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Garten- und Umwelt => Atelier => Thema gestartet von: tubutsch am 05. Februar 2008, 16:14:46
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Neuer Versuch: Könnt ihr mir Tipps geben, wie ich einen rechteckigen Garten ca. 700m² gliedern bzw. strukturieren kann? Lese immer wieder, dass "Räume" und "Sichtachsen" angelegt werden sollen - doch wie konkret, das steht da nicht. Bin für jeden Hinweis dankbar. Grüße Tubutsch
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"Räume" und "Sichtachsen" schaffen sind gestalterische Methoden, also formale Aspekte und für sich genommen ziemlich wertlos.
Ich würde zuerst die eigenen Bedürfnisse formulieren und Anforderungen an den Garten zusammenstellen. :)
Die Gestaltung des Gartens sollte sich ja den Funktionen unterordnen und kommt deshalb erst im zweiten Schritt, finde ich.
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(Viele) Gaerten gucken- am besten zu zweit, und einander genau erzaehlen, was man sieht und warum man es toll/bloed findet. Immer wieder nachfragen.
Irgendwann weiss man dann, was man selber braucht.
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Ich musste mir nach zwanzig Jahren eingestehen, damit gescheitert zu sein. Ein Landschaftsarchitekt ist hier zweimal hoch und runter gegangen und hat mir ein paar Tipps gegeben und mit denen bin ich hoch zufrieden. Hilfe vom Profi anzunehmen kann sinnvoll sein. Man kann sich ja vorher einigen, ob es eine Komplettplanung sein soll oder ob nur die Gartenstruktur festgelegt wird.
Viele Grüße
Peter
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Es ist sicher nicht sehr professionell: ich habe meinen Garten/Rasen Stück für Stück umgestaltet. Zuerst eine Ecke durch ein halbrund angelegtes Gehölzbeet abgetrennt und diese Ecke mit Stauden, Rosen, Rosenbögen und Rasenweg gestaltet. Dann den Rasen um einen schon vorhandenen Teich durch Beete ersetzt. Irgendwann hatte ich die Idee zu einem "Schokoladenbeet". So mussten die nächsten qm Rasen weichen. Mittlerweile habe ich nur noch Rasenwege. Eine große Fläche erstmal zu planen und das dann umsetzen, könnte ich nicht, da fehlt mir die Vorstellungskraft.
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Zuerst würde ich mir überlegen, welche Elemente mir am wichtigsten sind - also, ob ich einen Gemüsegarten, einen Teich, ein Alpinum, Spalierobst oder überhaupt, ob ich groß werdende Bäume in den Garten setzen will. Nach dem Platzbedarf und den Ansprüchen der ausgewählten Elemente (Bäume werfen Schatten, Gemüsegarten braucht Sonne usw.) würde ich dann anhand der Himmelsrichtungen die ersten Positionen festlegen und auf einer Karte einzeichnen.
Ein ganz nettes Hilfsmittel ist es, wenn man die Elemente aus Buntpapier annähernd maßstabsgetreu ausschneidet, dann kann man sie auf der Karte verschieben und so unterschiedliche Ansichten und Blickwinkel ausprobieren. Dabei auch an die Nachbarn denken - große Bäume, die zu nah an der Grenze stehen, können denen nicht nur den Garten beschatten, sondern auch das Wasser wegziehen.
Bei meinem eigenen Garten bin ich allerdings ganz anders vorgegangen. Als ich das erste Mal vor den 312 m² Kamillenfeld = zukünftiger Kleingarten stand, mit dem Spaten in der Hand, fiel mir sofort auf, daß das ganz Gelände Gefälle hat. Außerdem gab's eine Vorgabe, in welchem Bereich die Laube positioniert werden mußte. Daraufhin habe ich einen geschwungenen Weg von der fiktiven Laube zum fiktiven Tor gegraben, der immer noch fast genau so verläuft wie damals. Allerdings würde ich das heute nicht mehr so machen...
