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Pflanzenwelt => Arboretum => Thema gestartet von: graugrün am 03. Februar 2008, 21:44:25

Titel: Unterschied gesucht zwischen Hain- und Rotbuche
Beitrag von: graugrün am 03. Februar 2008, 21:44:25
...zwischen Rotbuche und Hainbuche.
Wir planen eine Hecke zu pflanzen und überlegen nun, welche .
Sie sollte ungefähr 1,20 m hoch werden und formal geschnitten werden, ich denke, Buche würde ganz gut in den
Garten passen, sie soll den Gemüsegarten "einrahmen".
Worin liegt der Unterschied bei Hainbuchen und Rotbuchen? Herbstfärbung? Blattfall? Austrieb früher oder später?
Wer weiß Rat?
Danke schonmal
graugrün
Titel: Re:Unterschied gesucht.....
Beitrag von: fars am 03. Februar 2008, 21:56:52
Botanisch ist die Hainbuche keine Buche und die Rotbuche ist nicht rot, sondern grün. Rot ist die Blutbuche.

Die Unterschiede zwischen Hainbuche und grüner Rotbuche:
- Rotbuche wächst wesentlich langsamer
- Die Blattstruktur der Rotbuche ist glänzend, glatt und ganzrandig, die der Hainbuche stumpf und gerippt, der Rand gesägt.
- Der Austrieb der Hainbuche ist früher als bei der Rotbuche.
- Dafür behält die Rotbuche ihr Herbstlaub fast vollständig bis zum Neuaustrieb, die Hainbuche hingegen nur zum Teil.
- Die Herbstfärbung der Rotbuche ist leuchtend gelb bis rot-orange, die der Hainbuche weitaus weniger farbenprächtig und meist nur gelb.

Die Bodenansprüche sind gleich. Hainbuchen sind anfällig für Mehltau.
Titel: Re:Unterschied gesucht.....
Beitrag von: Staudo am 03. Februar 2008, 21:58:49
Wie genau brauchst Du es denn? Buche gehört zur Gattung Fagus, Hainbuche zur Gattung Carpinus. Es sind also schon verschiedene Bäume. Als Heckenpflanze ist Hainbuche leichter zu zähmen. Sie wird von sich aus nicht so groß. Außerdem bleiben die Blätter länger am Baum als bei Buche. Außerdem ist sie anspruchsloser.

Buche wiederum hat schönes, glänzendes Laub. Letztlich ist es Geschmackssache.


Viele Grüße

Peter


Und manchmal schreiben zwei gleichzeitig gegensätzliches, weil sie unterschiedliche Erfahrungen haben.
Titel: Re:Unterschied gesucht.....
Beitrag von: Lilo am 03. Februar 2008, 22:01:23
Die Rotbuche ist teurer als die Hainbuche.
Titel: Re:Unterschied gesucht.....
Beitrag von: graugrün am 03. Februar 2008, 22:06:25
das war ja schon sehr ausführlich, prima!
ja, da wird meine wahl wohl auf die hainbuche fallen.
es geht mir doch sehr um den frühzeitigen austrieb. aber da sieht man schon, wie man reinfallen kann, beim bücherwälzen heute sah ich ein foto aus einem garten, das zwei buchen-bögen hintereinander zeigte. einer hell belaubt, einer noch "im winterschlaf". Es ging wohl um genau diesen effekt. Da wurde behauptet, der belaubte sei die rotbuche, während die hainbuche später austreiben würde.
Na klasse. So gehts mir immer. Je mehr ich nach einer Antwort suche, umso weniger weiß ich hinterher! ;)
würdet ihr zweireihig pflanzen ?
LG
graugrün
Titel: Re:Unterschied gesucht.....
Beitrag von: Lilo am 03. Februar 2008, 22:07:27
um Gottes Willen, nein.
Titel: Re:Unterschied gesucht.....
Beitrag von: graugrün am 03. Februar 2008, 22:08:57
nicht? warum nicht? ist sie dann nicht schön puschelig später?
Titel: Re:Unterschied gesucht.....
Beitrag von: Staudo am 03. Februar 2008, 22:10:27
Gleichfalls nein. Drei Stück auf den laufenden Meter. Zweireihige Hecken werden für einen Garten viel zu breit.


Peter
Titel: Re:Unterschied gesucht.....
Beitrag von: Lilo am 03. Februar 2008, 22:11:45
Sie wird zu breit. Meine Freundin hat ihre Hainbuchenhecke zweireihig gepflanzt und sie muss beim Schneiden immer ganz furchtbar kämpfen und fluchen. Zweireihig kann man pflanzen, wenn man sich auch einen Gärtner leisten kann.




Titel: Re:Unterschied gesucht.....
Beitrag von: fars am 03. Februar 2008, 22:12:52
Ich rate von Hainbuche dringend ab.
Titel: Re:Unterschied gesucht.....
Beitrag von: Christina am 03. Februar 2008, 22:12:59
Und noch gaaanz wichtig: nicht zu schnell wachsen lassen, gleich beim Pflanzen einkürzen, damit sie schön dicht von unten wird.

Christina
Titel: Re:Unterschied gesucht.....
Beitrag von: Lilo am 03. Februar 2008, 22:14:02
Ich rate von Hainbuche dringend ab.
Das schreibst du jetzt, nachdem ich vergangene Woche gepflanzt habe.

Ja, und warum rätst du ab?
Titel: Re:Unterschied gesucht.....
Beitrag von: RosaRot am 03. Februar 2008, 22:14:16
Ich rate von Hainbuche dringend ab.

Warum?
Titel: Re:Unterschied gesucht.....
Beitrag von: graugrün am 03. Februar 2008, 22:14:41
oh, gut daß ich euch habe!
ich überlegte, ob einreihig nicht zu schmal wird.
platz hätte ich satt, das wäre nicht das problem.
dann wäre meine zweite überlegung sicher auch nicht besonders klug: wir dachten, versetzt zu pflanzen wäre auch noch eine idee, aber wo ich jetzt drüber nachdenke, da würde der schnitt ja niemals funktionieren.
blöde idee.
lg graugrün
Titel: Re:Unterschied gesucht.....
Beitrag von: Staudo am 03. Februar 2008, 22:14:55
Ich rate von Hainbuche dringend ab.

