garten-pur

Pflanzenwelt => Arboretum => Thema gestartet von: Querkopf am 04. April 2008, 09:20:55

Titel: Wie lange brauchen Bäume ihren Pfahl?
Beitrag von: Querkopf am 04. April 2008, 09:20:55
Hallo, Arboristen,

Jungbäumen gibt man bei der Pflanzung (mindestens) einen Pfahl als Stütze. Wie lange würdet ihr den stehen lassen?

Mir geht's bei der Frage konkret um einen Baum und ein Bäumchen.

Der Baum: Apfel, Halbstamm (Sämlingsunterlage), als wurzelnackte Pflanze gesetzt im Herbst 2003.
Das Bäumchen: Acer palmatum 'Inaba-shidare', zum "Hochstamm" mit Schirmkrone erzogen (Hochstamm in Anführungszeichen, weil's bei solch einem Langsamwachser natürlich nur ein Zwergen-Hochstämmchen ist), als Containerpflanze gesetzt im Frühjahr 2003 oder 2002.

Den Apfel-Pfahl würde ich gern entfernen, weil er wg. des Stamm-Dickenwachstums demnächst an den untersten Ästen zu scheuern droht; der Baum hat sich m. E. inzwischen auch so gut verwurzelt, dass er wohl ohne Stütze auskommen könnte. Das Acer-Pfählchen stört mich mittlerweile ästhetisch, das Bäumchen hat einen schön bizarren Wuchs entwickelt, den ich gerne "pur" sähe. Aber hier wie dort geht Stand- bzw. Bruchsicherheit vor...

Würdet ihr's riskieren, die Stützen wegzunehmen?

Danke für Tipps :) & schöne Grüße
Querkopf
Titel: Re:Wie lange brauchen Bäume ihren Pfahl?
Beitrag von: Susanne am 04. April 2008, 10:00:01
Ich gehe bei der Pfahlfrage nach Gefühl, wobei ich natürlich darauf gucke, wie gut sich der Baum entwickelt hat. Spätestens, wenn der Stamm dicker ist als der Pfahl, ist letzterer überflüssig.
Andererseits wird immer wieder gepredigt, daß Buschbäume zeit ihres Lebens eine Stütze benötigen. Nachdem mein Süßkirsch-Buschbaum einen Stammdurchmesser von 30 cm hat, halte ich die These aber für überholt.

Wenn ein Pfahl am Baum scheuert, so wie du es beschreibst, dann würde ich den Pfahl wegnehmen, vorausgesetzt, der Stamm/Baum ist bereits stabil genug. Ansonsten einen neuen Pfahl setzen (was meistens blöd ist, weil man im Wurzelballen rumstochern muß) oder die entsprechenden Stelle am Pfahl mit Gummi (alter Fahrradschlauch, aufgeschnitten) umwickeln.

Bei dem Acer erlaube ich mir kein Urteil, dazu müßte man sehen, wie das Verhältnis von Stamm zu Krone ist. Ich kenne Acer palmatum hauptsächlich als Großsträucher, was grundsätzlich gegen eine Schirmkrone auf "Hochstamm" spricht. Wenn die Krone dann in vollbelaubtem Zustand zu schwer ist, knickt die Kiste beim leisesten Windhauch ab.

 
Titel: Re:Wie lange brauchen Bäume ihren Pfahl?
Beitrag von: Lehm am 04. April 2008, 10:11:43
Den Apfel-Pfahl würde ich gern entfernen, weil er wg. des Stamm-Dickenwachstums demnächst an den untersten Ästen zu scheuern droht;

wie muss ich mir das jetzt vorstellen?
Wenn der Pfahl zu hoch ist, kannst du ihn etwas tiefer einschlagen oder kürzen. Wenn er am Stamm reibt, kannst du ein Kokosseil so verknoten, dass der Knoten zwischen Pfahl und Stamm liegt.

Faktoren für die Entfernung des Pfahls sind auch der Boden (sandig braucht länger Pfahl) und die Heftigkeit von allfälligen Stürmen. Bei meinem Kirsch-Hochstamm habe ich den Pfahl nach fünf Jahren entfernt, aber der steht in eher lehmigem Boden und heftige Stürme gibts bei uns praktisch nie.
Titel: Re:Wie lange brauchen Bäume ihren Pfahl?
Beitrag von: Querkopf am 04. April 2008, 15:36:13
Hallo, Susanne,
hallo, Lehm,

danke schon mal für die Antworten :)!

@Lehm: Ja, der Pfahl ist zu hoch (ich musste den Baum bei fürchterlichem Sauwetter setzen, deshalb blieb der Pfahl damals ungesägt...). Kürzen ist zu riskant, noch tiefer einschlagen geht nicht, unter anderem, weil unten noch intaktes Drahlgeflecht (Anti-Wühlmaus-Drahtkorb) im Weg ist. Gebunden hatte ich von Anfang an mit Trick 17, dadurch war die Überlänge des Pfahls bisher kein Problem - inzwischen ist der Baum aber quasi näher dran gewachsen ;).