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ich finde die fragen von tubutsch sehr berechtigt: oft findet man in der literatur oder anderen ratgebern so begriffe wie "räume" und "sichtachsen" ohne weitere erläuterungen oder tipps.
was sichtachsen betrifft, kann ich ein bißchen helfen (da meine heimatstadt dafür berühmt ist): sichtachsen sind sozusagen das gegenteil vom panoramablick. man kann unterscheiden nach internen und externen sichtachsen, jeweils bezogen auf den konkreten garten. externe sichtachsen beziehen die umgebung des gartens mit ein. also würde man, um so etwas zu erhalten, das grundstück nicht komplett mit einer hecke umgeben, an der der blick zu ende ist, sondern "lücken" lassen und zwar dort, wo es dahinter im gelände (oder nachbarsgarten) etwas attraktives zu sehen gibt. vielleicht ist es aber auch "nur" ein feld oder eine wiese. die "lücke" in der grenzpflanzung läßt also den blick aus dem garten heraus wandern.
dabei ist es auch gar nicht nötig, eine solche "lücke" bis zum boden zu öffnen bzw. zu planen. je nachdem, wie das gelände geformt ist und was sich in der umgebung befindet, könnte die sichtachse auch mit etwas niedrigem unterpflanzt sein.
der ausgangspunkt einer sichtachse ist der mensch, der sich im garten an einer bestimmten stelle aufhält. dabei würde man sicher dem platz am kompost nicht die oberste priorität für den beginn einer sichtachse geben, sondern vielleicht eher der terrasse. oder eben nicht die terrasse wählen (weil man da vielleicht ganz abgeschlossen sitzen will), sondern einen zweiten, untergeordneten sitzplatz, der so zum "ausguck" wird.
für interne sichtachsen gilt allgemein das selbe, nur das dabei "spätestens" die gartengrenze das ende der achse bildet.
und wie bei wegen auch sollten sichtachsen niemals in leere führen, am endpunkt muß der blick gefangen werden durch ein attraktives objekt (was auch pflanzen einschließt).
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Hallo, als wir vor 40 Jahren ein Haus bauten und den Garten anlegten (2000 m2), hatten wir wenig Geld, wenig Zeit und keine Ahnung. Das ist auch nicht weiter schlimm, denn bei vielen Sachen im Garten kann man in Ruhe Erfahrung sammeln und nachbessern. Aber bei einer Sache muß man gut planen und vorausschauend sein: Wo man Bäume hinsetzt bzw. Büsche, die sich zu Bäumen auswachsen können. Wir haben in aller Unschuld eine wunderschöne Schwarzkiefer als klitzekleine Pflanze gerade dort gesetzt, wo man eine schöne Aussicht auf die Landschaft hat. Später haben wie sie dann mit Riesenaufwand gefällt, und es tat mir schrecklich leid, weil es eigentlich ein schöner Baum war. An anderen Stellen haben wir keinen Baum gesetzt, wo wir besser einen gesetzt hätten, weil z. B. der Giebel eines Nachbarhauses zu verdecken gewesen wäre.
Kurz und gut: Erstmal die Gegebenheiten anschauen, dann mit viel Bedacht Bäume pflanzen und sich mit dem Rest Zeit lassen. Nach meiner Erfahrung ergeben sich nämlich im Lauf der Zeit noch Erkenntnisse (Sonnenstand Sommer/Winter, Windbelastung, freundliche Nachbarn und weniger freundliche, trockene und feuchtere Ecken etc.), die man am Anfang noch nicht so absehen kann.
Damit unser steinreicher Acker am Anfang nicht allzu kahl wirkte, haben wir auf Rat einer befreundeten Gartenarchitektin zunächst eine Pergola mit Stahlstützen und Lärchenlamellen auf der Terrasse errichtet. Da fühlten wir uns gut behütet. Die Pergola hat 20 Jahre gehalten, dann gaben die Bäume und Büsche genug Schatten und Struktur, wir haben die Lärchenhölzer entfernt und an dem Eisengerüst eine Rose hochgezogen ...
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Ich glaube, dass viele, die sich den Garten völlig neu gestalten, von der Planung her einen völlig falschen Ansatz wählen. So werden sich zuerst aus Gartenzeitschriften, Fernsehsendungen, Schaugärten, benachbarte Gärten... Ideen für Gestaltungselemente geholt, die dann versucht werden in den eigenen Garten zu integrieren.
Ganz am Anfang müßte jedoch die Frage stehen, was erwarte ich/meine Familie vom Garten? Welche Nutzung wäre möglich? Welche Prioritäten setze ich? Wie wirkt der Garten derzeit auf ich? Wo fühle ich mich besonders wohl und warum? In welche Richtung soll mein Garten tendieren (Familiengarten, Wohlfühlgarten, Entspannungsgarten,...)? Fragen über Fragen, die aber mit Gestaltungselementen noch nicht wirklich etwas zu tun haben.
