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Pflanzenwelt => Klettergarten => Thema gestartet von: even am 27. März 2008, 15:30:46
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...oder kann sie auch unsere Pergola beranken?
Wir haben den "Rohbau" unserer Pergola fertig und nun stellt sich verschärft die Frage der Bepflanzung. Die Süd-West-Seite soll mit Wein zuwachsen, nun suche ich noch eine gute Lösung für die Nordseite. Durch verschiedene Pflanzenbeschreibungen bin ich auf die Kletterhortensie gekommen, aber alle Bilder, die ich im Netz gefunden habe, zeigen Kletterhortensien die an Wänden hinaufwachsen. Hier im Forum schreiben Leute, dass die Farbe der Wand das Wachstum beeinflußt. Nun frage ich mich, ob dem Pflänzlein ein Drahtgitter oder eine andere Rankhilfe reicht, oder ob es tatsächlich eine Wand braucht. Für den Fall, dass dem so wäre nehme ich gerne Alternativvorschläge entgegen. Die Pergola ist groß (4x9 m), wir brauchen also Pflanzen, die sich über entsprechende Flächen auch ausbreiten.
Danke und Gruß
even
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Ein stabiler Pfahl/ Balken tuts auch
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Bei mir klettern sie in eine Japanische Kirsche und einen Birnbaum.
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Wo immer die Kletterhortensie Kontakt mit einer Unterlage hat, wird sie Haftwurzeln bilden, also auch an der Wand, wenn sie die Wand zufassen bekommt.
Wenn Du sie vor die Wand an ein Spalier setzt, wird ein Teil der Triebe dort hindurchwachsen und sioch an die Wand heften. Wenn die Haftwurzeln doprt stören, solltest Du auf eine Kletterhortensie dort verzichten
Sie kann aber auch freistehend wachsen und bildet dann mit der Zeit einen selbsttragenden Busch.
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Ich habe noch nicht erlebt, dass sie an einem dünnen Draht hochwächst. Sie braucht nach meiner Erfahrung ein bisschen Fläche, die etwa ein Balken oder eine Latte bietet. Sie hält sich aber an jedem Material fest. Einer Freundin hat sie einen (ganz glatten) Plastik-Blumenkasten an ihrer Pergola fixiert.
Bei mir wächst sie an einem dunklen Holzspalier ebenso gern wie an der weißen Hauswand.
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Hallo und danke schon mal für Eure Antworten.
Die Kletterhortensie müsste sich ohne Wand im Hintergrund an einem Drahtgerüst festhalten. Keine Hauswand weit und breit.
Gruß
even
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Richtig gefallen wird es ihr nicht. Wenn ihr nichts anderes übrig bleibt, wird sie wohl müssen. Die Triebe müsstest Du dann immer mal an das Gitter anbinden.
Viele Grüße
Peter
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Drahtgerüst ist nicht so einfach. Die Hortensienzweige müssten hindurchgeflochten werden, da die Haftwurzeln sonst keinen Halt finden.
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Sorry, Peter, wir meinen wohl das gleiche.
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Ein Drahtgeflecht könnte ihr also reichen.
Du musst nur bedenken, dass sich eine Kletterhortensie unlösbar an den Träger festpappt. Streichen, säubern etc kannst Du vergessen. Alternativ würde ich Pflanzen nehmen, die sich um den Draht schlingen und herunterschneiden lassen, wie Lonicera oder Celastrus orbiculatus oder, bei mehr Schatten, Aristolochia, die Pfeifenwinde.
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Na, das klingt ja nicht, als ob die Kletterhortensie die richtige Wahl wäre. Diese Pfeifenwinde klingt interessant. Danke für den Tipp!
even
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... oder Clematis - da gibt es auch einige, die Nordseite vertragen. Und die meisten kann man auch (radikal) zurückschneiden, wennn es denn nötig ist. Die aus der Atragena Gruppe muss man aber z.B. nicht regelmäßig schneiden. Oder halt eine Cl. montana - da ist die Dachbegrünung dann inklusive ;D
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ich glaube jedoch, dass sie auch nicht "die falsche wahl" wäre. grundsätzlich kann die kletterhortensie wohl mehr oder weniger fast alles, sofern sie menschliche unterstützung kriegt. meine ziehe ich beispielsweise als solidären "busch" möglichst "einstämmig" mit vielen seiten"ästen" an einem pfahl hoch. ich habe sie als bodendecker erlebt, an betonwänden gesehen. auch schon welche, die an einem seil hochgebunden wurden. ist halt in erster linie eine frage was mann will: soll sie alleine die fläche erobern, ist sie bei drahtgitterunterlage wohl nicht die erste wahl. unterstützt man sie (fädeln, anbinden bzw. bringt man vielleicht doch einige querlatten an) geht das schon.
eine wichtige frage ist auch das tempo der flächendeckung. 4 x 9 m ist ne menge. da brauchen auch einige kletterhortensien viele jahre. mit einer wuchsstarken clematis oder einem efeu geht das wesentlich schneller. mit sicherheit auch kostengünstiger. der efeu hätte zusätzlich den effekt, auch im winter "rückendeckung" zu bieten. der maschendraht wäre sein metier.