Hm, der Boden ist nicht nur lehmig, sondern sogar lehmig-tonig. Stürme gibt's hier schon ab und zu, aber der letzte wirklich heftige war "Lothar" anno 1999...

@Susanne: Pfahl umwickeln hatte ich schon überlegt. Kritisch ist dummerweise grad das obere Pfahl-Ende, da hält Polsterung nicht. Spricht also einiges dafür, den Apfel-Pfahl zu entfernen.

Beim Acer-Pfählchen (=dicker Bambusstab) stelle ich die gleiche Abwägung an wie du: Wie ist das Verhältnis Stamm/ Krone? Laublast wird bei diesem Ahörnchen wohl nicht das Thema sein, nicht mal bei Dauerregen: 'Inaba-Shidare' hat sehr fein geschlitzte Blätter, die tropfen flott ab :). Ist eher die Windangriffsfläche, die mich grübeln lässt. Andererseits ist das Bäumchen klein, und es steht windgeschützt... Ich muss wohl mal ein Foto machen, damit die Situation deutlicher wird.

Merci & schöne Grüße
Querkopf
Titel: Re:Wie lange brauchen Bäume ihren Pfahl?
Beitrag von: fars am 04. April 2008, 16:33:59
Ich pfähle meist schräg, also diagonal zum Stamm. Dann habe ich nicht das Problem des Scheuerns.

Auch ich hatte einen Hochstamm-Acer ("Villa Taranto") angebunden, aber nach 2 Standjahren die Stütze (auch schräg) wieder entfernt. Ebenfalls eher aus ästhetischen Gründen. Nun sind die Kronen dieser zierlichen Ahorne nicht so schwer und haben wegen der dünnen Zweige auch keine hohen Windlasten zu tragen. Problematischer erschien mir Schneebruch. Aber das hatten wir in diesem Winter zum Glück nicht.
Titel: Re:Wie lange brauchen Bäume ihren Pfahl?
Beitrag von: Querkopf am 06. April 2008, 13:31:46
Hallo, Fars,

schräg pfählen, wie machst du das? Ich habe sowas bisher nur im Profibereich gesehen, wo windgefährdete Bäume manchmal schräg abgestützt werden, mit Stammpolster, Zwinge und allem Pipapo. Das meinst du sicher nicht. Aber was dann?

So, Baum und Bäumchen haben bei mir jetzt keine Pfähle mehr. Ich habe vorsichtig an beiden gerüttelt, sie scheinen sehr solide verwurzelt. Und ich habe das Zentimetermaß angelegt: Der Apfel hat in einem Meter Höhe einen Stammumfang von 14 cm, der Acer am Kronenansatz (ca. 80 cm hoch) einen Stammumfang von gut 10 cm - das sollte eigentlich auch ohne Stütze reichen. Schnee? Hm, viel davon ist hier sehr, sehr selten.

Hier noch ein Blick aufs Acer-Krönchen und auf die Relation von Stamm und Krone:



Acer palmatum 'Inaba shidare', hochstämm





Acer palmatum 'Inaba shidare', hochstämm



Danke euch nochmal & schöne Grüße
Querkopf

Titel: Re:Wie lange brauchen Bäume ihren Pfahl?
Beitrag von: fars am 06. April 2008, 13:54:58
Doch, so mache ich es, Querkopf.

Ich schlage einen Pfahl/eine Stange (oder was auch immer dem Querschnitt des anzupfählenden Stammes entspricht) hinter dem Stamm schräg in den Boden, so dass die Stütze den Stamm unmittelbar unter der Krone oder der ersten nennenswerten Verzweigung "schneidet".

Ich finde das besser als die Pfählung durch den Wurzelballen, der dadurch verletzt werden kann.
Titel: Re:Wie lange brauchen Bäume ihren Pfahl?
Beitrag von: BuckarooBanzai am 06. April 2008, 18:42:23
Also eigentlich stellt man den Baumpfahl in die Baumgrube bevor sie verfüllt wird.

Dann steht der Pfahl neben dem Ballen.

Als Faustregel sagt man 2 Winter bleibt der Pfahl dran. Obwohl ich bei kleinkronigen Bäumen schon auf nen Pfahl verzichte.

Und bei grossen Bäumen lieber ne Ballenverankerung mache.