Warum?


@Aurikel: Hainbuchen sind nach meiner Erfahrung Heckenpflanzen, die auf einen zeitigen Schnitt kaum mit stärkeren Verzweigungen reagieren.
Titel: Re:Unterschied gesucht.....
Beitrag von: Staudo am 03. Februar 2008, 22:16:59
oh, gut daß ich euch habe!


Lies Dir mal die letzten Beiträge durch. Bist Du da immer noch der Meinung? ;)

Lauter selbst ernannte Fachleute, die sich laufend widersprechen.
Titel: Re:Unterschied gesucht.....
Beitrag von: graugrün am 03. Februar 2008, 22:19:56
ehrlich gesagt, peter, ich lese hier ja so oft mit, aber traue mich nie zu wort, weil ich einfach im vergleich zu euch überhaupt keine ahnung habe.
aber in der diskussion, im austausch lernt man am meisten. man kann seine eigene meinung oder seine beobachtungen ja nochmal hinterfragen, insofern
ich bleibe bei meiner meinung :).
Titel: Re:Unterschied gesucht.....
Beitrag von: Christina am 03. Februar 2008, 22:22:09
Meine Erfahrung an meiner ersten Hainbuchenhecke: beim pflanzen zu wenig geschnitten und auch in den folgenden 3 oder 4 Jahren. Sie war dann dafür ruck-zuck auf der gewünschten Höhe. In den letzten Jahren habe ich aus diesem Grunde sie kaum mehr in die Höhe wachsen lassen, der obere Teil ist jetzt viel dichter.
Titel: Re:Unterschied gesucht.....
Beitrag von: Staudo am 03. Februar 2008, 22:22:15
ich bleibe bei meiner meinung :).


Wunderbar.

Außerdem wirst Du merken, dass es auch im Garten die absolute Wahrheit nicht gibt.


@ Aurikel: Die gleiche Erfahrung habe ich auch gemacht, mit Schnitt. Erst nach jahrelangem Schnitt gelingt es, eine Verzweigung zu bekommen. Wenn man die Hecke etappenweise nach oben wachsen lassen will, braucht man vermutlich viele Jahre. Meist setzt sich nach dem Köpfen wieder ein Haupttrieb durch und schon hat man wieder keine Verzweigung.

Titel: Re:Unterschied gesucht.....
Beitrag von: fars am 03. Februar 2008, 22:23:43
Hier ein ausführlicher Link zur Rotbuchenhecke:
http://www.cordata.de/print.php?threadid=3372&boardid=67&styleid=24&sid=qstnquoeh7iau60la9gohvp1r0&page=1

Warum ich von Hainbuche abrate?
1. Hat sie eine Neigung zu Mehltau
2. Verliert sie den größten Teil des Laubes im Herbst und behalt - da widerspreche ich Staudenmanig - nur einen Teil der vertrockneten Blätter. Das mag in den letzten beiden milden Wintern anders gewesen sein.
3. Ist die Herbstfärbung bei weitem nicht so prächtig wie bei Rotbuche
4. Wirkt das Sommerlaub weil es glänzt frischer

Nachteile: Rotbuche wächst langsamer, ist hinsicht lich der Bodenansprüche etwas wählerischer und verträgt weniger Trockenheit (zumindest in der Starphase).


3. geändert: musste selbstv. Rotbuche heißen
Titel: Re:Unterschied gesucht.....
Beitrag von: pearl am 03. Februar 2008, 22:24:50
Hainbuchenlaub ist hervorragend verträglich für Gartenpflanzen.

Buchenhecken sind etwas für Parks.

In Buchenwäldern wächst nicht mehr viel in der Krautschicht.

Hainbuchenbestandene sonnige Waldränder sind die Biotope mit der größten Pflanzenvielfalt. Blutstorchschnabel ...



Titel: Re:Unterschied gesucht.....
Beitrag von: fars am 03. Februar 2008, 22:26:59
In Buchenwäldern wachsen Leberblümchen und Seidelbaste.

Rotbuchenhecken eignen sich sogar für Parterregärten. Sie lassen sich ebenso schmal halten, wie Hainbuchen.
Titel: Re:Unterschied gesucht.....
Beitrag von: Christina am 03. Februar 2008, 22:27:10
 :D also Lilo, haben wir doch nicht die falsche Hecke...
Titel: Re:Unterschied gesucht.....
Beitrag von: graugrün am 03. Februar 2008, 22:27:21
hihi, diese feststellung habe ich schon gemacht, das stimmt.
nun wurschtele ich schon 5 jahre hier herum und habe mehr falsch gemacht als richtig.
(zu wenig im forum mitgelesen :-\)
naja, gehölze sind auch nicht meine stärke,
ich habs schon auch mehr mit den stauden.

zurück zu den hainbuchen: wäre der pflanztermin jetzt im vorfrühling geeignet?
ich weiß, ich habs dann schwerer im sommer, muß immer wässern. aber generell wär es doch möglich, oder hat die buche da irgendwelche vorlieben?
Titel: Re:Unterschied gesucht.....
Beitrag von: Lilo am 03. Februar 2008, 22:29:11
Rotbuche ... verträgt weniger Trockenheit (zumindest in der Starphase).

Puh, dann bin ich jetzt beruhigt.

Titel: Re:Unterschied gesucht.....
Beitrag von: Staudo am 03. Februar 2008, 22:29:32
Hainbuche lässt sich hervorragend verpflanzen - wenn die Sträucher nie trocken geworden sind.

Leider sieht man das erst, wenn der Austrieb fehlt.
Titel: Re:Unterschied gesucht.....
Beitrag von: macrantha am 03. Februar 2008, 22:43:37
Aber auch eine Rotbuche darf - erst recht nicht - trocken werden. Diese ist wirklich sehr heikel die ersten paar Jährchen.
Wenn das geschafft ist, mag es keine Unterschiede in der Widerstandsfähigkeit geben.
Schon möglich, dass eine Hainbuche mal Mehltau hat.
Allerdings habe ich bisher immer nur kranken Rotbuchenhecken gesehen (eben weil sie anspruchsvoller an den Standort sind).

