssten dazu vielleicht im Büro in ihre Unterlagen schauen - das ist aber nicht bei den Gewächshäusern ........

LG, Bea
Titel: Re:gemüsepflänzchen vom händler- welche sorten?
Beitrag von: Cerinthe am 13. Januar 2008, 18:10:11
Kann man nicht bei den Brokkoli-Sorten unterscheiden, ob sie für die Einmalernte, also den Profianbau oder für die mehrmalige Ernte im Garten sind? Dachte ich jedenfalls bis jetzt.

Brokkoli habe ich bis jetzt drei Mal angebaut und jedesmal mit gekauften Jungpflanzen. Nach der Ernte des Hauptblütenstandes entwickelten sich an den Seitentrieben reichlich weitere kleinere Blütenstände. Deshalb dachte ich, dass wären Sorten für den Hobbygärtner. Aber mir fehlt der Vergleich.

Allgemein sind die Ansprüche der Hobbygärtner doch nicht identisch mit den Ansprüchen der Profis, daher fände ich es nicht gut, wenn Gemüsejungpflanzen für Hobbygärtner nur aus Sorten für den Profi bestünden. Wieder eine falsche Vorstellung dank garten-pur weniger?
Titel: Re:gemüsepflänzchen vom händler- welche sorten?
Beitrag von: Staudo am 13. Januar 2008, 18:15:13
Allgemein sind die Ansprüche der Hobbygärtner doch nicht identisch mit den Ansprüchen der Profis, daher fände ich es nicht gut, wenn Gemüsejungpflanzen für Hobbygärtner nur aus Sorten für den Profi bestünden. Wieder eine falsche Vorstellung dank garten-pur weniger?

Ich weiß nicht, wer es weiter oben geschrieben hat, es ist ein Argument: Profisorten werden auf einmal erntereif, logisch, das Feld soll ja mit einem Mal beerntet werden. Im Hausgarten ist es dagegen schöner, wenn der Salat über zwei-drei Wochen verteilt zu ernten ist. Ansonsten: Was spricht gegen moderne, gesunde, ertragsreiche Sorten? Ist es unschön, wenn da F1 dransteht? Es ist genau so ein Salat wie jeder andere auch. Yorvik hat es doch sehr gut beschrieben, welche Vorteile auch der Kleinanbauer damit hat.



Viele Grüße

Peter
Titel: Re:gemüsepflänzchen vom händler- welche sorten?
Beitrag von: brennnessel am 13. Januar 2008, 18:20:05
Zitat
Es ist genau so ein Salat wie jeder andere auch. Yorvik hat es doch sehr gut beschrieben, welche Vorteile auch der Kleinanbauer damit hat.
mit dem unterschied, dass er nichts über die eigenart der sorte erfahren kann, wenn er keinen namen genannt bekommt!
den vorteil hat man, wenn man sich noch die mühe des selbstanziehens der pflanzen macht!
Titel: Re:gemüsepflänzchen vom händler- welche sorten?
Beitrag von: Staudo am 13. Januar 2008, 18:26:01
mit dem unterschied, dass er nichts über die eigenart der sorte erfahren kann, wenn er keinen namen genannt bekommt!
den vorteil hat man, wenn man sich noch die mühe des selbstanziehens der pflanzen macht!


Das stimmt. Allerdings wollen die meisten Kunden einfach „Salat“, wobei sie Kopfsalat meinen.
Titel: Re:gemüsepflänzchen vom händler- welche sorten?
Beitrag von: max. am 13. Januar 2008, 18:30:36
mir war nicht die mühe der selbstanzucht zu groß, sondern das ergebnis war mir nicht gut genug. (siehe erster beitrag). wenn ich die sortennamen der gekauften pflänzchen wüßte, dann wüßte ich auch, ob der unterschied evtl. sortenbedingt war.
Titel: Re:gemüsepflänzchen vom händler- welche sorten?
Beitrag von: Staudo am 13. Januar 2008, 18:46:18
Also! Ich habe einen Bekannten angerufen, der Außendienstler eines mittelständischen Gemüsesamenproduzenten ist. (Yorvik: der mit den vier großen grünen Buchstaben.)