Nen Schrägpfahl nimmt man eigentlich nur bei Mehrtriebigen. Der Pfahl wird dicht an einen Haupttrieb eingeschlagen. Die Technik für die Rcihtige Bindung kann man aber nicht schriftlich erklären sondern muss man zeigen :-\
Titel: Re:Wie lange brauchen Bäume ihren Pfahl?
Beitrag von: fars am 06. April 2008, 18:49:58
Tja, und da der Ballen eines etwas älteren Gehölzes einen Durchmesser von 30 und mehr Zentimetern hat, stünde der Pfahl in mehr als 15 cm vom Stamm entfernt. Da erscheint mir die schräge Pfählung (wenn es sich nicht gerade um ein sehr schweres Gehölz handelt) von der Logik her sinnvoller.
Titel: Re:Wie lange brauchen Bäume ihren Pfahl?
Beitrag von: BuckarooBanzai am 06. April 2008, 19:16:40
Ja ne gerade nicht. Einen abstand von 30 cm Pfahl vom stamm ist mehr als normal. Du musst halt die Bindung ordentlich machen.

Ich werde in den nächsten Wochen 100 Bäume in der grösse 40-45 Stammumfang pflanzen. Die Ballen haben nen Durchmesser von knapp 1.5m

Werde mal ein paar Fotos machen wie die verankert werden. Ihr werdet Augen machen. ;)
Titel: Re:Wie lange brauchen Bäume ihren Pfahl?
Beitrag von: Paulownia am 06. April 2008, 19:33:50
Zitat von: BuckarooBanzai . Die Technik für die Rcihtige Bindung kann man aber nicht schriftlich erklären sondern muss man zeigen :-\
[quote

Gut, dann versuche ich es mal:

Ich nehme das bewährte Kokosseil, das schneidet nicht ein. Winde es waagerecht um Baum und Pfahl. Mehrmals ringsum immer auf gleiche Höhe.
Dann gehr ich mit dem Seil dicht an den Stamm und schlinge das Seil Lage um Lage immer um meine vorhandene Schlaufe aus Kokosseil. Am Baumstamm angekommen, verknote ich es. Fertig ;).
Fertig sieht es aus wie eine Wurst, und in den Beiden Schlaufen steckt einmal der Stamm und einmal der Pfahl.
Puh, war doch nicht so einfach ;)
Titel: Re:Wie lange brauchen Bäume ihren Pfahl?
Beitrag von: Sabrent am 06. April 2008, 19:35:48
Obstbäume auf schwachwachsender Unterlage z.B. brauchen lebenslang einen Pfahl.

Wenn ich die Angaben hier mit einem Umfang von 10 cm -15 cm wörtlich nehme, dann wäre das ein Stammdurchmesser von etwa 3 cm - 5 cm. Bei dieser mickrigen Dicke wäre der Pfahl das Letzte, was ich entfernen würde, egal wie lang das Bäumchen schon steht. Je höher das Bäumchen mit dünnem Stamm, umso wichtiger der Pfahl!

Diese Problematik hatte ich z.B. bei hochstämmigen Johannisbeeren mal unterschätzt - nie wieder. Denkt an die Windlast selbst bei einem kleinen Bäumchen im Vergleich zu seiner Größe; das ist oftmals eine unterschätzte (weil nicht sofort sichtbare) Ursache für schlechtes Wachstum oder Totalschaden.

Ich habe eine 33-jährige Lärche, bei der der Pfahl zu früh entfernt wurde; das "schiefe Ergebnis" bei dem nun riesigen Baum ist noch heute unübersehbar.

Titel: Re:Wie lange brauchen Bäume ihren Pfahl?
Beitrag von: Staudo am 06. April 2008, 20:25:32
Bis etwa 10 cm Stammumfang nehme ich einen Pfahl, ab 12 cm einen Dreibock. Wenn der Ballen schön groß ist, habe ich manchmal das Gefühl, der Baum hält die Pfähle.

Beerenobststämmchen sind ein Kapitel für sich. Die befestige ich nur noch mit Kabelbindern und diese dann quer durch die Krone, nachdem mir solch ein Bäumchen schon mal oben abgeklappt ist.

Die Pfähle (unbehandelt) lasse ich bei Bäumen so lange sie halten. Wenn sie irgendwann weggefault sind, wird kein Ersatz eingeschlagen.
Titel: Re:Wie lange brauchen Bäume ihren Pfahl?
Beitrag von: Sabrent am 06. April 2008, 20:41:35
Hallo Klaus-Peter,

schön, Dich in diesem Forum zu treffen!

Ich finde, die von Dir beschriebene Verfahrensweise ist die praktikabelste und sinnvollste.
Titel: Re:Wie lange brauchen Bäume ihren Pfahl?
Beitrag von: max. am 06. April 2008, 20:43:27
kabelbinder sind sowieso klasse. ohne kabelbinder gehe ich praktisch nicht mehr in den garten.
Titel: Re:Wie lange brauchen Bäume ihren Pfahl?
Beitrag von: Staudo am 06. April 2008, 20:55:24
schön, Dich in diesem Forum zu treffen!