Eine Hecke kannst Du jetzt (März/April) gut setzten. Bereite den Pflanzplatz gut vor, damit die Gehölze schnell anwachsen können. Also tiefgründig lockern und bei sehr armen Boden (aber nur dann) etwas Kompost einarbeiten. Nicht vergessen einen Gießring anzulegen und den Boden nicht austrocknen lassen.
Dann wird das schon.

Ich würde mir die Entscheidung so überlegen:
Wenn der Standort schon mal sehr trocken und heiß werden kann: Hainbuche (unsere Rotbuche kommt ja auch aus luftfeuchten Wäldern, in der Jugend beschattet).
Wenn der Standort OK ist (Boden nahrhaft, Bodenfeuchte durchschnittlich) und Dir die schöne kupferfarbene Herbstfärbung + lange Laubhaftung wichtig ist: Rotbuche.

Titel: Re:Unterschied gesucht.....
Beitrag von: graugrün am 03. Februar 2008, 22:57:16
hm,
schwere entscheidung.
nun, wir haben lehmigen kalkboden. im winter ordentlich feucht, im sommer knochentrocken.
Kompost muß hier in alle pflanzlöcher, sonst ist der boden im sommer wie beton.
rotbuchen wachsen hier in der gegend sowieso, also sollte eine solche hecke von der bodenbschaffenheit schon klarkommen.
Erfahrungsgemäß muß ich tatsächlich ständig hinter Neupflanzungen her sein, am Anfang hats hier alles etwas schwer, nach einigen Jahren wächst es dann umso stärker.
aber daß die Rotbuche so spät erst austreibt, das stört mich etwas, ich habs ganz gern zeitig grün, der winter ist lang genug.
oder seh ich das zu eng?
Titel: Re:Unterschied gesucht.....
Beitrag von: Susanne am 03. Februar 2008, 22:58:19

Warum ich von Hainbuche abrate?
1. Hat sie eine Neigung zu Mehltau
2. Verliert sie den größten Teil des Laubes im Herbst und behalt - da widerspreche ich Staudenmanig - nur einen Teil der vertrockneten Blätter. Das mag in den letzten beiden milden Wintern anders gewesen sein.
3. Ist die Herbstfärbung bei weitem nicht so prächtig wie bei Hainb.
4. Wirkt das Sommerlaub weil es glänzt frischer

Nachteile: Rotbuche wächst langsamer, ist hinsicht lich der Bodenansprüche etwas wählerischer und verträgt weniger Trockenheit (zumindest in der Starphase).

Zu Punkt 1: Ich habe noch nie Mehltau an meinen Hainbuchen gehabt.
Zu Punkt 2: Es gibt verschiedene Hainbuchen-Sorten, einige verlieren bereits zu Beginn des Winters einen Teil des trockenen Laubes, andere stoßen ihr altes Laub erst zum Neuaustrieb im Frühjahr ab. - In dem Punkt wichtig: Hainbuchen-Heckenpflanzen immer in einer guten Baumschule kaufen, sonst hat man schnell mal verschiedene Sorten und damit eine scheckige Hecke.
Zu Punkt 3: Rotbuchen haben meiner Ansicht nach eine schönere Herbstfärbung als Hainbuchen und Blutbuchen. Aber das ist natürlich Geschmackssache.
Zu Punkt 4: Der frische Austrieb der Hainbuchen hat auch seinen Reiz.

Ich persönlich habe beide Heckenpflanzen gern. Allerdings ist mir aufgefallen, daß in Hainbuchen sehr viele Nützlinge (Marienkäfer) im Laub überwintern, was im Fall der Rotbuche nicht in dem Maß möglich ist.

Zitat
oder seh ich das zu eng?

Ich denke, sowas läuft unter Gewöhnung.
Titel: Re:Unterschied gesucht.....
Beitrag von: pearl am 03. Februar 2008, 23:12:20
graugrün ist noch da, also noch mal ich.

Was macrantha bezüglich der Bodenansprüche meinte, wollte ich mit meinen sonnigen Waldrändern andeuten. Hainbuchen sind trockenheitsresistenter als Buchen und auch als Jungpflanzen meiner Erfahrung nach nicht sehr empflindlich.

Was Susanne wegen der Mehltauanfälligkeit sagte ist auch meine Erfahrung. Ich habe noch nie Mehltau an meinen Hainbuchen gesehen. In großen guten Gärtnereien gibt es Heister für 2,5zig.

Hainbuchen haben bis Ostern braunes Laub. Das ist ein Vorteil, wenn man Sichtschutz will. Sie stoßen das Laub unvermittelt bei Neuaustrieb ab. Daher sind Hainbuchen eine saubere Sache. Das Laub ist trocken und verklebt nicht den Boden oder die Stauden und es verrottet extrem schnell zwischen den neu austreibenden Pflanzen.

Titel: Re:Unterschied gesucht.....
Beitrag von: macrantha am 03. Februar 2008, 23:18:41
Da muß ich auch noch schnell nachhaken.
Mit meinem Satz "Schon möglich, dass eine Hainbuche mal Mehltau hat" wollte ich sagen, dass fast alle Pflanzen mal mit diversen Krankheiten kämpfen können.
Gesehen habe ich es aber ebenfalls noch nie an Hainbuchen (auch ich halte sie für wesentlich robuster).
Titel: Re:Unterschied gesucht.....
Beitrag von: Susanne am 03. Februar 2008, 23:24:15
Zitat
Hainbuchen haben bis Ostern braunes Laub. Das ist ein Vorteil, wenn man Sichtschutz will. Sie stoßen das Laub unvermittelt bei Neuaustrieb ab.

Aber eben nicht alle Sorten. Wenn man Wert auf den Sichtschutz bis zum Neuaustrieb legt, sollte man unbedingt beim Kauf darauf achten, daß es die richtige Sorte ist.
Ich habe zwei nebeneinander und gleichzeitig gepflanzte Hainbuchensäulen - die eine ist ab Dezember nackt, die andere bis März belaubt. Das sieht doof aus...