Dann stellt sich die Frage, wieviel Zeit ich für die Pflege investieren will. Erst wenn diese Punkte geklärt sind, kommen die Aspekte "Räume schaffen" und "Sichtachsen" zum Tragen und wird überlegt, wie ich alle behandelten Punkte unter einen Hut bekomme. Für mich persönlich kommt zuerst die Funktion, dann die Ästhetik. Was bringt mir ein optisch wunderschöner Garten wenn er am Nutzen komplett vorbeigeht?
Was mir oft aufgefallen ist, ist die "Betriebsblindheit". Je länger man sich mit dem eigenen Garten auseinandersetzt, umso festgefahrener und unbeweglicher wird die eigene Vorstellungskraft. Zumindest ist es bei mir so. Ein Input von Außen ist da oft sehr hilfreich um manche Dinge wieder offener zu sehen.
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Vielen Dank für Eure Antworten! Einen Gemüsegarten habe ich schon angelegt. Hat auch gut funktioniert. Was bleibt, ist das restliche Stück was ich noch anlegen muss. Es soll so eine Art grünes Wohnzimmer werden. Darin soll ein Teich, eine Pergola und später ein Pavillon untergebracht werden. Außerdem möchte ich gerne Staudenrabatten und viele, viele Rosenbeete haben. In der unteren rechten Ecke des Grundstückes habe ich bereits drei Kirschbäume gepflanzt. Eingefriedet habe ich den "Garten" zu einer Seite mit Wildrosen und den Rest mit einheimischen Gehölzen. Der Garten soll nicht so abgezirkelt wirken, sonder mehr natürlich. Der Standort für den Pavillon und die Pergola steht schon weitestgehend fest, doch was mache ich mit dem großen freien Raum in der Mitte des Ackers/Garten. Da fehlen mir leider die Ideen. Habe gestern in einer Gartenzeitung gelesen, dass Begrenzungen (Hecken etc) innerhalb eines Gartens nicht höher als 60-80 cm sein sollen?
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Ich würde erstmal abwarten, wie sich alles bereits Angelegte und Gepflanzte entwickelt... drei Süßkirschbäume (?) allein bräuchten im ausgewachsenen Zustand schon 150 m²...
Den freien Platz in der Mitte würde ich als Reserve lassen, vielleicht dort vorerst Wildblumenwiese einsäen und diese nur ein- oder zweimal im Jahr mähen. Das sichert dir Schmetterlinge, Grillen, Vögel und anderes nützliches Volk im Garten.
Erfahrungsgemäß wird anfangs alles zu eng gepflanzt. Dann werden Rasenflächen mit der Zeit zu Rasenwegen, weil Platz für neue oder wachsende Pflanzen fehlt, und irgendwann muß man anfangen, Bäume zu fällen, weil alles im Tiefschatten liegt.
Hecken, so schön sie auch sein mögen, können sich in kleinen Gärten auf die Dauer auch zu einem Problem entwickeln. Sie ziehen viel Wasser weg, beschatten vergleichsweise große Flächen und können durch die Schneiderei auch sehr arbeitsaufwendig werden. Was ihre Höhe angeht, so kannst du selbst entscheiden, ob sie etwas verbergen oder nur strukturieren sollen.
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Drei Kirschbäume? Etwa Süßkirchen? Na dann viel Spaß - die Bäume werden riesig, falls es nicht die neuen Ministämme sind. Das Grundstück muss ziemlich groß sein, wenn Du alles auf Deiner Wunschliste unterbringen willst ...
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Sichtachsen, welch ein grosses Wort ;D Bei 3500 Quadratmeter vielleicht angebracht, aber in einem kleinen Garten doch eher nicht. Klar sollte man sich die Aussicht nicht verbauen ( ausser es ist gewünscht, weil man dann selber nicht gesehen wird ;D ;)) Ich habe in meinem Garten viele kleine Sitzplätze und in diesen Gartenräumen, will ich bis zu einem Fixpunkt sehen und in manchen nicht gesehen werden, so richte ich den Garten genau nach meinen Bedürfnissen ein. Gartenzeitschriften waren da eher nicht hilfreich, sondern Besuche in offenen Gärten, deren Besitzer tolle Ideen hatten und da konnte man dann in "echt" und zum Anfassen sehen ob so ein Gestaltungselement in den eigenen Garten passt. Wenn erhaltenswerter Baumbestand ist, sollte man da Gebrauch von machen, ansonsten erst mal ein Jahr gartenprobewohnen, um zu sehen, wo ein Baum gepflanzt werden sollte. Das ist nun keine Gebrauchsanweisung , nur ein Tipp. :D ;) LG Irisfool
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tahihou: Bei den Kirschbäumchen handelt es sich um Mittelstämme. In der Baumschule wurde mir ausdrücklich gesagt, dass die nicht so hoch werden, wie herkömmliche Süßkirschen ???. Ist eine Pergola, ein Pavillon und ein Teich für gut 700 m² wirklich zuviel des Guten?