Ach Du Sch....

Kennen wir uns? Muss ich jetzt seriöser werden? Treffen wir uns im Gartencafé?
Titel: Re:Wie lange brauchen Bäume ihren Pfahl?
Beitrag von: Susanne am 06. April 2008, 20:57:16
Zitat
kabelbinder sind sowieso klasse. ohne kabelbinder gehe ich praktisch nicht mehr in den garten.

Kabelbinder sind doof. Sie sind hart und schaben, außerdem muß man sie aufschneiden, wenn man sie abmachen will. Danach kann man sie nicht wiederverwenden und muß Plastikschrott wegwerfen.

Für einfache Bindungen, zum Beispiel Rosen, Stauden, Beerensträucher, benutze ich Scoubidou-Bänder. Die halten jahrelang, schneiden nicht ein, schaben nicht, lassen sich fest knoten oder zu haltbaren Schleifchen binden und vor allem wiederverwenden.

Titel: Re:Wie lange brauchen Bäume ihren Pfahl?
Beitrag von: Staudo am 06. April 2008, 21:03:30
Ich wiederum finde Kabelbinder sehr praktisch vor allem bei Beerenobst und Wein. Man muss halt immer mal schauen, dass sie nicht einwachsen. Aber das kann bei den Plastikschläuchen auch passieren. Scheuerstellen sind mir noch keine aufgefallen.

Bei Bäumen nehme ich Kokosstrick. Dieser hat die angenehme Eigenschaft etwa zeitgleich mit den Pfählen zu zerfallen.



Viele Grüße

Peter
Titel: Re:Wie lange brauchen Bäume ihren Pfahl?
Beitrag von: Sabrent am 06. April 2008, 21:09:55
Gartencafé - bei dem Wetter?!
Titel: Re:Wie lange brauchen Bäume ihren Pfahl?
Beitrag von: Crispa † am 06. April 2008, 21:10:33
Eigentlich benötigt man ja einen Pfahl, damit bei Sturm und Wind sich das Bäumchen nicht stark bewegt und die Feinwurzeln abgerissen werden. Wenn sich genügend neue Wurzeln gebildet haben, kann der Pfahl entfernt werden. Ich lasse ihn, wie Peter, abfaulen und nehme ihn dann weg. Vorher schaue ich aber immer mal nach, ob der Cocosstrick den ich zur Befestigung nehme, nicht einwächst.

Bei Hochstamm Obstbäumen (einjährige Veredelung) nehme ich eigentlich keinen Pfahl. Die Windlast ist in den ersten Jahren, bedingt durch die kleine Krone, äußerst gering. Ich achte aber darauf, dass der Wind ihn nicht schiefdrückt. Bisher ging es immer gut.

Damit der Pfahl den Baum hält und nicht umgekehrt, schlage ich immer erst den Pfahl in das Pflanzloch und setze danach den Baum ein. Die Pfähle stehen so mind. 1 m im Boden. Auch werden bei mir die gepflanzten Bäume gut eingeschlämmt, damit gleich eine gute Verbindung vom Ballen oder den Wurzeln zum Erdreich zustande kommt.

Ich weiß, Gartenbaubetriebe treiben kaum einen derartigen Aufwand, weil die Kunden nicht bereit sind dies zu bezahlen.
Titel: Re:Wie lange brauchen Bäume ihren Pfahl?
Beitrag von: fars am 06. April 2008, 21:22:44
Ich nehme zum Anbinden dieses breite, gewebte Kunststoffband. Das schnürt nicht ein und man kann mit einem doppelten Knoten zwischen Bäumchen und Pfahl den erforderlichen Abstand halten.

Mich überzeugt diese "senkrechte Methode" nicht. Was möglicherweise aber daran liegt, dass ich bisher keine größeren Gehölze gepflanzt habe. Getreu dem Spruch einer ehemaligen Nachbarin: "Groß werden kann er bei mir!"
Titel: Re:Wie lange brauchen Bäume ihren Pfahl?
Beitrag von: Gurke am 06. April 2008, 21:53:27
Für Kleinkram wie Weinreben oder auch noch junge Obstbäume nehm ich den guten alten Bast. Der wird dann einfach abgeschnitten und bleibt liegen wo er ist.
Für größere Bäume nehme ich Stretchfolie (Frischhaltefolie) zum anbinden. Das sieht zwar nicht so toll aus aber damit hab ich gute Erfahrungen gemacht. Nachteil ist halt leider der Müll.
Ich pfähle auch meist schräg.
Titel: Re:Wie lange brauchen Bäume ihren Pfahl?
Beitrag von: BuckarooBanzai am 07. April 2008, 17:57:05
Zitat