 
Titel: Re:Unterschied gesucht.....
Beitrag von: graugrün am 03. Februar 2008, 23:24:45
na, sichtschutz ist doch nicht so wichtig in diesem fall, eher windschutz, da muß die hecke schon was aushalten können.
ja, ich hab in unserer gemischten hecke schon zwei hainbuchen eingepflanzt, die haben sich auch gut gemacht und hatten noch nie irgendwelche krankheiten, obwohl auch sie die anfängliche lehmboden-qual kombiniert mit meiner damaligen unerfahrenheit zu ertragen hatten.
ja, bei uns muß ich ca. 3 € hinblättern pro wurzelnackte, aber auch das ist noch im rahmen, denke ich. die baumschule ist top, da mache ich mir um die qualität keine sorgen.
Titel: Re:Unterschied gesucht.....
Beitrag von: macrantha am 03. Februar 2008, 23:28:34
Ich glaube aber nicht, dass man als Heckenpflanze eine bestimmte Sorte ordern kann. Die in den Baumschulen angebotenen Heister für Heckenpflanzung sind Sämlingspflanzen ... da heißt es Glück haben, was den Laubfall angeht.
Aber Graugrün, ich finde Du hast recht. Für mich gehts im Winter auch nicht so sehr um Sichtschutz, solange die Pflänzchen nicht erst Ende Mai austreiben.
Titel: Re:Unterschied gesucht.....
Beitrag von: graugrün am 03. Februar 2008, 23:36:04
hab ich auch schon öfter beobachtet, daß in buchenhecken manche pflanzen laub haben, andere nicht.
ich dachte immer, das hätte der wind beeinflusst, ::)
naja, sichtschutz wäre mir durchaus im winter lieb, aber in diesem fall wird die hecke quer zur richtung gartenende stehen und dahinter kommen nur noch felder, wiesen und wälder.
der wind hingegen ist manchmal brutal hier im garten!
lg
graugrün
Titel: Re:Unterschied gesucht.....
Beitrag von: fars am 04. Februar 2008, 06:12:57
Dass es bei C. betulus unterschiedliche Sorten bezüglich des Blattfalls gibt, ist mir neu. Unterschiedliche Wuchsformen sind hingegen bekannt.

Aber genau das ist es ja, was ich der Hainbuche u.a. "vorwerfe". Wer auf Sichtschutz im Winter Wert legt, der hat eine löchrige Hecke. Der eine Strauch hat ein paar trockene Blätter mehr, der andere steht nackt da. Von Sichtschutz keine Spur.

Wodurch unterscheidet sich der Laubaustrieb der Hainbuche von dem der Rotbuche? Ist letztere nicht auch berühmt für ihr zartes "Lindgrün"?
Titel: Re:Unterschied gesucht.....
Beitrag von: Staudo am 04. Februar 2008, 07:36:02
So, jetzt war ich draußen nachschauen. Die Hainbuchenhecke ist noch recht gut belaubt. Allerdings hatten wir bis auf die zwei Wochen vor Weihnachten keinen Winter. Gestern sind wir beim Spazierengehen an einer Buchenschonung vorbei gekommen, auch dort hing noch Laub.
König Salomon hätte seine Freude. Alle haben Recht.


Peter
Titel: Re:Unterschied gesucht.....
Beitrag von: riesenweib am 04. Februar 2008, 07:44:42
ich hatte mal gelesen, dass der laubfall im winter bei hainbuche durch den richtigen "schur"zeitpunkt im frühsommer verhindet werden könne. Kann nach meiner erfahrung nicht. Wir haben heckenware, mehrjährige standzeit, on/off mit laub im winter. Ich verfolge die laublosen pflanzen seit mehreren wintern, der "schur"zeitpunkt ändert nichts, dass sie ab spätherbst nackig dastehen. Die das laubhaltenden halten es immer.
Titel: Re:Unterschied gesucht.....
Beitrag von: Irisfool am 04. Februar 2008, 07:48:38
Ja was nun? Gibt es länger das Laub haltende Hainbuchensorten , oder nicht? Das würde mich nun wirklich brennend interessieren, weil ich meine heute bestellen will! LG Irisfool
Titel: Re:Unterschied gesucht.....
Beitrag von: Staudo am 04. Februar 2008, 07:53:56
Susannes Erfahrung. Es gibt offensichtlich verschiedene Typen.

Irisfool: Bei den Baumschulen werden nach meiner Erfahrung keine Unterschiede gemacht.

Wichtig ist es, die eingekauften Sträucher sofort wieder einzuschlagen. Sie wachsen wirklich problemlos an, vertragen es aber nicht, wenn die Wurzeln eintrocknen.


Peter
Titel: Re:Unterschied gesucht.....
Beitrag von: Paulownia am 04. Februar 2008, 08:44:00
Meiner Meinung besteht der Hauptunterschied in Bezug auf Heckenpfanzung, daß die Fagus ein stärkeres Wurzelgeflecht hat als die Carpinus. Was für das angrenzende Gemüsebeet nicht unbedeutend sein dürfte.
Die längere Blatthaftung resultiert auch aus der Dichte des Zweiggeflechtes.Je dichter dieses ist, desto länger haftet auch das Laub.
Früher hat man bei Neuanlagen von Hecken, insbesondere von Buchenhecken die Seitentriebe ineinander verflochten um schneller die gewünschte Dichte zu erhalten.
Titel: Re:Unterschied gesucht zwischen Hain- und Rotbuche
Beitrag von: Susanne am 04. Februar 2008, 10:22:03
Zitat
Die längere Blatthaftung resultiert auch aus der Dichte des Zweiggeflechtes.Je dichter dieses ist, desto länger haftet auch das Laub.

Meine beiden Hainbuchensäulen wurden gleichzeitig gepflanzt, immer gleichzeitig geschnitten und haben auch sonst immer die gleiche Behandlung erfahren. Eine ist leer, die andere belaubt.

Zitat
Die in den Baumschulen angebotenen Heister für Heckenpflanzung sind Sämlingspflanzen

Das erklärt zumindest, warum die Winterbelaubung so unterschiedlich ausfällt.
Ideal wäre, jetzt eine Baumschule zu finden, die die winterbelaubten Exemplare heraussucht und bündelt.