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Hallo Bernhard,
danke für den Hinweis mit der Wuchsgeschwindigkeit. Ich wollte schon noch gern erleben, dass die Pergola zugewachsen ist. Dass die Kletterhortensie dafür so lange brauchen würde, war mir nicht klar, also noch ein Argument dagegen.
Vor Efeu habe ich zuviel Respekt, deshalb tendiere ich momentan tatsächlich eher zu einer Clematis (bei der ich immer befürchte, dass sie den Winter hier doch nicht mag) oder der weiter oben erwähnten Pfeifenwinde.
Gruß
even
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respekt in welcher hinsicht?
lonicera wäre auch eine idee. bei der geforderten länge ein paar gemischt, dann hast du lange blütendauer und guten duft.
aber da fällt mir grad' was anderes ein: ein absoluter hingucker wäre akebia quinata. wenn du da m + w pflanzt kannst du nebst außergewöhnlichen blüten auch tolle früchte bewundern. an einer pergola nicht schlecht. wenn ich mich an bilder hier im forum richtig erinnere (ja, noch schaff' ich das), dann muss man da aber am besten jährlich etwas verjüngend eingreifen, um nicht am oberen pergolaende eine riesenwust alten astengewirrs zu bekommen.
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Ja, der Pflegeaufwand ist nicht zu unterschätzen.
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Hallo Bernhard!
Respekt, weil wir an unserem letzten Haus einen Efeubewuchs hatten, der am Schluß auch vor einem Fenster im 2. Stock nicht halt gemacht hat. Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten war das Schneiden ein echtes Problem und ich war beeindruckt, welche Kraft diese Pflanze entwickelt. Zudem waren überall Ausläufer, die man kaum in den Griff kriegen konnte. Das Zusammenleben mit dieser Pflanze war kein friedliches Nebeneinander sondern ein Kampf um Sieg oder Niederlage. Wenn ich mir das Haus jetzt anschaue muß ich sagen, dass der Efeu gewonnen hat.
Die Akebia hat auch was, wobei ich mich frage, wie man die am "Dach" der Pergola in Schach halten soll. Klingt ja in den Beschreibungen sehr üppig.
Gruß
even
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Hallo Even,
im Prinzip ist eine Pergola nicht besonders geeignet - aber es geht.

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Ich hätte mich nicht getraut, aber die Kletterhortensie war schon da und sie ist sehr schön. Am Anfang (wie viel Jahre weiß ich aus eigener Erfahrung nicht) läßt sie sich mit dem Wachsen und Blühen Zeit - aber dann :) :)
Die Pergola ist etwa 3 Meter breit und 2 Meter hoch. Wo die Hortensie zu hoch oder zu breit wird, wird sie einfach abgeschnitten.
viele Grüße
Rosemarie
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Ich hätte noch eine Idee: Aktinidia kolomikta ... der deutsche Name könnte "bunter Strahlengriffel" heißen, aber da bin ich mir jetzt nicht sicher (google doch mal nach Bildern)
Durch das rosa-weiß panaschierte Laub eine wirklich tolle Pflanze. Bei uns wächst sie auf der Nordseite, halb an eine Mauer gelehnt, halb freitragend als Busch. Nur sollte man keine zu kleine Pflanze kaufen, damit sie zügig loslegt. Oder wirklich gut duftende Je-länger-je-lieber.
Beide mögen keine trocken-heißen Standorte.
LG
macrantha
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hallo rosemarie,
im Prinzip ist eine Pergola nicht besonders geeignet - aber es geht
das ist im gegenständlichen fall aber eine untertreibung ;) , die ist doch prachtvoll.
@ macrantha: die meisten meiner geißblätter (die gletternden zumindest) stehen trocken und heiß, wenn auch gut "durchlüftet" (keine stauwärme). wenn sie mal etabliert sind, vertragen sie zumindest nach meinen erfahrungen auch einen trockeneren standort.
bei der hier in diskussion stehenden größe der pergola würde ich mir ernsthaft gedanken machen, verschiedene pflanzen zu kombinieren (ob jetzt 2 oder mehr ist dann geschmackssache ....