Gut, dann versuche ich es mal:

Ich nehme das bewährte Kokosseil, das schneidet nicht ein. Winde es waagerecht um Baum und Pfahl. Mehrmals ringsum immer auf gleiche Höhe.
Dann gehr ich mit dem Seil dicht an den Stamm und schlinge das Seil Lage um Lage immer um meine vorhandene Schlaufe aus Kokosseil. Am Baumstamm angekommen, verknote ich es. Fertig ;).
Fertig sieht es aus wie eine Wurst, und in den Beiden Schlaufen steckt einmal der Stamm und einmal der Pfahl.
Puh, war doch nicht so einfach ;)
Zitat

Erstens lässt du es vom Pfahl zum Baum etwas schräg ansteigen das verhindert ein aufhängen des Baumes falls es zu Setzungen kommt. Zweitens verknotest du das Seil nicht am Baum sondern am Pfahl hast Falschrum angefangen. Dann nimmst du es doppelt und windest es wie eine acht um Pfahl und Baum. Dann musst du zwischen Stamm und Kokosstrick auf der Seite des Baumes die zum Pfahl zeigt einen Daumenbreit Luft lassen weil sonst der Strick einschnürt. Dann windest du es herum das es wie eine Wurst aussieht und dann ziehst du den Kokosstrick nochmal nach danach verknotest du es am Pfahl und sichert den Kokosstrick mit einer Krampe.

Zeigen ist besser glaubs mir.

Oder ihr nehmt Gurtband das geht am schnellstens.
Titel: Re:Wie lange brauchen Bäume ihren Pfahl?
Beitrag von: Paulownia am 07. April 2008, 20:05:14
@Buckaroo

Na, gemeinsam haben wir es jetzt doch prima hinbekommen ;D
Titel: Re:Wie lange brauchen Bäume ihren Pfahl?
Beitrag von: BuckarooBanzai am 08. April 2008, 17:41:41
@Buckaroo

Na, gemeinsam haben wir es jetzt doch prima hinbekommen ;D

Richtig! :-*
Titel: Re:Wie lange brauchen Bäume ihren Pfahl?
Beitrag von: Crispa † am 08. April 2008, 18:29:39
Hier wie ich Bäume an Pfähle binde. So meint ihr es doch auch?




Titel: Re:Wie lange brauchen Bäume ihren Pfahl?
Beitrag von: Crispa † am 08. April 2008, 18:30:21
....und Bild zwei. Ich knote nicht, sondern ich schraube das Cocosseil mit einem Lochbandeisen am Pfahl fest. Man sieht es auf dem Bild 1 ,wenn auch nur schwach erkenntlich.
Titel: Re:Wie lange brauchen Bäume ihren Pfahl?
Beitrag von: Sabrent am 08. April 2008, 19:41:23
Hallo Crispa,

meiner Meinung nach kann man es nicht besser machen!!!

Und wer Dir so nacheifern würde, dürfte kaum auf die Idee kommen, den Pfahl aus optischen Gründen vorzeitig zu entfernen. Um kein Risiko einzugehen, würde ich allerdings bei allen Baum-Neupflanzungen einen Pfahl setzen; es stehen schließlich Geld, Arbeit und das beabsichtigte Erfolgserlebnis auf dem Spiel.
Titel: Re:Wie lange brauchen Bäume ihren Pfahl?
Beitrag von: Crispa † am 08. April 2008, 20:13:50
Hallo Thüringer, sagst du das jetzt weil ich keine Pfähle an einjährig veredelte Hochstammobstbäume setze? Ich halte das einfach für überflüssig und habe bisher nie Schäden gehabt. Da würde ich mich sogar fragen "Wie lange brauchen Bäume ihren Pfahl"?

Wie sieht es bei euch aus? Liegt noch Schnee? Ich schätze du kommst aus dem Thüringer-Wald?
Titel: Re:Wie lange brauchen Bäume ihren Pfahl?
Beitrag von: Paulownia am 08. April 2008, 20:26:03
@Crispa

so war es gemeint. Ich mache das Zwischenstück allerdings etwas länger.
Aber man kann das jetzt auch anfangen pingelig zu sehen ;).