Er hat mir erstaunliches erzählt. Der Jungpflanzenproduzent, bei dem ich kaufe, sät für Händler exakt die selben (Hybrid-)Sorten aus wie für Profis. Zum einen ist das eine Frage der Qualität, auch der Kleingärtner soll Erfolg haben, zum anderen eine Frage des Aufwandes. Für die großen Gemüseanbauer muss ja alles absolut korrekt laufen, da darf auf gar keinen Fall eine billige Sorte dazwischen geraten. Es lesen ja auch allerlei Leute aus dem sächsichen Raum mit: das sind die Kisten, wo Tänzler dran steht. (Die Werbung sei verziehen, der Mann ist wirklich Spitze).

Dann gibt es Jungpflanzenproduzenten, die auch Baumärkte und Supermarktketten bedienen. Richtig, da ist das billigste gerade gut genug (nach seiner Aussage selbst für den Baumarkt mit den drei Buschstaben). Das Saatgut muss keimen, es muss nach Salat aussehen und alles andere wie Ertrag, Resistenzen, Geschmack etc. ist entsetzlich egal. Dieses Saatgut kostet wohl z.T. weniger als ein Viertel des Saatgutes der Qualitätssorten.


Peter
Titel: Re:gemüsepflänzchen vom händler- welche sorten?
Beitrag von: bea am 13. Januar 2008, 18:47:19
Kann man nicht bei den Brokkoli-Sorten unterscheiden, ob sie für die Einmalernte, also den Profianbau oder für die mehrmalige Ernte im Garten sind? Dachte ich jedenfalls bis jetzt.

Brokkoli habe ich bis jetzt drei Mal angebaut und jedesmal mit gekauften Jungpflanzen. Nach der Ernte des Hauptblütenstandes entwickelten sich an den Seitentrieben reichlich weitere kleinere Blütenstände. Deshalb dachte ich, dass wären Sorten für den Hobbygärtner. Aber mir fehlt der Vergleich.



Auch die "Profi"-Sorten treiben aus den Blattachseln nach, wenn man sie stehen lässt. Das lohnt sich aber beim Erwerbsanbau nicht und darum wird untergefräst und es kommt eine Folgekultur auf den Acker.

Bei den Profigärtnern (welch blödes Wort!) sollte man auch nochmal unterscheiden zwischen denen, die fabrikmässig arbeiten und denen, die "nur" Grossmärkte beliefern. Letztere ernten auch nicht in einem Rutsch alles ab.
d.h. auch Profisorten haben ein Erntefenster, das nicht auf 1 Woche begrenzt ist.

Zudem müsste man als Hobbygärtner, wenn man ein Beet mit Profisalat im Hobbygarten hat, nicht warten bis die Köpfe knallrund sind. 3 Wochen vor dem Erntetermin nimmt man dann eben 2 statt nur einem Kopf um eine Salatschüssel voll zu bekommen. Aber das beherrschen die wenigsten Hobbygärtner, selbst nicht mit den "normalen" Sorten, wenn ich die vielen geschossenen Salate in Hausgärten sehe. ;)

LG, Bea
Titel: Re:gemüsepflänzchen vom händler- welche sorten?
Beitrag von: Yorvik am 13. Januar 2008, 18:56:28
Zitat
mit dem unterschied, dass er nichts über die eigenart der sorte erfahren kann, wenn er keinen namen genannt bekommt!
den vorteil hat man, wenn man sich noch die mühe des selbstanziehens der pflanzen macht!

Lisl, die bea hat das mit dem Jungpflanzenmarkt schon sehr gut beschrieben. Grundsätzlich kann man von jedem Jungpflanzenproduzent auch die Sorte erfahren und dann bei Salat auch seine eigenen Samen ziehen. Ideal für den Hobbygärtner.

Im Jungpflanzengeschäft für Endverbraucher werden zwei Kriterien den eigendlichen Sortenkriterien meisstens vorausgesetzt: Preis des Saatgutes und Keinfähigkeit. Auch bei dieser Aussage möchte ich darauf hinweissen, dass es auch andere Produzenten gibt.