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Nee, 700 qm sind schon ganz ordentlich ... obwohl... drei Kirschbäume brauchen Platz, auch wenn's nur mittelgroße sind. Aber mach mal - Erfahrungen sind dazu da, dass man sie macht ...
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... obwohl... drei Kirschbäume brauchen Platz,
Jetzt hast Du mich aber ganz schön verunsichert. Wie es aussieht, haben die Wühlmäuse dem mittleren Kirschbaum den Garaus gemacht. Wollte eigendlich einen neuen pflanzen, bin mir nun aber nicht mehr sicher. Möchte nicht in einigen Jahren zur Axt greifen müssen. Ich denke, die werden nur so drei bis vier Meter hoch? Grüße Tubutsch
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Na ja, drei bis vier Meter ist doch schon was! Kommt auch drauf an, was Du damit anfangen willst und wie groß Deine Familie ist. Süßkirschen sind am besten zum sofort essen, meine zimperliche Familie stellt sich aber immer an wegen der Maden, weil ich nicht spritze und Gelbtafeln nichts nutzen.
Sauerkirschen kann man immerhin irgendwie weiterverarbeiten. Wenn nun schon einer eingegangen ist (hast Du ne Anwachsgarantie?), dann würde ich erst mal warten, was aus den beiden anderen wird, nachpflanzen kannst Du doch immer noch.
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Sichtachsen, welch ein grosses Wort ;D Bei 3500 Quadratmeter vielleicht angebracht, aber in einem kleinen Garten doch eher nicht.
och, so kategorisch würde ich das nicht sehen. Wir haben mit ca 50 qm sicher einen der allerkleinsten Gärten im Forum; weil hier in der Gegend alle Gärten das gleiche Format haben, kann man sehr gut vergleichen, was daraus gemacht wird. Und die Gärten mit den "Sichtachsen", auch wenn die gesamte "Achse" nicht länger als 9 m ist, wirken für mein Empfinden größer oder interessanter.
Sichtachse heißt dabei einfach nur, dass der Blick des Betrachters, wenn er an einem bestimmten Punkt steht, auf einen Blickfang am anderen Ende der Achse gelenkt wird - sei es ein kleiner Springbrunnen, eine Skulptur, ein schöner, gut bepflanzter Kübel, ein ausgefeiltes Trompe-l'oeil, ein Rosenbogen, oder eine besonders schöne Pflanze... tausend Möglichkeiten, und sicher wert, dass man darüber ein bißchen nachdenkt.
LG
dogwood
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das freut mich, dogwood, so wie du es ausdrückst, hätte man es nicht besser sagen können :)
ich glaube, irisfool fand's ein bisserl mutig, das "große" wort sichtachsen, mit dem man bei weltkulturerbeparks hier in meinem heimatort immer zu tun hat, auf unser aller in relation dazu kleines gartentun zu beziehen ;)
mit kleinen gärten ist es doch so wie mit kleinen wohnungen: manche wirken eben klein, andere größere, als sie eigentlich sind. wenn man mal genau hinguckt, leisten - achtung! - sichtachsen dazu einen wichtigen beitrag.
besonders spannend finde ich das thema der verwendung von spiegeln in gärten, auch wieder besonders in kleinen. in kleinen wohnungen können nämlich gut plazierte spiegel eben interessante sichtachsen herstellen. könnte das auch in gärten funktionieren? ich denke ja, aber im garten bin ich eine neulingin ;)
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In hiesigen kleinen Gärten habe ich schon öfter Spiegel gesehen; mal mehr, mal weniger erfolgreich. Manchmal auch mit Trompe-l'oeil-Effekt. Gartenlady hat mal ein wunderschönes Exemplar hier im Forum gezeigt.
hier
(etwas nach oben scrollen, Post No. 290)
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hab' gerade einen neuen thread zu spiegeln angefangen (in "atelier"), ich mutiger newbie ;)
bin deinem link gefolgt, habe aber dort kein foto gefunden, nur einen texteintrag? hab ich etwas übersehen?
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wie gesagt, etwas nach oben scrollen, no 290... sorry, keine genaue Punktlandung gemacht mit meinem Link.... werde noch üben...