Prinzipiell mit dem Pfahl sehe ich es auch so. Erstens kommt es darauf an ob mB oder oB, zweitens steht der Baum am Hang oder an windexponierter Stelle.
Ich habe schon einige Bäume ohne Pfahl gepflanzt, weil mich der Anblick einfach störte. Wie gesagt wenn es kein Risikostandort ist, macht es auch keine Probleme.
Titel: Re:Wie lange brauchen Bäume ihren Pfahl?
Beitrag von: Sabrent am 08. April 2008, 20:37:35
Hallo Crispa,

ich hätte Angst, mir die Arbeit umsonst zu machen. Ein falsch gegrabenes Loch z.B. kann man wieder zuschütten, aber einen Baum auszubuddeln, wenn er eben angewachsen ist, und wieder senkrecht einzupflanzen, und dann auf das nächste Mal zu warten, will ich nicht riskieren. Ich könnte auch nicht ständig irgendwelche Stauden oder Kohlpflanzen oder ... umpflanzen, weil sie mir am ursprünglichen Standort nicht mehr gefallen. Pflanzen sind ja nicht tot, das ist bei mir allerdings eine reine Gefühlssache. Ein Stützpfahl mehr tut nicht weh. Du hast Deine guten Erfahrungen gemacht, und ich sehe jeden Tag unserer 33-jährige Lärche mit der Jugendsünde.

Bei uns am Nordrand des Thüringer Waldes auf etwa 400 m Höhe ist der Schnee Gott sei dank weg, aber in den Wäldern in Richtung Rennsteig und z.B. bei Oberhof (sehr bekannt durch Rodeln, Biathlon, ... - nicht weit entfernt) liegen noch Massen.
Titel: Re:Wie lange brauchen Bäume ihren Pfahl?
Beitrag von: Crispa † am 08. April 2008, 20:40:48
Ja stimmt, die Zwischenräume sind arg kurz. Warum kann ich garnichtmal sagen, hat sich sicherlich so ergeben. Normal sind die Bunde länger.

Ich bezahle hier in einer Baumschule 21,50 € für einen Obstbaumhochstamm. Für einen Halbstamm 16,50 €. Da sind die Pfähle mit Cocosseil beinahe teurer.
Titel: Re:Wie lange brauchen Bäume ihren Pfahl?
Beitrag von: Sabrent am 08. April 2008, 20:54:44
Weil ich das Geld ins Spiel gebracht habe: Ein langer druckimpränierter Pfahl kostet etwa 4-5 €. Zum Anbinden nehme ich den guten alten Baststrick, von dem ich noch einen großen Bestand habe; der lässt sich notfalls leicht ersetzen.
Titel: Re:Wie lange brauchen Bäume ihren Pfahl?
Beitrag von: Susanne am 08. April 2008, 21:48:58

Jetzt habe ich mir diese "perfekte" Bindung längere Zeit angesehen und muß sagen, daß sie mir nicht gefällt. Sie sieht "gefesselt" aus, als hätte jemand Angst, daß der Baum wegläuft. Das tun Bäume aber nicht.
Ich kann mir vorstellen, daß zum Beispiel Rosen- oder Beerenbäumchen mit hoher Veredelungsstelle und so einer festen Bindung bei starkem Wind Kronenbruch erleiden.
Meine Erfahrungen mit Kokos in enger Bindung ist außerdem weniger gut - Feuchtigkeit sammelt sich an der Bindestelle, die Einschnürung trocknet nur langsam ab. Das fördert Pilzbefall.

Es geht doch nur darum, den Baum für den Eventualfall zu stützen. Das müßte auch mit einer lockereren Bindung möglich sein, die bei starken Winden flexibel ist und leicht nachgibt.
Ich binde meine Bäume mit gebrauchten Fahrradschläuchen an, die ich vom Fahrradladen geschenkt bekomme. Das Material speichert kein Wasser, scheuert nicht und ist flexibel. Weil es nicht UV-stabil ist, hält es je nach Qualität ein bis zwei Jahre.

Titel: Re:Wie lange brauchen Bäume ihren Pfahl?
Beitrag von: Crispa † am 08. April 2008, 22:40:02
Hallo Susanne, lies mal # 19 warum ich überhaupt einen Pfahl setze.
Eine Krone ist mir bei einem so angebundenen Baum, trotz windexponierter Lage auf einem Hügel, noch nie abgebrochen. Ebenso habe ich noch nie Last mit Pilzbefall gehabt. Im Gegenteil, der Kokosstrick ist diffusionsoffen und wird dadurch immer sehr schnell trocken.

Rosen- Stachelbeer- und Johannisbeerbäumchen, welche nur durch besondere Schnitttechniken kultiviert werden können, mag ich eh nicht. In meinen Augen haben sie einen unnatürlichen Wuchs. Da ist das Ausbrechen der Krone schon vorprogrammiert.
Titel: Re:Wie lange brauchen Bäume ihren Pfahl?
Beitrag von: Susanne am 09. April 2008, 00:16:22
Abgesehen davon, daß ich auch schon Kronenbrüche bei nicht gepropften Bäumen gesehen habe (allerdings nicht in Zusammenhang mit Bindungen), und weil wir eigentlich nicht nur über deine Bäume sprechen, sind Rosen- und Beerenbäume schöne und praktische gestalterische Elemente für den kleinen Garten...