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Hallo
Könnte eine Kletterhortensie auch eine sehr grosse Stelle (ca. 2m breit und 2.50m hoch) mit Totholz in einer alten Thujahecke beranken und verschönern?
Ich lege davor grad ein Beet mit Kamelien, einer Kyushu und Paeonia Wildformen an und das tote Geäst stört recht.
Mit einer 2. Hortensie müsste das eigentlich recht harmonisch wirken, gleichzeitig als Hintergrund und Teil des Beetes.
Frage: Werden das immer so Mordsexemplare (prächtig, aber gewaltig!) wie auf dem Bild von Rosemarie?
LG
barbara
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Damit sie nicht zu einem (sehr schoenen, 50cm hohen) Bodendecker wird, braucht die Kletterhortensie etwas stabiles, um ihre kleinen runden Klebescheiben anzubacken (Mauer, Saeule, stabiler Baumstamm). Am Anfang kann man anbindend nachhelfen. Wo sie gluecklich ist, kommt sie sehr hoch, >> 2,5m! Ich weiss nicht, wohin sie dann strebt.
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9m hoch bis unter den Dachvorsprung, wenn man sie lässt!!!!!! ;D ;)
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Könnte eine Kletterhortensie auch eine sehr grosse Stelle (ca. 2m breit und 2.50m hoch) mit Totholz in einer alten Thujahecke beranken und verschönern?
ich hab bei einer freundin im garten neulich so etwas gesehen, die hatten in einer thujawand zum nachbarn ein loch (dort war eine thuja braun geworden). sie haben sozusagen in das loch ein dickes, etwas angewittertes brett aufrecht hineingestellt und irgendwo ein bißchen mit draht fixiert. an diesem brett und weiter in die anderen thujas hinein wächst jetzt eine sehr schöne kletterhortensie, die das brett komplett abdeckt. um mir die konstruktion zu zeigen, mußte meine freundin ein paar blätter zur seite biegen. die hortensie hatte an diesem brett ganz starke "saugfüßchen" entwickelt. :o
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An einem Brett ja, auch an einem etwas dickeren Baumstamm, aber nicht an dünneren Zweigen.
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Würde ihr diese Dicke reichen?
Mit angfänglicher Hilfestellung.
Die dicksten Stämme der vermutlich 70jährigen Thujahecke sind ca. 5-6 cm, der Rest halt entsprechend dünner.

thuja tot
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Ich könnte mir gut vorstellen, dass sich da eine Kletterhortensie hineinschmiegt. Ich hab bei mir Lücken, die die Berberitzenhecke auf Grund von starkem Schatten an einer Stelle gekriegt hat, mit Kletterhortensien bepflanzt. Sie halten sich bisher (ein Jahr) zwar nicht an den dünnen Berberitzenzweigen fest, ranken aber so elegant durch die alte Hecke durch, dass sie schön fest sitzen und gut halten. Die werden jetzt einfach im Herbst mit der Heckenschere mitgeschnitten. Sommerschnitt kommt dann nach der Blüte.
Wenn Du an/in die Thujenhecke was setzen willst, brauchst Du wahrscheinlich einen Wurzelschutz (und evtl. eine Axt, um das Loch in den Boden zu kriegen).
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@tarokaya
Die Stärke reicht lässig ;).
Du brauchst als Rankhilfe nur für die ersten Triebe einen Bindedraht.
So führst Du sie gleich in die richtige Richtung und sie dümpeln nicht auf dem Boden rum.
am Besten Du Pflanzt sie leicht schräg zum Stamm hin.
Obwohl eine Kletterrose oder Clematis kann ich mir auch sehr schön vorstellen wenn die Stämme der thuja noch teilweise zu sehen sind.
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@Paulownia
Über eine Clematis habe ich auch schon nachgedacht.
Bisher wollte ich eher etwas wintergrünes, aber der Efeu wird in Kürze eh hochgewachsen sein.
Zwei Kletterrosen, die in grossen Kübeln vor sich hin dümpeln, hätte ich auch noch, die hatte ich bisher noch gar nicht in Erwägung gezogen. Aber deine Idee ist überdenkenswert.
Für die Kamelien und die Kyushu muss ich den Boden auswechseln, da unserer hier zu kalkhaltig und lehmig ist. Die kommen wieder in grosse versenkte Maurerkübel.
Aber die "Francine Jordi" z.B. in ihrem créme-grünlich würde sich dort gar nicht schlecht machen.