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ah, jetzt hab ich das bild gefunden, danke! und bitte entschuldige dich nicht bei einem newbie! :)
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Hallo,
bin ganz neu hier und senf gerade mal was dazu- also zum ursprünglichen Thema, der Gartenstrukturierung.
Zunächst schließe ich mich einigen Vorrednern an, was das Betrachten der attraktiven Hochglanzfotos in Gartenzeitschriften oder Büchern angeht. Man erhält zwar viele tolle Tipps, aber es besteht auch die Gefahr, dass man am Ende mit so vielen tollen Ideen dasteht, dass man gar nicht mehr weiß, wohin damit. Gleiches gilt für die Betrachtung bereits vorhandener Gärten. Was im einen Fall passt, muss für den eigenen Garten noch lange nicht gut sein.
Sinnvoll ist es, mit einer langen Liste zu beginnen, was in diesem Garten alles stattfinden soll, bzw. welche Ansprüche jeder Nutzer hat - grade wie es auch bereits beschrieben wurde.
Dann überlegt man sich die genaue Größe einzelner geplanter Elemente: z.B. Terrasse, Gartenhaus, Gemüsegarten, Teich,... - aber auch die Ansprüche, die diese Elemente an ihren Standort im Garten stellen (ganz banal: ein Gemüsegarten braucht Sonne, der Teich sollte nach Möglichkeit in der ärgsten Mittagshitze beschattet sein, zur Wäschespinne möchte man keine Wanderungen unternehmen,...)
Durch die Feststellung der verschiedenen Ansprüche kann man oft bereits grob den gesamten Garten einteilen, aber am besten arbeitet man an dieser Stelle so ähnlich, wie es auch ein Profi-Planer tut: man nimmt sich einen Plan des Gartens - am günstigsten in M 1:100 - legt sich einige Bögen günstiges Transparent-Zeichenpapier in der passenden Größe zu und legt einen davon über die Plangrundlage.
Nun kennzeichnet man mit bunten Stiften alles, was bereits im Garten vorhanden ist. Aber vor allem kennzeichnet man die Himmelsrichtungen, um sonnige und schattige Bereiche feststellen zu können.
Dann kann man wirklich mal die einzelnen Elemente in der vorgesehenen Größe aus Papier ausschneiden und auf der Fläche umherschieben, bis für alles ein Standort feststeht. (Wenn man mehrere Möglichkeiten erkennt und sich noch nicht sicher ist welche einem besser gefällt, macht man am besten zwei Pläne.)
Am jeweils ausgewählten Standort zeichnet man die einzelnen Elemente dann ein. (außer bei Gartenhäusern sollte man dabei auf Lineale etc. verzichten - nur verwenden zum Feststellen der Größenverhältnisse)
Aus den Standorten der Elemente ergeben sich nun auch die Wegeverbindungen. (Wege kann man übrigens gut als Abgrenzung zwischen Rabatten und Rasenflächen verwenden. Man hat so gleich eine vernünftige Mähkante)
Nun kann man auch schön mit Formen und planerischen Details arbeiten. Dazu gehören z.B. die beschriebenen Sichtachsen, die ich allerdings eher als wichtige Blickbeziehungen bezeichnen würde. (Achsen haben so was barockes) Was soll von welchem Punkt aus sichtbar sein? ein Beispiel :Soll der Teich von der Terrasse schon zu sehen sein, oder vielleicht eher als eine zunächst etwas versteckte Besonderheit, zu der man durch den Garten spaziert? Im letzteren Fall kann man z.B. durch geschickte Pflanzungen die Sicht auf den Teich ein wenig verbergen. Das Verbergen einzelner Elemente, die sich erst beim Durchwandern eines Gartens "entdecken" lassen, macht einen Garten übrigens generell interessanter.
Nur mutig auf dem Transparent herumgemalt! Irgendwann liegt dann der ideale Plan für den eigenen Garten vor einem.
Das hört sich auch alles viel komplizierter an, als es ist. Nur sollte man sich wirklich Zeit nehmen und durchaus auch mehrere Möglichkeiten zeichnen und ein paar Tage liegen lassen.- So lange daran weiterpuzzlen, bis man wirklich überzeugt ist, den richtigen Plan vor sich zu haben. Denn auf einem Stück Papier lassen sich Fehler viel besser korrigieren als im späteren Garten!
Lieber Tubutsch, Du hast ja schon ganz viel gearbeitet in deinem Garten, deshalb fängst Du ja gar nicht von vorn an. Aber auch, wenn nur noch "Restecken" gestaltet werden sollen, nützt die beschriebene Vorgehensweise.