Das Feinwurzelproblem ist eher ein vorübergehendes, die meisten Bäume wurzeln innerhalb des ersten Jahres gut ein. Eher würde ich vermuten, daß durch das Abreißen der Feinwurzeln noch zusätzliches Wurzelwerk ausgebildet wird, das den Baum letzten Endes stabilisiert.
Ich denke da an Bäume, die an Hängen wachsen und dabei enormen Zugkräften ausgesetzt sind. Wenn sie als Ballenware gepflanzt wurden, brauchen sie selbstverständlich auch in den ersten Jahren eine Stütze, das hat aber weniger mit den Feinwurzeln als mit dem Wurzelballen zu tun. Bäume, die frei aus Sämlingen wachsen, sind von Anfang an viel stabiler eingewurzelt.





Titel: Re:Wie lange brauchen Bäume ihren Pfahl?
Beitrag von: Paulownia am 09. April 2008, 08:26:45
Zitat von: Susanne
Sie sieht "gefesselt" aus, als hätte jemand Angst, daß der Baum wegläuft. [quote

Genau das ist auch der Sinn der Übung. Wobei ich eher den Ausdruck fixiert statt gefesselt verwenden würde.

Aber schlussendlich kommt es immer auf die Größe des Baumes an. Bei einem Sol. HST mB wird sogar ein Gerüst aus drei Pfählen verwendet die mit Halbrundlatten verbunden sind und der Baum wird mit der Kokosbindung 3x fixiert.
Bei kleinen HST wie Stachel-, Himbeere oder Rosen ist die Kokosbindung viel zu dick. Da empfiehlt sich eher eine Dreipfahlstütze s.o. wo die überschwere Krone aufliegen kann und somit nicht abbricht.

Also, ab eines gewissen Stammumpfangs ist die Kokosbindung sinnvoll um ein gerades und schnelles Anwachsen zu erzielen. Gerade bei Bäumen mB wird die Drahtballierung leicht geöffnet, oder das Ballentuch gerne wenn möglich gelöst.
Titel: Re:Wie lange brauchen Bäume ihren Pfahl?
Beitrag von: Crispa † am 09. April 2008, 09:03:12
Hallo Susanne,
Was verstehst du in diesem Zusammenhang unter „enormen Zugkräften“?
Eigentlich dienen die Stützpfähle dazu, die entstehenden Windlasten, welche an einer Baumkrone auftreten, in den Stützpfahl abzuleiten und dadurch den Wurzelbereich zu entlasten.


Titel: Re:Wie lange brauchen Bäume ihren Pfahl?
Beitrag von: Susanne am 09. April 2008, 09:20:03
Tja, was erstehe ich unter "enormen Zugkräften"? Ich habe den Begriff eigentlich mehr für das Sammelsurium an destabilisierenden Faktoren benutzt, die auf am Hang wachsende Bäume einwirken.
Das fängt an mit dem Druck, der durch das Gefälle auf den gesamten Hang einwirkt. Dazu kommt der hohe Schwerpunkt der Krone - der bei schrägem Wuchs aus dem Hang heraus, wie man es häufig sieht, noch stärker ist als bei aufrecht gepflanzten Bäumen.
Bei Pflanzungen am Hang fällt sicher auch noch die Erdlockerung für die Pflanzgrube ins Gewicht, auch Regen hat da eine ganz andere Wirkung.

Das sind alles Faktoren, mit denen der im flachen Gelände gepflanzte Baum nicht kämpfen muß (weshalb ich den Wind jetzt auch nicht erwähne).
Entsprechend bilden Bäume, die durch Wildwuchs in Hanglagen wachsen, von Anfang an sehr viel stärkere Wurzelsysteme aus. Ein Baum, der mit Ballen in Hanglage gepflanzt wird, steht im Vergleich dazu so solide wie eine Kugel auf der Rutschbahn.


Titel: Re:Wie lange brauchen Bäume ihren Pfahl?
Beitrag von: ernst am 09. April 2008, 09:31:51
Eine weitere Alternative:
Dehnbare Kunststoffschläuche in verschiedenen Stärken von 3mm bis ca. 1cm Durchmesser werden im Weinbau verwendet (vor allem in Italien). Sie dehnen sich fast bis auf die dreifache Länge und reissen dann- kein Einschnüren, kein scheuern, keine Kontrolle notwendig.
Der Müll ist lästig, aber er hält sich in Grenzen- habe vor ca. 10 Jahren 3 Bund in verschiedenen Stärken gekauft und die Hälfte ist noch da, und das bei 2000 m2 Garten. Darüberhinaus kostet es fast nichts.
lG, Ernst
Titel: Re:Wie lange brauchen Bäume ihren Pfahl?
Beitrag von: Susanne am 09. April 2008, 09:38:10


Hast du mal eine Bezugsquelle?