Hinten eine Rose, vorn eine Kamelie, uh, wie Hund und Katze ;D
@alle
Merci für die Tips und Ideen :)
LG
barbara
So sieht der ganze Bereich übrigens aus
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ich glaube zwar auch, dass es mit einer kletterhortensie zu schaffen ist. aber: wenn ich mir das bild von der gesamtsituation so ansehe, dann bin ich zumindest skeptisch, dass das in relativ kurzer zeit zu bewerkstelligen sein wird. zum einen sind die lebensbedingungen am fuße einer thuja-hecke nicht die einfachsten, zum anderen sind die haftbedingungen zum klettern auch nicht gerade das gelbe vom ei. die brettvariante ist optisch bis zur überwucherung auch nicht grade eine augenschmaus.
wenn, dann würde ich es schon mit einer etwas größeren pflanze versuchen. und mich gleich mit der erforderlichen portion geduld eindecken.
schneller ginge es jedenfalls mit efeu. unterstützt mit etwas maschendrahtzaun schafft er das wesentlich schneller als die kletterhortensie.
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Da hast Du recht, Kamelie und Rose, nö. Passt auch vom Boden schlecht, wenn Du einen Austausch machen möchtest.
Dein zweites Foto zeigt genau wie ich es mir vorgestellt habe.
Ich würde die kahlen Stämme komplett freischneiden, den ein oder anderen dünneren Stamm ganz weg und dann was ziemlich schwachwachsendes hineinranken lassen. So als Betonung für die Stämme.
Davor dann die Kamelien nicht zu eng gepflanzt stelle ich mir super vor.
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Hallo ,
mich würde mal interessieren, wann bei einer Kletterhortensie mit ersten Blüten zu rechnen ist ?
Meine habe ich im Frühsommer 2006 gepflanzt, gewachsen ist sie seither zwar, aber eher verhalten .
Sie wächst in Rhododendronerde , da für sie unser Gartenboden zu kalkhaltig ist .
Ich hatte auf erste Blüten heuer gehofft, aber nix da :-\ ;)
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@Paulownia
Die Rose könne ich schon in den normalen Boden setzen und die Kamelien in sauren davor (Maurerkübel). Es wäre einfach eine ungewöhnliche Kombination.
Die kleineren Äste sind schon alle abgeschnitten, viel mehr kann ich nicht. Sonst bekommt unser sehr zurückgezogen lebender Nachbar Panik. Es ist die uralte Grenzhecke und er lief jetzt schon ganz unruhig dahinter herum, als ich zu schneiden begann.
Aber deine Idee, aus der Not eine Tugend zu machen und die alten knorrigen Stämme durchaus etwas sichtbar zu lassen, gefällt mir.
Links neben dieser toten Stelle, in etwas Abstand (hinter meinem kleinen Gewächshaus), hat es noch einen Bereich, der tot und kahl ist. Den muss ich wohl irgendwie auch mit einbeziehen. Denn wenn man vor dem neuen Beet steht, wird der auch sichtbar.
Das muss wohl alles noch etwas reifen. Und wenn eine Kletterhortensie anfangs eher langsam wächst und erst in einigen Jahren blüht, rückt sie für mich eher an 2. oder 3. Stelle in der Wahl.
LG
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Kenne etliche KLetterhortensien, die an freistehenden Spalieren sehr gut wachsen. Ich selbst habe eine an einem langen Querbalken über dem Hauseingang. Sie brauchen ein paar Jahre, um richtig in die Gänge zu kommen, und man muss auch bedenken, dass sie es nicht gerne allzu trocken haben, nach Westen/NW ist gut. Das Schöne an der Kletterhortensie ist, dass auch die abgeblühten Blütenstände noch sehr hübsch aussehen, vor allem im Winter bei Reif oder Schnee, das Astwerk wirkt auch ohne Blätter gut; auch die gelbe Herbstfärbung ist schön.
An der Südseite des Hauses haben wir eine Pfeifenwinde stehen und sie lediglich an etlichen Drähten angebunden - sie erreicht locker den Dachfirst in ca. 9 Metern Höhe. Mit Blättern sieht sie schön aus, ohne Blätter nicht, und die großen trockenen Blätter sind im Herbst ziemlich lästig und schwer zu entsorgen/kompostieren. Die Blüten sind unscheinbar. Ich würde die Kletterhortensie mit einem gelblaubigen Efeu kombinieren oder mit immergrüner Lonicera - die wächst schnell und ist nicht totzukriegen, die Blüte ist aber ziemlich unscheinbar und duftet nicht.