Vielleicht habe ich ja ein wenig helfen können.
und nebenbei: Bei der Pflanzenauswahl IMMER genau erkundigen, wie groß das Gewächs mal wird und welche Ansprüche es so stellt.
Liebe Grüße von Lunaria (und sorry für den langen Text)
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Vielen Dank Lunaria, das mit dem Transpartenpapier und Milimeterpapier habe ich schon gemacht. Was wo hin soll (Pergola, Teich ect.) habe ich schon weitestgehend geklärt. Was mich aber immer wieder vor Probleme stellt ist die Bepflanzung. Erst gestern stand ich wieder mit Block und Bleistift im Garten und bin keinen Schritt weiter gekommen. Wie bepflanze ich die große Freifläche (ca. 300m²) in der Mitte des Gartens. Welche Bäume/Sträucher -wenn überhaupt- soll ich nehmen. Kann ich darunter in einigen Jahren noch Rosen pflanzen oder ist es dann zu schattig. Wie wird das später mal aussehen... Ich hätte gerne in der Mitte des Gartens große Beete mit vielen, vielen Rosen und Stauden. Pflanze ich statt einem Baum lieber eine Kletterrose, die ich ich die Höhe führe? (Stichwort: Höhenstaffelung).Mir fehlt scheinbar ganz einfach der Mut zum Spaten zu greifen und zu pflanzen! In den Zeitschriften sieht das dann immer so klasse aus - aber auch in meinem Garten?
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... Genau so ist das! In Zeitschriften ist das immer so perfekt, aber ob das Gewächs im eigenen Garten dann auch so nett aussieht ist die andere Frage, denn das hängt ja vor allem vom Standort (Böden!!!) ab.
Rosen brauchen vor allem Sonne und lieben den Schatten von Gehölzen weniger, aber je nachdem, wo ein Gehölz (kleiner Baum o.ä.) stehen würde verschattet es ja nicht grundsätzlich die ganze Fläche. Südlich dieses Schattenspenders wären Rosen dementsprechend durchaus denkbar, während nördlich auch Schattenstauden interessante Möglichkeiten der Gestaltung bieten (aber erst setzen, wenn da wirklich Schatten ist). Im Übrigen gibt es auch Rosenarten, die Halbschatten vertragen.
Zu berücksichtigen ist allerdings auch- wie übrigens bei allen Gesellschaften- der gegenseitige Wurzeldruck. So von Weitem kann man Dir da wirklich nicht viel raten. Ein Tipp allerdings: Das höchste Element nicht exakt in die Mitte der Rabatten plazieren - etwas seitlich wirkt das deutlich besser.
Was die Höhenstaffelung angeht: Spannend wirkt es auch, wenn Beete nicht völlig flach angelegt werden, sondern auf einem kleinen Hügelrücken. Planst Du nicht einen Teich? Wie wäre es dann, den Aushub davon für eine kleine Geländemodellierung zu verwenden. Oder- wenn Du möglicherweise ohnehin nicht gerade die perfekte Erde im Garten hast, was ja mitunter vorkommen soll - hast Du auf diese Weise die Möglichkeit durch den Zukauf von Mutterboden mit entsprechender zusätzlicher Bodenverbesserung durch Kompost etc. eine "Insel" mit quasi optimalen Bedingungen zu schaffen. Unregelmäßige Aufschüttungen, eventuell vereinzelt unterstützt durch größere und kleinere Natursteine und/oder unterbrochen von schmalen Pfaden wirken sehr schön und ergeben auch eine hilfreiche Grundlage für die Bepflanzungsideen.
Schwierige Sache, ich kanns mir gut vorstellen. Aber ich wünsche Dir gutes Gelingen!
Lunaria
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Was wo hin soll (Pergola, Teich ect.) habe ich schon weitestgehend geklärt.
Wie bepflanze ich die große Freifläche (ca. 300m²) in der Mitte des Gartens.
Ich hätte gerne in der Mitte des Gartens große Beete mit vielen, vielen Rosen und Stauden. Pflanze ich statt einem Baum lieber eine Kletterrose, die ich ich die Höhe führe? (Stichwort: Höhenstaffelung).
Mir fehlt scheinbar ganz einfach der Mut zum Spaten zu greifen und zu pflanzen!
1. dir fehlt kein mut, sondern du nimmst dir die zeit zu planen und zu überlegen ! ;)
2. der platz fuer die gewünschten "objekte" wie teich und pergola ist fix - das ist doch schon mal was! (nur mal am rande: wasser läuft üblicherweise an die tiefste stelle des grundstücks; hast du DORT den teich vorgesehen? dort sähe er am natuerlichsten aus).