Im Hintergrund frage ich mich, ob es Sinn machen würde, bei den Sämlingspflanzen die mit Winterbelaubung auszusortieren und weiter zu kreuzen, damit die Eigenschaft verstärkt wird...

Titel: Re:Unterschied gesucht zwischen Hain- und Rotbuche
Beitrag von: macrantha am 04. Februar 2008, 10:35:37
Klar - das würde bestimmt auf längere Sicht klappen. Nur leider sind vermutlich die wenigsten daran interessiert :'(

fiktives Gespräch in einer Baumschule in Kleinmiefhause/Gartencenter "Betongrün"

Verkäufer:... und wenn sie sich für diese etwas teureren Hainbuchen entscheiden, dann haben sie im Winter mehr Sichtschutz

Kunde: ach - die sind auch im Winter grün?

Verkäufer: nein - nicht grün. Das dürre Laub haftet länger.

Kunde: dürres Laub?

Verkäufer: ja

Kunde: ach ... ich weiß nicht ... dürres Laub gefällt mir jetzt nicht so...

Verkäufer: nun - sie können dann halt auch im Winter nicht durch die Hecke schaun

Kunde: aber dürres Laub ist doch so unschön ... Könnte man das Laub denn nicht mit dem Laubbläser runterpusten?

Verkäufer: (verdreht die Augen) Nun - wenn sie dass nicht möchten, dann können sie natürlich auch die billigeren Sämlingspflanzen nehmen, die halten das Laub nicht so zuverlässig.

Kunde: durch die kann man im Winter also durchschaun?

Verkäufer: (entnervt) jaaaaaaa

Kunde: jetzt, wo sie davon anfangen ... vielleicht wäre Sichtschutz im Winter ja doch ganz schön.

Verkäufer: wobei die Hainbuche früh austreibt ... man macht im Winter ja nicht so viel im Garten.

Kunde: oh - bei den milden Wintern (blickt sich suchend um) ... haben sie eigentlich gerade Grillsets im Angebot?

Verkäufer: (irritiert) äh ... erst wieder im Frühjahr

Kunde: vielleicht wäre was immergrünes ja doch besser ...

Verkäufer: ?!?

Kunde: ich geh mal rüber zu den Thujas .... die muß man doch auch kaum schneiden, oder?

Verkäufer: (beißt in einen Carpinus-Stamm) ...
Titel: Re:Unterschied gesucht zwischen Hain- und Rotbuche
Beitrag von: Susanne am 04. Februar 2008, 11:00:12
 (http://www.cosgan.de/images/smilie/frech/a075.gif)
Du hast ja so recht...

Titel: Re:Unterschied gesucht zwischen Hain- und Rotbuche
Beitrag von: martina. am 04. Februar 2008, 15:08:01
Wenn ich mir unsere Hainbuchenhecken so anschaue, spielen vielleicht auch die Lichtverhältnisse eine Rolle.
Im unteren Bereich, wo sie oft im Schatten der Nachbarhäuser stehen, ist das Laub fast weg. Oben herum sind sie noch zu mehr als 50 % belaubt.
Die Monsterhecke bei uns steht vollsonnig und ist trotz massiven Rückschnitts letztes Jahr schon wieder fast 1,5 m tief. Und voller Laub - auch wenn's dürres Laub ist ;D ;D
Titel: Re:Unterschied gesucht zwischen Hain- und Rotbuche
Beitrag von: Gartenlady am 04. Februar 2008, 16:01:43
Unsere Hainbuche hatte in trockenen Sommern Mehltau.

Hainbuchen müssen - wenn sie immer gut aussehen sollen - 2-3x im Jahr geschnitten werden, Rotbuchen wachsen weniger schnell.

Hainbuchen sind in der Jugend vermutlich unempfindlicher, aber unsere 40 Jahre alte Hainbuchenhecke haben wir gerodet, weil sie anfing einzugehen.

Rotbuchen haben es schwer anzugehen, sie leben in Symbiose mit einem Bodenpilz, bei wurzelnackten Pflanzen muss man vor dem pflanzen für diesen Pilz sorgen.
Titel: Re:Unterschied gesucht zwischen Hain- und Rotbuche
Beitrag von: fars am 04. Februar 2008, 20:03:19
Auch andere sind der Ansicht, dass Hainbuchen und Pilzinfektionen etwas gemeinsam haben:

http://de.wikipedia.org/wiki/Hainbuche#Krankheiten_und_Fra.C3.9Ffeinde
Titel: Re:Unterschied gesucht zwischen Hain- und Rotbuche
Beitrag von: macrantha am 04. Februar 2008, 20:34:12
Haja ... nur weil ein Autor im Wiki auflistet, dass etwa 200 Pilze die Hainbuche befallen (welcher Baum wird denn bitte nicht von Pilzen befallen ?!?)
Hainbuchen werden naturgemäß bis 20m hoch, Rotbuchen können 40m schaffen ... was den Schnitt angeht, würde ich mich nicht darauf verlassen, dass man eine Rotbuche weniger scheiden muß. Hier kommt es eher auf den Standort an.
Und beides hat seine Berechtigung aber man muß schon sagen, dass die Rot-Buche trockenheits-, hitze- und nässempfindlich ist währen die Hainbuche eine etwas weiter Standortsamplitude hat.
Krank werden können alle Gehölze.
Titel: Re:Unterschied gesucht zwischen Hain- und Rotbuche
Beitrag von: Rob am 04. Februar 2008, 21:25:06
Rotbuchen haben es schwer anzugehen, sie leben in Symbiose mit einem Bodenpilz, bei wurzelnackten Pflanzen muss man vor dem pflanzen für diesen Pilz sorgen.

Jeder Waldbaum bei uns lebt in Symbiose mit Pilzen. Das hat nichts damit zu tun, dass die Rotbuche schwieriger zu verpflanzen ist. Das Wurzelsystem ist empfindlicher und regeneriert schlechter als bei Hainbuchen.