Titel: Re:Wie lange brauchen Bäume ihren Pfahl?
Beitrag von: ernst am 09. April 2008, 09:49:24
Diese Schläuche gibt es in Italien in jedem Agrar-Markt (vergleichbar mit der Lagerhauskette in Ö)
Sonst habe ich sie noch nie gesehen.
lG, Ernst

Produktname: Bindeschlauch bzw. Hohlschnur
http://www.fassadengruen.de/uw/rankhilfen/uw/artikel/hs00000/hs00000.htm

Auf dieser Seite gibts auch wiederverwendbare Weichgummi-Binder!
Titel: Re: Wie lange brauchen Bäume ihren Pfahl?
Beitrag von: Querkopf am 04. Mai 2018, 13:33:51
Aus aktuellem Anlass hole ich den Uralt-Thread mal wieder hoch.

Ich überlege, ob zwei Jahre Stütze für einen Jungbaum reichen.

Momentan bin ich dabei, die bisher noch mehr oder minder brach liegende Ecke um einen Cercidiphyllum japonicum neu anzulegen. Gepflanzt habe ich den Baum vor ziemlich genau zwei Jahren. (Ihr habt mir damals wunderbar geholfen, den richtigen Baum zu finden – in der Rückschau nochmal herzlichen Dank :-*!)

Der Lebkuchenbaum, mehrtriebig, war bei der Pflanzung knapp 3m hoch. Er kam im Container, ca. 50 cm Durchmesser. Der Ballen war ausgezeichnet durchwurzelt, mit sehr hohem Anteil von Feinwurzeln. Beim Pflanzen habe ich eine Riesen-Grube gebuddelt, den originalen humosen Lehm gründlichst gelockert und mit feinkrümeligem Kram gemischt (aus dem Kompost, überreif, schon richtig Erde). Das Bäumchen hat im vorigen Jahr nach Spätfrösten erstmal Laub abgeworfen und dann nur schütter neu ausgetrieben. In diesem Frühjahr steht es ungleich besser da :D.

Der Stützpfahl ist schräg eingeschlagen. Ich habe einen sehr langen Pfahl benutzt, um mehrere Haupttriebe dran befestigen zu können. Ergo war/ ist besagter Pfahl unverhältnismäßig dick. Sieht doof aus, war anfangs aber egal. Doch nun stört's enorm.

... Als Faustregel sagt man 2 Winter bleibt der Pfahl dran. ...
Nen Schrägpfahl nimmt man eigentlich nur bei Mehrtriebigen...
Demnach könnte ich den Pfahl jetzt entfernen. Was meint ihr: Kann ich?

... Die Pfähle (unbehandelt) lasse ich bei Bäumen so lange sie halten. Wenn sie irgendwann weggefault sind, wird kein Ersatz eingeschlagen.
Guter Ansatz,  hier aber nicht anwendbar: Der Pfahl zählt zur Robinien-Kollektion, die mir Freunde nach einer Fällaktion mal geschenkt haben ;D – hält "ewig". Muss also mal raus.

Geht das bei (m)einem Cercidiphyllum nach zwei Jahren?
Titel: Re: Wie lange brauchen Bäume ihren Pfahl?
Beitrag von: Cryptomeria am 04. Mai 2018, 13:55:34
Das kommt sehr auf den Standort an. Wir haben hier oben im Norden sehr viel Wind, da ist es ratsam einige Jahre länger zu warten. Windgeschützt, wenn er gut eingewurzelt ist, sehe ich nach 2 bis 4 Jahren keine Probleme. Auch der Boden ist entscheidend. In schwerem Lehm sieht das ganz anders aus als auf Sand.
Wenn der Pfahl sehr stört, würde ich ihn entfernen und ggf. bei Bedarf ( d.h. wenn man merkt, dass er tatsächlich schief gedrückt werden kann ) nachbessern.
VG wolfgang
Titel: Re: Wie lange brauchen Bäume ihren Pfahl?
Beitrag von: Staudo am 04. Mai 2018, 17:44:00
Was oben stark treibt, treibt auch mit ziemlicher Sicherheit kräftige Wurzeln.
Titel: Re: Wie lange brauchen Bäume ihren Pfahl?
Beitrag von: Querkopf am 05. Mai 2018, 23:26:08
Was oben stark treibt, treibt auch mit ziemlicher Sicherheit kräftige Wurzeln.
Hab' mir das Bäumchen heute nochmal genauestens angeguckt: Sooo dolle ist es mit dem Austrieb obenrum bisher nicht... (Vielleicht ist die Pflanze ja erstmal mit der Wurzelproduktion beschäftigt ;)?)
Entscheidung: Der Pfahl nervt zwar, aber bis zum nächsten Frühjahr bleibt er vorsichtshalber drin.

Danke euch :)!