3. rundum-bepflanzung und kirschbäume stehen schon - nun markiere mal auf deinem plan grob den schatten, den die in den kommenden jahren werfen werden. und nun kommt die große frage: reicht dir das an schatten, oder möchtest du mehr? falls ja, käme auf jeden fall ein weiterer schöner baum oder eine strauchgruppe in frage. wenn du aber denkst, dass die vorhandenen gehölze in ein paar jahren genug schatten werfen werden, dann würde ich keinen baum mehr nehmen. höhe kann man auch mit obelisken oder hohen stauden in eine pflanzung kriegen.
und wenn dir eine rosenpflanzung vorschwebt, dann würde ich die sonnigste stelle genau dafür vorsehen - und schöne begleitpflanzen für rosen gibt es doch en masse: clematis u. geißblatt für die höhe, und wenn ich nur mal an die vielen verschiedenen campanulas, gräser oder storchschnäbel denke.... ein weites feld !
und falls du doch noch eine ecke des gartens irgendwie abteilen möchtest (als schattigen faulenzer-platz), wer will dir vorschreiben, dass die hecke oder der strauch innerhalb deines geländes nur eine gewisse höhe haben darf?
aber lass mich mal eben kurz durchrechnen: du hast 700qm, davon ziehst du wie viel ab für die bisherigen pflanzen? und wie viel für einen teich - samt "uferpflanzen" damit er nicht so kahl da liegt ? und wie viel braucht die pergola? bleiben da wirklich noch 300qm FREIfläche ??
und wenn dir nix einfällt zum thema pflanzen: hast du mal die vielen tollen pflanzen von rosen- und clematisanbietern in ruhe angeschaut... :) ich finde da immer VIIIIEL zu viele, die ich noch gerne hätte - allein:mir fehlt der platz dazu! dein problem lässt sich da leichter lösen ;)
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Vielen Dank Farn und Lunaria. Bei meinem "Garten" handelt es sich um einen ehemaligen Acker. Boden und Lage sind optimal. Die Kirschbäume habe ich in die hintere rechte Ecke des Gartens gepflanzt. So ist die Gefahr gebannt, dass die Bäumchen den restlichen Garten stark beschatten. Der Teich kommt hinten links hin. Ist die tiefste Stelle und auf dem Nachbargrundstück befindet sich an der Grenze ein Quellaustritt mit Feuchtwiese. Passt also. Um den Garten nicht mit Bäumen vollzupflanzen zögere ich noch. Habe lediglich einen Sorbus links am Übergang von Gemüsegarten hin zu "Wohnzimmergarten" gepflanzt. Liebäugele noch mit einem Scharlachweißdorn. Suche noch das optimale Plätzchen. Wäre dann auch der einzige Schattenspender. Ansonsten schweben mir noch ein oder zwei weißblühende Spieren und ein Jasmin vor. Mir schwebt ein Beet mit diesen Sträucher und jeder Menge Rosen und Stauden vor oder meint ihr, dass die Rosen bei den Sträuchern "untergehen"? Puh, habt ihr auch so lange Überlegt bei Euren Gärten? Grüße Tubutsch
PS: Farn: Der Garten hat eine Breite von 25 Metern. Trotz Pavillon und Pergola ist wohl noch genügend Raum in der Mitte.
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Liebäugele noch mit einem Scharlachweißdorn. Suche noch das optimale Plätzchen. Wäre dann auch der einzige Schattenspender. Ansonsten schweben mir noch ein oder zwei weißblühende Spieren und ein Jasmin vor. habt ihr auch so lange Überlegt bei Euren Gärten? Grüße Tubutsch
aha, kirschen rechts - teich links - alles klar ;)
einen "normalen" weißdorn hab ich auch. er steht dort, wo niemand unbefugtes durchlaufen soll!!!! pflanz ihn nicht dorthin, wo du des öfteren zugange bist; die stacheln sind ernst zu nehmen!
einen spier hab ich, der wird nur so ca. 1,40m hoch - der schattenwurf ist zu vernachlässigen und unterpflanzt ist meiner auch.
meintest du einen "bauernjasmin" = pfeifenstrauch? davon hab ich 2; beide haben locker eine höhe und breite von ca. 3m. deren schatten ist durchaus zu beachten. außerdem solltest du ihn so pflanzen, dass du zu einem schnitt nicht in rosen rumklettern musst. außerdem kann es schon mal vorkommen, dass er blattläuse kriegt....
rosen gehen sicher nicht unter, wenn sie vor einem schönen strauch stehen. nur würde ich eine weiße rose nicht vor einen jasmin pflanzen, aber auf die idee bist du sicher schon selber gekommen. ;)
von wegen "lange überlegen" - gut ding braucht weile ! ich finde es besser, man überlegt sich vorher, was man sich in den garten holt, anstatt loszurennen und irgendwas zu kaufen, womit man später doch nicht glücklich ist und es wieder rausschmeißt... lg, farn
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die stacheln sind ernst zu nehmen!