Wenn ich vor der Wahl stünde: Hainbuche
Titel: Re:Unterschied gesucht zwischen Hain- und Rotbuche
Beitrag von: fars am 05. Februar 2008, 07:50:24
Haja ... nur weil ein Autor im Wiki auflistet, dass etwa 200 Pilze die Hainbuche befallen (welcher Baum wird denn bitte nicht von Pilzen befallen ?!?)

Na, als gar so simpel möchte ich meine Argumente ja nun nicht bewertet wissen. Wiki diente mir lediglich als zusätzliche Argumentationshilfe. Und es ist schon auffällig, wie sehr die Pilzinfektiongefahr bei Hainbuche betont wird, während Wiki zur Buche kaum etwas benennt.

Meine Argumente stammen ohnehin nicht aus Katalogen oder anderen Beschreibungen, sondern aus eigenem Erleben. Immerhin habe ich in meinem vorherigen Garten fast 30 Jahre lang eine Hainbuchenhecke gepflegt und durfte neidvoll auf die Buchenhecke des Nachbarn schauen.

Aber da hier die Hainbuchenfreunde ohnehin überwiegen (warum eigentlich? Habt oder kennt ihr zuwenig Buchenhecken?), wird die Entscheidung von graugrün vermutlich zu Gunsten der Hainbuche ausfallen. Und das ist auch gut so. Sie konnte sich wenigstens nach einem ausführlichen Pro und Contra entscheiden.

Lasst mich nur noch 2 Argumenten nachgehen, da möglicherweise auch andere Heckenfreunde hier reinschauen:

1. Warum soll sich eine Buchenhecke nicht schmal halten lassen? Nur weil man überwiegend mächtige Hecken kennt (die größte und höchste, 200 Jahre alt?, soll übrigens in Schottland stehen. Ich habe sie mal besichtigt, war aber nicht sonderlich beeindruckt)? Nun, tatsächlich lässt sie sich ebenso trimmen, wie jede Hainbuchenhecke.

2. Die Wurzeln von Buchenhecken sollen als störend in die angrenzenden Beete wachsen. Da Beete üblicherweise eine äußerst gefällige und besonders nahrhafte Bodenstruktur aufweisen, schickt auch die Hainbuche ihre oberen Wurzeln gerne dort hinein. Aber weder bei Hainbuche noch bei Rotbuche ist das störend und kann, wenn es denn erforderlich sein sollte, mit ein paar Spatenstichen gekappt werden.

Abschließend möchte ich noch auf die Schönheit einer gemixten Hecke aus Rot- und Blutbuche hinweisen. Eine farbenfrohere Grenze kann man schwerlich mit anderen Gehölzen herstellen.
Titel: Re:Unterschied gesucht zwischen Hain- und Rotbuche
Beitrag von: macrantha am 05. Februar 2008, 11:39:06
Hallo Fars,

ich möchte meine Texte nicht so verstanden wissen, dass ich von Rotbuche generell abrate und nur für eine bestimmte Art argumentiere.

Meine Argumente stammen nicht aus dem einen eigenen Garten, sondern aus vielen Gärten und Erfahrungen sehr kompetenter Leute, die im großen Stil Hecken pflanzen.
Ich muß nicht jede Erfahrung selbst machen, zudem ist eine Erfahrung an nur einem Standort einfach nicht aussagekräftig. Und nur deshalb widerspreche ich Deinem "Hainbuchen bekommen leicht Mehltau".

Das mag für Deinen Garten zu 100% stimmen und bei Dir wächst die Rotbuche einfach besser - ok.

Wenn der Standort passt, würde ich mich übrigens immer für eine Rotbuche entscheiden - ich mag das glatte Laub und die fantstische Herbstfärbung, die sie in meinem Augen begehrenswerter als Hainbuche macht.
Durch Schnitt lässt sie sich zudem genauso schmal oder breit wie Hainbuche halten (aber sie muß nicht generell weniger geschnitten werden).
Das Wurzelsystem der Rot-Buche ist aber wirklich auf der einen Seite sensibler, auf der anderen Seite (auch wenn dass paradox klingt) sehr viel aggressiver anderen Pflanzen gegenüber.
Ein ausgewachsener Baum einer Rot-Buche wirkt sehr viel verdrängenter auf den Unterwuchs, als dies Hainbuchen tun (und das hängt nicht nur mit dem Schatten, sondern auch mit dem Wurzelsystem zusammen).

Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob bei einer klein gehaltenen Hecke dieser Punkt gar nicht so sehr zum Tragen kommt und wieder vergleichbar mit einer Hainbuchenhecke ist ::)

Wie ich schon geschrieben habe: ist der Standort extremer was Hitze, Trockenheit und Nährstoffarmut angeht, würde ich mich sicherheitshalber für die Hainbuche entscheiden.
Ist der Standort gut (und vielleicht doch nicht unbedingt neben dem Gemüsegarten), dann Rotbuche mit aber besonders sorgfältiger Bodenvorbereitung und Pflege nach dem Pflanzen.

Liebe Grüße
macrantha
Titel: Re:Unterschied gesucht zwischen Hain- und Rotbuche
Beitrag von: Christiane am 05. Februar 2008, 18:00:37
Vielleicht doch ´ne Thujenhecke ;D ;D ;D?!?

Duck´ und weg,
Christiane
Titel: Re:Unterschied gesucht.....
Beitrag von: SouthernBelle am 05. Februar 2008, 18:25:10

Hainbuchen haben bis Ostern braunes Laub.

Einspruch gegen diese generelle Aussage! Wo es genug heftige Herbststuerme gibt, haelt das Hainbuchenlaub sehr schlecht (ca zu Weihnachten bereits fast kahl), Buche dagegen schon (wir haben beides als hohe, einreihige Hecke).
Buche war viel pimpeliger in der Jugend.
Buche waechst langsamer.
Mir persoenlich gefaellt die deutlich roetliche Herbstfarbung der Buche besser, Hainbuche ist hier am Ende sandgraubraun (oder so).
Beides laesst sich mit gutem Schnitt zu ordentlicher Verzweigung anregen.