Mein Tip, immer nachfragen, wenn es keine Auskunft gibt, wechseln.

l.g.

Yorvik
Titel: Re:gemüsepflänzchen vom händler- welche sorten?
Beitrag von: Yorvik am 13. Januar 2008, 18:59:55
Also! Ich habe einen Bekannten angerufen, der Außendienstler eines mittelständischen Gemüsesamenproduzenten ist. (Yorvik: der mit den vier großen grünen Buchstaben.)

Er hat mir erstaunliches erzählt. Der Jungpflanzenproduzent, bei dem ich kaufe, sät für Händler exakt die selben (Hybrid-)Sorten aus wie für Profis. Zum einen ist das eine Frage der Qualität, auch der Kleingärtner soll Erfolg haben, zum anderen eine Frage des Aufwandes. Für die großen Gemüseanbauer muss ja alles absolut korrekt laufen, da darf auf gar keinen Fall eine billige Sorte dazwischen geraten. Es lesen ja auch allerlei Leute aus dem sächsichen Raum mit: das sind die Kisten, wo Tänzler dran steht. (Die Werbung sei verziehen, der Mann ist wirklich Spitze).


Hallo Peter,

die Aussage kann ich nur bestätigen. Wenn ihr Jungpflanzen-Kisten (60x40 cm, meisst 140 Pflanzen im 4cm Topf)namhafter Jungpflanzenbetriebe seht, ist in der Regel Orginalsaatgut für Profigärtner darin enthalten.

l.g.

Yorvik
Titel: Re:gemüsepflänzchen vom händler- welche sorten?
Beitrag von: caro. am 13. Januar 2008, 19:02:45

Dann gibt es Jungpflanzenproduzenten, die auch Baumärkte und Supermarktketten bedienen. Richtig, da ist das billigste gerade gut genug (nach seiner Aussage selbst für den Baumarkt mit den drei Buschstaben). Das Saatgut muss keimen, es muss nach Salat aussehen und alles andere wie Ertrag, Resistenzen, Geschmack etc. ist entsetzlich egal.


Mit Billigkram hatte ich bisher keine Probleme.
Titel: Re:gemüsepflänzchen vom händler- welche sorten?
Beitrag von: brennnessel am 13. Januar 2008, 19:04:41
Ja, habe es gelesen, Yorvik! Danke, Beate!
Wir hatten bis letztes Jahr eine kleine Gärtnerei im Ort, wo man die Sorten immer erfahren konnte. Das war vorher bei der Mutter des letzten Besitzers (einem Original ;) ) anders. Auf die Frage nach der Salatsorte sagte sie unwirsch(die nur als Verkaufshilfe im Laden stand und nicht selber im Gewächshaus arbeitete): "Naja, unends Häupel werden ´s! " - Es war viele Jahre die Sorte Unikum, im Sommer dann Kagraner, soviel ich mich erinnere.


LG Lisl
Titel: Re:gemüsepflänzchen vom händler- welche sorten?
Beitrag von: Yorvik am 13. Januar 2008, 19:09:03
Ja, habe es gelesen, Yorvik! Danke, Beate!
Wir hatten bis letztes Jahr eine kleine Gärtnerei im Ort, wo man die Sorten immer erfahren konnte. Das war vorher bei der Mutter des letzten Besitzers (einem Original ;) ) anders. Auf die Frage nach der Salatsorte sagte sie unwirsch(die nur als Verkaufshilfe im Laden stand und nicht selber im Gewächshaus arbeitete): "Naja, unends Häupel werden ´s! " - Es war viele Jahre die Sorte Unikum, im Sommer dann Kagraner, soviel ich mich erinnere.


LG Lisl

*schmunzelt, wenn ich mal wieder durch das wunderschöne Österreich pilgere, lasse ich dir mal ein paar Korn Krauthäuptl da, ungefähr im Typ Kagraner. ;D

l.g.

Yorvik