Ups, ich wollte ihn in die Nähe der Pergola pflanzen. Hab überhaupt nicht an die Dornen gedacht!
meintest du einen "bauernjasmin" = pfeifenstrauch?
Ja.
Hast Du vielleicht auf einen Zierapfel oder eine Blutpflaume in Deinem Garten, über den Du mir was berichten kannst?
Viele Grüße Tubutsch
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tubutsch, ich finde das auch gut, daß du dir viel zeit nimmst. und weglaufen tut dir dein garten ja nicht mehr!
zum thema schatten fiel mir ein (ich mache mal eine provozierende frage daraus): sollten wir nicht viel mehr schatten in unseren gärten haben? wäre das nicht eine gute reaktion auf den klimawandel mit immer längeren und heißeren perioden?
ich bin ja sowieso ein sonnenflüchter (bekomme superschnell sonnenbrand und -stich), und ich werde auch kein gemüse in meinem garten ziehen (weil ich nicht oft genug dort bin), aber ich denke gerade an viele gärten, die ich kenne: große freiflächen, auf die die sonne knallt, und die leute rotten sich in einer kleinen schattigen ecke auf der terrasse unter der markise zusammen. dann doch lieber mehr bäume auf dem grundstück und mehr nutzbaren, weil menschenfreundlichen raum haben, oder?
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Hallo tubusch,
ich habe die ganze Diskussion mit Interesse verfolgt und es wurden sehr viele gute Vorschläge gemacht.
Du fragst u.a. nach einer Blutpflaume. Ich hatte eine. Sie war im zeitigen Frühjahr das Highlight im Garten. Ein einziger rosa Blütenrausch. Aber, was hier auch schon gesagt wurde, sie war amf alschen Platz gepflanzt. In Unkenntnis, daß es sich hier mitnichten um einen Strauch sondern um einen Baum handelt. Meiner war nach 20 Jahren mehr als 7 m hoch. Um Nachbarstreit und Bauschäden zu vermeiden wurde er gefällt.
Also wenn du genügend Platz hast um ihn etwas weiter innen im Grundstück zu pflanzen könntest du darüber nachdenken. Zu beachten wäre aber, daß er nach einigen Jahren große Mengen Früchte produziert. Wenn du die nicht verwerten willst wirst du nicht umhin kommen, ständig aufzulesen. Dann solltest du nicht gerade Rosen darunter pflanzen. Ich hatte immer mal wieder Sämlinge im Beet von übersehenen Pflaumen die sich in der Unterpflanzung versteckt hatten.
Frisch ans Werk, kat
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Blutpflaume... mehr als 7 m hoch.
Ich glaube fast, das Thema Blutpflaume hat sich erledigt - obwohl, es soll auch eine Zwergform geben soll, die gerade mal 2 m hoch und breit wird. Trotzdem vielen Dank für den Hinweis! Habe eine Blutpflaume in unseren Innenhof unmittelbar an die Nachbarsgrenze gepflanzt. Bin davon ausgegangen, dass es sich dabei um ein nettes kleines "Halbstämmchen" handelt :-\ Muss morgen gleich mal schauen, um was für ein Exemplar es sich handelt und es dann ggfls. versetzen. Mann oh Mann, auf was man alles so achten muss. Wie gut, dass es dieses Forum gibt!
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nö, ne eigene blutpflaume hab ich nicht, aber die größenordnung von 7m kann ich bestätigen. die, die ich kenne ist eher noch größer!
im übrigen bin ich ebenfalls der meinung, dass man schatten gar nicht genug kriegen kann. bei mir sind inzwischen die sonnenplätze ziemlich rar im garten. 8)
ganz bestimmt wollte ich nicht GEGEN schattenspender argumentieren, ich finde es nur schade, wenn sich jemand ein kleines gewächs in den garten holt und es dann nach wenigen jahren wegen des "vielen" schattens wieder umhaut, weil er sich nicht vorher überlegt hat, was er denn will. :(