Titel: Re:Unterschied gesucht zwischen Hain- und Rotbuche
Beitrag von: pearl am 05. Februar 2008, 18:31:02
ich mag sandgraubraun
Titel: Re:Unterschied gesucht zwischen Hain- und Rotbuche
Beitrag von: Susanne am 05. Februar 2008, 19:03:10
Zitat
Einspruch gegen diese generelle Aussage!

Das haben wir schon längst geregelt... ;)
Titel: Re:Unterschied gesucht zwischen Hain- und Rotbuche
Beitrag von: Irisfool am 05. Februar 2008, 19:24:45
Ich werde es baldigst wissen, denn ich bekomme Beide! Hab heute wieder 100 Rotbuchen gesetzt....... Und 230 Stück Hainbuche kommen demnächst!!!!!! :o ;D ;D ;D ;)
Titel: Re:Unterschied gesucht zwischen Hain- und Rotbuche
Beitrag von: Staudo am 05. Februar 2008, 19:26:18
Dann melde Dich bitte in zwanzig Jahren dazu noch einmal. Welche ist langfristig schöner, besser, gesünder?
Titel: Re:Unterschied gesucht zwischen Hain- und Rotbuche
Beitrag von: Irisfool am 06. Februar 2008, 18:53:57
Also, ich habe meine Fagus purpurea Hecke im Zickzack gepflanzt und zwar 7 Stück auf den laufenden Meter. Für diese Pflanzen bezahlte ich hier 1.95 Euro , 1.50 m und für die Hainbuche ( Carpinus betulus) 2.05 Euro ,1.50m- 1.75m. Es wird angeraten 5-7 Stück per laufenden Meter zu pflanzen. LG Irisfool
Titel: Re:Unterschied gesucht zwischen Hain- und Rotbuche
Beitrag von: macrantha am 06. Februar 2008, 18:57:15
Die Menge hängt aber stark von der verwendeten Pflanzqualität ab.
Normalerweise nimmt man Heister, 100-125 cm groß (1-2x verpflanzt). Da reichen dann schon 3 Stk pro lfm
Titel: Re:Unterschied gesucht zwischen Hain- und Rotbuche
Beitrag von: pearl am 07. Februar 2008, 20:55:02
das finde ich auch realistischer. Aber in den Niederlanden ist ja viel Wind, da soll es nicht durch so eine Hecke durchblasen, nehme ich an.
Titel: Re:Unterschied gesucht zwischen Hain- und Rotbuche
Beitrag von: Susanne am 09. Februar 2008, 10:29:28
Ich weiß nicht, ob das so unbedingt was mit "dicht" zu tun hat... dicht wird die Hecke auch, wenn ich nur 3 Pflanzen auf den lfdm setze, es dauert nur minimal länger.
Stellt man sich die Hecke in etwa zwanzig Jahren vor, wenn durch Wachstum und Schnitt dicke Stämme entstanden sind, dann können sich die einzelnen Pflanzen bei 5 Stück/ lfdm durch die Konkurrenz des dichten Standes nicht so stabil entwickeln wie die weiter gepflanzte Hecke - was vermutlich auch noch den Pilzbefall begünstigt.
So gesehen würde die anfängliche Ungeduld - wie immer im Garten - mit Spätfolgen bestraft.


Titel: Re:Unterschied gesucht zwischen Hain- und Rotbuche
Beitrag von: pearl am 09. Februar 2008, 11:32:42
so sehe ich das durchaus auch, Susanne, aber ich zweifle daran, ob die Leute das hören wollen
Titel: Re:Unterschied gesucht zwischen Hain- und Rotbuche
Beitrag von: Susanne am 09. Februar 2008, 12:40:24


Wenn sich die Botschaft vermittelt, ist gut, wenn nicht, ist Pech, für die Leute wie für die Hecke.
Interessant wäre, mal anzutesten, wieviele Verkaufsprofis den dichteren Stand empfehlen, nur um 66 % mehr verkaufen zu können...

Titel: Re:Unterschied gesucht zwischen Hain- und Rotbuche
Beitrag von: Staudo am 09. Februar 2008, 13:16:17
Ich nicht.

Über kurz oder lang beginnen sich die Pflanzen gegenseitig zu erdrücken. Selbst bei drei Stück gibt es nach zehn Jahren - zumindest bei Hainbuchen, bei Liguster wahrscheinlich nicht - Pflanzenausfälle. Diese fallen aber nicht auf, weil die Nachbarpflanzen die Lücken erobert haben.

Bei Immergrünen ist es natürlich noch etwas anders.



Peter
Titel: Re:Unterschied gesucht zwischen Hain- und Rotbuche
Beitrag von: Paulownia am 09. Februar 2008, 13:24:26
Ich finde jetzt tut ihr den Profis doch etwas unrecht.

Heckenpflanzen kann man bekommen als :
Leichte Heiste o.B.
Heckenware, geschnitten o.B.
Heckenpflanze o.B. aus weitem Stand
" m.B. " " "
" m.B aus extra weiten Stand.
Und wenn ich dann die Preisunterschiede von ca. 2,80 bis ca. 80,-- Euro nehme. Wird meistens der Leichte Heister o.B. allenfalls noch die Heckenpflanze o.B. 800/100 gekauft. Alles andere ist dem Kunden in der Regel zu teuer.

Und wenn dann der Laie seine Heister lt. Empfehlung pflanzen würde, wäre dies nie und nimmer eine Hecke für ihn. Dem Verkäufer würde er auch die Empfehlung wieviel auf den Lfdm nie und nimmer glauben. Tja, und für Pflanzen aus extra weitem Stand fehlt dem Kunden dann das Geld, oder er ist nicht bereit so viel zu zahlen.
 
Titel: Re:Unterschied gesucht zwischen Hain- und Rotbuche
Beitrag von: Susanne am 11. Februar 2008, 09:51:03
Zitat
Ich finde jetzt tut ihr den Profis doch etwas unrecht.

Wer hat wo "den Profis" etwas unrecht getan?

Titel: Re:Unterschied gesucht zwischen Hain- und Rotbuche
Beitrag von: Staudo am 11. Februar 2008, 18:37:18
Ich nehme meine Beiträge zurück und behaupte ab sofort das Gegenteil!


Ich war heute in Sachsen unterwegs, wo die Böden meist deutlich besser sind als hier. Unter anderem bin ich durch ein Dorf gekommen, wo Hecken aus Rotbuchen erstaunlich verbreitet sind. Diese waren sehr gut geschnitten - und voll belaubt mit schönen braunen Blättern. Natürlich habe ich auch überall Hainbuchenhecken gesehen - aber so schön wie die Rotbuchenhecken in besagtem Dorf waren sie nirgends.


Viele Grüße

Peter
Titel: Re:Unterschied gesucht zwischen Hain- und Rotbuche
Beitrag von: fars am 11. Februar 2008, 18:40:14
Heißt es nicht "Buchen sollst du suchen"?
Titel: Re:Unterschied gesucht zwischen Hain- und Rotbuche
Beitrag von: Staudo am 11. Februar 2008, 18:53:02
Sicher. Aber welche? Weiße oder rote? Oder gar blutige?
Titel: Re:Unterschied gesucht zwischen Hain- und Rotbuche
Beitrag von: Stephanie am 14. Februar 2008, 08:20:25
Hallo,
wir haben bei uns eine ca. 25 Meter lange Rotbuchenhecke und eine ca. 50 Meter lange Hainbuchenhecke.
Die Rotbuche ist anfälliger und nimmt Trockenheit bzw. Schatten übel und triebt immer erst ab Mai aus.
Die Hainbuche ist viel pflegeleichter - keine Krankheiten und ob Sonne oder Schatten ist ihr relativ egal, sie treibt auch schon sehr früh aus.
Eigentlich ist die Hainbuche die idealere Hecke, wenn nicht das schöne Herbst- bzw. Winterlaub der Rotbuche wäre ...
Gruss,
Stephanie
Titel: Re:Unterschied gesucht zwischen Hain- und Rotbuche
Beitrag von: pearl am 14. Februar 2008, 10:33:34
klare Sache, Stephanie!

Dann würdest du als Umrahmung des Gemüsegartens auch zur Hainbuche raten und in weitläufigeren Anlagen mit gutem Boden zur Rotbuche?
Titel: Re:Unterschied gesucht zwischen Hain- und Rotbuche
Beitrag von: Sandmännchen am 29. März 2008, 12:16:02
Jetzt möchte ich das Thema kurz mal wieder aufleben lassen.
Auch ich möchte eine Hecke anlegen.
Kann man eine Hecke auch mit Rotbuchen und Hainbuchen mischen - im Wechsel? Sieht dann etwas lockerer aus. Es wären auch zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: früherer Blattaustrieb bei der Hainbuche und längerer Halt bei Rotbuche. Auch die schöne Herstfärbung erhält man zum Teil.
Was haltet ihr davon?

Titel: Re:Unterschied gesucht zwischen Hain- und Rotbuche
Beitrag von: Crispa † am 29. März 2008, 12:33:57
Man kann schon, nur wer will das schon? Magst du so scheckige Hecken. Ich meine eine Hecke muß ruhig im Hintergrund wirken. Davor kommen dann schöne Stauden oder kleine Gehölze gut zur Wirkung
Titel: Re:Unterschied gesucht zwischen Hain- und Rotbuche
Beitrag von: Sandmännchen am 29. März 2008, 12:54:29
Sieht das wirklich so grässlich aus? :-\
Titel: Re:Unterschied gesucht zwischen Hain- und Rotbuche
Beitrag von: fars am 29. März 2008, 13:14:45
Gemischte Hecken sind etwas Wunderbares. Allerdings würde ich sie nicht auf Hain- und Rotbuche beschränken, sondern wenn schon, denn schon: Ilex, Linde, Buche, Hainbuche, Haselnuss, Rotdorn, Forsythie, Eibe usw.
Titel: Re:Unterschied gesucht zwischen Hain- und Rotbuche
Beitrag von: Crispa † am 29. März 2008, 13:16:45
ja fars das gefällt mir auch. Solche Anpflanzungen hab ich auch im Garten.
Titel: Re:Unterschied gesucht zwischen Hain- und Rotbuche
Beitrag von: graugrün am 03. April 2008, 18:17:02
oh, das ist schön, daß das Thema nochmal aufgegriffen wurde.
Ich würde die beiden Buchensorten auch nicht unbedingt mischen. Möglicherweise ist auch das Wuchsverhalten anders und das erschwert zuletzt den Schnitt.
Nur als Berichterstattung möchte ich erzählen, daß ich mich für die Hainbuche entschieden habe.
hauptsächlich wegen der stärkeren Anfälligkeit der Rotbuchen bei Trockenheit,( bei unserem Lehmboden ist es im Sommer zeitweise doch extrem trocken ) und zweitens nicht zuletzt wegend dem Preis, der bei bislang 120 Pflanzen doch schon ins Gewicht gefallen ist.
Ansonsten haben wir auch nur gemischte Hecken, bestehend aus Weißdorn, Schlehe, Liguster, Hartriegel, Wildrose, Blutpflaume, Forsythie, Flieder, Blutjohannisbeere, einzeln stehenden Thujen, Eiben und Kirschlorbeer.
Nun wird sich der formal mit Hainbuchen begrenzte "Gartenraum" deutlich vom Rest abheben, das soll er ja auch, weil es der Gemüsebereich mit Gewächshaus und Gartenschuppen ist, naja, sagen wir "wird" und hier werden hauptsächlich gerade Linien zu finden sein, der übrigen Garten ist doch sehr naturnah und absolut "kurvenreich"!
Danke nochmal fürs Mit-Überlegen an alle.
graugrün

Titel: Re:Unterschied gesucht zwischen Hain- und Rotbuche
Beitrag von: fars am 03. April 2008, 18:19:48

Ich würde die beiden Buchensorten


Nur zur Richtigstellung: Die Hainbuche ist keine Buche! (Gehört zu den Haselgewächsen)
Titel: Re:Unterschied gesucht zwischen Hain- und Rotbuche
Beitrag von: graugrün am 03. April 2008, 18:30:09
Auweia, Du hast Recht, fars!
Da hab ich wieder mal schneller geschrieben als nachgedacht!
 ::)
Lg
graugrün